Essen, Philharmonie Essen, Eröffnungskonzert mit den Bayerischen Philharmonikern, IOCO Kritik, 11.09.2010


Kritik

Philharmonie Essen

Spielzeit Eröffnungskonzert 11. 9. 2010
Bayerisches Staatsorchester, Kent Nagano

Philharmonie Essen Kent Nagano 

Glanzvoll begann die neue Spielzeit in der Essener Philharmonie. Das Bayerische Staatsorchester gastierte im Rahmen seiner Deutschland Tournee in Essen. Unter der Stabführung seines musikalischen Leiters (seit 2006), Kent Nagano, der zum ersten mal in Essen dirigierte, spielte man Strauss und Bruckner.

Als wollte man auf die bekannt exzellenten Streicher des Orchesters besonders hinweisen, begann man den Abend mit den “Metamorphosen für 23 Solostreicher” von Richard Strauss. Dieses tief melancholische Alterswerk des greisen Komponisten wurde 1946 in Zürich uraufgeführt. Es vereint vollendet den unerschöpflichen Quell melodischer Einfälle des Komponisten mit seiner meisterlichen und raffinierten Instrumentation.

Das Stück wurde an diesem Abend von Nagano und dem Orchester vollendet in Form und Tempo ausgeführt. Es war faszinierend zu sehen, wie der Dirigent, der bei diesem Stück ohne Stock dirigierte, mit “suggestiven Händen” die wunderbaren Verflechtungen der tiefen und hohen Streicher, mit permanenter Transparenz zum Klingen brachte.

Zum Höhepunkt dieses Konzertabends geriet natürlich die Aufführung von Anton Bruckners Sinfonie Nr. 7 in Es Dur”. Es ist eine der schönsten und gewaltigsten Sinfonien Bruckners. Enorm, wie sich das Brucknerbild innerhalb der letzten Jahrzehnte gewandelt hat. Strömendes Fließen der musikalischen Verläufe statt Weihe-¬Zelebration machen das heutige Brucknerbild aus.

Das zeichnete auch die Sicht Naganos aus, der um einen auffallend hellen Klang bemüht war, mit klaren, durchgezeichneten Linien. Es gab nirgends Verschwommenheiten. Selbst im gewaltigsten Expressivo hatte die Musik organischen Fluss, der weder von Drückern, noch von Acellerandi aus der Stetigkeit gebracht wurde.

Es wurde eine beeindruckende Bruckner Darbietung, die in ihrer bruchlosen Geschlossenheit, der transparenten Klangschönheit und den großen, aber nie aufgedonnerten Blechgipfelungen, restlos überzeugte.

Frenetischer Beifall für das Orchester und seinen musikalischen Leiter.

IOCO / UGK / 13.09.2009

München, Münchner Philharmoniker, Thielemann und Münchner Stadtrat, Presseerklärungen

NEWS  vom 19.10.: Thielemann kartet trotz Entscheidung weiter.
Thielemann leitet ab 2012 Staatskapelle Dresden.
Presseerklärung der Semperoper vom 9.10.   
Presseerklärung der Münchner Philharmoniker  
vom 4.8.2009, seiner `Mitarbeiter´. Das Münchner Orchester stützte  die  Entscheidung des Stadtrates  gegen Thielemann.  NB:  Von 80 Stadtrat-Mitglieder  stimmten   79  Mitglieder  gegen Thielemanns  Verbleib in München; nur 1 Mitglied stimmte für Thielemann.    Grund für die Ablehnung des Orchesters: Nicht praktikable  Ansprüche  Thielemanns.  IOCO  überprüfte die Argumente durch persönliche Gespräche mit dem MPh  Orchestervorstand.   Auf die in dieser Presseerklärung vorgetragenen Sorgen  seiner ehemaligen engen  `Mitarbeiter´  ist Thielemann nie ernsthaft eingegangen.                                                                         Thielemanns Freunde in Aufruhr 
Während Thielemann schon öffentlich für Dresden gehandelt  wurde und auch  dort  bereits im September 2009  unterschrieb, beweinten  seine Musiker-Kollegen in einer Presseerklärung  ebenfalls im September 2009  den entstehenden Schaden  für  München, fall Thielemann ginge. Diese Presseerklärung ist durch den Zeitablauf zutiefst unseriös.

 

München, Münchner Philharmoniker, Orchestervorstand MPHIL zu Thielemann Entscheidung

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Presseinformatio

Orchestervorstand MPHIL

Die Münchner Philharmoniker bedauern es sehr, dass die Vertragsverlängerung zwischen der Landeshauptstadt München und GMD Christian Thielemann um weitere 5 Jahre nicht zustande gekommen ist.
Das Orchester hätte sehr gerne auch über 2011 hinaus mit Herrn Thielemann auf diesem hohen künstlerischen Niveau der letzten Jahre weitergearbeitet.

Neben dieser einzigartigen künstlerischen Qualität in der musikalischen Arbeit hat es allerdings in den letzten Jahren im administrativen Miteinander von GMD, Intendant und Orchester zunehmend Konflikte gegeben, die letztlich den Wunsch des Orchesters nährten, Entscheidungskompetenzen anders zu gestalten.

Während die künstlerische Gesamtkonzeption bezüglich der Gastdirigenten, deren Programme und auch Tourneen in Zukunft wie bisher in gemeinschaftlicher Abstimmung von GMD, Inten-dant und Orchester erfolgt wäre, hätte der Intendant dann im Dissensfalle das Letztentscheidungsrecht erhalten.

Das von Christian Thielemann befürchtete Szenario, ein Gastdirigent hätte auf diese Art und Weise jederzeit ein Werk aus dem ihm vorbehaltenen Repertoire der deutschen Romantik dirigieren können, trifft nicht zu, da ihm vertraglich zugesichert wurde, dass von ihm aufgeführte Werke in der selben Saison für Gastdirigenten selbstverständlich gesperrt sind.

Daher ist festzustellen, dass sich die Musikerinnen und Musiker der Münchner Philharmoniker in einem Votum aus künstlerischen Gründen mehrheitlich für eine Vertragsverlängerung mit Christian Thielemann ausgesprochen haben, und in einem weiteren Votum den Kulturreferenten Dr. Küppers gebeten haben, das Letztentscheidungsrecht für Konzerte und Programme von Gastdirigenten nur im Dissensfalle dem Intendanten zu übertragen.