Heidenheim, Opernfestspiele Heidenheim, Barockspezialist trifft auf Barockkirche, 17.07.2016

Juli 13, 2016  
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Opernfestspiele Heidenheim

„OH! im Kloster“: Barockspezialist trifft auf Barockkirche

 

Ein besonderes Erlebnis für Freunde des Barocks halten die Opernfestspiele Heidenheim bereit: Spezialist für Barockmusik trifft auf Barockkirche – und auf eine der schönsten Barockorgeln Süddeutschlands. Am Sonntag, 17. Juli leitet Eduardo López Banzo im Rahmen der Opernfestspiele Heidenheim ein Konzert mit der Sopranistin Dénise Beck und Musikern der Cappella Aquileia in der Balthasar-Neumann-Kirche des Klosters Neresheim.

Opernfestspiele Heidenheim / Eduardo López Banzo © Marco Borggreve

Opernfestspiele Heidenheim / Eduardo López Banzo © Marco Borggreve

Der 1961 in Saragossa geborene Eduardo López Banzo ist Cembalist, Organist und Dirigent – und er ist einer der großen Spezialisten Spaniens für die spanische und die europäische Barockmusik. Tiefgehende Auseinandersetzung mit Stilistik, Instrumentenbau und vor allem den historischen Quellen sind die Inhalte seiner Arbeit und die Inspirationsquellen wiederum für ihn und die Musiker, mit denen Banzo arbeitet. Das Ergebnis ist Musik, die nach allen Jahrhunderten für ein heutiges Publikum frisch und innovativ klingt, als würde man eine Uraufführung erleben. Banzo erhielt seine entscheidenden Impulse in Amsterdam bei Gustav Leonhardt, der ihn auch ermutigte, sich für die spanische Barockmusik einzusetzen. Seinen größten Erfolg erzielte Banzo im Jahr 2004, als ihm zusammen mit dem von ihm 1988 gegründeten Ensemble „Al Ayre Español“ vom spanischen Kulturministerium der Premio Nacional de Música verliehen wurde. Banzo dirigierte unter anderem beim Bachfest Leipzig, im Baden-Badener Festspielhaus, im Wiener Musikverein und Konzerthaus, im Amsterdamer Concertgebouw, im Berliner Konzerthaus, in der Tonhalle Düsseldorf, in der Pariser Opéra Comique, im Theatre des Champs Elysées und im Teatro Olimpico in Rom. 2012 gab er sein Debüt mit den Berliner Philharmonikern und bei den Schwetzinger Festspielen.

Ausgewählte Meisterwerke von Mozart und Händel – in der Abteikirche des Klosters Neresheim und damit in einem Gebäude von Weltgeltung. Sie ist ein hohes Beispiel europäischer Barockbaukunst, und bereits bei den Festspielen 2015 konnten die Gäste der Opernfestspiele beim Bruckner-Konzert des Tschechischen Philharmonischen Chores Brünn den unvergleichlichen Raum als Spielort erleben. In diesem Jahr stehen die Deutschen Arien und das „Salve Regina“ von Georg Friedrich Händel sowie Kirchensonaten von Wolfgang Amadeus Mozart auf dem Programm. Dazu spielt Eduardo López Banzo zwei Orgelsonaten von Carl Philipp Emanuel Bach auf der berühmten Holzhey-Orgel.

Solistin ist die junge dänische Sopranistin Dénise Beck, die in „La Bohème“ die Rolle der Musetta singt. Beck wurde 2004 mit dem Ersten Preis des Dänischen “Young Singers” Wettbewerbs ausgezeichnet und gleichzeitig an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien aufgenommen. Als Konzertsängerin hat sie sich einen ausgezeichneten Namen gemacht und unter anderem die c-moll-Messe von Mozart, Carl Orffs „Carmina Burana“, Beethovens 9. Symphonie, das Gloria von Poulenc, die h-moll-Messe von Bach ebenso wie zahlreiche andere Messen und Kantaten von Haydn, Mozart und Händel gesungen. Sie war mehrmals als Solistin mit dem Johann-Strauss-Ensemble der Wiener Symphoniker auf Tournee, mit dem sie 2012 auch eine CD aufgenommen hat. Das weitere Ensemble setzt sich aus Musikern der Cappella Aquileia zusammen, die im Jahr 2011 gegründet wurde und sich unter der Leitung von Marcus Bosch einen ausgezeichneten Ruf erspielt hat. Für die Cappella-Musiker ist Banzo kein unbekannter: Im Jahr 2013 dirigierte Banzo erstmals das Orchester der Opernfestspiele.

Das Konzert beginnt um 16 Uhr und ist eine Kooperationsveranstaltung mit den „Konzerten in der Abteikirche Neresheim“. Ein Einführungsvortrag wird vor dem Konzert um 15:30 Uhr angeboten.

Info kompakt
„OH! im Kloster“
Eduardo López Banzo (Orgel und Leitung), Dénise Beck (Sopran) und Musiker der „Cappella Aquileia“
Sonntag, 17. Juli 2016, 16 Uhr
Abteikirche Kloster Neresheim

Karten und Informationen
Tourist-Information Heidenheim
Elmar-Doch-Haus, Hauptstr. 34, 89522 Heidenheim
Tel. 07321.327 777
www.opernfestspiele.de

Pressemeldung  Opernfestspiele Heidenheim

Heidenheim, Opernfestspiele Heidenheim, Galakonzert mit Leticia Moreno, 14.07.2016

Juli 12, 2016  
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Opernfestspiele Heidenheim

52. Opernfestspiele Heidenheim 2016

Leticia Moreno mit der Staatsphilharmonie Nürnberg

Peter Tschaikowski – Violinkonzert D-Dur op. 35
Peter Tschaikowski – Sinfonie Nr. 6 h-moll op. 74 „Pathétique“

Opernfestspiele Heidenheim / Leticia Moreno © Omar Ayyashi

Opernfestspiele Heidenheim / Leticia Moreno © Omar Ayyashi

Zwei bedeutende Werke von Peter Tschaikowski präsentieren die Opernfestspiele Heidenheim unter Musikalischer Leitung von Festspieldirektor Marcus Bosch beim Galakonzert der Festspielzeit 2016 am Donnerstag, 14. Juli, um 20 Uhr im Rittersaal auf Schloss Hellenstein.

Eine Sinfonie wie ein Tagebuch: Als Peter Tschaikowski 1893 seine Sechste Sinfonie vollendete, ahnte er bereits, dass dieses Werk seine letzte Sinfonie sein würde, ein Requiem, das der Komponist für sich selbst komponierte. Ein Leben als innerer Kampf gegen das unerbittliche Schicksal, hin- und hergeworfen zwischen Hoffnung, Aufbruch, Resignation und Scheitern, so zeigt sich der Komponist seinen Hörern. Alle seine Selbstzweifel, die ihn bei seinen künstlerischen Erfolgen nie verlassen hatten, und das Gefühl eines lebenslangen Außenseitertums hat Tschaikowski in die vier bewegenden Sätze der Sinfonie gebannt – mit einem Klagegesang als erschütterndem Abschluss.

Ein Werk aus einer Krisenzeit ist auch Tschaikowskis einziges Violinkonzert. Unmittelbar nach dem Scheitern seiner katastrophalen Ehe schrieb der Komponist auf einem Landgut in der Ukraine dieses temperamentvolle und dramatische Solowerk. Doch anders als der Sechsten Sinfonie hört man dieser Musik die Krise nicht im Geringsten an. Im Gegenteil: Das brillante Konzert mit seinem mitreißenden Finale gehört heute zu den berühmtesten und meistgespielten Werken seiner Gattung. Als Inbegriff des Geigenrepertoires ist es eng mit der Tradition der „Russischen Violinschule“ verknüpft.

Als Solistin kommt mit Leticia Moreno eine junge spanische Geigerin nach Heidenheim, die als Preisträgerin des ECHO Rising Stars Award auf sich aufmerksam machte und zuletzt Konzerte u. a. mit Gustavo Dudamel, Valery Gergiev und Zubin Mehta gespielt hat. „Bei ihr verschmelzen spanisches Temperament und russische Spielweise“, lobte die Fachjury des Rheingau Musikfestivals.

Vor dem Konzert, um 19.10 und 19.30 Uhr, führt Maddalena Ernst in die Werke ein.

In den darauf folgenden Festspielwochen bieten die Opernfestspiele Heidenheim unter dem Motto „Gefühlsrausch“ ein vielseitiges und mitreißendes Programm auf den Heidenheimer Schlossberg für Musik-Liebhaber. Neben der Neuinszenierung von Puccinis zeitlosem Klassiker La Bohème, die am 8. Juli in der malerischen Kulisse des Rittersaals von Schloss Hellenstein Premiere feiert, startet der Marcus Bosch nebenan im Festspielhaus am 4. August eine neue Reihe. Sie wird sich in den nächsten Jahren mit dem Frühwerk Verdis auseinandersetzen und hält selbst für Opernkenner die eine oder andere Rarität parat. Den Auftakt macht dabei der Bühnenerstling Giuseppe Verdis Oberto conte di San Bonifacio. Damit präsentieren die Opernfestspiele mit der Jungen Oper „Rocke und die Zaubertrompete“ drei Opern in Eigenproduktion aber auch ein breites Konzertprogramm mit prominenten Namen wie Leticia Moreno, Eduardo López Banzo und Daniel Hope.

Daneben können Festspielbesucher ein breites Rahmenprogramm erleben, wie u. a. ein Besuch im Café Momus in der Schlosskirche Hellenstein mit einem französischen Vier-Gang-Menü vor, zwischen und nach der Vorstellung von La Bohème oder das Picknick mit Musik und Theater bei der Schlossbergtafel im zauberhaften Park von Schloss Hellenstein, hoch über der Stadt.

Insgesamt stehen bei den 52. Opernfestspielen Heidenheim 2016 in zwei Monaten vom 8. Juni bis 7. August über 40 Veranstaltungen auf dem Programm.

Info kompakt
Galakonzert : Donnerstag, 14. Juli 2016, 20 Uhr
Rittersaal Schloss Hellenstein / Festspielhaus CCH*

*Abhängig von der Witterung findet die Veranstaltung im Rittersaal Schloss Hellenstein Open Air oder im Festspielhaus Congress Centrum Heidenheim statt.

Pressemeldung  Opernfestspiele Heidenheim

Heidenheim, Opernfestspiele Heidenheim, Last Night, 27.07.2014

Juli 25, 2014  
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Opernfestspiele Heidenheim

Das Beste zum Schluss: Die „Last Night“ der Opernfestspiele

Mit Filmmusik und Highlights italienischer Komponisten schließen die Stuttgarter Philharmoniker den Heidenheimer Festspielsommer am Sonntag, 27. Juli ab. Unter der Leitung von Rasmus Baumann und mit dem Cellisten Matthias Wächter als Solist verabschieden sich die Opernfestspiele bis zur Spielzeit 2015. Die „Last Night“ mit großem Abschlussfeuerwerk ist bereits ausverkauft.

Gleich zu Beginn ein Highlight: Die „Last Night“ startet mit drei Stücken aus der Filmmusik zu „Ben Hur“ in den letzten Abend der Jubiläumsspielzeit. Der gigantische Bibelfilm-Klassiker gewann 1960 elf Oscars, darunter einen in der Kategorie „Beste Filmmusik“ – über ein Jahr lang hatte Miklós Rózsa an der Musik gearbeitet. Mit „Gladiator“ hat Regisseur Ridley Scott im Jahr 2000 das Genre des Monumentalfilms wiederbelebt. Für die Filmmusik engagierte er den Deutschen Hans Zimmer, einen der einflussreichsten Filmkomponisten der Gegenwart. Das Heidenheimer Publikum wird Auszüge aus der „Gladiator“-Suite zu hören bekommen. Das „Intermezzo sinfonico“ aus Mascagnis „Cavalleria rusticana“ kennen Besucher der diesjährigen Heidenheimer Doppel-Oper bereits: Es erklingt, wenn Jesus Santuzza die Kommunion erteilt. Um Verrat und Rache geht es im darauffolgenden Stück: „The Godfather Waltz“ aus der Trilogie „Der Pate“ (Marlon Brando und Al Pacino) – diesen schwermütigen, von einer Solo-Trompete getragenen Walzer hat Nino Rota geschrieben.

Vor der Pause wird die „Chaconne für Violine und Orchester“ von John Corigliano gespielt. Als Basis für dieses 18-minütige Stück diente Corigliano eine Melodie aus seiner Filmmusik zu „Die rote Violine“. Die verschiedenen Variationen steigern sich zu einer kurzen, intensiven Klimax, die von orchestraler Wucht beantwortet wird. Ennio Morricone hat auch die Musik zu „The Mission“ und „Cinema Paradiso“ geschrieben, berühmt wurde der Italiener aber für seinen Soundtrack zu „Spiel mir das Lied vom Tod“. Regisseur Sergio Leone setzte mit diesem Film Maßstäbe und fügte amerikanische Westernmythologie und europäische Oper zusammen. Für jede Figur im Film schrieb Morricone eine „Auftrittsmelodie“. „Man with a Harmonica“ ist eine davon und wurde zum vielzitierten Markenzeichen des Films.

Auf eine legendäre Filmmelodie folgt die nächste: Der „Baby Elephant Walk“ aus dem Film „Hatari!“ und die Titelmelodie „The Pink Panther Theme”, beide komponiert vom 1994 verstorbenen Henry Mancini. Den Abschluss der „Last Night“ macht das Schlager-Medley „Zwei kleine Italiener“ mit Hits der 50er Jahre, arrangiert von Ingo Luis. Dem Feuerwerk dieser Filmmusik-Auszüge folgt im Anschluss auch noch ein pyrotechnisches Feuerwerk im Freien.

Opernfestspiele Heidenheim / Last Night © Thomas Bünnigmann

Pressemeldung Opernfestspiele Heidenheim

Heidenheim, Opernfestspiele Heidenheim, Premiere MACBETH, 03.07.2014

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Opernfestspiele Heidenheim

Opernfestspiele 2015 mit Verdis „Macbeth“

Premiere am Freitag, 3. Juli 2015

Die 50. Opernfestspiele haben noch nicht einmal begonnen, da laufen bereits die Vorbereitungen für den Sommer 2015 an. Die ausgewählte Oper führt nicht, wie dieses Jahr, ins sonnige Italien, sondern in das neblige Grenzreich zwischen England und Schottland. Im Mittelpunkt der 51. Festspielsaison im Jahr 2015 steht Giuseppe Verdis phantastische Shakespeare- Oper „Macbeth“. Die Neuinszenierung mit den Stuttgarter Philharmonikern unter Marcus Bosch feiert am Freitag, 3. Juli 2015 Premiere.

Verdis 1847 uraufgeführte Oper „Macbeth“ ist ein musikdramatisches Meisterwerk, das sich auf die Schattenseiten der menschlichen Seelenabgründe konzentriert. Hexen sagen dem Feldherrn Macbeth die Zukunft voraus: Er werde König von Schottland sein, doch Stammvater der künftigen Könige werde nicht er, sondern Banquo. Die Weissagung weckt Lady Macbeths Ehrgeiz. Um ihrem Mann zur erwarteten Macht zu verhelfen und diese zu sichern, ist sie zu allem bereit und drängt Macbeth zu einem Mord nach dem anderen. Alle, aus deren Geschlecht ein Thronfolger entstammen könnte, sollen vernichtet werden. Anders als bei Shakespeare trifft bei Verdi Lady Macbeth alle Entscheidungen, während ihr Mann nur willenloser Befehlsempfänger ist. Doch der Blutrausch des Paares wird zum Selbstzweck und treibt beide, Macbeth und die Lady, in den Wahnsinn.

„Diese Tragödie ist eine der großartigsten menschlichen Schöpfungen!“ schrieb Verdi seinem Librettisten Francesco Maria Piave und schärfte ihm ein: „Lass uns eine Sache jenseits des Gewöhnlichen machen … Für die Verse denke stets daran, dass es dort kein überflüssiges Wort geben darf: Alles muss etwas ausdrücken … Kürze und Erhabenheit!“ Nicht der reine Wohlklang war Verdis Ziel, sondern eine wahrhaftige Musik, die dem blutigen Plot entsprach. So schuf Verdi an der Schwelle vom romantischen zum realistischen Musiktheater eines seiner dunkelsten und schönsten Werke; ein abgründiges Meisterwerk über den Verlust der Menschlichkeit.

Verdis Lieblingsoper
Bei der Uraufführung von „Macbeth“, Verdis zehnter von insgesamt 26 Opern, reagierte das Florentiner Publikum zunächst indigniert. Doch Verdi selbst war zufrieden und widmete das Werk seinem Schwiegervater und Gönner Antonio Barezzi: „Macbeth ist mir lieber als meine anderen Opern.“ Nach dem zweiten Weltkrieg sorgte vor allem Maria Callas’ sensationelle Darstellung der Lady 1952 an der Mailänder Scala dafür, dass sich „Macbeth“ einen festen Platz im Repertoire der großen Häuser erobern konnte.

Pressemeldung Opernfestspiele Heidenheim

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