Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere PARSIFAL, 06.04.2012

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Staatstheater Kassel

PARSIFAL

Bühnenweihfestspiel in drei Akten von Richard Wagner

Musikalische Leitung: Patrik Ringborg, Inszenierung: Helen Malkowsky, Bühne: Harald B. Thor, Kostüme: Tanja Hofmann, Dramaturgie: Dorothee Hannappel, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

Mit Christian Elsner a. G. (Parsifal), Silvia Hablowetz (Kundry), Espen Fegran (Amfortas),  Marc-Olivier Oetterli (Klingsor), Mario Klein (Gurnemanz), Krzysztof Borysiewicz (Titurel), Jürgen Appel (1. Gralsritter/4. Knappe), Tomasz Wija (2. Gralsritter), Nina Bernsteiner (1. Knappe/Blumenmädchen), Maren Engelhardt/Egle Sidlauskaite (2. Knappe/Blumenmädchen), Gideon Poppe (3. Knappe), LinLin Fan (Blumenmädchen), Ingrid Fröseth a. G. (Blumenmädchen), Runette Botha (Blumenmädchen), Ulrike Schneider (Blumenmädchen/Stimme aus der Höhe)

Premiere: Freitag, 6. April (Karfreitag), 17 Uhr, Opernhaus

Weitere Vorstellungen: 9.4., 22.4., 29.4., 6.5. und 12.5. jeweils um 16 Uhr

Bei den Rittern der Gralsburg herrscht tiefe Niedergeschlagenheit: König Amfortas leidet an einer unheilbaren Wunde, zugefügt vom Widersacher Klingsor, den er mit dem heiligen Speer vernichten wollte. Doch in Klingsors Zauberschloss erlag Amfortas den Reizen Kundrys und verlor den Speer. Rettung könne, so die geheimnisvolle Ankündigung des Grals, nur von jemandem kommen, der „durch Mitleid wissend, der reine Tor“ sei.

Als ein Jüngling auftaucht, der in offensichtlicher Unkenntnis des Grals und seiner Regeln einen Schwan erlegt hat, ahnen die Ritter, er könnte es sein. Doch bis aus dem törichten jungen Mann der ersehnte Erlöser wird, muss er noch einen weiten Weg zurücklegen. In Klingsors Zaubergarten trifft er Kundry, die einst Jesus verlacht hatte und seitdem Erlösung von ihrer Schuld sucht. Sie nennt ihm seinen Namen: Parsifal. Es gelingt ihm, ihren Verführungskünsten zu widerstehen, doch erst nach Jahren des Irrens findet er am Karfreitag zurück zur Gralsburg, heilt Amfortas und wird selbst zum Gralskönig.

In seinem letzten Musikdrama verschmilzt Wagner religiöse Legenden und mythologische Anspielungen mit dem mittelalterlichen „Parzival“-Stoff zum „Bühnenweihfestspiel“, das zwei Sphären einander gegenüber stellt: die reine Welt der Gralsritter, die durch Amfortas‘ Wunde und den Verlust des Speers versehrt ist, und die sinnlich lockende Welt Klingsors, der die Ritter zum Bruch ihres Keuschheitsgelübdes verleiten will. Über allem steht der Gedanke der „Erlösung“ mittels einer von Schopenhauer inspirierten Ethik des Mitleids und der Askese.

Musikalisch erschließt „Parsifal“ eine neue Klangwelt. Es ist das Werk, „in dem Wagner ankommt in seiner ganz eigenen Tonsprache“ (Patrik Ringborg).

Christian Elsner (Parsifal) hat sich mit seiner gefeierten Interpretation der Titelpartie in einer konzertanten „Parsifal“-Aufführung in der Philharmonie Berlin im April 2011 endgültig auch als Wagnertenor etabliert. Der Tagesspiegel schrieb: „Parsifal hat in Christian Elsner seinen Trauminterpreten gefunden, glasklar in der Artikulation, mit dem überwältigenden Nuancenreichtum seines biegsamen lyrischen Tenors.“

Christian Elsner studierte Gesang bei Martin Gründler, Dietrich Fischer-Dieskau und Neil Semer und ist Preisträger verschiedener internationaler Wettbewerbe. Als Konzertsänger ist er regelmäßiger Gast bei internationalen Festivals und in allen wichtigen Konzertsälen der Welt. Er arbeitete mit Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Adam Fischer, Carlo Maria Giulini, Nikolaus Harnoncourt, Thomas Hengelbrock, Marek Janowski, Mariss Jansons, Fabio Luisi, Sir Neville Marriner sowie David Zinman zusammen und war an zahllosen Rundfunkaufnahmen und vielen CD-Produktionen beteiligt. Darüber hinaus unterrichtet Christian Elsner als Professor für Gesang an der Hochschule für Musik in Würzburg.

Silvia Hablowetz (Kundry) studierte Gesang an der Musikhochschule in Detmold und an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Bei zahlreichen renommierten Wettbewerben wurde sie mit Preisen ausgezeichnet und sie wirkte noch während des Studiums in verschiedenen Opernproduktionen mit. Ein erstes Festengagement führte Silvia Hablowitz an das Theater Bielefeld, weitere Stationen waren Karlsruhe, Freiburg und Lübeck. Am Pfalztheater Kaiserslautern verkörperte sie in der Spielzeit 2007/2008 vier verschiedene Frauenfiguren in Erwin Schulhoffs Oper „Flammen“. Am Staatstheater Wiesbaden gab sie 2009 ein viel beachtetes Debüt als Brangäne in Wagners „Tristan und Isolde“. 2010 debütierte die Mezzosopranistin an der Opéra National de Paris als Waltraute in der Neuproduktion „Die Walküre“.

Espen Fegran (Amfortas) schloss sein Studium an der Osloer Musik- und Opernhochschule 1985 ab und bekam direkt im Anschluss ein Engagement an der Nationaloper Oslo. 1988 zog es ihn an das Hessische Staatstheater in Wiesbaden, und 1990 verkörperte er in der Fernsehoper „Juri Gagarin“ von Haakon Berge die Titelrolle. Ab 1992 arbeitete Espen Fegran freiberuflich. Seit der Spielzeit 2009/2010 gehört er zum Ensemble des Staatstheaters Kassel, wo er seitdem u.a. als Beckmesser in „Die Meistersinger von Nürnberg“, als Lear in Aribert Reimanns gleichnamiger Oper, als Jago in „Otello“ und Graf Telramund in „Lohengrin“ zu erleben war.

Patrik Ringborg, geboren in Stockholm, ist seit der Spielzeit 2007/2008 Generalmusikdirektor am Staatstheater Kassel und hat hier bereits die Wagner-Produktionen „Der fliegende Holländer“, „Die Meistersinger von Nürnberg“  und „Lohengrin“ geleitet. Gastdirigate führten ihn zu zahlreichen deutschen Orchestern, zu allen großen schwedischen Orchestern sowie nach Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Norwegen, Spanien, Ungarn und Österreich.

Als 1. Gastdirigent der Göteborger Oper dirigierte er dort seit dem Debüt mit „Tannhäuser“ 1998 sämtliche Wagner-Produktionen, darunter 2003 die Göteborger Erstaufführung von „Tristan und Isolde“. Sein Operndebüt in Stockholm folgt im kommenden Jahr mit einer Neuproduktion von „Parsifal“.

Helen Malkowsky studierte Musik in ihrer Heimatstadt Dresden. Nach ersten Regie-Erfahrungen in der Opernklasse der Hochschule für Musik folgten Engagements als Regieassistentin und Abendspielleiterin und parallel dazu schon erste eigene erfolgreiche Inszenierungen. Von 2004 bis 2008 war Helen Malkowsky Oberspielleiterin am Staatstheater Nürnberg (Inszenierungen u.a. „Der Rosenkavalier“, „Der fliegende Holländer“). Seit der Spielzeit 2010/11 ist sie Operndirektorin am Theater Bielefeld, wo sie zuletzt „Don Giovanni“ und „Peter Grimes“ inszeniert hat.

Kassel, Staatstheater Kassel, Liebeslieder-Walzer, 5.01.2012

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 Staatstheater Kassel

 Recital für ein bis mehrere Stimmen_Liebeslieder-Walzer

Donnerstag, 5. Januar, 20 Uhr, Opernfoyer

“Recital für ein bis mehrere Stimmen” heißt eine neue Reihe von Liederabenden am Staatstheater Kassel, bei denen sich Opernsolisten und Pianisten sowie Musiker des Staatsorchesters mit einem fein abgestimmten Programm vorstellen.

Gleich vier Sänger und zwei Pianisten gestalten das Recital “Liebeslieder-Walzer” am Donnerstag, 5. Januar: Die Sopranistin LinLin Fan, die Altistin Ulrike Schneider, der Tenor Dong Won Kim und der Bass-Bariton Marc-Olivier Oetterli singen die “Liebeslieder” op. 52 von Johannes Brahms und eine Auswahl aus Brahms‘ “Neuen Liebeslieder” op. 65. Am Klavier zu vier Händen spielen Walewein Witten und Giulia Glennon. Außerdem auf dem Programm: das “Spanische Liederspiel für eine oder mehrere Singstimmen” op. 74 von Robert Schumann.

Beginn ist um 20 Uhr im Opernfoyer, Karten für 13,50 Euro (ermäßigt 6,50 Euro) sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de.

Kassel, Staatstheater Kassel, PREMIERE Lady Macbeth von Mzensk, 29.10.2011

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 Staatstheater Kassel

 PREMIERE  “Lady Macbeth von Mzensk” von Dmitri Schostakowitsch

Musikalische Leitung: Patrik Ringborg, Inszenierung: Michael Schulz, Bühne: Dirk Becker, Kostüme Renée Listerdal, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti, Dramaturgie: Ursula Benzing

Mit: Renatus Meszar a. G. (Boris Timofejewitsch Ismailow, Kaufmann), Dong Won Kim (Sinowij Borissowitsch, sein Sohn), Kelly Cae Hogan (Katerina Ismailowa, dessen Frau), Luca Martin a. G. (Sergej, Handlungsgehilfe bei Ismailow), Maren Engelhardt (Aksinja, Köchin), Johannes An (Der Schäbige, ein verkommener Arbeiter), Krzysztof Borysiewicz (Pope), Espen Fegran (Polizeichef, Lagerkommandant, Wächter) u.v.a.m.

- In Kooperation mit dem Musiktheater im Revier -

Samstag, 29. Oktober, 19.30 Uhr, Opernhaus

Katerina Ismailowa beklagt ihre Einsamkeit, ihr glückloses Leben; sie steigert ihren Monolog in ein leidenschaftliches Lamento. Gelangweilt von ihrem Leben in der russischen Provinz und der Ehe mit einem Kaufmannssohn, umgeben von einem abstoßenden Milieu, gibt sie sich ihrer obsessiven Liebe zum Handlungsgehilfen Sergej hin. Ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben verteidigt sie mit Rattengift und strangulierenden Händen. Am Ende, verurteilt zu Deportation und Zwangsarbeit und hintergangen vom Geliebten, bleiben ihr nur Verzweiflung und der eigene Tod.

In seiner Oper “Lady Macbeth von Mzensk” erzählt Dmitri Schostakowitsch die Tragödie der Katerina Ismailowa, die zur dreifachen Mörderin wird, auf musikalisch überwältigende Weise und macht den Weg dieser Frau trotz ihrer Taten stets nachvollziehbar. Er komponierte nicht nur die aufregendste “Liebesmusik” der Operngeschichte, er mischte lyrische Zartheit und Groteske, Ergriffenheit und Sozialkritik, Volksmusik und sinfonische Strenge zu einem Meisterwerk voll Suggestion und Spannung.

Zwanzig Jahre ist es her, dass Dmitri Schostakowitschs Oper “Lady Macbeth von Mzensk” zuletzt am Staatstheater Kassel zu sehen war. Jetzt kommt die Oper in einer Neuinszenierung von Michael Schulz und unter der musikalischen Leitung von GMD Patrik Ringborg auf die Kasseler Opernbühne. Premiere ist am Samstag, 29. Oktober. Die Aufführungen finden in deutscher Sprache statt.

Als Katerina Ismailowa ist die New Yorker Sopranistin Kelly Cae Hogan zu erleben. Kelly Cae Hogan tritt regelmäßig an der Metropolitan Opera auf, wo sie u. a. die Gerhilde in Die Walküre singt. Im Frühjahr 2011 gab sie mit großem Erfolg ihr Brünnhilde-Debüt (Die Walküre) an der Virginia Opera. Ebenfalls in diesem Jahr sang sie erstmals die Marschallin im Rosenkavalier in Bremen, außerdem war sie als Senta (Der fliegende Holländer) in Schwerin zu erleben. Frühere Spielzeiten umfassen Norma, Nabucco und Salome in Bremen, Tosca in Weimar und Puerto Rico sowie Turandot in Kiel und Bremen. Die Titelpartie in Salome hat Kelly Cae Hogan u. a. auch an der polnischen Nationaloper und auf einer Tournee durch Japan gesungen.

 

Einzelne Restkarten für die Premiere und Karten für die nächsten Vorstellungen am 2., 6. und 18. November sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de.

Kassel, Staatstheater Kassel, 1. Sinfoniekonzert Franz Schuber & Anton Bruckner 10.10.2011

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 Staatstheater Kassel

1. Sinfoniekonzert

Franz Schubert: Sinfonie Nr. 3 D-Dur D 200; Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 3 d-Moll WAB 103

Dirigent: Christof Prick

Montag, 10. Oktober, 20 Uhr, Stadthalle (Einführung um 19.15 Uhr im Gesellschaftssaal)

 

»Tu felix Austria!«, ist man geneigt zu sagen, wenn man bedenkt, welch geniale Komponisten dieses Land hervorgebracht hat. Wien ist so auch das erste Ziel der Sinfoniekonzertreise des Staatsorchesters Kassel, die in dieser Saison in viele Länder führt. Auf dem Programm des ersten Sinfoniekonzert am Montag, 10. Oktober: Franz Schuberts Sinfonie Nr. 3 D-Dur und Anton Bruckners Sinfonie Nr. 3 d-Moll.

 

Franz Schuberts frühe Sinfonien sind Meisterwerke eines Frühvollendeten gleich Mozart oder Mendelssohn. Über die Uraufführung von Schuberts dritter Sinfonie in London schrieb die Times: »Diese Musik voller Anmut und herrlichster Melodik verdient eine herausragende Stellung in unseren Konzertprogrammen«.

Anton Bruckner stellte die erste Version seiner dritten Sinfonie im Dezember 1873 fertig. Das Werk ist ein Zeugnis von Bruckners glühender Verehrung für Richard Wagner, dem er die Sinfonie gewidmet hat. Doch all den Zitaten aus Tannhäuser, Tristan, den Meistersingern und der Walküre zum Trotz zeigt sich hier unverkennbar Bruckners Personalstil: Blechbläser-Blöcke stehen zarten Streicherpassagen gegenüber, lang ausgesponnene Melodiebögen wechseln mit musikantischem Gestus.

Als Gastdirigent wird Christof Prick dieses Konzert musikalisch leiten. Christof Prick war bis zum Ende der vergangenen Saison Chefdirigent der Nürnberger Philharmoniker und des Staatstheaters Nürnberg sowie bis 2010 Chefdirigent des Charlotte Symphony Orchestra in der Hauptstadt von North Carolina/ USA. Seit 1992 ist er regelmäßiger Gastdirigent an der Dresdner Semperoper mit einer jährlichen Neuproduktion. Darüber hinaus dirigierte er u. a. an der Wiener Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin und an der Met und ist als Konzertdirigent mit nordamerikanischen Orchestern wie Boston, Dallas, Houston, New York und Los Angeles Philharmonic verbunden. Eine regelmäßige Zusammenarbeit führt ihn zum Orchestre National de France in Paris, zu den Stuttgarter und zu den Bremer Philharmonikern. Seit 1999 ist er zudem ordentlicher Professor für Dirigieren an der Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg.

 

Konzertbeginn ist um 20 Uhr in der Stadthalle, Karten sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de. Am Konzerttag selbst sind Karten nur an der Abendkasse erhältlich.

 

 

 

 

Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere Lady Macbeth von Mzensk 29.10.2011

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 Staatstheater Kassel

Premiere Lady Macbeth von Mzensk

Oper in vier Akten von Dmitri Schostakowitsch

Dichtung vom Komponisten und Alexander G. Preis nach der gleichnamigen Erzählung von Nikolai S. Leskow

Deutsche Textfassung von Jörg Morgener und Siegfried Schoenbohm

Musikalische Leitung: Patrik Ringborg, Inszenierung: Michael Schulz, Bühne: Dirk Becker, Kostüme Renée Listerdal, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti, Dramaturgie: Ursula Benzing

Mit: Renatus Meszar a. G. (Boris Timofejewitsch Ismailow, Kaufmann), Dong Won Kim (Sinowij Borissowitsch, sein Sohn), Kelly Cae Hogan (Katerina Ismailowa, dessen Frau), Luca Martin a. G. (Sergej, Handlungsgehilfe bei Ismailow), Maren Engelhardt (Aksinja, Köchin), Johannes An (Der Schäbige, ein verkommener Arbeiter), Krzysztof Borysiewicz (Pope), Espen Fegran (Polizeichef, Lagerkommandant, Wächter) u.v.a.m.

- In Kooperation mit dem Musiktheater im Revier -

Premiere: Samstag, 29. Oktober, 19.30 Uhr, Opernhaus

Nächste Vorstellungen: 2., 6. und 18. November

Sie beklagt ihre Einsamkeit, ihr glückloses Leben; sie steigert ihren Monolog in ein leidenschaftliches Lamento. Sie, das ist: Katerina Ismailowa, die Lady Macbeth von Mzensk, die zur dreifachen Mörderin wird. Gelangweilt von ihrem Leben in der russischen Provinz und der Ehe mit einem Kaufmannssohn, umgeben von einem abstoßenden Milieu zwischen Wodka und Triebbefriedigung, gibt sie sich ihrer obsessiven Liebe zum Handlungsgehilfen Sergej hin. Ihr Recht auf freie Liebe und letztlich auf ein selbstbestimmtes Leben verteidigt sie mit Rattengift und strangulierenden Händen. Am Ende, verurteilt zu Deportation und Zwangsarbeit und hintergangen vom Geliebten, bleiben ihr nur Verzweiflung und der eigene Tod.

Schostakowitsch erzählt die Tragödie der Katerina Ismailowa auf musikalisch überwältigende Weise und macht den Weg dieser Frau trotz ihrer Taten stets nachvollziehbar. Er komponierte nicht nur die aufregendste »Liebesmusik« der Operngeschichte, er mischte lyrische Zartheit und Groteske, Ergriffenheit und Sozialkritik, Volksmusik und sinfonische Strenge zu einem Meisterwerk voll Suggestion und Spannung.

Kelly Cae Hogan gibt am Staatstheater Kassel ihr Debüt als Katerina Ismailowa. Die New Yorker Sopranistin tritt regelmäßig an der Metropolitan Opera auf, wo sie u. a. die Gerhilde in Die Walküre. Im Frühjahr 2011 gab sie mit großem Erfolg ihr Brünnhilde-Debüt (Die Walküre) an der Virginia Opera. Ebenfalls in diesem Jahr sang sie erstmals die Marschallin im Rosenkavalier in Bremen, außerdem war sie als Senta (Der fliegende Holländer) in Schwerin zu erleben. Frühere Spielzeiten umfassen Norma, Nabucco und Salome in Bremen, Tosca in Weimar und Puerto Rico sowie Turandot in Kiel und Bremen. Die Titelpartie in Salome hat Kelly Cae Hogan u. a. auch an der polnischen Nationaloper und auf einer Tournee durch Japan gesungen.

Kassel, Staatstheater Kassel, La Bohème: Kostprobe 5.09.2011 Premiere 10.09.2011

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 Staatstheater Kassel

 LA BOHÈME

von Giacomo Puccini

 Musikalische Leitung: Marco Comin, Inszenierung: Philipp Kochheim

 Mit: Sara Eterno a. G./Arpiné Rahdjian (Mimi), Nina Bernsteiner/Runette Botha (Musetta), Johannes An/Dong Won Kim (Rodolfo), Espen Fegran/Stefan Zenkl (Marcello), Tomasz Wija (Schaunard), Krzysztof Borysiewicz (Colline) u.v.a.m.

 Kostprobe: Montag, 5. September, 19.45 Uhr, Opernhaus

Premiere: Samstag, 10. September, 19.30 Uhr, Opernhaus

Nächste Vorstellungen: 18. und 21. September

 Mit Giacomo Puccinis Opernklassiker La Bohème eröffnet das Staatstheater Kassel am Samstag, 10. September die Saison 2011/2012. Die musikalische Leitung hat der 1. Kapellmeister Marco Comin, Regie führt Philipp Kochheim.

 Träumer sind sie allesamt, die vier Künstler, die sich zu einer WG am Pariser Montmartre zusammen gefunden haben, doch außer einem vagen Idealismus besitzen sie nichts. Die Kunst des alltäglichen Überlebens kostet viel Kraft, und doch gewinnen sie ihrem Dasein das Bestmögliche ab, auf der Suche nach ihrer Identität, ihrer Kunst, ihrer Lebensform. Regisseur Philipp Kochheim sieht in der Geschichte um den Poeten Rodolfo und die todkranke Mimi ein Entwicklungs- oder auch Pubertätsdrama “im Zeitraffer”: “Liebe und Leben erscheinen zunächst als köstlicher Spaß”, formuliert Philipp Kochheim. Erst mit der Krankheit und dem drohenden Tod Mimis ändert sich dies: Die Protagonisten erkennen, dass sich “nicht alles irgendwie immer wieder hinbiegen lässt”. Und sie sind erstmals bereit, auch füreinander Verantwortung zu übernehmen.

Text und Musik sind in La Bohème bis zum bitteren Ende untrennbar miteinander verschränkt, Puccini vergegenwärtigt ebenso die lärmende Fröhlichkeit des Quartier Latin wie die Sehnsüchte seiner Protagonisten und schließlich die ganz großen Gefühle. Nicht umsonst hat er geäußert: “Ich will die Welt zum Weinen bringen”.

 Mitwirkende der Premiere sind Sara Eterno als Mimi (in Folgevorstellungen alternierend mit Arpiné Rahdijan), Johannes An (später auch Dong Won Kim) als Rodolfo, Nina Bernsteiner als Musetta, Espen Fegran als Marcello u.a.

 Am Montag, 5. September, gibt es für 5 Euro Eintritt Gelegenheit, bei der “Kostprobe” – einer öffentlichen Klavierhauptprobe – einen ersten Eindruck von der Produktion zu gewinnen. Bei dieser Probe ist die neu am Staatstheater Kassel engagierte Sopranistin Arpiné Rahdijan als Mimi zu erleben.

 Für die Premiere am 10. September gibt es noch Restkarten. Karten sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de.

Kassel, Staatstheater Kassel, Liederabend mit Dagmar Pecková und Vojtech Spurny 19.5.2011

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 Staatstheater Kassel

GUSTAV-MAHLER-FESTTAGE 2011

Liederabend mit Dagmar Pecková und Vojtech Spurny

Staatstheater Kassel, D.Peckova (c) Alena Málková

Gustav Mahler: Lieder aus “Des Knaben Wunderhorn”
Richard Wagner: Wesendonck-Lieder
Gustav Mahler: Rückert-Lieder
Richard Strauss: Heimliche Aufforderung op.27/3
Donnerstag, 19. Mai, 20 Uhr, Opernfoyer

Mit einem Recital der renommierten tschechischen Mezzosopranistin Dagmar Pecková werden am Donnerstag, 19. Mai, die Gustav-Mahler-Festtage 2011 am Staatstheater Kassel fortgesetzt. Begleitet von dem Pianisten Vojtech Spurny, singt Dagmar Pecková Lieder aus “Des Knaben Wunderhorn” und die Rückert-Lieder von Gustav Mahler sowie die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner und “Heimliche Aufforderung” op. 27/3 von Richard Strauss.

Dagmar Pecková, in Kassel als fulminante Herodias noch in bester Erinnerung, tritt an den großen Häusern Europas auf. Anlässlich des Mahler-Jubiläums 2010/11 singt sie die Kindertoten-Lieder mit der Königlichen Philharmonie Flandern unter Philippe Herreweghe, im Klagenden Lied in der Tonhalle Düsseldorf unter Martyn Brabbins, im Lied von der Erde mit dem Orchestre National de Montpellier unter Enrico Delamboye, in der 2. Symphonie mit den Hamburger Philharmonikern unter Simone Young, in der die 3. Symphonie im Wiener Konzerthaus unter Fabio Luisi sowie im Festspielhaus Salzburg und im Stefaniensaal Graz unter Aleksandar Markovic und die Wunderhorn-Lieder mit dem Orquesta Simfónica de Barcelona unter Pablo Gonzalez und auf Europa-Tournee mit dem Residenzorchester Den Haag unter Neeme Järvi.

Über Mahler sagt Dagmar Pecková, die bereits beim Eröffnungskonzert der Gustav-Mahler-Festtage als Solistin mitwirkt: “Die zauberhafte, traurige und melancholische Musik Gustav Mahlers begleitet mich schon 25 Jahre durch meine Karriere. (…) Im Laufe der Jahre eröffneten sich immer wieder neue Sichtweisen auf diese Musik. Dort, wo ich früher Depression gesehen habe, überrascht mich doch ein Hauch von Zuversicht, wo schlichte Schönheit herrscht, schwingen drohende Untertöne mit.”

Ein Großteil von Gustav Mahlers Liedern basiert auf der von Achim von Arnim und Clemens Brentano zusammengestellten Gedichtsammlung Des Knaben Wunderhorn. Hier fand Mahler alle Sinnbilder romantischer Geisteshaltung, aber auch einen volkstümlichen, dem alltäglichen Leben abgelauschten Ton, den er in seiner Musik aufgreifen konnte – bis hin zu den Trompetensignalen in den Soldatenliedern, die in seine Kindheit im böhmischen Kalitsch zurückweisen. Gleichwohl sind Mahlers Lieder von nur scheinbarer, brüchiger Naivität und haben mit rein schwärmerischer Romantik kaum etwas zu tun.

Die Entstehung der fünf Lieder nach Gedichten von Friedrich Rückert fiel in Gustav Mahlers produktivste Zeit um die Jahrhundertwende. “Nach Des Knaben Wunderhorn kann ich nur mehr Rückert machen – das ist Lyrik aus erster Hand, alles andere ist Lyrik aus zweiter Hand.” Und tatsächlich findet Gustav Mahler hier zu einem neuen, moderneren, aber auch “entrückteren” Ton.

Richard Wagners 1857 in Zürich komponierte Wesendonck-Lieder nach Gedichten von Mathilde Wesendonck spiegeln nicht nur die hochgespannte Stimmung ihrer Entstehungsumstände – die Liebe zwischen Wagner und der Gattin seines Gönners – sie können gleichsam als Vorstudien zu “Tristan und Isolde” gelten.

Richard Strauss äußerte einmal: “Eigentlich sind mir meine Lieder das Liebste von all’ den Sachen, die ich gemacht habe!”. Eine sehr beziehungsvolle Widmung enthält der Liederzyklus op. 27: “Meiner geliebten Pauline zum 10. September 1894″. An diesem Tag wurden Richard Strauss und seine lebenslange Muse Pauline de Ahna getraut.

Konzertbeginn ist um 20 Uhr im Opernfoyer, Karten gibt es an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de

Kassel, Staatstheater Kassel, Premiere THE BLACK RIDER – THE CASTING OF THE MAGIC BULLETS, 17.6.2011

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 Staatstheater Kassel

THE BLACK RIDER – THE CASTING OF THE MAGIC BULLETS

Musical von Tom Waits, William S. Burroughs und Robert Wilson

Inszenierung: Patrick Schlösser, Musikalische Leitung Wolfgang Siuda, Choreografie Michael Langeneckert, Bühne Daniel Roskamp, Kostüme Ulrike Obermüller, Dramaturgie: Michael Volk

 

Mit den Schauspielern: Eva-Maria Keller (Anne), Christina Weiser (Käthchen); Peter Elter (Wilhelm), Matthias Fuchs (Herzog), Bernd Hölscher, Enrique Keil, Sebastian Klein, Aljoscha Langel, Thomas Meczele, Frank Richartz und der Tänzer Michele Meloni (alle Stelzfuß), Daniel Scholz (Robert), Uwe Steinbruch (Bertram), Franz Josef Strohmeier (Wilhelms Onkel, Wilderer, Burroughs, Messenger); dem Tanzensemble: Chelsea Ainsworth / Eva Mohn, Brea Cali, Lillian Stillwell (Drei Huren), Annamari Keskinen, Elisabetta Lauro (Zwei Irre), Giacomo Corvaia (Feuerspucker, Kuno) César Augusto Cuenca Torres (Ringer), Viktor Usov (Schlangenmensch) und den Musikern: Donato Deliano, Detlef Landeck, Rolf Rasch, Thorsten Drücker, Sebastian Wolf

Premiere: Freitag, 17. Juni, 21 Uhr, Karlsaue, Nähe Gärtnerplatzbrücke

Weitere Vorstellungen: 18., 19., 21, 22., 24., 25., 26., 28., 29. Juni und am 1., 2. und 3. Juli 2011

 

Wilhelm ist verliebt. Käthchen heißt die Auserwählte und ist die Tochter des Försters. Doch Wilhelm ist nicht gut genug. Denn mit der Flinte kann er nicht umgehen. Er bringt keine Beute nach Hause, kein Schuss gelingt, kein Tier ist im Beutel. Die Leute lachen über ihn, vor allem Robert, ein junger Bursche, der auch ein Auge auf Käthchen geworfen hat. Und natürlich möchte auch Käthchens Vater einen Schwiegersohn, der eine Familie ernähren kann. In dieser ausweglosen Lage begegnet Wilhelm einem hilfreichen Geist im Dunkel des Waldes: Pegleg, dem Hinkefuß. Der verspricht ihm, seine Probleme zu lösen … Die Sage vom Freischütz ist die Grundlage zu Carl Maria von Webers Oper “Der Freischütz” von 1821 und der Fundus für William S. Burroughs, Tom Waits` und Robert Wilsons Musical “The Black Rider”, das sie 1990 für das Thalia Theater Hamburg erfanden. Doch in der Volkssage ist klar: die plötzliche Potenz als Schütze, die Wilhelm schmückt, ist durch einen Teufelspakt zustande gekommen. Und moralisch, wie Volkssagen sind, muss es tödlich enden. Ein Opfer zur Sühne ist nötig – und zwar ein weibliches.

Der amerikanische Blick auf den deutschen Sagenstoff ist anarchisch, frivol und unpsychologisch. Tom Waits‘ Musik, eine Mixtur aus rockigem Blues und Zirkusmusik, treibt die Handlung an – und während das archaische Spektakel von den Zauberkugeln auf den Brettern vor der halbkreisförmigen Zuschauertribühne stattfindet, kann man im Schein der Fackeln die Kasseler Karlsaue als märchenhaften Wald des Pegleg erleben.

Wir danken der K+S Gruppe für die großzügige Unterstützung, ohne die das Musical “The Black Rider” in der Karlsaue nicht hätte stattfinden können.

BITTE BEACHTEN SIE Vorstellungen können wetterbedingt ausfallen!

Im Zweifelsfall informieren Sie sich bitte unter 0561.1094-0

Kassel, Staatstheater Kassel, 7. Theater-Jugendorchester-ProjektOH, Premiere TELL O.! – ELECTR’OPERA 10.6.2011

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 Staatstheater Kassel

7. Theater-Jugendorchester-ProjektOH, TELL O.! – ELECTR’OPERA

Von Inken Rahardt und Susann Oberacker mit Opernmusik von Giuseppe Verdi und Gioacchino Rossini und elektronischen Klängen
- Koproduktion mit dem Jungen Musiktheater Hamburg (Opernloft) -
Inszenierung: Eva Lange, Musikalische Leitung und Arrangements: Thomas Rimes, Bühne: Cornelia Schmidt, Kostüme: Carolin Mittler
Mit Thomas Sprekelsen (Mr. O. – Leadsänger seiner Band), Inna Kalinina (Mona), Hans Lydman als Gast (Jago), 24 Jugendlichen aus Kassel (Mitglieder der Band und Groupies) und dem Theater-Jugendorchester des Staatstheaters Kassel

Premiere: Freitag, 10. Juni, 19.30 Uhr, Schauspielhaus

Weitere Vorstellungen: 12., 18., 19. und 23. Juni
Seit sieben Jahren gibt es das Theater-Jugendorchester (TJO) am Staatstheater Kassel. Für einige Wochen im Jahr kommen Jugendliche aus Kassel und dem Umland zusammen, um gemeinsam mit den Profis des Staatstheaters eine Aufführung zu erarbeiten.

Mit der Electr’opera “Oh, tell O.!” setzt das Staatstheater Kassel den Weg fort, den es in der vergangenen Spielzeit mit dem 6. Theater-Jugendorchester-Projekt “Lost Violet” eingeschlagen hat: Aus einem Stoff der Operngeschichte – in diesem Fall den “Otello”-Opern Verdis und Rossinis – wird ein Stück von heute. Die Opernmusik wird dabei ergänzt um elektronische Klänge und die Handlung frei in die Gegenwart übertragen. Dabei bilden nicht nur jugendliche Musiker das Orchester, sondern auch auf der Bühne werden neben den Opernsängern Inna Kalinina und Hans Lydman und dem Schauspieler Thomas Sprekelsen in etlichen Rollen Jugendliche mitwirken. Gemeinsam mit den Profis des Staatstheaters erarbeiten sie eine eigene Version des Stoffs und erzählen so – unterstützt auch durch den Kasseler Rapper Tim Taylor – eine Otello-Geschichte von heute:

Mr. O., Leadsänger einer erfolgreichen Jugendband, hat sich zum ersten Mal richtig verliebt – in die Backgroundsängerin Mona. Er gibt ihr solistische Auftrittsmöglichkeiten, was sofort den Neid der anderen Bandmitglieder provoziert. Vor allem die von seinem Freund Jago angestachelte Eifersucht zerrt schon bald Mr. O.s Nerven…

Kassel, Staatstheater Kassel, DON PASQUALE Premiere, 11.06.2011

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Staatstheater Kassel

DON PASQUALE,  Komische Oper in drei Akten von Gaetano Donizetti

Text von Giovanni Ruffini und Gaetano Donizetti
Musikalische Leitung: Marco Comin, Inszenierung: Lisa Marie Küssner, Bühne: Matthieu Götz, Kostüme: Sabine Böing, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti, Dramaturgie: Ursula Benzing

 Mit Krzysztof Borysiewicz/Mario Klein (Don Pasquale), Geani Brad (Dr. Malatesta), Johannes An/Dong Won Kim (Ernesto), Ingrid Frøseth (Norina), Michael Boley/Henning Leiner (Ein Notar)

 Premiere: Samstag, 11. Juni, 19.30 Uhr, Opernhaus

 Weitere Vorstellungen in dieser Spielzeit: 15.6., 18.6., 22.6., 24.6.

 ”Altmodisch, geizig, leichtgläubig, eigensinnig, im Grunde gutmütig” – so hat Donizetti selbst seinen Titelhelden charakterisiert. Don Pasquale ist ein reicher Junggeselle in fortgeschrittenem Alter, der auf seine alten Tage gerne noch eine junge Frau heiraten würde. Seinem Neffen Ernesto allerdings gönnt er aus lauter Geiz nicht die glückliche Verbindung mit der mittellosen Norina, sondern stellt ihn vor die Wahl, eine ungeliebte, aber vermögende Dame zu heiraten oder enterbt und aus dem Haus gejagt zu werden.

 Doch da gibt es zum Glück den gewitzten Dr. Malatesta, der sich ein prächtiges Täuschungsmanöver ausdenkt: Er zettelt eine Scheinehe zwischen Don Pasquale und der als “Sofronia” auftretenden Norina an, die den alten Gecken endgültig von seinen Heiratsplänen kurieren wird.

 Lustspiel, Komödie, heiteres Kammertheater? Donizetti spielt in seiner komischen Oper mit den bekannten buffonesken Handlungsmustern wie Intrige und Täuschung, die Musik jedoch trägt den Komödienspaß nicht immer mit, sie streift ebenso das Tragische, und auch für Liebeskummer, Lebensnöte und echte Verletztheit fand Gaetano Donizetti immer den richtigen Ton.

 Die junge Regisseurin Lisa Marie Küssner studierte Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Französisch in Mainz und Wien. In der Spielzeit 2000/01 inszenierte sie die Performance “deLux(e)” am Theaterwissenschaftlichen Institut in Mainz. 2006 erschien ihr Buch “Sprachbilder versus Theaterbilder? – Möglichkeiten eines szenischen Umgangs mit den Bilderwelten von Werner Fritsch”.

 Nach Hospitanzen und Gast-Assistenzen u. a. bei Peter Konwitschny, Werner Schroeter, Werner Fritsch, Philippe Berling, Christoph Ernst und Thomas Krupa trat Lisa Marie Küssner mit der Spielzeit 2005/06 ein Festengagement als Regieassistentin und Abendspielleiterin am Staatstheater Kassel an. Hier inszenierte sie u.a. die Theater-Jugendorchester-Projekte “Das geheime Königreich” (2008/09) und “Lost Violet” (2009/10). “Don Pasquale” ist ihre erste Inszenierung im Opernhaus.