Rostock, Volkstheater Rostock, Premiere: CANDIDE von Leonard Bernstein, 26.06.2016

rostock_logo

Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

 

Premiere Leonard Bernsteins CANDIDE feiert Premiere im GROSSEN SAAL

Comic Operetta in two acts / Scottish Opera Version

Samstag, 26. Juni 2016, 18:00 Uhr, Volkstheater Rostock – GROSSER SAAL

Im Anschluss: öffentliche Premierenfeier

 

„So wie wir geliebt haben, werden wir nicht mehr lieben. Lieben wir uns, wie wir jetzt sind.“

Candide, der unbedarfte, der arglose, der redliche Knabe wird im Lauf dieses Stückes viele Länder bereisen, grässliche Qualen durchleiden, unbeirrbar eine Frau lieben, drei Menschen töten und erschütternd unerschütterlich an die Unveränderbarkeit dieser besten aller möglichen Welten glauben.

Das große Erdbeben von Lissabon 1755, das Hundertausenden, während sie Allerheiligen in den Kirchen begingen, das Leben kostete, war der Anlass für François-Marie Arouet alias Voltaire seinen kleinen Roman „Candide“ zu schreiben. Unter Pseudonym veröffentlicht, sofort verboten und auf den Index gesetzt, wurde der kaum hundert Seiten lange Text sofort zum Bestseller. Fast 200 Jahre später hatte Leonard Bernsteins Opernfassung dieser witzigen, bösen Geschichte am Broadway Premiere. Noch bis zu seinem Tod 1990 hat der Komponist weiter an seinem Werk gefeilt, unvergessliche Lieder und Melodien verfasst und ein überraschendes, ungewöhnliches, ganz und gar unterhaltsames Panoptikum zur Überlebensfähigkeit des Menschen erschaffen.

WEITERE TERMINE

Donnerstag, 30. Juni 2016, 19:30 Uhr, Volkstheater Rostock – GROSSER SAAL
Sonntag, 3. Juli 2016, 15:00 Uhr, Volkstheater Rostock – GROSSER SAAL
Mittwoch, 6. Juli 2016, 15:00 Uhr, Volkstheater Rostock – GROSSER SAAL

Orchestriert von Leonard Bernstein und Hershy Kay / Libretto von Hugh Weeler (nach Voltaire) / Songtexte von Richard Wilbur, Stephen Sondheim, John La Touche, Lilian Hellmann, Dorothy Parker und Leonard Bernstein / In deutscher Fassung von Stephan Kopf, Zelma und Michael Millard

 

Volkstheater Rostock – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Pressemeldung Volkstheater Rostock

Rostock, Volkstheater Rostock, Falstaff – Höhepunkt der Theatersaison, IOCO Kritik, 12.05.2016

Mai 12, 2016  
Veröffentlicht unter Kritiken, Volkstheater Rostock

rostock_logo

Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Falstaff von Giuseppe Verdi

Schaurig humoriges einer 60er-Jahre-Küchenlandschaft

Rostock / Volkstheater - Daniel Henriks als FALSTAFF © Dorit Gaetjen

Rostock / Volkstheater – Daniel Henriks als FALSTAFF © Dorit Gaetjen

Als am 5. Oktober 1840, wenige Tage vor seinem 27. Geburtstag, die Uraufführung seiner komischen Oper Un giorno di regno so erfolglos war, dass das Stück umgehend vom Spielplan genommen werden musste, war Giuseppe Verdi kurz davor, das Komponieren aufzugeben. Gut, dass er es nicht tat. Doch in den 1870er Jahren, nach seiner Aida, galt er trotz vieler Erfolge in Italien als Wagner-Epigone, was ihm wiederum für ein Jahrzehnt das Komponieren verleidete. Erst der Texter, Komponist und Übersetzer Arrigo Boito, den er nach einem heimlichen Lohengrin -Besuch kennengelernt hatte, verhalf Verdi mit der Überarbeitung seines Simon Boccanegra sowie dem Libretto zu Otello zu neuem Selbstbewusstsein. Und so mag es nicht verwundern, dass sich der 80-Jährige, 53 Jahre nach dem Misserfolg seiner Opera buffa wieder an eine Komödie wagt, den Falstaff nach William Shakespeare. Von Thomas Kunzmann

Rostock / Volkstheater - FALSTAFF -Ensemble © Dorit Gaetjen

Rostock / Volkstheater – FALSTAFF -Ensemble © Dorit Gaetjen

Bedrohliches Gesurr hinter dem dunklen Vorhang des Rostocker Volkstheaters verheißt jedoch erst einmal Schauriges. Wir befinden uns in einer 60er-Jahre-Küchenlandschaft, in der geschlachtete Hühnchen von der Decke hängen, an denen das Auge nach den hörbaren Schmeißfliegen Ausschau hält. Leicht dezentral eine große Kücheninsel mit einem riesigen Kochtopf. Darin rührt ein Mädchen mit verstockter Miene die Zutaten für die Handlung ein. Diesem Topf entsteigen im Laufe des Abends, wie der Büchse der Pandora, die handelnden Personen und verschwinden auch wieder darin. Mrs. Alice Ford mit Tochter und Freundinnen wirken wie die Hexen von Eastwick und würden dem Tunichtgut auch gleich mit dem Jagdgewehr den Garaus machen. Überhaupt finden sich einige, immer unaufdringliche, cineastische Zitate von der Adams Family bis hin zu Magnolia.

„Es geht in unserem Konzept vor allem um Gesellschaftskritik, um die falsche Doppelmoral. Unser Falstaff spielt in der Küche des Lebens, in der das Schicksal gebraut wird. Das Mädchen ist sozusagen der Wirt der Vorhölle, eine Lilith. In jedem von uns stecken die Todsünden, doch nur Falstaff steht zu Ihnen, lebt sie, und ist bereit, diese (in Form des Bauches) für einen Weg in ein neues Bewusstsein abzulegen“, sagt Anja Nicklich.

Der mit einer für Opern ungewohnten Leichtigkeit eingearbeitete Slapstick verblüfft im Minutentakt, ohne jemals platt oder auf Effekt heischend zu wirken. Sogar das Wasser spritzt tief in den Bühnenraum, wenn Falstaff mit der Wäsche in den Bach entsorgt wird. Das kleine Mädchen, die Handlung lange vorbereitend und vorantreibend, kann sich im dritten Akt zurücklehnen den Intrigen ihren Lauf lassen.

Rostock / Volkstheater - Falstaff Ensemble entsteigt verschwindet... © Dorit Gaetjen

Rostock / Volkstheater – Falstaff Ensemble entsteigt verschwindet… © Dorit Gaetjen

Das Spiel der Charaktere verzichtet auf großen Operngestus zugunsten immerwährender Interaktivität der Personen. Trotz der optischen Verfremdung bleibt auf surreale Weise die Handlung jederzeit dicht am Text.

Neben einem überragenden Daniel Henriks als Falstaff (Bild oben), der das Publikum mit ungelenkem Charme und pausenlosem Spielwitz ebenso in Atem hält wie mit seinem flexiblen Bariton, brilliert absolut ebenbürtig Monika Rebholz als Alice Ford. Garrie Davislim als Fenton und Theresa Grabner als Nannetta beweisen erneut ihr großartiges Niveau. Die „Hochzeitsreise“ führt Theresa Grabner nach diesem Falstaff  weg aus Rostock – ein schmerzlicher Verlust für das Publikum des Volkstheaters. In unzähligen Vorstellungen haben sie sich in das Herz der Besucher gesungen und das Gesicht des hiesigen Musiktheaters maßgeblich geprägt. Der aus dem Maskenball  in Rostock bereits bekannte Johan Hyunbong Choi gibt einen stimmgewaltigen, eifersüchtigen Ford.

Robin Engelen am Pult lässt die Norddeutsche Philharmonie facettenreich aufspielen und deckt die Sänger trotz schwungvoller Emotionen niemals zu.

Selten ist sich heutzutage das Publikum so einig ob einer gelungenen Regieleistung. Und so steigert sich der begeisterte Schlussapplaus für die Künstler nochmals, als die Regisseurin Anja Nicklich (sonst u.a. Semperoper, Theater Koblenz) mit ihrer Ausstatterin Antonia Mautner Markhof die Bühne betritt. Von den wie Schauspielern geführten Solisten bis hin zur ausgefeilten Detailarbeit mit dem Chor lässt diese Arbeit keine Wünsche offen.

Fazit: Absoluter Höhepunkt der Saison 2015/16 des Musiktheaters am Volkstheater Rostock! Glückwunsch!  IOCOThomas Kunzmann / 10.05.2016

Falstaff im Volkstheater Rostock: Weitere Vorstellungen 13.5.2016; 21.05.2016; 11.06.2016; 17.06.2016

Volkstheater Rostock – Alle Karten Hier:
Karten Kaufen

Rostock, Volkstheater Rostock, Belcanto: Ermione von Gioacchino Rossini, IOCO Kritik, 07.05.2016

Mai 7, 2016  
Veröffentlicht unter Kritiken, Volkstheater Rostock

rostock_logo

Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Ermione: Belcanto Genuss im Volkstheater 

„Für diese Oper braucht man einen guten, zwei sehr gute und einen verrückten Tenor“ – Kein Wunder, dass sie so selten aufgeführt wird.  Ermione in Rostock ist die Fortsetzung des in der vergangenen Saison begonnen Belcanto-Zyklus. Diesmal – nach dem letztjährigen Maometto II  – szenisch, und damit eine Deutschland-Premiere. Von Thomas Kunzmann

Rostock / Volkstheater Gulnara Shafigullina als Ermione © Frank Hormann / Nordlicht

Rostock / Volkstheater Gulnara Shafigullina als Ermione © Frank Hormann / Nordlicht

Mutig in einer Stadt, die unter dem Sparknebel der Landesregierung mal Tanz und Oper abschaffen will, dann plötzlich auf „Opernhaus“ setzt und das Schauspiel zu kastrieren beabsichtigt. Das fest engagierte Ensemble ist bereits auf 5½ SängerInnen geschrumpft, der Chor besteht aus 23 Mitgliedern. Die Solisten werden verstärkt durch die in Rostock schon bekannten Gulnara Shafigullina (Don Giovanni, Maometto), Takako Onodera (Cosi, Fledermaus, Butterfly, Nabucco u.v.a.m.) und Daniel Philipp Witte (Titanic, Rössl, Mahagonny). Ashley Catling ist erstmalig am Volkstheater Rostock, Chorsängerin María Teresa Gonzalez springt für die erkrankte Theresa Grabner ein.

 Rostock / Volkstheater Ermione - Ensemble mit Chor © Dorit Gaetjen

Rostock / Volkstheater Ermione – Ensemble mit Chor © Dorit Gaetjen

Die Handlung von Rossinis 1819 entstandener, heute fast vergessener Ermione ist schnell erzählt – und schwer verstanden: Nach dem Fall Trojas befinden sich die Verlierer in der Hand von Pirro, Herrscher von Epirus. Unter ihnen Andromaca, die Witwe Hektors mit ihrem Sohn Astianatte. Oreste als Abgesandter Griechenlands fordert den Tod des trojanischen Tronfolgers Astianatte, um eine spätere Rache zu verhindern.

Oreste liebt Ermione, diese liebt jedoch Pirro, der liebt wiederum Andromaca die bleibt aber dem toten Hektor treu. Der Liebe wegen tut jeder, was er rein politisch-moralisch nicht will und so wird jeder Einzelne zum ambivalenten Volksvertreter, zum Bittsteller und Tyrann – schwankend zwischen Staatsraison und der Suche nach individuellem Glück. Sie treiben gegen den eigenen Willen das Schicksal voran, ohne am Ende mit Liebe belohnt zu werden.

Rostock / Volkstheater Ermione © Dorit Gaetjen

Rostock / Volkstheater Ermione mit Fenicio und Andromaca © Dorit Gaetjen

Gespielt wird auf salonartiger Bühne, vielleicht die Empfangshalle vor dem Thronsaal Pirros, eine Hektor-Büste steht mahnend: für die Einen zum Gedenken, für die Anderen zur Warnung. Vor der Pause fällt es schwer, das Beziehungsgeflecht zu durchschauen. Dem 1819 entstandenen Werk fehlt eine Einführung der Charaktere, die Handlung ist komplex, die Vorgeschichte erschließt sich nur allmählich. Trotz großartiger Arien und Duette ist nachvollziehbar, dass die Oper in ihrer Zeit scheiterte. Heute bietet sie die Möglichkeit, sich vollständig auf die vielschichtige Musik einzulassen. Die Norddeutsche Philharmonie unter dem Dirigat von David Parry spielt die Belcanto-Oper farbenreich und lässt den Sängern genügend Raum, ihre Gefühle wie aufblitzende Wut oder tiefe Sehnsucht in komplexe Koloraturen zu übersetzen. So kommen für einige Momente völlig ungeschützt die Menschen hinter den Figuren zum Vorschein. Gesanglich wie schauspielerisch eine großartige Leistung nahezu aller Beteiligter. Paul Nilon als Pirro, der bereits im konzertanten Maometto II in Rostock überzeugte, avanciert zum Publikumsliebling. Sein kraftvoller und trotzdem filigraner Tenor ist wie gemacht für die Rolle des unbeirrbaren Despoten. Gulnara Shafigullina in der Titelpartie der Ermione singt mit scheinbarer Leichtigkeit mal scharf, mal introvertiert von Hass, Rache und Wahnsinn, dass es einem Schauer über den Rücken treibt. Einziger Ruhepol in der emotionsgeladenen Inszenierung ist sowohl schauspielerisch als auch gesanglich der warme Bass des Hauslehrers Fenicio, Ensemblemitglied Karl Huml.

Rostock / Volkstheater - Ermione © Thomas Häntzschel / Nordlicht

Rostock / Volkstheater – Ermione © Thomas Häntzschel / Nordlicht

Das Rostocker Publikum goutiert das Experiment „unbekannte Oper“ mit langanhaltendem Applaus. Einige sehen das Stück schon zum wiederholten Male. Nicht nur für eingefleischte Rossini-Freunde ist einmal mehr das Musiktheater in Rostock eine dringende Empfehlung. Ich spreche mit zwei Hamburgern, die extra angereist sind: „Wir haben ja Vieles erwartet, aber dass es so gut wird, das nicht!“ Für sie sind es immer öfter die kleineren Bühnen, die die Erwartungen an Inszenierungen und abwechslungsreiche Spielpläne erfüllen. Sie versprechen wiederzukommen und werden Freunde mitbringen.    IOCO / Thomas Kunzmann / 6.5.2016

Rostock, Volkstheater Rostock, Premiere: FALSTAFF von Giuseppe Verdi, 30.04.2016

rostock_logo

Volkstheater Rostock

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

Volkstheater Rostock © Dorit Gaetjen

  FALSTAFF von Giuseppe Verdi

Eine lyrische Opernkomödie in drei Akten

Libretto Arrigo Boito basierend auf William Shakespeares Die lustigen Weiber von Windsor unter Einbeziehung von Szenen aus Heinrich IV.

Premiere Samstag 30. April 2016, 19:30 Uhr,  nächste Termine: Sonntag, 8. Mai 2016, 15:00 Uhr,  , Freitag, 13. Mai 2016, 19:30 Uhr,  Samstag, 21. Mai 2016, 19:30 Uhr,

Falstaff /Vorab_Emilia Scheunemann © Dorit Gätjen

Falstaff /Vorab_Emilia Scheunemann © Dorit Gätjen

Als Vorlage für Giuseppe Verdis zweite komische Oper Falstaff und zugleich sein letztes Bühnenwerk (Uraufführung: 1893) dienten ihm William Shakespeares Komödien- und Historienstoffe Die lustigen Weiber von Windsor und Heinrich IV., denen er die genussfreudige, unangepasste Figur des Falstaff entnahm und ihr eine eigene Oper widmete.
Dabei schuf Verdi ein zweifellos komisches Geflecht aus misslingenden Intrigen, versteckter Liebschaft, Täuschungen, Fallen und Streichen rund um die hohe Gesellschaft Windsors um das Jahr 1400. All die Verwirrungen enden schließlich in einer Doppelhochzeit in Kostüm und Maske, welche für jeden der Beteiligten eine kleine oder auch eine große Überraschung bereithält.

Musikalische Leitung: Robin Engelen, Inszenierung: Anja Nicklich
Ausstattung: Antonia Mautner-Markhoff, Choreinstudierung: Joseph Feigl

Mit: Daniel Henriks, Johan Choi, Garrie Davislim, Daniel Philipp Witte, Jannes Philipp Mönnighoff, Florian Kontschak, Monika Rebholz, Theresa Grabner, Jasmin Etezadzadeh, Takako Onodera, Maria Lepère/Emilia Scheunemann. Opernchor des Volkstheaters, Norddeutsche Philharmonie Rostock

Volkstheater Rostock – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Pressemeldung Volkstheater Rostock

Nächste Seite »