
Resolution
Die Versammlung des Landesverbandes NRW der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA), die am 09.03.09 in
Oberhausen stattgefunden hat, fordert, dass der Kulturabbau in der “Kulturhauptstadt Europa 2010″ gestoppt wird. Zum ersten Mal wurde der Titel “Kulturhauptstadt Europa” an eine Region vergeben, die mit ihren 53 Kommunen eine einzigartige kulturelle Landschaft wie kaum eine andere Region in der Welt darstellt.
Nach dem Erhalt dieses Titels, den man vielen anderen Städten verweigert hatte, droht der Region nun eine Reduktion der finanziellen Mittel. Dadurch wird sowohl das Angebot als auch die Vielfalt dieser Theaterlandschaft stark eingeschränkt. Eine solche Maßnahme würde signalisieren, dass die Verantwortlichen dieser Auszeichnung nicht gewachsen und ihrer auch nicht würdig sind.
Das ambitionierte Ziel, die regionalen Akteure aus Kultur, Politik und Wirtschaft in kreativen Allianzen zusammen zu führen, so dass die
Metropole Ruhr eine bedeutende Rolle in der Zukunft Europas spielt und zu einer neuen, unverwechselbaren Städtemarke auf der Landkarte Europas wird, kann so nicht erreicht werden. Wenn den Theatern bei jeder vorgenommenen Einsparung der Kommunen die Mittel reduziert würden, ist deren Existenz mittel- und langfristig bedroht.
Seit Anfang der neunziger Jahre wurden die Theater seitens der Träger immer wieder genötigt, in einschneidendem Maße Mittel und Personal zu reduzieren. Dieser verordnete Sparzwang hat bereits jetzt viele Häuser in ihrer kulturellen Substanz nachhaltig beschädigt.
Auf die Benennung des Ruhrgebietes zur Europäischen Kulturhauptstadt sollte ein klares “Ja” der politisch Verantwortlichen für den Erhalt der Theaterlandschaft in der Metropole Ruhr folgen.
Die Versammlung des Landesverbandes NRW der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA), die am 09.03.09 in Oberhausen
stattgefunden hat, fordert, dass in Bonn wieder eine Tanzkompanie installiert wird.
Der Rat der Stadt Bonn hat die Sparte Tanz abgebaut, die mit Peter van Dyck und Youri Vàmos auf eine ruhmreiche Tanztradition zurückblickt. So trägt Bonn dazu bei, dass der rasante Stellenabbau im Bereich Tanz fortgeführt wird. Allein in den letzten 10 Jahren wurden hier über 40 Prozent der Stellen in NRW vernichtet.
Im Kostenvergleich mit anderen Sparten im Theater ist das Verhältnis der Ausgaben und Einnahmen beim Tanz am effektivsten und trotzdem hat Bonn diese Sparte wegen der ihr fehlenden Lobby als erstes geopfert. Wenn dieser Trend durch andere Kommunen Nachahmung
findet, wird Tanz als Kunstgattung keine Zukunft haben. Auch die derzeit sehr erfolgreichen Gastspiele in Bonn, wären mangels existierender
Tanzkompanien nicht weiter durchführbar.
Die freie Tanzszene, deren Existenz durchaus wichtig und berechtigt ist, ist zu labil und daher nicht in der Lage die Zukunft des Tanzes zu sichern und die vielfältigen Stilrichtungen im Tanz anzubieten.
Um 1 Mio € zu sparen verzichtet Bonn auf eine elementare Kunstgattung. Tanz bildet eine Bereicherung zum Opern- und Schauspielbetrieb und sorgt für eine gute und gegenseitige Inspiration zwischen den Kunstgattungen eines Dreispartenhauses. Er bietet dispositionelle Vielfalt,
die dem Gesamtangebot eines Theaters und den unterschiedlichen Bedürfnissen des Publikums auf vielfältige Weise gerecht wird.
Wir appellieren an die Verantwortlichen, dem Tanz in Bonn wieder seinen Platz zu geben und dem Ruf den Bonn als Kulturstadt beansprucht
nicht weiter zu schädigen.
Oberhausen, 09.03.09