Hamburg, Hamburgische Staatsoper, Tatjana – Ballett von John Neumeier, IOCO Aktuell, 07.06.2016

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Tatjana – Ballett von John Neumeier

Nach Eugen Onegin von Alexander Puschkin

  Vorstellungen 7.6.2016;  10.6.2016; 17.6.2016; 18.6.2016

In choreografischen Episoden, abwechselnd zwischen Traum, Erinnerung, Vorahnung und Wirklichkeit, schildert John Neumeiers Ballett Tatjana die erste große Liebe eines jungen Mädchens, das auf dem Land aufwächst. Vorbehaltlos öffnet es sich Eugen Onegin, einem beeindruckenden, exzentrischen Jüngling aus der Stadt, der es unmissverständlich abweist. Jahre später ist es umgekehrt: die inzwischen verheiratete Tatjana verschließt sich Onegins Werben. In seinem Ballett entwickelt John Neumeier die Geschichte frei nach Alexander Puschkins 1833 erschienenem Versroman Eugen Onegin.

Hamburg / Staatsoper, Tatjana, Ballett von John Neumeier © Holger Badekow

Hamburg / Staatsoper, Tatjana, Ballett von John Neumeier © Holger Badekow

John Neumeier führt aus:Tatjana ist eine Außenseiterin, fremd ihrer Familie und trotz ihrer Verträumtheit wild, ungebändigt und stark in ihrer Vorstellungskraft. Die meiste Zeit lebt sie in der Welt ihrer Träume und Fantasien, angeregt von Romanen, die sie liebt zu lesen. Puschkin beschreibt sie als ’scheu wie das Reh des Walde‘ – ein Mädchen nahe der Natur. Die andere Hauptfigur, der attraktive, weltlich gewandte Onegin, ist indes weder Held noch Scheusal. Beide tragen sie Züge vielschichtiger Figuren shakespeareschen Typs. Onegin versucht, seinen Weg als Mensch fern von jeglichem Klischee zu gehen, aber unverbindlich – ohne Verpflichtung, Hingabe oder Liebe.

Anders dagegen Tatjana. Ihr Lyrismus ist nicht Ausdruck einer naiven Gesinnung, sondern der Versuch, der prosaischen Welt einen poetischen Schimmer zu verleihen. Tatjanas unerfüllte Liebe zu Onegin ist ein Scheitern im Glanz versunkener Geschichten – Romanfiguren abgeschaut, denen sie sich in ihrer jugendlichen Entfaltung verzaubert anverwandelt hat. Doch erwächst aus ihrem Scheitern Größe. Am Ende lässt sie Onegin ziehen, obwohl sie ihn noch immer liebt und ihm ihre Liebe offen gesteht. „Ihre letzte Auseinandersetzung mit Onegin ist absolut beeindruckend. Tatjanas Reaktion auf sein Ansinnen ist mittendrin durchzogen von einem sehr klar reflektierten Blick auf ihr Leben. Sie denkt zum Beispiel in diesem Moment an die Beziehung zu ihrer Amme und entwirft in ihrer Fantasie einen ‚verwilderten Garten‘, der sie an ihre Kindheit erinnert. Und dann sagt sie, fast nebenbei: ‚Ich liebe Sie, warum es verhehlen?‘ Nachdem sie also über alles andere gesprochen hat, fällt dieser Satz, der Onegin nicht im Unklaren lässt. Diese Stärke besitzt Onegin in keiner einzigen Situation„, bemerkt John Neumeier.

Über allem schwebt das Verhängnis des Duells. Die Erfahrung, wie eine Freundschaft durch heftig auflodernde Eifersucht zerbricht, begleitet Onegins weiteres Leben. Die Figur des Zaretsky verkörpert dieses übersteigerte Ehrgefühl. Onegin tötet seinen Freund Lensky, den Bräutigam von Olga, Tatjanas Schwester. Er, der nach Leidenschaft und einer von Neugier entfachten Weltsicht sucht, erschießt Lensky, der jene Passion und gefühlstiefe Sehnsucht bereits in hohem Maße besitzt. Lenskys Tod wird ihn fortan verfolgen.

Für die Musik konnte die russisch-amerikanische Komponistin Lera Auerbach gewonnen werden, mit der John Neumeier wiederholt zusammengearbeitet hat, zuletzt 2007 in der Hamburger Fassung seines Balletts „Die kleine Meerjungfrau“.

Ein Auftragswerk des HAMBURG BALLETT, der Hamburgischen Staatsoper sowie des Stanislavsky und Nemirovich-Danchenko Musik-Theater Moskau,  Choreografie, Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme: John Neumeier,  Eine Koproduktion mit dem Stanislavsky und Nemirovich-Danchenko Musik-Theater Moskau.

Besetzung: Tatjana  Hélène  Bouchet, Eugen Onegin Edvin Revazov, Olga Leslie Heylmann, Lensky Alexandr Trusch

Kartenservice telefonisch eMail ticket@staatsoper-hamburg.de.     PMHHStO

Hamburg, Staatsoper Hamburg, Othello – Ballett von John Neumeier, IOCO Kritik, 26.4.2016

April 26, 2016  
Veröffentlicht unter Kritiken, Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Othello:  Zerbrochen am Bild vom Anderen
John Neumeiers erschütterndes Ballett an der Staatsoper Hamburg

„Du sollst Dir kein Bild machen!“  Wie schwer dieses Gebot einzuhalten ist und wie tödlich es sein kann, wenn man es verletzt, zeigen John Neumeier mit dem HAMBURG BALLETT auch in der 159. Vorstellung des Othello erschütternd an der Hamburgischen Staatsoper vor ausverkauftem Haus.  Von Hanns Butterhof

Sein Othello ist ein allgemein menschliches Seelenstück, das keiner realistischen Kulisse bedarf. Neumeier, der auch die Bühne und Kostüme entworfen hat, deutet den Ort der Handlung, Venedig, nur durch einige Gobelin-Fahnen an. Die Bahnen des Zeltes im Bühnenhintergrund blähen sich im 2. Akt für den Aufbruch ins kretische Irgendwo wie die Segel eines Schiffs, auf dessen Oberdeck die Hamburger Symphoniker unter dem  Dirigenten  Garrett Keast  das Geschehen musikalisch ausdeuten.

Staatsoper Hamburg

 Hamburg / HAMBURG BALLETT-Othello und Desdemona © Kiran West

Hamburg / HAMBURG BALLETT – Othello und Desdemona © Kiran West

Die Dramatik des Othello spielt sich wesentlich im Inneren und zwischen der venezianischen Senatorentochter Desdemona und ihrem aus Afrika stammenden Geliebten Othello ab, der Feldherr in venezianischen Diensten ist. Sie sind ein ideales Paar, das eigentlich an sich selber genug haben müsste: Hélène Bouchet ist die wunderschöne, ätherisch zarte Desdemona in ihrem langfließenden weißen Kleid, und Amilcar Moret Gonzales ist ihr elegant männliches Pendant Othello. Und doch tanzt schon beim Kennenlernen der beiden durch ihre Gedanken ein Bild des je anderen: Eine lüsterne Primavera (Emilie Mazon), aufreizend gekleidet wie Botticellis Ikone, geistert durch Othellos Unterbewusstes. Und der schwarz und rot bemalte Wilde Krieger (Marcelino Libao) im Lendenschurz irritiert nicht nur blitzartig Desdemonas Gefühle; in abgeschwächter Form zeigt sich dessen uneuropäisch atavistisches Bewegungsrepertoire auch bei Othello.

Hamburg / HAMBURG BALLETT - Ivan Urban als Jago © Kiran West

Hamburg / HAMBURG BALLETT – Ivan Urban als Jago © Kiran West

So hat der narzisstisch gekränkte, böse Jago leichtes Spiel, um in Othello Zweifel an Desdemonas Treue zu wecken. Ivan Urban lenkt als falscher Männerfreund Othellos Blick auf Desdemonas leichtfüßigen, fast leichtfertig erscheinenden Umgang mit dem naiven Cassio (Alexandr Trusch). Seine Frau Emilia (Carolina Agüero) dressiert er mit Tritten zur Komplizin seiner Intrige und zeigt sich mit raumgreifendem Stampfschritt von militarisierter, ins Brutale entgrenzter Männlichkeit.

Es sind großartige, so psychologisch überzeugende wie tänzerisch eindringliche Ensemble-, Paar- und Solo-Szenen, in denen sich die Tragödie entwickelt. Vor allem die liebende Begegnung Desdemonas und Othellos zu Arvo Pärts zärtlich schwebender „Mirror in a Mirror“ – Musik für Geige und Klavier ist ein eindringlich beglückender, zeitlupenartiger Paartanz, für den man sich kein Ende wünscht. Und man ahnt es doch schon voraus, wenn Desdemona den fast nackten Othello aus seinem weißen Hüfttuch wickelt und es dann, wie ein Unterpfand ihrer Liebe, um die eigenen Hüften schnürt.

Was am Anfang dieser Liebe so leicht, so in sich ruhend erscheint, verkehrt sich am Ende erschütternd in Gewalt. Othello schlägt Desdemona, hält sie fest, als sie sich ihm entziehen will, und erdrosselt sie mit dem Hüfttuch. In der Opfer-Position des Gekreuzigten sinkt sie leblos nieder.

Jagos höllisches Gelächter, nach dem sich Othello tötet, entspricht Othellos verzweifelter Erkenntnis, dass er seinem selber produzierten Primavera-Bild einer lüsternen Desdemona  mehr geglaubt hat als ihrer Wirklichkeit. Und dass er nun dem Bild vom wilden Mann entsprochen hat, das die anderen von ihm hatten. John Neumeiers Othello gewinnt seine erschütternde Kraft daraus, dass er an das schmerzliche und so oft zerstörerisch scheiternde Ringen zwischen der Realität und den Bildern rührt, die wir uns von ihr machen.  IOCO / Hanns Butterhof / 26.4.2016

Othello – Ballett von John Neumeier:  Die weiteren Termine dieser Spielzeit:  15.5.2016 um 14.30 und 19.30 Uhr; am 9.6.2016 um 19.30 Uhr.

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Hamburg, Elbphilharmonie, Eröffnung Januar 2017 – Weisse Haut installiert, IOCO Aktuell, 06.02.2016

Hamburg / Elbphilharmonie © Oliver Heissner

Hamburg / Elbphilharmonie © Oliver Heissner

Elbphilharmonie Hamburg

Weltweit einzigartig: Die Weiße Haut im Konzertsaal

Für viele Jahre war die Hamburger Elbphilharmonie verlässlicher Garant für Negativschlagzeilen. Die Bauzeit dauert spektakuläre sieben Jahre länger als ursprünglich geplant, die Baukosten von € 77 Mio stiegen auf € 789 Mio, die Staatsanwaltschaft untersucht. Deutsche Baukompetenz, so glaubte man bisher, sei aus anderem Stoff gemacht. Doch nun wird alles etwas gut:

Hamburg / Elbphilharmonie Westansicht © Thies Raetzke

Hamburg / Elbphilharmonie Westansicht © Thies Raetzke

Im Januar 2017 werden erste Töne in der Elbphilharmonie Hamburg erklingen. Im Januar 2016 hat das Konzerthaus den Meilenstein hin zu einer überwältigenden Akustik erreicht: Die Weiße Haut in Großen Konzertsaal wurde fertiggestellt. Lediglich letzte Arbeiten an der innovativen rund  6.000 Quadratmeter großen Wand- und Decken-verkleidung werden noch vorgenommen. Dies betrifft besonders den Einbau der Orgel.

Hamburg / Elbphilharmonie Gruppenfoto v.l.n.r. Lieben-Seutter, Herzog, Prof. Barbara Kisseler, Cornils, de Meuron, Mergenthaler 3.2.2016 © Johannes Arlt

Hamburg / Elbphilharmonie Gruppenfoto v.l.n.r. Lieben-Seutter, Herzog, Prof. Barbara Kisseler, Cornils, de Meuron, Mergenthaler 3.2.2016 © Johannes Arlt

Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler: „Mit Erreichen des letzten Zwischentermins bis zur Eröffnung am 11. und 12. Januar 2017 liegen wir nun voll im Zeitplan. Dies ist das Ergebnis einer ausgezeichneten Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten, seit der kompletten Neuordnung des Projektes vor gut drei Jahren.

Auch wenn wir erst in einem knappen Jahr den überwältigenden Klang in der Elbphilharmonie Hamburg genießen können, wird bereits jetzt sichtbar, was für ein architektonisches Juwel mit der Elbphilharmonie in Hamburg entsteht.“

Für die hervorragende Akustik im Konzertsaal ist neben der Geometrie des Raumes und den Materialien auch die Oberflächenstruktur entscheidend. Die spezifische Oberflächenstruktur der Wände und Decken wurde von Herzog & de Meuron durch Materialrecherchen und Formstudien und Mustern in Abstimmung mit dem japanischen Akustiker Yasuhisa Toyota von Nagata Acoustics entwickelt und von HOCHTIEF realisiert. Die Weiße Haut ist eine der vielen Innovationen und komplexen Entwicklungen in der Elbphilharmonie Hamburg.  Jacques Herzog, Architekturbüro Herzog & de Meuron:Entscheidend für die Qualität der Akustik ist die Verbreitung des Schalls im Konzertsaal. Dafür müssen die Geometrie des Raumes, die verwendeten Materialien und die Oberflächenstruktur optimal aufeinander abgestimmt werden. Es sind diese Struktur und der fließende Übergang zwischen Wänden und Decke, die dem Konzertsaal etwas Naturhaftes verleihen.

Beate Cornils, Projektleiterin HOCHTIEF: „Der Einbau der Weißen Haut war auch für die Ingenieure und Handwerker eine große Herausforderung. Von den rund 10.000 Platten aus Gips und Papier, die jeweils im Durchschnitt 70 Kilogramm wiegen, sieht keine aus wie die andere, und jede musste ihren Platz an der komplexen Unterkonstruktion finden, um sich zu dem beeindruckenden Ganzen zu fügen. Mit dem Einbau der Orgel wurde bereits begonnen, sodass wir uns mit großen Schritten der Fertigstellung der Elbphilharmonie nähern.

In der Elbphilharmonie Hamburg ist Musik so nah wie in keinem anderen Konzerthaus.
Das Weinberg-Prinzip des Großen Saals stellt dabei auch eine besondere Nähe zwischen Publikum und Künstlern her: Mit maximal 30 Metern Abstand zwischen dem Dirigenten und den Zuschauern ist in der Elbphilharmonie Hamburg Musik sehr nah.
Generalintendant Christoph Lieben-Seutter:Mit der Fertigstellung der Weißen Haut bestätigt sich einmal mehr die Einmaligkeit des Großen Saales, dem Herzstück der Elbphilharmonie. Der räumliche Eindruck ist phantastisch. Der Saal wirkt gleichzeitig intim und großzügig, seine organische Form macht ihn zu einem idealen Ort für große künstlerische Erlebnisse.“

Die Weiße Haut: Das akustische Konzept

Hamburg /Elbphilharmonie - Einweihung Weiße Haut © Johannes Arlt

Hamburg /Elbphilharmonie – Einweihung Weiße Haut © Johannes Arlt

Für gute Akustik im Konzertsälen ist neben der Raumgeometrie und den Materialen auch die Oberflächenstruktur entscheidend, um Schall gezielt zu streuen. Bei historischen Konzertsälen übernehmen zum Beispiel barocke Ornamente diese schallstreuenden Funktionen.

Bei der Elbphilharmonie sind es rund eine Million muschelförmige Fräsungen, die den Schall lenken beziehungsweise streuen und ihn so optimal im Raum verteilen. Die Oberfläche erhält so ein sehr lebendiges, fast handwerklich geschnitzt anmutendes Erscheinungsbild. Dabei sind das Massengewicht und die Dichte der sehr schweren Gipsfaserplatten für den hohen Grad an Schallreflektion entscheidend. Wand und Decke gehen ineinander über und wirken wie eine einheitliche „Weiße Haut“.

Diese spezifische Oberflächenstruktur der Wände und Decken wurde durch ausführliche Materialrecherchen und in zahlreichen Formstudien und Mustern und Brandschutz-experten entwickelt. Maßstabsgetreue Versuchsaufbauten, eine 3D-Ausführungsplanung und eine sehr präzise Werk- und Montageplanung ermöglichten die Realisierung. Der Reflektor, 15 Meter über der Bühne in der Mitte des Deckengewölbes aufgehängt, reflektiert den Klang auch für das Orchester optimal. Weitere Einzelheiten des Konzeptes:

• Die Weiße Haut:  Rund 6.000 Quadratmeter
o  1.700 Qm Weiße Haut der Saaldecke
o   200 Qm   Weiße Haut Reflektorunterseite
o   3.700 Qm Weiße Haut der Ränge für Wände, Decken, Brüstungen
• Anzahl Gipsfaserplatten: zirka 10.000
• Anzahl gefräste Täler: zirka 1 Million
• Frästiefe: variabel, zwischen 5 und 90 Millimeter
• Größe pro Platte: variabel, in der Regel rund 0,5 Quadratmeter
• Gesamtgewicht Weiße Haut: 226 Tonnen
• Gewicht pro Platte: variabel, je nach Größe zwischen 35 bis 200 Kilogramm
• Durchschnittliches Gewicht pro Platte: 70 Kilogramm
• Montagebeginn der Unterkonstruktion Weiße Haut Saaldecke: Oktober 2013

Der Große Saal
• 2.100 Sitzplätze:  in Abhängigkeit von Nutzung des Saals
• Maximale Entfernung zum Dirigenten: 30 Meter
• Höhe oberster Platz: rund 17,80 Meter über dem Parkett des Konzertsaals
• Grundfläche (inklusive Bühne): rund 2.590 Quadratmeter
• Maße Großer Saal: Länge: 50 Meter, Breite: 40 Meter, Höhe: 25 Meter
• 362 Federpakete dienen zur Lagerung und akustischen Entkopplung des         Konzertsaals im Gebäude („Raum in Raum“)
• Höhe des Konzertsaals (Parkett) im Gebäude: 50,81 Meter (12. Stock)Bühne: Grundfläche von 270 Quadratmetern, Breite: 21,3 Meter, Tiefe: 15,5 Meter
• Reflektor: Höhe über der Bühne: 15 Meter, Durchmesser: 15 Meter

PMdSTHH / 03.02.2016

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Hamburg, Staatsoper Hamburg, Letzte Vorstellung: PELLÉAS ET MÉLISANDE, 22.01.2016

Januar 20, 2016  
Veröffentlicht unter Pressemeldung, Staatsoper Hamburg

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Staatsoper Hamburg

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

Staatsoper Hamburg © Kurt Michael Westermann

 PELLÉAS ET MÉLISANDE  von Claude Debussy

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Letzte Vorstellung Freitag 22.01.2016, 19:00 Uhr

An einem Brunnen im Wald trifft Golaud auf Mélisande. Sie heiraten und kehren auf das Schloss seiner Familie zurück. Dort lernt Mélisande Pelléas, den Bruder Golauds kennen. Mélisande verliert den Ring, den ihr Golaud geschenkt hat, im Wasser. Sie fühlt sich zu Pelléas hingezogen. Er erwidert ihre Gefühle. Doch Pelléas will das düstere Schloss verlassen und sich von Mélisande verabschieden. Nachts im Park wollen sie sich ein letztes Mal sehen. Hinter ihnen schließen sich die Tore des Schlosses. Doch die beiden sind nicht allein.

Pelléas und Mélisande ist nicht nur Claude Debussys einzige Oper – das Stück nimmt auch sonst eine Sonderstellung ein: Debussy orientierte sich bei der Vertonung an der natürlichen Wortmelodie und schuf so eine neue, impressionistische »Klangsprache«. Vieles deutet sie nur an, ist voller Geheimnisse, Sinnbilder – und faszinierte 1902 schon das Publikum der Uraufführung in Paris. Bis heute öffnet Debussys Musik die Pforten zu einer mystischen, dämmrigen Welt, in der sich unsere gleichsam verschwommen spiegelt.

Musikalische Leitung: Kent Nagano, Inszenierung: Willy Decker
Bühnenbild und Kostüme: Wolfgang Gussmann, Licht: Hans Toelstede

BESETZUNG:
Arkel: Wolfgang Schöne
Geneviève: Renate Spingler
Pelléas: Phillip Addis
Golaud: Marc Barrard
Mélisande: Karen Vourc’h
Yniold: Solist des Knabenchores Chorakademie Dortmund
Un médecin / Le Berger: Stanislav Sergeev
Orchester: Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Pressemeldung Staatsoper Hamburg

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