Wuppertal, Oper Wuppertal, Surrogate Cities / Götterdämmerung, IOCO Kritik, 19.09.2017

September 22, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Konzert, Kritiken, Oper, Wuppertaler Bühnen

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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Surrogate Cities / Götterdämmerung von Heiner Goebbels

 Ruppig – Glattes Stadtleben: Goebbels, Wagner, Gospel

Von Viktor Jarosch

Die Oper Wuppertal zeigt mit Surrogate Cities / Götterdämmerung innovatives Musiktheater: Es verwebt in dem Stück glattes wie kantiges Alltagsleben einer Stadt mit der Sagenwelt Richard Wagners, um in groovigem Gospel spektakulär zu enden. Stampfende, stoßende Musik von Heiner Goebbels öffnet den Abend, wechselt zu Richard Wagners Götterdämmerung um sich in den lyrisch dramatischen Horatian Songs von Heiner Goebbels überraschend mit packender Synthese aufzulösen.

Trailer der Oper Wuppertal  zu Surrogate Cities

Surrogate Cities hat den ambivalenten Charakter städtischen Lebens zum Thema; neben anregenden Themen auch das, was eine Großstadt mit seinen Widersprüchen nicht bieten kann. Es geht mir … darum, mit der glatten, abweisenden Oberflächlichkeit … auch an tiefere Schichten von Stadtgeschichte zu kommen“, so Heiner Goebbels wenig konkret über sein Werk, welches er mit Dramaturgen, Bühnenbildnern, Lichtgestaltern, Sounddesignern umsetzt. Heiner Goebbels (*1952), Regisseur, Komponist und Professor für Angewandte Theaterwissenschaft, komponierte, produzierte Surrogate Cities 1994, zur 1200 – Jahrfeier Frankfurts. Inzwischen ist Surrogate Cities ist inzwischen ein herausragendes Werk postdramatischer Musik. 2014, zum Ende von Goebbels Amtszeit als Leiter der Ruhrtriennale, fand in Duisburg eine choreographisch-szenische Neuproduktion von Surrogate Cities Ruhr statt. Im Mai 2017 war Surrogate Cities bei den KunstFestSpielen Herrenhausen zu erleben.

Für die Oper Wuppertal verbindet der amerikanische Regisseur Jay Scheib das Werk von Heiner Goebbels mit Musik, Themen und Personen aus dem 3. Akt von Richard Wagners Götterdämmerung. Eine Verbindung, die Goebbels überraschend differenziert sieht: „Mich interessiert an Wagner eher seine Musik und weniger die Narrationen“. Jay Scheib dazu: „Städte geraten außer Kontrolle, werden kurzsichtig … Surrogate Cities verbinde ich mit einem Zustand der Ortslosigkeit … öffnet eine Welt der Spekulation ohne Halt … ist, wie Götterdämmerung, eine Fundgrube für Unterschiede, unangenehme Wahrheiten, Einsamkeit und der Innovation.

Oper Wuppertal / Surrogate Cites - Götterdämmerung - Blick auf Orchester, Bühne und Leinwände © Jens Grossmann

Oper Wuppertal / Surrogate Cites – Götterdämmerung – Blick auf Orchester, Bühne und Leinwände © Jens Grossmann

Die schwer greifbare Einführung zu Surrogate Cities mag den Besucher noch verunsichern. Faszination, Spannung greift jedoch mit dem Betreten des Zuschauerraumes, mit dem ersten Blick auf die Bühne (Kathrin Wittig). Die Bühne, der Orchestergraben ist hoch gefahren, ist in drei Segmente geteilt: Das große, 80–köpfige Orchester ist geteilt: Vorne die Streicher und zwei Harfen; die Bläser und Schlagwerker im hinteren Teil der Bühne. In der Bühnenmitte, die beiden Orchesterteile trennend, ein fünf Meter breiter Streifen. Hier findet die Handlung statt: Links ein langer, festlich gedeckter Tisch, darunter eine Hochzeitstorte. Offensichtlich hatte eine Hochzeit, ein Fest stattgefunden. Rechts daneben eine kleine Kammer mit Sitzecke, Waschbecken, Dusche, Mikrowelle. Ein kleiner Monitor in der Kammer zeigt während der 2,5 stündige Aufführung in Endlosschleife einen fliegenden Raben. Zwei 10 x 4 Meter große Leinwände über und neben der Bühne kündigen Live-Video-Techniken an. Eine Frau (Hannah Usemann) bewegt sich während der Vorstellung mit großer Kamera auf der Bühne; filmt die Handlung und überträgt sie auf die großen Bildschirme. So pendelt, jagt der Blick des Besucher immer gebannt von Orchester oder Bühne oder Projektionen auf den Leinwänden. Unverstellt von gewohnten Ritualen (Dramaturgie Jana Beckmann).

Oper Wuppertal / Surrogate Cites - Die Festgesellschaft - Gutrune Jenna Siladie © Jens Grossmann

Oper Wuppertal / Surrogate Cites – Die Festgesellschaft – Gutrune Jenna Siladie © Jens Grossmann

Die gut sichtbaren Musiker wirken modern, sympathisch, werden Teil der Inszenierung, Teil der Festgesellschaft: Männer in gepflegten weißen Dinner-Jackets mit Fliege, Frauen in hellen Abendkleider. Sie beginnen den Surrogate Cities Abend mit stampfender Musik von Heiner Goebbels. Dann die Handlung: Ein Mann in Helm und verschmutzter Motorradkleidung betritt, frustriert, wütend wirkend die Bühne, geht in die kleine Kammer, sein Apartment. Er zieht Helm, Kluft und Kleidung aus, duscht sich, zieht sich wieder an. Dann wäscht er Hemd und Hose, steckt diese in einen Plastikbeutel: setzt vor seiner Kammer Blumen ein, findet dort in einem Schlammhäufchen ein Ring (erster, zarter Bezug zu Wagner), sucht in seinen Schallplatten, legt Rheingold auf. Das Orchester springt kurz von Goebbels Stakkati zum Reingold-Motiv. Eine Stimme: „Wer in einer Stadt lebt, sollte nichts für selbstverständlich nehmen.“ Als um seine Existenz kämpfender Städter wird in so Wuppertal in dunkler Kleidung als Hagen (Lucia Lucas) wahrnehmbar; er nimmt einen Speer von der Wand.. In den benachbarten Festraum „schwebt“ nun in elegantem Abendkleid eine sichtbar von Albträumen geplagt wirkende junge „Lady“, in den benachbarten Festraum. Sie betrachtet ein Schwert welches an der Wand hängt. Dazu die Stimme: „Sie ist gerannt! Warum? Wenn du rennst, siehst du aus wie….!“ Festgäste, Choristen in weißen Anzügen. Trommelwirbel, vielschichtige Klangbilder Heiner Goebbels wie Projektionen machen Frust, seelische Zerrissenheit sichtbar. Die Live-Kamera überträgt Mimik, Sandhäufchen, Frust oder Akteure; wirft alles vergrößert auf die riesigen Leinwände. Städtischer Alltagsfrust wird in lebendiger Dramatik sichtbar.

Oper Wupptertal / Surrogate Cities - Götterdämmerun - Der sterbende Siegfried Ronald Samm © Jens Grossmann

Oper Wupptertal / Surrogate Cities – Götterdämmerun – Der sterbende Siegfried Ronald Samm © Jens Grossmann

Doch nun wird die Sagenwelt Wagners deutlich: Die Rheintöchter (Woglinde Ralitsa Ralinova, Wellgunde Liliana de Sousa, Floßhilde Arina Lucas) erscheinen als verarmte Stadtbewohner. Mit abgebrochenen Zähnen und in billig wirkender Goldlametta-Kleidung, Zigarette in der Hand, suchen sie den Festraum offensichtlich nach Mitnehmbarem ab, lyrisch verzweifelt singend: „Rheingold! Klares Gold! Wie hell du uns einstens strahlest, hehrer Stern der Tiefe!“ Endgültig mitreißend wird Wagners Götterdämmerung als Siegfried (Ronald Samm, Foto) in der Festgesellschaft von Surrogate Cities ankommt. Siegfried begegnet den Rheintöchtern (Wellgunde Ein goldner Ring ragt dir am Finger..“) mit heldisch starkem Tenor und prächtiger Präsenz packend und durchgehend sicher: „Denn giert ihr nach dem Ring, euch Nickern geb ich ihn nie!“

Götterdämmerung, die Komposition Wagners und ein starkes Ensemble bestimmen nun musikalisch. Johannes Prell führt das Sinfonieorchester Wuppertal in nicht erwartete Sinnlichkeit, gibt ihm und dem Ensemble Raum für Gestaltung und Dramatik. Hagen (Lucia Lucas) mit mächtigem Bariton lebt in seiner Partie: „So singe, Held!“; Siegfried reißt mit, sorgt für Staunen: „Mime hieß ein mürrischer Zwerg, in des Neides Zwang zog er mich auf..“. Das junge Ensemble und Orchester machen Surrogate Cities zu einem in dieser Kraft unerwarteten Stimmfest, alle Partien sind blendend besetzt: Annemarie Kremer als Brünnhilde mit leuchtendem Sopran, Jenna Siladie als Gutrune in wunderbarer Lyrik und Sebastian Campione als Gunther, wenn er mit viel Präsenz auf der Riesenleinwand und gut sitzender Stimme wenigstens etwas Mitgefühl für den sterbenden Siegfried ausdrückt. Siegfried stirbt ermordet unübersehbar auf dem Festtisch. Doch die Festgesellschaft feiert, mit Champagner, in weißen Smoking. Die Live-Kamera zeigt dazu statisch eine umgefallene Kaffeetasse auf der riesigen Leinwand. Die Feiernden interessiert Sterben und Kämpfen nicht; gelangweilt schlendern sie am toten Siegfried vorbei nach draußen.  Pause.

Oper Wuppertal / Surrogate Cities - Götterdämmerung - Siegfried und Hagen © Jens Grossmann

Oper Wuppertal / Surrogate Cities – Götterdämmerung – Siegfried und Hagen © Jens Grossmann

Surrogate Cities / Götterdämmerung verläuft auch weiterhin faszinierend wie überraschend: Die Rheintöchter töten Wagner-treu Hagen, entreißen ihm den Ring, die letzten zarten Töne der Götterdämmerung erklingen. Die Bühne leert sich, auf der Leinwand die Musiker in ihren weißen Gewändern. Stille, Ende? Das Publikum möchte klatschen, doch, Musik von Heiner Goebbels erklingt wieder. Die amerikanische Soul- und Gospelsängerin Elisabeth King erscheint und singt in coolem Outfit und mächtigem, unter die Haut gehendem Timbre (man glaubt Mahalia Jackson zu hören) die von Heiner Goebbels komponierte Parabel aus der römisch antiken Welt, die Three Horatian Songs. Surrogate Cities schließt in dieser Parabel einen Kreis der zeigt, auch in einem Leben voller Oberflächlichkeit und Unrecht bestehen die universalen ethischen Grundsätze  der Menschheit. Auch wenn man sie nicht immer sieht oder umsetzt.

Surrogate Cities / Götterdämmerung ist eine ungewöhnliche Produktion der Oper Wuppertal. Mut und Können beweist Intendant Berthold Schneider, ein solch komplexes, schwer umsetzbares Stück auf den Spielplan seines Hauses zu setzen. Nicht nur IOCO war begeistert über das von Jay Scheib umgesetzte Werk. Auch das Publikum feierte Surrogate Cities / Götterdämmerung, Inszenierung, Ensemble und Orchester ausgiebig und lautstark.

Surrogate Cities / Götterdämmerung an der Oper Wuppertal: Weitere Vorstellungen 1.10.2017, 14.10.2017

 

Wuppertal, Oper Wuppertal, Premiere DER BARBIER VON BAGDAD, 10.06.2017

Juni 1, 2017  
Veröffentlicht unter Premieren, Pressemeldung, Wuppertal

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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

DER BARBIER VON BAGDAD von Peter Cornelius

Komische Oper – Konzertante Aufführung im Opernhaus

Premiere am 10. Juni 2017, weitere Aufführung am 17 Juni 2017

Peter Cornelius‘  Der Barbier von Bagdad ,ein selten gespieltes Meisterwerk, kommt Mitte Juni in nur zwei konzertanten Vorstellungen an der Oper Wuppertal zur Aufführung. Der Barbier, der von allen Dingen redet und sich selbst als »Totaluniversalgenie« beschreibt, hilft auch der Liebe zweier junger Menschen über alle Verwicklungen und Hindernisse hinweg.

Peter Cornelius (1824 – 1874) komponiert seine Oper unüberhörbar in der Tradition der großen Musikdramen Richard Wagners. Wie dieser schreibt er das Libretto selbst (über eine Episode aus der Märchensammlung ›Tausendundeine Nacht‹) und beschwört statt Wagners erträumtem Mittelalter einen ebenso erträumten Orient herauf. Mit seiner 1858 von Franz Liszt uraufgeführten Oper gelingt Cornelius eine brillante musikalische Komödie ganz eigener Prägung.

Mit:
RALITSA RALINOVA Margiana, die Tochter Baba Mustafas, URSULA HESSE VON DEN STEINEN Bostana, eine Verwandte Baba Mustafas, RANDALL JAKOBSH Abul Hassan Ali Ebe Bekar, der Barbier, SANGMIN JEON Nureddin, MARK BOWMAN-HESTER Baba Mustafa, der Kadi, SIMON STRICKER Der Kalif

JOHANNES PELL Musikalische Leitung; KARIN KOTZBAUER Szenische Einrichtung; MARKUS BAISCH Chor

Sinfonieorchester Wuppertal, Opern- und Extrachor der Wuppertaler Bühnen, Herrenchor der Wuppertaler Kurrende, PMOW

 

 

Wuppertal, Oper Wuppertal, Rigoletto von Giuseppe Verdi, 09.04.2017

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Wuppertaler Bühnen / Rigoletto Plakat © Claudia Scheer van Erp

Wuppertaler Bühnen / Rigoletto Plakat © Claudia Scheer van Erp

Rigoletto von Giuseppe Verdi

Erste Inszenierung von Timofej Kuljabin außerhalb Russlands 

Premiere 9. April 2017 im Opernhaus, weitere Vorstellungen 15.4.2017, 23.4.2017, 31.5.2017, 9.6.2017, 22.6.2017, 24.6.2017

Wuppertaler Bühnen / Timofej Kuljabin © privat

Wuppertaler Bühnen / Timofej Kuljabin © privat

Auf diese Regiearbeit dürfte die Theater- und Opernwelt mit Spannung blicken. Timofej Kuljabin, einer der spannendsten Regisseure der jungen Generation in Russland, inszeniert an der Oper Wuppertal Rigoletto, Verdis gewaltiges Drama um Macht, Verantwortung und Verzweiflung. Mit dieser Arbeit gibt Kuljabin sein Regiedebüt an einem Theater außerhalb Russlands. Timofej Kuljabin ist Chefregisseur des Novosibirsker Theaters Rote Fackel und hat sich einen Namen gemacht als herausragender Interpret von Klassikern. Er wurde mit so wichtigen Theaterpreisen wie der Goldenen Maske ausgezeichnet und inszeniert sowohl Oper als auch Schauspiel, unter anderem am Moskauer Bolschoi Theater. 2016 gastierte er mit seiner Inszenierung von Tschechows »Drei Schwestern« bei den Wiener Festwochen. Internationale Beachtung erhielt seine Inszenierung von Wagners »Tannhäuser«, die im Dezember 2014 Premiere in Nowosibirsk hatte und von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeiert wurde. Weil Kuljabin Tannhäuser in der Venusberg-Szene als Jesus Christus auftreten ließ, wurde ihm seitens der orthodoxen Kirche Blasphemie und Respektlosigkeit vorgeworfen. Die umstrittene Inszenierung wurde abgesetzt und der Theaterdirektor Boris Mesdritsch entlassen, als er sich weigerte, das Stück vom Spielplan zu nehmen.

Besetzung:  Herzog von Mantua Sangmin Jeon, Rigoletto Pavel Yankovsky / Alejandro Marco-Buhrmester (9./22./24.6.), Gilda Ruslana Koval / Ralitsa Ralinova (23.4./31.5.) Graf von Monterone Lucia Lucas, Graf von Ceprano Oliver Picker / Andreas Heichlinger, Marullo Simon Stricker, Borsa Mark Bowman-Hester, Sparafucile Sebastian Campione, Maddalena Catriona Morison, Giovanna Ute Temizel* / Katrin Natalicio*, Gerichtsdiener Hak-Young Lee* / Javier Zapata*, Page Banu Schult*, … und weitere * singt im Opernchor der Wuppertaler Bühnen, Opernchor der Wuppertaler Bühnen, Sinfonieorchester Wuppertal,

Musikalische Leitung Johannes Pell, Inszenierung Timofej Kuljabin, Bühnenbild Oleg Golovko, Kostüme Galya Solodovnikova, Licht Denis Solntsev,Chor Markus Baisch, Dramaturgie Ilya Kukharenko; PMOWu

Rigoletto, Oper Wuppertal, Premiere 9. April 2017 im Opernhaus, weitere Vorstellungen 15.4.2017, 23.4.2017, 31.5.2017, 9.6.2017, 22.6.2017, 24.6.2017

 

 

Wuppertal, Oper Wuppertal, PULCINELLA von Igor Strawinsky , 07.03.2017

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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

PULCINELLA von Igor Strawinsky

Educationprojekt mit Musik, Ab 6 Jahren
Dienstag, 7. März 19.00, 8. März 11.00, 19 März 16.00, 2017

Künstlerisches Team: MARKUS BAISCH Musikalische Leitung, KIRSTEN UTTENDORF Regie, CLAUS STUMP Bühne/Kostüme, BERTHOLD SCHNEIDER Dramaturgie, GUNDA GOTTSCHALK und EDUCATIONTEAM DES SINFONIEORCHESTERS WUPERTAL Idee und Initiative

Besetzung: CATRIONA MORISON Mezzosopran; MARK BOWMAN-HESTER Tenor, OLIVER PICKER Bass

Grabstätte Igor Stravinsky in Venedig © IOCO

Grabstätte Igor Stravinsky in Venedig © IOCO

Seit Monaten zeichnen Sie, entwerfen Bühnenbilder, entwickeln Choreografien, spielen Theater, beschäftigen sich mit Videodreh, musizieren und singen. Mehr als 140 Wuppertaler Schülerinnen und Schüler arbeiten an der Entstehung eines groß angelegten Musiktheaterprojektes: Pulcinella mit der gleichnamigen Ballettmusik von Igor Strawinsky. Die Power der Kinder, ihre Ideenvielfalt und spontane Kraft werden hier einen echten ›Schau-Platz‹ bekommen. Das Stück entsteht in Kooperation mit dem Sinfonieorchester und der Oper Wuppertal.

Ein Educationprojekt der Wuppertaler Bühnen in Kooperation mit der Initiative ›Kultur am Vormittag‹ und der Freien Szene Wuppertals. Gemeinsam mit 170 Wuppertaler Schülern wollen wir ein Musiktheater gestalten, das es so in der Stadtgeschichte bisher nicht gegeben hat.

Die Power der Kinder, ihre Ideenvielfalt und spontane Kraft werden hier einen echten ›Schau-Platz‹ bekommen: Künstler aus unterschiedlichen Sparten werden mit den beteiligten Schulklassen u.a. in den Bereichen Video, Tanz, Kostüm, Bühnenbild und Musik arbeiten. Alle künstlerischen Prozesse werden mit den Kindern gemeinsam vollzogen und umgesetzt.

Pulcinella ist jung, schlau, sieht gut aus und hat hinreißenden Charme. Das reicht, um den anderen auf der Bühne gehörig den Kopf zu verdrehen. Die Kinder und Jugendlichen kennen die Themen der Handlung aus ihrem Alltag: Das Werben um das andere Geschlecht, Konkurrenz, Neid, List und Täuschung sowie Liebe und Treue.

Igor Strawinskys energiegeladene Musik basiert auf Werken, die von italienischen Komponisten des 18. Jahrhunderts stammen. Indem er diese Vorlagen bearbeitete, entstand ein bahnbrechendes Werk, das die Periode seiner neoklassischen Kompositionen eröffnete. PMOW

 

 

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