Hamburg, Brenda Roberts – Rollenimpressionen, IOCO Portrait, 17.01.2018

Januar 16, 2018  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Oper, Portraits, Staatsoper Hamburg

Brenda Roberts © Brenda Roberts

Brenda Roberts © Brenda Roberts

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BRENDA ROBERTS  –  ROLLENIMPRESSIONEN

Von Rolf Brunckhorst

2017 erschien erstmals der Mitschnitt der als verloren geglaubten Bayreuther Siegfried Aufführung aus 1974; mit der damals so jungen Brenda Roberts als Brünnhilde: Seit Erscheinen dieses Siegfried-Mitschnitts ist Brenda Roberts wieder ins Gespräch gekommen. Zeit also, sich an ihre großen Auftritte zu erinnern. Begonnen hat ihre Karriere am Staatstheater Saarbrücken, weitere Stationen waren die Opernhäuser Bielefeld und Nürnberg, bis GMD Horst Stein sie dann an die Hamburgische Staatsoper engagierte. Brenda Roberts war im Jahre 1978 meine erste Elektra überhaupt. Vorher hatte ich mich bei Freunden informiert, welche der Elektra-Sängerinnen die derzeit Beste sei. Bei dem Namen Brenda Roberts vermutete jemand, sie sei doch viel zu jung, das könne doch gar nicht gehen. Also suchte ich mir eine andere Elektra-Vorstellung aus. Am Abend erwartete mich im Hamburger Opernhaus ein roter Zettel, der mich darüber informierte, daß statt der angesetzten Elektra nun Brenda Roberts die Titelpartie übernehmen werde. Nun denn …. Nach der allseits bekannten Mägde-Szene begann der große Monolog. Ich hörte eine fast lyrische, aber metallische und wuchtig ausladende Sopranstimme, die in der Höhe prächtig aufging. Dazu nahm das intensive Spiel von vornherein für diese Sängerdarstellerin ein. Brenda Roberts führte ihre Stimme unangefochten durch alle Szenen und stellte sowohl Aggression, Hohn und Spott für Klytämnestra dar, zeigte sich aber fast kindlich zutraulich ihrem Bühnenbruder Orest gegenüber. Bis zum Schlußjubel war von einer Überanstrengung der Stimme nichts zu hören, und es gab allenthalben Bravos für diese Leistung. Am Bühnenausgang zeigte sich Brenda Roberts unkompliziert und aufgeschlossen und erzählte, daß sie zur Zeit eine Serie Salome-Vorstellungen am Staatstheater Braunschweig sänge. Zum abgesprochenen Vorstellungstermin fand ich mich im Braunschweiger Opernhaus ein.

Brenda Roberts als Elektra in Mannheim hier Schlussapplaus © Brenda Roberts

Brenda Roberts als Elektra in Mannheim hier Schlussapplaus © Brenda Roberts

Diese Salome wird mir für alle Zeiten unvergeßlich bleiben. Diese Salome spielt in einem Schlachthaus, die weißen Kacheln waren blutüberströmt, und die läppischen Kostüme waren das Tüpfelchen auf dem „i“. Einige Abonnenten verließen vorzeitig das Haus, und auch mein Nebenmann wurde während des Judenquintetts unruhig und wäre am liebsten gegangen, wenn nicht Brenda Roberts‘ bisherige Leistung einen fulminanten Schlußgesang versprach. Höhepunkt des ersten Teils war zweifellos die Szene mit Jochanaan, in der sich Brenda Roberts geradezu in eine Hysterie hineinsteigerte, wenn sie beharrlich verlangte, den Mund des Jochanaan zu küssen. Während des nachfolgenden Zwischenspiels zog sie alle Blicke auf sich, da man an ihrer Körpersprache erkennen konnte, daß großes Unheil geschehen werde. Daß der Tanz in dieser Atmosphäre von vornherein verschenkt sein würde, war klar, denn in diesem Schlachthaus konnte keinerlei erotische Stimmung aufkommen. Der Schlußgesang hatte es dann wirklich in sich: mit immer schärferer Tongebung verlieh Salome ihrer Forderung nach dem Kopf des Jochanaan hörbaren Nachdruck, und verfiel wieder in die bereits erwähnte Hysterie, der man nur mit der Erfüllung ihres Wunsches Einhalt gebieten konnte. Während der Schlußszene entwickelte Brenda Roberts‘ Salome sich angesichts des Toten wieder in das kleine unschuldige Mädchen zurück, das sie vielleicht liebend gern geblieben wäre. Aber wenn der Mond die dunkle Szenerie nur knapp erhellt, gewinnen Salomes innere Dämonen wieder Gewalt über sie und sie bejubelt das Geschehene. Diese fulminante Darstellung stand im Einklang mit einer vorzüglichen stimmlichen Leistung, die verstehen läßt, daß Brenda Roberts zu den gefragtesten Salome-Sängerinnen ihrer Zeit zählte.

Drei Strauss-Generationen hier vl Viorica Ursuleac, Astrid Varnay, Brenda Roberts © Brenda Roberts

Drei Strauss-Generationen hier vl Viorica Ursuleac, Astrid Varnay, Brenda Roberts © Brenda Roberts

Nur wenige Wochen später: zweimal Ortrud (Lohengrin) in – ihrer – Hamburger Inszenierung. Während des ersten Aktes, in dem die Ortrud nahezu eine Stunde lang nichts zu singen hat, ist sie aber trotzdem von Beginn an präsent, sie beratschlagt sich mit ihrem Mann, umkreist immer wieder die handelnden Personen, und vermittelt auf diese Weise den Eindruck einer fanatischen, einer getriebenen Frau. Im zweiten Akt wird klar, was diese Ortrud antreibt: es ist das Klammern an die alte Religion, die alten Götter, die für Ortrud noch nichts an Kraft und Glanz verloren haben. Geradezu unheimlich schleudert Brenda Roberts in der Szene mit Telramund das Wort „Gott“ heraus, nachdem totale Stille herrscht, die keinem Gelächter oder ähnlichem geopfert wird. Brenda Roberts steigert sich in dieser Szene hin zu phänomenalen „Entweihten Göttern“, bei denen sie auch durch ihre Körpersprache ausdrückt, daß mit dieser Vertreterin der alten Götter noch zu rechnen sein muß. Vor dem Münster kommt es dann zum Showdown zwischen Ortrud und Elsa, wenn Ortrud ihr weißes Gewand ablegt und ganz in schwarz, der Farbe ihrer Rache, vor dem Volk steht. Und auch die Schlußszene zeigt, daß Ortrud zumindest in einer Hinsicht triumphieren wird, Lohengrin muß seine Ehefrau zurücklassen, und Ortrud giftet ihm ein höhnisches „Fahr‘ heim Du stolzer Helde“ nach. Sie hat zweifelsohne noch viel vor an diesem Hof. Brenda Roberts‘ Ortrud: ein Rollenbild aus einem Guß.

Brenda Roberts‘ Isolde-Debüt ist angesagt, und so treffen sich einige auswärtige Opernfreunde an diesem Sonntag am Staatstheater Mainz. Zwei wichtige Pfeiler einer Tristan-Premiere, nämlich die Inszenierung und die Besetzung des Titelhelden, lagen wie ein Schatten auf dieser Premiere. Das Bühnenbild litt unter erkennbaren Sparzwängen, und so war der Versuch, Arnold Böcklins Toteninsel zum Bühnenbild umzugestalten, sichtbar gescheitert. Zudem paßte in diese marode Kulisse Herbert Becker wie das Tüpfelchen aufs „i“. Ich hatte ihn vor vielen Jahren als Siegfried erlebt, und mein erster Gedanke war, er sieht aus wie der klassische Oberförster. Mit seinen roten Bäckchen und seiner properen Figur paßte er nun gar nicht in den weißen Dandy-Anzug, dessen Jacke er sich entledigte, um sie Brenda Roberts als Sitzunterlage für das Duett anzubieten. Auch stimmlich konnte ich mit seiner Art zu singen nie richtig glücklich werden, zu eigenwillig erscheinen einige Phrasen, zu auffällig wurden an dramaturgisch vertretbaren Plätzen Kräfte gespart. Und zum Schluß noch eines: die ganzen Blumensträuße und Bravo-Rufe für Brenda Roberts waren NICHT von ihr bestellt worden, sondern eine Überraschung für die Sängerin anläßlich ihres Rollendebüts. Auf der Haben-Seite des Abends blieb noch ein kreuzbraver Kurwenal und eine etwas vorsichtige, aber stimmschön agierende Brangäne. Doch das Ereignis des Abends war zweifellos Brenda Roberts als Isolde, die gleich am Premierentag von dieser Rolle Besitz ergriff. Vom ersten „Wer wagt es zu Höhnen“ bis hin zu „Unbewußt, höchste Lust“ zeigt die Stimme alle Facetten, die ihr zur Verfügung stehen und die für diese Rolle auch benötigt werden. Besonders gut gelingt ihr der höhnische, mitunter sogar sarkastische Dialog mit Tristan, herrlich auch, wie eiskalt sie Kurwenal abserviert: „Nicht sollt ich mich bereiten …“. Nach einem prachtvoll gesungenen Finale wurden wir in die erste Pause entlassen. Da das Mainzer Opernhaus darauf bestanden hatte, ausgerechnet an diesem Premierenabend ihr neues Computerkartensystem auszuprobieren, waren viele Leute verspätet oder gar nicht in den ersten Akt gekommen. Der Ärger darüber war fast lauter als die klassischen Pausengespräche über die Musik. Nachdem für den zweiten Akt nun auch alle, die Karten vorbestellt hatten, hinein durften, gab es gleich einen Höhepunkt zu bestaunen: Brenda Roberts schleuderte souverän und wuchtig ihr „Frau Minne sprach, es werde Nacht“ an Brangänes Adresse, so daß alle in Merket-auf-Stellung saßen. Damit begann das lange Duett, von mir als Solo mit Begleitung empfunden. Brenda Roberts sang wunderschön, empfindsam und differenziert, mit topsicherer Tongebung und nie nachlassendem lyrischem Fluß. Wunderbar, wie sie sich nach dem verhaltenen Beginn von „So starben wir“ zu der finalen Passage „Der Liebe nur zu leben“ steigert. Bleibt noch der dritte Akt, für mich eine Stunde  Warten auf Brenda Roberts‘ Auftritt, ein Warten, für das ich mit Isoldes letzten Monologen belohnt wurde. Am Ende „Mild und leise, wie er lächelt“, zärtlich verhalten beginnend, sich prächtig zu einem leuchtenden „Welt-Atem“ erhebend, um im sauber getragenen Piano der „Höchsten Lust“ zu vollenden. Obwohl dieses Rollendebüt schon so viel Definitives aufgezeigt hatte, hat Brenda Roberts für die nächsten Vorstellungen weiter an der Partie gearbeitet und hat immer neue Nuancen herausstellen können (NB: „Ich habe vier der fünf Vorstellungen gesehen).

Samstagmorgen … ein bißchen ausschlafen … das Telefon läutet: „Hier Brenda Roberts, ich gebe heute Abend in Oldenburg mein Kundry-Debüt, ohne Orchesterprobe, nur mit Klavierprobe und kurzer szenischer Einweisung.“ Am Abend klang s aber alles andere als ungeübt. Das Oldenburger Opernhaus hatte eine Besetzung zusammengestellt, die miteinander sang und sich auch Orchester und Chor verlassen konnte. Nachdem Brenda Roberts schon im ersten Akt einige Male hat aufhorchen lassen („Deine Mutter ist TOT“ und „Sind die Tiere hier nicht heilig“), entwickelte sich im zweiten Akt eine spannende Auseinandersetzung zwischen Klingsor und Kundry, bei der sich Kundry sichtbar bemühte, nicht den neuen Anweisungen ihres Bühnenbeherrschers Klingsor folgen zu müssen. Die großen, geradezu expressiven Schreie zeigten auch im Publikum ihre Wirkung, zwei Damen hinter mir waren ganz verblüfft darüber, daß an diesem Abend solch ein ausdrucksstarkes Stück geboten wurde. Dann folgten die 20 Minuten, auf die jedes Parsifal-Publikum lauert: die ausgeweitete Szene zwischen Kundry und Parsifal. Brenda Roberts beginnt ganz schlank auf Linie und bringt den ersten Teil von „Ich sah das Kind an seiner Mutter Brust“ inspiriert, intonationssicher und wortverständlich über die Runden. Noch einmal steigert sie ihr heißblütiges Spiel, wenn sie Christus am Kreuz verlacht. Dann folgt Kundrys finaler Ausbruch, bei dem man merkt, daß sie noch nicht an ihre Grenzen gegangen ist. Der dritte Akt bietet der Kundry nicht mehr als das stöhnende Geräusch und die beiden „dienen“-Rufe. Trotzdem war Brenda Roberts in ihrer Gestaltung durchweg intensiv, und ihre Reaktion auf ihre Mitspieler war von einem tiefen Rollenverständnis geprägt.

Wenn dieser Bericht einen störungslosen Ablauf protokolliert hat, so ist dieses vor allem Brenda Roberts zu verdanken, die sich die heikle Kundry-Partie an diesem Abend ganz zu eigen gemacht hat. Dieses ist nur ein weiteres Beispiel für die Professionalität von Brenda Roberts, mit der sie hier wie auch an verschiedenen anderen Opernhäusern in aller Kürze eine Vorstellung gerettet hat. Das führt uns zwanglos zum nächsten Bericht. Wir sind wieder in Hamburg, es gibt Die Frau ohne Schatten, und die Retterin der Aufführung an diesem Abendheißt Brenda Roberts. Die alte Kurt-Horres-Inszenierung war ein Repertoire-Glanzstück und wurde in der Regel auf Weltklasse-Niveau besetzt. Das war auch an diesem Abend nicht anders, da die fünf Hauptpersonenalle auf Augenhöhe miteinander agieren konnten. Brenda Roberts ist für die Besetzung der Färbersfrau ein Glücksfall. Auf den ersten Blick wirkt sie jung und verletztlich, ist aber in ihrer Ehe zutiefst frustriert, und zwei nach unten gezogene Mundwinkel zeugen von steter Unzufriedenheit. Das ist genau die Färbersfrau, die sich die Amme und die Kaiserin gewünscht haben. Die Färbersfrau scheint ihnen auch auf den Leim zu gehen, wenn sie z.B. Juwelen geschenkt bekommt und scheinbar ganz hilflos fragt, „dies in mein Haar?“, und doch schon sehr genau weiß, daß diese Sachen bald ihr gehören werden. Daß die junge Frau im ersten Akt aber noch nicht alle moralischen Maßstäbe über Bord geworfen hat, erkennt man an ihren Ängsten, wenn sie glaubt, die Stimmen der ungeborenen Kinder zu hören. Auch im zweiten Akt bleibt sie hinter den „Erwartungen“ der Amme zurück. Sie will sich nicht mit dem nackten Jüngling, vom Markt in ihre Stube gezaubert, einlassen, und so kommt es zu keiner Minute zu dem Ehebruch, den die Färberin später ihrem Mann fälschlich gesteht. Diese im wahrsten Sinne des Wortes hochdramatische Handlung fordert auch einen beinharten hochdramatischen Sopran. Mit Brenda Roberts steht ein Färbersfrau auf der Bühne, die den von Richard Strauss entfachten Klangwogen stets noch etwas entgegenzusetzen hat. Großer Jubel am Ende des zweiten Aktes. Der dritte Akt bietet die vielleicht schönste Musik, die Richard Strauss jemals komponiert hat. Ganz aufgehen kann man in dem Auftaktsduett, in dem Barak und seine Frau langsam wieder zueinander finden. Färbersfrauen, die sich am Ende des zweiten Aktes verschrien haben, haben natürlich ihre Probleme mit dem lyrischen Fluß des Duetts, aber dies bereitete Benda Roberts keinerlei Probleme und sie sang sieghaft ihren nächsten Höhenanforderungen entgegen. Wenn dann im Finale die beiden Paare endlich wieder zueinander gefunden haben, bietet das abschließende Quartett den Protagonisten noch einmal die Gelegenheit, ihre Stimmstärken in die Waage zu werfen. Ein mehrfaches hohes „C“ beendete dann eine Vorstellung auf allerhöchstem Niveau. Das Publikum liebte seine Färberin und feierte die Aufführung ausgelassen.

Brenda Roberts als Färberin in Frau ohne Schatten an der MET © Brenda Roberts

Brenda Roberts als Färberin in Frau ohne Schatten an der MET © Brenda Roberts

Als letztes habe ich die Sommerfestspiele in Bad Hersfeld ausgesucht: Zwei Sommer lang Fidelio mit Brenda Roberts in der Titelrolle. Die Stiftsruine bildet einen idealen Platz für die Darstellung dramatischen Geschehens. Es war wahrlich beeindruckend, wie nach der Rückkehr der Gefangenen in ihre Kerkerauch das natürliche Tageslicht sich für diese Nacht zurückzog. Die Festspielintendanz hatte ein hoch motiviertes Team an die zum Teil recht schwierigen Partien herangeführt, und man konnte in den Tagen bis zur Premiere sehen, wie die Aufführung reifte. Bei der Premiere zeigten sich alle in Bombenform. Brenda Roberts‘ kräftige Stimme fand sich in der ungewohnten Akustik schnell zurecht und sie konnte ihre Leistung im ersten Akt mit einem grandiosen „Abscheulicher, wo eilst du hin“ krönen. Es war eine Freude, wie die Koloraturen aufeinander perlten, bis Brenda Roberts dann im Finale der Arie zeigte, daß sie eine echte Hochdramatische ist. Mit dem nötigen Metall in der Stimme ging es weiter zum jubelnden „Noch heute, noch heute“. Pausenlos ging es in den zweiten Akt, wo sich Brenda Roberts kämpferisch zeigte, um ihrem Bühnengatten unter Einsatz ihres eigenen Lebens die Freiheit zu ermöglichen. Das Duett nach der befreienden Nachricht des Ministers verdient ein Extra-Lob. Insgesamt eine würdige Aufführung für diesen eindrucksvollen Festspielort. Brenda Roberts erhielt übrigens den „Kulturpreis der Stadt Bad Hersfeld“ für ihre Leistung.

Der zeitliche Rahmen des geschilderten verteilt sich auf ca. 10 Jahre, die nicht ganz so typischen Roberts-Partien (Turandot, Lady Billows, Tosca, Ariadne) verdienen vielleicht einen Folgebericht. Vielen Dank an Brenda Roberts für ihre Mithilfe.

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Renate Spingler – Peter Galliard – Jürgen Sacher, IOCO Aktuell, 12.12.2017

Dezember 12, 2017  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Personalie, Portraits, Staatsoper Hamburg

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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

 Staatsoper Hamburg ehrt langjährige Ensemblemitglieder

– Renate Spingler, Peter Galliard, Jürgen Sacher –

Im Rahmen des traditionellen Ensemblekonzerts Bühne frei! am 9. Dezember 2017 wurden die langjährigen  Ensemblemitglieder Renate Spingler  (Mezzosopran), Peter Galliard  (Tenor) und Jürgen Sacher (Tenor) vom Hamburger Senat ausgezeichnet  und erhielten den Titel der Kammersängerin bzw. des Kammersängers für anerkannt hervorragende  Verdienste auf dem Gebiet der Musik.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Wir zeichnen gleich drei  herausragende Künstlerpersönlichkeiten aus, die der Staatsoper Hamburg als  Ensemblemitglieder seit vielen Jahren eng verbunden sind und so die musikalische  Landschaft unserer Stadt geprägt haben. Alle drei waren in zahlreichen und äußerst  vielfältigen Rollen auf der Bühne der Staatsoper zu erleben und sind dank der hohen  künstlerischen Qualität und der Kontinuität ihrer Tätigkeit wichtige Stützen des Ensembles. Mit der Ernennung zu Kammersängern erkennen wir ihr großes  Engagement und ihre herausragenden Verdienste um die Staatsoper an.“

Staatsoper Hamburg / Kammersänger/in - vl Peter Galliard, Renate Spingler, Jürgen Sacher © Jürgen Joost

Staatsoper Hamburg / Kammersänger/in – vl Peter Galliard, Renate Spingler, Jürgen Sacher © Jürgen Joost

Staatsopernintendant Georges Delnon:Der Gedanke des Ensembles ist mir ein besonders wichtiges Anliegen. Neben der Pflege eines reichhaltigen Repertoires ist die  Kunst des Ensemblespiels von herausragender Bedeutung für die Qualität eines Opernhauses. Das Ensemble benötigt Sängerinnen und Sänger, die in ihrer Spielweise  nicht als solitäre Einzelkünstler wahrgenommen werden wollen, sondern Künstler, die  daran glauben, dass es auch um die Tatsache des miteinander Spielens und gemeinsamen Musizierens auf der Opernbühne geht. Nur mit dem Zusammenspiel  eines guten und feinsinnigen Ensembles trifft die Regie auf einen Nährboden für eine Gesamtleistung von Inszenierung, Musikalität und Qualität. Insofern freut es mich  ganz außerordentlich, dass im diesjährigen Ensemblekonzert drei langjährige und  bewährte Ensemblemitglieder geehrt und mit dem Titel des Kammersängers  ausgezeichnet werden.“

Das Motto des diesjährigen Ensemblekonzerts Bühne frei!  lautet Bretter, die die Welt bedeuten. Unter der Moderation von Staatsopernintendant Georges Delnon und der musikalischen Begleitung von Studienleiter Rupert Burleigh gestalten Ensemble-mitglieder einen vielseitigen Abend. Das traditionelle Ensemblekonzert findet zugunsten der Deutschen Muskelschwund-Hilfe e.V. statt.

Biographien:

Renate Spingler begann ihre Gesangsausbildung an der staatlichen Hochschule für Musik in München. Gleich im Anschluss engagierte Prof. Rolf Liebermann 1986 sie als Ensemblemitglied an die Hamburgische Staatsoper. Hier hat sie zahlreiche große Partien verkörpert, so als Gaea („Daphne“), Kabanicha („Katja Kabanova“), Marcellina („Nozze die Figaro“), Herodias („Salome“), Geneviève („Pelléas et Mellisande“), Orlofski („Die Fledermaus“), Marthe (Faus“), Försterin /Eule (Das schlaue Füchslein“),  Flora Bervoix (“La Traviata“), Mère Jeanne („Dialogues des Carmélites“). Ebenso ist Renate Spingler als Lucia („Cavalleria rusticana“/“I Pagliacci”), als Knusperhexe  („Hänsel und Gretel“), Léoena „(La Belle Hélène“), Filipjewna („Eugen Onegin“), als Mary („Der fliegende Holländer“) und als Giovanna („Rigoletto”) zu erleben. Renate Spingler gastiert regelmäßig an Opernhäusern z.B. in Frankfurt, Dresden, Brüssel, Köln und Kopenhagen. Weitere Gastengagements führten sie nach Barcelona, Essen, München (Prinzregententheater), Nagoja (Japan), Tokio, Wien (Theater an der Wien) und Sao Paulo. Die Mezzosopranistin hat mehrere Plattenaufnahmen bzw. CD-Mitschnitte aufzuweisen.

Peter Galliard wurde im schweizerischen Chur geboren und studierte unter anderem am Mozarteum in Salzburg. 1986 engagierte ihn Rolf Liebermann an die Hamburgische Staatsoper, der Peter Galliard seither als Ensemblemitglied angehört. Hier sang er im Laufe seiner Karriere zahlreiche Partien, unter anderem Tamino („Die Zauberflöte“), Jaquino („Fidelio“), Cassio („Otello“), Loge und Froh („Das Rheingold“), Alfred und Eisenstein („Die Fledermaus“), Peter Iwanow („Zar und Zimmermann“), Bardolfo („Falstaff“), den Hauptmann („Wozzeck“), die Knusperhexe („Hänsel und Gretel“), Lenski („Eugen Onegin“), Narraboth („Salome“), Melot („Tristan und Isolde“), Walther von der Vogelweide („Tannhäuser“) und Don Basilio („Le Nozze di Figaro“). Peter Galliard hatte zahlreiche Gastspiele in Deutschland, zum Beispiel an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, der Deutschen Oper Berlin, in Frankfurt, Dresden und Leipzig, aber auch in Japan, Spanien, Frankreich und Israel. Fernseh-, Rundfunk-und Tonträgeraufnahmen dokumentieren sein breit gefächertes Repertoire.

Jürgen Sacher ist seit 1991 Ensemblemitglied der Hamburgischen Staatsoper. Hier ist er seitdem in zahlreichen Rollen aufgetreten, darunter Andres in „Wozzeck“, Maler in „Lulu“, Truffaldino in Prokofjews „Die Liebe zu den drei Orangen“, Valzacchi in „Der Rosenkavalier“, David in „Die Meistersinger von Nürnberg“, Junger Mann in „Moses und Aron“, Steuermann in „Der fliegende Holländer“, Peter Iwanow in „Zar und Zimmermann“, Pedrillo in „Die Entführung aus dem Serail“, Walther von der Vogelweide in „Tannhäuser“) Graf Elemer in „Arabella“, Knusperhexe in „Hänsel und Gretel“, Raoul de St. Brioche in „Die lustige Witwe“, Herodes in „Salome“, Novagerio in „Palestrina“, Orontes in Telemanns „Flavius Bertaridus“, Mime und Loge in „Das Rheingold“ sowie Mime in „Siegfried“. Außerdem wirkte er in „Der Meister und Margarita“ als Asasello, in „Ariadne auf Naxos“ als Tanzmeister, in Aribert Reimanns „Lear“ als Graf von Kent sowie in „Peter Grimes“ als Reverend Adams mit. Regelmäßige Konzertauftritte gehören ebenfalls zu den Verpflichtungen des Tenors. Gastspiele führten Jürgen Sacher unter anderem an die Berliner Staatsoper, nach Brüssel, Barcelona, Kopenhagen, an die Mailänder Scala, ans Theater an der Wien sowie zu den Salzburger Festspielen. PMStoHH

Wien, Franz Grundheber – Die lange Karriere eines großen Sängers, IOCO Portrait, 23.11.2017

November 24, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Portraits, Staatsoper Hamburg, Wiener Staatsoper

 Franz Grundheber 1998 als Rigoletto an der Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Axel Zeininger

Franz Grundheber 1998 als Rigoletto an der Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Axel Zeininger

Franz Grundheber – Leben im Gesang

Wozzeck, Holländer, Boccanegra – Wien, Hamburg, New York

Von  Susanne Resperger

Nachdem der Vorhang der Oper Leipzig sich nach der Vorstellung der Frau ohne Schatten langsam gesenkt hatte, ein kurzer Augenblick Stille – dann großer Jubel. Franz Grundheber hatte an diesem Abend als Barak Unglaubliches geleistet: Hatte es im Vorfeld Zweifler gegeben, ob er denn diese Partie wenige Monate vor seinem 80.Geburtstag noch würde bewältigen können, so bewies er diesen das Gegenteil. Mit Leichtigkeit, kraftvoll, berührend, mit klarer Stimme, jeder Ton, jedes Wort bedeutungsvoll, vermochte er die Rolle innig und intensiv zu gestalten – ohne jegliche Ermüdungserscheinungen. Nicht nur vom Publikum wurde er gefeiert, sondern auch seine Kollegen waren voller Bewunderung für diese Leistung.

Franz Grundheber als Gérard in Andrea Chenier

Wo aber liegt nun das Geheimnis einer so vollkommenen, intakten Stimme in diesem Alter? Diese Frage bekommt Franz Grundheber (*1937) oft gestellt und darauf gibt es auch eine klare Antwort: die Stimmtechnik zu perfektionieren, die Rollenauswahl ganz bewusst der Stimme anzupassen, Fleiß und Disziplin, auch im Privatleben. Gattin Angelika ist die ideale Ergänzung und der notwendige Rückhalt für diesen Beruf. Ohne sie wäre vieles nicht möglich gewesen. Aber auch seine persönliche Geschichte und die Umstände, wie sich alles in frühen Jahren entwickelte, trugen dazu bei.

Erste Offenbarungen in der Jugend

Aufgewachsen in einem Dorf vor Trier, in einfachen Verhältnissen, war es seine Mutter, die etwas „Besseres“ für ihn wollte. Sie setzte es durch, dass er aufs Gymnasium ging. Dort waren es die Deutschlehrer, die ihn für Literatur begeisterten, und er ging sehr gerne und viel ins Theater. Ein Zufall wollte es dann, dass er eines Abends – er war 18 Jahre alt – eine Karte für die Zauberflöte bekam und – sich zuerst extrem langweilte. Erst die „Sprecherszene“ begann ihn zu interessieren und als dann Peter Roth-Ehrang als Sarastro auftrat (in Trier gastierend, da er seine Eltern besuchte) erlebte der junge Mann erstmalig, welche Gefühle ein Sänger mit den Schwingungen seiner Stimme auslösen kann. Die Erhöhung der Sprache durch die Musik, wie der Künstler es selbst definiert, faszinierte ihn.

Zu Hause angekommen, versuchte er diesen Klang des Sarastro nachzuahmen und es gelang ihm so gut, dass der nebenan schlafende Vater polterte: „Ruhe, ich muss morgens um 5 aufstehen!“  Der Wunsch, Opernsänger zu werden, nahm damit seinen Anfang.

Franz Grundheber 1991 als Fliegender Holländer an der Hamburger Staatsoper © Peter Schünemann

Franz Grundheber 1991 als Fliegender Holländer an der Hamburger Staatsoper © Peter Schünemann

Flug und Landung – Als Pilot

Franz Grundheber musste damals zur Bundeswehr und wollte sich als Offizier auf Zeit bei der Luftwaffe bewerben, bestand alle Prüfungen, war auch flugtauglich. Er verpflichtete sich auf 3 Jahre für die Pilotenausbildung. Peter Roth-Ehrang wurde in dieser Zeit nach Hamburg engagiert und setzte sich sehr stark dafür ein, dass Grundheber sich ausbilden ließ. Er war von seinem Talent überzeugt. Nach einer beantragten Versetzung als Sportoffizier nach Hamburg besuchte er, wann immer er Zeit hatte, die Oper. Nach 3 Jahren verließ er die Bundeswehr, ließ sich abfinden und neben einem Halbtagsjob im Büro bildete er sich, ohne auf die Hochschule zu gehen, selbst aus, nahm Stunden bei Gesangs- und Sprachlehrer sowie Korrepetionsstunden. Nach zwei Jahren wollte er schon aufgeben, doch war es wieder der „Zufall“, der aushalf – er hörte von einem Stipendium der Hamburger Staatsoper in Amerika. Er sang vor, erhielt es für ein Jahr und konnte es in Amerika auf ein zweites Jahr verlängern. Das Studium an der Indiana University in Bloomington mit einem kleinen angeschlossenen Opernhaus wurde prägend für sein Leben. Wichtig dabei auch seine Lehrerein Margaret Harshaw. Ihre Gesangsgrundlagen und die Arbeit mit ihr waren eine exzellente Basis für seine Karriere. In seinen Meisterklassen gibt er dieses Wissen mit Leidenschaft und Überzeugung an Studenten weiter.

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburgische Staatsoper © IOCO

Hamburg:  Seit 1966 Fixpunkt der Karriere

1966 bekam er nach vielen erfolglosen Versuchen dann doch noch ein Vorsingen. Man wollte eigentlich keine Stipendiaten mehr aufnehmen, aber er wollte unbedingt zeigen, was er sich erarbeitet hatte.  Rolf Liebermann war begeistert und engagierte ihn. Er bekam keinen Ein-Jahresvertrag, wie er gerne schmunzelnd erzählt, sondern gleich einen Zwei-Jahresvertrag.

Von 1966 bis 1988 blieb er dem Hamburger Ensemble treu und sang alles, von den kleinsten Rollen bis zu den großen Fachpartien und war oft Einspringer, wenn prominente Sänger absagten. Für Rolf Liebermann war es wichtig, auch kleine und mittlere Rollen sehr gut zu besetzen. Dafür bekamen die jungen Sänger auch jedes Jahr die Chance,  ein oder zwei größere Rollen zu übernehmen. Im ersten Jahr sang er bereits Donner, Masetto und Figaro folgten sehr bald.  Auch viele Uraufführungen konnte er mitgestalten, ganz normal für die Ära Liebermann.

Franz Grundheber als Dr. Schön - Lulu an der Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Axel Zeininger

Franz Grundheber als Dr. Schön – Lulu an der Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Axel Zeininger

Aber im Repertoirebetrieb musste man Rollen einfach ohne Proben übernehmen. Als die ersten Engagements für Produktionen mit langer Probenzeit kamen, reifte langsam der Entschluss, das Ensemble zu verlassen. Es war viel interessanter und effektiver, Rollen einige Wochen zu erarbeiten, und er wusste, wieviel besser er damit sein konnte. Außerdem wollte er angefragt werden und sich Rollen selbst auswählen können.

Die Hamburger Staatsoper ließ ihn aber nicht einfach ziehen, wollte ihn unbedingt binden. Peter Ruzicka, Nachfolger von Rolf Liebermann gab ihm einen permanenten Gastvertrag. Bei vielen Produktionen der Hamburger Staatsoper, die immer noch im Repertoire sind, war er Premierensänger: Fliegender Holländer (unter Marelli) , Rigoletto  (Homoki), Macbeth (Pimlott), Tosca (Carsen) und Simone Boccanegra (Guth). Er trat über 2050 Mal im Haus am Dammtor auf, im Februar 2012 feierte man mit ihm seine 2000. Aufführung (er war Amonasro). Der Kontakt zu Hamburg blieb immer sehr gut und er sang weiterhin 10 bis 20 Vorstellungen pro Saison. Bis zu dem Zeitpunkt, als die neue Direktion Nagano /Delnon antrat und dieser Kontakt abrupt endete. Aber nicht von Seiten des Künstlers.

Herbert von Karajan

 Herbert von Karajan in Salzburg © IOCO

Herbert von Karajan in Salzburg © IOCO

Besonders prägend war in der Zeit, in der er sich die Trennung vom Ensemble überlegte, die Zusammenarbeit mit Herbert von Karajan. Neben zahlreichen gemeinsamen Konzerten erarbeitete er sich mit ihm im März 1988 in Salzburg seinen ersten Scarpia. Erstaunlich war, dass er trotz seines deutschen Namens immer wieder interessante Engagements im italienischen Fach bekam. Viele Jahre sang er immer wieder in Italien nicht nur das deutsche Fach. Mit dem Amonasro war er auch der erste Deutsche in der Arena di Verona. Im Alter von 62 Jahren gab er schließlich sein Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera als Rigoletto. Damit war er der erste Deutsche, der diese Partie an der MET sang. Auch an der Wiener Staatsoper oder in Covent Garden war er in vielen italienischen Rollen erfolgreich.

Die Kollegen

Am Beginn seiner Karriere hat ein Kollege, Mathieu Ahlersmeyer, ihn in die Garderobe geholt, ihn sehr gelobt, aber gleichzeitig auch einen wichtigen Rat gegeben: er solle das schwere italienische und deutsche Fach nicht vor 40-45 singen. Und wenn, dann mit 50, wenn all die Technik erlernt wurde und die Stimme noch da ist: „Dann wissen Sie, wovon Sie singen“. Dann wird bei jedem Ton mitschwingen, was man bis dahin erlebt hat: Liebe, Trennung, Verlust, Schmerz oder Trauer. Erst dann wird ein Sänger glaubhaft, wird die Persönlichkeit des Künstlers interessant, berührt er die Zuhörer.  Da käme alles von selbst und der Beruf mache dann erst richtig Spaß. Diesen Tipp nahm sich Franz Grundheber zu Herzen und verfolgte ihn sehr konsequent.

Er beobachtete seine Kollegen auf der Bühne, stand in Hamburg sehr oft auf der Hinterbühne, hörte genau zu und überlegte, wie diese es schafften, einen bestimmten Klang zu erzeugen. Sehr oft diskutierte er mit seinen Kollegen darüber, fragte bei großen Kollegen wie z.B. James King nach, arbeitete auch oft mit ihm, holte sich von vielen Ratschläge. Und – für ihn besonders wichtig: jede seiner Vorstellungen wurde von ihm kontrolliert, denn sein „Prof. Walkman“ blieb, von Margaret Harshaw abgesehen, sein einziger Gesangslehrer. Nur beim selbst Nachhören erfährt er die Wahrheit, eine Erfahrung, die er auch jungen Sängern immer wieder ans Herz legt. Kein Freund, kein Zuhörer wird einem die Wahrheit sagen (wie er selbst immer wieder in Interviews erwähnt).

 Franz Grundheber als Jago an der Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Axel Zeininger

Franz Grundheber als Jago an der Wiener Staatsoper © Wiener Staatsoper / Axel Zeininger

Das Wort  –  „Ein Geheimnis“

Ein weiteres „Geheimnis“ von Franz Grundheber: das Wort! Von jeher interessierte ihn Literatur und Theater ganz besonders, daher meint er dazu immer wieder: Die Worte eines Dichters wurden von einem genialen Komponisten interpretierenderweise in Musik umgesetzt, um diese Worte zu erhöhen und mit der Musik zu intensivieren. Aber die Basis bleibt immer das Wort. Grundheber hat sich jede Rolle zuerst vom Text her erarbeitet, ihn auswendig gelernt und dann den Sprachrhythmus des Komponisten analysiert, um nach der Bedeutung der Noten zu suchen. Er überlegte, warum der Komponist diese so geschrieben hatte, suchte, was er damit ausdrücken wollte.

Genau das macht die Faszination seiner Auftritte aus. Seine Rollen sind bis ins Detail durchdacht. Gestik, Blick, jede Betonung hat Sinn, ist überlegt und ganz bewusst gewählt. Seine Figuren werden dadurch plastisch, verständlich und unglaublich menschlich. In einem Interview sagte er einmal, es sei auch sehr menschlich, böse zu sein. Ebenfalls wichtig in diesem Zusammenhang: Er betont immer wieder, nur in den Sprachen zu singen, die er selbst auch beherrscht, denn nur so könne er den gesungenen Worten die richtige Bedeutung mitgeben. Auch wenn es ihm die Zusammenarbeit mit Claudio Abbado gekostet hatte, der ihn unbedingt für Aus einem Totenhaus gewinnen wollte.

youtube:  Franz Grundheber 1986 als Jago an der Semperoper

Die Lieblingsrollen von Franz Grundheber

Grundhebers Barak in Leipzig war auch deshalb ein besonderes Ereignis, weil es ja eine seiner drei Lieblingsrollen ist.

Die zweite für ihn besondere Rolle ist jene des Wozzeck. Für ihn ist Alban Bergs Werk die perfekteste aller Opern, die er in insgesamt 11 Inszenierungen gestalten durfte. Darunter Auftritte in Paris, Berlin, Brüssel, Amsterdam, Chicago, an der Scala (unter Jürgen Flimm)  aber auch an der Met. Den bedeutendsten Erfolg hatte er damit 1987 unter Claudio Abbado in der Regie von Adolf Dresen an der Wiener Staatsoper. Der Mitschnitt auf DVD brachte ihm nicht nur den „Prix George Till“, sie gilt vielmehr als eine der Referenzaufnahmen, die viele Sänger beim Lernen dieser Partie verwenden. Spricht man mit jungen oder auch sehr renommierten Baritonen, gilt Franz Grundheber für viele als DAS Vorbild für Wozzeck.

2007 inszenierte er diese Oper für seine Heimatstadt Trier, die dort noch nie aufgeführt worden war. Es blieb seine bisher einzige Regiearbeit. Um das Werk dem Publikum näher bringen zu können, hat er mit dem Trierer Journalisten Dieter Lintz ein umfangreiches Rahmenprogramm um die Premiere gestaltet. Die Serie wurde zu einem außergewöhnlichen Erfolg.

 Simone Young © IOCO

Simone Young © IOCO

In seiner 3. Lieblingsrolle, dem Simone Boccanegra, debütierte er 1995 in München und begeisterte mit seiner intensiven, menschlichen Umsetzung. Wer ihn in dieser Rolle erleben durfte, wird seinen Dogen nie wieder vergessen. In Chile erhielt er für seine Darstellung den Kritikerpreis und Simone Young hatte sich für ihren Antritt als Intendantin an der Hamburgischen Staatsoper (im Februar 2006) Franz Grundheber als Boccanegra gewünscht –  einer der Höhepunkte seiner Karriere. Mit 68 Jahren sorgte er für Furore und wurde damit für den ersten Theaterpreis „FAUST“ als bester Sängerdarsteller nominiert.

Tonträger und DVDs

Wie bei vielen seiner Auftritte gibt es auch von dieser Vorstellung keinen Mitschnitt auf DVD. Wie es auch um CD`S und DVD`S von ihm eher mager aussieht. Lediglich ein paar seiner Richard Straus-Partien wurden auf CD dokumentiert: Mandryka (Arabella), Orest (Elektra), Faninal (Der Rosenkavalier), Olivier (Capriccio) und vor allem sein Jupiter in Die Liebe der Danae, welchen er bei den Salzburger Festspielen 2002 als erster Sänger in der für einen Bariton sehr hohen Originalnotation sang. Diese Oper wurde in einer konzertanten Aufführung in Kiel für eine CD Produktion aufgenommen. Die Salzburger Aufführungsserie blieb undokumentiert. Sein Orest in der legendären Harry-Kupfer-Produktion an der Wiener Staatsoper ist ebenso auf DVD erschienen wie der Faninal der Salzburger Festspiele 2004 und in Baden Baden 2009. Seinen Holländer aus Savonlinna gibt es ebenfalls auf DVD.

Richard Wagner

 spielte in seiner Karriere natürlich auch eine große Rolle. Hier war Franz Grundheber bei der Auswahl der Partien aber sehr viel wählerischer und beschränkte sich später auf Amfortas und den Holländer. In diesen Rollen, meinte er immer wieder, könne er die Vorzüge seiner Stimme, eine gewisse Italienità, einbringen.  Natürlich sang er im Laufe seiner Karriere auch Heerrufer, Kurwenal und in Hamburg den Donner, später auch wenige Male Gunther. Wotan wollte er jedoch nie machen. Immer wieder auf das Thema angesprochen, meinte er, er hätte seine Stimme verändern müssen, um einen Klang zu erzeugen, den er sich für diese Partie vorstellt, der aber nicht sein natürlicher Klang war. Genau das wollte er vermeiden. Auch ein Hans Sachs kam nie zustande. Eine geplante Produktion der „Meistersinger“ musste mehrmals verschoben werden, danach war es Franz Grundheber selbst schon zu spät für diese fordernde Rolle. Schade!

27. September 2017 – Runder Geburtstag

Am 27. September 2017 ist Franz Grundheber 80 Jahre alt geworden. Hört man ihn singen, mag man es kaum glauben. Sein Leben ist die Opernbühne. Wenn er uns die Musik näherbringen kann, wenn er zeigt, dass Jago nicht von Grund auf böse ist, dass Scarpia in der Brutalität seines Berufes so gefangen ist, dass diese das einzige ist, was noch Gefühle in ihm zu wecken vermag. Oder aber, wenn Amonasro die Hand gegen seine Tochter Aida erhebt und plötzlich entsetzt darüber ist. Diesen seinen Blick vergisst man nicht. Dieser Augenblick unterstreicht die Musik und bringt den Zuhörern ungleich mehr als schöne Töne, vielmehr Verständnis für diese komplexen Figuren, die nicht immer durchschaubar sind.

Abseits der Bühne ist er ein vielgeliebter Kollege, immer hilfsbereit und geduldig. Langsam,  hat er sich in den letzten Jahren von den meisten seiner großen Rollen verabschiedet. 2011 sang er seinen letzten Simone Boccanegra und Angebote, diese Rolle noch zu singen, schlug er aus, da er sich nicht mehr sicher war, diese Partie noch den eigenen Erwartungen entsprechend bewältigen zu können.

Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper + Kommendes

Zu seinem 80er wollen wir Wiener Franz Grundheber, Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper seit 2010, nun ganz herzlich gratulieren und ihm für mehr als 250 wunderbare Vorstellungen am Hause danken! Dazu zählen die Premieren von Wozzeck (1987), Elektra (1989), Cardillac (1994), Palestrina (1999), Lulu (2000), Le Villi (2005) und Moses und Aron (2006), sowie Repertoire-Vorstellungen als Jago, Macbeth, Rigoletto, Scarpia, Amonasro, Faninal, Barak, Holländer, Amfortas …

Im Dezember 2017 kehrt Franz Grundheber in die von ihm geschätzte Stadt Wien zurück. Er wird in der Lulu-Inszenierung von Willy Decker den Schigolch verkörpern. Eine Rolle, die er mittlerweile in Madrid, Barcelona, bei den Salzburger Festspielen, in Amsterdam und 2015 an der Met erfolgreich gestaltet hat.

Nach dem euphorisch gefeierten Auftritt als Moses in Moses und Aron in der Elbphilharmonie im Jänner 2017 und den schon erwähnten Barak-Auftritten in Leipzig gab es im September 2017 eine umjubelte Semi-konzertante Aufführung des Fliegenden Holländers in der Heimatstadt Trier. Nach Wien gibt es Auftritte als Peter Besenbinder (Hänsel und Gretel) in Hamburg und Düsseldorf.

Wir wünschen Franz Grundheber anhaltende Gesundheit, auf dass er nach vielen Jahren Wanderschaft durch die Opernhäuser der Welt sein Zuhause genießen kann. Eigentlich ist er ja auch recht gern zuhause…Aber wer weiß…

Buch Franz Grundheber und Wozzeck © Armin Lücke

Buch Franz Grundheber und Wozzeck © Armin Lücke

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Il Ritorno d´Ulisse von Claudio Monteverdi, 29.10.2017

Oktober 17, 2017  
Veröffentlicht unter Oper, Premieren, Pressemeldung, Staatsoper Hamburg

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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

  Il Ritorno d´Ulisse in Patria von Claudio Monteverdi

 Premiere am 29. Oktober 2017, 18.00 Uhr, Weitere Vorstellungen am 1, 4., 7., 9. und 11. November 2017 jeweils um 19.00 Uhr

Claudio Monteverdi Grab in Venedig © IOCO

Claudio Monteverdi Grab in Venedig © IOCO

Anlässlich des 450-jährigen Geburtstags von Claudio Monteverdi bringt die Staatsoper Hamburg am 29. Oktober 2017 als nächste Opernpremiere seine dritte Oper Il Ritorno d´Ulisse in Patria zur Aufführung. Das 1640 in Venedig uraufgeführte Werk handelt von der antiken Sage um die Heimkehr des Odysseus nach 10-jährigem Krieg. Regie führt der in Hamburg durch Salome und Pique Dame bekannte Willy Decker. Der junge Dirigent Vaclav Luks ist ein Spezialist für Alte Musik und hat die musikalische Leitung in dieser Produktion. Es spielt sein Prager Barockorchester Collegium 1704. In der Titelpartei ist Kurt Streit als Ulisse, Sara Mingardo als Penelope zu erleben.

Zum Inhalt der Oper: 10 Jahre Krieg. 10 Jahre Irrfahrt. Dunkelheit. In der Gestalt eines verwahrlosten Greises kehrt Ulisse zu seiner Penelope zurück. Unter all den Freiern, die sie umgarnen, ist er es, der den gewaltigen Bogen des verschollenen Gatten spannen kann und ihre Hand gewinnt. Doch seine Frau erkennt ihn nicht. Erst das Geheimnis ihres Ehebettes führt die beiden wieder zusammen und besiegelt das Todesurteil der Freier. Treue und Liebe siegen im Homer’schen Epos und adeln das schicksalsgebeutelte Paar, das tragisch wie komisch nichts weiter als ein Ball im ewigen Spiel der Götter auf Erden ist. Der Ball wird getreten, getragen, fliegt, fällt zu Boden – und versteht nicht warum. Als Opernvisionär des 16. Jahrhunderts nahm sich Monteverdi voller Empathie für seine Figuren der Odyssee an. 2017 jährt sich sein Geburtstag zum 450. Mal.

 Staatsoper Hamburg / Il Ritorno d´Ulisse in Patria von Claudio Monteverdi © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Il Ritorno d´Ulisse in Patria von Claudio Monteverdi © Monika Rittershaus

Václav Luks konnte als Spezialist für Alte Musik bei den Salzburger Festspielen 2015 und 2016 große Erfolge feiern. Seine musikalische Ausbildung am Pilsener Konservatorium und an der Akademie der musischen Künste in Prag. Er führte seine Studien an der Schweizer Schola Cantorum Basiliensis mit Spezialisierung auf die Erforschung Alter Musik in den Fächern historische Tasteninstrumente und historische Aufführungspraxis fort. Bereits während seines Studiums in Basel sowie in den darauffolgenden Jahren konzertierte er als Hornsolist bei der Akademie für Alte Musik Berlin in ganz Europa und in Übersee (USA, Mexiko, Japan). Nach seiner Rückkehr nach Prag im Jahr 2005 entwickelte er das Barockorchester Collegium 1704.

Santa Maria dei Frari in Venedig / Grabstätte von Claudio Monteverdi © IOCO

Santa Maria dei Frari in Venedig / Grabstätte von Claudio Monteverdi © IOCO

Collegium 1704, das bereits seit 1991 während seiner Zeit als Student an der Musikhochschule als Kammerorchester bestand, zu einem Barockorchester weiter und gründete ebenfalls das Collegium Vocale 1704. Den entscheidenden Impuls dafür gab das von Václav Luks initiierte Projekt BACH – PRAG – 2005, in dessen Rahmen er Hauptwerke von J. S. Bach in Prag aufführte und das den Beginn der regelmäßigen Zusammenarbeit mit dem Internationalen Musikfestival Prager Frühling markiert. Unter der Leitung von Václav Luks etablierte sich Collegium 1704 rasch zu einem der weltweit führenden auf die Interpretation der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts spezialisierten Ensembles. Václav Luks und seinen Ensembles treten nebeni den Salzburger Festspielen in der Berliner Philharmonie, am Theater an der Wien, im Konzerthaus Wien, im Concertgebouw Amsterdam, in der Wigmore Hall, in Versailles, beim Lucerne Festival, beim Chopin Festival sowie bei den renommierten Festivals Alte Musik Utrecht und Bachfest Leipzig regelmässig auf.

Als einer der weltweit besten Mozart-Interpreten war Kurt Streit an 23 verschiedenen Inszenierungen von Die Zauberflöte auf der ganzen Welt (über 150 Vorstellungen) und acht verschiedenen Inszenierungen von Idomeneo beteiligt – unter anderem in Opernhäusern in Neapel, Wien, Madrid, London und San Francisco. Weitere Engagements waren Mozarts „Don Giovanni“, „Cosi fan tutte“ und „Die Entführung aus dem Serail“ unter anderem an der Metropolitan Opera in New York, der Staatsoper Wien, dem Royal Opera House, Covent Garden in London, La Scala in Milan, der Bastille und der Grand Opera in Paris, am Teatro Real und dem Zarzuela in Madrid sowie in San Francisco, Tokio, Aix-en-Provence, Chicago, München, Berlin, Rom und Salzburg. Er trat mit weltweit bekannten Dirigenten, wie Harnoncourt, Pappano, Muti, Rattle, Christie, Bolton, Ozawa, Mehta, Maazel und mit den Symphonie-Orchestern von Boston, Chicago, Los Angeles, St. Petersburg, Berlin, Wien, Paris, Florenz, Stockholm und allen vier Orchestern in London auf.

Staatsoper Hamburg / Il Ritorno d´Ulisse in Patria von Claudio Monteverdi mit Kurt Streit als Odysseus © Monika Rittershaus

Staatsoper Hamburg / Il Ritorno d´Ulisse in Patria von Claudio Monteverdi mit Kurt Streit als Odysseus © Monika Rittershaus

Die Altistin Sara Mingardo ist Preisträgerin des Premio Abbiati 2009 und arbeitete mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Ivor Bolton, Riccardo Chailly, Myung-Whun Chung, Ottavio Dantone, Colin Davis, John Eliot Gardiner, Riccardo Muti, Trevor Pinnock, Christophe Rousset, Jordi Savall, Jeffrey Tate und Rinaldo Alessandrini. Ihr Repertoire beinhaltet Werke von Gluck, Monteverdi, Händel, Vivaldi, Rossini, Verdi, Cavalli, Mozart, Donizetti, Schumann und Berlioz. Als aktive Konzertsängerin reicht Mingardos breit gefächertes Konzertrepertoire zudem von Pergolesi bis Respighi über Bach, Beethoven, Brahms, Dvorak und Mahler. Zu ihren vergangenen Engagements zählen Händels „Messiah“ unter Natalie Stutzmann in Detroit und in Washington mit dem Detroit Symphony Orchestra, „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“ am Teatro alla Scala unter Diego Fasolis, Pergolesis „Stabat Mater“ in Rom (Accademia Filarmonica) mit Rinaldo Alessandrini und in Bilbao, Brahms’ „Alto Rhapsody“ an der Accademia di Santa Cecilia in Rom unter Daniele Gatti sowie Vivaldis „Stabat Mater“ beim Musica Sacra-Festival in Münster. Sie sang außerdem Bachs „Johannes-Passion“ mit dem Ensemble Musica Saeculorum in Essen und in Aix-en-Provence, Mendelssohns „Elias“ mit dem Maggio Musicale Fiorentino unter Daniele Gatti sowie in Kopenhagen, einen Soloabend am Grand Théâtre in Genf, „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“ in Aix-en-Provence unter Haïm, Mahlers „8. Symphonie“ beim Lucerne Festival unter Riccardo Chailly, in der Wiederaufnahme von „L’incoronazione di Poppea“ am Teatro alla Scala mit Rinaldo Alessandrini, Pergolesis „Stabat Mater“ mit der Accademia Bizantina und Ottavio Dantone in Madrid sowie „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“ an der Staatsoper in Berlin und auf Tour in Caen und Lille. Zukünftige Engagements sind „L’Incoronazione di Poppea“ in New York mit Alessandrini und dem Ensemble „Concerto Italiano“, Vivaldis „L’Incoronazione di Dario“ am Teatro Regio in Turin unter Dantone, Mozarts „Requiem“ mit dem London Philarmonic Orchestra unter dem Dirigat von Natalie Stutzmann, Brahms‘ „Alto Rhapsody“ an der Oper in Florence und „Il ritorno d’Ulisse in patria“ (Penelope) an der Staatsoper Hamburg.

In weiteren Partien sind Christophe Dumaux, Denis Velev, KS Gabriele Rossmanith, Katja Pieweck, Marion Tassou, Alexander Kravets, Luigi De Donato, Dorottya Láng, Rainer Trost, Oleksiy Palchykov, Dovlet Nurgeldiyev, Viktor Rud sowie Peter Galliard zu erleben.


Claudio Monteverdi
Il Ritorno d’Ulisse in Patria

Musikalische Leitung: Vaclav Luks, Inszenierung: Willy Decker, Bühnenbild: Wolfgang Gussmann, Kostüme: Wolfgang Gussmann, Susana Mendoza, Licht: Franck Evin, Mitarbeit Regie: Jan Eßinger, Dramaturgie: Kathrin Brunner

Mit: L’umana fragilità / Pisandro Christophe Dumaux, Tempo / Antinoo Denis Velev, Fortuna / Giunone Gabriele Rossmanith, Ulisse Kurt Streit, Penelope Sara Mingardo, Ericlea Katja Pieweck, Melanto Marion Tassou, Giove Alexander Kravets, Nettuno Luigi De Donato, Minerva Dorottya Láng, Eumete Rainer Trost, Eurimaco Oleksiy Palchykov, Telemaco Dovlet Nurgeldiyev, Anfinomo Viktor Rud, Iro Peter Galliard, Collegium 1704

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertexten
Eine Übernahme vom Opernhaus Zürich

Premiere am 29. Oktober 2017, 18.00 Uhr, Großes Haus
Weitere Vorstellungen am 1, 4., 7., 9. und 11. November 2017 jeweils um 19.00 Uhr

Pressemeldung Staatsoper Hamburg

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