München, Staatstheater am Gärtnerplatz, DIE PERLENFISCHER von Georges Bizet, 18.01.2017

Staatstheater am Gärtnerplatz München

Staatstheater am Gärtnerplatz / DIE PERLENFISCHER Lucian Krasznec (Nadir), Levente Páll (Nourabad), Jennifer O'Loughlin (Leïla), Mathias Hausmann (Zurga) © Christian POGO Zach

Staatstheater am Gärtnerplatz / DIE PERLENFISCHER Lucian Krasznec (Nadir), Levente Páll (Nourabad), Jennifer O’Loughlin (Leïla), Mathias Hausmann (Zurga) © Christian POGO Zach

Les Pêcheurs de Perles – Die Perlenfischer

Oper von Georges Bizet
Libretto von Michel Florentin Carré und Eugène Cormon
Münchner Erstaufführung der rekonstruierten Urfassung von Hugh Macdonald

18., 20. und 22. Januar in der Reithalle

Premiere Reithalle am 18. Januar 2017 um 19.30 Uhr , Weitere Vorstellungen am 20. und 22. Januar, Beginn um 19.30 Uhr, am 22. Januar um 18.00 Uhr

Grabmal Georges Bizet © IOCO

Grabmal Georges Bizet © IOCO

Das Gärtnerplatztheater präsentiert die konzertante Aufführung der Oper DIE PERLENFISCHER von Georges Bizet in der Reithalle unter der musikalischen Leitung von Sébastien Rouland. Mit seiner ersten abendfüllenden Oper »Die Perlenfischer« aus dem Jahr 1863 gelang Georges Bizet eine packende Verbindung aus exotischer Liebeshandlung und lyrisch-expressiver Musik. Das hieraus entstehende Seelendrama verspricht ein klangvoll mitreißendes Opernerlebnis. Mit Jennifer O’Loughlin als Leïla, Lucian Krasznec als Nadir, Mathias Hausmann als Zurga und Levente Páll als Nourabad, dem Chor, Extrachor und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz.

Der Pariser Uraufführung von Georges Bizets erster abendfüllender Oper Die Perlenfischer im Jahr 1863 sollte kein großer Erfolg beschieden sein, und bis heute ist das Werk eine Rarität des Opernrepertoires geblieben. In Ermangelung des in Privatbesitz befindlichen Partitur-Autografs ist die instrumentale Urfassung des Werkes bis heute unzugänglich. Erst im Jahr 2014 erstellte der Musikwissenschaftler Hugh Macdonald auf Grundlage der erhaltenen Violin-Direktionspartitur eine rekonstruierte Fassung, die der Urfassung bisher am nächsten kommt. Das Stück, das vom Komponisten als eine Abfolge von insgesamt 16 ineinander verschachtelten Musiknummern angelegt wurde, wird dabei maßgeblich durch das exotische Sujet der Textvorlage geprägt. Dieses findet seine musikalische Entsprechung in einer schillernden, lyrisch-expressiven Partitur, die mit weitgespannten Entwicklungsbögen und einer Fokussierung auf den Konflikt der vier Protagonisten des Stückes sowie mit dem stark daran Anteil nehmenden Chor ein faszinierendes Seelendrama entwirft, das auch in konzertanter Fassung ein klangvoll-mitreißendes Opernerlebnis verspricht!

Musikalische Leitung   Sébastien Rouland, Konzeption   Magdalena Schnitzler

Mit Jennifer O’Loughlin als Leïla, Lucian Krasznec als Nadir, Mathias Hausmann als Zurga und Levente Páll als Nourabad, Chor und Extrachor des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Preise 14 bis 44 Euro, Schüler- und Studentenkarten 8 Euro, Tickets gibt es an den Vorverkaufsstellen, unter www.gaertnerplatztheater.de,, Tel. 089 2185 1960 oder tickets@gaertnerplatztheater.de  PMStGTh

 

München, Theater am Gärtnerplatz, King Arthur von Henri Purcell, IOCO Kritik, 26.12.2016

Staatstheater am Gärtnerplatz München

Gärtnerplatz Theater / King Arthur Tobias Greenhalgh (Merlin), Simon Zigah (König Arthur), Judith Rosmair (Emmeline) © Marie-Laure Briane

Gärtnerplatz Theater / King Arthur Tobias Greenhalgh (Merlin), Simon Zigah (König Arthur), Judith Rosmair (Emmeline) © Marie-Laure Briane

 

King Arthur von Henri Purcell in der Reithalle

 Verrohte Krieger durch Frieden heilen

Von Daniela Zimmermann

Wieder ein großer Premierenerfolg des Gärtnerplatztheaters. Intendant Josef Köpplinger hat nicht selbst inszeniert, aber mit Torsten Fischer einen Theaterprofi zur Inszenierung des King Arthur von Henry Purcell (1659 – 1695) nach München geholt.  Die Produktion wurde in der technisch eingeschränkten Ersatzspielstätte Reithalle aufgeführt, riß das Publikum aber trotzdem mit. NB: Die Hauptspielstätte am Gärtnerplatz sollte zunächst 2015 wiedereröffnet werden. Leise, verschämt wird nun 2017 als mögliches neues Datum  der Wiedereröffnung genannt.

Henry Purcell komponierte King Arthur 1691, nach einem Libretto des Dramatikers John Dryden als Semi-Opera. Gemeinsam setzten Purcell und Dryden für Musiktheater der damaligen Zeit neue Maßstäbe: Gesang, Schauspiel, Orchester und Tanz eines Stückes wurden erstmals als Einheit komponiert, eingebettet in eine Handlung.

Henry Purcell, größter englischer Komponist des Barocks, war bereits zu Lebzeiten sehr berühmt. Viele seiner Werke wurden seit seinem Tod  in den bedeutenden Musikwerk Orpheus Britannicus gewürdigt.

Gärtnerplatz Theater / King Arthur - Ensemble © Marie-Laure Briane

Gärtnerplatz Theater / King Arthur – Ensemble © Marie-Laure Briane

In der Reithalle ist das Orchester und Dirigent Marco Comin unterhalb des Bühnenbildes versteckt. Das Bühnenbild ist eine riesige Schräge, sich nach hinten in die Höhe erhebend, das Orchester bedeckend. Lautsprecher tragen die Klänge des Orchesters in den Zuschauerraum. sie  klingen leicht, präzise, wunderschön. Comin ergänzt das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz mit einem Bläsertrio um so dem barocken Glanz der Komposition Purcells noch mehr Substanz zu geben. Hoch oben auf der Bühne, auf dieser Schräge webt und schwirrt alles durcheinander; mit großer Aktivität; Tänzer, Chor, Schauspieler, Sänger kann man nicht recht unterscheiden. Gesprochen wird in Deutsch; Torsten Fischer hat die Texte aus den englischen Vorlagen entwickelt; gesungen wird in Englisch.

Der wunderbare Abend in der Reithalle fordert das gesamten Gärtnerplatz Ensembles stimmlich wie darstellerisch. Die  Choreographie der Tänzer entwickelte Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner. Aus der Vereinigung der Tänzer mit  Chor und Sängern entwickelt sich die Handlung der Oper eindrucksvoll.

Gärtnerplatz Theater / King Arthur - Markus Gertken (Oswald), Judith Rosmair (Emmeline) © Marie-Laure Briane

Gärtnerplatz Theater / King Arthur – Markus Gertken (Oswald), Judith Rosmair (Emmeline) © Marie-Laure Briane

Es wird heftig gekämpft in King Arthur; Krieg, Mord und Totschlag wüten in Britannien.  Mittelpunkt ist die blinde Prinzessin Emmeline (Judith Rosmair), ein zartes Wesen, elfengleich, die sich trotz des Massenauflaufs um sie herum, Gehör verschaffen muss. Rosmair spielt ihre Partie großartig. 2 Könige begehren sie King Arthur, der sagenumwobene, eindrucksvoll verkörpert von Simon Zigah, und sein kühler wie roher Gegner der Sachsenkönig Oswald, Markus Gertken. Eine Nichtigkeit und ein solch brutaler Krieg.  Die Vorstellung, dass ein 300 Jahre alte Barockoper noch eine solche Aktualität vermittelt ist berückend.

Gärtnerplatz Theater / Juan Carlos Falcón (Tenor 2 / Waldgeist) © Marie-Laure Briane

Gärtnerplatz Theater / Juan Carlos Falcón (Tenor 2 / Waldgeist) © Marie-Laure Briane

Die schräge Bühne, der runde Mond im Hintergrund geben der Handlung optische Dramatik. Zerrrissene Kartons manifestieren Zerstörung; Tüllkleider werden Frauen vom Leib gerissen. Moral und Amoral kennen kein Krieg; Hagel, in Form  zahlreicher schwarzer Säcke, gefüllt mit weißen Plastikbällen auf die Bühne geschüttet begraben alles Leben. Eiszeit, denn nur große Naturereignisse können menschliches Handeln stoppen. Aber Leben geht immer weiter, dekorativ vorgeführt, indem das Ensemble in glitzernden Kleidern wieder aufersteht und den Bezug zur heutigen Konsumgesellschaft demonstriert.  Das Töten ist kein Weg für eine friedliche Zukunft realisiert auch letztlich King Arthur.

Der Zauberer Merlin, der Frostgeist (Tobias Greenhalgh) sowie die Geister, die Sirenen und die Nymphen runden eine harmonische Ensembleleistung wie eine beeindruckende Produktion von King Arthur ab, welche vom Publikum mit großem Beifall gefeiert wurde. Leider ist King Arthur in der Spielzeit 2016/17 nicht mehr auf dem Spielplan des Gärtnerplatztheaters.

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München, Staatstheater am Gärtnerplatz, ANYTHING GOES, 31.12. bis 08.01 2017

Staatstheater am Gärtnerplatz München

Staatstheater am Gärtnerplatz / Anything Goes -  Ensemble © Christian POGO Zach

Staatstheater am Gärtnerplatz / Anything Goes – Ensemble © Christian POGO Zach

ANYTHING GOES
31. Dezember bis 8. Januar in der Reithalle

Musical von Cole Porter, Guy Bolton, P. G. Wodehouse, Howard Lindsay und Russel Crouse

Nur vom 31. Dezember bis 8. Januar präsentiert das Gärtnerplatztheater das Musical-Highlight ANYTHING GOES von Cole Porter in der Reithalle. Erleben Sie zum letzten Mal den Broadway-Star Anna Montanaro als Reno Sweeney und Daniel Prohaska als Billy Crocker in der umjubelten Inszenierung der Münchner Erstaufführung von Staatsintendant Josef E. Köpplinger unter der musikalischen Leitung von Michael Brandstätter. Die berühmte Screwball Comedy ist ein Meisterwerk der verbalen und musikalischen Leichtigkeit mit großartigen Songs wie »I Get A Kick Out Of You« oder »It’s De-Lovely«, die bis heute nichts von ihrer frechen Frische eingebüßt haben.

Staatstheater am Gärtnerplatz / Anything Goes -  Daniel Prohaska als Billy Crocker  Anna Montanaro als Reno Sweeney © Christian POGO Zach

Staatstheater am Gärtnerplatz / Anything Goes – Daniel Prohaska als Billy Crocker
Anna Montanaro als Reno Sweeney © Christian POGO Zach

»Warum sich in schwierigen Zeiten auch noch mit schwierigen Themen im Theater beschäftigen?«, fragte sich Produzent Vinton Freedley im Sommer 1934 mitten in der Weltwirtschaftskrise und gab bei Cole Porter eine ganz und gar leichtfüßige Show in Auftrag, die auf unterhaltsame Art und Weise und mit viel Musik die bunte Gesellschaft auf einem Spielcasino-Schiff und ihre grotesken Reaktionen auf dessen Untergang porträtieren sollte. Doch kaum drei Monate vor der Premiere verunglückte vor New Jerseys Küste ein realer Vergnügungsdampfer, und so entschied man sich für die Geschichte um Billy Crocker, der mithilfe von Reno Sweeney seiner Liebe hinterher jagt.

Buch von Guy Bolton, P. G. Wodehouse, Howard Lindsay und Russel Crouse
Neufassung von Timothy Crouse und John Weidman
Musik und Gesangstexte von Cole Porter
Deutsche Dialoge von Christian Severin

Musikalische Leitung Michael Brandstätter
Regie Josef E. Köpplinger
Choreografie Ricarda Regina Ludigkeit
Bühne und Kostüme Rainer Sinell (nach den Entwürfen von Heidrun Schmelzer †)

Mit Anna Montanaro als Reno Sweeney, Daniel Prohaska als Billy
Crocker, Erwin Windegger als Elisha Whitney, Milica Jovanovi? als
Hope Harcourt, Hannes Muik als Lord Evelyn Oakleigh, Boris Pfeifer
als Moonface Martin, Sigrid Hauser als Erma, Previn Moore als
Kapitän und vielen mehr.

Chor und Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Wiederaufnahme am 31. Dezember 2016 um 18.00 Uhr in der Reithalle
Weitere Vorstellungen 3., 4., 6., 7. und 8. Januar
Vorstellungsbeginn 19.30 Uhr, am 6. und 8. Januar 18.00 Uhr

 

Pressemeldung Staatstheater am Gärtnerplatz

 

München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Cecilia Baroli singt Händels Heldinnen, IOCO Kritik, 10.12.2016

Staatstheater am Gärtnerplatz München

Prinzregententheater / Cecilia Bartoli © xxx

Prinzregententheater / Cecilia Bartoli © Uli Weber / Decca Classics

Cecilia Bartoli und Händels „Heldinnen“

Im Prinzregententheater, München

 Musiciens du Prince – Monaco: Leitung Konzertmeisterin Ada Pesch

Von Daniela Zimmermann

WhatsApp macht’s möglich. So viele Freunde schickten gute Wünsche zum 1. Advent. Und mein 1. Advent, dank Cecilia Bartolis Konzert mit Georg Friedrich Händels Heldinnen war wundervoll. Das Prinzregententheater ausverkauft. Händels schöne Barockmusik stimmte passend ein, in die  Weihnachtszeit.

Grabmal Georg Friedrich Händel in London © IOCO

Grabmal Georg Friedrich Händel in London © IOCO

Und die Stimme von Cecilia Bartoli ist etwas ganz besonderes. Händel wäre beglückt, wenn er noch hören könnte, wie sie seinem Arien Repertoire Ausdruck, Gefühl und Stimme gibt. Es fällt ihr so leicht zu singen, bewundernswert die Vielschichtigkeit der Interpretation ihres Koloratur-Mezzosopran, mit dem sie in allen Varianten singend spielen kann, kombiniert mit einem warmen, dunklen Timbre. Singen bedeutet für Cecilia Bartoli pure Lebensfreude und diese gibt sie mit ihrer intensiven unbeschwert fröhlichen Ausstrahlung nicht nur ihrem Publikum, sondern auch an das Orchester weiter.

Cecilia Bartoli ist seit Jahren im Klassik-Fach höchst erfolgreiche Sängerin; 10 Millionen verkaufte Tonträger von ihr erschienen bei Decca. Der außergewöhnliche künstlerische Erfolg basiert  auf „wiederbelebter“ alter Musik. Viele interessante Aufnahmen entstanden Musik der großen neapolitanischen Star-Kastraten des 18. Jahrhunderts; ihr Album Sacrificium war ein sensationeller Erfolg.

Im Prinzregententheater eröffnete das Orchester Les Musiciens Du Prince – Monaco,
mit Ada Pesch als Konzertmeisterin das Konzert mit der Ankunft der Königin von Saba.  Königin dieses Abends in München war Cecilia Bartoli. Sie eröffnete den Abend mit der Arie „Trionfo des Tempo, chiudi,chiudi“,  gesungen mit großer Innerlichkeit und Intensität.

Bei den zauberhaft vorgetragenen Semeles Ecstasy of Happiness kokettiert sie mit einem kleinen Spiegel, der sich  in ein Handy „verwandelt“.  Ein Höhepunkt war die Arie Lascia la spina,  zart und innig vorgetragen.

Großartig auch das Orchester Musiciens du Prince,  deren  Musiker auf alten Instrumenten spielen. Mitgründerin ist Cecilia Bartoli, bei finanzieller Unterstützung des Fürstentum Monaco. Ada Pesch ist Barockmusik-Expertin. Einfallsreich Michael Metzler am Schlagwerk. Die Flötisten Jean Marc Goujon und Oboist Pier Luigi Fabretti agierten in ihren Soloeinlagen im Dialog mit den Arien. Großartig auch der Dialog im Terzett mit dem Trompeter Thibaud Robinne.

[Von Cecilia Bartoli wurden verschiedene Aufnahmen bei der Decca Classics veröffentlicht.]

Zum letzten und gefeierten Höhepunkt des Abends wird die Arie Ariodantes Scherza infida. Sie ist wütend und verzweifelt und wir trösten uns mit dem Gedanken, dass bald Pfingsten ist. Die  Musiciens du Prince  werden dann  Cecilia Bartoli bei den Salzburger Pfingstfestspiele begleiten.

Cecilia Bartoli liebt Händels Musik und seine vielfältigen Frauengestalten, die ihr so viel Raum zu eigener Entfaltung bieten. Seit 2012 ist Bartoli künstlerische Leiterin der  Salzburger Pfingstfestspiele und macht diese zu einem Händelfest; 2017 mit Händels Ariodante.

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