Gießen, Stadttheater, GMD Michael Hofstetter im Interview, IOCO, 23.11.2017

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Stadttheater Giessen

Stadttheater Gießen © Rolf K. Wegst

Stadttheater Gießen © Rolf K. Wegst

  GMD Michael Hofstetter im Interview

„Das tiefgründige an der Oberfläche verstecken“

Ljerka Oreskovic Herrmann (LOH) führte für IOCO das folgende Interview mit Michael Hofstetter, *1961, seit 2012 Generalmusikdirektor am Stadttheater Gießen.

LOH: Ist die Operette eine veraltete, altmodische Theaterform?

 Stadttheater Giessen / GMD Michael Hofstetter © Werner Kmetisch

Stadttheater Giessen / GMD Michael Hofstetter © Werner Kmetisch

MH: Gar nicht. Ich finde man kann grundsätzlich jedes Theater altmodisch oder altbacken inszenieren. Oder man kann es sehr lebendig inszenieren. Ich glaube es ist eine Frage der Umsetzung. Und da ist in unserem Fall, die Arbeit von Balász Kovalik (Regisseur von Herbstmanöver) sicher ein unglaublich berührendes Meisterwerk geworden. Grundsätzlich, finde ich die Operette überhaupt nicht altmodisch. In moderner Form lebt sie sowieso weiter, sagen wir als Soap-Opera – nur ist sie im Original viel besser.

LOH: Liegt es vielleicht daran, dass man die Operette als „harmlos“ betrachtet, was sie ganz und gar nicht ist?

MH: Absolut. Es trifft genau ins Schwarze und hätte ich nicht besser sagen können. Man denkt, es ist harmlos, schöne Melodiechen, derweil steckt so vieles da drin, auch an ehrlicher Emotion, ein großes Stück Zeitgeschichte, wirklich ein Gesellschaftsspiegel.

LOH: Vielleicht weil man lacht, denkt man: „Es ist nicht so schlimm.“ Bei der Fledermaus hat man die Parodie und den Fasching, wo alles verhandelt wird – die ganz tiefen Emotionen.

Grabstaette Hugo von Hofmannsthal © IOCO

Grabstaette Hugo von Hofmannsthal © IOCO

MH: Ja. Ich denke dabei gleich an ein Zitat von Hugo von Hofmannsthal, der mal in einem Interview gesagt hat, er müsse das Tiefgründige verstecken. Dann fragt der Interviewer, aber wo: ‚An der Oberfläche, natürlich!’

LOH: Das sind wir wieder bei der Operette. Was macht für Sie das Faszinosum „Operette“ aus?

MH: Ich war zunächst Kirchenmusikstudent, und ich bekam in München eine Stelle an einem Tourneetheater als Studienleiter. Ich dachte, etwas nachdirigieren während meines Studiums wäre toll, es war ‚learnig by doing’, was wirklich unbezahlbar ist. Und natürlich war das Repertoire dieses kleinen Tourneetheaters im Landkreis München primär die Operette, zu 70-80%. Und so fing ich aus Neugierde an, auch um mein Kirchenmusikstudium dirigentisch zu unterfüttern. Ich verliebte mich aber dann in das Theater und wechselte wirklich von einem Tag auf den anderen, während meines Studiums, von Bach, Messiaen und Max Reger zu Johann Strauß, Kálmán und Max Greger, und ich landete so weich. Es ist keine intellektuelle Antwort, es ist eine Gefühlsantwort. Ich fühlte mich zuhause. Das gilt auch für die Kirchenmusik, aber die Begegnung mit der Operette war auf unerwartete Weise glücklich.

LOH: Aber ist denn das, was in einer Kirche stattfindet, nicht auch „in gewisser Weise“ Theater?! Und wenn wir wieder auf die Operette zurückkommen: Was macht eine gute Operette sowohl musikalisch als auch inhaltlich aus? Sind es die für die Wiener Operette geltenden „Dreiklänge“: Walzer-, Polka- und Marschmusik?

MH: Das stimmt wahrscheinlich, dass es von der Kirche zum Theater überhaupt nicht so weit ist. Das Tolle an der Operettenmusik ist, dass diese aufgeschriebene, notennotierte Musik sich nährt aus Musik, die nicht minutiös aufgeschrieben wurde. Das eine sind die Wiener Walzer, und die wurden in Wien sicherlich erst mündlich tradiert, durch die Strauß-Kapellen oder Tanzkapellen. Es waren Haydn, Schubert, die Ländler und Trios aufgeschrieben, aber nicht genuin erfunden haben; vieles kommt direkt aus dem Einflussbereich der alpenländlichen/volkstümlichen Musik. Auch das ungarische Element – Csárdás, Zigeunerkapellen – ist sicherlich keine Musik, die in ihren Ursprüngen genauestens notiert wurde, sondern vom Meister zum Schüler, von einem Musiker zum anderen Musiker durch das gemeinsame Musizieren weitergegeben wurde. Diese genialen Operettenkomponisten – wie Lehár, Kálmán oder Johann Strauß – schreiben es dann auf für ihre Kapellen. In dieser zweiten Generation, bei Lehár und Kálmán, kombinieren sie das Ganze mit der großen Blechbläserbesetzung des sinfonischen Orchesters sowie mit einem damals schon vom frühen Jazz angehauchten Schlagwerk. D.h. sie begründen und bereiten etwas vor, was später zum Big Band-Sound wird, und lassen mit diesem witzigen und raffiniert eingesetzten Schlagzeug und mit den raffiniert komponierten Bläsersynkopen das schwere Blech tanzen. Auch die frühe Filmmusik wäre ohne sie gar nicht denkbar.

LOH: Und inhaltlich?

MH: Da können wir gleich auf unser Stück kommen – auf Herbstmanöver. Das ist inhaltlich so grandios, schön, so einzigartig. Es gibt Szenen, die an Strindberg oder Szenen und Atmosphären, die an Tschechows Kirschgarten erinnern. Da gibt es Figuren, wie den alten Diener, da denkt man an den Firs aus dem Kirschgarten, der Jahrzehnte auf seine Herrschaft wartet, die irgendwo in der Stadt ist. Das Stück ist reich an tiefen Situationen und Emotionen Es findet sich aber auch brillantester jüdischer Humor, total spritzig, witzig, raffiniert, süffisant. Eine historische Aufnahme von 1908, auf der der Burgschauspieler Max Pallenberg eines der Couplets aus dem Herbstmanöver singt, lässt uns den virtuosen Esprit dieses Genres erahnen. Das ist von jüdischen Autoren für ein Publikum, dass das verstanden hat, geschrieben. Für so viel Selbstironie braucht es wahre Geistesgröße. Und dann die Liebesgeschichten, die verhandelt werden, die haben große Tiefe. Die Beziehung zwischen Riza und Lörenthy erinnert an Eugen Onegin. Der Unterschied ist nur, wenn die Musik hinzukommt, dann ist es in der Operette immer eine Musik, die so einen Tanzrhythmus hat – Walzer, Polka oder Marschryhthmen, bei Herbstmanöver viel Valse lento, weil das eben eine elegische Geschichte ist.

 Stadttheater Giessen / GMD Michael Hofstetter  © Werner Kmetisch

Stadttheater Giessen / GMD Michael Hofstetter © Werner Kmetisch

LOH: Was macht die Besonderheit von Kálmáns Ein Herbstmanöver aus? Warum haben Sie sich für dieses Stück entschieden?

MH: Wir haben verschiedene Operetten geprüft, wobei ich noch einmal Balász Kovalik erwähnen möchte, der Unbezahlbares für unser Haus geleistet hat. Wir wollten ein unbekanntes Stück machen und uns nicht aus dem Kanon, der immer wieder gespielten Operetten, bedienen. Diese ganze Recherche unternahm Balász. Er fuhr nach Budapest in die Archive, immer wieder. Balász und mir war dann sehr schnell klar, dass wir mit der Operette Herbstmanöver, die meines Wissens achtzig Jahre nicht gespielt wurde, einen Schatz bergen können. So einen Fund wie diesen, macht man vielleicht ein Mal alle zehn Jahre, und bei den Proben hat sich das mehr und mehr bewahrheitet.

LOH: Warum verschwand dann diese Operette aus dem Repertoire? Kálmán war, auch wenn er es nicht zunächst nicht glauben wollte, mit dem Stück durchaus erfolgreich?!

MH: Super erfolgreich. Hunderte Male en Suite in Budapest, in Wien und in Berlin, wobei es in den jeweiligen Städten leicht unterschiedliche Fassungen gab. Wir haben in unsere Aufführung auch Musik aus der nicht gedruckten Budapester Uraufführung genommen – ein Duett von unfassbarer Schönheit für die beiden Hauptpartien Lörenthy und Riza komponiert. Alleine dieses Duett zu hören, lohnt bereits den Besuch der Vorstellung.

Warum das Stück aber, nachdem es ein Erfolg war, nicht mehr gespielt wurde, kann ich nur erahnen. Ein Erklärungsansatz könnte sein, dass diese Tartaren- und Husarengeschichte nach dem 1. Weltkrieg, als die Tartaren ins Giftgas geritten und umgekommen sind, nicht mehr gespielt werden konnte. Im ungarischen Original heißt das Stück Tatárjárás – ‚Tatarenplage’, weil die Tataren angeblich weniger ans Kämpfen dachten, sondern lieber ans Tanzen und an Frauen. Sie ziehen die feschen Uniformen an, weil sie damit bei den Frauen gut ankommen. Kálmán hat danach weiter komponiert und u.a. mit der Csárdásfürstin und der Gräfin Mariza sein geniales Erstlingswerk in gewisser Weise in den Schatten gestellt hat.

LOH: Ist nicht gerade die sogenannte „leichte Muse“ eine besonders schwere Angelegenheit?

MH: Die Operette braucht das Witzige. Und das soll jetzt kein Widerspruch zu dem sein, was ich vorher sagte, dieser Sprung von der Kirchenmusik zur leichten Muse und auch meine Erfahrung am Wiesbadener Theater, wo ich meine ersten Jahre nach dem Studium als Kapellmeister verbracht habe, ist: Dass es leichter sein kann, sich Tragödien und all diesen großen Themen zu nähern, als der leichten Muse. Verdi war, zumindest für mich, lange Zeit zugänglicher als Rossini. Es braucht vielleicht Lebenserfahrung, damit man das Augenzwinkernde verstehen kann, und das ehrliche, wahrhaftige menschliche Gefühl mit dem Leichtfüßigen und dem Esprit verbinden kann. Wenn das gelingt, ist das ganz besonders beglückend.

LOH: Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Sind Sie mit dem Linzer Operettenkomponisten Igo Hofstetter verwandt?

MH: Leider nicht, wäre schön. Es ist eine typische Musik der 50er Jahre, schöne Musik, aber ganz fein gemacht. Und er ist der geistige Erbe von Kálmán. Seine Musik ist sehr bläserlastig, dazu ein beschwingtes Schlagzeug, und schon fängt das Blech an zu tanzen. Eine ganz wunderbare Musik. Aber – meine Vorfahren kommen vom Chiemsee – wir  sind zu meinem großen Bedauern weder verwandt noch verschwägert. Schade.

LOH:  Herr Hofstetter, ich danke Ihnen für das anregende Gespräch

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Gießen, Stadttheater, Ein Herbstmanöver von Emmerich Kálmán, IOCO Kritik, 22.11.2017

November 23, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Operette, Stadttheater Giessen

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Stadttheater Giessen

Stadttheater Gießen © Rolf K. Wegst

Stadttheater Gießen © Rolf K. Wegst

Ein Herbstmanöver  von  Emmerich Kálmán

„DAS SCHWIERGISTE ALLER MANÖVER: DIE LIEBE“

 Von Ljerka Oreskovic Herrmann

Alles in weiß: der sich drehende Kubus, die Möbel, die Kostüme – wir sind in der Operette des Fin de Siècle gelandet, irgendwo weitab vom Schuss, aber doch mondän. Der weiße Kubus, das Palais der Baronin Riza, ist nur auf einer der Bühne zugewandten Seite offen, die anderen drei werden von asymmetrischen Öffnungen bestimmt und geben je nach Drehung verschiedene Blickwinkel ins Innere frei.

Stadttheater Giessen / Ein Herbstmanöver - hier Männer in ihrer Bestimmungen, dem Schlachtfeld und der Liebe_ Ensemble © Rolf K. Wegst

Stadttheater Giessen / Ein Herbstmanöver – hier Männer in ihrer Bestimmungen, dem Schlachtfeld und der Liebe_ Ensemble © Rolf K. Wegst

Zwei Diener unterhalten sich über die bevorstehenden Festivitäten, der eine – Bence als Großknecht eher rustikal gekleidet – alt und etwas resigniert, der andere – Kurt im Frack – jünger und eher zynisch. Dann bricht das volle Leben ein, mit tanzenden und singenden Damen – „frau“ freut sich auf die heiß erwarteten Husaren, die in ihren schmucken weißen Uniformen für Abwechslung und kleine amouröse Abenteuer sorgen werden. Noch sieht alles nach vertrauten Operettenhandlungen aus, in denen es oft feucht und fröhlich mit ein „bisserl“ Konfusion um Gefühle und Stimmungen, aber doch irgendwie trunken von Glückseligkeit zugeht. Ablenkungsmanöver? Oder doch eher eine intelligente Art den Zuschauer in Sicherheit zu wiegen, denn diese scheinbar unerschütterliche Welt zeigt erste Risse. Nicht jeder hat seinen Platz im Palais, es gibt auch diejenigen, die draußen bleiben müssen oder wollen. Für den einen – Reserve-Kadett-Feldwebel Wallerstein als einziger nicht in weißer Uniform –, der ungebeten, aber dafür um so ungenierter darin aufgeht und ein Erweckungserlebnis erfährt, wird es zur Freude des Publikums zum komödiantischen Schaulaufen; für den anderen – Oberleutnant von Lörenthy zur Herzensprüfung und Vergangenheitsbewältigung.

Nur kurz wird die Endlichkeit dieser dem Untergang geweihten Welt angedeutet, denn die Männer in Uniformen finden nicht nur auf dem „Schlachtfeld“ der Liebe ihre Bestimmung: Das Elend des ersten Weltkriegs wird fast beiläufig auf die eine Seite des Hauses projiziert – jeder kennt die Bilder und sie liegen gerade hundert Jahre hinter uns. Für die Protagonisten – Baronin Riza von Marbach und Oberstleutnant von Lörenthy – sind die gegenseitigen Verletzungen indes nicht vernarbt, sie misstrauen einander und können nicht verzeihen. Dieses ehemalige Liebespaar – von Christiane Boesiger und Grga Peroš einfühlsam gespielt – hat zwar gemeinsame Momente, doch sie finden nicht zueinander; nur Bence, Rainer Domke verleiht ihm Größe und Würde, erkennt in Lörenthy den jungen Herrn, der einst aus dem Palais vertrieben wurde. Das andere Liebespaar, das noch keines ist, Treszka und Marosi, steht für das ungestüme Temperament der Jugend, für die (noch) fröhliche Verwicklung der Gefühle, die uns schon ahnen lassen, dass alles gut ausgehen wird. Baronin Riza lädt zum Fest ein und alle kommen – außer Lörenthy, der in seiner zurückgenommen Haltung auch überhaupt nicht in diese selige Operettenwelt zu passen scheint. Wir staunen über seine Melancholie und gehen leicht irritiert in die Pause.

Stadttheater Giessen / Ein Herbstmanöver - hier Christiane Boesiger als Baronin Riza von Marbach und Grga Peros als Oberstleutnant von Lörenthy © Rolf K. Wegst

Stadttheater Giessen / Ein Herbstmanöver – hier Christiane Boesiger als Baronin Riza von Marbach und Grga Peros als Oberstleutnant von Lörenthy © Rolf K. Wegst

Danach ist nichts mehr wie es war: alles in Farbe und moderner. Die durchzechte Nacht hat alle und alles kräftig durchgerüttelt, der Salon ein „Schlachtfeld“, Müdigkeit und Desillusionierung machen sich breit und das obwohl oder trotz der bunten Welt.

Nach durchzechter Nacht:  Was ist passiert?

Wallerstein wird seine Zuneigung zum eigenen Geschlecht entdecken – Tomi Wendt spielt ihn hinreißend an Groucho Marx (natürlich mit Brille!) erinnernd; dass er in der turbulenten Nacht die Hosen verlieren wird, passt zum „Coming-out“. Zu diesem hat ausgerechnet der „zynische“ Kurt, von Rainer Hustedt köstlich herablassend und doch selbstironisch angelegt, beigetragen.

Grabstätte Emmerich Kálmán © IOCO

Grabstätte Emmerich Kálmán © IOCO

Treszka, sehr präsent und quirlig von Marie Seidler dargestellt, muss enttäuscht zur Kenntnis nehmen, dass Lörenthy nichts von ihr will, auch wenn ihr er aus lauter Trotz, einen Heiratsantrag macht. Diesem Trotz geht ein tänzerischer Ausbruch, der auch das Publikum überrascht, voraus: Mucksmäuschen still ist der Zuschauerraum, als er wutentbrannt einen beeindruckenden Csárdás hinlegt. Einfach genial komponiert von Kálmán, denn er spielt mit dem Genre: die Wut wird nicht hinausgesungen, sondern in einen – eigentlich freudig-temperamentvollen – Tanz verlagert. Ja, Operette kann auch wehtun, wenn es um wahrhaftige Gefühle geht. Und die vulkanartige Gefühlsexplosion nimmt man Grga Peroš voller Staunen ob des tänzerischen Ausdrucks ab. An dieser Stelle sollte auch der Choreograph erwähnt werden: Leo Mujic, gebürtiger Belgrader, der vielleicht nicht ganz zufällig wie auch der Regisseur aus dem ehemaligen k.u.k.-Gebiet stammt. Es gelingt ihm, die Tänze nicht nur schön aussehen, sondern sie ebenfalls zu einem wichtigen Handlungsmoment werden zu lassen.

Und die Liebe? Treszka nimmt endlich „ihren“ für sie vorbestimmten Marosi, den Clemens Kerschbaumer wunderbar als hoffnungslos verliebten, von ihr lange Zeit geschmähten, Jüngling zeigt. Auch das eigentliche Paar, Riza und Lörenthy, kann sich endlich zu seiner Liebe bekennen. Kálmáns Meisterschaft zeigt sich hier erneut: Erst zum Schluss gönnt er ihnen ein Duett, in das alle Liebe und Liebesschmerz der Welt hineingefunden hat – und uns glückselig nach Hause entlässt.

Stadttheater Giessen / Ein Herbstmanöver - hier Männer in ihrer Bestimmungen, dem Schlachtfeld und der Liebe, Ensemble © Rolf K. Wegst

Stadttheater Giessen / Ein Herbstmanöver – hier Männer in ihrer Bestimmungen, dem Schlachtfeld und der Liebe, Ensemble © Rolf K. Wegst

Für die Bühne und Kostüme zeichnet Lukas Noll verantwortlich, der den Spagat oder besser die Auflösung von Operettenklischee und Moderne hervorragend meisterte: im Alten steckt das Neue. Wie er – schon erwähnt – mittels Farbe und veränderten Kostümen vom ersten zum zweiten Teil auch den Gemütszustand der Figuren exemplifiziert ist beeindruckend. Balász Kovalik, der Regisseur, hat daraus eine herrlich doppelbödige, witzige und voller Anspielungen gespickte Inszenierung auf die Bühne gebracht, mit viel Liebe zum Detail und zu den einzelnen Figuren – ohne je dabei das große Ganze aus den Augen zu verlieren. GMD Michael Hofstetter ist ein exzellenter Begleiter dieser spritzigen Inszenierung, findet für jede Gefühlslage der Protagonisten eine eigene musikalische Sprache. Und so gelingt ihm und dem Philharmonischen Orchester Gießen insbesondere bei den leisen und elegischen Momenten beeindruckendes und unterstreicht damit das Tiefgründige dieser Operette. Der Chor (Chorleitung: Jan Hoffmann) singt, tanzt und zeigt unglaublich herrlichen Spielwitz. Die humoristisch bis nachdenklich ergänzenden Gesangstexte schrieb der Dramaturg Matthias Kauffmann.

Weitere Mitwirkende sind: Weitere Mitwirkende sind: Harald Pfeiffer (von Lohonnay, Treszkas Vater), Aleksey Ivanov (von Emmerich), Shawn Mlynek (Elekes) und Paul Przybylksi (Herr Nelke). Die Damen der Gesellschaft werden dargestellt von: Natascha Jung, Eun-Mi Suk, Antje Tiné, Olga Vogt, Michaela Wehrum und Sora Winkler. Den ungarischen Geiger gibt Robert Varady, der ein herrliches Geigensolo vorführte – was bei einer echten ungarischen Operette natürlich nicht fehlen darf. Großer Applaus.

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Giessen, Stadttheater Giessen, Premiere: LA CLEMENZA DI TITO, 05.12.2015

Dezember 2, 2015  
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Stadttheater Giessen

 LA CLEMENZA DI TITO von Wolfgang Amadeus Mozart
Konzertante Aufführung

Premiere 05.Dezember 2015, 19:30 Uhr, weitere Vorstellungen: 19.12.2015 | 19:30 Uhr | Großes Haus 03.01.2016 | 19:30 Uhr

Ein Leben als Kaiserin, an der Seite des großen Titus – ein Traum! Umso schwerer fühlt sich die streitbare Vitellia getroffen, als sie erfährt, dass ihre attraktive Nebenbuhlerin Servilia als Favoritin für den Thron gilt. Für die Gekränkte besteht kein Zweifel: Der Monarch muss ermordet werden! Doch niemand hat mit der stärksten Waffe des Titus gerechnet: seinem großen Herzen… Für die Huldigung damaliger Herrscher erfreute sich der Stoff in über 50 Opernfassungen rekordverdächtiger Beliebtheit. Mozarts Vertonung fällt dabei aus dem Rahmen: Musikalisch verleiht er seinen zeitlos liebenden und leidenden Protagonisten eine psychologische Tiefe, die bis heute berührt.

Musikalische Leitung: Michael Hofstetter
Chorleitung: Jan Hoffmann
Dramaturgie: Matthias Kauffmann

BESETZUNG:
Tito: Bernhard Berchtold
Vitellia: Francesca Lombardi Mazzulli
Servilia: Naroa Intxausti
Sesto: Nathalie Mittelbach
Annio: Marie Seidler
Publio: Frank van Hove
Mit: Chor des Stadttheater Gießen / Philharmonisches Orchester Gießen

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Pressemeldung Stadttheater Giessen

Giessen, Stadttheater Giessen, Stefan Mickisch spielt und erklärt Wagners, 13.09.2013

September 9, 2013  
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Stadttheater Giessen

DER OPERNFÜHRER DES 21. JAHRHUNDERTS

DER FLIEGENDE HOLLÄNDER

Stefan Mickisch spielt und erklärt Wagners 
Ausgewiesene Wagner-Kenntnis, musikalische Virtuosität und eine gehörige Portion Humor sind die Markenzeichen des Pianisten und Musikwissenschaftlers Stefan Mickisch. Auf dem grünen Hügel lockt er alljährlich tausende Besucher in seine Einführungsvorträge. Bei diesen moderierten Gesprächskonzerten kombiniert Mickisch fesselnde Erklärungen mit Spontanität sowie Schlagfertigkeit und zieht dabei immer wieder originelle Querschlüsse, die selbst leidenschaftliche Wagnerianer mit bisher kaum vermuteten Entdeckungen über Werk und Komponist in Erstaunen versetzen.
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In Gießen feierte er bereits mit WAGNERS RING – LEICHT GEKÜRZT und HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN große Erfolge. Dieses Mal wird er auf brilliant-humoristische Art in Wagners DER FLIEGENDE HOLLÄNDER einführen, der am 21. September 2013 im Großen Haus Premiere feiert.
 
13. September 2013 | 19.30 Uhr | Großes Haus 
 
 
 
 
 
Pressemeldung Stadttheater Gießen 

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