Markneukirchen, 52. Instrumentalwettbewerb, IOCO Aktuell, 05.05.2017

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

52. Internationaler Instrumentalwettbewerb Markneukirchen

Teilnehmer wetteifern in den Fächern Viola und Kontrabass

Mit dem heutigen Probentag erreichen die Vorbereitungen für den diesjährigen Instrumentalwettbewerb in Markneukirchen in den Fächern Viola und Kontrabass ihren Höhepunkt.

Ab 5. Mai stellen sich dann die 97 Teilnehmer zwischen 15 und 31 Jahren dem musikalischen Wettstreit, der über drei Auswahlprüfungen sowie eine Finalrunde mit Orchester ausgetragen wird. Die jungen Musikerinnen und Musiker stammen aus 32 verschiedenen Ländern. Darunter sind Teilnehmer aus Südkorea (19) und Deutschland (13) besonders stark vertreten, gefolgt von Japan (6) und Russland (6). Von den ursprünglich 179 zum Wettbewerb zugelassenen Teilnehmern waren 58 für das Fach Viola und 39 für das Fach Kontrabass angereist. Sie werden sich nun den beiden internationalen Jurys unter der Präsidentschaft von Prof. Julius Berger in der ersten Auswahlprüfung mit einem zwanzig- bis fünfundzwanzigminütigen Programm vorstellen, darunter im Fach Viola mit Werken von J.S. Bach, George Enescu, Stamitz, Hoffmeister, Reger und Ligeti. Im Fach Kontrabass haben die Teilnehmer u.a. Sechs Stücke für Kontrabass Solo von Giselher Klebe als Pflichtstück sowie Konzerte von Dittersdorf, Vanhal, Sperger und Hoffmeister vorbereitet.

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich schafft eine neues Instrument © FFF

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich schafft eine neues Instrument © FFF

Der Wettbewerb findet für das Fach Viola in der Musikhalle Markneukirchen und für das Fach Kontrabass im Alten Schloss in Erlbach statt. Beginn ist am Freitag jeweils 9.00 Uhr. Zu den Vorspielen sind Besucher herzlich willkommen. Insgesamt dauert der Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen noch bis zum 13. Mai 2017. PMCS

Plauen, Vogtlandtheater, Ballett Happy Birthday von Annett Göhre, IOCO Kritik, 05.05.2017

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Theater Plauen Zwickau

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Ballettpremiere Happy Birthday von Annett Göhre

„Wer möchte nicht im Leben bleiben“

Happy Birthday: Weitere Vorstellungen: 7.5.2017, 3.6.2017, 9.6.2017, 16.6.2017

Vorspann: Im Vogtlandtheater zu Plauen erlebten wir zu Spielzeitbeginn im Ballett die Premiere der Goldfisch-Variationen und nun, als zweites Tanztheaterstück Annett Göhre, die Uraufführung von Happy Birthday. Diesen Titel kann heute jeder trällern, doch heiter war es nur bedingt.

Von Lutz Behrens

Theater Plauen-Zwickau / Ballett Happy Birthday - Es wird gestorben © zenna.de

Theater Plauen-Zwickau / Ballett Happy Birthday – Es wird gestorben © zenna.de

Die Kleine Bühne schien wie geschaffen für die schlichte, schwarze Schwermut, deren trostlose Unausweichlichkeit selbst durch ein vehementes Anrennen gegen Wände nicht aufzubrechen war. An der Decke warteten Luftballons, die aber wohl nur der Dekoration dienten oder doch einem höheren Zweck?, dazwischen blitzten hin und wieder Lampen auf, auch um Rhythmus sichtbar werden zu lassen. Überhaupt gingen bei dieser Uraufführung drei Künste: Tanz, Musik und das gesprochene Wort eine Synthese ein, die Abwechslung und Bereicherung versprach und zudem die Möglichkeiten des Tanztheaters erfreulich erweiterte.

Zuerst jedoch wurde gestorben. Sieben Mal. Sieben Schwarzgekleidete reckten sich nacheinander an gleicher Stelle theatralisch empor, um dann zusammenzusinken. Still rollend querten sie die Bühne, um, im Jenseits?, aufzuerstehen und sich nach allen Regeln der Kunst durch reichlich Schminke in Clowns zu verwandeln. Auch die mit hellem Kleid bekleidete Frau (Maki Taketa) demonstrierte ihr Sterben. Damit waren die thematischen Grundzüge gesetzt: das Sterben; was erwartet uns nach dem Tod? und die Ambivalenz der Figur des Clowns.

Locker aus dem Publikum kommt der Mann (Michael Günther a.G.), mit beeindruckender Bühnenpräsenz und großartiger Stimme. Seine Texte: ein Ausschnitt aus Heiner Müllers Todesanzeige, vom Dramatiker geschrieben nach dem Selbstmord seiner ersten Frau Inge; ein Abschnitt aus Oliver Sacks Dankbarkeit, ein naturwissenschaftliches Phänomen thematisierend, und das Brecht-Gedicht „Als ich in weißem Krankenzimmer der Charité“, in dem der kranke Brecht über seine Todesfurcht nachdenkt. Zudem eine Menge Statistik über Selbstmorde, ohne das Wort auszusprechen, und mit der Erkenntnis, dass es die Männer sind, die dafür überdurchschnittliche Anfälligkeit zeigen. Schließlich Jorge Luís Borges: Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte. Dessen Quintessenz: im zweiten Leben mehr Fehler machen, sich um die wahren Probleme sorgen und öfters mal barfuß gehen, wenigstens im Sommer.

Theater Plauen-Zwickau / Ballett Happy Birthday - Es wird gestorben © zenna.de

Theater Plauen-Zwickau / Ballett Happy Birthday – Es wird gestorben © zenna.de

Musikalisches gab es auch handgemacht. Katharina S. Müller a.G. spielte Selbstkomponiertes auf ihrer Violine, sogar im Liegen. Köstlich die Einspielung der Arie Der Hölle Rache aus Mozarts Zauberflöte, mit Verve gekrächzt von Florence Forster Jenkins, „Königin der Dissonanzen“. Ergänzt durch das Zitat ihrer Grabsteininschrift: „Die Leute können vielleicht behaupten, dass ich nicht singen kann, aber niemand kann behaupten, dass ich nicht gesungen hätte.“

Das Tanzstück dauerte, wie angegeben, 70 Minuten. Nicht immer fesselte es uneingeschränkt. Doch ein sehr gut agierendes, wenn auch dezimiertes Ensemble (neun Clowns waren angegeben), vermochte es immer wieder, die Spannung wiederherzustellen und mit den geschickt eingesetzten Texten und der Musik auch aufrechtzuerhalten. Viel Applaus am Ende, auch begeistertes Füßetrappeln. Und obwohl der  variationsreiche Umgang mit den Themen Tod, Selbstmord, Jenseits eher zu finalem Schwermut Anlass gegeben hätte, vermochte es ein kleines Kinderlied, das hierzulande jeder etwas Ältere kennt und vielleicht sogar selbst gesungen hat, den Abend heiter zu beschließen: Wer möchte nicht im Leben bleiben…

Happy Birthday: Weitere Vorstellungen: 7.5.2017, 3.6.2017, 9.6.2017, 16.6.2017

 

Markneukirchen, 52. Internationaler Instrumentalwettbewerb, IOCO Aktuell, 11.02.2017

Februar 11, 2017  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Theater Plauen Zwickau

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

Internationaler Instrumentalwettbewerb 4. bis 13. Mai 2017

Instrumente – Viola und Kontrabass

Viola und Kontrabass sind Mittelpunkt des 52. Internationalen Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen. Vom 4. bis 13. Mai 2017 lädt die Musikstadt erneut junge Musiker aus aller Welt ein, über vier Wettbewerbsrunden ihr herausragendes Können zu zeigen und sich der Bewertung durch namhafte Juroren aus dem In- und Ausland zu stellen. Die Anmeldefrist für den Wettbewerb lief bis 31. Januar 2017. Eingeladen sind junge Nachwuchskünstler im Alter bis 30 (Fach Viola) bzw. 32 Jahre (Fach Kontrabass) aus aller Welt. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 31.000 Euro sowie Konzertengagements und Sachpreise in Aussicht gestellt.

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich schafft eine neues Instrument © FFF

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich schafft eine neues Instrument © FFF

Markneukirchen ist schön. Doch die musikalische Tradition des Ortes ist spektakulär: Reizvoll auf dem westlichen Elstergebirge Sachsens gelegen, im oberen Vogtland nahe Tschechien, besitzt der Ort eine ungewöhnliche Spezialität: Gegründet um 1200 wird der Ort nach seinem Gründer Albertus Nothaft de Wildestein „Nothaft“ genannt. Stadtrechte erhielt das Örtchen Nothaft bereits 1360. 1405 erstmals als Markt Neukirchen amtlich erwähnt, besaß es als „Amtsstädtchen“ schon früh Sitz und Stimme im „kursächsischen Landtag“.

Schirmherr/in Staatsministerin Prof. Monika Grütters und Christian Thielemann

Markneukirchen / Schirmherr des Wettbewerbs Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Markneukirchen / Schirmherr des Wettbewerbs Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Überregionale Bedeutung gewinnt das kleine Örtchen ab 1658, als protestantische Glaubensflüchtlinge den Geigenbau in die Stadt bringen. 12 Geigenbauer gründen 1677 die erste Geigenmacherinnung, 1750 beginnt der Bogenbau, 1777 gründen Saitenmacher die erste Saitenmacherinnung. 1797 schließen sich Waldhorn- und Pfeifenmacher zur „Musikalischen Blas,- Instrumentenmachergesellschaft“ zusammen. Um 1800 werden Gitarren gebaut; Zithern und Mandolinen folgen bald. 1834 wird in Markneukirchen die erste Musikschule Deutschlands gegründet. Auch die Martin-Trompete (Schalmei) wird 1905 in Markneukirchen entwickelt.

Während der Wettbewerbstage wird es in den Instrumentenbau-Werkstätten der Stadt, bei Ausstellungen und Fachgesprächen viele verschiedenste Möglichkeiten geben, sich dem Thema Instrumentenbau zu nähern. Die rund 350-jährige Handwerkstradition, erst im Dezember 2014 in die Liste des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen, wird dabei für jedermann spürbar.

Der 52. Intrumentalwettbewerb wird am 5. Mai 2017, 20.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen mit einem Konzert des Sinfonieorchester Markneukirchen und Viktor Spáth (Trompete) – Ungarn, 1. Preisträger 2014 statt. Ein Konzert der Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs mit den  der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach findet am 13. Mai 2017, 19.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen statt.

Markneukirchen / Schirmherrin des Wettbewerbs - Staatsministerin Prof. Monika Grütters @ Christof_Rieken

Markneukirchen / Schirmherrin des Wettbewerbs – Staatsministerin Prof. Monika Grütters @ Christof_Rieken

Die Präsidentschaft liegt in den Händen von Prof. Julius Berger. Unter seiner Leitung werden die beiden Fachjuryvorsitzenden Prof. Thomas Selditz – Viola (Deutschland) und Prof. Frithjof-Martin Grabner – Kontrabass (Deutschland) gemeinsam mit international anerkannten Musikerpersönlichkeiten und Pädagogen in den beiden Fachjurys wirken. In drei öffentlichen Auswahlprüfungen sowie der abschließenden Finalrunde mit Orchester zeigen die Kandidaten ihr herausragendes Können. Umrahmt wird der Wettbewerb von zahlreichen Veranstaltungen, Konzerten, Ausstellungen und Gelegenheiten, mit den vogtländischen Musikinstrumentenbauern in Kontakt zu treten.

Erstmals wird in diesem Jahr die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, die Schirmherrschaft über den traditionsreichen Musikwettbewerb in der Stadt der Musikinstrumentenbauer übernehmen. Sie übt dieses Amt gemeinsam mit dem weltbekannten Dirigenten Christian Thielemann aus, der 2016 in dieser Funktion die Nachfolge von Prof. Kurt Masur angetreten hat.  IOCO/PMMnK

 

Plauen, Vogtlandtheater, Ballett der Feuervogel von Igor Strawinsky, IOCO Kritik, 09.07.2016

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Theater Plauen Zwickau

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Ballett  Der Feuervogel von Igor Strawinsky

 San Michele / Das Grab von Igor Stravinsky © IOCO

San Michele / Das Grab von Igor Stravinsky © IOCO

Der Feuervogel, ein Ballettklassiker der Moderne mit Musik von Igor Strawinsky, feierte am Samstag in Plauen Premiere. Choreografin Annett Göhre inszenierte mit hohem Anspruch, dabei emotional und intellektuell überzeugend. Dieses Ballett wird Furore machen.  Von Lutz Behrens

Zwei Wege führen, wie so oft, zum Glück. Ich kann mich einmal dem Ballett Der Feuervogel frei von aller Vorbelastung hingeben und es genießen. Hinschauen, hinhören, mich emotional berühren lassen, mit allen Sinnen offen sein. Für eine auf der Bühne faszinierend demonstrierte und jedem Anspruch standhaltende Tanzkunst. Mich dabei immer wieder fragen, welch großartige Talente eine junge Frau oder ein Mann mitbringen muss, um bei immensem, nie nachlassendem Trainingsaufwand derartige körperliche Höchstleistungen an Kraft, Beweglichkeit und Grazie zeigen zu können. Ich kann hören, was da an Strawinskys kongenialer Musik auf mich einwirkt.  Synkopisch hart, in diatonischer Melodik oder dem musikalischen Impressionismus verpflichtet und chromatisch erweitert; hervorragend intoniert von den Damen und Herren des Philharmonischen Orchesters am Theater Plauen-Zwickau und dirigiert von Maxim Böckelmann. Diesem wiederum verdankt das Ballett die eigenständige Klangcollage „Spacevogel“, die die Eingangsszene erfüllt und in eine märchenhafte Welt hineinführt, über die noch zu reden sein wird.

Plauen / Theater_Der Feuervogel © Peter Awtukowitsch

Plauen / Theater_Der Feuervogel © Peter Awtukowitsch

Ich kann intuitiv und mit aller Kraft meiner Phantasie versuchen zu begreifen, was ich sehe. Ragt ein Thron im Zentrum des Bühnenbildes (Miriam Braunstein) auf? Oder ist das ein Baum? Von Gras umgeben und weißen Luftballons gekrönt. Wer aber wird sich auf die Schaukel schwingen, die lockend zwischen den Zweigen hängt? Eine herrisch auf hochhakigen Schuhen daherkommende Dame (Louisa Poletti) im schwarzen Mantel, dominiert den Auftakt. Dreimal umkreist sie den Baum. Aus dem Orchestergraben winden sich unwirkliche Gestalten. Ein junges Mädchen (Nicole Stroh) betritt die Szene, modern gekleidet, suchend. Dann, der Feuervogel (Federico Politano), in unterschiedlicher Verkleidung. Das Spiel kann beginnen. Es werden, auch wie so oft, die stets die Künstler inspirierenden, uralten Themen verhandelt: die Suche nach Liebe, der Kampf zwischen Gut und Böse, Tod und Erfüllung.

 Plauen / Theater_Der Feuervogel_Poletti und Politano © Peter Awtukowitsch

Plauen / Theater_Der Feuervogel_Poletti und Politano © Peter Awtukowitsch

Oder ich nähere mich zum anderen dem Gegenstand mit wissenschaftlicher Akribie. Erfahre, dass Der Feuervogel bereits seit über 100 Jahren Furore macht, Ballettgeschichte geschrieben hat. Dass Strawinsky mit seiner Feuervogel-Musik zum weltbekannten Komponisten avancierte. Dass sich die Handlung speist aus russischen Märchenmotiven; dem des Feuervogels und des Märchenhelden Iwan Zarewitsch und dem vom unsterblichen Zauberer Kaschtschej, was schon verwirrend genug ist. Lese dann im schönen Programmheft (Ulrike Cordula Berger) nach, dass Ballettdirektorin Göhre dieses Ballett sehr heutig begreift und sein Wesen darin erkennt, „dass ein junger Mensch erwachsen werden muss und … sich zwischen der Traumwelt und der Realität entscheidet.“ Dass sie zudem einen Geschlechterwechsel riskiert hat. So wird der Feuervogel von einem Mann getanzt, und selbst ein knallrotes Tutu tut dem keinen Abbruch. Iwan hat sich in Iwanka verwandelt, die schöne Zarewna in einen Zarewitsch (Keigo Nozaki), und der Zauberer Kaschtschej betört –  endlich des Lackledermantels ledig – als sehr erotische Dame im transparenten Ganzkörpergewand (Kostüme: Leah Lichtwitz). –

Einprägsame Bilder bestimmen die herausragende Inszenierung. Ein Glücksgefühl entsteht, wenn die Tänzerinnen und Tänzer, die mit eckigen Bewegungen als mechanisch reagierende Schaufensterpuppen zu Automaten mutiert sind, sich – nun auch bekleidet – in harmonische Menschen verwandeln und unbedingt genannt sein müssen: Maki Taketa, Ekaterina Tumanova, Elena Tumanova, Michele Ciacci, Sebastian Uske und Keigo Nozaki.  

Viele theatralischen Register werden gezogen: So blitzt und donnert es gewaltig, Lichteffekte (Beleuchtung Jan Parthey) tun ein Übriges, die Kunstwelt wird zum sehr wirklichen Ort. Da in den russischen Volksmärchen, die ursprünglich das Ballett inhaltlich strukturieren, das Ei eine wichtige Rolle spielt (als Sitz der unsterblichen Seele Kaschtschejs), ermöglichen die zahllosen eiförmigen und hellen Luftballons, die wirkungsvoll auf die Bühne fallen, entsprechende Assoziationen. Schließlich haucht die böse Zauberin ihre Seele aus und endet in Ketten geschlagen. Die Liebenden finden sich.

Nach gut einer Stunde geht das furiose Ballett mit versöhnenden Szenen voller Hoffnung zu Ende. Ob ich es mit heiterem, naivem Herzen genieße oder mich vor allem in kunsttheoretische Überlegungen vertiefe, immer bleibt mir ein Kunsterlebnis, das alle meine Sinne anspricht und auf meine Ratio nicht verzichtet. Sehr empfehlenswert. IOCO / Lutz Behrens / 07.07.2016

Der Feuervogel:  Weitere Vorstellungen in Plauen am 16.12.2016 und 26.3.2017;  in der Lukaskirche Zwickau am 17.3.2017, 18.3.2017, 19.3.2017, 22.3.2017.

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