Schwerin, Mecklenburgisches Staatstheater, Margarethe von Charles Gounod, IOCO Kritik, 17.05.2017

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Mecklenburgisches Staatstheater

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Margarethe von Charles Gounod

„Mit  göttlichem  Mephisto“

Margarethe von Charles Gounod; weitere Vorstellungen: 21.5.2017, 7.6.2017, 3.11.2017, 22.11.2017, 14.12.2017, 4.01.2018, 17.1.2018, 2.3.2018

Von Thomas Kunzmann

Charles Gounods 1859 komponierte Erfolgsoper basiert auf Goethes Faust, reduziert jedoch die Geschichte auf die Beziehung zu Margarethe und trägt deshalb hierzulande oftmals ihren Namen.

Mecklenburgisches Staatstheater / Margarethe mit v.l.n.r.: Florian Kontschak, Lázaro Calderón, Itziar Lesaka, Katrin Hübner © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater / Margarethe mit v.l.n.r.: Florian Kontschak, Lázaro Calderón, Itziar Lesaka, Katrin Hübner © Silke Winkler

Der alternde Gelehrte wünscht sich die Jugend zurück, um Lust am Weibe noch einmal neu entdecken und ausleben zu können. Hierfür beschwört er Mephisto herbei, der tatsächlich erscheint und ihm für seine Seele im Jenseits diesseits zudiensten ist. Mit seiner Hilfe verführt Faust die tugendhafte Margarethe. Als sie von ihm ein Kind erwartet, tötet Faust im Duell ihren Bruder, der für ihre Ehre eintritt. Margarethe, von Faust alleingelassen, tötet ihr Kind. Faust zwingt Mephisto, sie im Gefängnis zu besuchen. Dort weigert sich Margarethe jedoch, ihnen in die Freiheit zu folgen und sich damit ihrer Strafe zu entziehen. Als sie stirbt, hält Mephisto sie für verloren, der Chor jedoch nennt sie gerettet.

Mecklenburgisches Staatstheater / Margarethe mit Lázaro Calderón als Faust © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater / Margarethe mit Lázaro Calderón als Faust © Silke Winkler

Dieser Faust beginnt in einem Gedankengefängnis, dessen Zentrum eine Pyramide seiner Schriften dominiert. Doch alle Bücher können ihn nicht das letzte Geheimnis, das der Jugend offenbaren und so greift er zum letzten Mittel und ruft Mephisto herbei. Begeistert ist der nicht! Was könnte er nicht alles schaffen oder zerstören, wenn er sich nicht mit diesen Gutmenschen plagen müsste? Genervt schaut er auf seine Uhr, aber das hier scheint aufwändiger zu werden und er muss Einiges aufbieten, um zum Erfolg zu gelangen. Dass der eigene Spaß dabei nicht zu kurz kommt, zeigt seine Begegnung mit den Soldaten, die er ordentlich foppt. Was Faust allerdings an Margarethe findet, wird ihm fremd bleiben. Voller Unverständnis wirft er ihr Nachtgewand auf’s Bett zurück, an dem er gerade noch roch, als könnte er darin das Geheimnis entdecken, was Menschen daran wohl finden. Da ist das „Betthupferl“ für ihn deutlich erquicklicher. Und dann muss er sich zu allem Unglück auch noch mit der ranzigen Nachbarin mit ihrem grauenhaften Likör einlassen. Faust hingegen liebt Margarethe ernsthaft, lässt sich zwar immer wieder von Mephisto treiben, von einem einmaligen amourösen Abenteuer jedoch keine Spur, was es seinem Konkurrenten Siébel nur noch schwerer macht.

Ganz in weiß kommt diese Inszenierung daher: Mephisto als der Verführer ebenso wie die  Bühne, Requisiten, Chor: alles ist jungfräulich rein, aber auch eine Leinwand für gute oder böse Mächte und die eigene Fantasie. Selbst die Walpurgisnacht findet in Margarethes weißer Kammer statt. Voller Stolz projiziert Mephisto in die leeren Bilderrahmen, Fenster und auf Wände seine Werke quer durch die Jahrhunderte, während ein Sarg mit Fausts Büchern brennt: Was wird vom Gelehrten bleiben? Sein Fehltritt geht in die Geschichte ein, seine Leistungen jedoch gehen in Rauch auf, werden verblassen. Und Margarethe? Was hat sie eigentlich falsch gemacht? Leicht ist ihr die Entscheidung sicher nicht gefallen und dieser Faust ist doch wirklich galant aufgetreten? Dennoch trägt sie die Konsequenzen ihres Handelns. Ob ihr Tod auch ihre Erlösung sein wird?

 Schwerin / Mecklenburgisches Staatstheater_ Margarethe mit Florian Kontschak als Mephisto © Silke Winkler

Schwerin / Mecklenburgisches Staatstheater_ Margarethe mit Florian Kontschak als Mephisto © Silke Winkler

Gregor Rot dirigiert das Orchester sängerfreundlich mit angenehmer Dynamik durch die mehr als drei Stunden mit Pause. Der Chor besticht erneut durch seine homogene Leistung und stimmungserzeugende Bühnenpräsenz. Katrin Hübner ist ein zart-zärtlicher Siébel, der für Margarethe zwar weder über die finanziellen Mittel noch Eloquenz, in jedem Fall aber über eine im Ohr bleibende Stimme verfügt. Lázaro Calderón als Faust schmeichelt sich sowohl darstellerisch (besonders im ersten Akt) als auch mit seinem Belcanto-Schmelz nicht nur in Tijana Grujic’ Margarethe, die ihrerseits mal kokett, doch meist warmherzig mit ihrem wunderbaren Sopran kontert. Großartig kräftig emotional und mit bestechender Klangfülle kommt Yoontaek Rhim als ihr Bruder Valentin daher. Florian Kontschak jedoch macht klar, dass diese Oper weder Faust noch Margarethe heißen sollte – dieser Mephisto ist einfach göttlich!

Margarethe von Charles Gounod; weitere Vorstellungen: 21.5.2017, 7.6.2017, 3.11.2017, 22.11.2017, 14.12.2017, 4.01.2018, 17.1.2018, 2.3.2018

 

Schwerin, Mecklenburgisches Staatstheater, PREMIERE Margarethe (Faust), 12.05.2017

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Mecklenburgisches Staatstheater

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

 Margarethe (Faust)  von Charles Gounod

Premiere Freitag, 12. Mai 2017 19.30 Uhr, Weitere Vorstellungen: 21.5.  18 Uhr und 7.6.2017 19.30 Uhr

Charles Gounods bewegende Oper Margarethe (Faust) feiert in einer Inszenierung von Operndirektor Toni Burkhardt am Freitag, den 12. Mai 2017 im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin Premiere. Die Oper wird in französischer Sprache mit deutschen Untertiteln gegeben. In der Titelpartie ist die Sopranistin Tijana Grujic zu erleben. Als weitere Solisten sind Lázaro Calderón als  Faust und Florian Kontschak als Méphistophélès zu Gast in Schwerin. Die Mecklenburgische Staatskapelle spielt unter der Musikalischen Leitung ihres 1. Kapellmeisters Gregor Rot. Margarethe (Faust) bildet den vorläufigen Abschluss einer intensiven sparten- und spielzeitübergreifenden Auseinandersetzung mit dem Faust, die im September 2016 mit der Eröffnungspremiere des Schauspiels „Faust, Der Tragödie erster Teil“ von Johann Wolfgang von Goethe begann. Charles Gounods 1859 in Paris uraufgeführte Oper eröffnet nun eine französische Perspektive auf eines der bedeutendsten deutschen Theatersujets. Im Mittelpunkt steht die Figur der Margarethe und ihre tragische Liebesgeschichte. Musikalisch bietet  die Oper eine unvergleichliche Fülle berühmter Highlights wie Marguerites Juwelenarie, Valentins Gebet und Mephistos Rondo vom Goldenen Kalb.

Mecklenburgisches Staatstheater / Margarethe - vorn : Tijana Grujic hinten : Lazaro Calderon © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater / Margarethe – vorn : Tijana Grujic hinten : Lazaro Calderon © Silke Winkler

Handlung: Der zurückgezogen lebende Faust verzweifelt über der aussichtslosen Suche nach dem Sinn des Seins. Alt und gebrechlich geworden, wünscht er sich nur eines: wieder jung zu sein und das Leben in vollen Zügen genießen zu können. Zu allem bereit, schließt Faust einen Pakt mit Méphistophélès, um die Erfüllung seiner Sehnsüchte zu erzwingen. Doch die Abmachung mit dem teuflischen Begleiter nimmt einen verhängnisvollen Verlauf: Faust verführt die blutjunge Marguerite, die er bald verlässt, getrieben von dem Drang nach immer neuen Abenteuern. Als bekannt wird, dass Marguerite ein Kind von Faust erwartet, verlangt ihr Bruder Genugtuung für die Entehrung. Faust tötet ihn im Zweikampf und flieht mit Méphistophélès zur Walpurgisnacht. Zu spät erkennt er die fatalen Folgen seines Handelns. Denn Marguerite hat ihr Kind umgebracht und soll nun hingerichtet werden. Faust gelingt es nicht, sie aus dem Kerker zu retten und muss sie aufgeben. Doch Marguerite darf auf Erlösung bei Gott hoffen. PMMeStth

Premiere Freitag, 12. Mai 2017 19.30 Uhr, Weitere Vorstellungen: 21.5.  18 Uhr und 7.6.2017 19.30 Uhr,  Kartentelefon: 0385 5300 – 123; kasse@mecklenburgisches-staatstheater.de

 

 

Schwerin, Mecklenburgisches Staatstheater, PREMIERE My Fair Lady von Frederick Loewe, 11.11.2016

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Mecklenburgisches Staatstheater

Mecklenburgischs Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Mecklenburgischs Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

My Fair Lady  von Frederick Loewe

Nach George Bernhard Shaws PYGMALION und dem Film von Gabriel Pascal
Buch und Liedtexte Alan Jay Lerner, Deutsch Robert Gilbert

Premiere Freitag, den 11. November 2016 um 19.30 Uhr im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters

Die Sprache macht den Menschen, nicht die Herkunft! Davon ist Henry Higgins, Professor für Phonetik, überzeugt. Als er der Blumenverkäuferin Eliza Doolittle begegnet und ihren Gassenslang bemerkt, sieht er die Gelegenheit gekommen, seine Theorie unter Beweis zu stellen. Higgins nimmt die Herausforderung an, das Mädchen durch Sprachübungen so umzukrempeln, dass sie in kürzester Frist in die feine Gesellschaft eingeführt werden kann. Eliza wittert die Chance für ein besseres Leben und zieht bei Higgins ein. Schon bald trägt der strapaziöse Unterricht erste Früchte. Am Ende gelingt das Experiment tatsächlich. Doch da will Eliza sich nicht länger mit der Rolle als Versuchsobjekt abfinden…

 Schwerin / My fair Lady © Silke Winkler

Schwerin / My fair Lady © Silke Winkler

Vor sechzig Jahren kam My Fair Lady am Broadway in New York heraus und zählt seitdem zu den meistgespielten Musicals. Allein die erste Aufführungsserie erreichte fast dreitausend Vorstellungen. Und im deutschsprachigen Raum wurde durch das Erfolgsstück die Gattung Musical überhaupt erst populär. Seine bis heute andauernde Beliebtheit verdankt es den vielen eingängigen Melodien wie „Es grünt so grün“, „Ich hätt’ getanzt heut’ Nacht“ oder „Bringt mich pünktlich zum Altar“ – allesamt viel gesungene Evergreens.

Musikalische Leitung: Gregor Rot, Inszenierung: Toni Burkhardt, Choreographie: Jutta Ebnother, Bühnenbild: Wolfgang Kurima Rauschning, Kostüme: Anja Schulz-Hentrich, Choreinstudierung: Ulrich Barthel
Mit: Jochen Fahr, Katrin Hübner, Christoph Reiche, Christian Hees, Matthias Koziorowski, Elfie Schrodt, Petra Nadvornik, André Schmidtke, Cornelius Lewenberg, Daniela Sieveke, Kathrin Voß, Tomoji Okita, Sylvio Kähler, Martin Scheil, Undine Labahn, Reinhard Strey, Olaf Meißner, Raytchin Dimitrov, Ines Baltzer, Pongki Park, Kaori Okita, Anne-Ruth Kiefer, Opernchor, Ballett, Statisterie, Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin

Weitere Vorstellungen: am 13.11. um 18 Uhr, 17.11. um 19.30 Uhr, 20.11. um 18 Uhr, 16. und 17.12. um 19.30 Uhr, 31.12.2016 um 15 Uhr sowie 19.30 Uhr, 20.1.2017, 23. und 24.3., 4., 5. und 17.5. und 3.6. um 19.30 Uhr sowie am 4.6. um 15 Uhr im Großen Haus des Mecklenburgischen Staatstheaters, Kartentelefon: 0385 5300 – 123; kasse@mecklenburgisches-staatstheater.de, PMMeStt

 

Schwerin, Mecklenburgisches Staatstheater, Spielplan Oktober 2016

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Mecklenburgisches Staatstheater

Mecklenburgischs Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Mecklenburgischs Staatstheater Schwerin © Silke Winkler

Mecklenburgisches Staatstheater

Spielplan Oktober 2016

08  Oktober 2016  19.30 Uhr Großes Haus
Premiere Operngala 2016: Ein Fest der Stimmen mit dem neuformierten
Musiktheaterensemble
Huppert – Garulo, Gruji, Hees, Hübner, Koziorowski, Kroggel, Lesaka, Lewenberg, Nadvornik, Storozhenko, Opernchor, Singakademie, Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


14 Oktober 2016
10.00 Uhr Konzertfoyer  Premiere   Wimba … und das Geheimnis im Urwald
Musiktheaterprojekt Ein Musical des Kinderchores der Schweriner Singakademie e.V. für 8- bis 14-Jährige, Musik von Gerhard A. Meyer  Barthel – Kinderchor der Schweriner Singakademie e.V.

19.30 Uhr Großes Haus:  Operngala 2016    Musiktheater Ein Fest der Stimmen mit dem neuformierten  Musiktheaterensemble


15 Oktober  15.00 Uhr Konzertfoyer
Wimba … und das Geheimnis im Urwald
Musiktheaterprojekt Ein Musical des Kinderchores der Schweriner Singakademie e.V. für 8- bis 14-Jährige, Musik von Gerhard A. Meyer


16 Oktober  11.00 Uhr Konzertfoyer
Matinee vor der Premiere,  Neugierig auf Hoffmanns Erzählungen
Sonderveranstaltung


17 Oktober  18.00 Uhr Großes Haus
1. Sinfoniekonzert,  Moderiertes Konzert mit Werken von Beethoven und Bartók
Huppert – Rinecker, Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


18 Oktober  19.30 Uhr Großes Haus
1. Sinfoniekonzert,  Konzert mit Werken von Beethoven und Bartók
Einführung 45 Min. vor Beginn


19 Oktober  19.30 Uhr Großes Haus
1. Sinfoniekonzert,  Konzert mit Werken von Beethoven und Bartók
Einführung 45 Min. vor Beginn


22 Oktober  19.30 Uhr Großes Haus
Operngala 2016:  Musiktheater Ein Fest der Stimmen mit dem neuformierten  Musiktheaterensemble
Huppert – Calderón, Grujik, Hees, Hübner, Koziorowski, Kroggel, Lesaka, Lewenberg, Nadvornik, Storozhenko, Opernchor, Singakademie, Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


23 Oktober   15.00 Uhr Großes Haus
Operngala 2016:  Musiktheater Ein Fest der Stimmen mit dem neuformierten Musiktheaterensemble

Huppert – Calderón, Grujik, Hees, Hübner, Koziorowski, Kroggel, Lesaka, Lewenberg, Nadvornik, Storozhenko, Opernchor, Singakademie, Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


28 Oktober  19.30 Uhr Großes Haus
Premiere  Hoffmanns Erzählungen,  Musiktheater Fantastische Oper von Jacques Offenbach

Huppert/Burkhardt/Rauschning/Mortelliti/Barthel/Sonne – Puszta, Papoulkas, Lesaka, Garulo, Kroggel, Hees, Storozhenko, Lewenberg, Koziorowski, Hees, Lewenberg, Opernchor, Extrachor, Ballett, Statisterie, Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin


30 Oktober   18.00 Uhr Großes Haus
Hoffmanns Erzählungen,  Musiktheater Fantastische Oper von Jacques Offenbach

PMMStSCH

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