Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere Roméo et Juliette, 08.04.2017

März 1, 2017  
Veröffentlicht unter Oper, Pressemeldung, Staatstheater Kassel

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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

Staatstheater Kassel © N. Klingerkassel

Roméo et Juliette von Charles Gounod
Text: Jules Barbier und Michel Carré

Premiere: Samstag 8. April 19.30 Uhr, Opernhaus,  weitere Vorstellungen: 15.04. (19.30 Uhr), 18.04. (19.30 Uhr), 23.04. (18 Uhr), 30.04. (16.00)

Voller Leidenschaft, dabei zugleich sehr elegant, farbenreich und trotz des schweren Stoffs von einer gewissen Leichtigkeit – so charakterisiert Anja Bihlmaier, die musikalische Leiterin der Produktion, Charles Gounods Roméo et Juliette. Seit 1881 ist diese Oper, die alle Ingredienzien einer zeitlosen Tragödie enthält, in Kassel nicht mehr zur Aufführung gelangt.

Juliette in Verona  © IOCO

Juliette in Verona © IOCO

Die Zeit scheint stillzustehen angesichts einer bedingungslosen Liebe, die absolut ist in ihrer Leidenschaft und der Bereitschaft, dafür alles hinzugeben, alle Sicherheit und sogar das Leben. Es ist Roméos und Juliettes erste Liebe, naiv und rein, doch vor dem Hintergrund von Hass und Gewalttätigkeit. Unentrinnbar gefangen im Machtkampf ihrer verfeindeten Familien, bleibt den beiden Liebenden nur die Flucht – mit tragischem Ausgang.

Charles Gounod, selbst tief religiös, hat aus der elisabethanischen Tragödie Shakespeares eine spätromantische Gefühlsoper gemacht, die an manchen Stellen fast Züge eines Oratoriums bekommt. Zugleich hat er der Intimität der Liebenden viel Raum gegeben und vier Duette symmetrisch über die Oper verteilt. Das berührendste erklingt am Schluss: Juliette erwacht aus ihrem Scheintod, als Roméo sich vergiftet hat, aber noch am Leben ist. Gott um Vergebung bittend, sterben die beiden gemeinsam einen Liebestod als Erfüllung eines religiös-ästhetischen Ideals.

Jim Lucassen etablierte sich nach Engagements als Regieassistent an De Nederlandse Opera, Opéra National de Paris und De Nationale Reisopera als freischaffender Regisseur. 2008 wurde sein Konzept zu Rigoletto für den Regiewettbewerb „Ring Award“ nominiert. Es folgten Inszenierungen wie Così fan tutte an der Opéra National de Lorraine oder „Werther“ am Salzburger Landestheater. In Deutschland stellte er sich erstmals 2009 mit „Rigoletto“ am Theater Heidelberg vor. Es folgten mit Dvoráks Rusalka und Glucks Orfeo ed Euridice Arbeiten für die Frankfurter Oper.  Roméo et Juliette ist Lucassens erste Inszenierung am Staatstheater Kassel.

Die Premiere wird live im Deutschlandradio übertragen und am 22. April 2017 auf hr2 gesendet.

Musikalische Leitung: Anja Bihlmaier, Inszenierung: Jim Lucassen, Bühne: Marc Weeger, Kostüme: Gesine Völlm, Dramaturgie: Sonja Trebes, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

Besetzung:  Bénédicte Tauran / Ani Yorentz (Juliette Capulet), Johannes An (Roméo), Lona Culmer-Schellbach (Gertrude), Tobias Hächler (Tybalt), Daniel Holzhauser (Graf Paris), Marc-Olivier Oetterli (Graf Capulet), Cozmin Sime (Gregorio), Marta Herman (Stéphano), Paulo Paolillo (Benvolio), Hansung Yoo (Mercutio), Hee Saup Yoon (Frére Laurent), Ji Hyung Lee (Der Herzog von Verona)

Staatsorchester Kassel, Opernchor, Extrachor und Statisterie des Staatstheaters Kassel

Roméo et Juliette in Kassel: Premiere: Samstag 8. April 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen: 15.04. (19.30 Uhr), 18.04. (19.30 Uhr), 23.04. (18 Uhr), 30.04. (16.00)

Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere Kinderoper Schneewittchen, 05.03.2017

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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

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Kinderoper Schneewittchen von Wolfgang Mitterer 

Kinderoper für 4 Singstimmen und 7 Zwerge,  von Wolfgang Mitterer nach Engelbert Humperdinck, Text: Gerhard Dienstbier nach Adelheid Wette Ab 4 Jahren

Eine Produktion der Wiener Taschenoper, koproduziert vom Opernhaus Graz und dem Staatstheater Kassel

Deutsche Erstaufführung Sonntag, 5. März, 15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum, Karl-Bernhardi-Strasse, weitere Vorstellungen: 6.3. (11 Uhr), 11.3. (15 Uhr), 13.3. (11 Uhr), 1.4. (15 Uhr)

„Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“, fragt und singt die böse Königin. Doch was muss sie hören? Schneewittchen hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen ist tausendmal schöner! Schneewittchen soll sterben, beschließt die böse Königin …

Staatstheater Kassel / Schneewittchen - Elizabeth Bailey (Schneewittchen), Daniel Holzhauser ( Königssohn) © N. Klinger

Staatstheater Kassel / Schneewittchen – Elizabeth Bailey (Schneewittchen), Daniel Holzhauser ( Königssohn)
© N. Klinger

Schneewittchen ist bis heute Inspirationsquelle für Malerei, Musik, Theater, Film – und für die Oper. Der österreichische Komponist Wolfgang Mitterer hat sich nach seiner Kinderoper Das tapfere Schneiderlein, die 2012/13 auch am Staatstheater Kassel zu erleben war, mit Schneewittchen erneut einem Grimm’schen Märchen zugewandt und ein Musiktheater für alle ab 4 Jahren geschaffen.

Diesmal hat Mitterer, ein Pionier experimentell-elektronischer Musik, die Kinderoper ganz in den Dienst von Engelbert Humperdinck und dessen Schwester Adelheid Wette gestellt, die sich ebenfalls intensiv mit dem Märchen befasst haben. Neben elektronischen Zuspielungen verwendet Mitterer daher in Schneewittchen ausschließlich Musik von Humperdinck, u.a. aus Hänsel und Gretel, Dornröschen und Die Königskinder sowie einige Klavierlieder. Und so ist für einige Aha-Erlebnisse gesorgt, etwa wenn die böse Königin plötzlich mit den Tönen der Knusperhexe aufhorchen lässt.

Am Sonntag, 5. März, findet am Staatstheater Kassel die Deutsche Erstaufführung von „Schneewittchen“ statt. Jewgenij Sitochin hat die „Kinderoper für 4 Singstimmen und 7 Zwerge“ inszeniert, die musikalische Leitung liegt bei dem bewährten „Schneiderlein“-Team Giulia Glennon und Heiko Pape, die auch Keyboard und Kontrabass spielen. Es singen und spielen Elizabeth Bailey, Belinda Williams, Lona Culmer-Schellbach und Daniel Holzhauser sowie Mitglieder des CANTAMUS-Kinderchores. Außerdem dabei: der Schlagzeuger Gabriel Robles.

Musikalische Leitung: Giulia Glennon und Heiko Pape, Inszenierung: Jewgenij Sitochin, Bühne: Harald B. Thor, Kostüme: Isis Flatz
Mit Elizabeth Bailey (Schneewittchen), Lona Culmer-Schellbach (Hertha, Kammerzofe), Belinda Williams (Die böse Königin); Daniel Holzhauser (Rupert, Königssohn); Musiker: Giulia Glennon (Klavier), Heiko Pape (Kontrabass), Gabriel Robles (Schlagwerk); 7 Zwerge: CANTAMUS-Kinderchor

Für die Erstaufführung Schneewittchen in Kassel am 5. März gibt es nur noch Restkarten am Vorstellungstag. Karten für die weiteren Vorstellungen am 6.3. (11 Uhr), 11.3. (15 Uhr), 13.3. (11 Uhr) und 1.4. (15 Uhr) sind für 10,50 Euro (ermäßigt 6,50 Euro) erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561 ) 1094-222 und online unter www.staatstheater-kassel.de.

 

 

Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere Elektra von Richard Strauss, 18.02.2017

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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

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Elektra von Richard Strauss

Premiere Elektra:  18. Februar, 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen: 22.02., 4.3., 15.03., 24.3.2017, 13.5., 18.6., 25.6.2017

Was ist das für ein schauriges Beginnen: »Agamemnon, Agamemnon!«, ruft die mykenische Königstochter Elektra, begleitet von heftigen orchestralen Schlägen, auf der Schwelle des Palastes ihren toten Vater an. Die Aura der Hoffnungslosigkeit, sie ist dem Werk bereits in den ersten Takten eingeschrieben. Der Grund hierfür liegt im Mythos selbst: Agamemnon ist aus dem Trojanischen Krieg zurückgekehrt und von Ägisth, dem Geliebten seiner Ehefrau Klytämnestra, und dieser selbst schmählich ermordet worden. Der Sohn Orest weilt in fernen Landen, die Töchter Elektra und Chrysothemis werden im Haus festgehalten und gepeinigt. Während Chrysothemis ihr Heil in einer utopischen Zukunft sucht, kennt Elektra nur einen Gedanken: Rache. Klytämnestra wird derweil von Angstträumen geschüttelt, wissend, dass Elektra sie töten will. Als die (falsche) Kunde vom Tode Orests verbreitet wird, entschließt sich Elektra, ihre Schwester zur Tat zu überreden – vergebens. Nun will sie selbst Hand anlegen und gräbt in der Erde nach dem Beil, mit dem Agamemnon erschlagen wurde. Da plötzlich steht ein Mann vor ihr: Orest. Von Elektra eingeweiht, tötet er seine Mutter und Ägisth. Elektra tanzt einen wilden Freudentanz, danach sinkt sie entseelt zusammen.

Tragödie nannten Strauss und Hofmannsthal ihre Oper, die doch viel mehr ist als das: Sie vereint mehrere Seelendramen in sich. Das von Elektra, das der Geschwister Chrysothemis und Orest, das der Mutter und auch das des Vaters. War der nicht früher sogar dazu bereit, das Leben seiner jüngsten Tochter Iphigenie einer höheren Mission zu opfern?

Ein Entrinnen, eine Erlösung gibt es hier nicht, wurde doch das grausame Schicksal aller in dem Augenblick bereits besiegelt, als der Fluch über die ganze Familie verhängt wurde.

Für Patrik Ringborg bildet Elektra die Abschiedsproduktion am Staatstheater Kassel, das er nach zehn Jahren als Generalmusikdirektor am Ende dieser Spielzeit verlassen wird. In der vergangenen Spielzeit zeichnete er u.a. – ebenfalls zusammen mit Regisseur (und Schauspiel-Oberspielleiter) Markus Dietz – für die von Publikum und Presse gefeierte Umsetzung der Korngoldoper Die tote Stadt  verantwortlich.

Musikalische Leitung: Patrik Ringborg, Inszenierung: Markus Dietz, Bühne: Ines Nadler, Kostüme: Henrike Bromber, Dramaturgie: Ursula Benzing, Chor: Marco Zeiser Celesti

Mit Ingela Brimberg (Elektra), Ulrike Schneider (Klytämnestra), Vida Mikneviciute (Chrysothemis), Young Doo Park (Orest), Johannes An (Aegisth), Marc-Olivier Oetterli (Der Pfleger des Orest | Ein alter Diener), Bassem Alkhouri (Ein junger Diener), Almerija Delic (1. Magd), Maren Engelhardt (2. Magd) Marta Herman (3. Magd), Ani Yorentz (4. Magd), Lin Lin Fan (5. Magd), Inna Kalinina (Die Schleppträgerin), Nayeon Kim (Die Vertraute), Doris Neidig (Die Aufseherin), Staatsorchester Kassel, Opernchor und Statisterie des Staatstheaters Kassel.  PMStthKa

Premiere Elektra:  18. Februar, 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen: 22.02., 4.3., 15.03., 24.3.2017, 13.5., 18.6., 25.6.2017

 

Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere Luisa Miller, 17.12.2016

November 9, 2016  
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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel © N. Klinger

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Premiere Luisa Miller

Samstag, 17. Dezember, 19.30 Uhr, Opernhaus

Nächste Vorstellungen: 21.12., 25.12., 4.1., 7.1.

Melodramma tragico von Giuseppe Verdi, Text: Salvatore Cammarano, nach „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller

Musikalische Leitung: Anja Bihlmaier, Inszenierung: Dominique Mentha, Bühne: Roland Olbeter, Video: Esterina Zarillo, Kostüme: Ursina Zürcher, Dramaturgie: Ursula Benzing, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

Mit Nicole Chevalier (Luisa Miller), Hee Saup Yoon (Il Conte di Walter), Bassem Alkhouri / Rafael Rojas (Rodolfo), Sebastian Noack (Miller), Ulrike Schneider (Federica di Ostheim), Mischa Schelomianski (Wurm),  Marta Herman (Laura) , Hyun Seung You (Ein Bauer), Staatsorchester Kassel, Opernchor und Statisterie des Staatstheaters Kassel

Verdis Begeisterung für Schiller ist legendär, und über „Kabale und Liebe“ schrieb er: „Es ist ein großartiges Drama, voller Leidenschaft und theatralisch sehr effektvoll“. Zensurbedingt und mit Blick aufs Publikum mussten Verdi und sein Librettist Salvatore Cammarano für ihre Oper jedoch einiges abwandeln, sodass bei ihnen der Standes- und Liebeskonflikt in den Fokus rückt. Doch wie Verdi diese Tragödie musikalisch auflädt und wie er mit seinen Mitteln die Figuren zeichnet, das weist weit voraus auf seine späten Opern. Und welch geradezu transzendierende Musiksprache Verdi für das Sterben der beiden Liebenden gefunden hat, das ist sogar in seinem Werk einmalig.

Luisa, Tochter eines ehemaligen Soldaten, und Rodolfo, Sohn des Grafen, haben keine Chance gegen die Intrigen des machthungrigen Grafen und des eifersüchtigen Schlossvogts. Erst sterbend, als es zu spät für sie ist, erkennen die Liebenden das ganze Ausmaß an Perfidie, das sie beide in den Tod getrieben hat.

Für die Titelpartie der Luisa kehrt die gerade mit dem Theaterpreis „Der Faust“ ausgezeichnete Sopranistin Nicole Chevalier ans Staatstheater Kassel zurück, wo sie von 2007 bis 2009 fest engagiert war. Die international renommierte Sängerin gibt damit hier ihr Rollendebüt.

Anja Bihlmaier, seit 2015/16 Erste Kapellmeisterin und Stellvertreterin des GMD am Staatstheater Kassel, hat die musikalische Leitung. Für die Bühnenumsetzung zeichnen neben Regisseur Dominique Mentha die Videokünstlerin Esterina Zerillo sowie Roland Olbeter, ein Mitglied der katalanischen Künstlertruppe La Fura dels Baus, verantwortlich.

Pressemeldung Staatstheater Kassel

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