Mönchengladbach, Theater Krefeld Mönchengladbach, Großer Erfolg beim internationalen Opernfestival in Estland, Juli 2017

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Theater Krefeld Mönchengladbach

Theater Krefeld Mönchengladbach /  internationales Opernfestival in Estland © GLaak - Saaremaa, Estland

Theater Krefeld Mönchengladbach / internationales Opernfestival in Estland © GLaak – Saaremaa, Estland

Großer Erfolg beim internationalen Opernfestival in Estland

Das Musiktheaterensemble und die Niederrheinischen Sinfoniker haben im Juli in Saaremaa vor 8000 Zuschauern mehrere Opernproduktionen gezeigt. Krefeld und Mönchengladbach. Das bislang umfangreichste Gastspiel in der Geschichte des Gemeinschaftstheaters war ein riesiger Erfolg: 8000 Zuschauer haben die vier Opernproduktionen und eine Abschlussgala, an der das Musiktheaterensemble und die Niederrheinischen Sinfoniker (unter der Leitung von GMD Mihkel Kütson) ebenfalls mitgewirkt haben, im Juli beim internationalen Opernfestival in Estland besucht – und bejubelt.

Theater Krefeld Mönchengladbach /  internationales Opernfestival in Estland © GLaak - Saaremaa, Estland

Theater Krefeld Mönchengladbach / internationales Opernfestival in Estland © GLaak – Saaremaa, Estland

250 Mitarbeiter des Theaters – neben den Opernsängern und den Orchestermusikern waren Mitarbeiter aus den Abteilungen Bühnentechnik, Beleuchtung, Maske, Kostüm und Requisite dabei – sind zu Beginn der Theaterferien in das kleine Ostseestädtchen Saaremaa gereist, um dort die Opernproduktionen „Lohengrin“, „Cavalleria rusticana / Gianni Schicchi“, „Carmina Burana“ und „Ein Maskenball“ auf die Bühne des Festivalzeltes zu bringen. Der aufwändigen Gastspielreise waren eine monatelange Planung, eine ausgefeilte Logistik und zuletzt auch sehr viel Improvisationsgeschick vorausgegangen.

Theater Krefeld Mönchengladbach /  internationales Opernfestival in Estland © GLaak - Saaremaa, Estland

Theater Krefeld Mönchengladbach / internationales Opernfestival in Estland © GLaak – Saaremaa, Estland

Nicht nur in finanzieller Hinsicht sei die Festivalteilnahme ein voller Erfolg gewesen, sagt Operndirektor Andreas Wendholz: „Dieses internationale Gastspiel war eine große Leistungsshow unseres Theaters. Fünf verschiedene Vorstellungen in einer Woche komplett mit dem eignen Ensemble bestreiten zu können, sind eine großartige Leistung. Dass jede Aufführung das Publikum von den Stühlen riss und mit Standing Ovations bedacht wurde, spricht für die künstlerische Qualität unserer Produktionen.“

Pressemeldung Theater Krefeld Mönchengladbach

Krefeld, Theater Krefeld Mönchengladbach, Lohengrin – In irdischem Wettstreit gefangen, IOCO Kritik, 21.04.2017

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Theater Krefeld Mönchengladbach

Theater Krefeld © Matthias Stutte

Theater Krefeld © Matthias Stutte

Lohengrin von Richard Wagner

„Gral Gesandter scheitert in irdischem Streit“

Von Viktor Jarosch

Lohengrin am Theater Krefeld, Premiere 16.4.2017, weitere Vorstellungen 22.4.2017, 7.5.2017, 20.5.2017, 25.6.2017, 2.7.2017

Am Niederrhein war man gespannt. Lohengrin im Theater Krefeld, erstmals seit über 40 Jahren. Wie würde Richard Wagners Musikdrama aufgenommen werden? Kann das Orchester die sphärische Aura von Traum- und Gralswelt spürbar machen, sind die Solisten den extremen Ansprüchen der Partien von Elsa, Lohengrin, Ortrud und Telramund gewachsen, wird die Regie angenommen? Nach der Vorstellung, zur Premierenfeier, hörte ich einen Solist zu seinem Nachbarn flüstern „einen ähnlichen Beifallsturm habe ich seit vielen Jahr am Theater Krefeld nicht erlebt.“ So war es, langer starker Beifall für alle, für den neuen Lohengrin am Theater Krefeld!

Theater Krefeld / Lohengrin - Koenig Heinrich und die Edlen von Brabant © Thomas Esser

Theater Krefeld / Lohengrin – Koenig Heinrich und die Edlen von Brabant © Thomas Esser

Die Oper Lohengrin fasziniert bis heute an allen Bühnen der Welt, ein letzter Höhepunkt der romantischen Opern. Komponist Richard Wagner war zur Uraufführung 1850 an der Hofoper in Weimar, dem heutigen Deutschen Nationaltheater, nicht anwesend. Franz Liszt, damaliger Hofkapellmeister in Weimar und späterer Schwiegervater, hatte zuvor den bewunderten wie steckbrieflich gesuchten „Dresdner Revolutionär“ Richard Wagner zur Flucht in die Schweiz verholfen. Die deutscheste aller Opern Wagners offenbart in Konflikten zwischen Gralsbestimmung und irdischem Treiben eine unauflösliche Gemengelage zwischen Liebe und Leben, in der letztlich die Liebe stirbt. Der sagenumwobene mythische Gral bannte Richard Wagner über Jahrzehnte, bis zu seiner letzten Oper Parsifal. Wagners Lohengrin Komposition ist bereits revolutionär, kehrt sich ab von der Nummernoper und bringt erstmals die freie Deklamation; die Vorspiele bemalen Stimmungen; wiederkehrende Tonarten kennzeichnen die Protagonisten, A-Dur ist Lohengrin; die Orchestrierung teilt gleiche Instrumente erstmals in Gruppen welche sich trennen und wieder verschmelzen; Chöre werden zu dramatischen Akteuren. Die Dichtung der Oper speist sich aus vielen Quellen: Wagner formt seinen Lohengrin aus deutscher Geschichte, Erzählungen und deutschen Mythen; das Herzogtum Brabant der Oper ist Synonym für ein deutsches Reich; Wagners Nähe zur Revolution von 1848 ist bei der Deutung von Mythen und Realität zentraler Schlüssel. Seine Hoffnung, wenn  schon nicht die Menschen selbst, so möge uns Gott, Lohengrin oder Parsifal  schon auf Erden zum Heil führen, erfüllt sich nicht. Nicht in der Oper Lohengrin, nicht in irdischem Einerlei.

Theater Krefeld / Lohengrin - Telramund und Edle © Thomas Esser

Theater Krefeld / Lohengrin – Telramund und Edle © Thomas Esser

Die Krefelder Inszenierung des Lohengrin sucht diese Nähe zum modernen Alltag, zur Realität menschlichen Seins. Lohengrins Mystik wird als fremde, mit  irdischem unvereinbare Welt gezeichnet. So verbreitet Regisseur Robert Lehmeier Mystik meist nur zu den Vorspielen und im Nachspiel; zu den sphärischen Streicherklängen des ersten Vorspieles stehen Elsa und Thronfolger Gottfried als Kind pantomimisch stumm und regungslos vor den Vorhang, zum Nachspiel deutet Gottfried im dunklen Hintergrund der Bühne nackt, erwachsen, mit Schwert, erneut Erlösung an.  Die Realtät dominiert auf der Bühne. Alle Mystik verliert sich im ersten Bühnebild; doch nicht mit Wagners klassischem Heerbann, Gerichtseiche oder Rittern, sondern aus dem irdisch jetzigem Lebensalltag gezeichnet: Ein großer Saal mit halbrunder Tischformation in der Mitte, Bänke an den Seitenwänden; Bühne Tom Musch. König Heinrich (Matthias Wippich) grüßt mit elegantem wohlklingenden Timbre: „Gott euch euch, liebe Männer von Brabant, nicht müßig tat zu Euch ich diese Fahrt„. Er wie seine Gefolgsleute in modern geschäftlich glattem Outfit, Männer mit Krawatten, Frauen in Gehröcken (Kostüme Ingeborg Bernerth). Friedrich von Telramund, Johannes Schwärsky, ebenfalls in Business-Outfit, ließ schon mit seiner ersten Arie „Dank, König, dir, daß du zu richten kamst..“ aufhorchen;  sein kräftiger dramatisch lyrischer Bassbariton wurde von präziser Diktion begleitet. Gemeinsam mit dem bald folgendem, klangschönem Sopran von Izabela Matula als Elsa von Brabant, in buntem Frühlingskleid „Einsam in trüben Tagen hab ich zu Gott gefleht..“, war früh zu erkennen, daß zur Oper Lohengrin am Theater Krefeld ein unerwartet starkes Solistenensemble auf der Bühne steht. Doch, zu diesem Zeitpunkt, lagen noch drei Stunden komplexe Handlung vor Orchester, Chor und Solisten, wie auch den Besuchern.

 Theater Krefeld / Lohengrin - Telramund, Elsa, Lohengrin © Thomas Esser

Theater Krefeld / Lohengrin – Telramund, Elsa, Lohengrin © Thomas Esser

Lohengrin (Peter Wedd) erscheint aus dem geheimnisvollen Dunkel im Bühnenhintergrund in die irdische Wirklichkeit der vorderen Bühne: Der mystifizierende Schwan bleibt unsichtbar, Wirklichkeit dominiert auf der Bühne. Mit Beginn gibt Wedd dem Lohengrin mit hell kraftvoller Stimme perfekte Bühnenpräsenz: „Nun sei bedankt, mein lieber Schwan!…“. Alles Bühnengeschehen und Bilder betonen das Irdische, das Zwielichtige der heutigen Welt. Mystisches, Lohengrin, fremdeln darin unwirklich, fast Fremdkörper. Elsa bleibt immer die im heutigen Leben stehende Frau, welche, natürlich, die Herkunft von Lohengrin wissen will. Auch die folgenden Bildern betonen reales, gelegentlich allzu irdisches: Im Dunkel eines Vortragsraumes voller Bürostühle konspiriert Ortrud (Eva Maria Günschmann) mit dramatischem Mezzo in elegantem Zweiteiler mit Telramund, säht erste Zweifel in Elsa. Elsas folgende Hochzeit wird als Massenhochzeit zelebriert: Voll verhüllte Frauen sitzen neben in den Krieg ziehenden Männern in Kampfanzügen. Der Kampf Lohengrins mit Telramund wird nur angedeutet; der tote Telramund wird später in Rollstuhl und Leichensack auf die Bühne gerollt. Lohengrin holt kein Schwan ab, er wandert seitlich unauffällig ins Nichts, ins Außerirdische. Doch die Mystik stirbt nie wirklich: Hoffnung auf himmlische Erlösung erweckend erscheint Gottfried zum Ausklang im Bühnenhintergrund.

 Theater Krefeld / Lohengrin - Elsa und Brautchor © Thomas Esser

Theater Krefeld / Lohengrin – Elsa und Brautchor © Thomas Esser

Die große Spannung der Krefelder Lohengrin Inszenierung entsteht immer wieder aus dem griffigen Gegensatz von sphärischer Mystik zu irdisch profanem Treiben. Die wunderbare Komposition, starke Stimmen und große Bühnenpräsenz der Solisten (LohengrinsIn fernem Land, unnahbar euren Schritten“ ist ein glanzvoller Höhepunkt des Abends) und des Chores (Maria Benyumova) machen diesen Lohengrin zu einem besonderen kulturellen Ereignis am Niederrhein. Die Niederrheinischen Sinfoniker unter Mihkel Kütson, ohne große Krefelder Wagner-Tradition, verzaubern durch farbenreiche Klänge großer Romantik, auch patzte kein Trompeter im Hochzeitsmarsch. Wie sagte in der Premierenfeier ein Solist: „Einen ähnlichen Beifallsturm hat es in Krefeld seit Jahren nicht mehr gegeben.

Lohengrin am Theater Krefeld, Premiere 16.4.2017, weitere Vorstellungen 22.4.2017, 7.5.2017, 20.5.2017, 25.6.2017, 2.7.2017

Mönchengladbach, Theater Krefeld Mönchengladbach, Premiere Teufelskreis, 06.05.2017

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Theater Krefeld Mönchengladbach

Theater Mönchengladbach © Matthias-Stutte

Theater Mönchengladbach © Matthias-Stutte

 

Ballett-Premiere – Teufelskreis

Ballett von Robert North

 Teufelskreis im Theater Krefeld:  PREMIERE SAMSTAG, 6. MAI 2017, 18 UHR, weitere Vorstellungen11.5.2017, 21.5.2017, 21.6.2017, 27.06.2017

Theater Krefeld Mönchengladbach / Flyermotiv Teufelskreis © Theater Krefeld Mönchengladbach

Theater Krefeld Mönchengladbach / Flyermotiv Teufelskreis © Theater Krefeld Mönchengladbach

In seinem Handlungsballett Teufelskreis erzählt Robert North mit teils ernstem, teils ironischem Blick von einer Familie und ihren einzelnen Mitgliedern: Mutter, Vater, Tochter, Sohn und Großvater. Angelehnt an unsere heutige Zeit geht es ebenso um die Wechselbeziehungen zwischen den Herausforderungen und Verlockungen der Gegenwart spielen zudem eine zentrale Rolle: Der Teufel – traditionell die Personifizierung des Bösen – treibt wie eh und je sein verführerisches Spiel und verkörpert in Norths Choreografie die negativen Seiten unseres modernen Lebens im Zeitalter der digitalen Revolution:   Manipulation durch Massenmedien und soziale Netzwerke, Dauerrausch und virtuelle Abhängigkeit sowie die Flucht aus der Realität sind dabei nur einige Facetten des modernen Belzebub …

Robert North hat für diesen Ballettabend eine Musikcollage aus unter- schiedlichen Bausteinen von Barock über Klassik bis hin zu moderner Rockmusik zusammengestellt, die ihm ein breites Spektrum tänzerischer Ausdrucksmöglichkeiten mit großer stilistischer Vielfalt und Vitalität eröffnet.

Besetzung für die Vorstellung am 06.05.2017:   Choreografie und Musikzusammenstellung – Robert North, Choreografie-Assistenz – Sheri Cook, Bühne und Kostüme – Udo Hesse, Dramaturgie – Regina Härtling, Mutter – Elisa Rossignoli, Vater – Marco A. Carlucci, Sohn – Paolo Franco, Tochter – Irene van Dijk, Großvater – Luca Ponti, Lehrer – Raphael Peter, Teufel – Alessandro Borghesani, Zwei Freundinnen – Victoria Hay, Teresa Levrini, Damen – Cecile Medour, Yasuko Mogi, Jessica Gillo, Flávia Harada, Amelia Seth, Yoko Osaki, Herren – Takashi Kondo, Giuseppe Lazzara, Radoslaw Rusiecki, Illya Gorobets PMThKrMG

Teufelskreis im Theater Krefeld:  PREMIERE SAMSTAG, 6. MAI 2017, 18 UHR, weitere Vorstellungen11.5.2017, 21.5.2017, 21.6.2017, 27.06.2017

 

 

Krefeld, Theater Krefeld – Mönchengladbach, Premiere Maskenball, 14.01.2017

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Theater Krefeld Mönchengladbach

 

Theater Krefeld / Ein Maskenball ©Matthias Stutte

Theater Krefeld / Ein Maskenball ©Matthias Stutte

Premiere Maskenball Samstag, den 14. Januar um 19.30 Uhr im Theater Krefeld.

Das Musiktheater in der Regie von Andreas Baesler Giuseppe Verdis Ein Maskenball als modernen Politkrimi auf die Bühne des Theaters Krefeld.

Durch die aktuelle Präsidentschaftswahl in den USA blickt derzeit die ganze Welt auf den
„Mieterwechsel“ im Weißen Haus. Auch die Krefelder Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Oper Ein Maskenball führt direkt in die amerikanische Machtzentrale: ins Oval Office. Regisseur Andreas Baesler und sein Bühnenbildner Hermann Feuchter haben hier die Handlung für ihre Inszenierung lokalisiert.

Theater Krefeld / Ein Maskenball © Matthias Stutte

Theater Krefeld / Ein Maskenball © Matthias Stutte

Ein mächtiger Herrscher im Teufelskreis von politischer Vernunft und erotischem Verlangen, der letztendlich zum Mordopfer politischer Intrigen und eifersüchtiger Rache wird, steht im Mittelpunkt von Verdis Oper. Ursprünglich hatte der Komponist bei diesem 1859 in Rom uraufgeführtem Werk die historischen Umstände des Mordes am Schwedenkönig Gustav III. im Blick, der 1792 auf einem Maskenball Opfer eines politischen Attentats wurde. Doch die Zensurbehörde verbot die Darstellung eines Königsmords auf der Bühne und so wurde die Handlung kurzerhand nach Amerika verlegt, aus dem schwedischen König wurde ein amerikanischer Gouverneur.
Andreas Baesler geht noch einen Schritt weiter: In seiner Interpretation wird aus einem anonymen historischen Gouverneur ein neuzeitlicher Präsident der USA, der ins Spannungsfeld zwischen Liebe und Staatsraison gerät.

Theater Krefeld / Ein Maskenball © Matthias Stutte

Theater Krefeld / Ein Maskenball © Matthias Stutte

Das Gemeinschaftstheater kann für diese Produktion mit einer grandiosen Sängerbesetzung aufwarten: In der Rolle des unglücklichen Machthabers Riccardo alternieren die Tenöre Kairschan Scholdybajew und Michael Siemon. Die Partie der von ihm geliebten Amelia singen abwechselnd Janet Bartolova und Izabela Matula und deren Ehegatten Renato, der aus Eifersucht zum politischen Attentäter wird, übernimmt Bariton Johannes Schwärsky. In der Rolle der Wahrsagerin Ulrica werden Eva Maria Günschmann und Satik Tumyan zu erleben sein, Sophie Witte singt die Partie des Oscar.
Andreas Baesler hat am Theater Krefeld und Mönchengladbach bereits mehrfach gearbeitet: Er inszenierte bisher Das Gesicht im Spiegel von Jörg Widmann (2004/2005), Tod.

Pressemeldung Theater Krefeld

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