Karlsruhe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Staatstheater Karlsruhe Ort im Land der Ideen 2012, Januar 2012

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

Staatstheater Karlsruhe Ort im Land der Ideen 2012

Das BADISCHE STAATSTHEATER KARLSRUHE ist mit der Recyclingoper Robin Hood Preisträger im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ 2012. Die Preisverleihung erfolgt am 4.7.12 im Rahmen einer Vorstellung.

Auch bei Wahl der Bundessieger wurde das STAATSTHEATER KARLSRUHE zu einem der drei Nominierten in der Kategorie Kultur ernannt. Der Bundessieger Kultur wird im Herbst 2012 bekannt gegeben.


Mit der Recylingoper Robin Hood von Frank Schwemmer gehört das STAATSTHEATER KARLSRUHE zu den 365 „Ausgewählten Orten 2012“. Damit wird gleich im ersten Jahr der neuen Generalintendanz unter Peter Spuhler das STAATSTHEATER KARLSRUHE in der neu gegründeten Sparte des JUNGEN STAATSTHEATERS mit dem prestigeträchtigen Innovationspreis ausgezeichnet. Die Preisträger im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ gehen kreative Wege, setzen Ideen erfolgreich um und fördern so Innovationen in Deutschland. Die Auszeichnung wird gemeinsam von der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank vergeben.

Grüne Oper
Mit Robin Hood bringt das STAATSTHEATER KARLSRUHE das Thema Umweltschutz für ein junges Publikum auf die Theaterbühne. Die Kinderoper sensibilisiert das Publikum für Nachhaltigkeit in seiner ganzen Bandbreite. Behutsam wird in der Inszenierung dabei der Umgang mit der Natur verdeutlicht. Das Bühnenbild besteht aus recycelten und recyclebaren Materialien, die Kostüme stammen aus einer Sammelaktion in der Bevölkerung. Im Theaterfoyer weisen Schautafeln auf die unterschiedlichen Faktoren der Energieverwendung im Theater hin. Ein umfassendes Begleitprogramm wird das Theatererlebnis ergänzen. Neben den Sammelaktionen für gebrauchte Kleider, werden beispielsweise auch spezifische Abfallprodukte wie alte CDs gesammelt und im Bühnenbild wiederverwendet

Mit dem Stück wird der Nachhaltigkeitsgedanke ins Bewusstsein gerufen und dem jungen Publikum auf anschauliche Weise vermittelt.

Im Rahmen einer Vorstellung von Robin Hood wird Generalintendant Peter Spuhler am 4.7.12 die Auszeichnung entgegen nehmen und so gemeinsam mit dem Publikum den Ideenreichtum Deutschlands erlebbar machen.

Das STAATSTHEATER KARLSRUHE gehört neben den Staatstheatern Stuttgart und dem Nationaltheater Mannheim zu den drei größten Bühnen des Landes Baden-Württemberg mit einer wichtigen Leuchtturmfunktion für die Region. Neben der Oper vereint das Haus die Sparten Schauspiel, Ballett und Konzert unter einem Dach. Mit Beginn der Generalintendanz von Peter Spuhler wurde 2011 mit dem JUNGEN STAATSTHEATER eine neue Sparte ins Leben gerufen. Damit geht das Haus auf ein junges und zukünftiges Publikum zu. Das JUNGE STAATSTHEATER produziert mit seinen Hauptsparten Opern, Schauspiele, Ballette und Konzerte für ein jugendliches Publikum mit einer professionellen, theaterpädagogischen Begleitung für kleine Kinder ab 2 Jahren, Schüler und für Lehrer. Auch Robin Hood ist eine Produktion des JUNGEN STAATSTHEATERS. Für das Gesamthaus gehören Nachhaltigkeit und Sorgfalt im Umgang mit Energie zu einem wesentlichen Leitgedanken.

Innovationen in allen gesellschaftlichen Bereichen
Aus über 2.000 Bewerbungen hat die Expertenjury aus Wissenschaftlern, Wirtschaftsmanagern, Journalisten und Politikern Robin Hood für die Kategorie Kultur ausgewählt. Die 365 Preisträger des Wettbewerbs sind Indikatoren für die ausgeprägte Innovationskultur Deutschlands und Spiegelbild bedeutender Zukunftstrends: Die „Ausgewählten Orte“ geben in allen gesellschaftlichen Bereichen zuverlässig Antworten auf drängende Fragen unserer Zeit.
„Der Wettbewerb ‚365 Orte im Land der Ideen‘ steht stellvertretend für die vielfältige Innovationskraft hierzulande. Die ‚Ausgewählten Orte 2012‘ sind Ideen, die begeistern, von Menschen, die echtes Engagement zeigen. Sie stehen für Fortschritt und Zukunft in Deutschland“, so Jürgen Fitschen, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bank.

Bundessieger und Publikumssieger 2012
Im Laufe des Jahres wird es noch einmal für alle Preisträger spannend: Aus den 365 „Ausgewählten Orten 2012“ kürt die Jury für jede Wettbewerbskategorie jeweils einen Bundessieger. Diese stehen als Leuchttürme für die inhaltliche Qualität des Wettbewerbs und die Innovationskraft Deutschlands. 18 „Ausgewählte Orte 2012“ wurden für diese zusätzliche Auszeichnung nominiert. Das STAATSTHEATER KARLSRUHE wurde von der Wettbewerbsjury zu einem der drei Nominierten in der Kategorie Kultur ernannt. Zudem stellen sich im Sommer wieder alle 365 Orte der Wahl zum Publikumssieger, an der sich ganz Deutschland im Rahmen einer Online-Abstimmung beteiligen kann. Die sechs Bundessieger und der Publikumssieger werden im Herbst auf einer feierlichen Veranstaltung ausgezeichnet und geehrt.

Über den Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“
Der Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ wird seit 2006 gemeinsam von der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank realisiert. Die Initiative unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und die Deutsche Bank prämieren jährlich 365 herausragende Projekte und Ideen, die einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands leisten.

Karlsruhe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Blechkunst, 22.10.2011

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

BLECHKUNST

BaSta Brass Quintett und Big Band
22. Oktober 2011, 20.00 Uhr GROSSES HAUS

Originalwerke für Blechbläserquintett
Amerikanischer Jazz und Swing im Brass Big Band-Sound

Basta Brass Blechbläserensemble der BADISCHEN STAATSKAPELLE
Peter Lehel Dirigent der Big Band

Die Kunst der Blechbläser hat in Deutschland eine große und lange Tradition. Heute geht der Weg zu immer virtuoseren Werken und einer Vermischung der Stilrichtungen – beides zu erleben im Konzert Blechkunst von BaSta Brass im Großen Haus des BADISCHEN STAATSTHEATERS. Die Blechbläser der Badischen Staatskapelle finden sich hier nach dem großen Erfolg der letzten Saison erneut zusammen, um mit einer abwechslungsreichen Mischung aus klassischen Originalwerken und Bearbeitungen für Brass Big Band zu begeistern.
Kann im ersten Konzertteil mit dem BaSta Brass Quintett noch über die außergewöhnliche Vielfalt und die Virtuosität der Instrumente gestaunt werden, so steht im zweiten Teil der Klang des satten Brass Bigband-Sounds im Vordergrund. Die BaSta Brass Big Band wird unter der Leitung des berühmten Karlsruher Jazzsaxophonisten Peter Lehel mit Jazz und Swing eine Reise nach Amerika in die Welt der Unterhaltungsmusik unternehmen. Bekannte Stücke wie “Tico Tico Brass Machine” entführen in ein berauschendes Stück Musikgeschichte voll beschwingter Big Band Musik.

Karlsruhe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, 1. KAMMERKONZERT, 30.10.2011

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

1. KAMMERKONZERT

30. Oktober 2011, 11.00 Uhr KLEINES HAUS

Jean Françaix Quatuor für Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott
Felix Treiber Neues Werk für Flöte, Klarinette, Fagott und Klavier (Uraufführung)
Darius Milhaud Sonate für Flöte, Oboe, Klarinette und Klavier op. 47
Albéric Magnard Quintette für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Klavier op. 8

Georg Kapp Flöte
Nobuhisa Arai Oboe
Leonie Gerlach Klarinette
Ulrike Bertram Fagott
Miho Uchida Klavier

Die warmen Farben der Holzbläser Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott stehen im Zentrum des 1. Kammerkonzerts mit Mitgliedern der BADISCHEN STAATSKAPELLE. Ergänzt um das Klavier erklingen hauptsächlich Stücke französischer Komponisten aus dem vergangenen Jahrhundert und der Spätromantik. Als Besonderheit steht auch noch eine Uraufführung auf dem Programm: Die Musiker werden ein Neues Werk des Stuttgarter Komponisten Felix Treiber aus der Taufe heben.

Karlsruhe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, LES TROYENS Premiere, 15.10.2011

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

LES TROYENS

LA PRISE DE TROIE & LES TROYENS À CARTHAGE

Grand Opéra in fünf Akten von Hector Berlioz
Premiere: 15. Oktober 2011, 17.00 Uhr GROSSES HAUS
Sonntag vor der Premiere am 9. Oktober 2011, 11.00 Uhr MITTLERES FOYER

ML ?Justin Brown R ?David Hermann B?& K ?Christof Hetzer C? Ulrich Wagner D Bernd Feuchtner

Mit Énée (John Treleaven / Lance Ryan), Chorèbe / L’ombre de Chorèbe (Armin Kolarczyk), Panthée (Lucas Harbour), Narbal (Ks. Konstantin Gorny / Nicolai Karnolsky), Iopas (Eleazar Rodriguez), Ascagne (Stefanie Schaefer), Cassandre / L’ombre de Cassandre (Christina Niessen), Didon (Heidi Melton / Katharine Tier), Anna (Karine Ohanyan / Rebecca Raffell), Helenus / Hylas (Sebastian Kohlhepp), Priam / Spectre de Priam (Luiz Molz), L’ombre d’Hector / Le dieu Mercure (Avtandil Kaspeli), Un prêtre de Pluton (Andrey Grabovsky), Polyxène (Veronika Pfaffenzeller), Soldat troyen 1 (Marcelo Angulo), Soldat troyen 2 (Alexander Huck), Un soldat / Un chef grecque (Florian Kontschak)

Es war die Liebe zu den Helden der seit der Kindheit vergötterten Äneis des Vergil, die den französischen Komponisten schließlich dazu veranlassten, im Alter von 55 Jahren doch noch eine Oper zu schreiben. Er wusste, dass er damit in Paris nicht mehr Glück haben werde als mit seinen anderen Werken, ja beim aktuellen Zustand der Pariser Oper musste er sogar hoffen, dass seine Trojaner dort nicht aufgeführt werden. Immerhin gab es im Théâtre-lyrique im Jahr 1863, sechs Jahre vor dem Tod des inzwischen verstummten Komponisten eine Aufführung des 2. Teils Die Trojaner in Karthago. Doch die Uraufführung des Gesamtwerkes brachte erst 1890 Felix Mottl am Karlsruher Hoftheater zustande – beide Teile an zwei aufeinander folgenden Tagen. Es war der Durchbruch für Les Troyens: endlich nahm man wahr, dass dies eines der großen Meisterwerke der Oper war.

Die Trojaner blieben etliche Jahre im Karlsruher Repertoire, wurden danach aber nicht wieder gespielt. Es ist an der Zeit, auch dem Karlsruher Publikum von heute dieses epochale Werk zugänglich zu machen. GMD Justin Brown ist ein großer Verehrer von Berlioz, und Die Trojaner zu dirigieren gehört zu den Traumzielen seiner Dirigentenlaufbahn. Die Partie des Äneas ist für einen Tenor nicht weniger anspruchsvoll als Wagners Siegfried, und mit John Treleaven kann Karlsruhe stolz darauf sein, einen Sänger in seinem Ensemble zu haben, der diese Partie beherrscht. Die heimlichen Heldinnen dieser Oper sind jedoch die Frauen. Kassandra (Christina Niessen) in den ersten beiden Akten, die den Untergang Trojas vorhersieht und dennoch zusehen muss, wie ihre Mitbürger blind in ihr Verderben rennen – eine ungeheuer bannende Szenenfolge. Und die karthagische Königin Dido (Heidi Melton) in den drei letzten Akten, die sich in Äneas verliebt, obwohl sie weiß, dass dieser dem Auftrag der Götter folgen muss, Italien zu suchen und Rom zu gründen – eine der elementaren Liebestragödien der Oper, nicht weniger mitreißend als Tristan und Isolde, woran Wagner zur gleichen Zeit arbeitete.

Das Regieteam David Hermann (Inszenierung) und Christof Hetzer (Bühne & Kostüme) hat für das GROSSE HAUS des STAATSTHEATERS ein Konzept entwickelt, das sowohl das Monumentale dieses Epos zur Wirkung bringt als auch die Entwicklung der Personen in den Fokus stellt. Gerade hatten diese beiden einen großen Erfolg in Frankfurt mit Charpentiers Médée. Aber auch bei den Salzburger Festspielen, in Madrid, Luzern und an anderen großen Häusern waren ihre Arbeiten zu sehen.

Weitere Vorstellungen: 21.10. und 29.10.2011

Karlsruhe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, 2. SINFONIEKONZERT, 23. und 24.10.2011

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

2. SINFONIEKONZERT

23. Oktober 2011, 11.00 Uhr GROSSES HAUS
24. Oktober 2011, 20.00 Uhr GROSSES HAUS

Johann Sebastian Bach Kantate “Ich habe genug” BWV 82
Michael Tippett Fantasia Concertante nach einem Thema von Corelli
Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 14

Barbara Dobrzanska Sopran
Armin Kolarczyk Bariton
Konstantin Gorny Bass Dirigent

Leben und Tod als zusammengehörende Elemente unserer Existenz treffen sich in Johann Sebastian Bachs Kantate “Ich habe genug”. Er verwendete für seine Komposition den Text eines unbekannten Autors, der sich auf die biblische Geschichte Simeons stützt: Als der alte Simeon, kurz vor seinem Tod in dem neugeborenen Jesus den Messias erkennt, kann er beruhigt und “mit Freuden” sterben. Wegen ihres großen Ausdrucksspektrums zwischen Todessehnsucht und friedvoller Ruhe bis zu spiritueller Freude gehört diese Kantate auch heute noch zu den bekanntesten und beliebtesten Werken des Thomaskantors.
Zu den zahlreichen italienischen Komponisten, die Bach inspirierten und deren Techniken oder gar Themen er für sein eigenes Schaffen nutzte, gehörte Arcangelo Corelli. Anlässlich seines 300. Geburtstages im Jahr 1953 erhielt der englische Komponist Michael Tippett vom Edinburgh Festival einen Kompositionsauftrag. In nur drei Wochen entstand
so seine Fantasia Concertante. Zwei Themen aus einem Concerto grosso Corellis verarbeitet Tippett in einem reinen Streichorchestersatz, er nimmt aber dennoch die Grundstruktur des italienischen Concertos auf. Die barocken Themen durchlaufen sieben Variationen, bevor Tippett sie in einer großen Fantasie zu einem mitreißenden Höhepunkt kulminieren lässt.
War Johann Sebastian Bachs Auseinandersetzung mit Leben und Sterben noch voller Zuversicht auf eine friedvolle und erfüllte Zeit nach dem Tod, so betrachtet Dmitri Schostakowitsch diesen in seiner bekenntnishaften vorletzten Sinfonie Nr. 14 ganz nüchtern, hart und trostlos. Hier gibt es keine Verklärung, keinen hoffnungsvollen Ausblick auf einen Frieden im Jenseits – und doch ist das Werk nicht pessimistisch, sondern vielmehr lebensbejahend: Wichtiger als die Hoffnung auf irgendeine bessere Zukunft ist das Leben im Hier und Jetzt. Elf Gedichte europäischer Dichter liegen
der elfsätzigen Sinfonie für Sopran, Bass und kleines Orchester zugrunde, die so einem Vokalzyklus gleicht und doch ein gänzlich in sich geschlossenes Werk darstellt. Erste Ideen zur Komposition bewegten Schostakowitsch bereits während seiner Orchestrierung von Mussorgskys Liedern und Tänzen des Todes: “Ob man nicht Mut fassen und versuchen sollte, den Zyklus fortzusetzen” schrieb er – doch war es dann sieben Jahre später wohl erst die Auseinandersetzung mit dem befürchteten eigenen Tod, die 1969 zur Komposition dieses emotional aufwühlenden Werks führten.

Karlsruhe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, 1. SINFONIEKONZERT / 1. SONDERKONZERT, 18./19./20.09.2011

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

1. SINFONIEKONZERT / 1. SONDERKONZERT

18. September 2011, 11.00 Uhr GROSSES HAUS
19. September 2011, 20.00 Uhr GROSSES HAUS
20. September 2011, 20.00 Uhr GROSSES HAUS

Hector Berlioz Harold en Italie op. 16
Richard Strauss Don Juan op. 20
Franz Liszt Von der Wiege bis zum Grabe S 107
Richard Strauss Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28

Isabelle van Keulen Viola
Kevin Griffiths Dirigent

Sie alle standen nicht nur in Verbindung mit Karlsruhe, sondern stehen auch in einer geraden Traditionslinie: Berlioz, Liszt und Strauss waren die Meister der musikalischen Dichtung im brillanten Orchesterklang. Berlioz‘ Les Troyens sind mit Harold en Italie auf eine Weise verbunden, die weit über das Musikalische hinausreicht: Vergils trojanischer Held Äneas ist wie Lord Byrons Childe Harold ein Einzelgänger, beide rebellieren in ihrer Radikalität gegen die “normale” Welt. Darin sind sie eins mit Berlioz, der zeitlebens mit seinen musikalischen Vorstellungen in Paris als einsamer Neutöner galt. Was das zeitgenössische Publikum verstörte und uns heute noch zutiefst berührt, ist die bedingungslose Subjektivität und Unbedingtheit der Musik, die alle Normen sprengt und ihrer Zeit weit voraus ist. Grenzen im Denken gab es für Berlioz nicht, auch überkommene Gattungsbegriffe konnten keine Schranken darstellen. So ist sein Harold gleichzeitig Sinfonie, Solistenkonzert und Sinfonische Dichtung mit literarischer Vorlage, geht aber als ganz eigene musikalische Erzählung weit über eine reine “Vertonung” hinaus.
Nicht nur das Streben nach dem Neuen, Unerhörten verbindet Franz Liszt mit Hector Berlioz; der acht Jahre ältere Franzose war ihm sowohl als Dirigent Inspiration wie auch als Komponist Vorbild und Leitstern. Die Gattung der Sinfonischen Dichtung fand durch Liszt zu ersten Höhen, die Richard Wagner gar vom Entstehen einer “neuen Kunstform der Instrumentalmusik” sprechen ließen. Nicht nur literarische Vorlagen wurden für Liszt zur Inspiration, auch Gemälde – oder wie in seiner letzten Sinfonischen Dichtung Von der Wiege bis zum Grabe eine Zeichnung – wurden zum Quell seiner schöpferischen Tätigkeit. Diese letzte seiner Auseinandersetzungen mit der Gattung zeichnet die Abschnitte des Daseins von der Geburt über die Kämpfe des Lebens bis hin zum Tod nach – der wiederum “die Wiege des neuen Lebens” bedeutet.
Mit dem Tod des Helden endet auch Don Juan, einem der absoluten Gipfelpunkte der musikalischen Gattung und für seinen Schöpfer Richard Strauss so etwas wie ein Durchbruch – sowohl bezüglich des öffentlichen Erfolgs wie auch für das eigene Selbstverständnis. Allerdings steht in dieser Sinfonischen Dichtung nicht der Tod an zentraler Stelle, das Werk des 24-jährigen Strauss lebt vielmehr von praller Diesseitigkeit und kraftstrotzendem Lebensgenuss. Das der Komposition zugrundeliegende Gedichtfragment Nikolaus Lenaus übersetzt Strauss in einen Orchestersatz, der in seinem ständigen, kraftvollen Fluss in brillanten Farben einen absoluten Gipfelpunkt des Genres darstellt. Die schon hier breit gefächerte Ausdrucksfähigkeit des Orchesters wird in der kurze Zeit später entstandenen “Schelmenweise in Rondeauform” Till Eulenspiegels lustige Streiche durch die größere Orchesterbesetzung dann nochmals erweitert. Strauss bedient sich dieser Möglichkeiten höchst virtuos, um die Possen und Spöttereien des Anti-Helden Till im wahrsten Sinne des Wortes lautmalerisch auf die Bühne zu bringen.

Isabelle van Keulen ist als Geigerin wie als Bratschistin von Weltklasse dank ihrer großen Ausstrahlung und musikalischen Vielseitigkeit längst eine der gefragtesten Musikerinnen ihrer Generation. Sie ist im Lauf ihrer Karriere mit zahlreichen namhaften Orchestern und Dirigenten aufgetreten. Neben vielen anderen Kammermusikpartnern verbindet sie eine fast 20 jährige Zusammenarbeit mit dem Pianisten Ronald Brautigam. Isabelle van Keulen setzt sich intensiv für zeitgenössische Musik ein. Werke vieler lebender Komponisten gehören zu ihrem Repertoire – etwa das ihr gewidmete Violinkonzert von Erkki-Sven Tüür, das sie mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra und Paavo Järvi auf einer mit großer Begeisterung aufgenommenen CD einspielte. Zahlreiche weitere Aufnahmen mit Werken von Haydn bis Schnittke dokumentieren das umfangreiche Repertoire der Geigerin und Bratschistin. Seit der Saison 09/10 hat Isabelle van Keulen beim Norwegian Chamber Orchestra die Funktion des Artistic Director inne und leitete das Orchester u. a. bereits auf einer ausgedehnten Japan- und Asientournee. Als Solistin ist sie z. B. bei der Camerata Salzburg, beim Scottish Chamber Orchestra, bei den Bremer Philharmonikern, dem Orchestre de Chambre de Lausanne, beim Tonkünstler-Orchester sowie bei der New World Symphony unter Neville Marriner zu Gast.

Der in London geborene Dirigent Kevin Griffiths wird ab der Saison 11/12 künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Collegium Musicum Basel. Internationales Ansehen gewann er durch sein Engagement für Neue Musik: Er ist Gründer des London Steve Reich Ensembles, das international gastiert und dessen erste CD für CPO mit einem Diapason d‘Or ausgezeichnet wurde. Kevin Griffiths gewann 2010 den 2. Preis beim Internationalen Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti und ist seit 2010 Stipendiat des “Melgaard Young Conductors Scheme” beim Orchestra of the Age of Enlightenment London, ein weltweit führendes Orchester auf Historischen Instrumenten. Bisher stand er am Pult zahlreicher Orchester, darunter das Tonhalle-Orchester Zürich, das Luzerner Sinfonieorchester, das Sinfonieorchester Basel, das Zürcher Kammerorchester, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Brandenburgische Staatsorchester, das Orquesta Sinfonica de Navarra und das Istanbul State Symphony Orchester. Zukünftige Engagements führen Griffiths u. a. zur Nordwestdeutschen Philharmonie, zum Brandenburgischen Staatsorchester, zu den Belgrader Philharmonikern und zu den Bremer Philharmonikern.

Karlsruhe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, LES TROYENS Premiere, 15.10.2011

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

Die Trojaner

LA PRISE DE TROIE & LES TROYENS À CARTHAGE  von Hector Berlioz

Premiere: 15. Oktober 2011, 17.00 Uhr GROSSES HAUS
Sonntag vor der Premiere am 9. Oktober 2011, 11.00 Uhr MITTLERES FOYER

ML ?Justin Brown R ?David Hermann B?& K ?Christof Hetzer C? Ulrich Wagner D Bernd Feuchtner

Mit Énée (John Treleaven / Lance Ryan), Chorèbe / L’ombre de Chorèbe (Armin Kolarczyk), Panthée (Lucas Harbour), Narbal (Ks. Konstantin Gorny / Nicolai Karnolsky), Iopas (Eleazar Rodriguez), Ascagne (Stefanie Schaefer), Cassandre / L’ombre de Cassandre (Christina Niessen), Didon (Heidi Melton / Katharine Tier), Anna (Karine Ohanyan / Rebecca Raffell), Helenus / Hylas (Sebastian Kohlhepp), Priam / Spectre de Priam (Luiz Molz), L’ombre d’Hector / Le dieu Mercure (Avtandil Kaspeli), Un prêtre de Pluton (Andrey Grabovsky), Polyxène (Veronika Pfaffenzeller), Soldat troyen 1 (Marcelo Angulo), Soldat troyen 2 (Alexander Huck), Un soldat / Un chef grecque (Florian Kontschak)

Es war die Liebe zu den Helden der seit der Kindheit vergötterten Äneis des Vergil, die den französischen Komponisten schließlich dazu veranlassten, im Alter von 55 Jahren doch noch eine Oper zu schreiben. Er wusste, dass er damit in Paris nicht mehr Glück haben werde als mit seinen anderen Werken, ja beim aktuellen Zustand der Pariser Oper musste er sogar hoffen, dass seine Trojaner dort nicht aufgeführt werden. Immerhin gab es im Théâtre-lyrique im Jahr 1863, sechs Jahre vor dem Tod des inzwischen verstummten Komponisten eine Aufführung des 2. Teils Die Trojaner in Karthago. Doch die Uraufführung des Gesamtwerkes brachte erst 1890 Felix Mottl am Karlsruher Hoftheater zustande – beide Teile an zwei aufeinander folgenden Tagen. Es war der Durchbruch für Les Troyens: endlich nahm man wahr, dass dies eines der großen Meisterwerke der Oper war.

Die Trojaner blieben etliche Jahre im Karlsruher Repertoire, wurden danach aber nicht wieder gespielt. Es ist an der Zeit, auch dem Karlsruher Publikum von heute dieses epochale Werk zugänglich zu machen. GMD Justin Brown ist ein großer Verehrer von Berlioz, und Die Trojaner zu dirigieren gehört zu den Traumzielen seiner Dirigentenlaufbahn. Die Partie des Äneas ist für einen Tenor nicht weniger anspruchsvoll als Wagners Siegfried, und mit John Treleaven kann Karlsruhe stolz darauf sein, einen Sänger in seinem Ensemble zu haben, der diese Partie beherrscht. Die heimlichen Heldinnen dieser Oper sind jedoch die Frauen. Kassandra (Christina Niessen) in den ersten beiden Akten, die den Untergang Trojas vorhersieht und dennoch zusehen muss, wie ihre Mitbürger blind in ihr Verderben rennen – eine ungeheuer bannende Szenenfolge. Und die karthagische Königin Dido (Heidi Melton) in den drei letzten Akten, die sich in Äneas verliebt, obwohl sie weiß, dass dieser dem Auftrag der Götter folgen muss, Italien zu suchen und Rom zu gründen – eine der elementaren Liebestragödien der Oper, nicht weniger mitreißend als Tristan und Isolde, woran Wagner zur gleichen Zeit arbeitete.

Das Regieteam David Hermann (Inszenierung) und Christof Hetzer (Bühne & Kostüme) hat für das GROSSE HAUS des STAATSTHEATERS ein Konzept entwickelt, das sowohl das Monumentale dieses Epos zur Wirkung bringt als auch die Entwicklung der Personen in den Fokus stellt. Gerade hatten diese beiden einen großen Erfolg in Frankfurt mit Charpentiers Médée. Aber auch bei den Salzburger Festspielen, in Madrid, Luzern und an anderen großen Häusern waren ihre Arbeiten zu sehen.

Weitere Vorstellungen: 21.10. und 29.10.2011

Karlsruhe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, WIEDERAUFNAHMEN September/Oktober 2011

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

WIEDERAUFNAHMEN im September und Oktober 2011

…………………….

18. September, 19.00 Uhr GROSSES HAUS

LA TRAVIATA  von Giuseppe Verdi,

Text von Francesco Maria Piave, nach dem Schauspiel “Die Kameliendame” von Alexandre Dumas d. J. – In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

ML Justin Brown R Achim Thorwald B Christian Floeren K Ute Frühling C Ulrich Wagner Ch Balletteinlage: Eric Gauthier Mit: Ina Schlingensiepen / Stefania Dovhan (Violetta), Katharine Tier (Flora), Christina Bock / Sarah Alexandra Hudarew (Annina), Andrea Shin (Alfredo), Seung-Gi Jung / Armin Kolarczyk (Germont), Eleazar Rodriguez / Max Friedrich Schäffer (Gastone), Ks. Tero Hannula (Douphol), Luiz Molz / Andrew Finden (d’Obigny), Avtandil Kaspeli (Dr. Grenvil), Johannes Eidloth (Joseph), Alexander Huck (Ein Diener), Alexander de Paula (Ein Kommissionär) Badischer Staatsopernchor, Ballettsolisten des Badischen Staatstheaters Badische Staatskapelle

…………………….

24. September, 15.00 Uhr GROSSES HAUS
ROMANTIK

Ein Ballettabend mit Werken von Demis Volpi, Heinz Spoerli und Christopher Wheeldon
Capricen (UA)

M Niccolò Paganini (Capricen), Helmut Lachenmann Ch Demis Volpi B & K Katharina Schlipf L Stefan Woinke
Nocturnes (DEA)

M Frédéric Chopin (Nocturnes) Ch & K Heinz Spoerli B Florian Etti L Martin Gebhard Einstudierung Chris Jensen
Variations Sérieuses (Europäische EA)

M Felix Mendelssohn Bartholdy (Variations Sérieuses, Lieder ohne Worte, Rondo Capriccioso), Orchesterfassung von
Mack Schlefer Ch Christopher Wheeldon B & K Ian Falconer L Mark Stanley Einstudierung Jason Fowler
Solisten und Ballettensemble des Badischen Staatstheaters

…………………….

25. September 2011, 19.00 Uhr GROSSES HAUS
EINE STRASSE, LUCILE (UA)

Szene für Sopran und Orchester von Wolfgang Rihm
Text: aus “Dantons Tod” von Georg Büchner – In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
Diana Tomsche (Lucile)

DANTONS TOD  von Gottfried von Einem

Text von Boris Blacher und vom Komponisten nach Georg Büchners gleichnamigem Drama – In deutscher Sprache mit
deutschen Übertiteln

ML Jochem Hochstenbach R Alexander Schulin B Bettina Meyer K Ursina Zürcher C Ulrich Wagner
Badischer Staatsopernchor, Badische Staatskapelle

Mit: Stefan Stoll (Georg Danton), Bernhard Berchtold / Hans-Jürgen Schöpflin (Camille Desmoulins), Andreas Heideker /
Sebastian Haake (Hérault de Séchelles), Ks. Klaus Schneider (Robespierre, Mitglied des Wohlfahrtsausschusses),
Ulrich Schneider (St. Just, Mitglied des Wohlfahrtsausschusses), Ks. Edward Gauntt (Herrmann, Präsident des
Revolutionstribunals), Lukas Schmid (Simon, Souffleur), Sebastian Haake (Erster Henker), Manos Kia (Zweiter Henker),
Sarah Alexandra Hudarew (Julie, Gattin Dantons), Diana Tomsche (Lucile, Gattin des Camille Desmoulins), Ks. Tiny
Peters (Eine Dame), Evelyn Hauck / Susanne Schellin (Ein Weib, die Frau Simons)

…………………….

30. September 2011, 20.00 Uhr GROSSES HAUS

KATJA KABANOVA  von Leoš Janá?ek,

Text vom Komponisten nach dem Schauspiel “Gewitter” von Alexander

Ostrowskij – In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln

ML Christoph Gedschold R Georg Köhl B Christian Floeren K Ursina Zürcher C Ulrich Wagner D Margrit Poremba /
Joscha Schaback

Mit: Barbara Dobrzanska / Christina Niessen (Katja Kabanova), Bernhard Berchtold / Andrea Shin (Boris Grigoryevich),
Mathias Wohlbrecht (Tichon), Sonja Borowski-Tudor / Anja Silja (Kabanicha), Ulrich Schneider (Dikoy), Stefanie
Schaefer (Varvara), Sebastian Kohlhepp (Vanja Kudrjasch), Gabriel Urrutia Benet*/ Luiz Molz (Kuligin), Sarah Alexandra
Hudarew (Glascha), Larissa Wäspy (Feklusha)
Badischer Staatsopernchor, Badische Staatskapelle

…………………….

9. Oktober 2011, 19.00 Uhr KLEINES HAUS

BIG MONEY,  Musical von Peter Lund und Thomas Zaufke

ML Thomas Zaufke R Peter Lund B & K Urike Reinhard ME Walter Kiesbauer CH Andrea Heil D Donald Berkenhoff

Mit: Timo Tank (Manfred Schneider), Robert Besta (Rocky Schneider), Annika Martens (Vera Schneider), Lisa Schlegel
(Renate Czukrovski), Anna-Magdalena Beetz (Claudia van der Weyll), Georg Krause (Wendelin Schlüter), Stefan Viering
(Minister Währing), Gunnar Schmidt (Kommissar Steinheim), Ursula Grossenbacher (Justitia), Walter Kiesbauer, Chris
Gross, Martin Stumpf, Christoph Lewandowski, Dirk Rumig, Haiko Heinz, Michael Gundlach (Musiker)

Karlsruhe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, KONZERTE September/Oktober 2011

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Badisches Staatstheater Karlsruhe

KONZERTE September/Oktober 2011

…………………….

1. SINFONIEKONZERT / 1. SONDERKONZERT

18. September 2011, 11.00 Uhr GROSSES HAUS
19. September 2011, 20.00 Uhr GROSSES HAUS
20. September 2011, 20.00 Uhr GROSSES HAUS

Hector Berlioz Harold en Italie op. 16
Richard Strauss Don Juan op. 20
Franz Liszt Von der Wiege bis zum Grabe S 107
Richard Strauss Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28

Isabelle van Keulen Viola
Kevin Griffiths Dirigent

Sie alle standen nicht nur in Verbindung mit Karlsruhe, sondern stehen auch in einer geraden Traditionslinie:  Berlioz, Liszt und Strauss waren die Meister der musikalischen Dichtung im brillanten Orchesterklang. Berlioz‘ Les Troyens sind mit Harold en Italie auf eine Weise verbunden, die weit über das Musikalische hinausreicht: Vergils trojanischer Held Äneas ist wie Lord Byrons Childe Harold ein Einzelgänger, beide rebellieren in ihrer Radikalität gegen die “normale” Welt. Darin sind sie eins mit Berlioz, der zeitlebens mit seinen musikalischen Vorstellungen in Paris als einsamer Neutöner galt. Was das zeitgenössische Publikum verstörte und uns heute noch zutiefst berührt, ist die bedingungslose Subjektivität und Unbedingtheit der Musik, die alle Normen sprengt und ihrer Zeit weit voraus ist. Grenzen im Denken gab es für Berlioz nicht, auch überkommene Gattungsbegriffe konnten keine Schranken darstellen. So ist sein Harold gleichzeitig Sinfonie, Solistenkonzert und Sinfonische Dichtung mit literarischer Vorlage, geht aber als ganz eigene musikalische Erzählung weit über eine reine “Vertonung” hinaus.

Nicht nur das Streben nach dem Neuen, Unerhörten verbindet Franz Liszt mit Hector Berlioz; der acht Jahre ältere Franzose war ihm sowohl als Dirigent Inspiration wie auch als Komponist Vorbild und Leitstern. Die Gattung der Sinfonischen Dichtung fand durch Liszt zu ersten Höhen, die Richard Wagner gar vom Entstehen einer “neuen Kunstform der Instrumentalmusik” sprechen ließen. Nicht nur literarische Vorlagen wurden für Liszt zur Inspiration, auch Gemälde – oder wie in seiner letzten Sinfonischen Dichtung Von der Wiege bis zum Grabe eine Zeichnung – wurden zum Quell seiner schöpferischen Tätigkeit. Diese letzte seiner Auseinandersetzungen mit der Gattung zeichnet die Abschnitte des Daseins von der Geburt über die Kämpfe des Lebens bis hin zum Tod nach – der wiederum “die Wiege des neuen Lebens” bedeutet.

Mit dem Tod des Helden endet auch Don Juan, einem der absoluten Gipfelpunkte der musikalischen Gattung und für seinen Schöpfer Richard Strauss so etwas wie ein Durchbruch – sowohl bezüglich des öffentlichen Erfolgs wie auch für das eigene Selbstverständnis. Allerdings steht in dieser Sinfonischen Dichtung nicht der Tod an zentraler Stelle, das Werk des 24-jährigen Strauss lebt vielmehr von praller Diesseitigkeit und kraftstrotzendem Lebensgenuss. Das der Komposition zugrundeliegende Gedichtfragment Nikolaus Lenaus übersetzt Strauss in einen Orchestersatz, der in seinem ständigen, kraftvollen Fluss in brillanten Farben einen absoluten Gipfelpunkt des Genres darstellt. Die schon hier breit gefächerte Ausdrucksfähigkeit des Orchesters wird in der kurze Zeit später entstandenen “Schelmenweise in Rondeauform” Till Eulenspiegels lustige Streiche durch die größere Orchesterbesetzung dann nochmals erweitert. Strauss bedient sich dieser Möglichkeiten höchst virtuos, um die Possen und Spöttereien des Anti-Helden Till im wahrsten Sinne des Wortes lautmalerisch auf die Bühne zu bringen.

Isabelle van Keulen ist als Geigerin wie als Bratschistin von Weltklasse dank ihrer großen Ausstrahlung und musikalischen Vielseitigkeit längst eine der gefragtesten Musikerinnen ihrer Generation. Sie ist im Lauf ihrer Karriere mit zahlreichen namhaften Orchestern und Dirigenten aufgetreten. Neben vielen anderen Kammermusikpartnern verbindet sie eine fast 20 jährige Zusammenarbeit mit dem Pianisten Ronald Brautigam. Isabelle van Keulen setzt sich intensiv für zeitgenössische Musik ein. Werke vieler lebender Komponisten gehören zu ihrem Repertoire – etwa das ihr gewidmete Violinkonzert von Erkki-Sven Tüür, das sie mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra und Paavo Järvi auf einer mit großer Begeisterung aufgenommenen CD einspielte. Zahlreiche weitere Aufnahmen mit Werken von Haydn bis Schnittke dokumentieren das umfangreiche Repertoire der Geigerin und Bratschistin. Seit der Saison 09/10 hat Isabelle van Keulen beim Norwegian Chamber Orchestra die Funktion des Artistic Director inne und leitete dasOrchester u. a. bereits auf einer ausgedehnten Japan- und Asientournee. Als Solistin ist sie z. B. bei der Camerata
Salzburg, beim Scottish Chamber Orchestra, bei den Bremer Philharmonikern, dem Orchestre de Chambre deLausanne, beim Tonkünstler-Orchester sowie bei der New World Symphony unter Neville Marriner zu Gast.

Der in London geborene Dirigent Kevin Griffiths wird ab der Saison 11/12 künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Collegium Musicum Basel. Internationales Ansehen gewann er durch sein Engagement für Neue Musik: Er ist Gründer des London Steve Reich Ensembles, das international gastiert und dessen erste CD für CPO mit einem Diapason d‘Or ausgezeichnet wurde. Kevin Griffiths gewann 2010 den 2. Preis beim Internationalen Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti und ist seit 2010 Stipendiat des “Melgaard Young Conductors Scheme” beim Orchestra of the Age of Enlightenment London, ein weltweit führendes Orchester auf Historischen Instrumenten. Bisher stand er am Pult zahlreicher Orchester, darunter das Tonhalle-Orchester Zürich, das Luzerner Sinfonieorchester, das Sinfonieorchester Basel, das Zürcher Kammerorchester, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Brandenburgische Staatsorchester, das Orquesta Sinfonica de Navarra und das Istanbul State Symphony Orchester. Zukünftige Engagements führen Griffiths u. a. zur Nordwestdeutschen Philharmonie, zum Brandenburgischen Staatsorchester, zu den Belgrader Philharmonikern und zu den Bremer Philharmonikern.

…………………….

2. SINFONIEKONZERT

23. Oktober 2011, 11.00 Uhr GROSSES HAUS
24. Oktober 2011, 20.00 Uhr GROSSES HAUS

Johann Sebastian Bach Kantate “Ich habe genug” BWV 82
Michael Tippett Fantasia Concertante nach einem Thema von Corelli
Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 14

Barbara Dobrzanska Sopran
Armin Kolarczyk Bariton
Konstantin Gorny Bass
Justin Brown Dirigent

Leben und Tod als zusammengehörende Elemente unserer Existenz treffen sich in Johann Sebastian Bachs Kantate
“Ich habe genug”. Er verwendete für seine Komposition den Text eines unbekannten Autors, der sich auf die biblische
Geschichte Simeons stützt: Als der alte Simeon, kurz vor seinem Tod in dem neugeborenen Jesus den Messias erkennt,
kann er beruhigt und “mit Freuden” sterben. Wegen ihres großen Ausdrucksspektrums zwischen Todessehnsucht und
friedvoller Ruhe bis zu spiritueller Freude gehört diese Kantate auch heute noch zu den bekanntesten und beliebtesten
Werken des Thomaskantors.

Zu den zahlreichen italienischen Komponisten, die Bach inspirierten und deren Techniken oder gar Themen er für sein
eigenes Schaffen nutzte, gehörte Arcangelo Corelli. Anlässlich seines 300. Geburtstages im Jahr 1953 erhielt der
englische Komponist Michael Tippett vom Edinburgh Festival einen Kompositionsauftrag. In nur drei Wochen entstand
so seine Fantasia Concertante. Zwei Themen aus einem Concerto grosso Corellis verarbeitet Tippett in einem reinen
Streichorchestersatz, er nimmt aber dennoch die Grundstruktur des italienischen Concertos auf. Die barocken Themen
durchlaufen sieben Variationen, bevor Tippett sie in einer großen Fantasie zu einem mitreißenden Höhepunkt
kulminieren lässt.

War Johann Sebastian Bachs Auseinandersetzung mit Leben und Sterben noch voller Zuversicht auf eine friedvolle
und erfüllte Zeit nach dem Tod, so betrachtet Dmitri Schostakowitsch diesen in seiner bekenntnishaften vorletzten
Sinfonie Nr. 14 ganz nüchtern, hart und trostlos. Hier gibt es keine Verklärung, keinen hoffnungsvollen Ausblick auf
einen Frieden im Jenseits – und doch ist das Werk nicht pessimistisch, sondern vielmehr lebensbejahend: Wichtiger als
die Hoffnung auf irgendeine bessere Zukunft ist das Leben im Hier und Jetzt. Elf Gedichte europäischer Dichter liegen der elfsätzigen Sinfonie für Sopran, Bass und kleines Orchester zugrunde, die so einem Vokalzyklus gleicht und doch
ein gänzlich in sich geschlossenes Werk darstellt. Erste Ideen zur Komposition bewegten Schostakowitsch bereits
während seiner Orchestrierung von Mussorgskys Liedern und Tänzen des Todes: “Ob man nicht Mut fassen und
versuchen sollte, den Zyklus fortzusetzen” schrieb er – doch war es dann sieben Jahre später wohl erst die
Auseinandersetzung mit dem befürchteten eigenen Tod, die 1969 zur Komposition dieses emotional aufwühlenden
Werks führten.

…………………….

BLECHKUNST

BaSta Brass Quintett und Big Band

22. Oktober 2011, 20.00 Uhr GROSSES HAUS

Originalwerke für Blechbläserquintett
Amerikanischer Jazz und Swing im Brass Big Band-Sound

Basta Brass Blechbläserensemble der BADISCHEN STAATSKAPELLE
Peter Lehel Dirigent der Big Band

Die Kunst der Blechbläser hat in Deutschland eine große und lange Tradition. Heute geht der Weg zu immer virtuoseren
Werken und einer Vermischung der Stilrichtungen – beides zu erleben im Konzert Blechkunst von BaSta Brass im
Großen Haus des BADISCHEN STAATSTHEATERS. Die Blechbläser der Badischen Staatskapelle finden sich hier nach
dem großen Erfolg der letzten Saison erneut zusammen, um mit einer abwechslungsreichen Mischung aus klassischen
Originalwerken und Bearbeitungen für Brass Big Band zu begeistern.

Kann im ersten Konzertteil mit dem BaSta Brass Quintett noch über die außergewöhnliche Vielfalt und die Virtuosität
der Instrumente gestaunt werden, so steht im zweiten Teil der Klang des satten Brass Bigband-Sounds im Vordergrund.
Die BaSta Brass Big Band wird unter der Leitung des berühmten Karlsruher Jazzsaxophonisten Peter Lehel mit Jazz
und Swing eine Reise nach Amerika in die Welt der Unterhaltungsmusik unternehmen. Bekannte Stücke wie “Tico Tico
Brass Machine” entführen in ein berauschendes Stück Musikgeschichte voll beschwingter Big Band Musik.

…………………….

NACHTKLÄNGE 1

Da Capo – Die 25. NachtKlänge
Zweitaufführung ausgewählter Werke aus acht Jahren Neuer Musik bei den NachtKlängen

28. Oktober 2011, 21 Uhr, INSEL

ML und Moderation Ulrich Wagner
Mit Mitgliedern der Badischen Staatskapelle

Mauricio Kagel Osten (aus: Stücke der Windrose)
Hans Abrahamsen Winternacht
Witold Lutos?awski Chain 1
Sidney Corbett Chamber Symphony

Das Jubiläum der 25. NachtKlänge ist Anlass für eine kleine Retrospektive: Der Musikalische Leiter und Moderator
Ulrich Wagner hat vier Werke ausgewählt, die schon einmal innerhalb der vergangenen acht Jahre auf dem Programm
der beliebten Reihe mit Neuer Musik standen.

Der Osten aus Mauricio Kagels Salonorchesterstücken über die acht Himmelsrichtungen verarbeitet auf typisch
Kagelsche Weise augenzwinkernd Tanz- und Unterhaltungsmusik vom Balkan. Aus dem Norden stammt die
Winternacht des dänischen Komponisten Hans Abrahamsen, der in klar konturierter Tonsprache das Gedicht Georg
Trakls nachzeichnet. Nicht nur ein Klassiker der NachtKlänge, sondern ein Klassiker der Moderne ist Chain 1 des Polen
Witold Lutos?awski, in dem die Musiker der BADISCHEN STAATSKAPELLE ganz besonders ihre hohe Virtuosität unter
Beweis stellen werden. Das Konzert endet mit einem großen und breit angelegten Stück für Instrumentalensemble.
Eine ganz besondere Klangfarbe in der Chamber Symphony des Ligeti-Schülers Sidney Corbett, der seit einigen Jahren
als Professor für Komposition in Mannheim wirkt, bietet dabei das Akkordeon.

…………………….

1. KAMMERKONZERT

30. Oktober 2011, 11.00 Uhr KLEINES HAUS

Jean Françaix Quatuor für Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott
Felix Treiber Neues Werk für Flöte, Klarinette, Fagott und Klavier (Uraufführung)
Darius Milhaud Sonate für Flöte, Oboe, Klarinette und Klavier op. 47
Albéric Magnard Quintette für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Klavier op. 8

Georg Kapp Flöte
Nobuhisa Arai Oboe
Leonie Gerlach Klarinette
Ulrike Bertram Fagott
Miho Uchida Klavier

Die warmen Farben der Holzbläser Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott stehen im Zentrum des 1. Kammerkonzerts mit
Mitgliedern der BADISCHEN STAATSKAPELLE. Ergänzt um das Klavier erklingen hauptsächlich Stücke französischer
Komponisten aus dem vergangenen Jahrhundert und der Spätromantik. Als Besonderheit steht auch noch eine
Uraufführung auf dem Programm: Die Musiker werden ein Neues Werk des Stuttgarter Komponisten Felix Treiber aus
der Taufe heben.

Karlsruhe, Badisches Staatstheater Karlsruhe, KONZERTE September/Oktober 2011

karsruhe_neu.jpg

Badisches Staatstheater Karlsruhe

KONZERTE September/Oktober 2011

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1. SINFONIEKONZERT / 1. SONDERKONZERT

18. September 2011, 11.00 Uhr GROSSES HAUS
19. September 2011, 20.00 Uhr GROSSES HAUS
20. September 2011, 20.00 Uhr GROSSES HAUS

Hector Berlioz Harold en Italie op. 16
Richard Strauss Don Juan op. 20
Franz Liszt Von der Wiege bis zum Grabe S 107
Richard Strauss Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28

Isabelle van Keulen Viola
Kevin Griffiths Dirigent

Sie alle standen nicht nur in Verbindung mit Karlsruhe, sondern stehen auch in einer geraden Traditionslinie: Berlioz,
Liszt und Strauss waren die Meister der musikalischen Dichtung im brillanten Orchesterklang. Berlioz‘ Les Troyens sind
mit Harold en Italie auf eine Weise verbunden, die weit über das Musikalische hinausreicht: Vergils trojanischer Held
Äneas ist wie Lord Byrons Childe Harold ein Einzelgänger, beide rebellieren in ihrer Radikalität gegen die “normale”
Welt. Darin sind sie eins mit Berlioz, der zeitlebens mit seinen musikalischen Vorstellungen in Paris als einsamer
Neutöner galt. Was das zeitgenössische Publikum verstörte und uns heute noch zutiefst berührt, ist die bedingungslose
Subjektivität und Unbedingtheit der Musik, die alle Normen sprengt und ihrer Zeit weit voraus ist. Grenzen im Denken
gab es für Berlioz nicht, auch überkommene Gattungsbegriffe konnten keine Schranken darstellen. So ist sein Harold
gleichzeitig Sinfonie, Solistenkonzert und Sinfonische Dichtung mit literarischer Vorlage, geht aber als ganz eigene
musikalische Erzählung weit über eine reine “Vertonung” hinaus.

Nicht nur das Streben nach dem Neuen, Unerhörten verbindet Franz Liszt mit Hector Berlioz; der acht Jahre ältere
Franzose war ihm sowohl als Dirigent Inspiration wie auch als Komponist Vorbild und Leitstern. Die Gattung der
Sinfonischen Dichtung fand durch Liszt zu ersten Höhen, die Richard Wagner gar vom Entstehen einer “neuen
Kunstform der Instrumentalmusik” sprechen ließen. Nicht nur literarische Vorlagen wurden für Liszt zur Inspiration,
auch Gemälde – oder wie in seiner letzten Sinfonischen Dichtung Von der Wiege bis zum Grabe eine Zeichnung -
wurden zum Quell seiner schöpferischen Tätigkeit. Diese letzte seiner Auseinandersetzungen mit der Gattung zeichnet
die Abschnitte des Daseins von der Geburt über die Kämpfe des Lebens bis hin zum Tod nach – der wiederum “die
Wiege des neuen Lebens” bedeutet.

Mit dem Tod des Helden endet auch Don Juan, einem der absoluten Gipfelpunkte der musikalischen Gattung und für
seinen Schöpfer Richard Strauss so etwas wie ein Durchbruch – sowohl bezüglich des öffentlichen Erfolgs wie auch
für das eigene Selbstverständnis. Allerdings steht in dieser Sinfonischen Dichtung nicht der Tod an zentraler Stelle, das
Werk des 24-jährigen Strauss lebt vielmehr von praller Diesseitigkeit und kraftstrotzendem Lebensgenuss. Das der
Komposition zugrundeliegende Gedichtfragment Nikolaus Lenaus übersetzt Strauss in einen Orchestersatz, der in seinem ständigen, kraftvollen Fluss in brillanten Farben einen absoluten Gipfelpunkt des Genres darstellt. Die schon hier
breit gefächerte Ausdrucksfähigkeit des Orchesters wird in der kurze Zeit später entstandenen “Schelmenweise in
Rondeauform” Till Eulenspiegels lustige Streiche durch die größere Orchesterbesetzung dann nochmals erweitert.
Strauss bedient sich dieser Möglichkeiten höchst virtuos, um die Possen und Spöttereien des Anti-Helden Till im
wahrsten Sinne des Wortes lautmalerisch auf die Bühne zu bringen.

Isabelle van Keulen ist als Geigerin wie als Bratschistin von Weltklasse dank ihrer großen Ausstrahlung und
musikalischen Vielseitigkeit längst eine der gefragtesten Musikerinnen ihrer Generation. Sie ist im Lauf ihrer Karriere
mit zahlreichen namhaften Orchestern und Dirigenten aufgetreten. Neben vielen anderen Kammermusikpartnern
verbindet sie eine fast 20 jährige Zusammenarbeit mit dem Pianisten Ronald Brautigam. Isabelle van Keulen setzt sich
intensiv für zeitgenössische Musik ein. Werke vieler lebender Komponisten gehören zu ihrem Repertoire – etwa das ihr
gewidmete Violinkonzert von Erkki-Sven Tüür, das sie mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra und Paavo Järvi auf einer mit großer Begeisterung aufgenommenen CD einspielte. Zahlreiche weitere Aufnahmen mit Werken von
Haydn bis Schnittke dokumentieren das umfangreiche Repertoire der Geigerin und Bratschistin. Seit der Saison 09/10
hat Isabelle van Keulen beim Norwegian Chamber Orchestra die Funktion des Artistic Director inne und leitete das
Orchester u. a. bereits auf einer ausgedehnten Japan- und Asientournee. Als Solistin ist sie z. B. bei der Camerata
Salzburg, beim Scottish Chamber Orchestra, bei den Bremer Philharmonikern, dem Orchestre de Chambre de
Lausanne, beim Tonkünstler-Orchester sowie bei der New World Symphony unter Neville Marriner zu Gast.

Der in London geborene Dirigent Kevin Griffiths wird ab der Saison 11/12 künstlerischer Leiter und Chefdirigent des
Collegium Musicum Basel. Internationales Ansehen gewann er durch sein Engagement für Neue Musik: Er ist Gründer
des London Steve Reich Ensembles, das international gastiert und dessen erste CD für CPO mit einem Diapason d‘Or
ausgezeichnet wurde. Kevin Griffiths gewann 2010 den 2. Preis beim Internationalen Dirigentenwettbewerb Sir Georg
Solti und ist seit 2010 Stipendiat des “Melgaard Young Conductors Scheme” beim Orchestra of the Age of
Enlightenment London, ein weltweit führendes Orchester auf Historischen Instrumenten. Bisher stand er am Pult
zahlreicher Orchester, darunter das Tonhalle-Orchester Zürich, das Luzerner Sinfonieorchester, das Sinfonieorchester
Basel, das Zürcher Kammerorchester, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, das Brandenburgische
Staatsorchester, das Orquesta Sinfonica de Navarra und das Istanbul State Symphony Orchester. Zukünftige
Engagements führen Griffiths u. a. zur Nordwestdeutschen Philharmonie, zum Brandenburgischen Staatsorchester, zu
den Belgrader Philharmonikern und zu den Bremer Philharmonikern.

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2. SINFONIEKONZERT

23. Oktober 2011, 11.00 Uhr GROSSES HAUS
24. Oktober 2011, 20.00 Uhr GROSSES HAUS

Johann Sebastian Bach Kantate “Ich habe genug” BWV 82
Michael Tippett Fantasia Concertante nach einem Thema von Corelli
Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 14

Barbara Dobrzanska Sopran
Armin Kolarczyk Bariton
Konstantin Gorny Bass
Justin Brown Dirigent

Leben und Tod als zusammengehörende Elemente unserer Existenz treffen sich in Johann Sebastian Bachs Kantate
“Ich habe genug”. Er verwendete für seine Komposition den Text eines unbekannten Autors, der sich auf die biblische
Geschichte Simeons stützt: Als der alte Simeon, kurz vor seinem Tod in dem neugeborenen Jesus den Messias erkennt,
kann er beruhigt und “mit Freuden” sterben. Wegen ihres großen Ausdrucksspektrums zwischen Todessehnsucht und
friedvoller Ruhe bis zu spiritueller Freude gehört diese Kantate auch heute noch zu den bekanntesten und beliebtesten
Werken des Thomaskantors.

Zu den zahlreichen italienischen Komponisten, die Bach inspirierten und deren Techniken oder gar Themen er für sein
eigenes Schaffen nutzte, gehörte Arcangelo Corelli. Anlässlich seines 300. Geburtstages im Jahr 1953 erhielt der
englische Komponist Michael Tippett vom Edinburgh Festival einen Kompositionsauftrag. In nur drei Wochen entstand
so seine Fantasia Concertante. Zwei Themen aus einem Concerto grosso Corellis verarbeitet Tippett in einem reinen
Streichorchestersatz, er nimmt aber dennoch die Grundstruktur des italienischen Concertos auf. Die barocken Themen
durchlaufen sieben Variationen, bevor Tippett sie in einer großen Fantasie zu einem mitreißenden Höhepunkt
kulminieren lässt.

War Johann Sebastian Bachs Auseinandersetzung mit Leben und Sterben noch voller Zuversicht auf eine friedvolle
und erfüllte Zeit nach dem Tod, so betrachtet Dmitri Schostakowitsch diesen in seiner bekenntnishaften vorletzten
Sinfonie Nr. 14 ganz nüchtern, hart und trostlos. Hier gibt es keine Verklärung, keinen hoffnungsvollen Ausblick auf
einen Frieden im Jenseits – und doch ist das Werk nicht pessimistisch, sondern vielmehr lebensbejahend: Wichtiger als
die Hoffnung auf irgendeine bessere Zukunft ist das Leben im Hier und Jetzt. Elf Gedichte europäischer Dichter liegen der elfsätzigen Sinfonie für Sopran, Bass und kleines Orchester zugrunde, die so einem Vokalzyklus gleicht und doch
ein gänzlich in sich geschlossenes Werk darstellt. Erste Ideen zur Komposition bewegten Schostakowitsch bereits
während seiner Orchestrierung von Mussorgskys Liedern und Tänzen des Todes: “Ob man nicht Mut fassen und
versuchen sollte, den Zyklus fortzusetzen” schrieb er – doch war es dann sieben Jahre später wohl erst die
Auseinandersetzung mit dem befürchteten eigenen Tod, die 1969 zur Komposition dieses emotional aufwühlenden
Werks führten.

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BLECHKUNST
BaSta Brass Quintett und Big Band

22. Oktober 2011, 20.00 Uhr GROSSES HAUS

Originalwerke für Blechbläserquintett
Amerikanischer Jazz und Swing im Brass Big Band-Sound

Basta Brass Blechbläserensemble der BADISCHEN STAATSKAPELLE
Peter Lehel Dirigent der Big Band

Die Kunst der Blechbläser hat in Deutschland eine große und lange Tradition. Heute geht der Weg zu immer virtuoseren
Werken und einer Vermischung der Stilrichtungen – beides zu erleben im Konzert Blechkunst von BaSta Brass im
Großen Haus des BADISCHEN STAATSTHEATERS. Die Blechbläser der Badischen Staatskapelle finden sich hier nach
dem großen Erfolg der letzten Saison erneut zusammen, um mit einer abwechslungsreichen Mischung aus klassischen
Originalwerken und Bearbeitungen für Brass Big Band zu begeistern.

Kann im ersten Konzertteil mit dem BaSta Brass Quintett noch über die außergewöhnliche Vielfalt und die Virtuosität
der Instrumente gestaunt werden, so steht im zweiten Teil der Klang des satten Brass Bigband-Sounds im Vordergrund.
Die BaSta Brass Big Band wird unter der Leitung des berühmten Karlsruher Jazzsaxophonisten Peter Lehel mit Jazz
und Swing eine Reise nach Amerika in die Welt der Unterhaltungsmusik unternehmen. Bekannte Stücke wie “Tico Tico
Brass Machine” entführen in ein berauschendes Stück Musikgeschichte voll beschwingter Big Band Musik.

…………………….

NACHTKLÄNGE 1
Da Capo – Die 25. NachtKlänge
Zweitaufführung ausgewählter Werke aus acht Jahren Neuer Musik bei den NachtKlängen

28. Oktober 2011, 21 Uhr, INSEL

ML und Moderation Ulrich Wagner
Mit Mitgliedern der Badischen Staatskapelle

Mauricio Kagel Osten (aus: Stücke der Windrose)
Hans Abrahamsen Winternacht
Witold Lutos?awski Chain 1
Sidney Corbett Chamber Symphony

Das Jubiläum der 25. NachtKlänge ist Anlass für eine kleine Retrospektive: Der Musikalische Leiter und Moderator
Ulrich Wagner hat vier Werke ausgewählt, die schon einmal innerhalb der vergangenen acht Jahre auf dem Programm
der beliebten Reihe mit Neuer Musik standen.

Der Osten aus Mauricio Kagels Salonorchesterstücken über die acht Himmelsrichtungen verarbeitet auf typisch
Kagelsche Weise augenzwinkernd Tanz- und Unterhaltungsmusik vom Balkan. Aus dem Norden stammt die
Winternacht des dänischen Komponisten Hans Abrahamsen, der in klar konturierter Tonsprache das Gedicht Georg
Trakls nachzeichnet. Nicht nur ein Klassiker der NachtKlänge, sondern ein Klassiker der Moderne ist Chain 1 des Polen
Witold Lutos?awski, in dem die Musiker der BADISCHEN STAATSKAPELLE ganz besonders ihre hohe Virtuosität unter
Beweis stellen werden. Das Konzert endet mit einem großen und breit angelegten Stück für Instrumentalensemble.
Eine ganz besondere Klangfarbe in der Chamber Symphony des Ligeti-Schülers Sidney Corbett, der seit einigen Jahren
als Professor für Komposition in Mannheim wirkt, bietet dabei das Akkordeon.

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1. KAMMERKONZERT

30. Oktober 2011, 11.00 Uhr KLEINES HAUS

Jean Françaix Quatuor für Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott
Felix Treiber Neues Werk für Flöte, Klarinette, Fagott und Klavier (Uraufführung)
Darius Milhaud Sonate für Flöte, Oboe, Klarinette und Klavier op. 47
Albéric Magnard Quintette für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Klavier op. 8

Georg Kapp Flöte
Nobuhisa Arai Oboe
Leonie Gerlach Klarinette
Ulrike Bertram Fagott
Miho Uchida Klavier

Die warmen Farben der Holzbläser Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott stehen im Zentrum des 1. Kammerkonzerts mit
Mitgliedern der BADISCHEN STAATSKAPELLE. Ergänzt um das Klavier erklingen hauptsächlich Stücke französischer
Komponisten aus dem vergangenen Jahrhundert und der Spätromantik. Als Besonderheit steht auch noch eine
Uraufführung auf dem Programm: Die Musiker werden ein Neues Werk des Stuttgarter Komponisten Felix Treiber aus
der Taufe heben.