Hamburg, Staatsoper Hamburg, Spielplan über Ostern, 14. – 20.04.2017

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Staatsoper Hamburg

Hamburgische Staatsoper © Kurt Michael Westermann

Hamburgische Staatsoper © Kurt Michael Westermann

Ostern in der Hamburgischen Staatsoper

Die Hamburgische Staatsoper hat auch in diesem Jahr über die Osterfeiertage ein vielfältiges Angebot im Spielplan.

Am Karfreitag 14. April, Karsamstag 15. April und Ostermontag 17. April um 18.00 Uhr sowie am 18. April um 18.30 Uhr steht das Ballett von John Neumeier Matthäus-Passion auf dem Spielplan der Hamburgischen Staatsoper. Johann Sebastian Bachs monumentales Sakralwerk ist für John Neumeier zugleich dramatisch und episch, bildhaft und abstrakt. Es vereint emotionsgeladene Schilderungen mit musikalischen Formulierungen, die über das rein Sinnliche hinausgehen. Bachs Vertonung des Passionsgeschehens nach Matthäus veranlasste John Neumeier 1981 zu einer choreografischen Vergegenwärtigung. Am Karfreitag findet ein Jubiläum statt: Das Hamburg Ballett tanzt zum 200. Mal John Neumeiers beliebtes Werk Matthäus-Passion.

Am Ostersonntag 16. April um 18.00 Uhr hat Richard Strauss‘ Oper Die Frau ohne Schatten Premiere an der Dammtorstrasse. Unter der musikalischen Leitung des Hamburgischen Generalmusikdirektors Kent Nagano inszeniert Andreas Kriegenburg. Als Kaiser ist Roberto Saccà, als Kaiserin Emily Magee und als Amme Linda Watson (Rollendebut) besetzt.

Ab dem 19. April präsentiert das Hamburg Ballett in vier Vorstellungen das Ballett von John Neumeier Duse – Choreografische Phantasien über Eleonora Duse. Fasziniert von der legendären Ausstrahlung der Eleonora Duse und ihrer bedingungslosen Suche nach einem idealen Theater entwickelte John Neumeier „choreografische Phantasien“, die seinen persönlichen Zugang zu ihrer Biographie widerspiegeln. Die ausdrucksvolle Titelfigur wird in je zwei Vorstellungen von Stargast Alessandra Ferri und der Ersten Solistin Silvia Azzoni verkörpert.

Am Donnerstag nach Ostern 20. April feiert die diesjährige opera piccola um 19.00 Uhr auf der Probebühne 1 ebenfalls Premiere. Das Musiktheater für Jugendliche nach W. A. Mozart trägt den Titel Erzittre, feiger Bösewicht!. Die Neufassung der „Zauberflöte“ von Johannes Harneit wird von Kent Nagano musikalisch geleitet und von Staatsopernintendant Georges Delnon inszeniert. Das Mozart-Happening von jungen Künstlern für junges Publikum ab 12 Jahren wird ermöglicht durch die Michael Otto Stiftung. Beteiligt sind Sängerinnen und Sängern des Internationalen Opernstudios und des Solisten-Ensemble The Young ClassX. Die „opera piccola“ wird seit der Spielzeit 2009/10 von der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper gefördert. In Zusammenarbeit mit der Nordakademie Hochschule der Wirtschaft.

Unter dem Dirigat von Kent Nagano steht ab 21. April Francis Poulencs Oper Dialogues des Carmélites in der Inszenierung von Nikolaus Lehnhoff für vier Vorstellungen wieder auf dem Spielplan der Hamburgischen Staatsoper. Als Madame de Croissy ist Doris Soffel wieder an der Dammtorstrasse zu erleben.

Informationen und Kartenreservierung unter Tel. (040) 35 68 68
www.staatsoper-hamburg.de, PMStOHH

 

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Otello von Giuseppe Verdi, IOCO Kritik, 10.01.2017

Januar 10, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Oper, Staatsoper Hamburg

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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Otello wird an sich selbst irre“

 Otello von Giuseppe Verdi in Szene gesetzt von Calixto Bieito

Premiere der Übernahme vom Theater Basel aus der Saison 2014/15 am 8.1.2017

Von Patrik Klein

Eine der letzten Produktionen aus der „guten, alten Zeit“ der Hamburgischen Staatsoper verschwindet vom Spielplan und wird ersetzt durch eine moderne, kontrovers aufgenommene, aber auch in einigen Sängerleistungen umjubelte Inszenierung des spanischen „Skandalregisseurs“ Calixto Bieito.

Staatsoper Hamburg / Otello - Jago, Rodrigo , Cassio , Chor © Hans Jörg Michel

Staatsoper Hamburg / Otello – Jago, Rodrigo , Cassio , Chor © Hans Jörg Michel

Die überaus erfolgreiche, traditionelle und werktreue Regie von August Everding aus dem Jahr 1975, inzwischen über 130mal im Großen Haus gegeben, mit überwiegend bemerkenswerten musikalischen und gesanglichen Qualitäten, vor allem in den ersten Jahren, als sich im Haus am Dammtor noch die erste Riege der Sängerelite die Klinke in die Hand gab, ist seit dem Abend des 8. Januars 2017 endgültig Vergangenheit. Das mag den einen betrüben und den anderen freuen.

Der Regisseur Adolf Dresen hat hierzu (sinngemäß) formuliert: „Die Werktreue ist für eine Oper ebenso schädlich wie die Werkverwurstung„. Der Anspruch der meisten Künstler in der Oper heutzutage ist jedoch, gleichermaßen dem Werk und der heutigen Realität gerecht zu werden. Calixto Bieito gelingt das eindrucksvoll im Haus am Dammtor.

Von Beginn an herrscht eine düstere Atmosphäre auf der Bühne. Der Blick des Zuschauers fällt auf eine mit Stacheldraht versehene Hafenszene. Diese wird durch den auf der Bühne platzierten dominierenden gelben Kran symbolisiert. Hier tobt das Leben, es pulsiert die Wirtschaft und hier wird bis zur Erschöpfung gearbeitet. Statisten und Mitglieder des Chores betreten die Bühne aus dem Off, ihre gefesselten Hände als Symbol ihrer Unfreiheit sind gegen den Himmel hilfesuchend ausgestreckt. Auch der gelbe Kran symbolisiert die Unfreiheit, da an ihm im 3. Akt ein Arbeiter aufgehangen wird.

Hamburg / Staatsoper_Otello_Jago_Rodrigo_Chor © Hans Jörg Michel

Hamburg / Staatsoper_Otello_Jago_Rodrigo_Chor © Hans Jörg Michel

Jetzt erst hebt der italienische Dirigent Paolo Carignani den Taktstock für die berühmte Sturmszene zu Beginn dieses Dramas. In der Trinkszene wenig später wird der Unterschied zwischen arm und reich, frei und unfrei sowie mächtig und wehrlos besonders deutlich. Sektkorken knallen wie bei der Siegerkür der Formel 1. Es erfreut die an den folgenden Intrigen und Machtkämpfen Beteiligten. Der verschüttete Anteil wird von den Machtlosen gierig aufgenommen. Otello ist ein erfolgreicher Aufsteiger, einer von der Seite der Mächtigen. Nachdem Jago die Zweifel gesät hat, ist er ein von Minderwertigkeitsgefühlen geprägter Anführer und Populist, unsicher seiner selbst und damit hochgefährlich. „Eifersucht“ ist sein zweiter Name. Durch die Intrigen seiner Widersacher beginnt seine Einsamkeit, die ihn in den Zustand der absoluten Ausweglosigkeit treibt, ihn letztendlich „irre macht“.  Weder Desdemona noch die unterwürfig agierende Emilia können das Unheil trotz Treuschwüren und Fürbitten abwenden.

Staatsoper Hamburg / Otello - Desdemona - Emilia © Hans Jörg Michel

Staatsoper Hamburg / Otello – Desdemona – Emilia © Hans Jörg Michel

Die dramaturgisch stärksten Szenen sind im 3. und 4. Akt zu erleben, wenn Otello seine innere Wut nach außen kehrt und dem „unmündigen, unfreien“ Volk seine „untreue“ Gattin vorführt, die dann vom leicht zu instrumentalisierenden Volk bestehend aus Statisten und Damen aus dem Chor heftig umringt und angepöbelt wird. Auch währendem Otello seine Desdemona auf der mittleren Ebene des Krans erwürgt, sitzt am Bühnenrand eine völlig aufgelöste Emilia, die in ihrer Verzweiflung einen Schal Stück für Stück zerfetzt. Otello ist am Ende getäuscht, hat sich selbst ins Abseits manövriert und wird von der Gesellschaft ausgestoßen. Zum folgerichtigen letzten Schritt, nachdem er Desdemona erdrosselt hat, klettert er auf den Ausleger, der weit ins Publikum ragt, singt sein „Un altro bacio“ alleingelassen in den Zuschauerraum und stirbt an einem Herzinfarkt.

Verdi hat mit den Figuren Otello, Jago und Desdemona drei ganz besondere musikdramatische Charaktere entwickelt. Für eine erfolgreiche Aufführung braucht man dazu drei überragende Sängerpersönlichkeiten, einen großartigen Dirigenten mit Feingefühl für die Sänger und einen sicheren Chor. Diese Anforderungen werden am meisten erfüllt vom Titelhelden und vom Chor der Hamburgischen Staatsoper.

Staatsoper Hamburg / Otello - Desdemona, Chor © Hans Jörg Michel

Staatsoper Hamburg / Otello – Desdemona, Chor © Hans Jörg Michel

Der international erfahrene und gefragte Italiener Marco Berti, der in Hamburg sein Debut feiert, gibt den Otello. Erst vor einer Woche springt er ein für den erkrankten Carlos Ventre und muss sich in kürzester Zeit in die Produktion einfinden. Mit vollem körperlichen und musikalischen Einsatz meistert er die anspruchsvolle Partie oft an die stimmlichen Grenzen gehend, manchmal sogar etwas darüber hinaus und verliert damit ein wenig an Linie. In den leisen lyrischen Passagen überzeugt seine klangschöne Tenorstimme besonders. Ihm zur Seite steht die aus St. Petersburg stammende Desdemona von Svetlana Aksenova, die ebenso ihr Debut an der Hamburgischen Staatsoper feiert. In den ersten beiden Akten wirkt sie noch unsicher, stimmlich spröde und für ein Haus dieser Größe etwas unterdimensioniert, kann sich aber in den beiden Schlußakten erheblich steigern und ihrem Gatten durch feine Stimmführung besonders in den leiseren Passagen ebenbürtig erscheinen. Sie bekommt dafür auch entsprechenden Beifall.

Staatsoper Hamburg / Otello - Rodrigo und Cassio, Chor © Hans Jörg Michel

Staatsoper Hamburg / Otello – Rodrigo und Cassio, Chor © Hans Jörg Michel

Als Jago kann man den italienischen Bariton Claudio Sgura erleben. In Hamburg trat er bereits in der vorhergehenden Saison als Jack Rance (La Fanciulla del West) auf. Hier gibt er den prächtig disponierten Bösewicht allerdings etwas zu schmalbandig, an Schwärze in der Stimmfärbung fehlend. Seine große schlanke Statur und Bühnenpräsenz kompensieren diese stimmlichen Abstriche jedoch etwas. Denkt man hier an Jagos aus den vergangenen Jahrzehnten, so wird die gesangliche Kluft zwischen damals und heute im Haus am Dammtor besonders deutlich.

So gewinnt man das Gefühl, die Hamburgische Staatsoper setzt zur Zeit bei Neuproduktionen eher auf teure, spektakuläte Regisseure statt auf sängerisch, musikalischen Hochgenuss.

Solide sind die Leistungen von Markus Nykänen als Cassio (jedoch ist auch seine Stimme für ein Haus dieser Größenordnung zu klein), Alexander Roslavets als Lodovico, das Hamburger Urgestein Peter Galliard als Rodrigo, Bruno Vargas als Montano und vor allem Nadezhda Karyazino als Emilia.

Wieder einmal kann man sich auf den Chor der Hamburgischen Staatsoper verlassen, der seit einigen Jahren von dem aus Berlin (Staatsoper Berlin) kommenden und bei den Bayreuther Festspielen erfahrenen Chorleiter Eberhard Friedrich geleitet wird. Die Inszenierung verlangt ihnen viel Beweglichkeit ab. Dennoch wird präzise eingesetzt und musiziert. Der Italiener Paolo Carignani, der von 1999 bis 2008 Generalmusikdirektor an der Oper Frankfurt war und bereits Erfahrung mit dem Philharmonischem Staatsorchester Hamburg durch Aufführungen von Wagners Parsifal in 2008 hat, konnte die Probenzeit krankheitsbedingt nur angeschlagen gestalten. Das Orchester erklingt stellenweise einfach zu laut und lässt die gewünschte Balance zwischen Graben und Bühne gelegentlich vermissen.

Staatsoper Hamburg / Otello - Ensemble © Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Otello – Ensemble © Patrik Klein

Das Premierenpublikum hat die Aufführung erwartungsgemäß kontrovers aufgenommen. Im fast ausverkauften Haus der Hamburgischen Staatsoper werden die Sänger, der Chor, das Orchester und der Dirigent mit viel Beifall bedacht. Für das Regieteam mit Calixto Bieito, Susanne Gschwender verantwortlich für das Bühnenbild, Ingo Krüger für die Kostüme und Michael Bauer für das Licht, gibt es sowohl Beifall als auch heftige Missfallenskundgebungen.

Otello an der Staatsoper Hamburg: Weitere Aufführungen am 11.1., 14.1., 17.1., 20.1., 25.1. und am 7.2.2017…bei den Aufführungen am 17.1., 20.1., 25.1. und am 7.2.17 singt Carlos Ventre den Otello)

 

Hamburg, Interview mit Staatsopern-Tenor Dovlet Nurgeldiyev, 03.12.2016

 Staatsoper Hamburg © IOCO

Staatsoper Hamburg © IOCO

 Tenor Dovlet Nurgeldiyev im Interview

IOCORedakteur Patrik Klein sprach am 23.11.2016 mit Dovlet Nurgeldiyev über die Herausforderungen eines Solo Tenors an  großen Opernbühnen Europas

 Tenor Dovlet Nurgeldiyev © Henriette Mielke

Tenor Dovlet Nurgeldiyev © Henriette Mielke

Dovlet Nurgeldiyev begann seine Gesangsausbildung in seinem Heimatland Turkmenistan und setzte sein Studium von 2001 bis 2005 in den Niederlanden am Konservatorium in Tilburg fort. Im September 2006 wurde der Tenor am Königlichen Konservatorium Den Haag aufgenommen, wo er sowohl seinen Bachelor als auch Master machte. Im September 2008 wurde er Mitglied des Internationalen Opernstudios der Staatsoper Hamburg, wo er ein umjubeltes Europadebüt als Fenton in Verdis Falstaff gab.

Von 2008 bis 2010 sang er in vielen weiteren Produktionen. Im November 2009 wurde Dovlet Nurgeldiyev beim Stella Maris-Wettbewerb mit einem der Hauptpreise – einer Aufnahme mit der Deutschen Grammophon – ausgezeichnet. Seit der Spielzeit 2010 gehört Dovlet Nurgeldiyev zum Ensemble der Hamburgischen Staatsoper, wo er für seine Debüts als Alfredo in „La Traviata“ und als Lensky in „Eugen Onegin“ bejubelt wurde. Im Herbst 2011 gab er in Hamburg eine Reihe von herausragenden Vorstellungen als Don Ottavio in einer Neuproduktion von „Don Giovanni“, für die er in der deutschen Presse und der Financial Times begeisterte Kritiken erhielt. Ebenso begeistert aufgenommen wurden seine Vorstellungen in einer weiteren Neuproduktion von „Don Giovanni“ an der Ungarischen Staatsoper in Budapest. 2012 feierte Dovlet Nurgeldiyev an der Hamburgischen Staatsoper große Erfolge mit seinen Rollen als Nemorino in Donizettis „L’Elisir d’Amore“ Ferrando in Mozarts“ Cosi fan tutte“ und als Vladimir Igorevich in einer neuen Produktion von Borodins „Prinz Igor“.

Im November 2013 gab er an der Staatsoper Berlin unter der Regie von Hans Neuenfels mit großem Erfolg sein Debüt als Belfiore in Mozarts „La finta Giardiniera“. Daran schloss sich im Dezember 2013 mit dem Requiem von Mozart ein beeindruckendes Bordeaux-Debüt an.

Im Januar 2014 folgten starke Gastauftritte als Lensky in einer neuen Produktion von „Eugen Onegin“ in Montpellier. Im September 2015 schloss sich sein erfolgreiches Debüt in der Frauenkirche Dresden mit Mozarts c-moll Messe unter Bertrand de Billy.
Ende der Spielzeit 2015/16 gab Dovlet Nurgeldiyev sein umjubeltes Debüt an der Bayerisches Staatsoper mit der Partie des Alfredo in La Traviata. An diese großen Erfolge knüpfte der Tenor auch zu Beginn der Spielzeit 2016/17 in Hamburg an, zum Beispiel als Narraboth in „Salome“ unter der Leitung von Kent Nagano. Für seinen Tamino in „Die Zauberflöte“ erhielt er nach der Premiere im September 2016 überragende Kritiken, darunter in der FAZ, wo ihm bescheinigt wurde, er sei ein „ausgezeichneter Tamino“.

 Rathaus Hamburg © IOCO

Rathaus Hamburg © IOCO

Patrik Klein (PK), IOCO: Dovlet, Du bist seit 2010 im Ensemble der Hamburgischen Staatsoper, singst dort viele Partien in deinem Fach und hast viele weitere Gastauftritte in ganz Europa. Wie geht es Dir damit?

Dovlet Nurgeldiyev: Ich fühle mich hier in der großartigen Stadt Hamburg sehr wohl. Die Hansestadt Hamburg gefällt mir mit ihren vielen Möglichkeiten, wie zum Beispiel dem Hafen, der Elbphilharmonie, dem Kontakt zu den vielen Menschen, die mir als Sänger an der Oper sehr nahe stehen und mit mir verbunden sind, sehr gut.
An der Hamburgischen Staatsoper fühle ich mich besonders wohl, weil ich an diesem großen Haus viele Partien singen kann, die zu meinem Stimmfach passen.

PK: Wie kann ich mir eine typische Arbeitswoche von Dir vorstellen?

 Dovlet Nurgeldiyev in der Staatsoper © Patrik Klein

Dovlet Nurgeldiyev in der Staatsoper © Patrik Klein

Dovlet Nurgeldiyev: Die Hamburgische Staatsoper ist ein großes Haus mit einem umfassenden Repertoirebetrieb von ca. 50 Opernproduktionen pro Saison. Wegen dieses vielseitigen Repertoires finden viele Proben vormittags und nachmittags auf den Probebühnen statt. Zusätzlich gibt es Orchester- und Generalproben auf der Hauptbühne in Kostüm und Maske. Das ist ein nennenswerter Aufwand, für den es Zeit und Geduld braucht.
Parallel dazu studiere ich neue Rollen mit einem speziellen Repetitor im Haus der Staatsoper. Das können Rollen sein, für die ich an der Oper zukünftig vorgesehen bin, aber auch Rollen, wo ich denke, dass ich sie studieren sollte. Das geschieht natürlich zuerst ganz alleine und ohne Repetitor. Erst wenn ich ein gewisses Maß an Eindringtiefe verspüre, gehe ich die Rolle mit dem Repetitor gemeinsam durch.
Manchmal ist es sogar so, dass ich an mehreren Produktionen gleichzeitig beteiligt bin und dazu Gastauftritte an anderen Häusern, wie zum Beispiel der Bayerischen Staatsoper u.a. habe. Ich bin praktisch in jeder Minute der Arbeitswoche mit irgendeinem Stück beschäftigt.
Dazu brauche ich ein hohes Maß an Konzentration und Organisationsvermögen. Aber gerade diese Herausforderung und Vielseitigkeit macht mir Riesenspaß. Und durch meine Engagements besuche ich ja auch immer wieder spannende Städte, zum Beispiel Berlin, München, Dresden, Budapest, Warschau, Montpellier. Details kann ich noch nicht sagen, aber es werden noch einige große Städte beziehungsweise Bühnen hinzukommen, die ich kennenlerne.   In meiner Freizeit spiele ich Fußball oder koche für meine Freunde.

PK: Da haben wir ja mit dem Kochen eine gemeinsame Leidenschaft. Du hast mit vielen berühmten Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne gestanden oder sie im Rahmen deiner Sängertätigkeit getroffen. Wie war das mit Placido Domingo, José Carreras, Anna Netrebko und anderen?

Dovlet Nurgeldiyev: Singen macht mir unendlich viel Spaß. Ich habe immer wieder die Chance und Möglichkeiten gehabt Sängerinnen und Sänger mit großen Namen zu treffen oder gar mit ihnen zu studieren und gemeinsam auf der Bühne zu stehen.
Während meines Studiums in Holland hatte ich mal die Gelegenheit bei einem Galabenefizkonzert für die Leukämiestiftung von José Carreras mit ihm gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, zumal er mich sehr gelobt und mir viel Glück für meine Karriere gewünscht hat.
Oder ich hatte mein Debut an der Staatsoper Berlin 2013 als Belfiore (La Finta Giardiniera von Mozart). Parallel dazu wurde dort Il Trovatore mit Placido Domingo und Anna Netrebko gegeben. Das habe ich dann erstmals dort live gehört. Der Höhepunkt war dann ein Gespräch mit den beiden. Die Offenheit und Natürlichkeit der beiden hat mir sehr imponiert. „Du bist ein Tenor“ sagte Placido zu mir. Ich fragte woher er das weiß. „Dein Gesicht und Deine Ausstrahlung sagen mir das“ Und den Belfiore hatte er vor vielen Jahren in den USA gesungen. Wir haben uns lange darüber unterhalten. Das war ein großartiges Gefühl und eine wunderschöne Begegnung.

PK: Seit 2015 gibt es eine intensive Zusammenarbeit deinerseits mit dem neuen Generalmusikdirektor Kent Nagano. Man hört, dass die Zusammenarbeit mit dem Orchester wunderbar funktioniert. Wie erlebst Du den neuen „Stardirigenten“?

 Mozart Denkmal in Wien © IOCO

Mozart Denkmal in Wien © IOCO

Dovlet Nurgeldiyev: Für uns Sänger ist es sehr wichtig mit einem sehr guten Dirigenten zusammenzuarbeiten, der die Stimmen und die Stücke mit deren musikalischen Besonderheiten extrem gut kennt. Nagano hat auch immer wieder die Balance zwischen Orchester und Sängern im Fokus. Er sorgt unterstützend für unsere Sicherheit auf der Bühne, was gerade bei einem neuen Stück sehr wichtig ist. Es bereitet mir ein großes Vergnügen mit ihm zusammenzuarbeiten.

PK: Das Repertoire deiner Rollen ähnelt dem von Fritz Wunderlich. Wer ist dein Vorbild?

Dovlet Nurgeldiyev: Wenn ich eine neue Rolle einstudiere höre ich zuerst Aufnahmen von verschiedenen bekannten guten Sängern und entwickle daraus meine ideale Vorstellung von der Partie und deren Umsetzung. Fritz Wunderlich war aus meiner Sicht mehr als ein Sänger, er war ein überirdisches Geschenk und ein Phänomen. Er hat mein Herz geöffnet und wenn ich Musik mit ihm höre ist es, als wenn mein Herz schmilzt wie ein Eis in der Sonne.

PK: Du hast in der letzten Saison deine Paraderolle Alfredo in „La Traviata“ mit überragendem Erfolg und wundervollen Kritiken an der Bayerischen Staatsoper gegeben. Wie war das für Dich?

Dovlet Nurgeldiyev: Diesen Abend werde ich nie vergessen. Das war ein unbeschreibliches Gefühl dort in diesem ganz besonderen Haus auf der riesigen Bühne zu stehen und das großartige Gefühl mit den fantastischen Kolleginnen und Kollegen sowie dem leidenschaftlichen, frenetischen Publikum zu teilen.

PK: Du singst in der laufenden Saison in Hamburg rund 40 Vorstellungen als Tamino, Narraboth, Macduff, Nemorino, Le Chevalier (Dialogues des Carmelites) , Edgardo und Belmonte. Was wird uns die Zukunft bringen? Auf was können wir uns Opernliebhaber und die ganz eng mit Dir verbundene Hamburger „Fangemeinde“ freuen? Wie sehen Deine Pläne aus?

 Patrik Klein im Gespräch mit Dovlet Nurgeldiyev © Patrik Klein

Patrik Klein im Gespräch mit Dovlet Nurgeldiyev © Patrik Klein

Dovlet Nurgeldiyev: Ich freue mich darauf, einerseits weiterhin an der Hamburgischen Staatsoper zu singen, andererseits auch Gastauftritte an großen Bühnen in Europa zu haben. Anfang 2017 zum Beispiel werde ich am Polnischen Nationaltheater in Warschau den Lensky in Eugene Onegin geben. Weitere Auftritte werden dann in den Saisonankündigungen der jeweiligen Häuser im Frühjahr 2017 bekanntgegeben.

Patrik Klein: Lieber Dovlet, ich danke Dir ganz herzlich für das Gespräch und wünsche Dir alles Gute.

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Lohengrin von Richard Wagner, IOCO Kritik, 26.11.2016

November 26, 2016  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Oper, Staatsoper Hamburg

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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Gepflegte Langeweile aus dem Orchestergraben

Konwitschnys kontroverser Lohengrin begeistert in Hamburg

Wiederaufnahme der Oper Lohengrin von Richard Wagner an der Hamburgischen Staatsoper, besuchte Vorstellung am 24.11.2016

Von Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Lohengrin - Roberto Sacca, Ann Petersen, Chor der Hamburgischen Staatsoper © Arno Declair

Staatsoper Hamburg / Lohengrin – Roberto Sacca, Ann Petersen, Chor der Hamburgischen Staatsoper © Arno Declair

Die Hamburgische Staatsoper war mal „Opernhaus des Jahres“, eine Auszeichnung von einer internationalen Opernzeitschrift, über die man sicher unterschiedlicher Meinung sein kann wie über die Tatsache, ob je ein Opernhaus diesen Titel verdient hat oder nicht. Nicht zuletzt lohnt sich der Titel rein aus Werbezwecken gewaltig. Hier erhielt Hamburg den Titel Opernhauses des Jahres wegen der erfolgreichen Zusammenarbeit des Generalmusikdirektors Ingo Metzmachers mit dem streitbaren, aber um Werktreue sehr bemühten Regisseur Peter Konwitschny. Zusammen brachten die beiden genau 10 Produktionen auf die Bühne, die das Opernvolk in Hamburg kräftig aufmischten, begeisterten oder zu Wutausbrüchen und Schlimmerem verleiteten. Wagners Lohengrin zählt dazu.

Staatsoper Hamburg r / Lohengrin - Ann Petersen, Tanja Ariane Baumgartner, Chor der Hamburgischen Staatsoper © Arno Declair

Staatsoper Hamburg / Lohengrin – Ann Petersen, Tanja Ariane Baumgartner, Chor der Hamburgischen Staatsoper © Arno Declair

Damals in der Lohengrin Premiere B am 21. Januar 1998 konnte man nicht glauben, dass im Parkett die berühmte Prügelszene aus den Meistersingern von Nürnberg von einigen der hanseatischen Kaufleute als Kontrapunkt zum Lohengrin dargestellt wurde. Ein Buhgewitter durchmischt mit Jubelsalven erschütterte das Haus. Viele Besucher waren nur in der Lage, mit offenem Mund dazusitzen, nicht fähig zu applaudieren, zu jubeln oder gar zu protestieren. Die erste Vorstellung hatte damals auch sprachlos gemacht!!!! Was war geschehen?

Konwitschny verlegte die Handlung und die Ritterwelt von Brabant in ein wilhelminisches Klassenzimmer mit flegelhaften Mädels und Buben in kurzer Hose. Der Kinderstube dieser Bühne wurde damit der Weg bereitet zum militärischen Aufrüsten deutschen Landes. Das Ganze wirkte verspielt, geradezu kindisch und man suchte fast vergeblich nach der Ernsthaftigkeit. Es fehlte an sittlicher Reife bei allen. Der Schwanenritter tauchte aus dem Unterboden auf während Elsa im Schrank versteckt neugierig herauslugte und dem „Lehrer“ Lohengrin erwartungsvoll in die Augen schaute. Ob er vielleicht dieses Chaos hier bereinigen kann? Die Schüler kämpften die Intrigen der Handlung mit Holzschwertern. Lohengrin kämpfte dagegen ab dem zweiten Aufzug mit scharfen Waffen.  „Wir haben es hier mit unreifen Menschen zu tun, die große Sehnsucht nach etwas haben, aber nicht wissen, wie sie das leben sollen. Die Jugendlichen erleben die erste Liebe, phantasieren über die Zukunft, und der einzige Erwachsene, Lohengrin, sehnt sich, nachdem er Verantwortung übernommen hat, in die Kindheit zurück. (Peter Konwitschny)

Staatsoper Hamburg / Lohengrin - Roberto Saccá, Chor der Hamburgischen Staatsoper © Arno Declair

Staatsoper Hamburg / Lohengrin – Roberto Saccá, Chor der Hamburgischen Staatsoper © Arno Declair

Als sich die Wogen von 1998 langsam glätteten, der ein oder andere Besucher noch einmal kam, um zu schauen, die Kritiken in den Medien im Wesentlichen positiv waren, wurde die Regiearbeit von Peter Konwitschny mit Preisen überhäuft. Nach dieser Saison und dem Intendanzwechsel zu Simone Young verschwand dann alles was nach Konwitschny roch vom Spielplan. Es brauchte bis 2009, dass sich Frau Young besann und die Oper in neuer Besetzung wieder auf den Plan rief. Eine gute Entscheidung. Und heute unter der nächsten Intendanz aus vormals Basel und München steht Lohengrin wieder auf dem Plan mit dem vom Senat eingekauften „Stardirigenten“ Kent Nagano am Pult.

Staatsoper Hamburg / Lohengrin - Wolfgang Koch, Ann Petersen, Tanja Ariane Baumgartner © Arno Declair

Staatsoper Hamburg / Lohengrin – Wolfgang Koch, Ann Petersen, Tanja Ariane Baumgartner © Arno Declair

Unweigerlich denkt man an den Lohengrin in Dresden im Mai diesen Jahres, der zuletzt gehörte und gesehene Lohengrin. Dort mit der eher langweiligen Regie von Christine Mielitz , dafür mit Spitzenstars der Oper und Christian Thielemanns überragendem Dirigat am Pult. Anna Netrebko, Piotr Beczala und Co. machten ein Fest der Stimmen und Klänge daraus. Leider wurde dieses Fest in Hamburg nicht (ganz) erreicht. Kent Nagano ist der neue „Stardirigent“ der Hamburgischen Staatsoper. Zumindest wird er hier so verkauft. Es fällt auf, dass er die Konzerte mit den Philharmonikern in der Laeiszhalle und demnächst in der Elbphilharmonie bravourös gestaltet, und dass man manchmal das Gefühl hat, dass ein neues Orchester auf der Bühne steht. Die Stimmung im Orchester ist nach meinen Kenntnissen auch dementsprechend besser gegenüber der Vorgängerin geworden, was man zuletzt unter Simone Young auch im Parkett hören musste.

Bei den Opern ist es insgesamt etwas anders. Es gab die Gelegenheit, Tristan mit Nagano im Mai in Hamburg und kurze Zeit später in Berlin mit Runnicles zu hören und zu vergleichen. In Punkto Sängerfreundlichkeit wurde er durch Herrn Runnicles um Längen geschlagen, auch die Tempi und Dynamik haben in Berlin deutlich besser gefallen. In Hamburg scheint das Orchester der „Star“ zu sein und Sängerfreundlichkeit nicht die erste Priorität zu haben. Im Lohengrin heute das Vorspiel extrem getragen, das Tempo fast parsifalähnlich feierlich, und so ging es weiter durch die 3 langen Akte. Das war sicherlich alles musikalisch akademisch richtig, was er da mit dem Orchester machte, aber es ging in keinster Weise nahe, oder sogar unter die Haut…es war irgendwie blutleer. Was hatte Thielemann in Dresden für Klänge gezaubert, das Orchester anschwellen lassen bis zum Orkan oder leise zurückgenommen, dass nur noch ein Hauch hörbar war. Die Lautstärke sängerfreundlich angepasst wo immer möglich. All das fehlte in der besuchten Lohengrin-Vorstellung vollkommen…gepflegte Langeweile erklang aus dem Graben.

Aber es gibt auch Großartiges zu berichten. Insbesondere der Chor der Hamburgischen Staatsoper hat einen großen Anteil an der musikalischen und darstellerischen Qualität des Abends. Singen und agieren bei den zum Teil halsbrecherischen Aktionen auf der Bühne gelingen präzise und stimmschön. Oft wird dem Dirigenten der Rücken gezeigt und dennoch fantastisch gesungen und agiert. Man spürt förmlich, dass es den Akteuren des Chores einen Riesenspaß machte, damals und heute, die Konwitschnyinszenierung zu gestalten. Alle Achtung für die Sängerinnen und Sänger des Chores unter Eberhard Friedrich, die hier heute den tragenden Part des Abends liefern.

Staatsoper Hamburg / Zu Recht bejubelt; der Chor der Hamburgischen Staatsoper © Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Zu Recht bejubelt; der Chor der Hamburgischen Staatsoper © Patrik Klein

Stimmlisch gibt es Gänsehautmomente durch die beiden „Bösewichte“ des Abends. Telramund und Ortrud. Fabelhaft Wolfgang Koch als Telramund, der zur Zeit in Hamburg nebenbei noch den Jochanaan in der Salome gibt. Auch diese Rolle kann man derzeit in Hamburg mit Bewunderung genießen. Koch hat das Hamburger Publikum in der Vergangenheit mit Rollen wie Kurwenal, Don Giovanni, Alberich und Harry Joy (Bliss) verwöhnt. Heute Abend in Topform und unter die Haut gehend. Ihm zur Seite steht die nicht minder eindrucksvolle Ortrud der Freiburgerin Tanja Ariane Baumgartner, die die Rolle mit ihrem wunderschönen Mezzo fantastisch ausfüllt. Sie hatte mich im Juni diesen Jahres mit ihrer Brangäne in Berlin bereits „erobert“. Höhepunkt der Beginn des zweiten Aktes, als ihre Giftpfeile in Richtung Telramund ihre Wirkung zeigen. Musikalisch diese Szene die aufregendste des Abends.

König Heinrich wird vom soliden, aus Bayern stammenden und in Hamburg fest verwurzelten und mit dieser Rolle bayreutherfahrenen Willi Schwinghammer glanzvoll dargestellt. Der Lohengrin von Roberto Saccà wird von dem international gefragten und sehr erfahrenen Deutsch-Italiener ganz ordentlich gesungen. Im ersten Akt wirkte er noch etwas unsicher, vielleicht nicht gut eingesungen und es schwante Schlimmes für den 3. Akt, aber er fing und steigerte sich im Laufe des Abends beachtlich. Ich hatte ihn etliche Jahre nicht mehr gehört, sein extrem lyrischer Klang existiert auch noch immer, aber das „heldische“ Metall hat sich für die dramatischen Stellen besonders im 3. Akt sehr gut entwickelt. Leider hatten Elsa und der Heerrufer irgendwie keinen besonders guten Tag…aber das passiert, leider.

Staatsoper Hamburg / Schlussapplaus Lohengrin, 24.11.2016 © Patrik Klein

Staatsoper Hamburg / Schlussapplaus Lohengrin, 24.11.2016 © Patrik Klein

Insgesamt ein annehmbarer, wenn auch nicht musikalisch fesselnder Genuss. Die großartige Inszenierung von Peter Konwitschny hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Dennoch ist sie immer noch hochaktuell und gedankenanregend.
Und die „unreife“ Gesellschaft hat sich zumindest im Parkett der Hamburgischen Staatsoper weiterentwickelt und auf Prügelszenen wie in 1998 verzichtet; immerhin. Freundlicher, einhelliger Applaus nach einem fast 5stündigen Wagneropernabend vor leider wieder nicht vollem Haus. Aber das ist ein anderes Thema, zu dem zu späterem Zeitpunkt etwas zu sagen ist.

Staatsoper Hamburg: Der Lohengrin von Richard Wagner, letzte Vorstellung der Spielzeit 2016/17 am 27.11.16.

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