München, Staatstheater am Gärtnerplatz, Operette WIENER BLUT von Johann Strauß ab 03.07.2016

Staatstheater am Gärtnerplatz München

Staatstheater am Gärtnerplatz / Tilmann Unger (Balduin Graf Zedlau), Cornelia Horak (Gabriele Gräfin Zedlau) © Christian POGO Zach

Staatstheater am Gärtnerplatz / Tilmann Unger (Balduin Graf Zedlau), Cornelia Horak (Gabriele Gräfin Zedlau) © Christian POGO Zach

WIENER BLUT  von Johann Strauß

Im Cuvilliéstheater, Wiederaufnahme 3.,  5., 6., 8. Juli 2016

Eigentlich hat Graf Balduin von Zedlau als Gesandter des Kleinstaats Reuß-Schleiz-Greiz eine diplomatische Mission beim Wiener Kongress zu erfüllen. Weit herausfordernder gestaltet sich in der Stadt von Wein, Weib und Gesang jedoch die Koordination seiner Liebschaften: Es gilt, seine Gattin Gabriele, die Tänzerin Franziska und die Probiermamsell Pepi auseinander- und voreinander geheim zu halten. Als dann noch der Premierminister, Fürst Ypsheim-Gindelbach, zu Besuch kommt und Gattin und Geliebte miteinander verwechselt, sind die Verwicklungen und Intrigen nicht mehr aufzuhalten. Doch mit Wiener Charme und im Dreivierteltakt lässt sich auch die verfahrenste Situation noch retten und selbst der hartnäckigste Moralist wird vom wilden Wiener Blut bekehrt!

Nach dem Erfolg seines Zigeunerbarons hatte Johann Strauß zunächst nicht mehr für die Bühne komponieren wollen. Dem Engagement des Komponisten und Arrangeurs Adolf Müller jun. ist es zu verdanken, dass der 74-Jährige dennoch in die Gestaltung einer neuen Operette einwilligte – allerdings sollte es sich dabei nicht um ein gänzlich neues Werk handeln: Strauß und Müller stellten aus den legendären Tanzkompositionen des gefeierten Walzerkönigs eine » Pasticcio-Operette « zusammen, die mit Witz und Esprit so berühmte Melodien wie »Wiener Blut«, » Geschichten aus dem Wienerwald « und »Wein, Weib und Gesang« in sich vereint. Victor Léon und Leo Stein, die Autoren der Lustigen Witwe, schufen dazu ein Libretto voll komischer Verwechslungssituationen und Verwirrspiele. Die Uraufführung am 26. Oktober 1899 im Wiener Carltheater erlebte Strauß nicht mehr – seine letzte Operette jedoch avancierte zu einem der beliebtesten und erfolgreichsten Werke dieses Genres. Erleben Sie den Operettenklassiker frisch, beschwingt und neu in Szene gesetzt im malerischen Cuvilliéstheater!

Das Gärtnerplatztheater präsentiert den Operettenklassiker WIENER BLUT von Johann Strauß, eines der beliebtesten und erfolgreichsten Werke dieses Genres, vom 3. bis 8. Juli 2016 wieder im Cuvilliéstheater. Diese Operette, die vor komischen Verwechslungssituationen und szenischen Verwirrspielen strotzt und mit Charme und Esprit zahlreiche der legendären Tanzmelodien des gefeierten Walzerkönigs vereint, hat Nicole Claudia Weber in Szene gesetzt. Unter der musikalischen Leitung von Michael Brandstätter erleben Sie Carsten Süss als Balduin Graf Zedlau, Cornelia Horak als Gabriele Gräfin Zedlau, Ella Tyran als Demoiselle Franziska Cagliari, Daniel Prohaska als Josef, Jasmina Sakr als Pepi Pleininger, Hans Gröning als Fürst Ypsheim-Gindelbach, Gerhard Ernst als Kagler und Harald Hofbauer in diversen Rollen, den Chor, die Statisterie und das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz.  Achtung:  Es gibt nur noch wenige Restkarten.

WIENER BLUT,  Operette von Johann Strauß
Für die Bühne bearbeitet von Adolf Müller jun.
Libretto von Viktor Léon und Leo Stein

Musikalische Leitung Michael Brandstätter, Regie Nicole Claudia Weber
Choreografie Cedric Lee Bradley, Bühne Judith Leikauf / Karl Fehringer
Kostüme Marie-Luise Walek, Licht Michael Heidinger
Choreinstudierung Felix Meybier, Dramaturgie Daniel C. Schindler

Mit:  Carsten Süss als Balduin Graf Zedlau, Cornelia Horak als Gabriele Gräfin Zedlau,
Ella Tyran als Demoiselle Franziska Cagliari, Daniel Prohaska als Josef, Jasmina Sakr als Pepi Pleininger, Hans Gröning als Fürst Ypsheim-Gindelbach, Gerhard Ernst als Kagler und Harald Hofbauer als Graf Bitowski und Fiakerkutscher, Chor und Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

WIENER BLUT  von Johann Strauß

Wiederaufnahme ab 3.7. im Cuvilliéstheater,  Weitere Vorstellungen 5., 6,. 8. Juli

PM Staatstheater am Gärtnerplatz

München, Münchner Symphoniker, Liszt und Beethoven: Frühlingserwachen, IOCO Kritik, 10.05.2016

Juni 15, 2016  
Veröffentlicht unter Kritiken, Münchner Symphoniker

München / Danae Doerken © Martin Teschner-WEbsite

München / Danae Doerken © Martin Teschner-WEbsite

Münchner Symphoniker

Münchner Symphoniker: Frühling und Frühlingserwachen

Münchner Symphoniker © Marco Borggreve

Münchner Symphoniker © Marco Borggreve

Die Münchner Symphoniker widmeten ihr Konzert am 20. April 2016 ganz dem Frühling und dem Frühlingserwachen.  Im Prinzregententheater  wurde das Konzert mit der Symphonischen Dichtung Les Preludes von  Franz Liszt eröffent. In diesem Werk kommen die unterschiedlichsten Stimmungen zum  Durchbruch. Zu  Beginn wehmütig zart entwickelt sich die Dichtung zu einem stürmisches Hauptthema. Es folgt der liebliche Teil, um dann feierlich mit der Fanfare zu enden. Diese Fanfarenklänge wurden während des 3. Reiches zur Eröffnung der Wochenschau missbraucht. Liszt vergleicht in Les Preludes die verschiedenen  menschlichen Entwicklungsstadien bis hin zum Tod.

 München / Chefdirigent Kevin Edusei © Marco Borggreve

München / Chefdirigent Kevin Edusei © Marco Borggreve

Chefdirigent Kevin Edusei führte sein Orchester in der ihm eigenen Weise mit viel Einfühlungsvermögen und gab dem Werk trotz gewaltiger Stürme harmonische Geschlossenheit.

Es folgte das Konzert für Klavier und Orchester Nr.2 B-Dur von Ludwig van Beethoven mit der jungen Danae Dörken als Solistin. Danae Dörken, geb. 1991 in Wuppertal, wächst in einer deutsch-griechischen Familie auf. Mit 5 Jahren begann Ihre Klavierkarriere, heute gehört sie zu den gefragtesten Pianistinnen ihrer Generation. Von der Presse als „Poetin am Klavier“ bezeichnet, besticht ihr Vortrag besonders im 2. Satz durch ihren warm poetischen Anschlag. Dörkens Spiel ist überaus harmonisch, was sich auch im modern angelegten Spiel der Kadenz ausdrückte. Das 2. B-Dur Klavierkonzert des jungen Beethoven wurde 1795 in Wien uraufgeführt:  Solist am Klavier damals Ludwig van Beethoven. Dies mehrfach überarbeitete Klavierkonzert gehörte zeitlebens zu den Lieblingskompositionen Beethovens. Edusei führte sein Orchester auch hier mit großer Ruhe und leitete so auch die junge Pianistin behutsam durch ihre anspruchsvollen Soli.

Die Begeisterung  über das Konzert und das Spiel der Danae Dörken im Publikum war groß. Sie bedankte sich als Zugabe mit Robert Schuhmanns 1841 entstandener  Symphonie Nr.1. in B-Dur, der Frühlingssymphonie. Robert Schuhmann war noch jung verheiratet und glücklich. Voller Schaffensdrang komponierte er diese Symphonie in nur wenigen Tagen.   Clara Schumann war glücklich, dass er endlich ein Gebiet für sich beanspruchte, in das er in seiner Phantasie längst hineingehörte. Beim Vorspielen der Symphonie, so Clara Schumann, “ fühlte sie sich frühlingshaft angeweht“.  Es war das Frühjahr 1841,
als diese erste von drei romantischen Symphonien entstand. Trompeten als Fanfaren heißen hier den Frühling Willkommen. Zum Ende wird der Frühling euphorisch gefeiert, mit Pauken, großer Orchesterbesetzung und Bläsern. Kevin Edusei führt auch hier sein Orchester fest wie filigran.   IOCO / D.  Zimmermann / 05.05.2016

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München, Münchner Symphoniker, Annette Josef und Kevin Edusei verlängern Verträge, IOCO Aktuell, 10.06.2016

Juni 10, 2016  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Münchner Symphoniker

Münchner Symphoniker © Marco Borggreve

Münchner Symphoniker © Marco Borggreve

Münchner Symphoniker

Münchner Symphoniker in stabilem Fahrwasser
München / Symphoniker Intendantin Annette Josef © Marco Borggreve

München / Symphoniker Intendantin Annette Josef © Marco Borggreve

Der Vereinsvorstand des Trägervereins der Münchner Symphoniker verlängert die laufenden Verträge von Intendantin Annette Josef und Chefdirigent Kevin John Edusei um jeweils fünf Jahre. Der Vertrag von  Annette Josef läuft demnach bis Ende 2020, der von Kevin John Edusei bis zum Ende der Saison 2021/22.

„Ich freue mich sehr, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit unserem Chefdirigenten Kevin John Edusei und den Musikerinnern und Musikern der Münchner Symphoniker fortzuführen“, kommentiert Annette Josef ihre Vertragsverlängerung. Annette Josef, seit 2006 in den Funktionen Leiterin des künstlerischen Betriebsbüros, Orchesterdirektorin und Stellvertreterin des Intendanten für das Orchester tätig, wurde 2013 zur Intendantin
der Münchner Symphoniker berufen.
München / Symphoniker Chefdirigent Kevin Edusei © Marco Borggreve

München / Symphoniker Chefdirigent Kevin Edusei © Marco Borggreve

Kevin John Edusei ist seit 2014/2015 Chefdirigent der Münchner Symphoniker und konnte in kurzer Zeit durch neue programmatische Zugänge in den Konzerten mit den Münchner Symphonikern viel Aufmerksamkeit der Münchner Öffentlichkeit gewinnen. Seit der Saison 2015/16 ist er zudem Chefdirigent am Konzert Theater Bern.

 „Ich empfinde es als ein großes Geschenk, die Arbeit mit den Münchner Symphonikern fortsetzen zu können. Dieses Orchester ist durch seine Lebendigkeit und Vielfältigkeit bereits jetzt in der Zukunft angekommen“, so Edusei.Den Kurs, den Intendantin Annette Josef und ich in den vergangenen anderthalb Jahren eingeschlagen haben, werden wir fortsetzen. Die kommenden Spielzeiten werden dabei besonders im Zeichen der Entwicklung  neuer Formate und der Vertiefung der künstlerischen Arbeit stehen.“  PMMS / RW Media Relations / 10.06.2016

München, Bayerische Staatsoper, Boris Godunow von Modest Mussorgsky, IOCO Kritik, 16.05.2016

Bayerische Staatsoper München

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Nationaltheater München © Wilfried Hösl

Boris Godunow:  Zaristisches Drama, zeitlos inszeniert

Von Modest  Mussorgsky  nach  Alexander Puschkin

Das von Gewalt und Verrohung  gezeichnete Drama über den russischen Zaren  Boris  Godunow (1552 – 1605) veröffentlichte Alexander Sergejewitsch Puschkin in 1831. Modest Mussorgsky zeichnet 1870 in seinem „musikalischen Volksdrama“ Boris Godunow  Verzweiflung und Leiden des russischen Volkes; tiefe Streicher, Basstuba, Bassklarinette und Posaunen wogen mit Harfen, aber beständig in düsterem h-Moll. 

München / Staatsoper - Boris Godunow - Chor © Wilfried Hösl

München / Staatsoper – Boris Godunow – Chor © Wilfried Hösl

Calixto Bieito, Regisseur dieser Boris Godunow Produktion besitzt den Ruf als sicherer Garant von Skandal-Inszenierungen. In München folgte er  diesem Ruf nicht. Sein Boris Godunow ist modern neutral, Bezüge zu Russland gehen unter.  Die Manipulation des Volkes und Korruption durch herrschende Schichten, in zeitlosem Kontext, ist Fokus der Bieito Inszenierung; ohne sichtbaren Bezug auf das alt-zaristische Russland. Doch  ungefähre, moderne Bezüge auf ein geknechtetes Volk führen schnell in emotionale Leeren. So hängen die konkreten Heute-Nachrichten das Bühnengeschehen im Nationaltheater an Intensität ab. Doch Mussorgskys schwere h-Moll Komposition verführt den Besucher, die Tiefen von Puschkins Dichtung in zeitlosem Gewand zu erkunden. Dann jedoch wird die  Münchner Inszenierung in sieben massiven Bildern (Bühne Rebecca Ringst, Kostüme Ingo Krügler), ohne Pause, zu einem Ereignis voller Spannung und Dramatik.

München / Staatsoper - Boris Godunow - Chor © Wilfried Hösl

München / Staatsoper – Boris Godunow – Chor © Wilfried Hösl

Nikititsch, Oberpolizist (Friedmann Röhlig) und hochgerüsteten Polizisten prügeln  im ersten Bild energisch und brutal die Masse Volk. Der noch unentschlossene Boris Godunow (Alexander Tsymbaluk) soll sich zum neuen Zaren krönen zu lassen. Den nach Einfluss strebendenden  Hintermänner versprechen sich, dass  Boris Godunow ein manipulierbarer, nicht zu starker Zar zu werde.  Es wird mit großem Chor und Extrachor = Volk, mit Orchester, Posaunen und Glocken musikalisch mitreißende  Überzeugungsarbeit geleistet. Ist doch die Freude über den neuen Zaren groß und auch die Hoffnung auf ein besseres Leben. Dazu gilt es auch die Bojaren in Schach  zu halten.

München / Staatsoper - Boris Godunow © Wilfried Hösl

München / Staatsoper – Boris Godunow © Wilfried Hösl

Zar Boris thront  mit großem wohl timbrierten Baß und eindrucksvoller Leidensfähigkeit  während der mächtigen Krönungsszene auf einer Tribüne über seinem Volk: Dem will er nur Gutes, was jedoch nicht immer gelingt. In seinen Gemächern, tröstet er seine  durch den Verlust des Verlobten depressiv gewordene Tochter Xenia (Eri Nakamura) und beklagt das Versagen seiner Politik. Der alles hörende, wissende Fürst Schuiskij (Boris Pinkhasovich) stört mit höhnischen Tenor. Er berichtet von einem Ursurpator, der sich  als rechtmäßiger Zar Dimitri ausgebe und bereits eine größere Anhängerschaft um sich herum versammelt. Obwohl der Fürst beteuert, dass Dimitri wirklich tot sei, quälen Boris  Gewissensbisse. Boris weiß resignierend um seine Schuld, aber ist nicht kaltblütig genug sie zu übergehen. Er erscheint von Krankheit gezeichnet im Parlament und erlebt dort, wie die Bojaren über einander herfallen und, ganz neuzeitlich, mit einem Koffer  Geldscheine beruhigt werden. Handlanger Pimen (Ain Anger) und Mitjucha (Tareq Nazmi) stehen dem Fürsten zu Diensten. Auch hier wird Boris mit seinem Verbrechen konfrontiert. Der verstorbenen Zar Dimitri ist auch im Parlament gegenwärtig. Zu viel für Boris Godunow, er bricht zusammen und stirbt. Der falsche Dimitri erstickt seine Kinder und die Schankwirtin erschießt einen Polizisten.

München / Staatsoper - Boris Godunow © Wilfried Hösl

München / Staatsoper – Boris Godunow © Wilfried Hösl

In der zentralen Partie des Boris Godunow zeichnet Alexander Tsymbalyuk mit überragendem Charakterbass den seelischen und körperlichen Zusammenbruch  des Zaren. Die Besucher goutierten die zeitlos gehaltene  Inszenierung von Calixto Bieito. Großer Applaus jedoch galt Dirigent Vasily Petrenko und dem Bayerischen Staats-orchester, welche die elegische Fülle der Komposition Mussorgskys besonders in der Krönungsszene zum Ausdruck brachten. Ebenso großer Beifall galt Sören Eckhoff und seinen riesigen Chören, welche Resignation und Verzweiflung des Volkes stark wie glaubhaft Charakter verleihen. Tragisch klagende Klänge, großes Orchester, Chor und wunderbare Solisten, machen das Nationaltheater München an diesem Abend zu einem Ort der Besinnlichkeit   IOCO / D.  Zimmermann / 16.05.2016

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