Wuppertal, Oper Wuppertal, Premiere Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach, IOCO Kritik, 20.09.2016

September 21, 2016  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Wuppertaler Bühnen

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Wuppertaler Bühnen

Hoffmanns Erzählungen in Wuppertal: Surreale Fantasien und Träume  in Berlins Weinkeller Lutter (den es noch heute gibt), seine Begegnung mit dem Kunstmensch Olympia, der verhinderten Sängerin Antonia und der Schlemil-abhängigen Giulietta:  Zerrbilder realer Ängste und unerfüllter Wünsche inszenieren in Wuppertal vier Regisseure: Christopher Alden (Antonia), Charles Edwards (Prolog), Inga Levant (Giulietta) und Nigel Lowery (Olympia). Angereichtert mit ungewöhnlichen Regieeinfällen, welche wohl Intendant Schneider und seinem Wunsch zuzuschreiben sind, der Oper Wuppertal  ein entspannt modernes Gesicht geben.“

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Hoffmanns Erzählungen: Trance, Rausch, Übermut

Vier Regisseure gestalten E.T.A. Hoffmanns Märchen in Wuppertal

Jacques Offenbach © Albrecht Schneider

Jacques Offenbach © Albrecht Schneider

Für die Stadt Wuppertal wie deren Musiktheater war die erste Premiere der Spielzeit 2016/17, die Oper Hoffmann Erzählungen, von besonderer Tragweite: Die Premiere war zugleich der erste Schritt vom bisherigen Stagione-Theater (ohne eigene Werke) zum Repertoire-Theater. Zukünftig sollen der neue Opernintendant Schneider durch eigenes Ensemble und eigene Produktionen die kulturelle Wirklichkeit der Stadt beleben und neue Impulse geben. Die erste Produktion, Hoffmanns Erzählungen, erfüllte alle Erwartungen: Eine gelungene Inszenierung mit wunderbaren Klängen, Stimmen und einem Füllhorn mitreißender Bilder, bestätigten die zukunftorientierte Wuppertaler Entscheidung für das Repertoire-Theater.

E.T.A. Hoffmann (1776 – 1822) schuf in ungezähmter Literaturbegeisterung Zeit seines Lebens derart viele Werke, daß ein wohlmeinender Schriftsteller-Kollege einmal scherzte, Hoffmann schreibe schneller, als er lesen könne, weshalb er auch nicht alle Romane kenne, die er geschrieben habe. Karikaturen, Fantasiestücken, Märchen und Romane machten Hoffmann bekannt wie angreifbar. Der preußische Innenminister von Schuckmann beschrieb Hoffmann als „pflicht-vergessenen, höchst unzuverlässigen und gefährlichen Staatsbeamten“. Hoffmann starb über diesen ernsten Streit 1822 an einer Atemlähmung.

 Jacques Offenbach © IOCO

Paris / Jacques Offenbach © IOCO

Die Franzosen Jules Barbier und Michel Carré waren Bewunderer Hoffmanns. Sie schufen aus dessen Werken 1851 das fantastisches Drama „Les Contes D´Hoffmann“, in dem die Person Hoffmann, anders als in seinen Erzählungen, selbst im Mittelpunkt steht. Fasziniert von Barbiers und Carrés Werk beschloss Jacques Offenbach (1819 – 1880) 1877 dazu eine Oper zu komponieren, Jules Barbier schuf  das Libretto. Mühsam gestaltete sich die Komposition der Oper. Als Offenbach 1880 starb hinterließ er keine eindeutig finale Partitur. Léon Carvalho und Ernest Guiraud stellten das Werk zur Uraufführung 1881 fertig. Doch wird es bis heute, nach angeblichen Skizzen Offenbachs, immer wieder überarbeitet. Hoffmann Erzählungen wurde zu einem großen Erfolg. Nach Bizets Carmen ist Les Contes D´Hoffmann heute die meistgespielte Oper in Frankreich.

Hoffmanns Erzählungen, surreale Fantasien und Träume  in Berlins Weinkeller Lutter (den es noch heute gibt), seine Begegnung mit dem Kunstmensch Olympia, der verhinderten Sängerin Antonia und der Schlemil-abhängigen Giulietta: Die Zerrbilder realer Ängste und unerfüllter Wünsche inszenieren in Wuppertal vier Regisseure: Christopher Alden (Antonia), Charles Edwards (Prolog und Bühne), Inga Levant  (Giulietta) und Nigel Lowery (Olympia). Angereichtert mit ungewöhnlichen Regieeinfällen, welche wohl Intendant Schneider und seinem Wunsch zuzuschreiben sind, der Oper Wuppertal  ein entspannt modernes Gesicht geben.

Teil des modernen Gesichts der Oper Wuppertal: Schon vor Beginn der Oper werden die Besucher durch ein auf dem Bühnenprospekt gezeigtes Interview mit einer Künstlerin aufgemuntert. Mit Beginn der Aufführung schreitet eine gouvernantenhafte „Dramaturgin“ auf die Bühne. Hüstelnd und Rotwein trinkend versucht sie die kommende Oper zu erklären. Das Orchester schreitet ein: „Aufhören, hau ab jetzt“. Sich ständig verhaspelnd torkelt sie von der Bühne und wirft, gefilmt auf das Bühnenprospekt projiziert, im Foyer  ein Glas mit Rotwein nach dem Kellner.

Oper Wuppertal / Hoffmanns Erzählungen - Stadträtin Lindorf © Jens Großmann

Oper Wuppertal / Hoffmanns Erzählungen – Stadträtin Lindorf © Jens Großmann

Hoffmanns Erzählungen beginnt (Regie Charles Edwards)  bei voller Beleuchtung: Hoffmann betrunken auf dem Boden liegend, die alles steuernde, das Böse verkörpernde Stadträtin Lindorf (Lucia Jones) intrigiert mit schönem weichem Mezzo zunächst aus einer Seitenloge, übertragen auf das Bühnenproskekt. Eine Burschenschaft (Chor der Oper Wuppertal) stürmt in bester Personenführung mit gelben Kappen lärmend die Bühne: „Juvallera, Herr Lutter wir sind da...“ und läßt den Besucher durch saubere Intonierung und Klang aufhorchen. Doch ungläubig lauschten wir Hoffmann (Mickael Spadaccini) als er mit seiner Arie des Kleinzack, „Es war einmal am Hofe von Eisenack„, breit timbriert, sicher, mit kräftig fülliger Höhe begeistert und trunken von Lieben erzählt, welche alle unglücklich endeten.

Oper Wuppertal / Hoffmanns Erzählungen - Automat Olympia © Jens Großmann

Oper Wuppertal / Hoffmanns Erzählungen – Automat Olympia © Jens Großmann

Die starke Regie (Regie Nigel Lowery) des zweiten Aktes beginnt im Halbdunkel, vor dem Hintergrundprospekt einer dunkler Altstadtnacht. Eine tote, nackte Frauenfigur wird halb-verdeckt in einem Laken durch die Nacht gezogen: Olympia. Als mechanische Kunstfigur leuchtet sie auch in einem der Fenster auf. Der Physiker Spalanzani (Sangmin Jeon), mit gut geführtem Tenor, Schöpfer der Olympia, möchte mit dem Kunstwesen Geld verdienen. Hoffmann tuschelt mit dem bizarren Coppelius (Lucia Jones) am Bühnerand (Besucher lesen die Übertitel) über den Kauf eine Wunderbrille, die „jeden Gegenstand im Nu belebt„. Im folgenden hellen Ballsaal wird das Leichentuch von dem Automaten Olympia (Sara Hershkowitz) gezogen, sie erhebt sich von der Liege und bewältigt ihre schwierige Sopranarie „Les oiseaux dans la charmille“ mit lyrischer Sicherheit. Sodann sammelt Olympia für ihren Schöpfer Spalanzani Geld von den Ballgästen und verführt den verliebten Hoffmann auf recht spezielle Weise……

Oper Wuppertal / Hoffmanns Erzählungen - Antonia © Jens Großmann

Oper Wuppertal / Hoffmanns Erzählungen – Antonia © Jens Großmann

Christopher Alden formte die Regie des dritten Akt um Antonia (Sara Hershkowitz) und ihre mysteriöse Krankheit mit einer weißen Wand als Bühnenhintergrund, darauf die Worte: „Dass nie ein Ton über Antonias Lippen gehen solle.“ Ihr Vater Crespel (Sebastian Campione) formt eine Geige mit gepflegtem Baßbariton: „Ich werde die perfekte Geige bauen und ihre Deine Stimme geben.“ Wunderbarer wie lyrisch warm vorgetragener Höhepunkt dieses Aktes das Duett Antonia – Hoffmann Enfin! Antonia!“……

Oper Wuppertal / Hoffmanns Erzählungen - Giulietta © Jens Großmann

Oper Wuppertal / Hoffmanns Erzählungen – Giulietta © Jens Großmann

Inga Levants Gestaltung des vierten Akt um die Kurtisane Giulietta (Sara Hershkowitz) fremdelt etwas in der Gesamtinszenierung: Sie spielt in einer Heilanstalt. Menschen in Krankenkleidung mit Kopfbinden sammeln sich meist im Bühnenhintergrund; sie haben ihren Schatten verloren: Ein Spiegel, sechs Wannen, ein Behandlungsstuhl. Die von David Parry und dem Sinfonieorchester Wuppertal sensibel gespielte hochromatische Barcarole „Belle nuit, ô nuit d’amour“ wirkt in diesem Ambiente etwas fremd. Doch Lucia Lucas als verschlagener Magier Dapertutto zunächst in Mönchskleidung, später in schwarzem Domina-Outfit, und die ihm hörige Giulietta, Domina in rotem Leder, geben der Handlung eigene Farbe und Richtung. Hoffmann verliert um der Liebe zu Giulietta seinen Schatten, wird sodann geduscht (Bild) und erhält die Kopfbinde der Schattenlosen; darüber verspottet, tötet, köpft er Giulliettas einzige Liebe, Pitichinaccio (Mark Bowman-Hester)…….

Die fantastische Oper endet im fünften Akt: Hoffmann klagt betrunken auf dem Boden liegend: „Drum laßt allen Kummer im Rausch vergessen! Olympia – zebrochen, Antonia – tot, Giulietta – verschwunden.“ Aus Lautsprechern erklingt das Lied von Kleinzack.

Oper Wuppertal / Hoffmanns Erzählungen - Ensemble © IOCO

Oper Wuppertal / Hoffmanns Erzählungen – Ensemble © IOCO

Die Inszenierung der Oper entspricht der psychedelischen Grundstimmung vieler Werke E.T.A. Hoffmanns. Auffällig die starken Stimmen des Ensembles: Mit dem durchgängig kräftigen wie wohl timbriertem Tenor Mickael Spadaccini als Hoffmann, einer Lucia Jones, welche die Teufelspartien überzeugend gestaltete und einer Sara Hershkowitz, welche ihre großen Sopranpartien mit sicherer Stimme und packenden Gefühlsstakkati formte. Hervorragend auch die musikalische Ausführung des Sinfonieorchester Wuppertal unter Dirigent David Parry, welche Komposition, szenisches Geschehen und surrealen Zauber des hochromantischen Werkes mit filigranem Zauber und mächtigem Forte stützte.

Das Publikum feierte die Premiere von Hoffmanns Erzählungen wie den gelungenen Schritt der Oper Wuppertal in die neue Zukunft des Repertoire-Theaters mit lautstarkem Beifall bis das der Vorhang dann endgültig fiel. IOCO / Viktor Jarosch / 20.09.2016

Oper Wuppertal – Hoffmanns Erzählungen: Die nächsten Termine 23.9.2016, 1.10.2016, 9.10.2016, 22.10.2016, 5.11.2016, 18.12.2016.

Wuppertal, Oper Wuppertal, Premierendoppel – THREE TALES – HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN, 17. / 18.09.2016

August 25, 2016  
Veröffentlicht unter Premieren, Pressemeldung, Wuppertaler Bühnen

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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Premierendoppel zum Spielzeitauftakt

THREE TALES und HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN

Eröffnung der ersten Spielzeit von Opernintendant Berthold Schneider in Wuppertal am
17. und 18. September 2016

Steve Reichs Videooper THREE TALES erstmals außerhalb eines Festivals im Repertoire eines Opernhauses

– Vier international renommierte Regisseur_innen inszenieren Jacques Offenbachs
HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN

Mit einem Premierendoppel startet die Oper Wuppertal unter der neuen Intendanz von Berthold Schneider am Wochenende des 17. und 18. September 2016 in die Spielzeit 2016/17. Mit Beginn dieser Saison arbeitet das Haus wieder mit einem eigenen Opernensemble und spielt im Repertoirebetrieb insgesamt acht Neuproduktionen.

Die Entscheidung für Steve Reich und dessen Videooper THREE TALES – inhaltlich wie formal ein bahnbrechendes Werk seiner Zeit – als Eröffnungsstück ist programmatisch für die Beschäftigung mit Musiktheater in Wuppertal. „Wir schauen darauf, was Oper mit den Menschen und den Lebenswirklichkeiten des 21. Jahrhunderts zu tun hat, ganz gleich wann ein Werk auch komponiert worden ist. Daher haben wir uns für die Illustration in unserem Spielzeitheft und auf unseren Plakaten auch bewusst dafür entschieden, Fotos des Wuppertaler Fotografen Jens Großmann aus den politischen Brennpunkten und Krisengebieten dieser Erde zu verwenden“, erläutert Berthold Schneider. THREE TALES, uraufgeführt im Mai 2002 auf den Wiener Festwochen, erzählt von drei Ereignissen, die das kollektive Bewusstsein in der Moderne nachhaltig beeinflusst haben:

Da ist zum einen der Absturz des Luftschiffs Hindenburg, dann die Atomtests der amerikanischen Streitkräfte auf dem Bikini-Atoll und schließlich die Debatten um das Klonen von Menschen und Tieren – sinnfällig geworden im Schaf Dolly, das als erstes geklontes Säugetier in die Geschichte einging. Der Komponist Steve Reich hat ausdrücklich begrüßt, dass die Oper in Wuppertal erstmals außerhalb renommierter Festivals im Repertoire eines Stadttheaters zu sehen ist. Das Besondere dieser Aufführung ist, dass die Zuschauer gemeinsam mit den Musiker_innen auf der Bühne sitzen.

Die Bilder und Wortsplitter der Videoprojektion, die auf zwei Leinwänden gezeigt wird, werden eins mit der Musik, sie werden integriert in die musikalische Sprache. Berthold Schneider übernimmt die szenische Einrichtung dieser Produktion, Katrin Wittig hat den Raum entworfen.


Jacques Offenbach © IOCO

Jacques Offenbach © IOCO

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Auf THREE TALES folgt am Abend des 18. September die Premiere von HOFFMANNS
ERZÄHLUNGEN. Erstmalig in seiner Aufführungsgeschichte wird Jacques Offenbachs fantastische Oper von vier Regisseurinnen und Regisseuren inszeniert – ein Ansatz, der dem fragmentarischen Charakter des Werks Rechnung trägt, das sich aus verschiedenen Motiven und fantastischen Geschichten E.T.A. Hoffmanns speist.

Für die Regie hat das Opernhaus vier international renommierte Regisseur_innen verpflichtet. Der Brite Charles Edwards inszeniert Prolog und Epilog, sein Landsmann Nigel Lowery den Olympia-Akt, Christopher Alden zeichnet für den Antonia-Akt verantwortlich, während Inga Levant die Regie für den Giulietta- Akt übernommen hat.Die aus Großbritannien, Russland und den USA stammenden Künstler_innen waren bisher mit Inszenierungen u.a. am Royal Opera House London, der English National Opera London, Opéra Bastille Paris, San Francisco Opera, Staatsoper Berlin sowie in der Bayerischen Staatsoper zu Gast.

„Die Idee dahinter ist es, den so unterschiedlichen Traumwelten Hoffmanns mit verschiedenen Theaterhandschriften und der ganzen Bandbreite an Inszenierungsstilen zu begegnen, ohne das Werk als Ganzes aus dem Blick zu verlieren. Prolog und Epilog werden ohne großes Bühnenbild vor dem Eisernen Vorhang spielen. Der Olympia-Akt arbeitet mit klassischer Bühnenillusion, während in ‚Antonia‘ multimediale Projektionen zum Einsatz kommen und ‚Giulietta‘ im Geist einer Kunstinstallation vorgestellt wird“, so Berthold Schneider.

In den Hauptrollen sind der belgische Tenor Mickael Spadaccini als Hoffmann, die in Berlin lebende US-amerikanische Sporanistin Sara Hershkowitz in allen vier Frauenrollen sowie die US-amerikanische Bariton-Sängerin Lucia Lucas in den Rollen der vier Bösewichte zu erleben.

Die Besetzung der Bariton-Partien mit einer Frau ermöglicht in den unterschiedlichen
Regieansätzen ein interessantes Spiel mit den Geschlechtern. Die weiteren Partien sind mit Mitgliedern des neuen Sänger_innen-Ensembles besetzt.

Besetzung THREE TALES, Video-Oper von Steve Reich und Beryl Korot
Sopran 1 Nina Koufochristou, Sopran 2 Ralitsa Ralinova
Tenor 1 Christian Sturm, Tenor 2 Andreas Karasiak
Tenor 3 Dustin Smailes, Sinfonieorchester Wuppertal
Musikalische Leitung Jonathan Stockhammer
Szenische Einrichtung Berthold Schneider
Raum Katrin Wittig

Besetzung HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN, Fantatische Oper von Jacques Offenbach
Olympia, Antonia, Giulietta, Stella  Sara Hershkowitz, Die Muse Kerstin Brix
Niclausse, Die Mutter Catriona Morison, Hoffmann Mickael Spadaccini
Lindorf, Coppleius, Miracle, Dapertutto Lucia Lucas, Nathanael, Spalanzani Sangmin Jeon, Luther, Crespel Sebastian Campione, Wilhelm, Schlemil, Hauptmann Simon Stricker, Cochenille, Frantz, Pitichinaccio Mark Bowman-Hester
Hermann Andreas Heichlinger,

Opernchor und Extrachor der Wuppertaler Bühnen, Sinfonieorchester Wuppertal
Musikalische Leitung David Parry, Inszenierung Charles Edwards (Prolog/Epilog)
Nigel Lowery (Olympia-Akt), Christopher Alden (Antonia-Akt)
Inga Levant (Giulietta-Akt)
Bühnenbild Charles Edwards (Prolog/Epilog und Antonia-Akt)
Nigel Lowery (Olympia-Akt)
Petra Korink (Giulietta-Akt)
Kostüme Doey Lüthi (Prolog/Epilog und Antonia-Akt)
Nigel Lowery (Olympia-Akt)
Petra Korink (Giulietta-Akt)
Choreinstudierung Markus Baisch / Jens Bingert
Dramaturgie Jana Beckmann, PMOW

 

Wuppertal, Oper Wuppertal, Juri Tetzlaff eröffnet erneut Familienkonzertreihe, 11.09.2016

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Sinfonieorchester Wuppertal

Sinfonieorchester Wuppertal / Gruppenfoto © Dirk Sengotta

Sinfonieorchester Wuppertal / Gruppenfoto © Dirk Sengotta

TV-Moderator Juri Tetzlaff eröffnet erneut Familienkonzertreihe

Opernhaus Wuppertal / Juri Tetzlaff © C.Bansini

Opernhaus Wuppertal / Juri Tetzlaff © C.Bansini

Auch in der Spielzeit 2016/17 kommt der sympathische TV-Moderator Juri Tetzlaff, bekannt durch die Fernsehsender ARD und Kika, nach Wuppertal und moderiert das 1. Familienkonzert der Saison. Am 11. September 2016 um 11 Uhr starten der Kinderstar und das Sinfonieorchester Wuppertal ein spannendes Experiment und nehmen Groß und Klein, Jung und Alt mit auf eine nächtliche Tour durch eine sonderbare Museumsausstellung. Mit der Musik aus ›Bildern einer Ausstellung‹ von Modest Mussorgsky wollen sie Bilder mit ihren Ohren sehen. Kunstwerke sollen durch die Orchestermusik unter der musikalischen Leitung von Anja Bihlmaier lebendig werden.

Ein spannendes Abenteuer beginnt. Karten zu 8 € gibt es in der Kulturkarte, telefonisch unter der Ticket-Hotline 0202/563 7666 sowie online unter www.kulturkarte-wuppertal.de.

Sinfonieorchester Wuppertal / Familienkonzert © Andreas Fischer

Sinfonieorchester Wuppertal / Familienkonzert © Andreas Fischer

Die ›Bilder einer Ausstellung‹ sind ein Paradebeispiel dafür, wie man mit Tönen Gemälde in die Köpfe der Zuhörer malen kann. Eine fantasievolle Geschichte, gespickt mit interessanten Hintergrundinformationen und vielen Mitmachmöglichkeiten.

Für Kinder gibt es vor der Bühne die unbestuhlte Sitzkissenzone, aus der die kleinen Besucher besser sehen und hören können. Vor dem Konzert können die Kinder an einem Gewinnspiel teilnehmen. Der Gewinner wird noch vor dem Konzertbeginn bekannt gegeben und darf während des Konzerts auf der Bühne im Orchester sitzen.

Für viele Kinder das Highlight des Konzerts ist das Mitspielstück. Jedes Kind, das ein Orchesterinstrument beherrscht, darf das Mitspielstück gemeinsam mit den Profis im Sinfonieorchester spielen.

Die Noten für das Mitspielstück stehen auf www.wuppertalerbuehnen.de/education/konzertpaedagogik/mitmachbereich/
zum Download bereit.

Pressemeldung Sinfonieorchester Wuppertal

Wuppertal, Oper Wuppertal, Nocke / Schneider: Auf zu neuen Ufern! IOCO Aktuell, 15.07.2016

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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

  Oper Wuppertal: Mit eigenem Ensemble zu neuen Ufern

Kulturdezernent Nocke, Intendant Schneider im Gespräch mit IOCO

Visionen spiegeln sich im Spielplan 2016/17 der Oper Wuppertal  wieder: Bürgernähe, Modernität, Einbindung der Jugend und eigenes Ensemble sind einige der  Ziele von Stadt und Oper Wuppertal. Kulturdezernent Matthias Nocke äußerte sich gegenüber IOCO zu den Bestellungen von Berthold Schneider als Intendant der Oper Wuppertal und Julia Jones als neuer GMD: „Die Stadt Wuppertal“, so Nocke, „blickt wieder positiv in die Zukunft, mit steigenden Beschäftigten-, Einwohner-, Studentenzahlen. 150 verschiedene Nationen, 360.000 Einwohner wünschen sich Kultur, Musik- wie Sprechtheater, welches die Stadt durchdringt, der Stadt ein Gesicht gibt.“ Der Vorgänger Schneiders, Toshiyuki Kamioka, seine „Heimat“ war das Dirigentenpult, hatte auf ein eigenes Opern-Ensemble verzichtet und den Stagionebetrieb eingeführt. Ein Konzept, welches nun wieder aufgegeben wird. Matthias Nocke: „Der Ensemblebetrieb ist Wesenskern des deutschen Stadttheaters. Der Stagionebetrieb entsprach in Wuppertal nicht den Seh- und Hörerfahrungen des einheimischen Publikums. Die Besucherzahlen der Oper Wuppertal gingen zurück, die Identifikation der Bevölkerung mit Künstlern schwand, die Oper hatte in der Bevölkerung kein Gesicht mehr. Deshalb die Neuausrichtung.“

Wuppertal / Intendant Berthold Schneider im Gespraech mit IOCO © Jens Grossmann

Wuppertal / Intendant Berthold Schneider im Gespraech mit IOCO © Jens Grossmann

Neu-Intendant Berthold Schneider (1965) hat breite Theatererfahrung: Studium der Regie in den USA, Chefdramaturg an der Oper Dortmund, Referent an der English National Opera, Operndirektor am Staatstheater Darmstadt. Schneider möchte, so gegenüber IOCO, „der Oper Wuppertal mit eigenem Repertoire und Ensemble wieder lebendige Präsenz in der Stadt, neue Identität geben.“

Motiviert und mit klarem Konzept geht der bis 2019 bestellte Theaterpraktiker Schneider in seine erste Wuppertaler Spielzeit:  „Das Repertoiresystem ist in seiner Gesamtheit dem Stagione-Betrieb überlegen. Durch seine Vielfältigkeit wirkt ein Repertoire immer attraktiv in die Bevölkerung. Repertoire-Stücke entwickeln sich über die Zeit, während selbst gut Stagione-Stücke durch die kurze Aufführungsdauer vor Ort wenig Entwicklungspotential besitzen. Wiederum geben Repertoirestücke ohne eigenes Ensemble keinen Sinn, da Organisationsaufwand und Reisekosten solcher Produktionen alle Dimensionen sprengen würden. Daher unser Ja zum eigenen Ensemble an der Oper Wuppertal. Wir besitzen bereits ein künstlerisch gut eingespieltes Team. Das Ensemble wird in die Stadt wirken, soll zum Botschafter der Marke Wuppertal werden. Ein eigenes Repertoire wird sich entwickeln, Bindung zur Bevölkerung werden wir herstellen, in Schulen und Liederabenden werden wir Präsenz zeigen. Solche Bindung kann man mit Stagione nie erzeugen.“  

„Selbst wenn diese Sänger in einer Kirche ein Oratorium singen, so wird dies mit der Oper Wuppertal assoziiert, wirkt dies in die Stadt. All dies möchten wir in den kommenden Jahren in der Stadt Wuppertal aufbauen.“  „Die Sänger leben hier, kaufen ein, schaffen Bindung mit der Bevölkerung. So identifizieren sich viele  Zuschauer, -hörer mit `ihren´ Sängern. Sie glauben gar nicht, wie oft Sänger angesprochen, eingeladen werden, wie oft Sänger in Schulen Vorträge halten“, so Schneider mit spürbarem Gestaltungswillen.

„Wir machen Oper im Bewusstsein der Lebenswelt des 21. Jahrhunderts – das muss unser Anspruch sein. Sowohl in der kritischen Auseinandersetzung mit den klassischen Stoffen als auch im aufrichtigen Spaß, den wir mit den bunten und oftmals auch liebevoll-bösen Stücken des leichteren Repertoires haben wollen. Wichtig ist mir aber auch, die Oper strukturell zu öffnen – u.a. indem wir einen intensiven Austausch mit den anderen musikalischen Akteuren in der Stadt treten. Zudem müssen wir neue Formen der Teilhabe entwickeln, um das bestehende Publikum und neue Publikumsgruppen für die Kraft von Theater und Oper zu begeistern“, umreißt Berthold Schneider sein künstlerisches Konzept.

Wuppertal / Oper Wuppertal © IOCO

Wuppertal / Oper Wuppertal © IOCO

Die neue Saison 2016/17 eröffnet Schneider und die Oper Wuppertal am 17. und 18. September 2016 mit zwei Premieren auf der Bühne des Opernhauses an einem Wochenende: THREE TALES von Steve Reich am Samstag, gefolgt von HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN von Jacques Offenbach am Sonntag. THREE TALES wird dann erstmals jenseits der großen internationalen Festivals zu erleben sein und mit den Zuschauern gemeinsam auf der Bühne des Opernhauses aufgeführt. Jacques Offenbachs große fantastische Oper ist ein Sammelsurium unterschiedlichster Motive und Fragmente. In der Wuppertaler Neuproduktion wagen vier international erfahrene Regisseure – Christopher Alden, Charles Edwards, Inga Levant und Nigel Lowery – das Experiment und inszenieren je einen Akt der Oper. Die Rahmenhandlung wird auf Deutsch gesungen, die drei Frauenakte in französischer Sprache.

Darunter Repertoireklassiker wie Offenbachs HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN und Verdis RIGOLETTO. Liebhaber des Musicals kommen mit THE ROCKY HORROR SHOW auf ihre  Kosten. Die Produktion in der Regie von Sebastian Welker lief bereits sehr erfolgreich am  Saarländischen Staatstheater. Auch jenseits des klassischen Werkekanons setzt das Haus unter der neuen Intendanz Akzente: So bilden Titel wie THREE TALES, eine Video-Oper von Beryl Korot und Steve Reich, für die Schneider persönlich die szenische Einrichtung übernimmt, und die  Uraufführung der Originalversion von Helmut Oehrings  AscheMOND ODER THE FAIRY QUEEN  einen aktuellen Schwerpunkt im Spielplan, wie Sergej Prokofjews DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN  als Familienoper. PULCINELLA, ein großes partizipatorisches Educationprojekt an dem in Kooperation mit der Freien Scene Wuppertal 170 Kinder teilnehmen werden, mit Musik von Igor Strawinsky, soll vor allem das jüngere Publikum ansprechen und für Musiktheater begeistern. Peter Cornelius‘ selten gespielte komische Oper DER BARBIER VON BAGDAD sowie die Wiederaufnahme des DON GIOVANNI in der Regie von Thomas Schulte-Michels komplettieren den Spielplan.

Wuppertal / GMD Julia_Jones © M. KORBEL

Wuppertal / GMD Julia Jones © M. KORBEL

Das Sinfonieorchester Wuppertal  wird seine bis 2016 von Toshiyuki Kamioka  mitgeprägte Tradition unter der Britin Julia Jones (1961) fortsetzen. Sinfonie-, Chor- Kammerkonzerte, hervorragende Gastdirigent/innen, erlesene Künstler, einen abwechslungsreichen Querschnitt durch die sinfonische Literatur sieht der reiche Spielplan 2016/17 vor, welcher am 25. September 2016 beginnt: In der spektakulären Historischen Stadthalle von Wuppertal mit dem Tripelkonzert C-Dur op. 56 von Ludwig van Beethoven und der Sinfonie Nr. 1 D-Dur von Gustav Mahler, Dirigentin Joana Mallwitz.   IOCO / Viktor Jarosch / 15.07.2016

 

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