
Theater Vorpommern
TANZTENDENZEN – Festival für zeitgenössischen Tanz und Performance.
INTERNATIONALE GASTSPIELE – PERFORMANCE – VIDEO
PODIUMSGESPRÄCH – WORKSHOPS

DAS PROGRAMM IM DETAIL
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Dienstag, 1. November 2011, 16.00 – 18.00 Uhr
Theater Vorpommern (Ballettsaal), Robert-Blum-Str., Treffpunkt: Kassenhalle
WORKSHOP Hip-Hop mit Abdennour Belalit
Hip-Hop ist eine kulturelle Bewegung, die ihre Ursprünge in den afroamerikanischen Ghettos New York Citys der 1970er Jahre hat und sich mittlerweile zur weltweiten – und starken französischen – Jugendkultur entwickelt hat. Hip-Hop versteht sich als Street Culture, als Kultur, die zum erheblichen Maße auf der Straße gelebt wird und deren integrale Bestandteile Rap, DJing, Breakdance und Graffiti sind.
Abdennour Belalit bietet eine Einführung in die Welt des Hip-Hop und vermittelt durch seine Erfahrungen als Tänzer und Pädagoge einen einmaligen Unterricht mit großem Reichtum von technischen Grundformen des Hip-Hip und Breakdance. So stehen Unterstützung und Verbindung zum Boden, Bodenfiguren und -sequenzen wie Toprock, Uprock, Stopps, Freezes, Tricks und Kicks im Vordergrund. Die Variationen werden um Standtechniken wie Smurf, Contractions, Bottlenecks ergänzt.
Abdennour Belalit ist Tänzer, Choreograf und seit 1994 Künstlerischer Leiter der Cie Alexandra N’Possee. Der Franzose unterrichtet seit vielen Jahren im In- und Ausland, so in Tunesien, Palästina, Russland und auf Haiti. Des Weiteren feierte seine Choreografie “Les S’Tazunis” in diesem Sommer auf dem Festival in Avignon Premiere.
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Dienstag, 1. November 2011, 20.00 Uhr
Sozio-kulturelles Zentrum St. Spiritus (Kapelle), Eingang Caspar-David-Friedrich-Str.
Eröffnung der TANZTENDENZEN 2011
Eröffnung durch den Oberbürgermeister der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Dr. Arthur König, und Grußworte der Veranstalter
Podiumsgespräch “Kreativ ohne Grenzen”
Ganz im Zeichen der diesjährigen Tendenzen “Grenzen” steht erstmals ein Podiumsgespräch mit geladenen Gästen aus den verschiedenen Produktionsbereichen des Zeitgenössischen Tanzes. Simone Willeit (Tanzbüro Berlin), Walter Bickmann (Choreograf), Sven Till (fabrik potsdam) und Elena Polzer (ehrliche arbeit – Kulturbüro).
Bei immer knapper werdenden Budgets für Kulturförderung in Kommunen und Ländern stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen ein Künstler in der freien Szene weiter im kreativen Bereich überlebensfähig bleibt. Wann ist die Grenze erreicht? Welche Förderung macht Sinn? Welche Projekte verfehlen ihre eigentliche Intention und gehen am Künstler vorbei? Was benötigen junge Künstler zum Durchstarten? Wo bleibt ein Förderinstrument für die Midage Karriere in der Freien Szene. – Ein Tanz zwischen Erfolg und Extremen.
Cie Retouramont (Frankreich)
Screening von “Cette immense Intimité”
Ortsspezifisches Solo für Innen- oder Städtische Räume (Vertikaltanz am Seil. Solo für einen Tänzer und eine Wand)
Regie: Fabrice Guillot – Tanz: Olivia Cubero
Die gezeigten Bilder wurden von Fabrice Guillot live mit Méta-Mallette, einer von PUCE MUSE entwickelten Software, transformiert.
In einer einzigartigen Symbiose verschmelzen Projektion und Tänzer und gehen so über physische Grenzen hinaus. Dies ist die Stärke dieses Outdoor-Solos mit Olivia Cubero.
Nur mit einem Seil gesichert erkundet ihr Körper den vertikalen Raum und stellt ihn schwebend im Dialog mit der Architektur. Letztere wird von Bildern belagert, die vom Choreografen Fabrice Guillot live manipuliert werden. Bilder, die weder einen Partner noch ein Double kreieren, sondern vielmehr einen Eindruck “eines Bades in Sensorik” schaffen. So entsteht der Tänzer aus der Architektur neu.
Cie Marie Lenfant (Frankreich)
Numéro d’ObjEt (Object ID) Performance
Deutsche Erstaufführung
Choregrafie: Marie Lenfant
Tanz: Thierry Mabon, Serge Louis Fernand
Sound Design: François Chevallier – Bühne: Jean Claude Furet
Kostüm: Anne Pitard – Foto/Video: Benjamin Juhel
In einem Doppelraum (“bi-space”) scheinen zwei männliche Charaktere einem Comic entstiegen zu sein. Sie bewegen sich im Rhythmus der Uhrzeiger. Zwei Männer mit sehr eigentümlichen und kuriosen Reizen, die sich mit diesen auf unser aller Leben beziehen und dies reflektieren. Mit mikroskopischem Blick analysieren sie das menschliche Verhalten und Auftreten, die zwischenmenschlichen Beziehungen im sozialen Gefüge und geben diese mit einer humorvollen Distanz wieder. “Numéro d’ObjEt” ist eine Metapher für menschliche, körperliche und seelische Anlagen.
Unser Körper gibt unserem Dasein Realität. Er sollte sich dem Image anpassen, das wir von uns selbst geben möchten; korrespondierend mit sozialen Kodierungen und Kriterien von Schönheit. Das Image sollte perfekt sein oder zumindest Perfektion angestrebt werden. Dieses äußere Erscheinungsbild ist eine zweite Haut, Zuflucht, Schutz und Falle. Unsere Körper unterliegen andauerndem Wandel, modifiziert und unvollkommen.
Mit vierzehn verließ Marie Lenfant die Schule und schlug sich durch. Sie nahm Unterricht in Paris, Tour und Angers und mit 21 Jahren präsentierte sie ihr erstes SoloSolo 1. Nach ihrer Zeit mit Jazz und Companie gründet sie ihr eigenes Ensemble. 1994 erfolgte der erste Durchbruch als Choreographin. In Mans entstehen weiter Stücke wie “Miséricorde”, “J’ai pas envie” und “Pan”. Mit ihren Arbeiten reflektiert sie ihren Blick auf Menschlichkeit und Existenz; übersetzt ihn in Tanz.
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Mittwoch, 2. November 2011, 16.00 – 18.00 Uhr
Theater Vorpommern (Ballettsaal), Robert-Blum-Str., Treffpunkt: Kassenhalle
WORKSHOP Zeitgenössischer Tanz mit Robin Jonsson
Meine letzten Produktionen “Super Conflict” und “I Believe I Can See The Future” waren von der sorgfältigen Untersuchung animierter Bewegungen – Bewegungen, die ich in Computerspielen und Animationsfilmen vorfand -, geprägt. Diese Untersuchungen haben meine Arbeit einzigartig gemacht und eindrucksvolles körperliches wie künstliches Material hervorgebracht, das hohe Ansprüche an Koordination, Muskelspannung und das Gedächtnis stellt. Besonders reizt mich die “Unnatürlichkeit” und “Starrheit” dieses Materials, was der gängigen Auffassung des zeitgenössischen Tanzes widerspricht.
Heutige Unterrichtsformen fokussieren eher entgegengesetzte Werte wie organische und fließende Bewegungen, was meinen Workshop zu einer guten Ergänzung zum allgemeinen Tanztraining werden lässt.
(Robin Jonsson)
Robin Jonsson ist unbestritten ein Kind der Playstation-Generation. Er hat seine Spiele-Abhängigkeit überwunden und übersetzt seine Faszination für virtuelle Welten und neue Medien seitdem in ausgefallene, manchmal sonderbare Choreografien und Performances. Der Tänzer, Performer und Choreograf erhielt an der Royal Swedish Ballet School in Stockholm eine klassische Tanzausbildung, die er durch eine zeitgenössische Ausbildung an den P.A.R.T.S., den Performing Arts Research and Training Studios, in Brüssel, und ein Studium des Musik- und Sound-Design ergänzte.
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Mittwoch, 2. November 2011, 18.00 Uhr
Theater Vorpommern (Großes Haus), Robert-Blum-Str.
Cie Alexandra N’Possee (Frankreich) – NOs Limites
Künstlerische Leitung/Choreografie: Abdennour Belalit, Martine Jaussen
Tanz: Abdennour Belalit, Islam El Shafey, Eve.H, Martine Jaussen, Laurent Kong A Siou, Sithy Sithadé Ros
Musik: Julien Thomas – Bühne: Patrick Bette
Kostüme: Florence Domingeon – Licht: Sébastien Lefèvre
Regie: Rodolphe Martin, Stéphane Avenas
Koproduktion: Le Train théâtre de Portes-lès-Valence, L’Espace Malraux Scène Nationale de Chambéry et de la Savoie, Le Centre de Dévelopement Chorégraphique Les Hivernales d’Avignon, Le Centre National de Création et de Diffusion Culturelles de Châteauvallon und le Festival Hip Hop Ways de Toulouse
“NOs LIMITes” – ein Stück mit Kultstatus der Hip-Hop-Ensemble Alexandra N’Possee. Im Mittelpunkt steht der Umgang der Menschen mit natürlichen und gesellschaftlichen, mentalen und physischen Grenzen, die sich der Mensch selbst – aufgrund seiner Herkunft und seiner Erziehung – auferlegt. Ausgehend von diesen Themen, kommen Abdennour Belalit und Martine Juassen zu einem gegensätzlichen Schluss, der seinerseits wieder Fragen aufwirft: Welche Form von Freiheit bleibt übrig in einer Welt dominiert von Bedingungen und Regeln?
Die Handlung wechselt zwischen schnell getanzten Konflikten und Provokation, zu einfühlsameren Momenten, in denen die Choreografen neue Ausdrucksformen für den Hip-Hop entwickeln.
“NOs LIMITes” ist ein abwechslungsreicher Mix von lyrischen Momenten, Anmut und Gewalt. Ein getanzter Widerstand der Liebe gegen Gewalt und Unterdrückung.
Die Compagnie Alexandra N’Possee wurde als Hommage für einen verstorbenen Freund in Chambéry gegründet. Die Leitung haben seit 1994 Martine Juassen und Abdennour Belalit inne. Gemeinsam haben sie mittlerweile 15 Stücke geschaffen, die im In- und Ausland aufgeführt worden sind. In den Jahren 2000, 2002 und 2004 leitete das Ensemble eine Gruppe von 200 Tänzern und Artisten, die im Rahmen der Biennale del la Danse ein festliches Defilé in Lyon veranstaltete. Im Jahr 2010 entstand “Les S’Tazunis”, das mit den für den Hip-Hop charakteristischen Stilmitteln den Einfluss Amerikas auf die französischen Jugendlichen unterschiedlicher kultureller Herkunft beleuchtet. Im selben Jahr entstand im Rahmen eines russisch-französischen Austauschs das Stück “Odyssée”. Neben der Aufführungstätigkeit widmet das Ensemble sich vermehrt verschiedensten didaktischen Projekten und der Vermittlung von Hip-Hop als Ausdrucksmittel.
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Donnerstag, 3. November, 20.00 Uhr
Theater Vorpommern (Rubenowsaal)
Antje Velsinger (Deutschland)
wall/paper/wall
Konzept, Text, Performance: Antje Velsinger
Komposition: Markus Popp/Oval
Dramaturgische Beratung: Kirsten Maar
Kostüm: Sophie Reble
Architektonische Räume, Erinnerungsräume, Emotionsräume, Klangräume – irgendwo darin, hindurch, dazwischen, sagt man, leben wir. In ihrer Performance “wall/paper/wall” kon-struieren Antje Velsinger und Markus Popp verschiedene Schichten innerer und äußerer Raumtexturen. Die Schichten überlagern und verkanten sich, ein Möglichkeitsraum für individuelle und kollektive Erfahrung entsteht.
Auch in musikalischer Hinsicht etabliert “wall/paper/wall” ein Spannungsverhältnis zwischen verschiedenen Modi; die Komposition changiert zwischen abstrakten, elektronischen und emotional nicht kodierten Klangtexturen. Durch den Wechsel von Abstraktion und Emotion entsteht eine Brüchigkeit, die Fragen nach den im (Klang-)Raum gespeicherten Erinnerungen, Emotionen und Assoziationen aufwirft.
Was liegt in den Räumen, die ich nicht sehen, sondern nur spüren kann? Welche Erinnerungen, Emotionen und Geschichten sind im Innern des Körpers gespeichert? Welche Landschaften? Welche Türen lassen sich zu diesen inneren Räumen finden? Welche körperlichen Zustände und Bewegungen entstehen durch die Öffnung von Innenräumen und wie lassen sie sich erfahrbar machen? Das Publikum wird zum Beobachter und gleichzeitig zum Zeugen des eigenen Blicks.
Antje Velsinger ist als freie Performerin, Choreografin und Lehrende an der Universität Gießen tätig. Als Tänzerin arbeitete sie für verschiedene Choreografen und Kompanien in Bonn, Berlin, Hamburg und der Schweiz.
Markus Popp gehört zu den international angesehensten Produzenten zeitgenössischer elektronischer Musik. Sein radikaler, verfahrensorientierter und dabei hochmusikalischer Ansatz war die Vorwegnahme von “glitch”, “clicks & cuts” und “microsound” und inspiriert/provoziert bis heute eine ganze Generation von Musikern. Mit seiner Doppel-CD “O” gelingt ihm die nächste Revolution: Eine einzigartige Musik 2.0, die die Grenzen zwischen “elektronisch”, “akustisch”, “gespielt” und “programmiert” zum Verschwinden bringt.
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Robin Jonsson (Schweden)
SIMULATIONS
Konzept und Regie: Robin Jonsson
Tanz: Ludvig Dae, Lieve De Pourcq
Musik: Peter Lenaerts – Kostüme: Manuela Lauwers
Produktion: Simulator IF in Sweden en Plankton vzw in Belgium
Koproduktion: Monty, BUDA en Norrlandsoperan
Mit freundlicher Unterstützung: Pact-Zollverein in Essen, Dansens Hus in Vooruit, The Swedish Arts Council und The Swedish Arts Grants Committee
Wie betrachten Roboter ihr Leben? Wovon träumen Marionetten? Müssen Charaktere in Videospielen wirklich sterben? Spiegelt Mimikry die Realität wider oder gibt es nur eine Hyper-Realität? Was bedeutet ein Konzept wie “Realität” für virtuelle (Lebens-)Formen wie Roboter, Marionetten und Manga-Figuren? Was kann ein Roboter der Realität geben? Ist er einzigartig oder ist er nur einer von Millionen von identischen Robotern?
Dies sind die Aspekte, die der junge schwedische Choreograf Robin Jonsson in “Simulations” – seiner von Computerspielen und virtuellen Welten inspirierten Performance – anspricht, um den Umgang mit Grenzen zwischen Echtem und Virtuellem auszuloten. Es ist ein Spiel, das in seiner überbordenden Buntheit der künstlichen Welten, die sogenannte Lebens-Anbindung, unsere Realität im Hier und Jetzt, in Szene setzt. Robin Jonsson wurde u.?a. von den Filmen “Blade Runner and I” und “Robot” inspiriert.
Robin Jonsson ist unbestritten ein Kind der Playstation-Generation. Er überwandt seine Spiele-Abhängigkeit und übersetzt seine Faszination für virtuelle Welten und neue Medien seitdem in ausgefallene, manchmal sonderbare Choreografien und Performances. Der Tänzer, Performer und Choreograf erhielt an der Royal Swedish Ballet School in Stockholm eine klassische Tanzausbildung, die er um eine zeitgenössische Ausbildung an den P.A.R.T.S., den Performing Arts Research and Training Studios, in Brüssel, und ein Studium des Musik- und Sound-Design ergänzte.
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Freitag, 4. November, 15.00 – 17.00 Uhr
Theater Vorpommern (Ballettsaal), Treffpunkt: Kassenhalle
Antje Velsinger (Deutschland)
Workshop Zeitgenössischer Tanz
Wo hört Außen auf – wo fängt Innen an? Wie und wo positioniere ich meinen Körper im Raum? Betrete ich einen feststehenden Raum oder entsteht dieser erst durch die eigene Wahrnehmung – oder läuft beides parallel zueinander ab? Welche Erinnerungen, Emotionen und Geschichten sind im Innern des Körpers gespeichert? Tanz gibt uns die Möglichkeit, Fragen an den Körper, den Raum und an die Zeit zu stellen. Im Tanz können wir Räume in Räumen finden oder so tun, als ob wir beliebig viel Zeit hätten. Hierbei lassen sich vielfältige Erfahrungen machen, die unsere Bewusstheit und Sensibilität schärfen und neue Zusammenhänge entstehen lassen. (Antje Velsinger)
Antje Velsinger studierte Tanz an der Berufsfachschule Danceworks Berlin sowie Tanz- und Theaterwissenschaft an der FU Berlin, wobei sie ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes erhielt. Seit Oktober 2010 nimmt sie am MA Programm “Choreografie und Performance” in Gießen/Frankfurt teil. Als Tänzerin arbeitete sie für verschiedene Choreografen und Kompanien in Bonn, Berlin, Hamburg und der Schweiz. 2009 schrieb sie ihre Abschlussarbeit zum Thema “Choreografische Verfahren als künstlerische Forschung”, arbeitete als choreografische Assistenz bei Laurent Chétouane für die Produktion Tanzstück #4 “leben wollen (zusammen)” und nahm als Performerin am Researchprojekt “lost among notations” von Claudia Garbe teil. 2010 produzierte sie zusammen mit dem Musiker Markus Popp das Stück “wall/paper/wall”, welches in den Sophiensælen Berlin Premiere feierte und daraufhin zur Musikbiennale nach Zagreb eingeladen wurde. Weiterhin entwickelte sie mit der Regisseurin Angela Harter, dem Komponisten Calogero Scanio und dem “Ensemble Modern” eine Produktion für das Festival “Frankfurter Positionen”. Im Juni 2011 feierte ihre neue Produktion “this is it, but without us” Premiere im Mousonturm Frankfurt. Seit März 2011 hat Antje Velsinger einen Lehrauftrag für Zeitgenössischen Tanz und Improvisation am Institut für angewandte Theaterwissenschaft in Gießen.
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Freitag, 4. November 2011, 20.00 Uhr
Theater Vorpommern (Großes Haus), Robert-Blum-Str.
Abschlussabend
battleROYAL (Australien/Deutschland)
Soft Landing
Konzept, Choreografie: Brendan Shelper
(Choreografie in Zusammenarbeit mit den Tänzern)
Choreografische Assistenz: Susana Beiro
Tanz: Florian Bücking, Jonathan Buckels, Claudia Greco, Susana Beiro
Musiker: Matt Davis
Musik: Bombazine Black – Lichtdesign: Alesandra Beiro
Kostümedesign: Sophie vom Scheidt – Videodesign: Timm Ringewaldt
“Soft Landing” ist eine behutsame Recherche über die Zerbrechlichkeit, Isolation, Unabhängigkeit, Schönheit und die komischen Seiten des Alterns. Der 75-jährige Protagonist wird durch den Verlust von Familie und Freunden von der Gesellschaft abgeschnitten und lässt seiner Einbildungskraft freien Lauf. Er manifestiert ein identisches Ensemble von sich selbst, um Momente unverständlicher Vergangenheit, verklärter Erinnerungen, wirrer Gedanken und Träume nachzuspielen. Dieses System menschlicher Marionetten wird verkörpert durch die dünnen roten Linien, die eine Gesellschaft begrenzend oder unterstützend lenken.
Brendan Shelper Nach einem Studium in Tanz und Theater an der Acrobatic Arts School in Australien schloss Brendan Shelper sich 1997 der Company ‚Legs on the Wall‘ in Sydney an. Über 18 Monate war Shelper Co-Autor und Co-Regisseur der Eröffnung des Esplanade “Theaters on the Bay” in Singapur 2002. Seit 2003 lebt Brendan Shelper in Berlin und arbeitet u.?a. regelmäßifg mit der französischen Pyrothechnik Legende Group F.
Für die im Februar 2011 stattgefundene Fis Ski WM in Garmisch-Partenkrichen übernahm Brendan Shelper die Leitung der künstlerischen Szenen der Eröffnungszeremonie
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Collectif 2 Temps 3 Mouvements (Frankreich)
La Stratégie de l’Échec (Die Strategie des Scheiterns)
Deutsche Erstaufführung
Choreografie und Tanz: Nabil Hemaïzia und Mathieu Desseigne
Künstlerische Beratung: Sylvain Bouillet
Musikalisches Arrangement: Sébastien Piasco
Lichtdesign: Lucas Toureille
“La Stratégie de l’Echec” Die Strategie des Scheiterns oder wie unser Erbe den Ablauf unseres Lebens prägt. Die zweite Kreation des Collectif 2 Temps 3 Mouvements ist ein poetisches Manifest, das Anleihen aus dem Hip-Hop, dem zeitgenössischen Tanz und dem Zirkus entnimmt; sie bewegen sich zwischen Hoffnung, Reflexion und der Desillusionierung unserer Lebensmodelle. Vom Bruch zur Balance, von der Performance zum Fall, das Duett sucht nach einem Kompromiss zwischen Resignation und Widerstand. Und fragt: Ist es mittels einer Überzeugung oder durch die Konfrontation mit der gemeinschaftlichen Ernüchterung möglich, seine eingeprägten Kodes zu vernachlässigen?
Das Collectif 2 Temps 3 Mouvements ging im Jahr 2006 aus einem Treffen von Nabil Hemaïzia, Sylvain Bouillet und Mathieu Desseigne hervor; die drei hatten ihre Herkunft im Tanz und der Zirkuskunst. Mit dem Kollektivgedanken verbanden sie ihre Stärken und entwickelten eine Mischkunst; einen Mix der Stile sowie eine Philosophie, die sich ihres Erbes annahm. Durch ihre technische Perfektion entwickelten sie eine Sprache, die es ermöglichte, das “physische Lexikon” zu beschreiben. In ihren Kreationen hinterfragen sie den Menschen, verteidigen eine kollektive Sprache und entwickeln Ideen in einem Raum, in dem Gegensätze widerhallen.
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Samstag, 5. November 2011, 14.00 – 16.00 Uhr
Theater Vorpommern (Ballettsaal), Robert-Blum-Str., Treffpunkt: Kassenhalle
WORKSHOP Zeitgenössischer Tanz mit Florian Bücking (Deutschland)
Tanz orientiert sich an der Architektur des Körpers. Grundlage des Workshops ist die Basisvermittlung einer Technik des Loslassens. Über Bodenübungen gilt es, zu einem Bewusstsein des Körperbaus zu finden, ohne Spannung in den Gelenken zu erzeugen. Begonnen wird mit kleinen Übungen – Basis-Aspekten von Bewegung, um das Gewicht zu spüren, den Kontakt zum Boden zu finden, sich im Raum zu bewegen, einfach zu stehen. Es gilt, der Bewusstwerdung des Körpers in stets einfachen und langsamen Übungen Zeit zu geben, sich aufzuwärmen tief in Muskeln, Gelenken und Knochen.
Es werden Körperkombinationen entwickelt und erste Wege zur Improvisation beschritten, um das eigene Potenzial zur Interpretation zu erforschen, um Bewegungsqualitäten herauszuarbeiten, mit dem Ziel, bewusst und geerdet die Architektur des Körpers schöpferisch im Raum einzusetzen.
Florian Bücking, geboren in Bremen, absolvierte nach dem Studium der Sportwissenschaften seine Tanzausbildung in Berlin. Er arbeitete u.?a. mit der Pick up Dance Company (Mainz), Tomi Paasonen (Berlin), Zen in the Basement Dance Company (Dresden), Maike van Dijk (Rotterdam), ArtOrt Unterwegstheater (Heidelberg), club guy&roni (Groningen/NL) und der wee dance company. Seit 2005 ist er Tänzer und Performer der MS Schrittmacher Tanzkompanie. Seit 2008 ist Florian Bücking festes Ensemblemitglied von battleROYAL. Des Weiteren unterrichtet er regelmäßig Tanzstudenten, Profitänzer und Laien im zeitgenössischen Tanz und Partnering.
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Theater Vorpommern (Probebühne),Treffpunkt: Kassenhalle
WORKSHOP Contact Improvisation mit Ralf Lammertz (Deutschland)
Schwingen – Drehen – Rollen – Springen – Fallen
Contact Improvisation ist eine experimentelle Tanzart: Sie basiert auf gegenseitigem Vertrauen und auf der Sensibilität, mit dem eigenen Körper und dem des anderen verantwortlich, fantasievoll und spontan umzugehen. Contact Improvisation beschränkt sich nicht auf starr festgelegte Formen, sondern wird durch das Zusammenspiel zwischen Improvisation des Einzelnen und der gemeinsamen Begegnung mit einem oder mehreren Partnern bestimmt. Hierbei wird der Körperkontakt zum prägenden Element des Tanzes. In der Bewegung mit anderen lernen wir das Gewicht durch Berührung, im Folgen oder Führen der Partner, im Anlehnen, im Unterstützen zu teilen, Gewicht zu geben und anzunehmen, Nähe und Distanz zuzulassen. Sinneswahrnehmung und natürliche Reflexe werden geschult, Beweglichkeit erweitert. Ein sich ständig verlagernder Körper-Kontakt-Punkt dient den Partnern als gemeinsame Basis, von der aus der Tanz beginnt.
Ralf Lammertz verfügt über langjährige Tanzerfahrung in Contact Improvisation, Capoeira Angola, New Dance und BMC und hat an verschiedenen Performances auf der Bühne und im Außenraum mitgewirkt. Die eigene Arbeit ist von Studien mit Prof. Dieter Heitkamp, Howard Sonenklar, Jess Curtis, Thomas Mauk, Dr. Detlef Kappert (Contact Improvisation, New Dance), Laercio, Rogerio (Capoeira Angola) geprägt. Seit Herbst 2005 unterrichtet er Contact Improvisation in Greifswald.
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TANZTENDENZEN
Veranstalter: Theater Vorpommern GmbH, Hebebühne e. V., Sozio-kulturelles Zentrum St. Spiritus
Kuratorium: Ralf Dörnen, Sabrina Sadowska, Renate Schönebeck, Brigitte Schöpf
Koordination/Organisationsleitung: Sabrina Sadowska
Mit freundlicher Unterstützung:
Universitäts- und Hansestadt Greifswald; Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes M-V; Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft; LAG Soziokultur M-V; Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald; Bureau du Théâtre et de la Danse/Institut Français, Berlin; Botschaft des Staates Israel; Foreign Ministery of Israel; NPN (Nationales Performance Netz); Hôtel Galerie