Oberhausen, Ständige Konferenz der Intendanten NRW

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Resolution zur Diskussion „Stadt und Theater in Not“ am 20.04.2009 im
Theater Oberhausen

Die Ständige Konferenz der Intendanten in NRW hat auf ihrer Sitzung am 19.04.2009 in Bonn folgende Forderungen an die Landesregierung NRW beschlossen:

1. Die Landesregierung erkennt an, dass fast alle theatertragenden Städte in NRW die finanzielle Strukturprobleme ihrer Ensembletheater nicht aus eigener Kraft und allein lösen können.

2. Die Landesregierung und der Landtag entschließen sich, zur Sicherung der Theaterlandschaft Nordrhein-Westfalen und ihrer Vielfalt, bei der Lösung der Strukturprobleme sich finanziell an den Betriebskostenzuschüssen bis hin zur Parität zu beteiligen.

3. Die Landesregierung, der Kulturausschuss und die Parteien des Landtags beginnen umgehend den Dialog mit den kommunalen Theaterträgern und den Theatern, um die Möglichkeiten der Problemlösung zu suchen und die Beteiligung an der Theaterfinanzierung langfristig zu sichern.

Pressemeldung Ständige Konferenz der Intendanten in NRW

Essen, GDBA, Offener Brief

März 23, 2009  
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GenossenschaftDeutscherBühnenAngehöriger

Presseinformation

Offener Brief des GDBA LANDESVERBAND NRW an den
Staatssekretär für Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen
Herrn Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff

17.03.2009 Offener Brief: Tanzsituation in NRW
Sehr geehrter Herr Staatssekretär,
vor 20 Jahren wurde das Musiktheater in Oberhausen geschlossen und gleichzeitig auch das Tanzensemble. Es folgte die Abschaffung dieser
Kunstgattung in Köln, Bochum und seit dieser Spielzeit auch in Bonn. Während laut Bühnenjahrbuch von 1993 in NRW 358 Tänzerstellen existierten, sind es jetzt nur noch knapp 200 Stellen. Das bedeutet einen Abbau von über 40 Prozent. Vom „Tanzland NRW“ kann keine
Rede mehr sein, insbesondere nach dem Ratsbeschluss der Stadt Hagen, welche die Abschaffung der dortigen, sehr erfolgreichen Tanzkompanie vorsieht und den negativen Trend im Tanzbereich beschleunigt.
Unser Land entwickelt sich zu einem Standort, in dem Kunst immer mehr in Festival- oder Gastspielform gezeigt wird, aber vor Ort immer weniger Kunst produziert wird. Das führt bei den Künstlern zu einem drastischen Arbeitsplatzabbau und führt vor Ort zu wirtschaftlichen Nachteilen, sowohl für das Land NRW als auch für seine Kommunen. Eine Nachhaltigkeit des Angebotes ist dadurch nicht mehr gewährleistet.
Städte außerhalb der Ballungszentren werden nicht weiter mit Tanz versorgt. Bei jeder Finanzkrise der Kommunen wurden im Theater Einsparungen vorgenommen. Im Tanzbereich überproportional, und das, obwohl im Vergleich zu allen anderen Sparten am Theater das Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen beim Tanz am effektivsten ist. Trotzdem wirddiese Sparte wegen der ihr fehlenden Lobby als  Erstes vernichtet. Wenn dieser Trend Schule macht und sogar noch beschleunigt wird, dann hat Tanz keine Zukunft.

Die freie Tanzszene, die durchaus ihre Berechtigung hat, ist zu labil und daher nicht in der Lage die Zukunft des Tanzes zu sichern und die vielfältigen Stilrichtungen im Tanz anzubieten. Eine erfolgreiche und angenommene Kunstgattung zu dezimieren, sehen wir mit großer Sorge und als problematisch für die Abläufe im Theater. Der Tanz bildet eine gute Balance im Theaterbetrieb und sorgt für ein Gleichgewicht zwischen den Sparten. Er bietet eine dispositionelle Vielfalt, die für das gesamte Angebot sehr wichtig ist, um die unterschiedlichen
Bedürfnisse beim Publikum zu befriedigen. Wir begrüßen jede finanzielle Unterstützung für die freie Tanzszene. Dies kann aber kein Ersatz für eine etablierte und professionelle Kompanie sein.
Die rigiden Einsparungsauflagen des Regierungspräsidenten gegenüber Kommunen mit Nothaushalt treffen das Theater am härtesten, da diese Ausgaben zu den so genannten freiwilligen Ausgaben gehören. Kultur darf nicht als Luxus angesehen werden, worauf in Krisenzeiten verzichtet werden kann. Wir bitten Sie, mit uns eine Allianz gegen diesen Abbau zu bilden und einen Wiederaufbau von abgeschafften Tanzkompanien zu unterstützen.
Ich bitte Sie dringend um ein Gespräch.
Mit freundlichen Grüßen
Adil Laraki
GDBA Landesverbandsvorsitzender

Oberhausen, GDBA, Presseinformation

März 13, 2009  
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Resolution

Die Versammlung des Landesverbandes NRW der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA), die am 09.03.09 in
Oberhausen stattgefunden hat, fordert, dass der Kulturabbau in der „Kulturhauptstadt Europa 2010“ gestoppt wird. Zum ersten Mal wurde der Titel „Kulturhauptstadt Europa“ an eine Region vergeben, die mit ihren 53 Kommunen eine einzigartige kulturelle Landschaft wie kaum eine andere Region in der Welt darstellt.
Nach dem Erhalt dieses Titels, den man vielen anderen Städten verweigert hatte, droht der Region nun eine Reduktion der finanziellen Mittel. Dadurch wird sowohl das Angebot als auch die Vielfalt dieser Theaterlandschaft stark eingeschränkt. Eine solche Maßnahme würde signalisieren, dass die Verantwortlichen dieser Auszeichnung nicht gewachsen und ihrer auch nicht würdig sind.
Das ambitionierte Ziel, die regionalen Akteure aus Kultur, Politik und Wirtschaft in kreativen Allianzen zusammen zu führen, so dass die
Metropole Ruhr eine bedeutende Rolle in der Zukunft Europas spielt und zu einer neuen, unverwechselbaren Städtemarke auf der Landkarte Europas wird, kann so nicht erreicht werden. Wenn den Theatern bei jeder vorgenommenen Einsparung der Kommunen die Mittel reduziert würden, ist deren Existenz mittel- und langfristig bedroht.
Seit Anfang der neunziger Jahre wurden die Theater seitens der Träger immer wieder genötigt, in einschneidendem Maße Mittel und Personal zu reduzieren. Dieser verordnete Sparzwang hat bereits jetzt viele Häuser in ihrer kulturellen Substanz nachhaltig beschädigt.
Auf die Benennung des Ruhrgebietes zur Europäischen Kulturhauptstadt sollte ein klares „Ja“ der politisch Verantwortlichen für den Erhalt der Theaterlandschaft in der Metropole Ruhr folgen.

Die Versammlung des Landesverbandes NRW der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA), die am 09.03.09 in Oberhausen
stattgefunden hat, fordert, dass in Bonn wieder eine Tanzkompanie installiert wird.
Der Rat der Stadt Bonn hat die Sparte Tanz abgebaut, die mit Peter van Dyck und Youri Vàmos auf eine ruhmreiche Tanztradition zurückblickt. So trägt Bonn dazu bei, dass der rasante Stellenabbau im Bereich Tanz fortgeführt wird. Allein in den letzten 10 Jahren wurden hier über 40 Prozent der Stellen in NRW vernichtet.
Im Kostenvergleich mit anderen Sparten im Theater ist das Verhältnis der Ausgaben und Einnahmen beim Tanz am effektivsten und trotzdem hat Bonn diese Sparte wegen der ihr fehlenden Lobby als erstes geopfert. Wenn dieser Trend durch andere Kommunen Nachahmung
findet, wird Tanz als Kunstgattung keine Zukunft haben. Auch die derzeit sehr erfolgreichen Gastspiele in Bonn, wären mangels existierender
Tanzkompanien nicht weiter durchführbar.
Die freie Tanzszene, deren Existenz durchaus wichtig und berechtigt ist, ist zu labil und daher nicht in der Lage die Zukunft des Tanzes zu sichern und die vielfältigen Stilrichtungen im Tanz anzubieten.
Um 1 Mio € zu sparen verzichtet Bonn auf eine elementare Kunstgattung. Tanz bildet eine Bereicherung zum Opern- und Schauspielbetrieb und sorgt für eine gute und gegenseitige Inspiration zwischen den Kunstgattungen eines Dreispartenhauses. Er bietet dispositionelle Vielfalt,
die dem Gesamtangebot eines Theaters und den unterschiedlichen Bedürfnissen des Publikums auf vielfältige Weise gerecht wird.
Wir appellieren an die Verantwortlichen, dem Tanz in Bonn wieder seinen Platz zu geben und dem Ruf den Bonn als Kulturstadt beansprucht
nicht weiter zu schädigen.

Oberhausen, 09.03.09