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Oper Köln
IOCO erhielt zur Berichterstattung über die drohende Absage der Saison 2012/13 der Oper Köln viele Zuschriften. IOCO veröffentlicht im folgenden eine Auswahl dieser Zuschriften, um die öffentliche Anteilnahme zu verdeutlichen.
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Pressemitteilung der Oper Köln
Katrin Deibert : Ich lebe in einer Stadt, die drei Opernhäuser hat. Daher ängstigt mich dieses Vorhaben in Köln sehr. Unter der strengen Diktatur des “Sparens” wurden in Deutschland in den letzten Jahren die merkwürdigsten Entscheidungen getroffen. Ganze Unternehmen haben sich kaputt gespart, die Kultur soll Gewinn bringend wirtschaften, aber wie misst man Erfolg in diesem Sektor. Die Kölner Oper habe ich nicht wirklich im Visier, aber einer meiner Lieblingssänger Markus Brück verlieh der Rigoletto Aufführung der Kölner Oper doch einen erfolgreichen Glanz. Ist so ein Erfolg dann nicht in Zahlen zu messen, kann man die nächste Saison einfach absagen? Was wollen wir uns noch zerstören, wir Deutschen lieben nun mal radikale Entscheidungen. Scheint immer noch so zu sein. Wenn eine Stadt es dann noch nicht einmal schafft die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu decken, wie Kinderbetreuung, dann kann natürlich wieder geschickt argumentiert werden. Fassungslos und besorgt schaut man nach Köln.
Raymund Frohn : Meiner Meinung nach sollten auch in Zeiten knapper Kassen Oper- und Kindergartenförderung nicht gegeneinander ausgespielt werden. Sind es uns unsere Kinder und deren Familien nicht wert, dass wir Ihnen einen gut funktionierenden Opernbetrieb erhalten? Opernkultur mag für den einen oder anderen verzichtbar erscheinen, Ihr Fehlen würde aber eine große Lücke hinterlassen. Ein Opernhaus, das nicht bespielt wird und kein überregionales Publikum mehr anzieht, bräuchte dann alleine für das Divertissementchen nicht mehr saniert zu werden. Wollen wir das?
Helmut Breidenstein : Nach dem Archiv nun die Oper – HELAU! Absturz der jahrhundertealten Kultur Kölns. Für die so armen Banken sind Milliarden da, für die Kultur und die Bedürftigen (und beide schließen einander keineswegs aus!) fehlen angeblich Millionen – ist ja zum Lachen! Solche Politiker sind nur noch verächtlich.
Dennis : Deutschland…… was wird aus dir?????????
Sava Mesut : “Über das Schöne, also das kulturell Bedeutsame lässt sich nicht abstimmen, weil es prinzipiell inkommensurabel ist und weil es im Gewand des Unbekannten, des Neuen, ebenso wie des Vergessenen, immer befremdet.” Joseph Joffe
Schleiss : Der gesamte Kulturbetrieb in Deutschland kostet im Jahr knappe 10 Mrd Euro. Das Ehegattensplitting kostet im Jahr genau das Doppelte und die Dienstwagenregelung kostet auch 10 Mrd Euro im Jahr. Wenn wir Spitzenorchester in Deutschland wegrationalisieren haben wir etwas nicht verstanden; “Über das Schöne, also das kulturell Bedeutsame lässt sich nicht abstimmen, weil es prinzipiell inkommensurabel ist und weil es im Gewand des Unbekannten, des Neuen, ebenso wie des Vergessenen, immer befremdet.” Joseph Joffe.
Wollschläger, Jutta : Wir alle brauchen diese Kultur, um zu leben! Lassen Sie auch die Einrichtungen dazu bestehen!
Elfi Frese : Es ist nicht mehr auszuhalten, das Debakel um die Kölner Oper. Wann hört der Schwachsinn seitens der Kölner Kulturpolitiker endlich auf? Soviel Ignoranz und Dilettantismus gerhört eigenlich bestraft.
Boysen, Hella : Unglaublich, das darf nicht passieren! Drücke die Daumen
Zimmermann : Peinlich! Was für Versager sind denn da am Werk?!?!
Heide Sciuro : Deutschland schafft sich selbst und seine in Jahrhunderten gewachsene Kultur ab. Das Pfund, mit dem man wuchern sollte wird ausgetauscht gegen billigste Veranstaltungen mit “Event-Charakter”. Das von SPD und GRÜNEN regierte Land redigiert rigide die Hochkultur, im Verbund mit offensichtlich unfähigen Intendanten, und das nicht nur in Köln!
Sana : Bin mit Georg Kugler absolut einverstanden. Die Spielzeit wird aber nicht abgesagt! Mindestens, möchte ich fest daran glauben! Denn das wäre wirklich nicht nur skandalös und beschämend, sondern desaströse!!! Wobei Herr Pete Frank hätte dann die einmalige Möglichkeit ganz schnell paar Kindergärten zu bauen, damit die Eltern ganz schnell ihre Kinder dort abgeben können, damit sie sich um Gottes Willen mit den Kleinen nicht selbst beschäftigen müssen, wie z. B. ins Theater zu gehen müssen um z.B. die „Zauberflöte“ zu sehen und anhören. Schaffen Sie das Herr Frank? Oder glauben Sie wirklich, dass mit der Schließung der Oper, die Kindergartensituation der Stadt Köln sich verbessern wird? Naiv! Sehr naiv!
Holger Sand : Meine beiden Eltern, die ihre künstlerische Wiege in Köln hatten würden sich im Grabe umdrehen wenn sie das noch erleben müssten. Außerdem ist es mir peinlich, das mein ( ausgeschiedener) Ministerpräsident Peter Müller mit seiner Stimme ! in der finalen Instanz Bundesrat die Verankerung der Kunst im Grundgesetz vereitelt hat. Dennoch hat er schmerzfrei einen Posten als Verfassungsrichter angenommen, als er hier das sinkende Schiff verließ. In der Zeit der Finanzkrise , hatten viele auf den “Sturm” der auf die Kunst zukommen kann hingewiesen Kulturbudgets sind “weiche” Bestandteile in Haushalten. Was daraus erwachsen kann, sieht man in Köln. Ich wünsche den Kollegen viel Fortune, bei den kommenden Verhandlungen ?!
Holger Sand Lokalverbandsobmann der GDBA Saarl. Staatstheater Saarbrücken
Gabriel Falbe : Ich stimme natürlich den meisten meiner vor ”Schreibern” zu: Zweifelsohne fehlt es in unserer bürgerlichen Kultur – die keine mehr ist, sondern zumeist nur noch eine Reste-Verwertung eines ehemals existierender Kulturbegriffs – sowohl an einem gesunden Bewusstsein für Kunst als auch an einem bürgerlichen Selbstbewusstsein auf die Errungenschaften UND die Bedeutung der Kultur. “deutsch” sind wir nicht nur, weil wir alle eine ähnliche Sprache sprechen, “deutsch” sind wir eben auch, weil wir uns über unsere Kultur definieren. und das sagt einer, der sein halbes Leben irgendwo anders verbracht hat und dem “deutsch”-sein meistens völlig egal war…
Trotzdem sollten wir sicher die aus einer anderen historischen Situation stammende flächendeckende Verteilung der Opernhäuser einmal genauer anschauen: Wir sind eben keine Kleinstaaterei mehr, in der sich jeder Mini-Fürst sein eigenes Opern/Schauspielhaus leistet. in dieser Hinsicht ist Deutschland wirklich singulär – andere Länder (Frankreich, England, selbst Italien mit seinen ebenfalls vielen Opernhäusern) können da nicht mithalten. vielleicht muss man eben doch irgendwann einmal über eine Konzentration nachdenken und über eine Umverteilung der existierenden Gelder…
Trotzdem: dass immer zuerst an der Kultur gespart wird, ist und bleibt ein deutsches Phänomen. in Frankreich hat man begriffen, dass “französisch sein” eben vor allem “französische Kultur” bedeutet – und dass man sich als Grande Nation eben vor allem über die Errungenschaften der Kultur – sei es Theater, Kino, Malerei, Sprache, Wissenschaft, oder das Essen – definiert. fast hat man den Eindruck, als hielte die deutsche Politik Kultur für einen Luxus, ein Surplus… kein Wunder, wenn man sich im Einzelnen anschaut, wen wir gewählt haben! nein: Kultur ist und war das Rückgrat dieses Landes. beschneiden wir sie, sitzen wir als Land und als Kultur im Rollstuhl!
Felix Mauser : “In Zeiten der Pleite bevorzugt die Seele das Jenseits.” Robert Musil
Alexander Theiß : Sorry das geht gar nicht bei einer Stadt dieser Größe und den Finanzen aber wie immer halt falsch verteilt aber Hauptsache für Pappnasen und Karneval ist die Kohle da in dem Massen das man sie vom Wagen wirft !!!!!!
Holger Harder : Ein Alaaf und drei Mal Hoch auf den wahren Karneval! Peinlich und erschreckend zu gleich, was sich da wieder die politischen Köpfe in Köln ausgedacht haben und umzusetzen versuchen! Eine Stadt ohne Theater ist keine Stadt mehr. Oper ist Theater – Theater ist Kultur, Theater bildet, Theater bedeutet Begegnung, Theater verbindet. Vielleicht sollte man einfach nur mal wieder an das Publikum denken – eine Oper für Jedermann und faire Preise.
Heike Ingenhoven : Der Anfang vom Ende… einfach unfassbar!
Georg Kugler : Das Ansinnen, eine komplette Opernspielzeit zu streichen, macht mich einfach nur wütend! Es kann nicht sein, dass kulturelle Traditionen und Errungenschaften leichtfertig auf dem Altar von Effizienz und Quote geopfert werden. Komme mir keiner mit den “Zeiten knapper Kassen”: Geld ist genug vorhanden, was fehlt, sind kulturelles Selbstbewusstsein und bürgerlicher Stolz. Einfach nur beschämend für eine Stadt wie Köln!
G den Broeder : We come from Holland to see the wonderful productions of the Kölner Oper, we can’t believe that this is happening. Support the Opera company!
Johanna Tönsing : Denn das Leben ist nur als ästhetisches zu rechtfertigen…..
Shah Astrid : 6 Millionen Touristen pro Jahr in Köln. 5 Millionen Hotelübernachtungen in Köln. Aber kein Geld für Kunst und Kultur. Wer’s glaubt. Wie traurig…Die Kölner lieben auch die Kunst.
Die Ministerpräsidentin von NRW erhält das höchste Gehalt aller Ministerpräsidenten. Ca. 22000 Euro/ Monat. Sie liegt mit ca. 2.000 Euro unter unserer Kanzlerin. Wofür, wenn sie sich nicht für die Musik und die Kunst einsetzt. Was sagt sie zu dieser Peinlichkeit? Beliebteste Stadt Deutschlands bietet keine Oper, keinen Tanz und verweist auf das Weltkulturerbe den Kölner Dom. Halleluja!
Gabriele Hierdeis : Das darüber überhaupt nachgedacht wird ist wirklich erschreckend!!! GH
Chari-Juliane Tihanyi : Undenkbar! Komme jedes Jahr nach Köln aus dem Norden…
Pete Frank : Endlich hat diese Geldverbrennung ein Ende! Schließt die Opern, öffnet die Kindergärten!
Ralph Zedler : Liebe Kulturinteressierte! Leider gehen derzeit im Land allerorten die Früchte einer Saat auf, die viele Entscheidungsträger vor Jahren selbst gesät haben. Nachdem die glorreiche Ära HAMPE Mitte der 90er in Köln zu Ende ging und Mit Günther KRÄMER, der erste Totengräber zu Werke schritt, der katastrophalen Neuregelungen der Kartenpreise und des Abonnement Systems einführte, kam sein Nachfolger DAMANN, der künstlerische Entscheidungen traf, die nur einer treffen kann, der drei Karrierestationen übersprungen hat, weil er glaubte, sich in Neustrelitz das Handwerkszeug erarbeitet zu haben, um ein Haus wie die Kölner Oper führen zu können. Seitdem dümpelt das Haus und die Größe der 80er und 90er ist nicht mal mehr ansatzweise zu erahnen. Dass dann Politiker den Geldhahn zudrehen, ist die logische Konsequenz eines System, das sich durch Eitelkeit, Profilierungssucht einzelner und den vermeidlichen Wahn, das staatliche Subvention sei eine nie versiegende Quelle, selbst an den Rand des Abgrunds gebracht hat. Zuschauer wurden den Machern immer gleichgültiger, da sie wegblieben, wurden sie für dumm und konservativ erklärt und mickrige 400 Leute, die man in dem Haus kaum sieht, geschweige spürt, wurden von DAMANN zum Auslastungserfolg erhoben. Ich wundere mich nicht, sondern sehe nur, dass das eintritt, was ich schon vor 20 Jahren prophezeit habe: HOCHMUT KOMMT VOR DEM FALL! Und die Leittragenden sind wieder mal wir Bühnenkünstler und das arme Publikum!
Astrid Peters : Eine Oper in einer Stadt wie Köln zu finanzieren, ist ja wohl das Mindeste!!!!!!!!!!!!!!
Nina Dudek : Sehr geehrte Damen und Herren, diese Nachricht ist unglaublich und skandalös! Wie kann es möglich sein, dass in einem Land wie Deutschland und in einer Stadt wie Köln eine komplette Saison in Frage gestellt wird? Die Kölner Oper hat es in den letzten Jahren nun wirklich nicht leicht gehabt und Erstaunliches geleistet, das muss doch anerkannt und unterstützt werden!
Georgina-Elisabeth Wismeyer : Sehr geehrte Damen und Herren, ich finde es unglaublich, dass eine Stadt von der Größe Kölns überhaupt den Ansatz macht, sich zu überlegen eine ganze Theater-Spielzeit sausen zu lassen. Für die Karnevalsumzüge werden an einem Tag Millionen ausgegeben, doch für die Kunst, die sicher bildender ist, als irgendwelche Politiker zu veräppeln und Guttis zu werfen, bleibt angeblich kein Pfennig. Deutschland, wohin führst Du uns??! GW
Orlando Mason : Wie skandalös, dass das überhaupt im Raum steht! Nach all dem, was das Theater in Köln in den letzten Jahren geleistet hat…
Max Gehrig : Kölle Du ming Stadt am Rhing .. hast dir mal wieder etwas ausgedacht was keinen Sinn macht. Köln ist Kultur, Köln lebt von der Kultur. Nicht erst seit dem Musical-Dome pilgern Menschen nach Köln. Schon seit Zeiten Reinhard von Dassel kommen alle der Kultur wegen nach Köln. Und wenn man Begründungen hört wie: In Zeiten leerer Kassen….., hey, mal ehrlich, die Kassen waren noch nie gefüllt. Köln und Kultur gehört zusammen. Köln, nähre deine Künstler! Die Oper darf nicht sterben, auch nicht auf Raten.