Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, LA BOHÈME, 10.06.2012

oldenburg.jpg

Oldenburgisches Staatstheater

Giacomo Puccini

LA BOHÈME

Szenen aus Henri Murgers La vie de Bohème in vier Bildern (1896)
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

So 10. Juni um 19.30 Uhr im Großen Haus
Weitere Vorstellungen: Do 14., Sa 23., Do 28. Juni
Musikalische Leitung: Johannes Stert; Inszenierung: Lorenzo Fioroni
Bühne: Paul Zoller; Kostüme: Katharina Gault; Chor: Thomas Bönisch
Dramaturgie: Lars Gebhardt

Mit: Inga-Britt Andersson, Angela Bic; Peter Felix Bauer, Paul Brady, Michael Jörg van Hagen, Stefan Heibach, Henry Kiichli, Leonard Katarzynski/ Toshihiko Matsui, Mykola Pavlenko, Michael Pegher, Andrey Valigura

Die Bohémiens: Sie wollen die Freiheit von bürgerlicher Konvention. Sie suchen nach einer Erfüllung des Lebens durch die Kunst. Sie machen keine Kompromisse und feiern ihre Unabhängigkeit… Dieser Mythos als Wunschtraum des etablierten Bürgers im behaglichen Heim nährt sich aus Henri Murgers Episodenroman »La vie de Bohème«. Giacomo Puccini war fasziniert von dem Stoff: »Da ist Menschlichkeit, da ist Empfindung, da ist Herz. Und da ist vor allem Poesie.« Er inspirierte ihn zu einer Oper, deren Musik bis heute ins Herz sticht. La Bohème gehört zu den meistgespielten Opern weltweit, hier vereint Puccini Melodien von zarter Schönheit mit einer melodramatischen Handlung, die aber nie ins Süßliche abrutscht.

Regisseur Lorenzo Fioroni inszeniert das tieftraurige und zugleich ironisch-heitere Drama rund um das Liebespaar Rodolfo und Mimì als eine Weihnachtsgeschichte von heute: Bittere Armut steht neben üppigen Reichtum, lebendigstes Volksgetümmel neben zermürbender Einsamkeit. Der Eiseskälte der Gesellschaft begegnen die armen Künstler Rodolfo, Marcello, Schaunard und Colline mit Ironie, Spott und Improvisationskunst. Es sind Außenseiter und Randfiguren, die sich durchs Leben schlagen. Doch die aufrichtige und wahrhafte Liebe Mimìs taut das Eis und lässt die Bohémiens neuen Lebensmut finden.

Lorenzo Fioroni inszenierte u.a. an der Deutschen Oper Berlin, in Kassel, Osnabrück, Mainz, Heidelberg und Augsburg. Johannes Stert, der in Oldenburg bereits Cardillac, Fräulein Julie und Die Geschichte vom Soldaten dirigiert hat, hat die musikalische Leitung inne.


Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, Premiere VERSCHWUNDEN, 26.05.2012

oldenburg.jpg

Oldenburgisches Staatstheater

Premiere VERSCHWUNDEN

Charles Way

Ein modernes Märchen (2008)

Ab 11 Jahren

Sa 26. Mai um 16 Uhr im Spielraum

Weitere Vorstellungen: Mo 28., Mi 30., Do 31. Mai

Inszenierung: Krystyn Tuschhoff; Ausstattung: Uta Materne Musik: Markolf Naujoks; Dramaturgie: Matthias Grön

 Mit: Hanna Franck, Anna Steffens; Bernhard Hackmann, Rüdiger Hauffe

Grete ist weg. Verschwunden. Vor den Augen ihres Bruders Hans wurde sie mit falschen Versprechungen in eine Falle gelockt. Selbst die Polizei ist ratlos und bricht die erfolglose Suche nach dem Mädchen ab. Während der arbeitslose Vater mit der Situation überfordert ist und in Selbstmitleid und Alkohol versinkt, schaltet die Stiefmutter die Medien ein. Und so führt der Fall »Grete« zu großer öffentlicher Anteilnahme. Schon bald gibt es im Fernsehen Talkshows über Kinderarmut, über Verlierer und Gewinner in der Gesellschaft. Die Familie wird mit Solidaritätsbekundungen und Geldspenden überhäuft. Doch dann lässt das öffentliche Interesse nach. Hans ist verzweifelt. Wem soll er erzählen, was er gesehen hat, damals in der Nacht als Grete verschwand? Ob die Stiefmutter mehr weiß, als sie vorgibt zu wissen? Hans wird misstrauisch. Er macht sich allein auf die Suche und kommt einem Geheimnis auf die Spur, dem er sich erst nach und nach zu stellen bereit ist.

Verschwunden ist ein modernes Märchen über soziale Armut und über die damit verbundenen Klischees. Und ein spannender Krimi über die Suche nach einem Happy End. Der Autor Charles Way wurde für Verschwunden mit dem Deutschen Kindertheaterpreis 2010 ausgezeichnet.

Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, DIE VERSUCHUNG DES HEILIGEN ANTONIUS, 08.04.2012

oldenburg.jpg

Oldenburgisches Staatstheater

Ulrich Kreppein

DIE VERSUCHUNG DES HEILIGEN ANTONIUS (UA)

Textfassung von Patrick Hahn und Martina Stütz nach dem szenischen Roman von Gustave Flaubert (1874)

Ein Kooperationsprojekt des Oldenburgischen Staatstheaters und der Deutsche Bank Stiftung

 In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Di 8. Mai um 19.30 Uhr im Großen Haus

Weitere Vorstellungen: Sa 12., Do 17., Sa 26. Mai

 

Musikalische Leitung: Lennart Dohms, Barbara Kler; Inszenierung: Alexander Fahima Ausstattung: Julia Schnittger; Chor: Thomas Bönisch Dramaturgie: Patrick Hahn, Sebastian Hanusa, Martina Stütz

Mit: Inga-Britt Andersson, Ute Biniaß, Undine Mentzel, Ks. Marcia Parks, Anja Rabsilber; Eike John Ahrens, Peter Felix Bauer, Paul Brady, Anthony Gardner, Henry Kiichli, Yun-Seong Kim, Toshihiko Matsui, Michael Pegher, René Schack

Im Verlauf einer Nacht durchlebt der Eremit Antonius verschiedenste Prüfungen. Erst erscheint ihm die sagenhafte Königin von Saba als Inbegriff erotischer Wunschträume, später begegnet ihm sein ehemaliger Schüler Hilarion, mit dem zusammen er verschiedene Visionen durchlebt: Orgien und Mysterien, den Streit um wahren Glauben und Ketzerei und den Untergang des Götterhimmels. Schließlich verwandelt sich Hilarion in den Teufel, um Antonius zu einer letzten und größten Versuchung zu führen: der Erkenntnis.

Über 25 Jahre hinweg arbeitete Gustave Flaubert an seinem szenischen Roman Die Versuchung des heiligen Antonius und schuf damit sein wohl radikalstes Werk. Aus einer Überfülle kulturhistorischen Materials entwirft er Traumwelten, durch die er seinen Protagonisten in einer rauschhaften Bilderfolge reisen lässt und derer Überfülle diesen in einen Zustand permanenter Überforderung stürzt.

Für eine Gruppe junger Theatermacher um den Komponisten Ulrich Kreppein und den Regisseur Alexander Fahima ist Flauberts Text der Ausgangspunkt für ein Uraufführungsprojekt, das den Bilderrausch der Romanvorlage mit den Mitteln des zeitgenössischen Musiktheaters auf die Bühne des Oldenbburgischen Staatstheaters bringt. Das Projekt entstand als Gemeinschaftsprojekt von Stipendiaten der Akademie Musiktheater heute der Deutsche Bank Stiftung und wird von dieser unterstützt.

Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, 5. Sinfoniekonzert, 25./26./30.03.2012

oldenburg.jpg

Oldenburgisches Staatstheater

Naturgewalten. 5. Sinfoniekonzert des Oldenburgischen Staatsorchesters

 
In Kooperation mit dem Theater Bielefeld
 
Luca Lombardi * Mare (UA)
Richard Strauss * Eine Alpensinfonie, op. 64
 
Dirigent: Thomas Dorsch
Oldenburgisches Staatsorchester und Bielefelder Philharmoniker
 
So 25. März 2012, 11.15 Uhr und Mo 26. März 2012, 19.30 Uhr, Weser-Ems-Halle Oldenburg
Fr 30. März 2012, 20 Uhr und So 1. April 2012, 11 Uhr, Rudolf-Oetker-Halle Bielefeld
 
Das spätromantische Monumentalwerk trifft auf die Musik des 21. Jahrhunderts und alpine Gipfelwelten erheben sich aus dem platten Marschland knapp über Normalnull! Im fünften Sinfoniekonzert der Spielzeit stellt das Oldenburgische Staatsorchester der Alpensinfonie von Richard Strauss die Uraufführung von Luca Lombardis zwanzigminütigem Orchesterwerk Mare gegenüber. Letzteres ist Teil eine größeren Zyklus, der 2007 mit der Uraufführung des Orchesterstücks Terra begann und dessen maritimer Fortsetzung Lombardi zu Teilen während eines Aufenthalts von Lombardi im Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst entstand – inspiriert vom intensiven Austausch mit den dort tätigen Meeresforschern.
Die Aufführung der zwei groß besetzten Werken, die je auf ihre Art ihre Kraft aus einem farbenreich-virtuosen Umgang mit dem Orchesterapparat gewinnen, ist Dank der Kooperation des Oldenburgischen Staatstheaters mit dem Theater Bielefeld möglich. Musikerinnen und Musiker beider Orchester in je zwei Konzerten in Oldenburg und Bielefeld, es dirigiert Thomas Dorsch, der musikalische Oberleiter des Oldenburgischen Staatstheaters.

Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, Premiere KÁTJA KABANOVÁ, 10.03.2012

oldenburg.jpg

Oldenburgisches Staatstheater

KÁTJA KABANOVÁ

LeosJanácek

Oper in drei Akten (1921)
In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Sa 10. März um 20 Uhr im Großen Haus

Weitere Vorstellungen: Fr. 16., Mi 21., Mi 28. März

Musikalische Leitung: Thomas Dorsch; Inszenierung: Lydia Steier  Bühne: Flurin Borg Madsen; Kostüme: Ursula Kudrna; Chor: Thomas Bönisch
Dramaturgie:Lars Gebhardt

Mit: Jayne Casselman, Linda Sommerhage, Valérie Suty; Henry Kiichli, Alexej Kosarev Daniel Ohlmann, Michael Pegher, Andrey Valiguras

Opernchor des Oldenburgischen Staatstheaters; Oldenburgisches Staatsorchester

 Eingeengt zwischen selbstgestellten Ansprüchen und familiärem Druck lebt die junge Kátja in der russischen Provinz: Ihr Mann Tichon ist ein Muttersöhnchen, die Schwiegermutter Kabanicha eine tyrannische Matriarchin. In dieser beengenden Gesellschaft hat man als junge Frau vor allem eines: zu funktionieren. Nur Varvara, Pflegetochter im Hause Kabanoff, und Kudrjasch, ein junger Lehrer, suchen sich ihren Weg der freien Liebe. In dem Zugereisten Boris findet Kátja die Erwiderung ihrer Leidenschaften. Kátja kämpft mit Selbstvorwürfen und kann ihren Fehltritt nicht verschweigen. Sie beichtet der versammelten Dorfgemeinschaft und ihrer bigotten Schwiegermutter den Ehebruch. Der Alltag geht weiter, doch Kátja kann mit ihrer Schuld nicht leben.

Schon die Vorgängeroper Jen?fa machte den tschechischen Komponisten LeošJaná?ek bekannt. Mit Kátja Kabanová wurde er zu einem der bedeutendsten Opernkomponisten seiner Zeit. Hier wird das Orchester zum eigentlichen Träger der dramatischen Ereignisse: Unter der Leitung von Thomas Dorsch wird das Oldenburgische Staatsorchester die überaus kraftvolle, konzentriert emotionale Musiksprache Janá?eks entfesseln.

Regisseurin Lydia Steier, die in der letzten Spielzeit mit der Inszenierung von Händels Saul begeisterte, kehrt jetzt mit Kátja Kabanová nach Oldenburg zurück. In einer realistisch-surrealistischen Szenerie wird sich die Tragödie zwischen Stummfilmkulisse, expressionistischen Räumen und alptraumhafter Puppenwerkstatt abspielen…

Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, 4. Sinfoniekonzert TODSÜNDEN, 12./13./14.02.2012

oldenburg.jpg

Oldenburgisches Staatstheater

4. Sinfoniekonzert
TODSÜNDEN

Moderiert von Roger Willemsen
Werke von Händel, Mozart, Brahms, Dvo?ák, Bartók, Webern, Cage u. a.

So 12. Februar 2012, 17 Uhr
Mo 13. und Di 14. Februar 2012, 19.30 Uhr

Dirigent: Johannes Klump
Mit dem Oldenburgischen Staatsorchester

»Wann darf ich klatschen?« Die Beantwortung dieser einfachen Frage erweist sich für den als knifflig, der zum ersten Mal ins klassische Konzert geht. Manch anderen schreckt sie gar davon ab, überhaupt einen Fuß in einen Konzertsaal zu setzen – denn wer blamiert sich schon gern, nur weil er seiner Begeisterung freien Lauf lassen will? Also vermitteln Konzertpädagogen Kindern vor dem Konzert dessen Verhaltenskodex und Stars der Klassikszene wie der Geiger Daniel Hope schreiben einen wohlmeinenden Konzertknigge für Erwachsene, um jedermann zu einem gelungenen Konzertbesuch zu verhelfen.

Doch Hand aufs Herz: Spätestens wenn der Hustenreiz quält, das Kind quengelt, der Platznachbar das spontane Nickerchen mit strafendem Blick bedenkt oder man die Anzahl der Sätze der Sinfonie im Programmheft nachlesen muss, um zu wissen, wann geklatscht werden darf, stellt sich die Frage: Wer hat sich das bloß ausgedacht? Und warum?

Das Konzert, wie wir es heute kennen, mit halb-dunklem Saal, Orchesteraufstellung, Dirigent mit Taktstock, Programmheftchen und konzentriert zuhörendem Publikum – es ist ein Kind des 19. Jahrhunderts, des »langen« bürgerlichen Jahrhunderts. Im 4. Sinfoniekonzert der Spielzeit will sich das Oldenburgische Staatsorchester unter der Leitung von Johannes Klumpp auf die Suche nach den Konventionen und Regeln des Konzertes machen. Im Dialog mit dem Moderator Roger Willemsen  wird das Orchester einen wilden Ritt durchs Repertoire machen: Von der barocken Ouvertüre mit Händels Feuerwerksmusik über romantische Sinfoniesätze von Johannes Brahms und Antonín Dvo?ák bis hin zu den antreibenden Rhythmen von Bartóks Tanzsuite in sechs Sätzen wird ein Bogen geschlagen und die Frage nach den Todsünden gestellt: Was darf man im Konzert und was nicht?

Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, I CAPULETI E I MONTECCHI Konzertant, 25.11.2011

 oldenburg.jpg

Oldenburgisches Staatstheater

ROMEO UND JULIA  von Vincenzo Bellini

Libretto von Felice Romani

Fr 25. November um 19.30 Uhr im Großen HausWeitere Vorstellungen: So 11., Do 22., Do 29. Dezember, So 15. Januar

Musikalische Leitung: Thomas Dorsch; Chor: Thomas Bönisch, Dramaturgie: Lars Gebhardt
Mit: Mareke Freudenberg, Linda Sommerhage; Paul Brady,Stefan Heilbach, Andrey Valiguras
Opernchor des Oldenburgischen Staatstheaters; Oldenburgisches Staatsorchester

Mit Romeo und Julia (I Capuleti e i Montecchi) schuf der junge Vincenzo Bellini eines der Meisterwerke des italienischen Belcanto. Die tragische Liebesgeschichte von Romeo und Julia, die uns heute vor allem durch Shakespeares Drama tradiert ist, wird bei Bellini und seinem Librettisten Felice Romani – so sagt es schon der Titel – noch mehr in den Zusammenhang der rivalisierenden veronesischen Familien gerückt. Nicht das zarte Kennenlernen der Liebenden, der Prozess vom Aufflammen bis zum tragischen Ende der Liebe wird in der Oper geschildert, nein, ganz in der Tradition der Belcanto-Opern, wo privates und öffentliches Leben unheilvoll miteinander verstrickt sind, wird der Grundkonflikt der verfeindeten Familien noch zugespitzt.

1830 am Teatro La Fenice unter glücklichen Umständen uraufgeführt, gelang Bellini mit I Capuleti e i Montecchi der Durchbruch auf nationalem und internationalem Niveau. Dabei schaffte er es, die Form der italienischen Oper mit Dramatik und Theatralität anzureichern, ohne auf die großen, ausladenden Gesangslinien und fast statisch anmutenden musikalischen Tableaus der italienischen Tradition zu verzichten.
Bellini zeichnet mit einfallsreichen und eingängigen Melodien musikalische Gemälde: Seelenbilder voller Liebe, Schmerz und Einsamkeit, die keinen unberührt lassen. Immer wieder lotet er die Gefühlszustände der Figuren tief aus und zeigt das ganze Unglück der zum Scheitern verurteilten Liebe. Und dabei stellt Bellini höchste Anforderungen an die Sänger, die mit Koloraturen, berückenden Spitzentönen und großen Melodiebögen ihre ganze Gesangskunst zur Schau stellen können. In dieser konzertanten Aufführung heißt es diesmal: Prima la musica!

Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, DEMIAN, 22.09.2011

oldenburg.jpg

Oldenburgisches Staatstheater

DEMIAN

Die Geschichte einer Jugend

Hermann Hesse
In einer Bühnenbearbeitung von Daniela Löffner
Do 22. September um 20 Uhr im Kleinen Haus

Inszenierung: Krystyn Tuschhoff; Bühne: Uta Materne; Kostüme: Veronika Bleffert
Dramaturgie: Catharina Hartmann
Mit: Sarah Bauerett, Eva Maria Pichler; Eike Jon Ahrens, Thomas Birklein, Rüdiger Hauffe, Sebastian Herrmann

Schon früh wird dem zehnjährigen Emil Sinclair bewusst, dass neben der heilen, geordneten Welt seines Elternhauses noch etwas anderes existiert: eine chaotische Welt voller verbotener Dinge wie Gewalt, Sexualität und Rausch. Davon abgestoßen und angezogen zugleich gerät er durch eine harmlose Lüge in die Abhängigkeit des brutalen Franz Kromer. Emil durchlebt eine albtraumhafte Zeit, bis er dem rätselhaften Demian begegnet, der die Situation durchschaut und ihn von seinem Peiniger befreit. Auch Emils Ängste und Sehnsüchte scheint Demian zu kennen, als seien sie seine eigenen. Er rät ihm, sich nicht von den Kromern dieser Welt oder den Gesetzen des Elternhauses beherrschen zu lassen und nur das zu leben, was von selber aus ihm heraus wolle. Als Emil nun versucht, seinen Sehnsüchten und Trieben zu folgen, gerät er zwangsläufig in den Konflikt mit seiner Umwelt und steht schließlich vor der Wahl, sich den Regeln der Gemeinschaft unterzuordnen oder seinen Weg alleine weiter zu gehen. Immer wieder begegnet er dabei Demian, der ihm – als Freund, als innere Stimme oder Dämon? – beisteht, aber auch radikale Individualität einfordert.

Fast einhundert Jahre nach der Erstveröffentlichung bringt Krystyn Tuschhoff Hesses schwärmerische Coming-of-Age-Geschichte für alle jungen und junggebliebenen Menschen auf die Bühne des kleinen Hauses.

Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, Gala zur Spielzeiteröffnung und DIE ZAUBERFLÖTE, September und Oktober 2011

oldenburg.jpg

Oldenburgisches Staatstheater

Highlights aus den Opernproduktionen der Spielzeit 2011.2012

VORHANG AUF! Gala zur Spielzeiteröffnung

Sa 24. und So 25. September 2011 um 20 Uhr im Großen Haus

Dirigenten: Thomas Bönisch, Thomas Dorsch, Jason Weaver

Das festliche Galakonzert Vorhang auf! ist in dieser Spielzeit etwas ganz Besonderes. Zum ersten Mal überhaupt hebt sich der Vorhang des frisch renovierten Großen Hauses am Theaterwall, wenn in einem festlichen Galakonzert das Ensemble des Staatstheaters zusammen mit dem Staatsorchester Auszüge aus den Produktionen der neu beginnenden Spielzeit 2011.2012 präsentiert. Das traditionelle Vorhang auf!-Konzert wird dieses Jahr zweimal stattfinden. Der erste Abend ist dabei exklusiv den Stuhlpaten gewidmet, die damit die neue Bestuhlung des Großen Hauses einweihen, der zweite steht jedermann im freien Verkauf offen.

…………………….

DIE ZAUBERFLÖTE
Deutsche Oper in zwei Aufzügen (1791) von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Emanuel Schikaneder

Sa 1. Oktober um 20 Uhr im Großen Haus
Weitere Vorstellungen: Mo 3., Fr 14., Do 27. Oktober, Mi 2., Mi 9. November

Musikalische Leitung: Thomas Dorsch; Inszenierung: Niklaus Helbling
Bühne: Dirk Thiele; Kostüme: Victoria Behr; Chor: Thomas Bönisch
Dramaturgie: Katharina Ortmann; Video: Elke Auer;
Choreografische Mitarbeit: Maria Walser
Mit: Angela Bic, Mareke Freudenberg, Dorothea Maria Marx/Estelle Kruger, Annekatrin Kupke, Ingela Onstad, Linda Sommerhage/Ks. Marcia Parks; Peter Felix Bauer/Henry Kiichli, Paul Brady, Alexey Kosarev/Mykola Pavlenko, Andreas Lütje, Daniel Ohlmann/Stefan Heibach, Michael Pegher, York Felix Speer/Andrey Valiguras, Andrey Valiguras/Dietmar Renner

Mitglieder des Tölzer Knabenchores

Der Schweizer Germanist Peter von Matt hat Mozarts »Große Oper in zwei Aufzügen«, wie der Komponist sie selbst im Autograf zur Uraufführung 1791 nennt, als »großes Rätselwerk unserer Kultur« bezeichnet, »funkelnd vor Zweideutigkeit und Hintersinn.« Regisseur Niklaus Helbling, der in der Spielzeit 2009.10 das Oldenburger Publikum mit dem Lamento-Abend Nachtwache bereits in seine tiefsinnig-sinnlichen Traumwelten entführte, folgt in seiner Inszenierung dem Protagonisten der Oper Tamino in einen Traum, in dem dieser phantastische, aber existentielle Prüfungen durchlebt. Gemeinsam mit dem Bühnenbildner Dirk Thiele, der schon für Nachtwache die Bühne entwarf, hatte Helbling für Die Zauberflöte sehr schnell einen spezifischen Raum vor Augen: Ihre Zauberflöte spielt im Warteraum eines Bahnhofs »Der Bahnhof ist ein transitorischer Ort, geprägt von Technik, Fahrplan, vor allem aber von Aufbruch und Veränderung. Der Bahnhof bringt Menschen auf den Weg. Die Maschinenwelt des Bahnhofs, der Stahlkonstruktionen, des Dampfantriebs ist aber auch ein Raum der Populärkultur, der phantastischen Literatur, der historisch inspirierten Science Fiction. Ich finde es nahe liegend, ein so populäres, märchenhaftes Werk wie Die Zauberflöte mit den populären Mitteln des Fantasy-Genres zu erzählen.« Mit Mozarts Zauberflöte wird die frisch renovierte und technisch erneuerte Bühne des Staatstheaters zurückerobert. Gemeinsam mit Dirk Thiele, der Kostümbildnerin Victoria Behr, der Videokünstlerin Elke Auer, dem Chor und Ensemble des Oldenburgischen Staatstheaters und der Choreografin Maria Walser wird Niklaus Helbling die Möglichkeiten der alten neuen Bühne mit Lust erkunden und sie zum Leben erwecken. Die Musikalische Leitung der Produktion hat Thomas Dorsch inne, musikalischer Oberleiter am Oldenburgischen Staatstheater. Die Rückkehr ins Große Haus ist für ihn nach der Klangopulenz von Spätromantikern wie Wagner und Humperdinck der vergangenen Spielzeit auch die Rückkehr zu Mozarts intimerer Musik. Die Zauberflöte hat er bereits mehrfach dirigiert. Auch für ihn ist Mozarts Partitur »immer wieder bereit, uns Neues zu erzählen«.

Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater, EIN SCHAF FÜRS LEBEN, 18.09.2011

oldenburg.jpg

Oldenburgisches Staatstheater

 EIN SCHAF FÜRS LEBEN

Nach dem gleichnamigen Bilderbuch
Maritgen Matter
Ab 5 Jahren

Sa 18. September um 16 Uhr im Spielraum

Weitere Vorstellungen: 25.9. um 11:30 Uhr, 28.9. um 10:30 Uhr, 30.9. um 11:00 Uhr

 Inszenierung: Sara Ostertag; Ausstattung: Birgit Kellner, Christian Schlechter

Musik: Martin Hemmer; Liedtexte: Patrick Karpizcenko; Dramaturgie: Matthias Grön
Mit: Kristina Gorjanowa; Rüdiger Hauffe

In einer kalten Winternacht stapft der hungrige Wolf durch den Schnee. Plötzlich entdeckt er in einem warmen und gemütlichen Stall ein argloses Schaf, das ihm hilfsbereit etwas von seinen Wintervorräten anbietet: Hafer, altes Brot und Heu. Doch der Wolf will Fleisch und so lockt er das Schaf, weil Hund und Esel beim Fressen stören könnten, hinaus in die Nacht und überredet es zu einer Schlittenfahrt. Schaf ist ganz begeistert, auf eine abenteuerliche Reise zu gehen, und beide schwingen sich auf Wolfs Schlitten. Sie sausen durch die schneebedeckten Täler und träumen vom Schlaraffenland namens »Erfahrungen«.

Ein Schaf fürs Leben ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft. Schaf und Wolf fallen aus ihren traditionellen Rollenbildern und wachsen einander ans Herz. Ein Hauch von Tragik stellt sich ein, weil es die Geschichte einer unmöglichen Freundschaft bleibt. Maritgen Matters gleichnamiges Kinderbuch wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2004.

Die Regisseurin Sarah Ostertag studierte in Zürich und Amsterdam Regie und Choreografie und realisierte diverse Projekte u.a. für den Dschungel Wien – Theaterhaus für junges Publikum.