Heilbronn, Württembergisches Kammerorchester, Case Scaglione neuer Chefdirigent des WKO, ab 2018

Württembergisches Kammerorchester

Württembergisches Kammerorchester / WIKO Heilbronn © Fotostudio M42

Württembergisches Kammerorchester / WKO Heilbronn © Fotostudio M42

Case Scaglione neuer WKO Chefdirigent

Württembergisches Kammerorchesters Heilbronn

Am gestrigen Donnerstag hat der Stiftungsrat der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn Case Scaglione einstimmig zum neuen Chefdirigenten des Klangkörpers mit Beginn der Saison 2018/2019 berufen.

Madeleine Landlinger, Intendantin Württembergisches Kammerorchester Heilbronn: „Mit Case Scaglione haben wir einen zukünftigen Chefdirigenten für das WKO gewonnen, der nicht nur begnadet talentiert und fokussiert ist, sondern der absolut für seine Arbeit brennt. Das steckt an – die Chemie zwischen dem Orchester und ihm hat von Anfang an gestimmt. Wir haben während unseres Suchprozesses auf diesen berühmten „Klick“ gehofft. Ich bin gespannt auf unseren gemeinsamen Weg und den Ausbau der Stärken des WKO unter seinem Dirigat.

Württembergisches Kammerorchester / Case Scaglione und Intendantin Madeleine Landlinger © Ralf Seidel

Württembergisches Kammerorchester / Case Scaglione und Intendantin Madeleine Landlinger © Ralf Seidel

Der Vertrag ist auf vier Jahre angelegt und läuft bis 2022. Der 34-jährige Amerikaner tritt die Nachfolge von Ruben Gazarian an, der das Württembergische Kammerorchester Heilbronn seit 2002 leitet. Case Scaglione ist damit der dritte Chefdirigent in der Geschichte des Orchesters, das 1960 von Prof. Jörg Faerber gegründet wurde.

Case Scaglione: „Ich könnte mich nicht glücklicher schätzen. Für mich war das erste Treffen mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn magisch – mit seinem unverwechselbaren Klang, seiner musikalischen Flexibilität und der unglaublichen Spielfreude hat mich das WKO förmlich verzaubert. Ich kann es kaum erwarten, bis ich mit den Musikern und Intendantin Madeleine Landlinger starten kann, um gemeinsam den Erfolgsweg dieses exzellenten Orchesters weiterzuführen.“

Der 1982 geborene Amerikaner hat bisher zweimal mit dem WKO zusammengearbeitet: Im Abschlusskonzert der Heilbronner Abonnementreihe 2015/2016, mit dem Case Scaglione gleichzeitig sein Deutschlanddebüt feierte und beim umjubelten Gastspiel des WKO in der Liederhalle Stuttgart vor wenigen Wochen im Mai 2017.

Konstanze Felber-Faur, Vorsitzende des Orchestervorstands Württembergisches Kammerorchester Heilbronn: „Seine klare Klangvorstellung, die musikalische Genauigkeit und die durchdachte und energiereiche Arbeitsweise haben uns Musiker alle von Beginn an überzeugt. Jetzt blicken wir voller Spannung und Vorfreude auf unsere erste gemeinsame Saison 2018/2019.“

Die Suche nach einem neuen Chefdirigenten lag federführend in der Hand von Intendantin Madeleine Landlinger. Ihr zur Seite stand eine Findungskommission unter Vorsitz des Stiftungsratsvorsitzenden der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn Ralf Peter Beitner. Ihr gehörten außerdem Aleksandar Maletic (Vorsitzender des Orchestervorstands), Ministerialrat Christoph Heinkele (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg), die Heilbronner Bürgermeisterin Agnes Christner (Stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn), und Andrea Meyer-Borghardt (Dirigentenforum des Deutschen Musikrats) als externe Beraterin an.

Ralf Peter Beitner, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn und der Findungskommission: „Die Entscheidung für Case Scaglione ist das Ergebnis einer mehrmonatigen, sehr gründlichen Suche. Unsere Musikerinnen und Musiker haben eine ganz Reihe von Kandidaten professionell bewertet und damit die Auswahl geprägt. Ich erwarte nun ein sehr fruchtbares Miteinander. Mit Case Scaglione beginnt eine neue Ära für das Württembergische Kammerorchester Heilbronn.“

Der amerikanische Dirigent Case Scaglione, geboren 1982 in Houston/USA, studierte bei David Zinman an der American Academy of Conducting in Aspen/USA, wo er den James Conlon Prize gewann. 2010 wurde er mit dem Aspen Conducting Prize ausgezeichnet und 2011 erhielt er den Dirigentenpreis der Solti Foundation US. Er war 2011 einer der drei Dirigier-Stipendiaten in Tanglewood, ausgewählt von James Levine und Stefan Asbury. Im selben Jahr wurde er zum Associate Conductor beim New York Philharmonic berufen – eine Stelle, die Alan Gilbert speziell für ihn wieder eingeführt hatte. Seit 2015 hat er seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt nach Europa verlagert und lebt mit seiner Frau in Berlin. Er wird zu Gastdirigaten weltweit eingeladen, u.a. zum Orchestre National d’Île de France, Orchestre de Chambre de Lausanne, Kristiansand Symfoniorkester, Brno Philharmonic, Orchestre Philharmonique du Luxembourg, China Philharmonic Orchestra, Shanghai und Guangzhou Symphony Orchestras und mehr.

Agnes Christner, Bürgermeisterin der Stadt Heilbronn und Stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende der der Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn: „Ein neuer Chefdirigent für das WKO, ein neuer künstlerischer Botschafter der Stadt Heilbronn! Seine Internationalität passt zu Stadt und Region, die Weltoffenheit lebt und Unternehmen von Weltrang beheimatet. Wir freuen uns auf den Neu-Heilbronner Case Scaglione und sind gespannt auf die musikalischen Impulse, die er in unserer Stadt aber auch auf zahlreichen Gastspielen mit unserem musikalischen Aushängeschild WKO setzen wird.“

Zwei der weltweit renommiertesten Dirigenten, die wichtige künstlerische Wegbegleiter, Mentoren und Partner in Case Scagliones Karriere sind, gratulieren ihm zur Chefposition beim Württembergischen Kammerorchester Heilbronn:

Alan Gilbert, Chefdirigent des New York Philharmonic und designierter Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters, gratuliert Case Scaglione: „Case Scaglione ist einer der talentiertesten Dirigenten der jüngeren Generation, und mein Vertrauen in ihn ist mit den Jahren nur gewachsen. Er besitzt eine tiefe, kultivierte musikalische Sensibilität, die perfekt zu diesem wunderbaren Orchester passt, und ich kann es kaum erwarten, zu hören, was diese Partnerschaft in den kommenden Jahren hervorbringen wird.“

Jaap van Zweden, Chefdirigent des Dallas Symphony Orchestra und des Hong Kong Philharmonic sowie designierter Chefdirigent des New York Philharmonic: „Es freut mich außerordentlich, dass Case die Gelegenheit erhält, Chefdirigent dieses wunderbaren und angesehenen Kammerorchesters zu werden! Meiner Meinung nach ist Case die richtige Wahl. Er bringt neue Energie mit und ist ein talentierter Dirigent. Die Tradition dieses Kammerorchesters und Cases außergewöhnliche Fähigkeiten werden meiner Ansicht nach eine großartige Zusammenarbeit ergeben.“


Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn (WKO) setzt mit stilsicherer künstlerischer Vielfalt und dem gelebten Ideal kammermusikalischen Musizierens Maßstäbe. Seine emotionale und sinnliche Klangkultur besticht im Ausreizen einer reichen Farbpalette von ätherischer Transparenz bis hin zum leidenschaftlich romantischen Klang. Als musikalischer Partner überzeugt das Orchester mit starker Wandlungsfähigkeit und der Kunst des musikalischen Dialogs auf Augenhöhe. Damit hat sich das WKO als eines der gefragtesten Kammerorchester etabliert. Seit 2002 prägt Ruben Gazarian als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter diesen Stil. Mit Beginn der Saison 2018/2019 wird Case Scaglione neuer Chefdirigent des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn.

Als überzeugter Touring-Klangkörper ist das Orchester auf zahlreichen nationalen wie internationalen Konzertpodien unterwegs. Höhepunkte der letzten Jahre waren u.a. die Royal Albert Hall in London, das Concertgebouw Amsterdam, die Victoria Hall in Genf, das Tschaikowsky Konservatorium Moskau, das Théâtre des Champs-Elysées in Paris, der Musikverein Wien, die Philharmonie Berlin, die Hamburger Laeiszhalle und die Philharmonie Köln sowie Auslandstourneen durch Korea, Kambodscha, China oder Spanien. In der Saison 2017/2018 geht das WKO auf eine 11-konzertige Tournee durch China.

Das Orchester setzt auch zu Hause auf musikalische Vielfalt mit höchstem Qualitätsanspruch. Dafür stehen seine Abonnementkonzerten in Heilbronn und Ulm, die innovative Konzertreihe redblue meets klassik in Kooperation mit INTERSPORT, die KSK-Kammermusikreihe unter der Pyramide, regelmäßige Musiktheater-Kooperationen mit dem Theater Heilbronn und das Musikvermittlungsprogramm KOPFHÖRER für Babys, Schulkinder und Jugendliche.

Seit seiner Gründung 1960 durch Prof. Jörg Faerber arbeitet das WKO mit den renommiertesten Künstlern zusammen und fördert stets auch junge Nachwuchstalente – im Konzert und für CD-Aufnahmen: Kolja Blacher (CD), Rudolf Buchbinder, Mojca Erdmann, Juan Diego Floréz, James Galway (CD), Augustin Hadelich, Sharon Kam (CD), Felix Klieser (CD), Katia & Marielle Labèque, Sabine Meyer (CD), Nils Mönkemeyer, Sergei Nakariakov (CD), Andreas Ottensamer, Alina Pogostkina, Linus Roth (CD), Christine Schäfer, Olga Scheps, Herbert Schuch, Daniel Müller-Schott, Carolin Widmann und Frank Peter Zimmermann (CD) musizieren u.a. mit dem WKO.

Davon zeugt auch die reiche und stets wachsende Diskografie des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn: 2017 veröffentlicht das Orchester mit Kolja Blacher und Leonard Bernsteins „Serenade“ sowie Joseph Haydns Violinkonzert C-Dur einen SACD-Beitrag zum Bernstein-Jahr (Coviello Classics). Unter der Leitung von Ruben Gazarian ist mit der Saxophonistin Asya Fateyeva das Album „Bachiana“ mit Werkadaptionen von Johann Sebastian Bach und Heitor Villa-Lobos erschienen (Berlin Classics). Die Aufnahme von Mieczys?aw Weinbergs Flötenkonzert Nr. 2 sowie Werken von Jind?ich Feld und Mikis Theodorakis mit Solistin Kathrin Christians (Hänssler Classic) setzt das Bestreben des WKO fort, selten gehörte Werke auf CD zugänglich zu machen. 2015 hat das WKO bereits einen Teil zum Gesamtaufnahmeprojekt der Violinwerke Weinbergs von Geiger Linus Roth beigesteuert. Weitere CD-Partner der letzten Jahre sind Hornist Felix Klieser mit der Aufnahme „Horn Concertos“ und Sharon Kam mit „OPERA!“, auf der Bearbeitungen aus dem Opernrepertoire für Klarinette und Kammerorchester zu hören sind. Als CD-Angebot für die ganze Familie hat das WKO zwei Andersen-Märchen, vertont von Andreas N. Tarkmann und erzählt von Juri Tetzlaff, eingespielt (Coviello Classics).

Die Aufnahme mit Werken von Johann Christian und Johann Wilhelm Hertel (Coviello Classics) wurde mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet. Zu den Aufnahmen mit Chefdirigent Ruben Gazarian gehören außerdem u.a. „simply strings“ mit Musik von Britten, Bartók, Janácek und Sibelius sowie die Gesamteinspielung der Sinfonien Beethovens. Des Weiteren erschienen eine CD mit Wagners „Siegfried-Idyll“ und Bruckners Streichquintett und eine CD mit Werken armenischer Komponisten unter dem Titel „Armenian Classic“ (Bayer Records).

Träger des Orchesters ist seit 2012 die Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn, ermöglicht von 21 Gründungsstiftern. Sie sichert die Zukunftsfähigkeit des Klangkörpers durch nachhaltige Weiterentwicklung des Orchesterangebots in der Region, auf dem nationalen und internationalen Markt.

Änderungen bzw. Kürzungen bedürfen der Abstimmung mit dem Orchesterbüro des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn. PMWKO

 

 

Heilbronn, Theater Heilbronn, Tanzprojekt zeitspannenD Premiere 13.5.2010

Mai 12, 2010  
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Presseinformation

Theater Heilbronn

Tanzprojekt zeitspannenD

Premiere am 13. Mai 2010 / 15 Uhr Komödienhaus
Weitere Vorstellungen:
13. Mai 19.30 Uhr /Komödienhaus
16. Mai 15.00 Uhr /Komödienhaus
Senioren rocken die Bühne
Tanzprojekt „ZeitspannenD“ mit Damen und Herren zwischen 62 und 81, Jugendlichen und Profitänzern

Im Januar folgten die 30 Damen und Herren zwischen 62 und 81 Jahren einem Aufruf des Theaters Heilbronn – Senioren für Tanzprojekt gesucht. Nicht ahnend, was auf sie zukommen wird und was dieses Theaterprojekt mit ihnen machen würde. Jetzt fiebern sie der Premiere am 13. Mai entgegen. Die Tage bis dahin sind ausgefüllt mit noch intensiveren Proben als bisher und Yoga für die innere Balance und die körperliche Beweglichkeit. Verwundert reiben sich die Verwandten und Bekannten dieser Damen und Herren die Augen. „Wir haben uns verändert“, sagen sie selbstbewusst und einhellig. „Und ich erst meine Lieben“, sagt Nadja Raszewski, die Choreografin von „ZeitspannenD“.
Auch sie hat sich mit dieser Arbeit auf ein Abenteuer unbekannten Ausgangs eingelassen. Klar war, dass sie einen Abend zum Thema „Familienwelten -Generationen“ erarbeiten würde. Thematische Grundlage sollten die Lebensgeschichten der Seniorinnen und Senioren sein, von denen sie zunächst nur 5 suchte. Außerdem sollten 5 Jugendliche als Vertreter der Jugend und 5 Profitänzer als Vertreter der mittleren Generation dabei sein. Dann kamen zum Seniorencasting über 70 Damen und Herren mit bewegenden Geschichten und einer Offenheit und Neugier, die das Castingteam überwältigten. Deshalb änderte Nadja Raszewski kurzerhand das Konzept und plante fortan für eine große Besetzung.

Dreh- und Angelpunkt der getanzten Geschichten auf der Bühne sind die drei Nornen, nach der germanischen Mythologie die Schicksalsfrauen, welche die Geschicke der Menschen und der Götter leiten, die Schicksalsfäden spinnen und für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen. In Gesprächen über das Leben, über Sehnsüchte, unerfüllte Wünsche und in Improvisationen entwickelte Nadja Raszewski zunächst mit den älteren Damen und Herren Tanzsequenzen, die von den unterschiedlichen Erfahrungen ihres langen Lebens erzählen.
HINTERGRUND

Das Projekt ZeitspannenD ist ein ganz besonderes Ereignis innerhalb des zweiten Festivals Tanz! Heilbronn vom 12.-16. Mai am Theater Heilbronn.
Der Themenschwerpunkt des diesjährigen Festivals Tanz!Heilbronn sind die verschiedenen Perspektiven auf unterschiedliche Lebensalter. Normalerweise gilt der Bühnentanz als eine Domäne der Jugend. Dies wandelt sich allmählich im zeitgenössischen Tanz. Dann wird – bei Profis wie Amateuren – sichtbar, dass Erfahrung, Präsenz und Persönlichkeit der älteren Tänzer genauso beeindrucken können wie Kraft und athletisches Können der jüngeren.
Seit März 2010 proben die Heilbronner Seniorinnen und Senioren für dieses Tanzstück. Kaum eine/r von ihnen hat jemals zuvor auf einer Bühne gestanden. In Improvisationen entwickeln sie ihr eigenes Bewegungsmaterial. Nadja Raszewski verbindet es mit von ihr vorgegebenen Schrittfolgen und erweitert es um Duette mit vier Profitänzerinnen und -tänzern. Es geht um das Lebensgefühl der älteren Menschen, was bedeuten für sie Begriffe wie »Zeit«, »Zukunft« und »Schönheit«, was bewegt sie und wie bewegen sie sich und andere.
Im April stieß eine Gruppe Jugendlicher zum Probenprozess hinzu. Sie entwickeln ihre eigenen Szenen, beziehen sich auf die Senioren, sie nehmen wahr, kommentieren, greifen ein. Wo treffen sich die beiden Lebenswelten, was haben sie einander zu erzählen?
Nadja Raszewski
ist ausgebildete Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin.
Als Choreografin und Regisseurin arbeitete sie an verschiedenen deutschen Theatern, u.a. Komische Oper Berlin, Staatsoper München, Saarländisches Staatstheater, Neuköllner Oper Berlin.
Seit 2003 leitet sie die TanzTangente Berlin, ein Studio für zeitgenössischen Tanz und Bewegungsforschung. Als Dozentin unterrichtet sie am Fachbereich Theaterpädagogik der Universität der Künste Berlin und ist in dieser Funktion internationale Referentin (Türkei, Finnland, Israel, Niederlande, USA).
Für das Festival Tanz! Heilbronn entwickelte sie 2009 mit 40 Jugendlichen das Tanztheaterstück »Man müsste eigentlich schweben«, das nach erfolgreichen Aufführungen im Rahmen des Festivals auch bei den Baden-Württembergischen Theatertagen in Freiburg gezeigt und in die Endauswahl des Wettbewerbs KINDER ZUM OLYMP! (eine Bildungsinitiative der Kulturstiftung der Länder) aufgenommen wurde.
Seit Jahren besteht ihr Anliegen darin, in ihrem Unterricht und ihren Projekten die künstlerische Arbeit mit einem pädagogischen Ansatz zu verknüpfen. Ihr Ziel ist stets die Förderung von Kreativität und Eigeninitiative durch das Medium Tanz.

Heilbronn, Theater Heilbronn, Tanz! Heilbronn 12-16.5.2010

Mai 3, 2010  
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Presseinformation

Theater Heilbronn

Tanz! Heilbronn

Vom 12.-16. Mai 2010 läuft am Theater Heilbronn die zweite Auflage des Festivals „Tanz! Heilbronn“, das u.a. Highlights wie Wayne Mc Gregors „Entity“ und Sasha Waltz „Twenty to eight“ und ein außergewöhnliches Tanzprojekt mit Senioren und Jugendlichen im Programm hat. Der Vorverkauf läuft auf Hochtouren.

Wayne Mc Gregor, der den Eröffnungsabend des Festivals am 12. Mai um 19.30 Uhr im Großen Haus bestreitet, gilt das Superbrain der britischen Tanzszene und als technologiebegeisterter Erneuerer des Balletts. 2009 wurde er von den Kritikern der Fachzeitschrift „ballettanz“ zum Choreografen des Jahres gewählt. „Entity“ ist ein hochästhetisches und temporeiches Tanzkunstwerk, das vor dem Hintergrund eines mehrjährigen Forschungsprojektes mit Neurobiologen über die Verbindung von Körper und Geist entstanden ist.

Thematischer Schwerpunkt des Festivals sind die verschiedenen Perspektiven auf unterschiedliche Lebensalter: Normalerweise gilt der Bühnentanz nach wie vor als eine Domäne der Jugend. Dies wandelt sich allmählich im zeitgenössischen Tanz. Deshalb erwartet die Tanzfreunde am zweiten Festivaltag, dem 13. Mai, um 15 Uhr und um 19.30 Uhr im Komödienhaus ein ganz besonderes Ereignis: der Tanztheaterabend „ZeitspannenD“, den die Tanzpädagogin und Choreografin Nadja Raszewski zusammen mit ca 30 Seniorinnen und Senioren zwischen 62 und 81 Jahren, mit 8 Jugendlichen und 4 Profitänzerinnen und -tänzern erarbeitet. Inhaltlicher Ausgangspunkt sind die Lebensgeschichten der älteren Menschen.
Seit März 2010 proben die Heilbronner Seniorinnen und Senioren für dieses Tanzstück. Kaum eine/r von ihnen hat jemals zuvor auf einer Bühne gestanden. In Improvisationen entwickeln sie ihr eigenes Bewegungsmaterial. Nadja Raszewski verbindet es mit von ihr vorgegebenen Schrittfolgen und erweitert es um Duette mit vier Profitänzerinnen und -tänzern. Es geht um das Lebensgefühl der älteren Menschen, was bedeuten für sie Begriffe wie »Zeit«, »Zukunft« und »Schönheit«. Im April stießen die Jugendlichen dazu. Sie entwickeln ihre eigenen Szenen, beziehen sich auf die Senioren, kommentieren, greifen ein. Wo treffen sich die beiden Lebenswelten, was haben sie einander zu erzählen? Am 16. Mai um 15 Uhr ist diese Arbeit noch einmal zu sehen.

Dass Erfahrung, Präsenz und Persönlichkeit der älteren Tänzer genauso beeindrucken können wie Kraft und athletisches Können der jüngeren, bestätigt das Beispiel der Berlinerin Riki von Falken mit ihrer Choreografie „The Geometry of Separation“ am 14. Mai um 19.30 Uhr im Komödienhaus. Zusammen mit der Filmemacherin Mareike Engelhardt zeigt sie in einem Dialog zwischen Video- und Tanzkunst die Begegnung einer reifen Tänzerin mit ihrem jüngeren Alter ego.
Die laut Kritikerumfrage von „ballettanz“ 2008 „bemerkenswerte Nachwuchschoreografin“ Doris Uhlich aus Wien hat die ehemalige 1. Solotänzerin der Wiener Staatsoper Susanne Kirnbauer nach 22 Jahren Abstinenz vom Tanz wieder auf die Bühne geholt und gemeinsam mit ihr und dem Solotänzer Harald Baluch die Hierarchien, Illusionswelten und Körperbilder des klassischen Balletts hinterfragt. „Spitze“ heißt dieser kluge Abend, der am 14. Mai um 21.30 Uhr in den Kammerspielen zu sehen ist.

Einen weiteren Höhepunkt des Festivals bilden die Aufführungen von Deutschlands bekanntester Choreografin Sasha Waltz mit ihrer Compagnie am 15. und 16. Mai jeweils um 19.30 Uhr im Großen Haus. Sie kommt mit „Twenty to eight“, jenem Stück, mit dem 1993 ihre einzigartige Karriere begann. 2007 hat eine neue Generation von Tänzern dieses Stück mit großem Erfolg übernommen und tourt damit durch Europa. „Twenty to eight“ führt in die Küche einer Wohngemeinschaft, in der auf sehr humorvolle und sinnliche Art und Weise die Eigenheiten und Neurosen ihrer Bewohner vorgeführt werden.

Am 15. Mai um 21.30 Uhr ist in den Kammerspielen der international umtriebige, renommierte Choreograf Martin Nachbar mit dem Soloabend „Urheben Aufheben“ zu Gast. Darin setzt sich der Choreograf mit dem Tanzzyklus Affecto Humanos auseinander, der zwischen 1933 und 1967 von der deutschen Ausdruckstänzerin Dore Hoyer kreiert wurde. Sie schuf fünf kurze Tänze zu den menschlichen Affekten Eitelkeit, Begierde, Hass, Angst und Liebe. Auf welche Herausforderungen die heutige Tänzergeneration stößt, wenn sie sich mit den Arbeiten ihrer „Vorfahren“ beschäftigt, zeigt Nachbar nachvollziehbar und humorvoll in seinem Stück. Der ursprünglich an dieser Stelle geplante Choreografie „Repeater“ , die Martin Nachbar zusammen mit seinem Vater erarbeitet hat, kann aufgrund einer Erkrankung nicht gezeigt werden. Die für „Repeater“ erworbenen Karten gelten auch für „Urheben Aufheben“ oder können an der Theaterkasse zurückgegeben werden.
Zwei Tanz-Dokumentarfilme zeugen davon, wie Lebenserfahrung, Persönlichkeit und Reife das biologische Alter der Tanzenden vergessen lassen: „Tanz mit der Zeit“, ein Film von Trevor Peters am 13. Mai um 16.30 Uhr in den Kammerspielen und „Damen und Herren ab 65“, ein Film von Lilo Mangelsdorff am 15.Mai um 16.30 Uhr im Universum Arthaus-Kino.
Bei der zweiten Auflage von Tanz! Heilbronn können Künstler und Publikum einander noch näher kommen. Die Möglichkeit besteht zum Beispiel bei den zwei Workshops, die von Wayne McGregors Compagnie „Random Dance“ (noch fünf freie Plätze) und von Riki von Falken (ausgebucht) angeboten werden. Außerdem wird im Anschluss an einige Vorstellungen zu Publikumsgesprächen eingeladen.
Das Festival ist so konzipiert, dass es keine zeitlichen Überschneidungen gibt und man sämtliche Veranstaltungen anschauen kann. Die Festivalcard, die zum Eintritt in alle Vorstellungen berechtigt, gibt es schon für 91 Euro (51 Euro ermäßigt). Natürlich kann man auch jede Vorstellung einzeln buchen.

Reservierungen unter 07131/563001 oder 563050/ Ausführliche Informationen unter www.theater-heilbronn.de

Heilbronn, Theater Heilbronn, das Festival Tanz! Heilbronn

Februar 22, 2010  
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Presseinformation

Theater Heilbronn

das Festival Tanz! Heilbronn

Vom 12.-16. Mai 2010 geht das Festival „Tanz! Heilbronn“ in die zweite Runde. Nach dem großen Erfolg des ersten Festivals im Mai 2009, dessen Veranstaltungen zu 90 Prozent ausgelastet waren, hat Kuratorin Karin Kirchhoff wieder ein Programm zusammengestellt, dessen Spektrum sich von internationalen Highlights bis zum jungen Nachwuchstalent erstreckt. Das ausführliche Programm mit Details zu den einzelnen Punkten finden Sie aus unserer Homepage www.theater-hn.de/Spielplan/Tanz!Heilbronn
Hier ein Überblick über das Festival:

Wayne McGregor und Sasha Waltz

Eröffnet wird das Festival mit der weltweit gefeierten Produktion „Entity“ des Briten Wayne McGregor. McGregor, der als das Superbrain der britischen Tanzszene und als technologiebegeisterter Erneuerer des Balletts gilt, wurde 2009 von den Kritikern der Fachzeitschrift „ballettanz“ zum Choreografen des Jahres gewählt. „Entity“ ist ein hochästhetisches und temporeiches Tanzkunstwerk, das vor dem Hintergrund eines mehrjährigen Forschungsprojektes mit Neurobiologen über die Verbindung von Körper und Geist entstanden ist. Eine Tänzerin seiner Compagnie „Random Dance“ vermittelt in einen dreitägigen Workshop denjenigen unter den Zuschauern, die den kreativen Prozess am eigenen Leib erfahren wollen, wie die Compagnie ihre Stücke entwickelt.

Einen weiteren Höhepunkt des Festivals bilden die Aufführungen von Deutschlands bekanntester Choreografin Sasha Waltz mit ihrer Compagnie. Sie kommt mit „Twenty to eight“, jenem Stück, mit dem 1993 ihre einzigartige Karriere begann. 2007 hat eine neue Generation von Tänzern dieses Stück mit großem Erfolg übernommen und tourt damit durch Europa. „Twenty to eight“ führt in die Küche einer Wohngemeinschaft, in der auf sehr humorvolle und sinnliche Art und Weise die Eigenheiten und Neurosen ihrer Bewohner vorgeführt werden.

Thematischer Schwerpunkt des Festivals sind die verschiedenen Perspektiven auf unterschiedliche Lebensalter:

Normalerweise gilt der Bühnentanz nach wie vor als eine Domäne der Jugend, Tänzerkarrieren enden meist sehr früh. Dies wandelt sich allmählich im zeitgenössischen Tanz. Dann wird – bei Profis wie Amateuren – sichtbar, dass Erfahrung, Präsenz und Persönlichkeit der älteren Tänzer genauso beeindrucken können wie Kraft und athletisches Können der jüngeren.
Ein wunderbares Beispiel ist die Berlinerin Riki von Falken, mit ihrer Choreografie „The Geometry of Separation“ , die zusammen mit der Filmemacherin Mareike Engelhardt in einem Dialog zwischen Video- und Tanzkunst von der Begegnung einer reifen Tänzerin mit ihrem jüngeren Alter ego erzählt.
Auch Riki von Falken bietet einen dreitägigen Workshop für tanzinteressierte Zuschauer an.

Der renommierte Berliner Choreograf Martin Nachbar hat mit „Repeater“ gar ein Tanzstück zusammen mit seinem pensionierten Vater erarbeitet, ein sensibles Duett über Konflikte und Zuneigung, Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Vater und Sohn.
Die laut Kritikerumfrage von „ballettanz“ 2008 „bemerkenswerte Nachwuchschoreografin“ Doris Uhlich aus Wien hat die ehemalige 1. Solotänzerin der Wiener Staatsoper Susanne Kirnbauer nach 22 Jahren Abstinenz vom Tanz wieder auf die Bühne geholt und gemeinsam mit ihr und dem Solotänzer Harald Baluch die Hierarchien, Illusionswelten und Körperbilder des klassischen Balletts hinterfragt. „Spitze“ heißt dieser klug dekonstruierende Abend.

Zwei Tanz-Dokumentarfilme zeugen davon, wie Lebenserfahrung, Persönlichkeit und Reife das biologische Alter der Tanzenden vergessen lassen: „Tanz mit der Zeit“, ein Film von Trevor Peters und „Damen und Herren ab 65“, ein Film von Lilo Mangelsdorff.

Wieder Tanzprojekt von Nadja Raszewski mit Laien
– diesmal mit SeniorInnen, ProfitänzerInnen und Jugendlichen

Nach dem berührenden Tanztheaterabend „Man müsste eigentlich schweben“, den die Tänzerin und Choreografin Nadja Raszewski 2009 mit 40 Heilbronner Jugendlichen erarbeitet hat, widmet sie sich in ihrem neuen Projekt mit dem Arbeitstitel „zeitspannenD“ nun zwei verschiedenen Generationen. Diesmal werden Senioren und Jugendliche aus Heilbronn mit Profitänzern ein Stück entwickeln. Ausgangspunkt sind die (Lebens)Geschichten der älteren Menschen und die unterschiedlichen Bedeutungen, die Begriffe wie Zeit, Zukunft und Schönheit für ältere und jüngere Menschen haben.
Engerer Kontakt zwischen Künstlern und Publikum

Bei der zweiten Auflage von Tanz! Heilbronn können Künstler und Publikum einander noch näher kommen. Die Möglichkeit besteht zum Beispiel bei den zwei Workshops, die von Wayne McGregors Compagnie „Random Dance“ und von Riki von Falken angeboten werden. Außerdem wird im Anschluss an einige Vorstellungen zu Publikumsgesprächen eingeladen.
Der Kartenvorverkauf hat begonnen

Der Kartenvorverkauf hat begonnen. Das Festival ist so konzipiert, dass es keine zeitlichen Überschneidungen gibt und man sämtliche Veranstaltungen anschauen kann. Die Festivalcard, die zum Eintritt in alle Vorstellungen berechtigt, gibt es schon für 91 Euro (51 Euro ermäßigt). Natürlich kann man auch jede Vorstellung einzeln buchen.

Karten unter 07131/563001 oder 563050 oder unter theaterkasse@theater-hn.de

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