Wuppertal, Oper Wuppertal, Premiere Die Rocky Horror Show von Richard O‘Brien, 17.02.2017

Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

 Rocky Horror Show von Richard O‘Brien

»Die beste Rocky Horror Show, die je auf deutschen Bühnen zu sehen war, sagen viele«, las man nach der Premiere der Rocky Horror Show 2011 am Saarländischen Staatstheater in der Presse. Nun kommt die Erfolgsinszenierung von Sebastian Welker nach Wuppertal, wo sie mit einer neuen Riege von Sängern und Tänzern gerade neu einstudiert wird.

Am Freitag, den 17. Februar um 19:30 Uhr, ist Premiere, zu der wir Sie herzlich einladen wollen. Wie bei einer ordentlichen Rocky Horror Show üblich, darf auch bei uns mit Reis und Toilettenpapier geworfen und mit Wasser aus Wasserpistolen gespritzt werden. Für den Besuch der Rocky Horror Show gelten ganz eigene Regeln! Ein Musical-Knigge wird Ihnen verraten, was Sie unbedingt lassen sollten!

Die Handlung: Auf dem Weg zu  ihrem alten College-Professor bleiben Janet Weiss und  ihr Verlobter Brad Majors mit einer Reifenpanne  in  einer verlassenen Gegend liegen. Da entdecken sie  in der Ferne plötzlich ein Licht. Hoffnung witternd, nähern sie sich dem hellen Schein und stehen kurz darauf  vor einem unheimlichen,  mittelalterlichem  Schloß. Eine  wunderliche,  schrille  Gesellschaft  empfängt  sie  dort. Auf dem Schloss lebt Frank’n’Furter, ein außerirdischer Transvestit vom Planeten Transsexual, mit einer Schar skurriler Gestalten und dem  buckeligen Hausdiener Riff Raff. Frank’n’Furter ist gerade dabei, sich seinen Traummann aus der Retorte zu erschaffen. Als Rocky  zum  Leben erweckt wird, teilt  er  nicht  nur  mit  seinem  Erschaffer  das  Bett,  sondern  verhilft  auch  Janet  zu  bislang  nicht erlebten  Liebeserfahrungen.  Brad  wiederum  wird  von  Frank’n’Furter  verführt.  Riff  Raff  und Magenta richten ihre Waffen gegen Dr. Frank’N Furter und übernehmen das Kommando. Zurückim Nebel  bleiben  Janet,  Brad  und  Dr.  Scott.  Die  turbulente  Komödie  endet  schließlich  mit  der Entmachtung  und  Ermordung  Frank’n’Furters  und  der  Rückkehr  von  Riff  Raff  und  einer  Gefährtin auf  den  Heimatplaneten.  Brad  und  Janet  bleiben  auf  der  Erde  zurück.  Die  grenzüberschreitende Botschaft  der  aberwitzigen  Horror-Story  von  der  fernen  Galaxie Transylvania  schreckt,  fasziniert und entzückt – ein höllischer Spaß, eine göttliche Party, ein Mythos der Obsessionen, der unerhörten Träume.

Künstlerisches Team: HERIBERT FECKLER Musikalische Leitung; SEBASTIAN WELKER Regie; STEPHAN PRATTES Bühne; SUSANNE HUBRICH Kostüme; AMY SHARE-KISSIOV Choreografie; UNITED ROCK ORCHESTRA

Premierenbesetzung : ANDREAS WOLFRAM Frank N‘ Furter, MARK BOWMAN-Hester Riff-Raff, DUSTIN SMAILES Brad Majors, JOHANNA SPANTZEL Janet Weiss, EDDY EBELING Eddie, CHRISTIAN SCHÖNE Rocky, KERSTIN BRIX Magenta, MARIYAMA EBEL Columbia, SEBASTIAN CAMPIONE Dr. Everett Scott, SIMON STRICKER Erzähler, u.a.  PMWuBü

Die Rocky Horror Show, Wuppertal, weitere Termine: Premiere 17.2.2017, 18.2.2017, 19.2.2017, 11.3.2017, 12.3.2017, 26.3.2017, 21.4.2017, 29.4.2017

 

 

Hamburg, Kulturfabrik Kampnagel, Tanztheater Pina Bausch – VIKTOR, IOCO Kritik, 01.02.2017

Februar 2, 2017  
Veröffentlicht unter Ballett, Hervorheben, Kritiken, Wuppertaler Bühnen

Kampnagel

 Kulturfabrik Kampnagel Hamburg © Frederik Röh

Kulturfabrik Kampnagel Hamburg © Frederik Röh

 

Kampnagel in Hamburg ist Deutschlands größte freie Spiel- und Produktionsstätte und zählt zu den international bedeutendsten Bühnen für darstellende Künste. Die ehemalige Kranfabrik wurde 1984 in einen multifunktionalen Bühnenkomplex umgebaut. Hier wird an neuartigen Formaten gearbeitet die nach zeitgemäßen Formen von Öffentlichkeit, Kommunikation, Interaktion, Partizipation und Wissensvermittlung suchen.


Pina Bausch:  „Tanzt, Tanzt, sonst sind wir verloren“

Von Patrik Klein

Nach der Uraufführung am 14. Mai 1986 in Wuppertal ist die Tanzkompanie der Pina Bausch nun mit dem Stück VIKTOR für 4 restlos ausverkaufte Vorstellungen in der Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg zu erleben

Pina Bausch – noch bis zu den frühen 80-er Jahren wurde ihre Art des Tanzes ausgebuht, bepöbelt und belächelt. Die verstörten Abonnenten im Schauspiel- und Opernhaus Wuppertal verließen oft türschlagend und wutentbrannt die Vorstellungen, die sich im Laufe der oft langen Abende um mehr als die Hälfte leerten. Das Publikum konnte damals mit der neuen Form dieses Ausdrucks- und Tanztheater Pina Bausch wenig bis nichts anfangen.

 Tanztheater Pina Bausch Collage aus 1986 © Patrik Klein

Tanztheater Pina Bausch Collage aus 1986 © Patrik Klein

Auch als junger Student und aufgeschlossener Theatergänger in Wuppertal brauchte ich einige Zeit, um mich an die Tanzabende von Pina Bausch zu gewöhnen und diesen Genuss und Freude abzugewinnen. Mit dem zu meiner Zeit damals aktuellen Stück „Cafe Müller“ konfrontiert, erlebte man ungewöhnlichste Formen, Bewegungen, schauspielerische Elemente und Musik vom Band. Die Frage nach dem, „Was machen die da? Wo ist der Handlungsfaden? Worum geht es hier eigentlich?“ stellte sich gewiss jeder Erstbesucher eindringlich. Stühle flogen krachend durch die Gegend. Ein Tänzer versuchte die blind durch den Raum des Cafes tanzende Protagonistin (oftmals Pina Bausch selbst) vor den drohenden Kollisionen mit den Tischen und Stühlen zu schützen. Ratlosigkeit bei vielen Betrachtern, auch bei mir zunächst.

Erst nach der Pause ein Lichtblick: Auf 10 cm tiefem Torf, die komplette Bühne bedeckend, spielte und tanzte man das Frühlingsopfer, Le Sacre du Printemps von Strawinsky in der umwerfenden Choreografie der Pina Bausch. Hier zeigte die gesamte Truppe, wie moderner Tanz mit großartigen, neuen, unter die Haut gehenden Elementen dargestellt werden kann und wie sich das ausgesuchte Frühlingsopfer regelrecht zu Tode tanzte. Als junger Student war ich tief betroffen.

Schnell war klar, dass es im klassischen Sinne keine Handlung gibt. Die Stücke der 1940 geborenen Pina Bausch aus Solingen drehen sich oft um Elemente des Lebens, der Sehnsucht, der gesellschaftlichen Probleme im Miteinander und speziell um das Verhältnis der Geschlechter untereinander. Pinas Werke sind fragmentarische Sammlungen von vielen Einzelszenen, die von den Tänzerinnen und Tänzern mit sehr viel persönlicher Preisgabe ihrer Individualität dargestellt werden. Es sind nicht nur moderne Tanzensembleszenen, sondern auch viele schauspielerische Einlagen, die in der Heimatsprache der Ensemblemitglieder gesprochen oder gesungen werden. Die internationale Truppe von Pina Bauschs Tänzern erklingt in Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch. Die Musik dazu kommt häufig nicht aus dem Orchestergraben, sonder aus einer Lautsprecheranlage. Somit ist der Graben überbaut und die Distanz zum Publikum auf ein Minimum reduziert. Wer schon mal in einer der ersten Reihen eines Tanztheaterstücks von Pina Bausch gesessen hat wird bestätigen können, dass das Erleben mit hautnahem Kontakt der oft bis an die physische Grenze gehenden Tänzer ein unvergessliches Erlebnis sein kann, an dem die Gedanken noch lange hängen.

Kampnagel Hamburg / Tanztheater Pina Bausch - VIKTOR © Jochen Viehoff

Kampnagel Hamburg / Tanztheater Pina Bausch – VIKTOR © Jochen Viehoff

Das Stück VIKTOR entstand 1986 in Rom. Die Tänzerinnen und Tänzer hatten genügend Zeit, sich von der Stadt, von den Menschen und den Erlebnissen treiben und inspirieren zu lassen. In der Uraufführung am 14. Mai 1986 sah man dann im ausverkauften Schauspielhaus in Wuppertal das Ergebnis vor einem nach drei Seiten abschließenden, fast wandhohen Erdwall, auf dem ein Tänzer während der ganzen Vorstellung, die immerhin dreieinhalb Stunden dauerte, mit einer Schaufel Erde herunter auf den Bühnenboden rieseln lies. Ein Klavier und eine Leiter, die auf den Wall führte, waren die einzigen Ausstattungsmittel, die man zu Anfang sah. „Ein Tanz bis ins Grab“ mit vielen Einzel- und Gruppenszenen, sowie großartigen Choreografien mit rund 30 Tänzerinnen, Tänzern und Statisten kennzeichnete den Abend. Mit diesem und auch vielen anderen Stücken der 2009 viel zu früh verstorbenen Choreografin Pina Bausch tourte man durch die ganze Welt, nahm man teil an den größten Tanzfestivals der Szene und erntete Beifallsstürme und überragende Kritiken.

Kampnagel Hamburg / VIKTOR - Andrey Berezin und Nazareth Panadero © Oliver Look

Kampnagel Hamburg / VIKTOR – Andrey Berezin und Nazareth Panadero © Oliver Look

31 Jahre später kommt VIKTOR nun nach langjähriger Abstinenz des Tanztheaters Wuppertal wieder einmal nach Hamburg und wird in der Kulturfabrik Kampnagel für vier restlos ausverkaufte Vorstellungen noch einmal gezeigt. Das begeisterte Publikum kann sogar noch einige Tänzerinnen und Tänzer der Uraufführung bewundern, die im gereiften Alter entweder vor oder hinter der Bühne mitspielen und dafür sorgen, dass das Erbe der Pina Bausch lebendig gehalten wird.
Eine junge, hübsche Dame in rotem Kleid tritt von hinten nach vorne auf die Bühne. Sie hat keine Arme und lächelt die Zuschauer an. Man starrt verwundert auf die Ärmelstutzen an den Schultern, aus denen noch die Arme wachsen müssten. Mit dieser Szene beginnt der Reigen von insgesamt rund einhundert Kurzszenen des langen Abends auf Kampnagel. Aus den Lautsprechern vor der Bühne ertönt Volksmusik aus der Lombardei, Toskana, Süditalien, Sardinien sowie klassische Musik von Tschaikowskij, Buxtehude und Dvorák. Auf dem Boden liegt ein Paar (Aida Vainieri und Eddie Martinez). Hinter ihnen sind Teppiche ausgelegt. Vor den Beiden steht ein Standesbeamter und spricht die bei der Eheschließung obligatorischen Worte. Keine Reaktion des Brautpaares. Geduldig beugt sich der Trauhelfer über die beiden Liegenden, bewegt den Kopf der Dame zu einem Nicken, dann den des Herren, schiebt die Hände der Beiden zusammen, um die Ringe aufzustecken und legt die Köpfe zusammen zu einem Kuss. Dann fallen sie wieder zurück in eine Art Leichenstarre.

Kampnagel Hamburg / VIKTOR - Julie Shanahan © Laszlo Szito

Kampnagel Hamburg / VIKTOR – Julie Shanahan © Laszlo Szito

Eine Tänzerin erscheint neben einem der ausgelegten Teppiche sitzend auf dem Boden, die Beine in Richtung Publikum ausgestreckt. Sie beginnt mit dem Oberkörper zu tanzen. Ihre Haare wehen um sie, wie vom Wind geblasen. Während des mehrminütigen Oberkörpertanzes rutscht sie langsam und kaum merklich nach Vorne an die Bühnenfront, hautnah bis ans Publikum. So füllt sich die Bühne mehr und mehr mit immer weiter dazukommenden Darstellern und VIKTOR nimmt langsam „Fahrt auf“. Heiter, traurig und melancholisch stellt das Stück viele Fragen, mehr als es beantwortet, wenn zum Beispiel eine Tänzerin zwei Kalbfleischsteaks in ihre Ballettschuhe steckt und danach anfängt klassisch zu tanzen.
Schwungvolle Ensembleszenen mit den Tänzerinnen, Tänzern und einigen Tanzkomparsen, bestehend aus älteren Herren Hamburgs, sind zu Swingmusik aus knisternden Lautsprechern zu vernehmen. Sie zeigen, dass Pina Bausch nicht nur für verstörende Kleinszenen steht, sondern dass sie auch die „große Choreografie“ mit ihren eigenen, unverwechselbaren Mitteln beherrscht. In allen diesen Szenen gibt es eine ganz wichtige, das Stück auch charakterisierende Rolle, die einer der ersten Tänzer der Tanztruppe inne hat und der auch 1986 bei der Uraufführung dieses Part „tanzte“. Dominique Mercy wirkt in seinem schwarzen Kleid wie eine Witwe im neapolitanischen Italien. Mit Stock und gebeugtem Oberkörper fegt er permanent durch die Szenen der übrigen Tänzer, immer dabei sein Gesicht unter einem schwarzen Cape verbergend. Die Szenen erinnern an die Erscheinung der alten Burja aus Janaceks Jenufa.

Kampnagel Hamburg / Pina Bausch - VIKTOR - Ensemble © Patrik Klein

Kampnagel Hamburg / Pina Bausch – VIKTOR – Ensemble © Patrik Klein

Als nach dreieinhalb Stunden intensivstem Tanztheater die anfänglich beschriebenen ersten Einzelszenen erneut aufkommen, wird langsam klar, dass man sich dem „Ende“ des Stückes nähert. VIKTOR als ein unendlicher Kreislauf des Lebens und Sterbens, der Sehnsüchte, dem Hass und der Liebe. Nach einem kurzen Moment der Betroffenheit, entladen sich die aufgestauten Emotionen beim Publikum in einem lange andauernden, dankenswerten und begeisterten Jubel für Pina Bauschs Tanztheater auf Kampnagel Hamburg.

Es ist schön zu wissen, dass nach nunmehr 8 Jahren nach ihrem Tod, in denen einige ehemalige Tänzer die Leitung der Tanzkompanie als Interimslösung übernahmen, um das Erbe der Choreografin zu bewahren, die Zukunft des Tanztheaters endgültig gesichert ist. Ab Mai 2017 wird Adolphe Binder (Leiterin des Tanzensembles in Göteborg) die Intendanz und Künstlerische Leitung übernehmen. Das seit 2013 geschlossene Schauspielhaus in Wuppertal soll dann auch in wenigen Jahren (frühestens ab 2019) nach einer Sanierung in ein Pina Bausch Zentrum umgewandelt werden. Dort können dann wieder an alter, bekannter Stelle die Stücke von Pina Bausch aufgeführt werden.  Von Patrik Klein

 

Wuppertal, Oper Wuppertal, Premiere AscheMOND oder The Fairy Queen, 29.01.2017

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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

 AscheMOND oder The Fairy Queen von Helmut Oehring

Oper unter Verwendung von Musiken Henry Purcells, Konzeption und Libretto von Stefanie Wördemann, mit Texten von William Shakespeare, Heinrich Heine, Adalbert Stifter und Helmut Oehring

Premiere   29. Januar, weitere Vorstellungen 2. Februar, 5. und 18. März 2017

In AscheMOND oder The Fairy Queen umkreisen sich die audiovisuelle Neukomposition Helmut Oehrings und die von ihm neu arrangierte Barockmusik Henry Purcells. Die gehörlose Gebärdensolis-tin als ›Fairy Queen/MOND‹, Sänger_innen, ein Schauspieler und zwei Instrumentalvokalsolisten berichten von jenen Kräften, welche die Erde zum Drehen bringen, erzählen Geschichten in Musik, zeichnen Bilder von Grundkonflikten und Loyalitäten, von ungeheuren Möglichkeiten und Fähigkeiten wie auch ihren entsetzlichen Entwertungen. Alle stehen miteinander in existenzieller Verbindung, und doch bleibt jeder allein, fremd und gefangen in den Gravitationskräften der eigenen Welt. Zentrales Motiv des Werkes ist die Sonnenfinsternis. Als Naturphänomen wie poetisch-politische Metapher steht sie für Dimensionen menschlicher Ohnmacht und Zerbrechlichkeit gegenüber Natur- und Menschen-gewalten, doch auch als Möglichkeit von Veränderungen, Revolutionen angesichts gesellschaftlicher Realitäten.

Regie führt der vielfach ausgezeichnete türkisch-deutsche Regisseur Immo Karaman (Nominierung für den deutschen Theaterpreis FAUST, Förderpreis NRW für junge Künstler, „Stern des Jahres“ der Münchner Abendzeitung für die Produktion von Brittens „Death in Venice“), der sich als Regisseur an zahlreichen großen Bühnen in Deutschland und im Ausland mit verschiedenen Musik-theaterproduktionen profilieren konnte, darunter mit einem vielbeachteten Britten-Zyklus an der Deutschen Oper am Rhein. Die musikalische Einstudierung und Leitung der Vorstellungen übernimmt der Gastdirigent Jonathan Stockhammer, der sich dem Wuppertaler Publikum bereits mit Steve Reichs Minimal-Music-Oper THREE TALES vorgestellt hat.

Die zentrale Rolle der Fairy Queen/MOND ist mit Alexandra Wedel prominent besetzt. Die 32-jährige Tänzerin und Schauspielerin, die seit ihrem 4. Lebensjahr gehörlos ist, siegte Ende November in der Pro7-Show „Deutschland tanzt“ für das Bundesland Bayern.

Helmut Oehring, 1961 in Ost-Berlin als Sohn gehörloser Eltern geboren, gilt heute als herausragender Komponist seiner Generation. Als Gitarrist und Komponist Autodidakt, war er zwischen 1992 und 1994 Meisterschüler von Georg Katzer an der Akademie der Künste zu Berlin. 1994/95 Stipendiat an der Villa Massimo in Rom, erhielt er seitdem zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Hindemith-Preis (1997) und den Arnold-Schönberg- Preis (2008) für sein gesamtes Schaffen von heute ca. 350 Werke nahezu aller Genres. Im September 2011 veröffentlichte btb/Randomhouse seine Autobiografie Mit anderen Augen. Vom Kind gehörloser Eltern zum Komponisten, die 2015 in seiner Regie als Hörstück vom SWR produziert wurde. Er ist ständiges Jury-Mitglied des Karl-Sczuka-Preises für internationale Hör-spielkunst des SWR sowie Mitglied der Akademie der Künste Berlin und der Sächsischen Akademie der Künste. 2015 erhielt Helmut Oehring den Deutschen Musikautorenpreis 2015 in der Kategorie Mu-siktheater. Aktuelle Werke gemeinsam mit der Librettistin und Dramaturgin Stefanie Wördemann
sind u.a. das Melodram Massaker, hört ihr, MASSAKER! (an: Recep Tayyip Erdogan) für das Aghet-Konzert von Marc Sinan und die Dresdener Sinfoniker zum 100. Jahrestag des Genozids an den Ar-meniern (UA 2015/16 Berlin / Dresden / Jerewan / Budapest), die Vokalise eines untröstlichen Engels für Marisol Montalvo und die Düsseldorfer Symphoniker (UA 2016 Tonhalle Düsseldorf) und die Kam-meroper AGOTA? Die Analphabetin (Gestern/Irgendwo) für Dagmar Manzel und das Ensemble Mo-dern (UA 2016 Staatstheater Wiesbaden). Aktuell arbeiten Helmut Oehring und Stefanie Wördemann an einem Musiktheaterwerk zum 100. Geburtstag Heinrich Bölls als Auftragswerk der Musikfabrik, der Stadt Köln und der Oper Köln, das in der Spielzeit 2017/18 an der Oper Köln in beider Inszenierung uraufgeführt wird.

Besetzung:  Gebärdensolistin Fairy Queen/MOND Kassandra Wedel, Erzähler Manfred Böll, Sopran 1 Ralitsa Ralinova, Sopran 2 Nina Koufochristou/Leonor Amaral
Mezzosopran Catriona Morison, Countertenor Hagen Matzeit, Tenor Christian Sturm, Bariton 1 Simon Stricker, Bariton 2 Hak-Young Lee, Solo Kontrabass und Stimme Aleksander Gabrys, Solo E-Gitarre Daniel Göritz, Opernchor der Wuppertaler Bühnen, Sinfonieorchester Wuppertal

Musikalische Leitung Jonathan Stockhammer, Sounddesign und Klangregie Torsten Ottersberg, Inszenierung Immo Karaman, Bühnenbild Aida Guardia, Immo Karaman
Kostüme Fabian Posca, Choreinstudierung Markus Baisch, Dramaturgie Jana Beckmann, Berthold Schneider

Premiere ist am 29. Januar. Weitere Vorstellungen am 2. Februar sowie am 5. und 18. März 2017

 

Wuppertal, Oper Wuppertal, Operettenmelodien – Silvesterkonzert, 31.12.2016

Dezember 29, 2016  
Veröffentlicht unter Konzert, Operette, Pressemeldung, Wuppertaler Bühnen

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Wuppertaler Bühnen

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Opernhaus Wuppertal © Andreas Fischer

Silvester in der Oper Wuppertal

Beliebte Operettenmelodien mit Ohrwurmgarantie

Bekannte Operettenmelodien von Emmerich Kálmán, Franz Lehár und Johann Strauß stehen auf dem Programm des diesjährigen Silvesterkonzerts LAST NIGHT OF THE YEAR in der Oper Wuppertal. Gespielt werden u.a. Auszüge aus Die Csárdásfürstin, Gräfin Mariza, Die Lustige Witwe, Land des Lächelns und Die Fledermaus.

Das szenische Konzert wird am 31. Dezember am Nachmittag um 16 Uhr sowie noch einmal um 20:30 Uhr aufgeführt. Unter der Leitung des Ersten Kapellmeisters Johannes Pell spielt das Sinfonieorchester Wuppertal. Es singen der Opernchor der Wuppertaler Bühnen sowie Solistinnen und Solisten des Opernensembles, namentlich: die beiden Sopranistinnen Ralitsa Ralinova und Nina Koufochristou, die Mezzosopranistin Catriona Morison, die Tenöre Sangmin Jeon und Mark Bowman-Hester sowie der Bariton Simon Stricker. Besonders gespannt sein darf man auf den Überraschungsgast!

Nach der Abendvorstellung können Besucher wie in jedem Jahr den Jahreswechsel im Kronleuchterfoyer des Opernhauses feiern: Für die passende Musik sorgt die vielseitige Coverband „Giant Steps“. Das passende Silvestermenü kann auch in diesem Jahr wieder bei der Culinaria bestellt werden.

Informationen zu Ticketkauf und Paketpreisen erteilen die Kolleginnen und Kollegen der KulturKarte (telefonisch unter 0202-563 76 66 bzw. im persönlichen Gespräch in der Schloßbleiche 40, Wuppertal-Eleberfeld). PMOW

 

 

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