Markneukirchen, 51. Internationaler Instrumentalwettbewerb: Die Champions sind..!, IOCO Aktuell, 20.06.2016

Juni 21, 2016  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Theater Plauen Zwickau

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

51. Instrumentalwettbewerb:  Fächer Horn und Tuba   

 Die Sieger kommen aus Portugal, Frankreich, Schweiz, Spanien, Ungarn, nicht aus Deutschland

Markneukirchen / Musikinstrumenten Museum © FFF

Markneukirchen / Musikinstrumenten Museum © FFF

Der Instrumentalwettbewerb von Markneukirchen hat Weltruf ( link). Horn und Tuba sind Mittelpunkt des 51. Wettbewerbs.

Vom 19. bis 28. Mai 2016 war Markneukirchen Mittelpunkt für junge Musiker aus aller Welt.

Über vier Wettbewerbsrunden zeigten 145 Kandidaten, 61 im Fach Horn und 84 im Fach Tuba ihr herausragendes Können und stellen sich der Bewertung namhafter Juroren.

Markneukirchen / IIM Finale Horn, v.li.: Luis Duarte Dias Moreira, Nicolas Gomez Naval, Ivo Dudler © Ellen Liebner

Markneukirchen / IIM Finale Horn, v.li.: Luis Duarte Dias Moreira, Nicolas Gomez Naval, Ivo Dudler © Ellen Liebner

Die Schirmherrschaft haben der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden Christian Thielemann, die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange sowie Professor Kurt Masur (†) übernommen. 

Nach anspruchsvollen Programmen mit Werken verschiedenster Epochen, solo und mit Klavier-begleitung in den drei Auswahlprüfungen, präsentierten sich in der abschließenden Finalrunde die Bestplatzierten im Fach Horn mit dem Concerto per Corno (1957) des tschechischen Komponisten Jirí Pauer in Begleitung des Philharmonischen Orchesters Plauen-Zwickau unter der Leitung von GMD Lutz de Veer.

Die  Preise wurden vergeben an:

  • Preisträger: Luís Duarte Dias Moreira (Portugal)
  • Preisträger und Publikumspreisträger: Nicolás Gómez Naval (Spanien)
  • Preisträger: Ivo Dudler (Schweiz)

Markneukirchen / IIM Finale Tuba: v.li.: Henrique Dos Santos Costa, Gergeley Lukacs, Florian Schuegraf © Ellen Liebner

Markneukirchen / IIM Finale Tuba: v.li.: Henrique Dos Santos Costa, Gergeley Lukacs, Florian Schuegraf © Ellen Liebner

Im Fach Tuba vergab die Jury nach Abschluss der Finalrunde mit dem Concerto (1992) for Tuba and Orchestra des armenischen Komponisten Alexander Arutiunian keinen ersten Preis.

Es wurden gekürt:

  • Preisträger: Henrique Dos Santos Costa  (Portugal)
  • Preisträger: Florian Schuegraf  (Frankreich)
  • Preisträger: Gergely Lukács  (Ungarn)   

Der 52. Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2017, Fächer Viola und Kontrabass,  findet vom 4. – 13. Mai 2017   statt.  Anmeldung unter  link:

 http://www.instrumental-competition.de/index.php/de/wettbewerb/iiw-2017/anmeldung

IOCO  / Viktor Jarosch / 20.06.2016

Markneukirchen, Instrumentalwettbewerb mit Weltruf: Finalrunde, IOCO Aktuell, 26.05.2016

Mai 27, 2016  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Theater Plauen Zwickau

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

   51. Internationaler Instrumentalwettbewerb Mai 2016

Die Finalisten der Fächer Horn und Tuba stehen

Markneukirchen / Musikinstrumenten Museum © FFF

Markneukirchen / Musikinstrumenten Museum © FFF

Der Instrumentalwettbewerb von Markneukirchen hat Weltruf ( link). Horn und Tuba sind Mittelpunkt des 51. Wettbewerbs. Vom 19. bis 28. Mai 2016 ist Markneukirchen Mittelpunkt für viele junge Musiker aus aller Welt. Über vier Wettbewerbsrunden zeigen diese ihr herausragendes Können und stellen sich der Bewertung durch namhafte Juroren aus dem In- und Ausland. Schirmherr dieses herausragenden Wettbewerbs ist kein geringerer als Christian Thielemann, Chefdirigent der Staatskapelle Dresden.

Von den 44 Teilnehmern der 2. Runde des diesjährigen  Instrumentalwettbewerbes in den Fächern Horn und Tuba haben insgesamt 14 Kandidaten die dritte Auswahlprüfung erreicht.

Markneukirchen / Instrumentalwettbewerb 2016 Teilnehmer © IIM

Markneukirchen / Instrumentalwettbewerb 2016 Teilnehmer © IIM

Im Fach Horn qualifizierten sich acht junge Herren im Alter von 19 bis 28 Jahren aus Deutschland, Frankreich, Portugal, der Schweiz, Spanien und Südkorea.  Im Fach Tuba haben sich 6 junge Männer zwischen 21 und 27 Jahren behauptet, die aus China, Frankreich, Norwegen, Portugal, Südkorea und Ungarn stammen.

In der 3. Runde trugen die Teilnehmer ein bis zu 45 minütiges Programm vortragen. Darin enthalten waren im Fach Tuba als Wahlstücke eine Sonate von Anthony Plog oder Anthony DiLorenzo, sowie das Concerto for Tuba von John Williams oder das Konzert für Tuba und Blasorchester (2006) von Juraj Filas. Im Fach Horn wird unter anderem von jedem Teilnehmer das Konzert Es-Dur KV 495 von Wolfgang Amadeus Mozart vorgetragen.

Die drei Finalisten im Fach Horn

Markneukirchen / Im Elstergebirge Sachsens © A. Wunderlich

Markneukirchen / Im Elstergebirge Sachsens © A. Wunderlich

(cs) Für das Finale am 28.5.2016 im Fach Horn konnten sich drei junge Hornisten aus Portugal, Spanien und der Schweiz qualifizieren. Nach Abschluss der dritten Auswahlprüfung standen sie als beste der verbliebenen 8 Kandidaten fest.

Luís Duarte Dias Moreira (Portugal), geb. 18.06.1993 wurde in Paços de Ferreira geboren. Im Jahr 2005 begann er sein Hornstudium bei Hélder Vales, das er mit Auszeichnung abschloss. Als bester Absolvent wurde er mit dem «Dr.ª Manuela Carvalho-Preis» ausgezeichnet. Im Anschluss legte er 2015 seinen Bachelor-Abschluss bei Bohdan Sebestik, Abel Pereira und Nuno Vaz ab.  Luís Duarte Moreira besuchte Meisterkurse bei den bedeutendsten Hornisten wie Radovan Vlatkovich, Abel Pereira, José Bernardo Silva, David Johnson, Ricardo Matosinhos, Bruno Rafael, Paulo Guerreiro, David Thompson, Szabolcs Zempléni, Will Sanders, Kerry Turner, Frøydis Ree Wekre, Rodolfo Epelde Cruz und Jeff Nelsen. Er wurde beim internationalen Wettbewerb «Terras de La-Salette» (2012 und 2014) mit dem ersten Preis ausgezeichnet. 2012 war er Mitglied des Fundação Orquestra Estúdio, dem Orchester der Kulturhauptstadt 2012.

 Markneukirchen / Instrumentalwettbewerb 2016 Teilnehmer © IIM

Markneukirchen / Instrumentalwettbewerb 2016 Teilnehmer © IIM

Ivo Dudler (Schweiz), geb. 13.07.1994,  begann im Alter von 12 Jahren mit dem Hornspiel bei Enrico Cerpelloni an der Musikschule Goldach. 2011 wechselte er an die Zürcher Hochschule der Künste, wo er bei Mischa Greull zwei Jahre Jungstudent war, bevor er 2013 in die Hornklasse von Prof. Christian-Friedrich Dallmann an der Universität der Künste Berlin aufgenommen wurde und dort sein Bachelorstudium begann. Neben der Teilnahme an verschiedensten Meisterkursen, u.a. bei Hermann Baumann, Szabolcs Zempleni, André Cazalet und Raimund Zell, ist er auch in verschiedenen Orchestern aktiv. Ivo Dudler ist Mitglied des Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchesters und spielte im Schleswig-Holstein Festival Orchester 2014; 2015 hat er außerdem in Projekten der Jungen Deutschen Philharmonie mitgewirkt.

Nicolás Gómez Naval (Spanien), geb. 26.09.1990 ist stellvertretender erster Hornist beim Orquesta Sinfónica de Galicia (Spanien). Er erhielt den Abschluss „Master of Arts“ mit Auszeichnung an der Royal Academy of Music in London. Nicolás Gómez Naval wurde 1990 geboren und begann seine musikalische Ausbildung im Alter von 8 Jahren. 2010 erhielt er ein Stipendium der Fundación Albéniz, um seine Studien bei Prof. Radovan Vlatkovic und Rodolfo Epelde an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid fortzusetzen. Drei Jahre später legte er sein Diplom als Jahrgangsbester ab und bekam noch im gleichen Jahr eine Anerkennung für sein Abschlusskonzert. PMStMnk

Die drei Finalisten im Fach Tuba 

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich © FFF

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich schafft eine neues Instrument © FFF

Von den 6 Teilnehmern der 3. Auswahlprüfung im Fach Tuba erreichten Henrique Dos Santos Costa (Portugal), Gergely Lukács (Ungarn) und Florian Schuegraf (Frankreich) die Finalrunde.

Henrique Dos Santos Costa (Portugal), geb. 19.05.1993 stammt aus dem kleinen portugiesischen Dorf Alcochete. Er begann seine musikalische Ausbildung im Jahr 2007 an der Musikschule des Nationalkonservatoriums in Lissabon. Von 2011 bis 2014 studierte er bei Adélio Carneiro an der National Superior Orchestral Academy of Metropolitana in Lissabon. Gegenwärtig ist er Student von Anne Jelle Visser in Zürich, gefördert durch ein Stipendium der Calouste Gulbenkian Stiftung.  Er war mehrfacher Preisträger beim nationalen Bläserwettbewerb “Terras de La Sallette” in Oliveira de Azeméis (Portugal), war Semifinalist beim ITEC International Tuba Competition in Linz (Österreich) und beim internationalen Blechbläserwettbewerb in Gdansk (Polen).

Markneukirchen / Riesengeige und Instrumentenbauer © EllenLiebner-JanHesse

Markneukirchen / Riesengeige und Instrumentenbauer © EllenLiebner-JanHesse

Gergely Lukács (Ungarn), geb. 21.05.1995   wurde 1995 in Keszthely (Ungarn) geboren. Er begann seine musikalische Ausbildung an der Musikschule „Erkel Ferenc“ in Zalaszentgrót bei Attila Johann. Sein Weg führte in anschließend zu Gábor Adamik an der Béla Bartók Akademie in Budapest. Gegenwärtig studiert er an der Franz Liszt Musikakademie Budapest bei László Szabó. GergelyLukács nahm an Meisterkursen bei Øystein Baadsvik, Sergio Carolino, Andreas Hofmeir, Dirk Hirthe, Roland Szentpáli und Daniel Perantoni teil.  Darüber hinaus war er erfolgreicher Teilnehmer zahlreicher Wettbewerbe. So gewann er den nationalen Tubawettbewerb in Budapest 2012 und zwei Mal den internationalen Blechbläserwettbewerb in Brno (Tschechische Republik). Er gewann auch beim ITEC International Tuba Competition in Bloomington (USA) 2014, beim International Brass Competition 2015 in Varazdin (Kroatien) und den dritten Preis beim IX. Michal Spisak International Music Competition.

Florian Schuegraf (Frankreich), geb. 06.01.1995 begann seine musikalische Laufbahn mit 6 Jahren mit Unterricht auf dem Euophonium bei Gabriel Capet. Er gewann zahlreiche regionale und nationale Wettbewerb bevor er im Alter von 16 Jahre zur Tuba wechselte. Dort wurde er zunächst ebenfalls von Gabriel Capet unterrichtet. Anschließend setzte er seine Ausbildung in der Klasse von Gerard Buquet am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris fort.  Florian Schuegraf ist der Orchester- und Kammermusik sehr verbunden und spielt regelmäßig mit angesehenen Ensembles wie der Opéra de Paris, dem Orchestre National de France und dem Brussels Philharmonic. PMStMnk

 

Plauen, Vogtlandtheater, Kiss me, Kate Musical von Cole Porter, IOCO Kritik, 12.05.2016

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Theater Plauen Zwickau

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Theater Plauen-Zwickau © Theaterfotograf Peter Awtukowitsch

Kiss me, Kate  –  Musical von Cole Porter

Donald Trump schafft Sprung ins Vogtlandtheater

Großartige Bilder, mitreißende Musik, überraschende Choreografie, schöne, auch laute Stimmen bündelten sich zu einem heiteren, frischen Premierenabend von Kiss me, Kate. Den vielen, hoch motivieren Akteuren dankte das Publikum mit Bravo-Rufen, starkem Applaus und Blumen.   Von Lutz Behrens

Plauen / Theater Plauen - Kiss me Kate- Ensemble © Peter Awtukowitsch

Plauen / Theater Plauen – Kiss me Kate- Ensemble © Peter Awtukowitsch

Da bleibt zumindest die Hoffnung, dass Donald Trump nur den Sprung auf die Bühne des Vogtlandtheaters und nicht bis ins Weiße Haus schafft. Ein bis ins platte Blondhaar echter Trump-Verschnitt (Holger Rieck) langweilte mit rhetorischen Versatzstücken und eitlen Politikerposen. Darunter litt nicht nur seine Braut. Der Auftritt sorgte zur Musical-Premiere für amüsante Aktualisierung, die zudem bigotte Lebensart entlarvte. Einmal die ewigen Werte der Ehe preisen, um im gleichen Atemzug der Ex-Geliebten Lois Lane (Maria Mucha a.G.) Visitenkarte und Geld zuzustecken für ein Date „nach der Wahl“. Ansonsten blieben die Bemühungen, das Musical ins Heute zu hieven, erfreulich dezent; von Handys abgesehen und der einen oder anderen Anspielung setzte die Inszenierung auf den vorgegeben Rahmen.

Plauen / Theater Plauen - Kiss me Kate - Sonja Westermann als Lilli Vanessi © Peter Awtukowitsch

Plauen / Theater Plauen – Kiss me Kate – Sonja Westermann als Lilli Vanessi © Peter Awtukowitsch

Und der hatte es in sich. Drei, vier Ebenen, die sich auch optisch im Bühnenbild (Tilo Staudte) abgrenzten, mischten sich flott in turbulenter Handlung. Da wird einmal vor dem perfekt gestalteten Vorhang agiert. Hier haben die beiden Geld eintreibenden Ganoven, optisch als Blues-Broth er auftrumpfende Gangster (Marcus Sandmann und Georg Streuber, als Gäste), ihren schmierig-charmanten Auftritt. Zudem ohne Ende, um stets aufs Neue Szenenbeifall einzuheimsen. Ihr unverwüstliches „Schlag nach bei Shakespeare“ bewies mit frivolem Text den mannigfaltigen erotischen Mehrwert kultureller Bildung. Wir wussten längst, dass Lesen nicht nur schlau macht.

Da sehen wir zudem mitten hinein in das farbkräftige Bühnenbild von Shakespeares Der Widerspenstigen Zähmung. Präsentiert als Musical „Zähmung“ und im Musical Kiss me, Kate  durch die Figuren verknüpft mit der Rahmenhandlung. Deren Verwicklungen wiederum verfolgen wir in der intimen Atmosphäre zweier Künstlergarderoben oder im sachlich-dunklen Interieur einer Hinterbühne. Dort werden wir voyeuristischer Zeuge der erotisch aufgeladenen Atmosphäre einer Vorstellungspause mit schwitzenden, ermatteten Sängerinnen und Sängern, Ballettdamen oder Bühnenpersonal und einem auch sonst überzeugenden Shin Taniguchi als Interpreten von „`s ist viel zu heiß“. Das alles mag verwirrend klingen, ist es aber nicht.

Plauen / TheaterPlauen - Kiss me Kate - Ballett-Ensemble © Peter Awtukowitsch

Plauen / TheaterPlauen – Kiss me Kate – Ballett-Ensemble © Peter Awtukowitsch

Denn im Kern geht es, wie in aller Kunst, selbst der schillerndsten, immer um wenige, existentielle Themen. Zum Beispiel Liebe. In unserem Falle also um die Frage, ob Lilli Vanessi (Sonja Westermann) noch Gefühle hegt für ihren Ex-Ehemann Fred Graham (Hinrich Horn) und umgekehrt. Obwohl Lilli längst auf eine triste Ehe mit Mr. Howell zutreibt und Fred der Sängerin Lois Lane zweideutige Komplimente macht und Blumen nebst Kärtchen schickt. Und wie in „Zähmung“ Petruchio am Ende sehr drastisch Katharina bändigt, so lässt die Rückkehr Lillis auf die Bühne Fred aufs Happy End hoffen.

Damit ist es an der Zeit, Hinrich Horn zu würdigen, der mit großer Stimme und alles beherrschender physischer Präsenz dominiert. Ein Glücksfall, ihn mit dieser Rolle betrauen zu können. Ihm ist Sonja Westermann eine ebenbürtige Partnerin. Maria Mucha, John Pumphrey und Maximilian Nowka hingegen haben es nicht leicht, gegen so viel elementare Wucht anzukommen. Maria Mucha trumpft mit leichtbekleidetem Sexappeal auf. Dem in Plauen nicht vergessenen Maximilian Nowka gelingt dies auch durch choreografische Eleganz. Schön war es, wieder einmal Jens Herrmann (als Baptista) auf der Bühne zu sehen.

Choreografin Amy Share-Kisslov trägt immens zum Gelingen des Stücks bei. Sie verstand es, alle Akteure in ständiger Bewegung zu halten und in den komplizierten Massenszenen bis zur letzten Reihe ästhetisch gelungen agieren zu lassen. Großes Lob gebührt den Damen und Herren des Philharmonischen Orchesters unter Thomas Peuschel. Die musikalische Qualität war der intelligenten, mit überraschenden Einfällen, Spielwitz und stringenter Handlungsführung überzeugenden Inszenierung von Christian Poewe ebenbürtig.

So gelingt im Vogtlandtheater Plauen das seltene Kunststück, mit einem Publikumsrenner fast auf den Tag genau Shakespeares 400. Todestag zu würdigen, dies mit populärer Musik zu würzen und alles in einem Musical von Weltrang genussvoll zu verpacken. Chapeau!  IOCO /  Lutz Behrens / 12.06.2016

Kiss me, Kate:   Weitere Vorstellungen 15.5.2016; 22.5.2016; 07.6.2016,  Kartentelefon  /-4848 zu unseren Kassenöffnungszeiten

Markneukirchen, 51. Internationaler Instrumentalwettbewerb, IOCO Aktuell, 08.05.2016

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

51. Internationaler Instrumentalwettbewerb  für Horn und Tuba
 Markneukirchen – 19. bis 28. Mai 2016

Markneukirchen / Bettina Aust © Christine Schneider

Markneukirchen / Bettina Aust © Christine Schneider

Eröffnet wird der Wettbewerb mit einem Konzert des Sinfonieorchesters Markneukirchen am Freitag, den 20. Mai 2016. Solistin des Abends wird die 27-jährige Klarinettistin Bettina Aust sein. Sie begeisterte als 1. Preisträgerin des Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen 2014 und kehrt nun mit dem Klarinetten-konzert von Wolfgang Amadeus Mozart an den Ort ihres Erfolges zurück. Auf dem Programm des Abends stehen außerdem die Ouvertüre zur Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart sowie Dvoráks 8. Sinfonie.

Das Blasorchester Markneukirchen, ebenfalls ein Laienorchester mit zahlreichen Musikinstrumentenbauern in seinen Reihen, gibt am darauffolgenden Dienstag, den 24. Mai 2016, ein Konzert unter dem Motto „Vive la France“ mit Ausschnitten aus „Les Miserables“, dem „Gendarmen von San Tropez“ und einer Auswahl der schönsten Chansons in Originalsprache. Gesangssolistin ist Lilly Menzel aus Markneukirchen, die Moderation übernimmt Jörg Simmat aus Plauen.

Christian Thielemann ist Schirmherr des Instrumentalwettbewerb

Markneukirchen / Im Elstergebirge Sachsens © A. Wunderlich

Markneukirchen / Im Elstergebirge Sachsens © A. Wunderlich

Markneukirchen ist schön. Doch die musikalische Tradition des Ortes ist spektakulär: Reizvoll auf dem westlichen Elstergebirge Sachsens gelegen, im oberen Vogtland nahe Tchechien, besitzt der Ort eine ungewöhnliche Spezialität: Um 1200 gegründet wird der Ort nach seinem Gründer Albertus Nothaft de Wildestein Nothaft genannt. Stadtrechte erhielt das Örtchen Nothaft bereits 1360. 1405 erstmals als Markt Neukirchen amtlich erwähnt, besaß es als „Amtsstädtchen“ schon früh Sitz und Stimme im „kursächsischen Landtag“.

Horn und Tuba sind Mittelpunkt des 51. Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen. Vom 19. bis 28. Mai 2016 lädt die Musikstadt erneut junge Musiker aus aller Welt ein, über vier Wettbewerbsrunden ihr herausragendes Können zu zeigen und sich der Bewertung durch namhafte Juroren aus dem In- und Ausland zu stellen.

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich © FFF

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich schafft eine neues Instrument © FFF

Überregionale Bedeutung gewinnt das kleine Örtchen ab 1658, als protestantische Glaubensflüchtlinge den Geigenbau in die Stadt bringen. 12 Geigenbauer gründen 1677 die erste Geigenmacherinnung, 1750 beginnt der Bogenbau, 1777 gründen Saitenmacher die erste Saitenmacherinnung. 1797 schließen sich Waldhorn- und Pfeifenmacher zur „Musikalischen Blas,- Instrumentenmachergesellschaft“ zusammen. Um 1800 werden Gitarren gebaut; Zithern und Mandolinen folgen bald. 1834 wird in Markneukirchen die erste Musikschule Deutschlands gegründet. Auch die Martin-Trompete (Schalmei) wird 1905 in Markneukirchen entwickelt.

Markneukirchen / Philharmonisches Orchester Plauen-Zwickau © Theater Plauen Zwickau

Markneukirchen / Philharmonisches Orchester Plauen-Zwickau © Theater Plauen-Zwickau

Glanzvoller Höhepunkt und Abschluss des Wettbewerbes wird auch 2016 wieder das Preisträgerkonzert mit den Bestplatzierten des Wettbewerbes in den Fächern Horn und Tuba am Samstag, dem 28. Mai 2016, 19.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen sein. Die beiden Bestplatzierten werden mit dem Hornkonzert von Jirí Pauer bzw. dem Tubakonzert von Alexander Arutiunian zu erleben sein. Beide Werke stehen auch in den Finalrunden am 26. Mai (Tuba) und am 27. Mai (Horn) auf dem Programm. Die Begleitung wird vom Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau unter der Leitung von GMD Lutz de Veer übernommen. Die weiteren Preisträger stellen im Preisträgerkonzert ihr Können noch einmal mit den herausragendsten Interpretationen aus ihrem Wettbewerbsprogramm unter Beweis.

Während der Wettbewerbstage wird es in den Instrumentenbau-Werkstätten, bei Ausstellungen und einem Fachgespräch auch wieder verschiedenste Möglichkeiten geben, sich dem Thema Instrumentenbau zu nähern. Dabei wird die rund 350-jährige Handwerkstradition, die erst im Dezember 2014 in die Liste des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen wurde, für jedermann greifbar.

Der zweifache Markneukirchener Preisträger im Fach Tuba, Roland Szentpali aus Ungarn wird am Montag, den 23. Mai, 18.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen einen Vortrag zur Entwicklung vom Serpent zur modernen Tuba halten und dabei auch gleich passende Musikbespiele vortragen.

Den Saxophonen im deutschsprachigen Raum widmet sich eine Sonderausstellung des Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen, die zur Museumsnacht am Samstag, den 21. Mai 2016, 19.00 Uhr eröffnet wird.

Allgemeines zum 51. Internationalen Instrumentalwettbewerb

Den Fachjuryvorsitz übernehmen Prof. Christian Lampert (Deutschland) für das Fach Horn, selbst Preisträger des Markneukirchener Wettbewerbes, sowie Markus Theinert (Deutschland) im Fach Tuba. Für beide Jurys konnten namhafte internationale Musikpädagogen bzw. Solisten gewonnen werden. Im Fach Horn sind dies: Prof. Mag. Johannes Hinterholzer (Österreich), Prof. Michael Höltzel (Deutschland), Prof. Herman Jeurissen (Niederlande), Prof. Erich Penzel (Deutschland), Prof. Frøydis Ree Wekre (Norwegen) und Prof. Vladimíra Klánská (Tschechische Republik), die kurzfristig für Prof. Ib Lanzky-Otto (Schweden) eingesprungen ist. Der Jury im Fach Tuba gehören an: Prof. Øystein Baadsvik (Norwegen), Prof. Gérard Buquet (Frankreich), Markus Hötzel (Deutschland, zweimaliger Preisträger des Markneukirchener Wettbewerbes), Prof. Eiichi Inagawa (Japan), Prof. Daniel Perantoni (USA), Prof. Josef Steinböck (Österreich), Stefan Tischler (Deutschland) und Prof. Jörg Wachsmuth (Deutschland, zweimaliger Preisträger des Wettbewerbes in Markneukirchen), der insbesondere als Solist mit der Markneukirchener Riesentuba eine enge Beziehung zur Musikstadt pflegt. Die künstlerische Leitung liegt in den Händen des Präsidenten für Blasinstrumente Professor Peter Damm. Die Schirmherrschaft haben der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden Christian Thielemann, die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange sowie Professor Kurt Masur (†) übernommen.

Das Fach Tuba hat in Markneukirchen einen besonderen Stellenwert, wurde doch mit der Einführung dieses Faches im Jahr 1980 ein Instrument auf das internationale Podium geholt, das solistisch oft nur ein Schattendasein führt. Umso bemerkenswerter sind die Leistungen der Teilnehmer und ein Erfolg in Markneukirchen wird ein Meilenstein in ihrer künstlerischen Laufbahn sein.  PMStMNK – IOCO / 08.05.2016

 

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