Münster, GOP Varieté-Theater: „Kawumm“: Träume eines Buchhalters, IOCO Kritik, 31.03.2017

April 1, 2017  
Veröffentlicht unter Kritiken, Musical, Theater Münster

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GOP Variete Theater Münster

GOP Varieté-Theater Münster © GOP Münster

GOP Varieté-Theater Münster © GOP Münster

„Im Land der Träume des Buchhalters“

Mutige Welturaufführung: „Kawumm“ am GOP Varieté Münster 

Von Hanns Butterhof

Ein graues Büro voll grauer Akten. Ein dicker Buchhalter, der abarbeitet, was seine roboterhaften Kollegen im Trippelschritt anliefern. Und dann geschieht es: Die Akten fliegen durch die Luft, die Szene wird bunt, es macht „Kawumm!“ – und das Publikum wird hineingezogen ins Land der Träume des Buchhalters, die auch die eigenen sein können.

GOP Münster / In der Buchhaltung macht es „Kawumm" - Varieté Show © GOP Varieté

GOP Münster / In der Buchhaltung macht es „Kawumm“ – Varieté Show © GOP Varieté

Der Buchhalter Mutzmann, den der Untertitel der Welturaufführung im GOP Varieté als „dicken Mann, der beinahe nichts konnte“ beschreibt, ist das artistische Urgestein Markus Pabst. Er steht nun nach 25 Jahren das erste Mal wieder selber auf der Bühne, teilt sich die Regie mit seinem Kompagnon Pierre Caesar und moderiert ungewöhnlich ernst, geradezu besinnlich die Auftritte der Artisten. Ohne Scheu vor der Gefahr, zur Spaßbremse zu werden, verfolgt er seinen sehr mutigen, für das Varieté äußerst seltenen Ansatz.

GOP Muenster / „Kawumm" - Varieté Show © GOP Varieté

GOP Muenster / „Kawumm“ – Varieté Show © GOP Varieté

Pabst hat eine Botschaft an das Publikum, nie mit dem Träumen aufzuhören, die er nicht nur ausdrücklich am Schluss formuliert, wenn er kopfüber am Luftring hängt. Das ganze „Kawumm“ ist selber Ausdruck dieses Träumens und eine Huldigung an den Mut des durchwegs sehr jungen Ensembles, das seine Träume, als Artisten zu leben, in die Tat umsetzt.

Mit 19 Jahren ist Anna Shvedkova die Jüngste. Im flatternden weißen Hemdchen schwingt sie verführerisch am Trapez und zeigt weibliche Stärke, wenn sie bei der Partnerakrobatik mit Saleh Prinz Yazdani die solide Basis für dessen Handstände abgibt. Der 20-Jährige fesselt mit seiner weich fließenden Balance-Akrobatik auch auf einem wunderschönen hölzernen Schaukelpferd; sein freihändiger Kopfstand auf der schaukelnden Unterlage ist atemberaubend.

20 und 21 Jahre zählen Vienna Holz und Sina Brunner vom Duo Sienna. Traumhaft, im blauen Halbdunkel von einem Netz feiner Lichtlinien umgarnt, spiegeln sie sich gegenseitig am Vertical Pole und dem Luftring. Der 22-jährige Jongleur Donial Kalex brennt ein wahres Feuerwerk ab, vor allem, wenn er leuchtende LED-Sticks mit so unglaublicher Geschwindigkeit herumwirbelt, dass sie die verschiedensten farbigen Muster faszinierend ins Dunkel zeichnen.

GOP Muenster / Kawumm - Buchhalter Mutzmann (Markus Pabst) wird zur Ballerina © GOP Varieté

GOP Muenster / Kawumm – Buchhalter Mutzmann (Markus Pabst) wird zur Ballerina © GOP Varieté

Mit 28 sind auch Jack Woodhead und Alessandro di Sazio noch recht jung. Der herrlich schräge, transvestitisch angehauchte Woodhead begleitet meist am Klavier fantastisch seine Kollegen, bezaubert aber auch als glänzender Conferencier in der halbseidenen Clubszene im Berlin der dreißiger Jahre. Jubel ruft Alessandro Di Sazio mit seinen einfallsreichen Darbietungen am Boden und am Chinesischen Mast hervor. Scheinbar ohne Kraft aufzuwenden kombiniert er Bewegungen aus Breakdance und Hiphop und gibt am Chinesischen Mast dem Appell Pabsts eindringlich Gestalt, sich ohne Angst fallen zu lassen.

Für den reinen Spaß und ein ganzes Artistenleben stehen die beiden etwa 50-jährigen Collins-Brothers. Der sympathische Helmut bringt allein schon mit seinem bloßen Auftritt „Helmut — das bin ich!“ das Publikum zum Lachen, umso mehr, wenn er aus der Betonmischmaschine singt, kurios einen kaum zufällig Donald Trump ähnelnden, unkontrolliert um sich schlagenden Roboter zähmt oder sich von seinem Collins-Bruder als Jungfrau zersägen lässt.

Wenn der von Pabst aus China importierte Sänger Ye Fei die Arie des Kalaf „Nessuno dorma“ (Keiner schlafe!) aus Puccinis Oper „Turandot“ schmettert, ist auch dies ein Signal an das Publikum, nicht im Alltagstrott sein Leben zu verschlafen, sondern seine Träume zu leben. Das demonstriert Pabst mit seinem Bühnencomeback auch selber, nicht zuletzt, wenn sich der 50-Jährige als leichte Ballerina träumt.

Kawumm am GOP Münster ist eine außergewöhnlich mutige und Mut machende, vielseitige und unbedingt sehenswerte Schau; zu sehen bis 7. Mai 2017

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Münster, Theater Münster, Der Freischütz von Carl Maria von Weber, IOCO Kritik, 01.04.2017

April 1, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Oper, Theater Münster

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Ein Hoffnungsfunke in einer Welt der Düsternis

 Romantik – kritischer Freischütz im Theater Münster

VON HANNS BUTTERHOF

Eine riesige umgestürzte Eiche liegt dominierend auf der Bühne des Großen Hauses, ein gewaltiges Symbol der Entwurzelung. Doch dann führen Regisseur Carlos Wagner und sein Ausstatter Christophe Ouvrard mit Carl Maria von Webers romantischer Oper „Der Freischütz“ in eine düstere, tief im magischen Denken verwurzelte Welt.

Theater Muenster / Der Freischütz - Max (Mirko Roschkowski) braucht die Hilfe Kaspars ( Gregor Dalal) © Oliver Berg

Theater Muenster / Der Freischütz – Max (Mirko Roschkowski) braucht die Hilfe Kaspars ( Gregor Dalal) © Oliver Berg

Die Jäger, die sich stolz mit ihrer ausgeweideten Beute fotografieren lassen, leben nach sehr alten Sitten. Da wird der Jägersbursche Max (Mirko Roschkowski), der beim Königsschießen alles verfehlt hat, brauchgemäß kurzerhand zusammengeschlagen und wie erlegtes Wild gefesselt. Der sucht sein Schützenheil bei seinem übel beleumundeten Kollegen Kaspar (Gregor Dalal), der ihm mit Hilfe des Waldgeistes Samiel (Sebastian Campione) unfehlbare „Freikugeln“ verschafft; nach einem Schluck Zaubertrank würgt er sieben davon schaurig aus sich heraus.

Max braucht sie, weil seine Zukunft als Mann der Försterstochter Agathe (Sara Rossi Daldoss) von dem alten Brauch des gelungenen Probeschusses abhängt. Nur wenn er das von seinem Landesherrn willkürlich gebotene Ziel trifft, darf er Agathe heiraten und Nachfolger im Amt des Försters werden.

Theater Muenster / Der Freischütz - Waldgeist Samiel beherrscht Kaspar (Gregor Dalal) und Max (Mirko Roschkowski) © Oliver Berg

Theater Muenster / Der Freischütz – Waldgeist Samiel beherrscht Kaspar (Gregor Dalal) und Max (Mirko Roschkowski) © Oliver Berg

In dieser von nicht hinterfragbaren Bräuchen geordneten Welt ist nur Agathes resolute Freundin Ännchen (Eva Bauchmüller) mit unverschwurbeltem Lebensmut der kleine Funken Hoffnung auf den Ausgang aus der allgemeinen Unmündigkeit. Zwar rettet der fromme Einsiedler (wie Samiel: Sebastian Campione) den des Betrugs überführten Max vor der freihändig verfügten Strafe des Landesherrn. Aber er verändert nichts, sondern ersetzt nur den heidnischen Glauben an höhere, das Schicksal bestimmende Mächte durch den christlichen.

Für seine kritische Sicht auf die romantische Verklärung von Nacht, Mittelalter und Christentum findet Wagner auf der effektvoll eingesetzten Drehbühne ansprechende Bilder von schaurig-schöner Düsternis, die aber die These der Entwurzelung nicht bestätigen.

In dem gleichmäßig gut besetzten Ensemble singt Mirko Roschkowski den Max klar, unheldenhaft und rollengemäß ohne Wärme. Zu der überängstlichen Agathe, die Sara Rossi Daldoss mit weich fließendem Sopran ausstattet, findet er keine wirkliche Nähe wie auch zum dominant dämonischen Kaspar Gregor Dalals. Die einzige Sympathieträgerin der düsteren Aufführung ist die koloraturfreudige und auch darstellerisch einnehmende Eva Bauchmüller. Der von Inna Batyuk einstudierte Chor glänzt durch stimmliche Wucht und Beweglichkeit.

Theater Muenster / Der Freischütz - Diese Brautjungfern bringen kein Glück von links Damenchor Eva Bauchmüller und Sara Rossi Daldoss © Oliver Berg

Theater Muenster / Der Freischütz – Diese Brautjungfern bringen kein Glück von links Damenchor Eva Bauchmüller und Sara Rossi Daldoss © Oliver Berg

Am Pult des Sinfonieorchesters Münster macht Stefan Veselka nicht nur die schwarzen Seiten der Romantik in Webers Partitur, sondern auch die Sehnsucht und zarte Liebe hörbar, die auf der Bühne etwas kurz kommt.

Der Freischütz im Theater Münster: Die nächsten Termine: 7.4., 28.4., 3.5., 30.5.2017 jeweils 19.30 Uhr

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Münster, Theater Münster, Curtains – Kriminal Musical, IOCO Kritik, 16.03.2017

März 18, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Musical, Theater Münster

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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

 Der Gärtner ist nicht immer der Mörder

 „Curtains“ – Blick aufs mörderische Broadway Business

VON HANNS BUTTERHOF

Theater Münster / Musical Curtains - Die Ermittler betreten den Tatort © Oliver Berg

Theater Münster / Musical Curtains – Die Ermittler betreten den Tatort © Oliver Berg

Als die rundum unfähige Hauptdarstellerin nach der Applausprobe tot ist, geht an Münsters Großem Haus in dem Kriminal-Musical „Curtains“ das Proben für das Musical Robin Hood mit fähigerem Personal weiter. Und wo es daran mangelt, ist die Polizei als Freund und Helfer zur Stelle, klärt die sich häufenden Morde auf und bringt das manchmal zynische, oft  witzige, letztlich recht heitere Spiel auf Trab.

Curtains – Vorhang auf für Mord“  ist kein harter Krimi. Mehr als an dem Kriminalfall sind die Autoren Peter Stone und Rupert Holmes an der von Hassliebe getragenen Schilderung des Innenlebens einer Broadway-Produktion interessiert.Dem Regisseur und  Hausherrn Ulrich Peters ist dieses Innenleben deutlich vertraut. So treffsicher und grell inszeniert er das beteiligte Personal, ohne es dabei bloßzustellen.

Theater Münster / Kriminal Musical Curtains - Ensemble und Chor © Oliver Berg

Theater Münster / Kriminal Musical Curtains – Ensemble und Chor © Oliver Berg

Da ist vor allem Suzanne McLeod als klunkerbehangene, mondäne Produzentin mit großem Pelzkragen (Kostüme und Bühne: Bernhard Niechotz). Wie in deutschen Landen der Kultur-Politik geht es ihr nicht um Kunst, sondern ums Geld; ihr ist alles nur „Business“. Dafür würde sie über Leichen gehen.

Fast allen Beteiligten ist das gleiche zuzutrauen. Dem von sich eingenommenen, stümperhaften Regisseur (Christopher Belling), der „Robin Hood“ in einer unmotiviert hin und her geschobenen Wildwest-Kulisse (Bühne und Kostüme: Bernhard Niechotz) spielen lässt, ebenso wie dem kettenrauchenden Komponisten (Ilja Harjes). Ohne seine Ex fehlt ihm die Inspiration zu zündenden Songs. Sie (Julia Gámez Martin) ist der Ersatz für die tote Hauptdarstellerin; hat sie sich nach vorn  gemordet?

Verdächtig ist auch der umtriebige Inspizient. Christoph Rinke begeistert, spielt so komisch und echt, als habe er bei real existierenden Inspizienten abgeschaut. Schade, dass er zu früh hinterhältig dahingerafft wird.

Neben dem notorisch böswilligen Theater-Kritiker (Helge Tramsen) bietet das Stück noch so ansehnliche Figuren wie die biegsame Bambi (Kiara Lillian Brunken) und ihren Tanzpartner (Sascha Stead) sowie mit Niki (Corinna Ellwanger) eine recht undurchsichtige Darstellerin.

Theater Münster / Kriminal Musical Curtains - Ermittler imaginiert Täterprofil © Oliver Berg

Theater Münster / Kriminal Musical Curtains – Ermittler imaginiert Täterprofil © Oliver Berg

Ihr erliegt der freundliche Kommissar Cioffi (Boris Leisenheimer), der zwecks Aufklärung der Mordserie das Ensemble im Theater  kaserniert hat. Er entpuppt sich als Musical-Afficionado, übernimmt unauffällig die Regie, bringt nicht nur den Laden auf Vordermann und entlarvt den Täter, sondern findet auch die Frau, die seinem tristen Alltag zwischen Café morgens und Bistro abends die häusliche Wärme zu geben willig ist.

Was wäre das alles aber ohne den von Inna Batyuk einstudierten Chor und das hinreißende Ballett (Choreographie: Annette Taubmann), das der manchmal etwas statischen Handlung so richtig Schwung verleiht, angetrieben vom breit strahlenden Broadway-Sound, den Thorsten Schmid-Kapfenburg aus dem Orchestergraben aufsteigen lässt.

Weil recht anhörbar gesungen und ansehnlich getanzt wird, applaudierte nach etwa drei Stunden ein gut unterhaltenes Publikum allen Beteiligten.

Theater Münster; Kriminal Musical Curtains: Die nächsten Termine: 29.3., 8.,11. und 13.4.2017 jeweils 19.30 Uhr, am 2.4.2017 15.00 Uhr.

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Münster, Theater Münster, Alcina von G. F. Händel, IOCO Kritik, 14.3.2017

März 17, 2017  
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Theater Münster

Theater Münster © Rüdiger Wölk

Theater Münster © Rüdiger Wölk

„Lob der leichtherzigen Liebe“

Alcina: Händels Zauberoper rätselhaft und gefällig

VON HANNS BUTTERHOF

Theater Münster / Alcina - Henrike Jacob hat frühere Liebhaber in Tiere verwandelt © Oliver Berg

Theater Münster / Alcina – Henrike Jacob hat frühere Liebhaber in Tiere verwandelt © Oliver Berg

Nur gute zwei Stunden dauert Händels Zauberoper Alcina an Münsters Großem Haus. Ohne Chor, Ballett und Nebenfiguren wird der Blick frei auf das Beziehungsgefüge der handelnden Personen, die in Liebe, Lust und Eifersucht miteinander verstrickt sind.

Regisseur Sebastian Ritschel macht es dem Publikum nicht leicht, sich zurechtzufinden. Wichtige Informationen über die Ausgangslage fehlen, und auch die Absicht der Inszenierung bleibt undeutlich. So muss sich jeder das vor allem innere Geschehen aus den intensiv langen monologischen Arien zusammensetzen.

Alcina (Henrike Jacob) erscheint in ihren Arien nicht als kriminelle Erotomanin, obwohl sie einmal auf der Hinterbühne mit ihren verflossenen, wie in Trance agierenden Liebhabern im Bett zu sehen ist. Aber ihren Liebes- und Treueschwüren zu ihrem gegenwärtigen Lover Ruggiero (Lisa Wedekind) muss man nicht trauen. Erst als sie glühend vergeblich um ihn kämpft, wird ihre Liebe glaubhaft. Da verliert sie ihren Zauber und ist statt dämonisch böse nur mitleidserregend.

Theater Münster / Alcina - Henrike Jacob - Ihre Zauberkraft schmilzt © Oliver Berg

Theater Münster / Alcina – Henrike Jacob – Ihre Zauberkraft schmilzt © Oliver Berg

Ruggieros verblendete Liebe zu ihr trägt anfangs noch deutliche Züge der Selbstzufriedenheit. Er verlässt Alcina für seine Verlobte Bradamante (Charlotte Quadt), die ihn mit ihrem Begleiter Melisso (Filippo Bettoschi) im Namen von  Ehre, Pflicht und Mitleid aus Alcinas Reich heimholen möchte. Seine Zustimmung hört sich weniger nach erfüllter Liebe als nach Flucht vor der fordernd auflodernden Liebe Alcinas an.

Das einzige wirklich glückliche Paar der Oper sind Alcinas Schwester Morgana (Eva Bauchmüller) und Oronte (Youn-Seong Shim), der trotz ihrer blitzartigen Verliebtheit in den als Mann verkleideten Bradamante an seiner Liebe festhält. Ihr fesselndes Geheimnis ist, dass sie so spontan bleibt und nicht in einengender Konventionalität erstarrt.

So hat Morgana die am wenigsten dramatischen, aber weich fließenden Arien, die Eva Bauchmüller mit nahezu flowerpowerlich gelöstem Sopran singt. Als ob Händel der leichtherzigen Liebe huldigen und die Angst der Männer vor tiefer fraulicher Liebe offenlegen wollte.

Theater Münster / Alcina - Morgana und Oronte © Oliver Berg

Theater Münster / Alcina – Morgana und Oronte © Oliver Berg

Wieso sich diese Variationen von Liebe in einem frostig schönen Palast mit Wänden aus Eis (Bühne: Markus Meyer) abspielen, bleibt wie manches andere rätselhaft. Aber es schmilzt zauberhaft schön, als Alcinas Liebe dramatisch aufglüht und ihr Reich vergeht.

Das Sinfonieorchester unter Attilio Cremonesi spielt eher verhalten wie zu einem Konzert bei Hofe. Es begleitet und trägt die Sängerinnen und Sänger mehr, als dass es deren Gefühlslagen noch einmal kräftig ausmalt. Vor allem Henrike Jacob erhält für ihre etwas kühl angelegte Alcina viel Beifall, gleich gefolgt von Eva Bauchmüller und Charlotte Quadt, deren Mezzo etwas schwach für einen überzeugenden Bradamante ist. Applaus auch für Youn-Seong Shim, der mit warmem Tenor seine Koloraturen ebenso meistert wie der Bariton Filippo Bettosci seine einzige Arie als mahnender Melisso.

Alcina im Theater Münster: Weitere Vorstellungen 31.3. und 12.4.2017 jeweils 19.30 Uhr, 9.4.2017 15.00 und 23.4.2017 19.00 Uhr.

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