München, Herkulessaal, Arcis-Vocalisten & Barockorchester L´arpa festante, 12.11.2017

November 13, 2017  
Veröffentlicht unter Herkulessaal, Konzert, Pressemeldung

Arcis-Vocalisten © Daniel Delang

Arcis-Vocalisten © Daniel Delang

Die Arcis-Vocalisten & Barockorchester L´arpa festante
J. S. Bachs‘ h-moll Messe im Herkulessaal

Am Sonntag, 12.11.2017 um 19.00 Uhr, treten die Arcis-Vocalisten unter der Leitungvon Thomas Gropper mit der h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach im Herkulessaal der Münchner Residenz auf. Für jeden Sänger und Dirigenten – aber auch für Musikfreunde und Konzertbesucher – gehört Bachs Opus summum zu den größten Aufgaben, denen man sich stellen kann. Gerade der Chor ist in Beweglichkeit, Virtuosität, Intonation, Spannkraft und Ausdauer außerordentlich gefordert.

„Das größte Kunstwerk aller Zeiten und Völker“ – so kündigte der Musikverleger Nägeli nach Bachs Tod die Druckausgabe der „Hohen Messe in h-moll“ an. Mit dieser seiner einzigen vollständigen Vertonung des Messordinariums krönte und vollendete Bach sein vokales Schaffen. Ausgehend von einer Kurzmesse aus dem Jahr 1733 stellte Bach 1748/49 zum Teil durch Rückgriff auf ältere Kompositionen, das Gesamtwerk zusammen. Dabei ist offen, ob er überhaupt eine geschlossene Aufführung im Sinn hatte. Er zog mit stupender Meisterschaft alle Register und bot einen Querschnitt durch alle Formen und Stile der Gesangsmusik.

An der Seite der Arcis-Vocalisten stehen neben den hervorragenden Gesangssolisten Hanna Herfurtner (Sopran), Nicholas Hariades (Alt), Christian Rathgeber (Tenor) und Thomas Stimmel (Bass) das versierte Originalklangorchester L´arpa festante, mit dem der Chor eine lange Partnerschaft verbindet.

Seit der Gründung durch ihren Chorleiter Thomas Gropper im Jahr 2005, haben sich die Arcis-Vocalisten mit ihren je nach Besetzung 30 bis 80 großteils professionell ausgebildeten Sängerinnen und Sängern in der hochklassigen und vielfältigen Münchner Musikszene und darüber hinaus einen Namen gemacht. Gerade erschienen bei Oehms Classics ist die neue CD der Arcis-Vocalisten & L‘ arpa festante mit Carl Heinrich Grauns‘ (1704-1759) Weihnachtsoratorium (OC 1876). Eine Abschrift dieses Werkes wurde erst Ende der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts in der Library of Congress in Washington D.C. entdeckt.  Außerdem auf CD erhältlich ist dessen Passionsoratorium Der Tod Jesu (OC 1809). Johann Sebastian Bach – h-Moll-Messe BWV 232 Sonntag, 12. November 2017, 19.00 Uhr – Herkulessaal der Münchner Residenz

Thomas Gropper, Leitung,  Arcis-Vocalisten

München, Herkulessaal, Matthäuspassion – Die Arcis-Vocalisten, IOCO Kritik, 14.04.2017

April 26, 2017  
Veröffentlicht unter Herkulessaal, Hervorheben, Konzert, Kritiken

Bayerische Schlösserverwaltung

 Muenchen / Arcis Vocalisten © Daniel Delang

München / Arcis Vocalisten © Daniel Delang

Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach

Arcis Vocalisten im Herkulessaal der Münchner Residenz

Von Daniela Zimmermann

Matthäuspassion:  Eine würdige Begleitung am Karfreitag, dem so hohen christlichen Feiertag. Die Matthäuspassion berichtet vom Leiden und Sterben Jesus nach dem Matthäus Evangelium, Kapitel 26 und 27.

Johann Sebastian Bach, 1685 – 1750, Komponist, Orgelvirtuose und Thomaskantor von Leipzig: Er beaufsichtigte ab 1723 alle Kirchen der Stadt Leipzig. Seine Aufgabe war so vielfältig und verschaffte ihm die Möglichkeit,  eigene geistliche Kompositionen vor  großer Hörerschaft und mit großem Orchester aufführen zu lassen. In dieser Zeit entsteht  die Matthäuspassion; 1729 wird sie in der Leipziger  Thomaskirche  uraufgeführt.

Noch vor Bachs Tod war die Vielstimmigkeit seiner Musik aus der Mode geraten; Bach wurde schnell vergessen. Erst Felix Mendelssohn Bartholdy lässt 1829 die Matthäuspassion in einer Berliner Aufführung wieder neu entstehen. Seither ist sie aus dem kirchlichen wie weltlichen Musikleben nicht mehr wegzudenken.

Johann Sebastian Bach in Weimar © Hartmut Gallée

Johann Sebastian Bach in Weimar © Hartmut Gallée

Die Matthäuspassion war bereits mehrfach in München zu hören. Im Herkulessaal der Münchner Residenz erklang die Matthäuspassion im April 2017 durch die Arcis-Vocalisten. L‘arpa festante, bereits 1983 gegründet und damit eines der traditionsreichsten deutschen Ensembles für Alte Musik, war musikalischer Partner des Chores als unverwechselbarer Klangkörper bei der Aufführung von Instrumental- und Chorwerken im Originalklang. Thomas Gropper leitet seit 2005 den hochklassigen semi-professionellen Chor, der aus 80 engagierten Mitgliedern besteht und je nach Werkanforderung vergrößert und verkleinert werden kann. Der Großteil der Sänger verfügt über eine Gesangsausbildung. Schwerpunkt des Chores ist die Barockmusik und Oratorien.

Die Matthäuspassion ist in seiner Aufführungspraxis ungewöhnlich anspruchsvoll wie komplex. Der große Chor teilt sich, verschmilzt harmonisch, zeichnet in Tutti wie in Dialogen. Die letzten Tage Jesu, seine Handlungen und seine Gefühle, werden im biblischen Kontext musikalisch beschrieben. In der Münchner Aufführung wurden die Arcis-Vocalisten unterstützt von den Chorkindern Ebersberg. Die auf alte Musik und Oratorien spezialisierten Sänger Verena Gropper Sopran, Theresa Holzhauser – Alt, Christian Zenker – Tenor, Thomas Stimmel – Bass und  Martin Danes  waren in schönen Stimmfarben die Solisten der Aufführung. Es gab noch ganz kleine Soli durch Chorsänger, die sich dann wieder in den Chor zurückgezogen haben. Die Solisten blieben aber vorne.

Die Besucher dankten den Arcis-Volcalisten, Thomas Gropper und den Solisten für eine nachdenklich stimmungsvolle Matthäuspassion durch langen Beifall.