Hannover, Staatsoper Hannover, Wiederaufnahme: WERTHER von Jules Massenet, 24.04.2016

März 31, 2016  
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Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

 WERTHER von Jules Massenet

Drame lyrique in vier Akten und fünf Bildern (1892)
Text Edouard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann, nach  Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang von Goethe (1774/1787)
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Wiederaufnahme am So 24.04.16, 16:00 Uhr, Weitere Vorstellungen: 30.04.16 Sa 19:30, 06.05.16 Fr 19:30, 10.05.16 Di 19:30, 21.05.16 Sa 19:30, 25.05.16 Mi 19:30, 07.06.16 Di 19:30

Diese Liebe ist zum Scheitern verurteilt: Werther lernt die junge Charlotte kennen, die jedoch ihrer auf dem Sterbebett liegenden Mutter das Versprechen gegeben hat, den braven Albert zu heiraten. Bezeichnenderweise entwickelt sich die erste tiefergehende Unterhaltung zwischen Charlotte und Werther anlässlich ihres Abschieds nach einem gemeinsam erlebten Fest. Zwei Seelen erkennen sich, doch sie ahnen, dass die Realität von Verpflichtungen und Versprechen sich zwischen sie drängen wird. Ihre Liebe verlangt von Charlotte und Werther Entsagung – und weitere Abschiede: Erst als Werther abgereist ist, sich der Präsenz der unerreichbaren Angebeteten entzogen hat, kann Charlotte ihre Liebe zu ihm für sich realisieren – ihm gegenüber aussprechen kann sie sie erst, nachdem Werther sich während eines letzten weihnachtlichen Besuchs mit Alberts Pistolen selbst gerichtet hat.

Den Gedanken, eine Oper über den Stoff von Goethes Die Leiden des jungen Werther zu schreiben, fasste Massenet, wie er in seiner Autobiographie Mes souvenirs erzählt, auf Anregung seines Verlegers Hartmann. Nach einem gemeinsamen Besuch der Festspiele in Bayreuth im Sommer 1885 besichtigten sie in Wetzlar das Haus, in dem Goethes Werther entstanden war. Hartmann gab Massenet dort eine Übersetzung des Romans in die Hand, die Massenet sofort in einem Bierlokal las. Ergriffen von der Liebesszene, die aus Werthers und Lottes Ossian-Lektüre hervorgeht, entschloss er sich zur Komposition. Nach Abschluss der Arbeit im Mai 1887 spielte Massenet die Partitur dem Direktor der Opéra Comique, Léon Carvalho, vor. Dieser war wegen des tristen Themas enttäuscht, hatte er doch ein weiteres Werk mit der Farbigkeit Manons (Paris 1884) erwartet. Werther lag in der Folge mehrere Jahre auf Eis, bis sich die Wiener Hofoper nach dem dortigen Erfolg von Manon für Massenets Umsetzung des Goetheschen Stoffs interessierte. Die deutschsprachige Uraufführung im Jahr 1892 geriet zu einem grandiosen Erfolg.

Leicht hätte Jules Massenets Werther in Deutschland dasselbe Schicksal ereilen können wie die Faust-Vertonung seines französischen Landsmannes Charles Gounod, basierten doch beide auf epochalen Werken Goethes. Beide Adaptionen nehmen sich große Freiheiten im Umgang mit diesen quasi unantastbaren deutschen »Literaturheiligtümern«, setzen den sehnsuchtsgetriebenen Helden eine ebenso starke, aber ebenso dem Untergang geweihte Heldin entgegen. Doch während Gounods »Faust« jahrzehntelang auf deutschen Opernspielplänen als Marguerite aufgeführt wurde, blieb Massenets Drame lyrique von einer Umbenennung verschont. Denn Massenets raffinierter Umgang mit der Sprache, die gelungene Mixtur von féminité und fatalité, seine mal sensible, mal rauschhafte Widerspiegelung der emotionalen Wirrnisse beider Hauptfiguren durch das Orchester nahmen Goethes »Leiden des jungen Werther« zwar nicht wörtlich, aber beim stürmenden und drängenden Wort – und machten dadurch Massenets Bearbeitung zu einem Fixpunkt des französischsprachigen Opernrepertoires.

Musikalische Leitung Benjamin Reiners
Inszenierung Bernd Mottl
Bühne Friedrich Eggert
Kostüme Alfred Mayerhofer
Licht Susanne Reinhardt
Choreinstudierung Dan Ratiu
Dramaturgie Christopher Baumann

BESETZUNG:
Werther: Andrea Shin
Albert: Matthias Winckhler
Charlotte: Monika Walerowicz
Sophie: Athanasia Zöhrer
Der Amtmann: Michael Dries
Schmidt: Latchezar Pravtchev
Johann: Daniel Eggert
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

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Pressemeldung Staatsoper Hannover

Hannover, Staatsoper Hannover, Premiere: Der gestiefelte Kater von César A. Cui, 07.04.2016

März 23, 2016  
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Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

 Der gestiefelte Kater –  Märchenoper von César A. Cui

nach Charles Perrault

Premiere: Donnerstag, 7. April 2016, 11 Uhr, Ballhof Zwei, Weitere Vorstellungen:
07.04.16 Do 11:00, 08.04.16 Fr 10:30, 12.04.16 Di 10:30, 13.04.16 Mi 10:30, 20.04.16 Mi 10:30, 21.04.16 Do 10:30, 24.04.16 So 15:00, 25.04.16 Mo 10:30, 04.05.16 Mi 10:30 08.05.16 So 15:00, 09.05.16 Mo 10:30, 10.05.16 Di 10:30, 27.05.16 Fr 10:30, 31.05.16 Di 18:00

Hannover / Staatsoper Gestiefelter Kater Proben © Thomas M. Jauk

Hannover / Staatsoper Gestiefelter Kater_Proben © Thomas M. Jauk

 Mit über 70 Jahren hat sich der Komponist und Musikkritiker César Cui der Komposition von Kinderopern zugewandt: So entstand auch Der gestiefelte Kater nach dem bekannten französischen Volksmärchen von Charles Perrault. Hierzulande sind vor allem die Fassungen von Ludwig Bechstein und den Brüdern Grimm in den Regalen der Kinderzimmer zu finden.

Unter der musikalischen Leitung von Kaling Hanke entfaltet sich die Märchenoper im Ballhof Zwei in einer Kammerorchester-Fassung. Die junge Regisseurin Zuzana Masaryk, zuletzt mit Die Schöne und das Biest in der Jungen Oper zu sehen, erweckt die bekannten Figuren vor den Augen der kleinen und großen Zuschauer zu neuem Leben. Liebevoll gestaltet werden die Bühne von Magdalena Wiesauer und die Kostüme von Elvira Freind.

Musikalische Leitung Kaling Hanke, Inszenierung Zuzana Masaryk
Bühne Magdalena Wiesauer, Kostüme Elvira Freind
Einstudierung Kinder Dan Ratiu / Mareike Morr, Dramaturgie Steffi Mieszkowski

BESETZUNG:
Prinzessin: Eunhye Choi, Kater: Marie-Sande Papenmeyer
Mittlerer Bruder, Menschenfresser: Hyun-Taek Noh, Jean: Pawel Brozek
Älterer Bruder, König: Jan Szurgot
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

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Pressemeldung Staatsoper Hannover

Hannover, Staatsoper Hannover, Letzte Vorstellungen: LA TRAVIATA, 06. und 21.02.2016

Februar 3, 2016  
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Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Letzte Vorstellungen: LA TRAVIATA

Oper von Giuseppe Verdi
Libretto von Francesco Maria Piave
nach dem Drama »La Dame aux Camélias« (1852) von Alexandre Dumas d. J.
nach dessen gleichnamigen Roman (1848)
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Letzte Vorstellungen:
06. Februar, 19:30
21. Februar, 18:30

»Sola! Abbandonata!« – »Allein und verlassen«: Das sind die Worte, mit denen Violetta Valéry sich selbst beschreibt, nachdem ihr zum ersten Mal in ihrem Leben eine Liebeserklärung unter die Haut gegangen ist. Allein und verlassen – tatsächlich ist das Thema der Einsamkeit von Anfang an ebenso bestimmend für Verdis Oper wie die Krankheit und der Tod. Denn die Liebe scheint in diesem Werk eine monologische zu sein: Kein wirkliches Liebesduett findet zwischen Violetta und Alfredo statt, auch in der behaupteten Idylle des zweiten Aktes erleben wir die Figuren in ihrer Glücksbeschreibung nur getrennt voneinander. Befremdlich schnell lässt Violetta sich außerdem auf die Forderung Giorgio Germonts ein, seinen Sohn aus moralischen Gründen zu verlassen. Ja, fast wirkt es, als exerziere Violetta am eigenen Leib ein Liebesmartyrium, das eine lebbare Liebe gar nicht erlaubt. Violetta führt uns den Prozess einer Entmaterialisierung vor, an deren ende nicht nur ihr Tuberkulosetod, sondern vielmehr ihre Stilisierung zum Engel steht; einem Engel, der für die Idee der Liebe gestorben ist.

»Die Lungenwunde ist nur ein Sinnbild, Sinnbild einer emotionalen Wunde«, hatte Franz Kafka anlässlich seiner Tuberkuloseerkrankung in sein Tagebuch notiert. Wie sehr auch Giuseppe Verdi an einer Fokussierung auf die »emotionale Wunde« interessiert war – und wie sehr er sich damit von Alexandre Dumas’ handfester Milieuschilderung entfernte –, zeigt schon die Ouvertüre: Von gläserner, fragiler Transparenz, einem Röntgenbild vergleichbar, nimmt sie das Todesmotiv des dritten Aktes vorweg und suggeriert somit von Anfang an den tödlichen Ausgang des Werks. Die Sekundreibungen offenbaren bereits hier den schmerzhaften Konflikt, der in Violetta gärt. Verdi macht keinen Hehl daraus, dass seine Bearbeitung der Dame aux camélias eine musikalische Seelenbeschreibung, eine Reise ins Innere von Violetta Valéry ist. Folgerichtig geht auch das »Außen« im Laufe der Oper immer mehr verloren. Die Chöre, die Gesellschaft, die »Anderen«, mutieren zu Chimären, die nur noch aus der Ferne zu Violetta dringen. Die Kontaktaufnahme mit der Welt ist misslungen; Violettas einzig wirklicher Partner ist der Gesang.

Musikalische Leitung Benjamin Reiners
Inszenierung Benedikt von Peter
Bühne Katrin Wittig
Kostüme Geraldine Arnold
Licht Susanne Reinhardt
Choreinstudierung Dan Ratiu

BESETZUNG
Violetta Valéry: Nicole Chevalier
Alfredo Germont: Andrea Shin
Giorgio Germont: Devid Cecconi
Flora Bervoix: Hyunyoung Kim
Annina: Mareike Morr
Gastone: Gevorg Aperánts Hakobjan
Barone Douphol: Matthias Winckhler
Marchese D’Obigny: Michael Dries
Dottore Grenvil: Daniel Eggert
Giuseppe: Thomas Kubitza
Domestico: Woo-Jung Kim
Commissionario: Marek Durka
Chor der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

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Pressemeldung Staatsoper Hannover

 

Hannover, Staatsoper Hannover, Premiere: DIE MACHT DES SCHICKSALS, 30.01.2016

Januar 28, 2016  
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Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

 DIE MACHT DES SCHICKSALS  von Giuseppe Verdi
Oper in vier Akten (1862 / 1869)
Libretto von Francesco Maria Piave und Antonio Ghislanzoni nach dem Drama »Don Álvaro o La Fuerza del sino« von Ángel de Saavedra
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere 30. Januar 2016, Weitere Vorstellungen: 04.02.16 Do 19:30, 12.02.16 Fr 19:30, 16.02.16 Di 19:30, 04.03.16 Fr 19:30, 15.03.16 Di 19:30, 04.05.16 Mi 19:30, 15.05.16 So 16:00, 05.06.16 So 16:00,  Öffentliche Generalprobe:
18:00 Einführung | anschließend Publikumsgespräch | Do 28.01.16 | 18:30 |

Es ist vielleicht nur ein unglücklicher Zufall, der drei Menschen in einen zer­störerischen Kampf treibt, der ihre Träume von Liebe, Freundschaft und Frieden zunichte macht. Andererseits ist der Auslöser des Geschehens die unerbitt­liche Konsequenz eines Beziehungsgeflechts, das von Beginn an von dem Konflikt zwischen politischer Macht und rebellischem Außenseitertum, zwischen der Wahrung der Familienehre und indi­viduellen Gefühlen gezeichnet ist. Die Macht des Schicksals ist allgegenwärtig; das Unwahrscheinliche geschieht und treibt die Menschen wider Willen in eine tödliche Konfrontation.

Don Alvaro, ein Fremdling, plant mit Leonora, der Tochter des Marchese di Calatrava, die Flucht, weil sich der Vater dieser Liaison entgegenstellt. In der nächtlichen Konfrontation löst sich aus Alvaros weggeworfener Pistole ungewollt ein Schuss und tötet den Marchese – der Beginn einer absurden Irrfahrt, in dem jeder in der Verquickung von Liebessehnsucht und Rachedurst den anderen sucht und nicht findet. Die Liebenden haben sich nach dem Unglück aus den Augen verloren: Leonora ist in Männerkleidern in einem Kloster unter­getaucht, Alvaro sucht im Krieg Vergessen. Dort rettet er Leonoras Bruder Don Carlo das Leben, der auf der Suche nach dem Mörder seines Vaters ist. Die Männer erkennen sich zunächst nicht und schlie­ßen ewige Freundschaft. Erst als Carlo wiederum durch einen Zufall die Identi­tät seines Freundes entdeckt, bricht die alte Gegnerschaft wieder auf. Alvaro zieht sich nach einem Zweikampf just in das Kloster zurück, in dem auch Leonora Zuflucht gefunden hat, und dort kommt es zur endgültigen Katastrophe: Carlo hat seinen Feind aufgespürt, fordert ihn zum Kampf heraus und wird tödlich verletzt. Als die von Alvaro totgeglaubte Leonora überraschend hinzutritt, tötet Carlo im Sterben schließlich auch seine Schwester.

Man hat Verdis Die Macht des Schicksals oft den Vorwurf gemacht, die Handlung sei überladen und krude, und tatsächlich ist der Geschichte nach dem 1835 uraufgeführten Drama »Don Álvaro o La Fuerza del sino« des spa­nischen Dichters Ángel de Saavedra eine gewisse Unübersichtlichkeit nicht abzu­sprechen. Und dennoch findet Verdi in dem bunten Kaleidoskop auseinander strebender Situationen und unwahr­scheinlicher Zufälle zu einem stimmigen Ganzen, indem er im Sinne eines Ideen­dramas die individuellen Schicksale einbettet in einen gesellschaftlichen Kontext, der geprägt ist vom Wahnsinn des Krieges, von politischer Gewalt und der Diskriminierung des Fremden. Gera­de in der Balance der von Massenhyste­rie aufgeladenen Tableaus und Szenen von großer Intimität erreicht Verdis Oper, die auch musikalisch zu seinen schöns­ten Schöpfungen zählt, ihre beklem­mende Intensität.

Musikalische Leitung Stefan Klingele, Inszenierung Frank Hilbrich
Bühne Volker Thiele, Kostüme Gabriele Rupprecht
Licht Susanne Reinhardt, Ton Christoph Schütz
Choreinstudierung Dan Ratiu, Dramaturgie Klaus Angermann

BESETZUNG
Marchese von Calatrava: Michael Dries, Leonora de Vargas: Brigitte Hahn
Don Carlo de Vargas: Brian Davis, Alvaro: Xavier Moreno
Preziosilla: Monika Walerowicz, Pater Guardiano: Shavleg Armasi
Fra Melitone: Karel Martin Ludvik, Curra: Danuta Volpe
Alcalde: Daniel Eggert, Mastro Trabuco: Edward Mout
Ein Chirurg: Mohsen Rashidkhan, Chor der Staatsoper Hannover
Extrachor der Staatsoper Hannover
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

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