München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Premiere RITTER ODILO UND DER STRENGE HERR WINTER, 30.03.2017

Staatstheater am Gärtnerplatz München

Staatstheater am Gärtnerplatz / Ritter Odilo © Jens Corvin

Staatstheater am Gärtnerplatz / Ritter Odilo © Jens Corvin

RITTER ODILO UND DER STRENGE HERR WINTER
Musiktheater mobil von Mareike Zimmermann mit Musik aus Henry Purcells »King Arthur«,  Münchner Erstaufführung

Das JUNGE GÄRTNERPLATZTHEATER feiert am 30. März Premiere mit RITTER ODILO UND DER STRENGE HERR WINTER in der Grundschule an der Blumenauer Straße 11. Mareike Zimmermanns mobile Kinderoper mit Musik aus Henry Purcells »King Arthur« ist ein fantasievolles Stück über den Kampf gegen die Langeweile und ein großer Spaß, der mit einfachsten Mitteln auskommt. Bereits zwei Sänger und ein Pianist genügen, um diese Geschichte voller Witz und Poesie zu erzählen: live, lebendig und überaus unterhaltsam. Wir packen Bühnenbild, Kostüme und Solisten ein und machen die Turnhalle zur Bühne.

Staatstheater am Gärtnerplatz / RITTER ODILO UND DER STRENGE HERR WINTER - Anja Lichtenegger (Bühne und Kostüme), Susanne Schemschies (Regie), Ann-Katrin Naidu (Anne), Christoph Filler (Christoph), Oleg Ptashnikov (Musikalische Leitung/Klavier) © Gärtnerplatztheater

Staatstheater am Gärtnerplatz / RITTER ODILO UND DER STRENGE HERR WINTER – Anja Lichtenegger (Bühne und Kostüme), Susanne Schemschies (Regie), Ann-Katrin Naidu (Anne), Christoph Filler (Christoph), Oleg Ptashnikov (Musikalische Leitung/Klavier) © Gärtnerplatztheater

RITTER ODILO UND DER STRENGE HERR WINTER
Mobile Kinderoper von Mareike Zimmermann
mit Musik aus Henry Purcells »King Arthur«

Münchner Erstaufführung  Altersempfehlung ab 6 Jahren

Musikalische Leitung   Oleg Ptashnikov, Regie   Susanne Schemschies
Bühne und Kostüme   Anja Lichtenegger, Mit Ann-Katrin Naidu und Christoph Filler
Klavier   Oleg Ptashnikov / Benjamin Spa, Altersempfehlung ab 6 Jahren

Premiere am 30. März um 10.15 Uhr in der Grundschule an der Blumenauer Straße 11
Geschlossene Vorstellungen für Grundschulen
Die Buchung erfolgt über das Junge Gärtnerplatztheater unter JGT@gaertnerplatztheater.de

Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz

München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Uraufführung Frau Schindler, IOCO Kritik, 14.03.2017

Staatstheater am Gärtnerplatz München

 Staatstheater am Gärtnerplatz - Zur Zeit in der Sanierung© Bernd Eberle

Staatstheater am Gärtnerplatz – Zur Zeit in der Sanierung © Bernd Eberle

Uraufführung:  Frau Schindler 

„Die Frau aus dem Schatten“

Musik Thomas Morse, Libretto Kenneth Cazan mit Thomas Morse

Von Daniela Zimmermann

Alle kennen den großen Film Schindlers Liste von Steven Spielberg. Welch eine Geschichte über einen Mann, der im Zweiten Weltkrieg rund 1.300 Juden durch die Beschäftigung in seinen Rüstungsbetrieben das Leben rettete! Und doch besitzt dieser Film einen Makel: Keinen Platz gibt es darin für die ebenso couragiert wie aufopfernd agierende Frau Schindler. Held ist ganz allein der „Judenretter“  Oskar Schindler. Erstaunlich, denn selbst Oskar Schindler schreibt schon 1957 in seinen Memoiren: “…darüber hinaus will ich hervorheben, dass, wo immer es Not tat, sich meine Frau schützend vor die bedrohten jüdischen Häftlinge stellte und mit furchtlosem, schnellen Entschluss manchem Häftling Leid ersparte. Ihre Verachtung für die SS und die Gestapo war so groß wie die meine.“

Gärtnerplatztheater München /  Frau Schindler- Jüdische Opfer © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater München / Frau Schindler- Jüdische Opfer © Christian POGO Zach

Oskar Schindler stand immer im Licht, sie in seinem Schatten, zum Schluss ward sie  vergessen. Dabei hatte sie gemeinsam mit ihrem Mann ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um Menschenleben zu retten. Prof. Erika Rosenberg-Band, in Buenos Aires geboren, wurde durch Fügung des Schicksals zur engen Freundin von Emilie Schindler. Ihr erzählte diese die Geschichte ihres Lebens. Rosenberg-Band veröffentlichte die Erzählungen von und mit Emilie und Oskar Schindler in mehreren Büchern.

Gärtnerplatztheater München / Frau Schindler - Emilie und Oskar Schindler © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater München / Frau Schindler – Emilie und Oskar Schindler © Christian POGO Zach

Komponist Thomas Morse war von dem Film Schindlers Liste begeistert: Doch ihn störte über alle Maßen, dass  Frau Schindler in dem Film   nicht erwähnt wurde. Thomas Morse ist Amerikaner und Komponist für Filmmusik. Frau Schindler ist seine erste Oper. In Europa, wo die Wurzeln der Geschichte beheimatet sind, wollte er sie uraufgeführt wissen. Intendant Josef E. Köpplinger erfüllte diesen Wunsch. So entstand die Oper Frau Schindler eigens für das Gärtnerplatztheater.

Das Libretto von Kenneth Cazan und Thomas Morse, umgesetzt ins Deutsche von Michael A.Rinz. Die Oper bewegt sich in Rezitativen, im Sprechgesang. Die Konzentration der Besucher orientiert sich am Dialog der Sänger; die Musik wird nur wenig  wahr genommen.  Doch in einer zentralen Szene  zum Ende der Oper dominiert die Musik: An der Schweizer Grenze, eine Gerettete setzt sich in einer dramatischen Arie vehement wie ergreifend für die Schindlers ein. Dirigent Andreas Kowalewitz, konnte sich durch die dialoggetriebene Komposition nur wenig entfalten.

Gärtnerplatztheater München / Frau Schindler - Nazi-Offiziere und Oskar Schindler © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater München / Frau Schindler – Nazi-Offiziere und Oskar Schindler © Christian POGO Zach

Die Dialoge sind inhaltsreich und verlangten von den Sängern höchste Konzentration. Katarina Hebelkova singt und verkörpert mit ihrem Mezzospran hervorragend die Emilie Schindler. Mittelpunkt ihres Lebens ist ihr Mann und ihre Liebe Oskar. Sie ist seine absolute Stütze in diesen verheerenden Kriegszeiten, auf die er bauen und sich stets verlassen kann, vor allem, wenn es um die Fürsorge der jüdischen Belegschaft geht. Frau Hebelkova gelingt diese Wiedergabe in allen Facetten hervorragend. Mathias Hausmann singt mit kräftigem Bariton den Oskar, den Bonvivant, den untreuen Ehemann, den Nazi und den Judenretter, eine zwiespältige Persönlichkeit .Auch er bewegt sich in seiner Rolle flexibel und in seiner Zwiespältigkeit authentisch gut. Auch die anderen Mitwirkenden sind erstklassig, allen voran Elaine Ortiz Arandes, sowie Jennifer O’Loughlin und Fraces Lucey.

Die Geschichte beginnt in Krakau. Emilie leidet unter den ständigen Eskapaden und Lügen ihres treulosen Ehemannes. Ihm aber gelingt es immer wieder mit seinem umwerfenden Charme nicht nur  seine Frau, sondern auch seine Nazifreunde um den berühmten kleinen Finger zu wickeln. Kernstück sind die jüdischen Arbeiter seiner Munitionsfabrik. Nachdem Krakau zu unsicher wurde, organisiert Oskar den Umzug in eine Fabrik nach Brünnlitz. Seine jüdischen Arbeiter nimmt er alle mit, sie ziehen mit um und dadurch entsteht die berühmte Liste, die 1300 Juden das Leben rettet. Auch Emilie begibt sich voller Verantwortung und voll des Einsatzes für die rettende Aufgabe nach Brünnlitz.

Gärtnerplatztheater München /  Nazi-Offiziere und Juden © Christian POGO Zach

Gärtnerplatztheater München / Nazi-Offiziere und Juden © Christian POGO Zach

Inszeniert ist die Oper realistisch, naturalistisch, konventionell. Kevin Knight bedient die Nazi – Klischees vielleicht etwas kräftig, doch ist das Bühnengeschehen dadurch wahrlich ergreifend. Die Kostüme  zeichnen die Zeit  der 30er Jahre; die Juden grau in grau und zum Teil mit Judenstern; Nazi Offiziere marschieren in schicken Uniformen mit Hakenkreuz auf Armbinden. Selbst das damalige Dauernahrungsmittel Kohl wurde auf der Bühne angeboten.

Man ist in der Oper leider überrascht zu hören, dass der Krieg nach der verlorenen Schlacht bei Stalingrad beendet gewesen sei. Schön wäre es gewesen, aber so war es nicht und gehört korrigiert. Noch einmal ist man erstaunt zu hören, dass die amerikanische Zone in der Schweiz beginnt. Die Oper, die auf Tatsachen beruht, sollte geschichtliche Fakten korrekt wiedergeben. Nach Kriegsende retten sich die Schindlers mit anderen Juden in Richtung Süddeutschland. Er wanderte dann  nach Argentinien aus. 1957 zahlt Deutschland eine Entschädigung  für verloren gegangene Güter an Nazigeschädigte. Dafür war die Anwesenheit in Deutschland erforderlich. Oskar nutzte diese Gelegenheit an Geld zu gelangen; seine Frau verließ er danach mittell- und skrupellos. Mit Oskar Schindlers Verlassen seiner Frau Emilie und dem Elend zum Ende ihres Lebens endet die Oper.

Thomas Morse hat mit der Oper Frau Schindler, auch wenn historische Fakten noch verbessert gehören, einer großen Frau, der unser ganzer Respekt gehört, ein musikalisches Denkmal gesetzt. Auch relativiert die Oper die menschliche Größe des „Filmhelden“ Oskar Schindler. Eine spannende wie emotional ergreifende Oper.

Frau Schindler in der Reithalle: Weitere Vorstellungen 15.3.2017, 17.3.2017, 19.3.2017

München, Münchner Symphoniker, Mozart – Reineke – Poulenc, IOCO Kritik, 10.03.2017

März 13, 2017  
Veröffentlicht unter Konzert, Kritiken, Münchner Symphoniker

Muenchner Symphoniker © Marco Borggreve

Muenchner Symphoniker © Marco Borggreve

Münchner Symphoniker

Münchner Symphoniker mit Henrik Wiese, Flöte
Leitung Ariel Zuckermann

Von Dr. Birgit Lohner

Münchner Symphoniker / Henrik Wiese © Henrik Wiese

Münchner Symphoniker / Henrik Wiese © Henrik Wiese

Auf der Gelben Couch, der kommende Abend wird Besuchern der Münchner Symphoniker von dort nahe gebracht, stellte Henrik Wiese, Solist des Abends wie Solo-Flötist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Konzert  vor. Paradoxerweise war es gerade sein tagtäglicher Umgang mit Notentexten, der den versierten Praktiker auch zum Quellenforscher werden ließ: Nicht nur Reineckes Flötenkonzert – Bravourstück für jeden Flötisten – legte er jüngst in einer überabeiteten Edition vor. Auch Mozarts „Hafner-Symphonie“ wurde von Wiese in ihren verschiedenen Werkstadien akribisch unter die Lupe genommen. Dass Mozarts Auftraggeber sich keineswegs mit Doppel-f schrieb, war da nur eine Fußnote. Poulencs farbenreiche Sinfonietta von 1948 ergänzt in ungeheurer Stil- und Melodiendichte die Reise durch die Jahrhunderte.

Münchner Symphoniker / Dirigent Ariel Zuckermann © Felix Broede

Münchner Symphoniker / Dirigent Ariel Zuckermann © Felix Broede

Mit der Klassik begann Ariel Zuckermann das 4. Konzert der Münchner Symphoniker am 1.März im Herkulessaal: Akademisch- streng dirigierte er die „Haf(f)ner“ – Symphonie von Wolfgang Amadeus Mozart: Symphonie Nr. 35 D-Dur KV 385, präzise hell intonierte das Orchester. Überraschend der Beginn. Henrik Wiese, Solist des Abends, hatte intensiv recherchiert. Und so wurde, im eher ursprünglich Mozartschen Sinn, der bekannten 4 sätzigen Sinfonie ein Marsch voran gestellt, ein weiterer beendete das Werk. Dies war ein angenehm interessantes Hörerlebnis.

Romantisches folgte: Ariel Zuckermann, zuvor eher sportlich und energisch, wurde weicher. Mühelos folgte das Orchester dem Stilwechsel, ganz im Sinne des eher selten gespielten Komponisten Carl Reinecke. Dieser hatte Mitte des 19. Jahrhunderts u.a. als Pianist “ mit dem gebundene, weichen Anschlag“ auf sich aufmerksam gemacht. Nun aber sein Flötenkonzert D-Dur op. 283, von Henrik Wiese in schönem, fließendem Ton vorgetragen, jubilierend in der Cantilene und mit virtuoser Glätte in der Figuristik. Als Zuhörer konnte man sich genießend zurücklehnen und Bilder von heilem, ländlichen Leben in sich entstehen lassen.

Zum Abschluß französische Moderne: Francis Poulenc hatte seine Sinfonietta 1948 geschrieben. Sie versprüht Esprit, Charme, französisches Savoir vivre. Herr Zuckermann ließ sich davon anstecken, leitete seine Musiker nun gelassen tänzerisch elegant. Und mit dieser Eleganz spielten sie dann alle den farbenreichen Melodienreigen, fast als ob sie einen bunten Blumenstrauß überreichen würden.

München, Münchner Philharmoniker, Zubin Mehta + Faschingskonzert, IOCO Kritik, 08.03.2017

Philharmonie Im Gasteig © Gasteig München GmbH / Matthias Schönhofer

Philharmonie Im Gasteig © Gasteig München GmbH / Matthias Schönhofer

Faschingskonzert mit  den Münchner Philharmoniker

Von  Daniela Zimmermann

Ein Faschingskonzert mit österreichisch wienerisch-ungarischem Flair und Charme. Zubin Mehta als fast Österreicher, dirigierte dieses Programm mit den dazugehörigen typisch wienerischen Walzer Raffinessen, die man eben nur in Wien erlernt. Er als Träger des Ehrenringes der Wiener Philharmoniker und als der Dirigent, der 5x das Neujahrskonzert dirigiert hat, ist in der Wiener Musik zu Hause.

Zubin Metha beginnt das Konzert mit der Ouvertüre zu Nozze di Figarro. Dort spielt die Maskerade die ausschlaggebende Rolle und so passt dieser fröhliche und temperamentvolle Beginn zu diesem speziellen Konzert. Julian Rachlin spielt die Geige in Mozarts Violinkonzert Nr.3 G-Dur KV 216. Die Sologeige dialogisiert sehr einfühlsam mit den unterschiedlichsten EinzeIinstrumenten und Instrumentengruppen. Im 3. Satz gibt es auch hier eine unerwartete Maskerade.

Eine freche kleine Melodie schiebt sich dort ein, wo sie gar nicht hingehört. Julian Rachlin in Litauen geboren und in Wien musikalisch aufgewachsen, gehört zu den erfolgreichsten, jungen Geigern unserer Zeit. Schon mit 14 Jahren wurde er bei der Eurovision in Amsterdam als Young Musician of the Year ausgezeichnet. Und bis heute  Ist er der jüngste Solist, der je mit den Wiener Philharmonikern gespielt hat. Julian Rachlin spielt sehr differenziert. Auffallend seine leise, zarte sehr einfühlsame  Bogenführung. Sein Spiel berührt durch des Geigenspiels. Julian Rachlin spielt eine Stradivari aus dem Jahre 1704. In dem anschließenden Liebesleid und Liebesfreud  kommt seine Wiener Schule zum Ausdruck. Den Walzer und den Ländler spielt er  mit so viel Schmiss, dass man wirklich an einen Wiener Stehgeiger des alten Wiens  erinnert wird.

Michael Ziehrer © IOCO

Michael Ziehrer © IOCO

Für beste Stimmung sorgten die Märsche von Michael Ziehrer und Julius Fucik. Die Bläser und die Schlagzeuger des Philharmonischen Orchesters waren ganz in Ihrem Element. Uns die Zuhörer sehr begeistert. Das Gasteig war ausverkauft bis auf den letzten Platz.  Weiter ging es mit dem ganzen Orchester und der Israelischen Sopranistin Chen Reiss. In dem stimmlich sehr hoch angelegten Frühlingserwachen wirkte sie angestrengt, Während sie bei den weiteren Liedern aus der Fledermaus mit ungarischem Akzent stimmlich überzeugte und verdienten Applaus bekam.  Und dann Johann Strauß Sohn mit der Annen Polka und dem Kaiserwalzer und den Zugaben, es war wie im Neujahrskonzert, ganz wundervoll. Eine ganz besondere Rosenmontag Stimmung.

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