München, Münchner Philharmoniker, Lorin Maazel gestorben: Maestro mit Distanz, IOCO Aktuell, 13.07.2014

Philharmonie Im Gasteig © Gasteig München GmbH / Matthias Schönhofer

Philharmonie Im Gasteig © Gasteig München GmbH / Matthias Schönhofer

Lorin Maazel, 84, von der Bühne des Lebens abgetreten

Seit Jahrzehnten als Maestro und Komponist auf den großen Bühnen der ganzen Welt geschätzt, unterschied sich Lorin Maazel von vielen seiner Kollegen am Pult durch eine oft unbeteiligt wirkende Noblesse. Maazel mied immer optische Ablenkung durch Gestik und Mimik, auch wenn dies gelegentlich stur, arrogant wirkte. Doch Maazel verzauberte durch das Wesen seiner Musik, welche immer intensiv drängte, flutete und über Jahrzehnte Millionen Hörer bannte.

Am 6. März 1930 wurde Lorin Maazel in der Nähe von Paris als Sohn russisch-stämmiger US-amerikanischer Eltern geboren. In seinem ereignisreichen Leben  dirigierte er über 150 Orchester, nahm 300 Klassikeinspielungen vor, schrieb viele eigene Kompositionen. Erst am 12. Juni 2014 hatte Lorin Maazel sein Amt als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker plötzlich niedergelegt, sein Gesundheitszustand war schlecht. Nur einen Monat später, auf seinem Wohnsitz in Castleton, Virginia, USA, starb Lorin Maazel am 13. Juli 2014, mit 84 Jahren.

Philharmonie im Gasteig / Münchner-Philharmoniker und Lorin Maazel © wildundleise.de

Philharmonie im Gasteig / Münchner-Philharmoniker und Lorin Maazel © wildundleise.de

Als „Wunderkind“ früh entdeckt leitete Lorin Maazel bereits mit 10 Jahren große Orchester in den USA. Dies hinderte ihn jedoch nicht, in den folgenden Jahren noch Mathematik und Philosophie zu studieren. Doch sein musikalischer Weg war bereits vorgezeichnet. Mit 34 Jahren übernahm er erstmals die verantwortliche Leitung eines großen Orchesters. Das Radio Symphonie Orchester, Berlin, wurde ab 1964 zu seiner ersten großen musikalischen Heimat, welcher bald viele weitere folgen sollten: 1965 wurde Lorin Maazel zusätzlich Chefdirigent der Deutschen Oper Berlin.  Musikdirektor des Cleveland Orchestra, 1972–1982, Direktor der Wiener Staatsoper, 1982–1984, Musikdirektor des Pittsburgh Symphony Orchestra, 1988–1996, Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, 1993–2002, Musikdirektor der Oper Valencia, 2002 bis 2009, Music Director der New Yorker Philharmoniker sind weitere Stationen einer glänzenden Musikerkarriere. Elf Mal leitete Maazel das populäre Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. In Bayreuth dirigierte er 1960 als erster amerikanischer Dirigent.

Lorin Maazel war dreimal verheiratet: Mit Miriam Sandbank, Israela Margalit und, seit 1986, mit der deutschen Schauspielerin Dietlinde Turban.

IOCO / Viktor Jarosch/ 16.07.2014

 

München, Münchner Philharmoniker, Lorin Maazel tritt zurück, IOCO Aktuell, 12.06.2014

Gasteig Philharmonie / Hauptspielstätte der Münchner Philharmoniker © Gasteig

Gasteig Philharmonie / Hauptspielstätte der Münchner Philharmoniker © Gasteig

Lorin Maazel tritt zurück
Unruhige Zeiten für die Münchner Philharmoniker

Maestro Lorin Maazel, 84, wird aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker mit sofortiger Wirkung niederlegen, teilte die Stadt München heute mit. Aufgrund seiner Krankheit kann Lorin Maazel seinen Verpflichtungen offensichtlich nicht mehr nachkommen. Sollte es seine Gesundheit erlauben, wird Maazel einzelne Konzerte mit den Münchner Philharmonikern dirigieren.

Die Münchner Philharmoniker sind damit gezwungen, die Spielzeit 2014/15 ohne einen Chefdirigenten umzusetzen. Der international bekannte aber nicht unumstrittene Valery Gergiev (59), Karajanpreisträger und Temirkanovschüler, sollte Lorin Maazel ab Herbst 2015 bei den Münchner Philharmoniker ablösen. Der Münchner ex-OB Christian Uhde und Gergiev hatten Anfang  2013 einen von 2015 bis 2020 laufenden Vertrag unterzeichnet. Nur 30 Konzerte pro Jahr wird Valery Gergiev als Chef der Münchner Philharmoniker dirigieren. Die dröhnende Nähe des umtriebigen Valery Gergiev zu Wladimir Putin und zur russischen Nomenklatura, seine Äußerungen zur Homosexualität sorgten bereits im Vorfeld seiner „Arbeitsaufnahme“ in München für erhebliche Unruhe.

Dabei gehören die Münchner Philharmoniker seit Jahrzehnten zu den international   führenden Konzert-Orchestern. Sergiu Celibidache, James Levine, Christian Thielemann und andere prominente Namen formten diese Reputation. Doch bereits 2009 strapazierte der lautstarke Wechsel Christian Thielemanns diesen Ruf, so dass sich selbst innerhalb Münchens Stadtgrenzen ebenbürtige Konkurrenz entwickeln konnte. Der Russe Valery Gergiev muss als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker die Turbulenzen ab 2015 dauerhaft richten. Ob er für diese Aufgabe heute noch noch der richtige Kandidat ist, wird inzwischen von vielen bezweifelt.
Philharmonie im Gasteig / Münchner-Philharmoniker und Lorin Maazel © wildundleise.de

Philharmonie im Gasteig / Münchner-Philharmoniker und Lorin Maazel © wildundleise.de

Dass die Zusammenarbeit zwischen Maazel und dem   Philharmonikern in der Spielzeit 2014/2015 nun nicht wie geplant vertieft werden kann, bedauern alle Beteiligten außerordentlich.
In Konzerten mit Lorin Maazel hat unser Publikum Sternstunden der Klassik erleben dürfen. Das Orchester war höchst motiviert, in der kommenden Saison weitere herausragende Konzerterlebnisse mit ihm zu gestalten. Wir bedauern es sehr, dass es ihm nicht möglich sein wird, die fordernde Aufgabe als Chefdirigent weiter auszuüben. Und wir danken ihm gleichzeitig für sein bisheriges Wirken. Wir wünschen ihm eine baldige Genesung, damit er rasch wieder die Energie hat, die ihn als Künstler und Persönlichkeit besonders auszeichnet“, so Dr. Hans-Georg Küppers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München.

Die Nachricht, dass Lorin Maazel in der nächsten Spielzeit nicht wie geplant mit uns
weiterarbeiten kann, hat uns sehr getroffen. Wir haben jedoch großes Verständnis für diese Entscheidung und wünschen ihm das Beste. Es stellt uns vor große Herausforderungen, die Saison 2014/2015 zu disponieren. Das Orchester hat aber in den letzten Wochen gezeigt, dass es mit solchen Ausnahmesituationen professionell umzugehen weiß – hervorragende Konzertkritiken haben das bestätigt. Ich bin zuversichtlich, dass wir weiterhin ein attraktives Programm für unser Publikum anbieten können und danke bereits jetzt für das Verständnis und entgegengebrachte Vertrauen“, so Intendant Paul Müller.

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„Für die Münchner Philharmoniker war und ist Lorin Maazel ein Glücksfall. Von seinem
musikalischen Verständnis, seiner schlagtechnischen Präzision und seinem Umgang mit dem Orchester werden wir noch lange profitieren. Wir wünschen uns sehr, dass er wieder
vollständig gesund wird und freuen uns jederzeit auf ein Wiedersehen“, so Orchestervorstand Stephan Haack.
Wie die Münchner Philharmoniker in einer Presseerklärung bekanntgeben, wird man  versuchen, für die bis Jahresende von Maazel abgesagten Konzerte angemessene Lösungen zu finden. Über personelle und programmatische Änderungen werden  Presse und Publikum laufend informiert

IOCO / VJ / 12.06.2014

München, Philharmonie im Gasteig, Valentin Radutiu mit Prager Philharmonikern, IOCO Kritik, 30.03.2014

April 10, 2014  
Veröffentlicht unter Kritiken, Personalie, Philharmonie im Gasteig

Philharmonie Im Gasteig  ©  Gasteig München GmbH / Matthias Schönhofer

Philharmonie Im Gasteig © Gasteig München GmbH / Matthias Schönhofer

Verzaubernde Cellowelten in der Philharmonie München

Ein junge Münchner, Valentin Radutiu, debütierte am 30.3.2014 mit dem Prager Philharmonischen Orchester in der Philharmonie im Gasteig und faszinierte mit seinem Spiel von tenoraler Leuchtkraft und lyrischer Schönheit. 27 Jahre alt und ein Weltklasse Cellist von großer musikalischer Leidenschaft und Intelligenz, der in Salzburg bei Clemens Hagen, in Wien bei Heinrich Schiff und in Berlin bei David Geringas studierte. Und so vereint er die österreichische, französische und russische Celloschule. Seine technische Brillanz ist nie kalte Virtuosität, sondern er versteht zu gestalten mit untrüglichem Stilbewußtsein. Der Anblick des jungen Cellisten mit seinem elegant gewölbten Violoncello, erbaut 1685 von dem Cremoneser Meister Francesco Rugieri, und die Griffigkeit und Intensität seines Spiels verliehen dem Konzert einen ausdrucksvollen Rahmen.

Philharmonie im Gasteig / Valentin Radutiu © Felix Broede

Philharmonie im Gasteig / Valentin Radutiu © Felix Broede

Valentin Radutiu hat viele große Preise gewonnen aber 2011 wurde er mit dem 1. Preis der deutschen Wirtschaft geehrt. Der wichtigste Nachwuchspreis für einen jungen Musiker in Deutschland. Seit 2012/13 wird Valentin Radutiu von dem bayerischen Kultur Projekt „start“ für einen Zeitraum von 3 Jahren durch intensive und individuell abgestimmte Zusammenarbeit gefördert und unterstützt. Dazu gehören auch regelmäßige Konzertauftritte und die Förderung besonders künstlerischer Ideen und Projekte.

Sein imponierendes Debüt mit dem Symphonie Prague Orchester unter Stefan Britvik begann mit Josef Haydns C-Dur Konzert, welches besonders die Solovioline aufgreift und entwickelte. Radutio erschloss dies selten gespielte Konzert mit ausdrucksvollen Kantilenen,  interpretierte es eigenständig wundervoll melodiös. Dann folgte Max Bruchs „Kol Nidrei“. Das interpretierte er grandios ausdrucksvoll mit einem sehr differenzierenden Vibrato und erzielte so einen großen Spannungsbogen. Zuletzt Peter Tschaikowskys Rokoko Variationen offerierte er mit Leichtigkeit und Charme. Spürbar, zunehmend mit dem Verlauf des Konzerts bannte Radutiu sein Publikum mit virtuos emotionsreichem Spiel.

Entsprechend wurde er vom Publikum begeistert gefeiert mit Riesen Applaus. Radutiu dankte mit der Zugabe des Gesang der Vögel.

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Gegen das sensationelle Spiel des jungen Radutiu konnte das Prager Orchester mit der romantischen Sinfonie Nr. 1 in c-Moll op. 11 (MWV N 13) von Felix Mendelssohn Bartholdy zu Beginn und Franz Schuberts  Sinfonie Nr. 5, B-Dur (D 485) zum Ende nicht so richtig konkurrieren. Trotzdem waren beides wunderschön vorgetragene Symphonien, die zu hören, große Freude bereiteten.

IOCO / Daniela Zimmermann / 08.04.2014

München, Philharmonie im Gasteig, EDITA GRUBEROVA in Vincenzo Bellinis Meisterwerk LA STRANIERA, 05.06.2012

Juni 27, 2012  
Veröffentlicht unter Philharmonie im Gasteig, Pressemeldung

Philharmonie im Gasteig

EDITA GRUBEROVA

Cover Biographie Edita Gruberova von Markus Thiel © TNS Networking Services GmbH

Cover Biographie Edita Gruberova von Markus Thiel © TNS Networking Services GmbH

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Eine der größten Sängerinnen unserer Zeit wird Anfang Juli erstmals konzertant als Alaide in Vincenzo Bellinis Meisterwerk LA STRANIERA, begleitet vom Münchener Opernorchester und Münchener Opernchor auftreten.

An ihrer Seite stehen mit Sonia Ganassi und Paolo Gavanelli zwei weitere Publikumslieblinge auf der Bühne.

Weltpremiere von Vincenzo Bellinis Meisterwerk LA STRANIERA

Philharmonie im Gasteig, MÜNCHEN

Premiere: 05. Juli 2012

Weitere Vorstellungen: 09., 12. und 16. Juli 2012

Jeweils: 19:30 Uhr

Pressemeldung Philharmonie im Gasteig

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