
Staatstheater am Gärtnerplatz München
Nachwuchs trifft Ensemble – Kooperation zwischen Gärtnerplatz, Theaterakademie und Musikhochschule für JanáCeks Das schlaue Füchslein
Die Bayerische Theaterakademie August Everding, die Hochschule für Musik und Theater München und das Staatstheater am Gärtnerplatz haben sich zu einer bislang einmaligen Kooperation zusammengetan, die den künstlerischen Gesangs-Nachwuchs mit etablierten Solisten und Musiktheaterprofis auf der Bühne vereint. Rosamund Gilmore inszeniert Leoš JanáCeks Das schlaue Füchslein im Prinzregententheater.
Mit der gemeinsamen Premiere von Leoš JanáCeks Das schlaue Füchslein im Prinzregententheater am 19. Juni 2012 betreten die Bayerische Theaterakademie August Everding und das Staatstheater am Gärtnerplatz Neuland.
Auf großer Bühne finden hier etablierte Solisten aus dem Ensemble des Gärtnerplatztheaters und junge Sängerinnen und Sänger des Studiengangs Gesang / Musiktheater der Bayerischen Theaterakademie und der Hochschule für Musik und Theater zusammen. Vom ersten Tag der soeben begonnen Produktion an, erarbeiten Sie in gemeinsamer Probenarbeit das große Musiktheaterwerk. Schließlich kommt es in zwei unterschiedlichen Besetzungen am 19. und 20. Juni zur Premiere.
Regisseurin Rosamund Gilmore nimmt sich der Aufgabe an, die unterschiedlichen Kräfte auf der Bühne des Prinzregententheaters zu vereinen: Das schlaue Füchslein ist zugleich eine der beiden großen Jahrgangsinszenierungen des Studienjahres der Theaterakademie und die letzte Musiktheaterinszenierung der scheidenden Intendanz Dr. Ulrich Peters‘ am Staatstheater am Gärtnerplatz. Das Gärtnerplatztheater selbst befindet sich seit Anfang Mai 2012 in Sanierung und spielt daher außerhalb seines Stammhauses.
Rosamund Gilmore hat bereits an beiden Häusern erfolgreichen inszeniert: an der Bayerischen Theaterakademie erarbeitete sie 2010 Peter Eötvös‘ Tri Sestri, am Staatstheater am Gärtnerplatz zeichnete sie für die Inszenierungen von Philipp Glass Die Schöne und das Biest sowie Mozarts Die Zauberflöte verantwortlich. (Letztere Inszenierung ist übrigens kurz vor der Premiere des Schlauen Füchsleins mit zwei Vorstellungen am 7. und 8. Juni ebenfalls im Prinzregententheater nochmals zu sehen.)
Für Das schlaue Füchslein plant Gilmore zusammen mit ihrem vertrauten Ausstatter-Team Friedrich Oberle (Bühne) und Nicola Reichert (Kostüme) die „kleine Geschichte, die eine große ist“, in ein Klassenzimmer zu verlegen. Ganz im Sinne JanáCeks geht es ihr nicht um die Tierwelt, sondern um die menschliche Gesellschaft und die Entwicklung des Individuums in ihr. Die Tiere dienen hier nur als Stellvertreter. In diesem „Erziehungsraum“ findet daher der ganze Prozess von der Kindheit bis zum Tod der Füchsin statt. Wie für alle Musiktheaterarbeiten der ehemaligen Choreografin typisch, spielen auch hier Körperlichkeit und tänzerische Elemente eine besondere Rolle.
Die musikalische Leitung übernimmt Andreas Kowalewitz, Kapellmeister des Staatstheaters am Gärtnerplatz mit dem Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz.
Zum Stück:
„Die Abenteuer der Füchsin Schlaukopf“ – so die wortgetreue Übersetzung des tschechischen Originaltitels „P?ìhody lišky Bystroušky“ – kann als Leoš JanáCeks populärste Oper gelten. Nicht selten verstellte die weit verbreitete Ansicht, bei Füchslein Schlaukopf handle es sich um die Heldin einer putzigen Kinderoper, den Blick auf die Tiefgründigkeit dieses späten Meisterwerks JanáCeks.
Die in mehreren Episoden dargestellte Lebensgeschichte einer Füchsin und ihre Begegnungen mit Mensch und Tier – von ihrer Gefangennahme durch den Förster und den Ausbruch in die Freiheit über Hochzeit und Mutterdasein bis zu ihrem Tod – will JanáCek im Sinne einer Parabel beispielhaft auch für das menschliche Dasein verstanden wissen. Frei von romantischem Pathos schildert er dieses als ein Schicksal von vielen. Denn als Werk eines Siebzigjährigen weist Das schlaue Füchslein nicht nur biographische Anklänge an seine Liebe zu einer 38 Jahre jüngeren, in ihrer Freiheitsliebe inspirierenden Frau auf – am Ende der Oper stehen das Bewusstsein über das natürliche Werden und Vergehen allen Lebens sowie die Feier eines sich in Freiheit erfüllenden Eros.
Diese Tiefe und Vielschichtigkeit der Empfindungen spiegelt sich auch musikalisch im großen Ausdrucksreichtum der Partitur. Überschwängliche, rhythmusbetonte Anspielungen auf die mährische Folklore stehen im Wechsel mit nostalgischen Klangfärbungen oder seufzenden Melodiebögen und finden sich in einer klaren, sensiblen Instrumentation wieder.
kooperation des Staatstheaters am Gärtnerplatz mit der Bayerischen Theaterakademie und der Musikhochschule München
Premiere: Di., 19. Juni 2012, 19.30 Uhr, Prinzregententheater
Musikalische Leitung: Andreas Kowalewitz / Joachim Tschiedel
Regie: Rosamund Gilmore
Bühnenbild: Friedrich Oberle
Kostüme: Nicola Reichert
Dramaturgie: Christoph Maier-Gehring / Isabelle Kranabetter
BESETZUNG:
Förster: Derrick Ballard / Günter Papendell
Frau des Försters:Rita Kapfhammer / Eun Kyong Lim
Schulmeister:Cornel Frey / Christoph Späth
Pfarrer / Dachs:Sebastian Campione / Marios Sarantidis
Háraschta:Holger Ohlmann / Ludwig Mittelhammer
Gastwirt / Mücke:Stefan Thomas / Byeonghoon Chang
Füchslein Schlaukopf:Elaine Ortiz Arandes / Maria Celeng
Gastwirtin / Dackel:Carolin Neukamm / Florence Losseau
Fuchs:Thérèse Wincent / Soomin Yu
Franzl / Grille / Eichelhäher:Laura Faig / Danae Kontora
Junges Füchslein Schlaukopf / Fuchskinder: Mitglieder des Kinderchors des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Extraballett
Termine:
Premiere beider Besetzungen:
Dienstag, 19. Juni 2012, 19.30 Uhr
Mittwoch, 20. Juni 2012, 19.30 Uhr
Folgevorstellungen: 22., 23., 25., 28., 29.*, 30. Juni *= KiJu 8,- €
Alle Vorstellungen mit Einführung 30 Minuten vor Beginn im Gartensaal
Tickets 18,- bis 61,- € / erm. 50% oder 8,- € bei KiJu 8,-€ unter 089.21 85 19 60, gaertnerplatztheater.de oder prinzregententheater.de