Hannover, Staatsoper Hannover, Spielplan JANUAR 2018 – Zauberflöte, Don Carlo..

Dezember 4, 2017  
Veröffentlicht unter Pressemeldung, Spielpläne, StaatsOper Hannover

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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

 

Staatsoper Hannover – Spielplan JANUAR 2018

Als dancing conductor errang er im Internet Kultstatus, live kann man ihn in Deutschland augenblicklich nur in Hannover erleben: der amerikanische Dirigent Joseph R. Olefirowicz dirigiert das diesjährige Neujahrskonzert mit Ouvertüren aus der Alten und der Neuen Welt.

Mit Wolfgang Amadeus Mozarts Die Zauberflöte kommt eines der bedeutendsten Opernwerke aller Zeiten in einer Neuinszenierung auf die Bühne der Staatsoper. Frank Hilbrich (zuletzt mit „Lot“ sehr erfolgreich) inszeniert, der neue 1. Kapellmeister Valtteri Rauhalammi dirigiert seine erste Premiere (ab 13.1.).

Eine große Wiederaufnahme beschließt den Monat: nach mehreren Jahren ist Giuseppe Verdis Grand’opéra Don Carlo endlich wieder im Opernhaus zu sehen. In der Inszenierung von Christoph Nel sind u.a. Karine Babajanyan, Khatuna Mikaberidze, Philipp Heo und Shavleg Armasi zu hören (Wiederaufnahme am 28.1.). Mehr italienische Oper gibt es am 9 und 12. Januar, dann stehen zwei Zusatzvorstellungen der Kult-Inszenierung von Verdis La traviata auf dem Spielplan.

Beim 4. Sinfoniekonzert am 21. und 22. Januar steht ein Gipfelwerk auf dem Programm: Anton Bruckners 4. Sinfonie, die „Romantische“. Es dirigiert Markus Stenz, langjähriger Chefdirigent des Kölner Gürzenich Orchesters. Weltstar Klaus Maria Brandauer liest am 21.1. aus Melvilles Moby Dick.

 


PREMIERE OPER


DIE ZAUBERFLÖTE  –  von WOLFGANG AMADEUS MOZART (1791), TEXT VON EMANUEL SCHIKANEDER

EINFÜHRUNGSMATINEE: SO, 07.01.2018, 11:00 UHR, LAVES-FOYER

PREMIERE: SA, 13.01.2018, 19:30 UHR

»Wo bin ich?«, fragt sich Prinz Tamino im Erwachen. Die Schlange, vor der er eben noch geflüchtet war – sie liegt niedergestreckt zu seinen Füßen. Dann kommt noch ein Vogelwesen daher, das sich Papageno nennt und den Sieg über die Schlange für sich in Anspruch nimmt – was drei Damen, die eigentlichen Retterinnen, aus ihrer Deckung lockt. Sie stehen im Dienst der sternflammenden Königin, die Tamino den Auftrag erteilt, ihre ent­führte Tochter Pamina aus den Klauen des heimtückischen Sarastro zu retten. Unversehens geraten also der Prinz und Papageno in ein großes Abenteuer, bei dem sich immer neue Rätsel auftun: Gut und Böse prallen aufeinander, und nicht immer ist klar, wer welcher Seite zuzurechnen ist. Mehr als einmal sind sie alle dem Tode nahe. Doch bei allen Gefahren auf dem Weg können Tamino, Papageno und Pamina sich auf eines verlassen: auf die unbezwingbare Magie der Mozart’schen Musik.

MUSIKALISCHE LEITUNG Valtteri Rauhalammi/Daniel Klein INSZENIERUNG Frank Hilbrich BÜHNE Stefan Heyne KOSTÜME Julia Müer LICHT Susanne Reinhardt CHOR­EINSTUDIERUNG Lorenzo Da Rio DRAMATURGIE Christopher Baumann

SARASTRO Michael Dries/Tobias Schabel TAMINO Simon Bode SPRECHER Stefan Adam PAMINA Ania Vegry/Athanasia Zöhrer KÖNIGIN DER NACHT Dorothea Maria Marx 1. DAME Rebecca Davis/Stella Motina 2. DAME Josy Santos/Monika Walerowicz 3. DAME Julie- Marie Sundal PAPAGENO Byung Kweon Jun/Matthias Winckhler PAPAGENA Ylva Sten­berg MONOSTATOS Pawel Brozek/Uwe Gottswinter 1. GEHARNISCHTER Martin Rainer Leipoldt/Latchezar Pravtchev 2. GEHARNISCHTER Michael Dries/Daniel Eggert 1. PRIES­TER Michael Dries/Daniel Eggert 2. PRIESTER Uwe Gottswinter/Martin Rainer Leipoldt 3 KNABEN Mitglieder des Mädchenchors/Mitglieder des Knabenchors

Chor der Staatsoper Hannover, Statisterie der Staatsoper Hannover, Niedersächsisches Staatsorchester Hannover


REPERTOIRE OPER, BALLETT UND JUNGE OPER


CLUB FIGARO, AB 13 JAHREN

Mittendrin ist man im »Club Figaro« – frei von der Aufsicht durch Eltern, Lehrer und sonstige Aufpasser. Sein, wer man ist, sich treffen, mit wem man will, Freundschaften pflegen und neue Kontakte knüpfen – all das kann man hier. Mittendrin ist auch Cherubino – und zwar mitten auf der Suche nach Antworten auf die Fragen, wohin man gehört, wohin die Zu­kunft führen wird. Wie weit geht man, um dazu zu gehören? Musikalisch heißt das: Mozart trifft Band (JEREMIAS) trifft Club-Musik – eine Synthese, die ebenso verrückt sein kann wie der legendäre Komponist selbst. »Die Inszenierung wagt es, radikal Grenzen zu sprengen: Wolfgang Amadeus Mozart wird in den Alltag der Digital Natives eingepflanzt.« Neue Presse

VORSTELLUNG AM 26.01.2018


DAPHNIS – LOST LOVE

Jörg Mannes nimmt mit Daphnis – Lost Love einen Klassiker des Ballettrepertoires in den Fokus: Maurice Ravels Daphnis et Chloé. Ravel behandelte die antike literarische Vorlage sehr frei und schuf eine atmosphärisch dichte und farbenreiche »Choreographische Suite in drei Teilen« für Orchester und Chor. Ihr stellt Jörg Mannes die Sinfonie Nr. 8 von Philip Glass gegenüber. Von den Gegensätzen der beiden musikalischen Werke inspiriert, lotet der Choreograph Widersprüche und Brüche aus, zeigt aber auch Linien auf, schafft Verbindungen und lässt so ein Gesamtbild entstehen. Zudem hält Daphnis – Lost Love eine weitere Überraschung bereit: Jörg Mannes präsentiert sich zum ersten Mal auch als Video-Künstler.

VORSTELLUNGEN AM 14.01., 17.01., 20.01. UND 26.01.2018


DON CARLO

Giuseppe Verdi schrieb mit Don Carlo seine letzte Oper nach einem Drama von Friedrich Schiller. Die dialogische Anlage der Schauspielvorlage findet ihre überzeugende musikalische Umsetzung in mehreren großen Duetten, die mit Soloszenen von berührender Intimität, aber auch mit eindringlichen Chortableaus kontrastieren. Regisseur Christoph Nel deutet das Spanien unter Philipp II. als Sinnbild eines totalitären Staates, in dem Vertrauen, Liebe und Freiheit Utopien bleiben. Private Gefühle haben in dieser Ord­nung keine Chance auf Entfaltung, sondern werden rücksichtslos politi­schen Interessen untergeordnet. »Ein großer Abend.« Der Tagesspiegel

WIEDERAUFNAHME AM 28.01., WEITERE VORSTELLUNG AM 31.01.18


DER LIEBESTRANK

Nemorino verzehrt sich nach Adina, die ihn jedoch nicht ernst nimmt. Wie gut, dass Dulcamara einen Liebestrank für derartige hoffnungslose Fälle im Sortiment hat. Der feste Glaube an die baldige Wirkung des Tranks steigert Nemorinos Selbstbewusstsein, was wiederum Adina ärgert. Aus Trotz ent­schließt sie sich zur Hochzeit mit dem Soldaten Belcore. Um eine weitere Flasche des wundertätigen Elixiers kaufen zu können, lässt sich Nemorino von Belcore als Soldat anwerben. Erst als Adina hiervon erfährt, erkennt sie die Aufrichtigkeit von Nemorinos Gefühlen. »So macht Belcanto Spaß!« Neue Presse

VORSTELLUNG AM 30.01.2018


SALOME

Nach seinen zwei Opernerstlingen gelang Richard Strauss mit Salome der große Wurf. Ungeachtet des üppigen Orchesterklangs ist Strauss’ Salome kein Werk oberflächlicher orientalischer Prachtentfaltung und bunter Exo­tismen. In einem der vielleicht am meisten missverstandenen Werke der Operngeschichte gilt es, das innere Drama der jungen Prinzessin, die aus einer deformierten Welt ausbrechen will, an die sie letztlich doch gekettet ist, neu zu entdecken. – Die niederländische Sopranistin Annemarie Kre­mer, in dieser Partie weltweit gefeiert, ist in der Titelrolle zu erleben. »Ivan Repušic und Ingo Kerkhof machen Salome zum Ereignis.« Hannoversche Allgemeine Zeitung

VORSTELLUNG AM 07.01.2018


LA TRAVIATA

Wegen der großen Nachfrage steht Verdis La traviata in der Kult-Inszenierung von Benedikt von Peter im Januar noch einmal an zwei Terminen auf dem Spielplan. In der Titelrolle ist wieder die amerikanische Sopranistin Nicole Chevalier zu erleben, die seit der Premiere 2011 das Publikum mit ihrer unter die Haut gehenden Interpretation der Violetta Valéry zu Beifallsstürmen hinreißt. »Es ist schlichtweg umwerfend und zugleich erschütternd, mit welcher Intensität und Variabilität diese Sängerdarstellerin fast zweieinhalb Stunden allein auf der Bühne agiert, ohne auch nur eine Sekunde zum Atemholen zu kommen – was auch dem Zuschauer den Atem raubt!« Süddeutsche Zeitung

ZUSATZVORSTELLUNGEN AM 09.01. UND ZUM LETZTEN MAL IN DIESER SPIELZEIT AM 12.01.18


WILHELM TELL – HALBSZENISCH

Im Stile der Grand opéra mit prachtvollen Chören präsentiert Rossini den Befreiungsschlag der Schweizer gegen die habsburgischen Besatzer. Die Tell-Legende wird verknüpft mit der Gründung der Eidgenossenschaft und ergänzt durch die Liebeshandlung zwischen dem Schweizer Arnold und der österreichischen Prinzessin Mathilde. Das berühmte Geschehen rund um Rütlischwur und Apfelschuss entfaltet Rossini in einem musikalisch ein­drucksvollen Naturidyll. »Am Ende jubeln die Schweizer, und auch die Premierenbesucher sind hörbar begeistert.« Hannoversche Allgemeine Zeitung

ZUM LETZTEN MAL AM 06.01.18


OPER EXTRA


GASTSPIEL MIT »MOBY DICK« KLAUS MARIA BRANDAUER UND SEBASTIAN KNAUER

SO, 21.01.17, 11:00 UHR

Der Burgtheater-Schauspieler Klaus Maria Brandauer stellt den ebenso überwältigenden wie rätselhaften Jahrhundertroman Moby Dick von Herman Melville in einer eigenen Lesefassung vor. Die berühmte Ge­schichte von Kapitän Ahab und der Jagd auf den weißen Wal ist aus Brandauers Sicht »eine vollendete Erzählung davon, was mit dem modernen Menschen passiert, wenn er an die Grenzen geht. Seine eige­nen und die der anderen.« Der Pianist Sebastian Knauer umrahmt die Erzählung mit Musik von Richard Wagner, Isaac Albéniz, Franz Liszt, Maurice Ravel, Johannes Brahms, Antonín Dvo?ák und Edvard Grieg.


 KONZERT


4. SINFONIEKONZERT
HANS WERNER HENZE
Der verwunschene Wald. Aria und Rondo für Orchester (1991)
ANTON BRUCKNER
Sinfonie Nr. 4 Es-Dur Romantische (Fassung 1878/80)

Unter der Leitung des langjährigen Chefdirigenten des Kölner Gürzenich-Orchesters, Markus Stenz, steht nach fünf Jahren wieder eine Sinfonie von Anton Bruckner auf dem Konzertprogramm des Niedersächsischen Staatsorchesters. Bruckners Sinfonien – Marksteine im Repertoire eines jeden Orchesters – umkreisen eine strenge architektonische Idee, die immer wieder neue Beleuchtung erfährt. Seine Konstruktionen in schroff voneinander abgesetzten Blöcken, seine motivischen Schichtungen und Apotheosen sind Monumente eines naiven und unerschütterlichen Glaubens an eine »höhere« Bestimmung seiner Musik, die aber – entgegen den Intentionen des Komponisten – auch von den Brüchen seiner Zeit spricht. Unter allen Bruckner-Sinfonien hat es die Vierte zu größter Popularität gebracht, was sicher ihrem ausgeprägt »naturhaften« Ton geschuldet ist – mit prägendem Hörnerklang und der Nähe zur Klangwelt Carl Maria von Webers. Bruckner nannte sie denn auch seine »Romantische«.

Naturhaft ist auch das kurze Orchesterwerk von Hans Werner Henze, das der Sinfonie vorangestellt wird: Der verwunschene Wald, komponiert zur Wiedereröffnung des Frankfurter Opernhauses 1991, bringt Musik aus Henzes früher Oper König Hirsch in den Konzertsaal. Seine »Aria und Rondo für Orchester« erzählen von der Erinnerung des Titelhelden an seine Kindheit unter Waldtieren, von seiner Sehnsucht zurück zur Natur.

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
DIRIGENT Markus Stenz
SO, 21.01.18, 17:00 UHR | MO, 22.01.18, 19:30 UHR
Einführung jeweils 45 Minuten vor dem Konzert


3. KAMMERKONZERT: KLAVIERTRIO

FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY Klaviertrio Nr. 2 c-Moll op. 66

FRANZ SCHUBERT Klaviertrio Nr. 1 B-Dur op. 99

Franz Schuberts und Felix Mendelssohn Bartholdys Klaviertrios gehören zu den späten, sogenannten »reifen« Kammermusikwerken. Mendelssohns 2. Klaviertrio spiegelt den Stilwandel seines späten Schaffens – kompositionstechnisch anspruchsvoll, mit zwei hoch dramatischen Ecksätzen, lyrischem langsamem Satz sowie elfen- und koboldhaft vorbeihuschendem Scherzo. Auch Schuberts 1. Klaviertrio bringt dessen Spätstil zum Klingen, mit der Weiterentwicklung der klassischen Form durch romantischen Klangsinn und harmonische Überraschungen.

MIT Igor Bolotovski (Violine), Leonid Gorokhov (Violoncello) und Mariya Kim (Klavier)

SO, 28.01.18, 11:00 UHR

NIEDERSÄCHSISCHES LANDESMUSEUM HANNOVER


NEUJAHRSKONZERT

»OUVERTÜRENZAUBER«

Mit Werken von Gioachino Rossini, Otto Nicolai, Johann Strauss, Jerome Kern, Emmerich Kálmán, Richard Rodgers, Irving Berlin u.a.

Was eignet sich zur Eröffnung eines neuen Jahres mehr als Ouvertüren, die »Türöffner« für musikalische Bühnenwerke? Ein unterhaltsames Ouvertüren-Programm schlägt den Bogen von Spielopern und Operetten des 19. Jahrhunderts zu populären amerikanischen Musicals. Und wenn am Pult ein »dancing conductor« wie Joseph R. Olefirowicz steht, erwartet uns eine höchst »beswingte« Reise über den Atlantik.

Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
DIRIGENT Joseph R. Olefirowicz
MODERATION Klaus Angermann
MO, 01.01.18, 12:00 UND 19:30 UHR

 

Pressemeldung Staatsoper Hannover

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Hannover, Staatsoper Hannover, Salome von Richard Strauss, IOCO Kritik, 28.11.2017

November 28, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Oper, StaatsOper Hannover

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Staatsoper Hannover

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Salome von Richard Strauss

Der Traum vom liebenden Blick

Von Hanns Butterhof

Wenn zu Beginn Salome in blauem, geschlitztem Kleid aus dem Fransenvorhang, hinter dem ihr Stiefvater Herodes ein Fest feiert, ins Licht tritt, entzieht sie sich dessen lüsternem Blick. Am Ende tritt sie in den Vorhang zurück und entzieht sich, nach seinem Befehl, sie zu töten, diesem Blick für immer. Ihr kurzer Traum, von einem anderen, liebenden Blick berührt zu werden, ist ergreifend gescheitert.

youtube Trailer zu Salome an der Staatsoper Hannover

An der Staatsoper Hannover haben Regisseur Ingo Kerkhoff  und seine Bühnenbildnerin Anne Neuser für Richard Strauss’ Oper „Salome“ die Bühne fast völlig frei gelassen. Nach hinten wird sie von einem silbrigen Fransenvorhang abgeschlossen, hinter dem der lärmend feiernde Hof des Herodes liegt, dem König der Juden. Wenn Salome nach vorne kommt, senkt sich knapp hinter ihr eine goldene Wand. Dadurch wird die Aufmerksamkeit auf sie konzentriert und trefflich betont, dass alles, was dann dicht an der Rampe zwischen ihr und dem gefangenen Propheten Jochanaan geschieht, von einer anderen Welt, fast ein Traum ist.

Staatsoper Hannover / Salome - Annemarie Kramer als Salome © Thomas M. Jauk

Staatsoper Hannover / Salome – Annemarie Kramer als Salome © Thomas M. Jauk

Zu dem silbrigen Klarinettenlauf, der deutlich freundlich von Salome spricht, warnt der Page (Hanna Larissa Naujoks) davor, Menschen mit einem Blick anzusehen, der sie zu Objekten macht. Er steht mit dem verliebten Narraboth (Simon Bode) bei den Zuschauern im Rang, beide für einen abendlichen Opernbesuch angemessen gekleidet (Kostüme: Inge Medert). Es ist der dann glücklich eingelöste Hinweis darauf, dass nicht die mit der „Salome“ meistens verknüpfte sinnliche Sensation in exotischen Fernen zu erwarten ist, sondern dass es ums Hier und Jetzt geht.

Die Sensation besteht dann in der fesselnden Deutung der Oper, die in das innere Geschehen der Figuren musiktheatralisch hineinzieht, ohne groß etwas von außen an sie heranzutragen. In der kargen Inszenierung wird so vieles deutlich, was sonst im Gewitter der Regie-Geistesblitze untergeht.

 Staatsoper Hannover / Salome - hier: Annemarie Kremer als Salome und Brian Davis als Jochanaan © Thomas M. Jauk

Staatsoper Hannover / Salome – hier: Annemarie Kremer als Salome und Brian Davis als Jochanaan © Thomas M. Jauk

Annemarie Kremer, die holländische Sopranistin als Gast am Staatstheater, ist gesanglich und darstellerisch beeindruckend. Ihr kräftiger Sopran glänzt in den Höhen, angesichts der Gruft des Jochanaan taucht sie in abgründige Tiefen. Ihre Salome will heraus aus der schwülen Luft des Palastes. Sie ist begierig nach der Reinheit, die ihr der gefangene Prophet zu verkörpern scheint. Sie drängt sich ihm stürmisch auf, sinnlich an ihn heran in der einzigen Art, in der sie am Hof Liebe kennengelernt hat, und der sie eigentlich entkommen möchte. Als sie damit bei Jochanaan keinen Erfolg hat, bleibt ihr nur der verzweifelte Weg, ihn als Leiche in ihren Besitz zu bringen. Ihr Werben um den Propheten, dass er sie liebend ansehen möge, und ihr finaler Gesang mit dem blutigen Haupt entsetzen nicht nur, sondern rühren zu Tränen.

Auch der Prophet Jochanaan, dem Brian Davis eine eindrücklich menschliche Statur gibt, überzeugt mit seinem warmen und gut geführten,  triumphierenden Bariton. Sein in einen schwarzen Anzug gekleideter Jochanaan äußert sich gegenüber Salome prophetisch korrekt abwehrend, lässt sich aber doch von ihren sinnlichen Reizen, ihrem Liebeswollen ansprechen. Als er sie mit donnernder Orchesterverstärkung verflucht, ist das auch ein gegen sich selbst gerichteter Gewaltakt zur Selbstrettung.

Der Schleiertanz, mit dem Salome daraufhin dem zögernden Herodes (Robert Künzli) den Befehl abringt, Jochanaan köpfen zu lassen, ist ein überaus glücklicher Regieeinfall. Statt des von Strauss immer gefürchteten exotischen Tingeltangels beschreibt die Szene mehr die Phantasien des Herodes als den Tanz der Salome. Die steht sogar manchmal, ein Glas Wein in der Hand, beobachtend daneben, wenn ihr Stiefvater, blind vor Gier, in die Arme eines der mit Frauenkleidern locker behangenen Festgäste taumelt. Dann stachelt sie ihn wieder kurz an, selber tanzend, wenn auch vergeblich, nach ihr zu haschen.

 Staatsoper Hannover / Salome - hier Robert Künzli als Herodes Ensemble © Thomas M. Jauk

Staatsoper Hannover / Salome – hier Robert Künzli als Herodes Ensemble © Thomas M. Jauk

Nur in dieser Szene erscheint Herodes als lächerliche Figur. Sonst gibt ihm Robert Künzli überzeugend mit messerscharfem Tenor die Statur eines statusunsicheren Mannes, der posiert und sich immer größer machen möchte, als er ist. Kühl beobachtet ihn seine mit schlichter Eleganz gekleidete Frau Herodias, von Khatura Mikaberidze mit feinem Mezzosopran zurückhaltend gegeben. Nur als Herodes den Befehl zum Töten des Jochanaan ausspricht, bricht ein erleichterter Triumphschrei aus ihr heraus.

Das Ensemble bietet eine ansprechende Leistung. Vor allem gefällt Simon Bode als stimmstarker Narraboth, dessen theaterblutiger Selbstmord etwas störend naturalistisch inszeniert ist. Wie die streitenden Juden mit ihren Karnevalshütchen muss man sich unwillkürlich die Sondierungsgespräche in Berlin vorstellen.

Hannovers GMD Ivan Repušic entfaltet mit dem Niedersächsischen Staatsorchester begeisternd die gesamte Bandbreite dieser Strauss’schen Wahnsinnspartitur, von den mit graziler Feinarbeit herausgearbeiteten lyrischen Passagen bis hin zu den expressiv gewaltigen Motivballungen von krachender Größe. Dabei gelingt ihm das Kunststück, hörbar zu machen, was in den Figuren vor sich geht. Er schafft es vor allem im Schluss, im Entsetzen über Salomes schreckliche Tat vor allem auch den Schmerz und die unendliche Sehnsucht der Salome nach dem vielleicht unerreichbar reinen Blick der Liebe deutlich zu machen, dass einem fast das Herz bricht; ist es doch die Sehnsucht, die das Publikum auch als eigenen Traum kennt.

Salome an der Staatsoper Hannover: Die nächsten Termine: 1., 10., 13., und 22.12.2017, jeweils 19.30 Uhr.

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Hannover, Staatsoper Hannover, Opernballs 2018 – Heiße Nächte, 23. und 24.02.2018

November 13, 2017  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Pressemeldung, StaatsOper Hannover

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Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

 23.-24.2.2018 – Opernball „Heiße Nächte“

Im Rahmen einer Pressekonferenz wurde am 10.11. das Programm des Opernballs 2018 vorgestellt. Unter dem Motto Heiße Nächte verwandelt sich die Staatsoper Hannover am 23. und 24. Februar 2018 in ein tropisches Paradies mit heißen Rhythmen, in die sich aber auch die gewohnten Walzerklänge mischen. Anja-Katharina Lütgens, wie schon in den Vorjahren Ausstatterin des beliebten Ball-Events, erläuterte ihr Dekorationskonzept für das Opernhaus, das 18 Themenbereiche umfasst. Unter anderem erwar-tet die Gäste ein prächtiger Dschungel. Auf der Hauptbühne heißt es zu mitreißendem Swing „Strictly Ballroom“. Ein kleines, aber feines Highlight verspricht die stilisierte Sauna mit Blick auf eine Landschaft im Polarlicht zu werden, die in der JoJo-Bar unterge-bracht ist.

Beim großen Opening werden Sängerinnen und Sänger des Ensembles gemeinsam mit dem Niedersächsischen Staatsorchester unter der Leitung von Mark Rohde auf-treten, außerdem präsentieren sich Künstler des Ensembles im Marschner-Saal. ist Mit der Thilo Wolf Big Band gastiert erneut eine der besten Bigbands Deutschlands an der Staatsoper, weitere Akzente setzt nach Mitternacht die musikalische Formation Groovin Affairs. Im Marschner-Saal heizt die Band Karibik Tropical den Gästen ein.

Die südafrikanische Sängerin Nomfusi wird bei der Mitternachtsshow auf der Hauptbühne auftreten. Die Künstlerin mit der kraftvollen Stimme und der elektrisierenden Bühnen-präsenz ist ein gefragter Gast bei zahlreichen internationalen Festivals und einem breiten Publikum durch ihre Darstellung der Sängerin Miriam Makeba in dem Film „Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“ bekannt. Dieses Jahr darf das Publikum wieder eine akrobatische Nummer bestaunen: Mit der Luftring-Akrobatin Lea Hinz ist eine international agierende Künstlerin am Werk. Die gebürtige Göttingerin ist inzwischen auch in Las Vegas und New York mit ihren atemberaubenden Shows präsent.

Ohne das Engagement der Sponsoren, Co-Sponsoren und Partner wäre der Opernball in dieser Form nicht möglich, unterstrich Intendant Dr. Michael Klügl und dankte allen Fir-men und Unternehmen – mit Jan Laubrunn / Audi Zentrum Hannover und Uwe Klingen-berg / Klingenberg GmbH als Haupt-Sponsoren – für Ihre Bereitschaft, auch diesmal wie-der zur Durchführung und zum Erfolg des Balles beizutragen. Klügl betonte darüber hin-aus, „der Opernball Hannover sei trotz vereinzelter moderater Preiskorrekturen nach wie vor einer der demokratischsten Bälle, die es gibt – und dies soll auch so bleiben“. Bei der Blumendekoration werde dieses Jahr ganz besonders auf Nachhaltigkeit geachtet. PMStoH

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Hannover, Staatsoper Hannover, Premiere Wilhelm Tell, 31.10.2017

Oktober 30, 2017  
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Staatsoper Hannover 

Staatsoper Hannover © Marek Kruszewski

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Premiere von Rossinis „Wilhelm Tell“
Dienstag, 31. Oktober 2017, 18.30 Uhr

am Dienstag, 31. Oktober 2017, um 18.30 Uhr, hat Gioachino Rossinis letzte Oper „Wilhelm TellPremiere an der Staatsoper Hannover. Sie wird halbszenisch und in französischer Originalsprache mit deutschen Übertiteln aufgeführt. Die musikalische Leitung liegt bei Alessandro De Marchi, einem der bedeutendsten Spezialisten für die Musik des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Das Werk basiert auf Friedrich Schillers berühmtem Drama »Wilhelm Tell« (1804) und thematisiert den Freiheitskampf der Schweizer gegen die habsburgischen Unterdrücker. Rossini hat eine Grand Opéra mit prächtigen Chorszenen, großartig gesteigerten Ensembles und anrührenden Soloszenen geschrieben, in der auch die Darstellung unterschiedlichster Naturstimmungen breiten Raum einnimmt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein war der „Tell“ eine der meistgespielten Opern in Paris.

Für den erkrankten Stefan Adam übernimmt als Gast vom Staatstheater Saarbrücken Peter Schöne die Titelrolle, als Walter Fürst ist Guillaume Antoine zu hören, ebenfalls vom Staatstheater Saarbrücken. Aus dem Ensemble der Staatsoper sind unter anderem zu erleben: Sung-Keun Park in der Rolle des Arnold, Ania Vegry als Tells Sohn Jemmy, Shavleg Armasi als Landvogt Gessler sowie Dorothea Maria Marx in der Rolle der Prinzessin Mathilde. Außerdem sind zu hören der Chor der Staatsoper Hannover (Einstudierung: Lorenzo Da Rio) und das Niedersächsische Staatsorchester Hannover. Die szenische Leitung hat Neil Barry Moss.

Dirigent Alessandro De Marchi ist einer der profiliertesten Orchesterleiter auf dem Gebiet historisch informierter Aufführungspraxis. Er gastiert regelmäßig an den großen Opernhäusern Europas, etwa der Mailänder Scala, dem Teatro La Fenice in Venedig und den Staatsopern in Berlin und Hamburg. Eine enge künstlerische Beziehung pflegt er zur Staatskapelle Dresden. Er ist Künstlerischer Leiter der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und Generalmusikdirektor des Barockorchesters Academia Montis Regalis.

Weitere Aufführungen: Sonntag, 12.11.17, 18:30 Uhr, Freitag, 17.11.17, 19:30 Uhr, Sonntag, 03.12.17, 16:00 Uhr, Samstag, 06.01.18, 19:30 Uhr.

Pressemeldung Staatsoper Hanover

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