
Presseinformation
Elbphilharmonie Laeiszhalle
Eröffnungskonzert
Dafür, der Ticket-Empfehlung unseres Newsletters unbedingt zu folgen, gibt es jede Menge guter Gründe. Alljährlich zwischen Karfreitag und Ostermontag lädt die Laeiszhalle zu den »Ostertönen«, Hamburgs einzigem Klassik-Festival. »Brahms und Moderne« glänzt diesmal mit »Miniaturen«.Zu Beginn jedoch steht ein wahrer Monolith, das Eröffnungskonzert mit dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms. Beim Publikum ist dieses Werk äußerst beliebt, deshalb empfiehlt sich eine schnelle Reservierung der Restkarten. Simone Young als Dirigentin hat für die Baritonpartie Wolfgang Koch ausgesucht, den die Hamburger als Alberich im »Ring« enthusiastisch feierten. Der »Aktionsmusiker« Wolfgang Mitterer passt die Brahms-Komposition mit einem eigenwilligen Prolog in die Jetzt-Zeit ein. Als Solist an der Orgel steuert er live generierte Elektronik-Klänge bei und lässt aus der Tiefe seiner Komposition »Stilles Bild« immer wieder Farben und Akkorde aus dem Requiem aufscheinen.
Simone Young
Karfreitag, 10. April 2009, 11 Uhr • Großer Saal
Philharmoniker Hamburg, NDR Chor
Simone Young, Dirigentin
Vida Mikneviciute, Sopran
Wolfgang Koch, Bariton
Wolfgang Mitterer, Orgel und live electronics
Wolfgang Mitterer: »Stilles Bild« für Orgel und live electronics (UA)
Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem op. 45
€ 54,- / 43,- / 32,- / 23,- / 15,-
Arditti Quartet I & II
Arditti Quartet
Das Arditti Quartet genießt weltweit einen herausragenden Ruf für seine lebendige und differenzierte Interpretation von Kompositionen der Gegenwart und des 20. Jahrhunderts. Mehrere hundert Streichquartette sind für das Ensemble komponiert worden, die aus dem Repertoire der zeitgenössischen Musik nicht mehr wegzudenken sind und dem Arditti Quartet einen einzigartigen Platz in der Musikgeschichte geben.
Ihre zwei völlig unterschiedlichen Programme am Karfreitag entführen den Hörer von Olga Neuwirth über Luigi Nono hin zu Johannes Brahms in das Jahr 1860.
Olga Neuwirth gehört zu den schillerndsten Komponistinnen ihrer Generation. Ihr genreübergreifendes Denken hat Arbeiten in den Bereichen Musik, Film/Video, Kunst und Performance hervorgebracht. Das Festival widmet der Künstlerin einen Schwerpunkt und präsentiert neben ihrer Musik eine Klang-Filminstallation sowie einen Ausschnitt aus ihrem filmischen Schaffen. Ihr Streichquartett »Akroate Hadal« zieht den Hörer in wirbelnde Klangflüsse, jagt von einer Überraschung zur nächsten. Der Titel ist Programm: Er bezieht sich auf ein fiktives, krakenhaftes Tiefseemonster.
Hölderlins Poetik wurde zum Impulsgeber für Luigi Nonos Streichquartett: »Ich verwendete die letzten Gedichte von ihm, die nicht fragmentarisch sind, sondern diese Räumlichkeit haben. Durch diese Gedichte habe ich verstanden, wie stark er zugehört hat. Wirklich zuhören (und so ist auch das Streichquartett zu hören) ist eine Notwendigkeit, ein Bedürfnis, dauernd etwas zu suchen. Das ist der Wanderer und nicht der, der bloß Schemata oder Ziele vorgibt. Das ist das Blühende, Wachsende.«
Zwei Musiker des Alban Berg Quartetts erweitern die Besetzung zum Sextett, wenn im zweiten Konzert Brahms‘ frühes Streichsextett voll orchestraler Farbigkeit und Schönbergs »Verklärte Nacht« erklingen. Vorangestellt spielen die Ardittis »Grave«, das im Gedenken an Thomas Kakuska, den langjährigen Bratscher des Alban Berg Quartetts, entstand.
Karfreitag, 10. April 2009, 18 Uhr • Kleiner Saal
Arditti QuartetOlga Neuwirth: Settori, Akroate Hadal
Luigi Nono: Fragmente – Stille. An Diotima
€ 21,- / 16,- / 12,- / 8,-
Karfreitag, 10. April 2009, 20 Uhr • Kleiner Saal
Arditti Quartet
Thomas Selditz, Viola
Valentin Erben, Violoncello
Wolfgang Rihm: Grave »in Memoriam Thomas Kakuska« für Streichquartett
Johannes Brahms: Streichsextett Nr. 1 B-Dur op. 18
Arnold Schönberg: Verklärte Nacht op. 4
€ 29,- / 24,- / 17,- / 9,-
Kombiticket für beide Konzerte für € 38,- / 30,- / 22,- / 13,- unter Tel.: 040 – 357 666 66
Brahms-Café: Kurzgeschichten von Peter Altenberg, Leo Perutz u.a.
Helmut Mooshammer
Rege besucht wurde 2008 das erstmals eingerichtete Brahms-Café im stimmungsvollen Brahms-Foyer. Bei Kaffee und Kuchen kann man hier vor dem Konzert Freunde treffen, internationale Presse studieren oder Kurzgeschichten und Aperçus hören, die im Laufe des Nachmittags vorgetragen werden.
Ostersamstag, 11. April 2009 & Ostermontag, 13. April 2009, jeweils 15-19 Uhr • Brahms-Foyer
Helmut Mooshammer, Lesung (Thalia Theater)
Eintritt frei
Lars Vogt & das ensemble recherche
À propos Miniaturen: Unter dem Motto »in nomine« hat das ensemble recherche seit 1999 unterschiedlichen Komponisten den Auftrag erteilt, aus der Bearbeitung älterer Musik neue Kompositionen zu entwickeln. Entstanden ist ein bunter Reigen an Miniaturen, deren Aufführungen von 30 Sekunden bis zu neuneinhalb Minuten dauern; die Besetzungen reichen vom Solostück hin zum Oktett. Der Gesichtspunkt des Weiterspinnens einer Tradition trifft hervorragend auf die Programmatik der Hamburger Ostertöne, Brahms in Verbindung mit der Gegenwart immer wieder neu zu hören. Lars Vogt wird die Balladen op. 10 von Johannes Brahms spielen – deren vierte der Komponist Gérard Pesson »gefiltert«, instrumentiert und damit ein »Nebenstück« geschaffen hat, durch das Brahms‘ Musik zart durchklingt.
Ostersamstag, 11. April 2009, 19 Uhr • Kleiner Saal
Lars Vogt Klavier
ensemble recherche
Johannes Brahms: Vier Balladen für Klavier op. 10
Gérard Pesson: Nebenstück – filtrage de la Ballade op. 10 Nr. 4 de Brahms
»In nomine. The Witten in nomine broken consort book«
Werke von Brian Ferneyhough, Jo Kondo, György Kurtág, Matthias Pintscher, Lucia Ronchetti, Walter Zimmermann, Åse Hedström, Georg Kröll und Enno Poppe (UA)
€ 21,- / 16,- / 12,- / 8,-
Musikalische Ostereiersuche durch die ganze Laeiszhalle
OstereierVon den Kellerräumen und dem Instrumentenlager über Garderoben und die Säle geht es hinauf in den Dachboden der Laeiszhalle. Überall gilt es, die Verstecke der Musiker ausfindig zu machen und Rätsellösungen zu finden. Eine heitere Entdeckungstour durch die gesamte Laeiszhalle, die in einem abschließenden Konzert gipfelt.
Ostersonntag, 12. April 2009, 14 & 16.30 Uhr • im ganzen Haus
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Wiener Maskentheater
»Musikalische Ostereiersuche« für Kinder von 5-8 Jahren
€ 8,-
Karten für die Suche um 14 Uhr kaufen
Karten für die Suche um 16.30 Uhr kaufen
»free radicals« – Eine Soirée mit Film und Musik
Mit »free radicals« hat das Klangforum Wien ein fantastisches, 90-minütiges Filmkonzert entwickelt. In einer dichten und ungewöhnlichen Abfolge von kurzen Musikstücken und Kurzfilmen werden neue Rhythmen, Spannungsbögen, Kontraste und Entsprechungen zwischen Klang und Bild möglich. Darunter sind drei verschiedene Musiken zum Film »Le retour à la raison« des Dadaisten Man Ray – die Musiker stellen die These auf, dass das Publikum bei der Aufführung durch die unterschiedlichen Kombinationen von Bild und Musik jeweils drei verschiedene Filme wahrnehmen wird. Wie ein roter Faden verlaufen die Bilder der Filmemacherin Bady Minck durch den Abend. Sie kehrt den Prozess um, nach dem normalerweise die Musik zum Film passend hinzu komponiert wird: Für ihren Film bildet die Musik den Ausgangspunkt, Darsteller sind die Musiker des Klangforums Wien mit dem Komponisten und Dirigenten Beat Furrer. Das cinematographische Spektrum reicht an diesem Abend von Man Ray, dem Pionier des Dada und des surrealistischen Kinos, und Filmen im Geiste der Bildmusik-Kompositionen von Oskar Fischinger aus den 30er Jahren über Len Lyes in den 50er Jahren entstandene Film-Scratchings, Robert Breers visuelles Pop-Art-Gedicht »Recreation« bis hin zu aktuellen Arbeiten von international wirkenden FilmkünstlerInnen.
Ostersonntag, 12. April 2009, 20 Uhr • Großer Saal
Klangforum Wien
Jean Deroyer, Dirigent
Bernhard Zachhuber & Bady Minck, Konzeption
Bernhard Zachhuber & Andreas Lindenbaum, Musikdramaturgie
Bady Minck, Filmauswahl
Peter Böhm & Florian Bogner, Klangregie
Raphael Barth & Matthias Smycka (Golden Girls), Filmprojektion
Harald Godula, Lichtdesign
Mit Filmen von Man Ray, Pipilotti Rist, Bady Minck, Maya Deren,
Mara Mattuschka u.a.
Mit Musik von Arnold Schönberg, Iannis Xenakis, Morton Feldman,
Georges Aperghis, Beat Furrer u.a.
€ 39,- / 32,- / 25,- / 18,- / 10,-
Lars Vogt & friends
Lars VogtAls künstlerischer Leiter des Kammermusikfests »Spannungen« lädt Lars Vogt alljährlich ausgesuchte Kollegen zum gemeinsamen Musizieren auf höchstem Niveau ein. Hier entstehen immer wieder von Neuem musikalische Sternstunden und die Publikumsresonanz ist entsprechend hoch. Auch sein Konzert am Ostermontag ist mit jenen langjährigen Partnern besetzt, die dort mit Lars Vogt auftreten und Kammermusik vom Feinsten spielen. Das Programm versammelt zwei Werke von Anton Webern, dem Schöpfer von kurzen Stücken schlechthin. Seine instrumentalen Miniaturen sind so umstandslos kurz wie von stark innerlicher Expressivität geprägt. Auf ihre Weise ist auch Alban Bergs Opus eins miniaturhaft – die Klaviersonate ist einsätzig und dauert keine zehn Minuten. Johannes Brahms schuf mit den Violasonaten op.120 seine letzten Kammerwerke; vor seinem Tode vollendete er nur noch die »Vier ernsten Gesänge«. Das Klavierquartett schließlich versammelt die vier Musiker zum gemeinsamen Finale.
Ostermontag, 13. April 2009, 17 Uhr • Kleiner Saal
Lars Vogt, Klavier
Antje Weithaas, Violine
Rachel Roberts, Viola
Christian Poltéra, Violoncello
Alban Berg: Klaviersonate op. 1
Anton Webern: Drei kleine Stücke für Violoncello und Klavier op. 11
Vier Stücke für Violine und Klavier op. 7
Johannes Brahms: Sonate für Viola und Klavier Es-Dur op. 120, 2
Klavierquartett Nr. 3 c-Moll op. 60
€ 21,- / 16,- / 12,- / 8,-
Abschlusskonzert
Reinhold Friedrich (Foto: Anne Hoffmann)Das Klavierquartett von Johannes Brahms mit seinem mitreißenden, tänzerischen Finalsatz gehört zu seinen beliebtesten Werken; Arnold Schönberg färbte das Kammerwerk mit einer prachtvollen Instrumentierung und ermöglichte so die Aufführung durch großes Orchester.
Olga Neuwirths Trompetenkonzert wurde 2006 uraufgeführt und ist seitdem zu einem der zurzeit meistgespielten Trompetenkonzerte avanciert. Die Hamburger Erstaufführung durch den Ausnahmetrompeter Reinhold Friedrich und das Bundesjugendorchester wird zum glanzvollen Abschluss des Festivals.
Ostermontag, 13. April 2009, 20 Uhr • Großer Saal
Bundesjugendorchester
Peter Hirsch, Dirigent
Reinhold Friedrich, Trompete
Alban Berg: Drei Stücke für Orchester op. 6
Olga Neuwirth: »…miramondo multiplo…« für Trompete und Orchester
Johannes Brahms: Klavierquartett g-Moll op. 25 (Orchestrierung Arnold Schönberg)
€ 39,- / 32,- / 25,- / 18,- / 10,-
Klanginstallation mit Film von Olga Neuwirth im Pavillon Elbphilharmonie
»Mich interessiert die Verschränkung verschiedener Ebenen und wie die sich gegenseitig beeinflussen und auslöschen. Die Frage: was ist Raum, was ist Bild, was ist Text und was ist Musik? Und wie weit ist es überhaupt möglich, das alles zusammenzuführen? Dabei spielt sicher eine Rolle, dass ich ja auch von der Malerei also vom Bild komme und immer schon von Architektur fasziniert war.« Olga Neuwirths genreübergreifendes Schaffen wird an zwei weiteren Hamburger Schauplätzen vorgestellt. Im Rahmen der Documenta 12 schuf sie die Klanginstallation mit Film
»…miramondo multiplo…« und bearbeitete hierfür das gleichnamige Trompetenkonzert. In einer mehrstimmigen Installation entstehen zartflüchtige Raumklangbilder, die Bezug zum Werktitel aufnehmen: »multiplo« verweist auf den Perspektivenreichtum im Akt des Betrachtens der Welt – »miramondo« – und bezeichnet die kaleidoskopartige Vielfalt von Welterfahrung. Der Pavillon Elbphilharmonie im Herzen der HafenCity erweist sich als idealer Ort für die erneute Installation des Kunstwerks.
vom 23. März bis zum 17. April 2009 • Mo-So, 10-17 Uhr • Pavillon Elbphilharmonie
Olga Neuwirth: »…miramondo multiplo…« Klanginstallation mit Film
Sound Design und technische Umsetzung: Peter Plessas, IEM – Institut für Elektronische Musik und Akustik Graz
Courtesy by Charim Galerie Wien
Eintritt frei
Kurzfilme von Olga Neuwirth im Abaton-Kino
Olga NeuwirthIm Rahmen der Hamburger Ostertöne wird im Abaton-Kino eine Auswahl der Filme gezeigt, an denen Olga Neuwirth mitwirkte. Der Film, das bewegte Bild mit all seinen künstlerischen Möglichkeiten, spielt in Olga Neuwirths Schaffen seit jeher eine zentrale Rolle. In diesen Arbeiten manifestiert sich nicht nur Olga Neuwirths generelles Interesse an der Erkundung synästhetischer Erfahrungsräume von Kunst, sondern ganz konkret die Option einer Verschränkung verschiedener medialer Ebenen im Hinblick auf ihre gegenseitige Beeinflussung, bezogen vor allem auf die Fragestellung, wo diese einander im fertigen Kunstwerk begegnen und sich dabei ergänzen oder auch gegenseitig auslöschen. Dahinter steht der Wunsch, die Funktionsmechanismen zu befragen, die in immer stärkerem Maße – bedingt durch den manipulativen Einsatz in den Massenmedien Internet und Fernsehen – unsere Wahrnehmung bestimmen und daher auch unsere Welterfahrung beeinflussen. Mit ihrer Filmmusik schafft Olga Neuwirth eine prägnante Klangkulisse, die ausdrucksstark und auf je eigenwillige Weise dem bewegten Bild begegnet.
Karfreitag 10. April, 15 Uhr & Ostermontag 13. April, 11 Uhr • Abaton-Kino
Einführung: Katrin Zagrosek, Projektleiterin Hamburger Ostertöne
Filme:
• The Calligrapher (1991)
Musik: Olga Neuwirth Animation: Brothers Quay
• Disenchanted Time (2005)
Musik und Idee: Olga Neuwirth
• No More Secrets No more Lies (2005)
Musik und Idee: Olga Neuwirth
Georgette Dee, Ensemble Modern, Franck Ollu
• Durch Luft und Meer (2007)
Film und Musik: Olga Neuwirth
• Symphonie Diagonale (2006)
Film: Helmuth Vicking Eggeling Musik: Olga Neuwirth
Postproduction und Cut: Stefan Lux
€ 7/ Inhaber einer Eintrittskarte der Hamburger Ostertöne € 6