Osnabrück, Theater am Domhof, 4. Internationale Tanzgala, IOCO Kritik, 17.06.2016

Juni 17, 2016  
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Theater Osnabrück

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Tanzgala zwischen klassischer Strenge und Witz

  4. Internationale Tanzgala Osnabrück begeistert mit breitem Spektrum 

Es ist die vierte internationale Tanzgala, seit Mauro de Candia und Dramaturgin Patricia Stöckemann die Tanzsparte am Theater Osnabrück leiten.  Von Hanns Butterhof 

 Osnabrück / Meninos von Introdans © Hans Gerritsen

Osnabrück / Meninos von Introdans © Hans Gerritsen

Jetzt erlebte ein begeistertes Publikum im Theater am Domhof das breite Spektrum der Tanzwelt. Informativ und gut gelaunt moderierten die beiden Gastgeber 12 Stücke mit Tanz vom romantischen 19. Jahrhundert bis heute, von intensivem Ernst bis zur Travestie.
De Candia selber war mit drei Beiträgen vertreten. Seine Dance Company machte den Anfang mit einem Ausschnitt aus „Sweet Shadow“, das ebenso wie das „Prélude“ im Rahmen des Tanzabends „Tri_Angel“ im aktuellen Programm läuft. Als Schlusspunkt präsentierte die holländische Company Introdans de Candias Choreografie „Meninos“. In dem lustigen Stück rund um den spanischen Stierkampf zittern zu Musik aus „Carmen“ Macho-Matadoren die Knie, und schöne Frauen konkurrieren miteinander.

Osnabrück / Debora Di Giovanni und Andrei Morariu in „The Sofa“ © Bettina Stöß

Osnabrück / Debora Di Giovanni und Andrei Morariu in „The Sofa“ © Bettina Stöß

Mit lustigen Stücken hat diese Tanzgala einen neuen Schwerpunkt. Zweimal brachte Raffaele Morra von Les Ballets Trockadero de Monte Carlo das Publikum zu juchzendem Beifall, als er mit perfektem Spitzentanz die Allüren des klassischen Balletts karikierte und sein Tutu beim „Sterbenden Schwan“ Federn ließ.
Von eigenständig frischer Komik ist „The Sofa“, ein Tanz an der Grenze zur Artistik. Debora Di Giovanni, Andrei Morariu und Francesco Nigro vom Ballett Dortmund fesseln mit der knackigen Geschichte einer anfangs abgewehrten, dann aber doch überraschend glückenden Annäherung erst zwischen Mann und Frau, dann zwischen zwei Männern.
Zum ersten Mal dabei sind Ty Boomershine mit dem spröden, selbstbezogenen Stück „7 Dialogues“ und David Dawsons vom Dresdener Semperoper Ballett mit „Sweet Spell Of Oblivion“. Darin tanzen Courtney Richardson und Julian Lacey sehr körperlich eine klassisch anmutende Partie, als würde der moderne Ausdruckstanz dem Zauber der alten Ballettkunst verfallen.

 Osnabrück / Yulanne de Groot und Pascal Schut tanzen Hans van Manens „Andante“ © Hans Gerritsen

Osnabrück / Yulanne de Groot und Pascal Schut tanzen Hans van Manens „Andante“ © Hans Gerritsen

Diesen Zauber beschwören die jungen Amyra Badro und Francisco Patricio von der Ballettschule Basel, die mit viel Spitze und Pirouetten den Bauern-Pas-de-deux aus der romantischen „Giselle“ von 1841 zeigen. Wenn dann Ilena Montagnoli und Mikhail Kaniskin vom Staatsballett Berlin mit schwereloser Leichtigkeit den zweiten Teil von „Giselle“ tanzen, ist das begeisterndes Ballett in Perfektion. Auch Hans van Manens „Andante“ bezaubert durch die Verbindung von klassischer Form und modernem Tanz. Yulanne de Groot und Pascal Schut von Introdans gestalten zur Musik Mozarts eine intensive, begehrliche Beziehung sexuell aufgeladener Körper. Wunderbar!

Die Tanzgala konnte sich auch mit einer Uraufführung schmücken. In „Mönch und Nonne“ lässt Martin Schläpfer vom Düsseldorfer Ballett am Rhein Marlúcia do Amaral, Marcos Menha und Alexander Simões eindringlich eine Dreiecksgeschichte tanzen. In ihr verbinden sich zu Bachs Goldberg-Variationen und Asaf Avidans Gesang Strenge und Leichtigkeit – ein treffendes Bild für die Tanzkunst und die mit Ovationen gefeierte Gala selbst.  IOCO / Von Hanns Butterhof / 17.06.2016

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Osnabrück, Theater Am Domhof, Elektra: Leben für den Augenblick der Rache, IOCO Kritik, 10.06.2016

Juni 9, 2016  
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Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Elektra von Richard Strauss, konzertant

Ein Leben für den Augenblick der Rache

Die konzertante Strauss-Oper „Elektra“ ist von musikalisch-emotionaler Wucht. Von Hanns Butterhof.

Strauss’ „Elektra“ ist wie für eine konzertante Aufführung geschaffen. Das Libretto Hugo von Hofmannsthals um Elektra, die Tochter des griechischen Fürsten Agamemnon, ist von solcher Dichte, dass man an den Lippen der drei die Oper tragenden Sängerinnen hängt und nur Strauss’ kongeniale Musik wichtig wird.

 Osnabrück / Rachael Tovey als Elektra © Jörg Landsberg

Osnabrück / Rachael Tovey als Elektra © Jörg Landsberg

Richard Strauss’ „Elektra“ ist die letzte, die erschütterndste Oper der laufenden Spielzeit. In der konzertanten Aufführung im Theater am Domhof  schaffen Orchester und Sängerensemble eine derart fesselnde Dramatik, dass ein einziger Stuhl als Requisit ausreicht.

Es ist vor allem Rachael Tovey, deren Elektra das Publikum mit ihrer kräftezehrenden Partie durch eine ganze Gefühlswelt mitreißt. Mit strähnigem Haar und schwarzem kittelartigem Gewand (Kostüme: Linda Schnabel) hat sie auf alle Fraulichkeit verzichtet. Aus ihrer unendlich tiefen Trauer um den Vater Agamemnon zieht sie den unstillbaren Rachedurst gegen dessen Mörder, ihre Mutter Klytämnestra und deren Liebhaber Ägisth. Mit kalter Bosheit begegnet sie ihrer Mutter, kann aber auch süß schmeichelnd um ihre Schwester werben. Erschütternd ist ihr Bekenntnis, dass ihr Leben auf den Tag der Rache hin sie selber zerstört hat. Wie viel authentischer ist ihre fundamentale Ablehnung der dekadenten Umwelt als die junger Männer, die fahnenschwingend mit testosteronbasiertem Lachen auf Pickups durch die Wüste brettern! Dass die Regie (Szenische Einrichtung: Ralf Waldschmidt) sie nach dem von ihrem Bruder Orest vollbrachten Mord nicht im triumphalen Tanz sterben, sondern wie ausgebrannt verlöschen lässt, ist eine zu Recht gnädige Humanisierung Elektras.

Osnabrück / Elektra wirbt um Chrysothemis’ Hilfe © Jörg Landsberg

Osnabrück / Elektra wirbt um Chrysothemis’ Hilfe © Jörg Landsberg

Ihr positives Gegenstück ist ihre jüngere Schwester Chrysothemis. In Weiß gekleidet ist Lina Liu mit ihrem jugendlichen Sopran ganz unreflektierte Lebenslust und liebesbedürftige Fraulichkeit, die vom Orchester mit den Klangfarben des Frühlings geziert wird.

In ihrer edlen Robe ist die Klytämnestra Martina Dikes eine durch Furcht vor Bestrafung zerrüttete Frau. Fahl klagt sie, nicht mehr schlafen und an der höfischen Spaßgesellschaft keine Freude mehr finden zu können. Sie ist lebend schon tot.

Neben den drei Frauen ist für Orest (Rhys Jenkins) kaum Raum für eine ausgeprägtere Charakterzeichnung. Sein Mord an Klytämnestra und Ägisth (Mark Hamman) vollzieht sich hinter den Kulissen und ist nur in der Musik grausig hörbar.

Das auf der Bühne plazierte Osnabrücker Symphonieorchester unter Andreas Hotz zeichnet die überhitzte Psychologie der Figuren häufig mit dramatisch schreienden Dissonanzen, aber auch lyrisch sinnlichem Wohlklang. Es macht eindrucksvoll hörbar, was an Handlung nicht zu sehen ist – ein vollendetes musikdramatisches Ereignis, das nach knapp zwei Stunden forderndsten Gesangs alle stehend dargebrachten Ovationen verdient hat.  IOCO / Von Hanns Butterhof / 10.06.2016

Theater am Domhof, Elektra von Richard Strauss, die nächsten Vorstellungen: 14. und, zum letzten Mal, 17.6., jeweils 19.30 Uhr.

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Osnabrück, emma-theater, Oshi-Deutsch: Die Geschichte namibischer Kinder in D, IOCO Kritik, 01.06.2016

Juni 2, 2016  
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Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

 

„Oshi-Deutsch – Die DDR-Kinder von Namibia“

In der Fremde daheim und in der Heimat fremd

Oshi-Deutsch:  Geschichte einer abgebrochenen Integration. Von Hanns Butterhof

Osnabrück / emma-theater Oshi in der DDR © Jörg Lewandowski

Osnabrück / emma-theater Oshi in der DDR © Jörg Lewandowski

In Oshi-Deutsch – Die DDR-Kinder von Namibia, das jetzt am emma-theater Osnabrück  Premiere feierte, setzen Gernot Grünewald und Sandy Rudd die merkwürdige Geschichte von über 400 namibischen Kindern in Szene. Sie dokumentieren einprägsame Situationen und wesentliche Stationen im Leben dieser Kinder, die von 1979 an in der DDR lebten und nach deren Ende 1990 nach Namibia zurückgeschickt wurden.

Den Anstoß zur Hilfe durch die DDR gab der traumatisierende Angriff südafrikanischer Soldaten auf ein namibisches Flüchtlingslager in Kassinga 1978, der auch am Anfang des Stückes steht. Im flackernden Stroboskoplicht, zu Explosionsgeräuschen und harten Trommelschlägen des namibischen Musikers Elemotho, der mit dem Gitarristen Samuel Batola das Stück begleitet, sinken Sterbende zu Boden.

Osnabrück / emma-theater Oshi © Jörg Lewandowski

Osnabrück / emma-theater Oshi © Jörg Lewandowski

Weitere Szenen geben das Leben in der „heilen Welt“ des Kinderheims Schloss Bellin bei Güstrow wieder. Anne Hoffmann, Rébecca Marie Mehne und Oliver Meskendahl stellen meist die deutschen Erzieher dar; in ihrer Unbedarftheit gegenüber der auch für sie unbekannten Situation kommen sie erstaunlich gut weg. Junge Namibier spielen die Kinder, unter ihnen leibhaftige Kinder der Kinder, die sie darstellen.
Sie erzählen vom heimeligen Kaminfeuer, dem ersten Schnee ihres Lebens und singen Weihnachtslieder unter dem Tannenbaum. Später wird in der „Schule der Freundschaft“ in Staßfurt für das Ziel, die Kinder gut ausgebildet für den Befreiungskampf oder als Kader für den Aufbau des neuen Staates nach Namibia zurück zu schicken, der Umgang mit Gewehren geübt und ideologische Schulung betrieben. Farbige Kinder in FDJ-Hemden recken kämpferisch die Fäuste.

Osnabrück / emma-theater Oshi 3 © Jörg Lewandowski

Osnabrück / emma-theater Oshi 3 © Jörg Lewandowski

Am Ende erzählen drei von ihnen, was nach der Rückkehr in Namibia aus ihren Eltern wurde und wie sie diese bewundern. Bei der danach aufkommenden ausgelassenen Partystimmung könnte man annehmen, dass „Oshi-Deutsch“ eine Erfolgsgeschichte ist.
Doch das Stück lässt nur einen kurzen Blick auf die eher tragische Situation der Kinder und ihre abgebrochene Integration zu: Obwohl sie theoretisch immer auf ihre Rückkehr nach Namibia vorbereitet waren, hatten sie sich emotional doch in der DDR heimisch gefühlt. Dann wurden sie in ein Land und zu Menschen verschickt, die ihnen fremd geworden waren.

„Oshi-Deutsch“ dokumentiert die Kollektiv-Geschichte der namibischen DDR-Kinder anhand von Interviews, teilweise in schwer verständlichem Englisch. Keines der Kinder wird dabei als Individuum sichtbar, so dass „Oshi-Deutsch“ in bewegte Szene gesetzte Information bleibt, aber kein bewegendes Theater wird.  Von Hanns Butterhof / 01.0.2016

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emma-theater Osnabrück: Oshi-Deutsch  Die nächsten Termine: 8., 10., 14., 16., 17. und 21.6., jeweils 19.30 Uhr. Danach folgen Gastspiele in Güstrow und Staßfurt sowie eine Vorstellungsserie in Namibia.

Foto Legende: 1) Sabrina Kaulinge vor den Namen der namibischen DDR-Kinder. 2) Oliver Meskendahl als deutscher Lehrer mit namibischem Kind (Shakira Ntakirutimana).  3) Rébecca Marie Mehne als deutsche Lehrerin trainiert und indoktriniert ein namibisches Kind (Shakira Ntakirutimana). Foto: Jörg Lewandowski

Osnabrück, Theater am Domhof, Spielplan 2016/17: Von Mozart bis Houellebecq, IOCO Aktuell, 31.05.2016

Juni 1, 2016  
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Theater Osnabrück

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Osnabrück / Theater am Domhof © Marius Maasewerd

Spielplan 2016/17: Mozart, Büchner, Schirach, Gogol….

Zwischen Aufklärung und Unterhaltung

 Osnabrück / Auch 2016-17 wieder: My fair Lady © Joerg Landsberg

Osnabrück / Auch 2016-17 wieder: My fair Lady © Joerg Landsberg

Das Theater der Stadt Osnabrück in Niedersachsen ist ein Fünf-Sparten Haus für Konzert, Schauspiel, Musik- und Tanztheater wie Junges Theater.  Das Theater am Domhof hat 642 Plätze und eine schöne Jugendstilfassade. 1909 wurde es mit Shakespeares Julius Caesar eröffnet. Das kleine Haus mit knapp 100 Plätzen, das emma-theater, liegt dicht vor der Stadtmauer mit dem Heeger-Tor. Es zeigt meist experimentelle oder aktuelle Stücke von häufig jüngeren Autoren.  Von Hanns Butterhof

Im Dezember 2015 wurden die Städtischen Bühnen Osnabrück mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet. In der Preisvergabe heißt es: „Den Städtischen Bühnen Osnabrück gelingt es auf beeindruckende Weise, mit allen Sparten gleichermaßen ein qualitativ bemerkenswertes und stringentes Programm zu gestalten. Nachhaltige Autorenförderung steht hier ebenso im Zentrum wie ein ambitioniertes Musiktheater, das sich selten gespielten und zeitgenössischen Opern öffnet...“

Osnabrück / Theater Intendant Ralf Waldschmidt © Marek Kruszewski

Osnabrück / Theater Intendant Ralf Waldschmidt © Marek Kruszewski

Das Osnabrücker Theater versteht Intendant Dr. Ralf Waldschmidt als Ort lebendiger Diskussion, nicht als hehren Kunsttempel. Bei der Vorstellung der neuen Spielzeit 2016/17 mit prallen 28 Premieren und 10 Wiederaufnahmen betont er die gesellschaftliche Verpflichtung, die sich für das „Theater in der Friedensstadt“ ergibt. Doch kommt auch die Unterhaltung im neuen Programm nicht zu kurz.

Die „Kernthemen“  Menschenrechte, Toleranz und Fortführung des „Projekts Aufklärung“ finden ihren Platz am deutlichsten in der Schauspielsparte. Dominique Schnizer, der neue leitende  Schauspielregisseur, positioniert daher Lessings Toleranz-Drama Nathan der Weise zentral und flankiert es  mit Georg Büchners Dantons Tod und von Schirachs Terror. Das konkretisiert die Lessingsche Aufklärungsidee historisch, und mit Michel Houellebecqs  Unterwerfung wird ihr aktueller Stand provokant beleuchtet.

 Osnabrück / Theater GMD Andreas Hotz © Marek Kruszewski

Osnabrück / Theater GMD Andreas Hotz © Marek Kruszewski

Doch ist auch viel Komödie im Programm. Sie reicht von Nicolai Gogols Klassiker Der Revisor über eine deutschsprachige Erstaufführung von Das Lächeln einer Sommernacht des eher als Regisseur düsterer gesellschaftskritischer Filme bekannten Ingmar Bergmann bis hin zu Lutz Hübners boulevarderprobtem Stück Frau Müller muss weg.

Im Musiktheater stellt Generalmusikdirektor Andreas Hotz Mozarts Oper Die Zauberflöte unter das große Thema „Aufklärung“, insofern Mozart die humanitären Fragen der Zeit stelle. Franz Lehárs Operette Die lustige Witwe und Giacomo Puccinis Oper Manon Lescaut  entziehen sich dieser Zuordnung eher wie auch das als witzig und schrill angekündigte Musical The Addams Family von Andrew Lippa.

 Osnabrück / Theater: Die Physiker auch in 2016/17 © Marek Kruszewski

Osnabrück / Theater: Die Physiker auch in 2016/17 © Marek Kruszewski

Mit Ausgrabungen wie der Braunfels-Oper Die Vögel oder Manfred Gurlitts  Soldaten hatte das Musiktheater bisher eine äußerst glückliche Hand. Gespannt darf man daher auf Das Lied der Nacht von Hans Gál sein. Die 1930 erfolgreich uraufgeführte Oper wurde danach zusammen mit ihrem ins Exil gegangenen Komponisten vergessen.

Das Konzertangebot ist von Johann Sebastian Bach bis Mikis Theodorakis breit gefächert, die Schlosskonzerte Haydn Plus stellen jeweils Joseph Haydn einem weiteren Komponisten spannend gegenüber.

Osnabrück / Theater - TRI-ANGLE Prelude © Jörg Landsberg

Osnabrück / Theater – TRI-ANGLE Prelude © Jörg Landsberg

Interessant dürfte auch das werden, was der Künstlerische Leiter der Dance Company Theater Osnabrück, Mauro de Candia, aus dem Ballett Schwanensee macht. Denn zur Life-Musik Tschaikowskys, versichert de Candia, wird es keinen Spitzentanz geben. Zudem arbeitet de Candia für einen einst von Mary Wigman choreografierten Totentanz wie beim spektakulären Sacre du Printemps wieder mit Marco Goecke zusammen; das sehr hermetische Projekt Biografia del Corpo führt er mit Rafaële Giovanola weiter.

Insgesamt dürfte der vielseitige Spielplan das intakte Verhältnis von Stadt und Bürgern zu ihrem Theater Osnabrück stärken, das mit relativ geringem Budget Hervorragendes leistet, wofür es zu Recht mit dem „Theaterpreis des Bundes“ ausgezeichnet wurde.  IOCO /  Hanns Butterhof / 31.05.2016

 

 

 

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