
Theater und Philharmonie Thüringen
LICHT UND SCHATTEN im 8. PHILHARMONISCHEN KONZERT
mit dem Reußischen Kammerorchester

Das 8. Philharmonische Konzert am 13. und14. Juni im Konzertsaal der Bühnen der Stadt Gera und am 15. Juni im Landestheater Altenburg wird vom Reußischen Kammerorchester
Gera e. V. gestaltet. Die Leitung hat Christian Schumann. Solisten sind Andreas Knoop (Flöte) und Günter Gäbler (Oboe) aus dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera. Konzertbeginn ist jeweils 19.30 Uhr, bereits 18.45 Uhr wird zur Einführung eingeladen.
Die Verbindung von Ouvertüre, Suite und Konzert hat keiner seiner Zeitgenossen so weit entwickelt wie Johann Sebastian Bach in der Orchestersuite Nr. 2. Hier nehmen die Soloepisoden einen derart großen Raum ein, dass der Eindruck eines Flötenkonzerts entsteht. Joseph Haydns um 1738 entstandene Sinfonie Nr. 38 gehört zu den festlichen C-Dur-Sinfonien „mit Pauken und Trompeten“ und bekommt durch den Einsatz einer Solo-Oboe teilweise konzertartige Züge. Wolfgang Amadeus Mozarts 1787 uraufgeführte „Prager“-Sinfonie erfreut sich ebenfalls bis heute größter Beliebtheit. Die psychologische Vertiefung der Buffo-Opern „Figaros Hochzeit“ und „Don Giovanni“ hat hier ihre Entsprechung in einer sinfonischen Tonsprache, die von einer leidenschaftlichen Dramatik ebenso geprägt ist wie von präzisester musikalischer Ausarbeitung. Sogar thematische Entsprechungen zwischen den Opern und der Sinfonie finden sich, so die Melodie des Duetts Susanna/Cherubino aus dem „Figaro“ im Hauptthema des Finales.
In den 1920er Jahren galt Franz Schreker als einer der größten Opernkomponisten in Deutschland; seine Opern erreichten zeitweise höhere Aufführungszahlen als diejenigen von Richard Strauss. Wie dieser ist Schreker ein Spätromantiker. Seiner Karriere bereiteten die Nationalsozialisten genauso ein Ende wie der des Tschechen Pavel Haas, dessen 1944 uraufgeführte Studie für Streichorchester sich aufgrund ihrer kontrapunktischen Faktur in die Tradition Bachs stellt.
Christian Schumann, 1983 in Freiburg im Breisgau als Sohn ungarischer Eltern geboren, begann im Alter von sechs Jahren seine Klavierausbildung. Früh wurde er in die Vorklasse der Musikhochschule Freiburg aufgenommen, wo er in den Fächern Klavier, Dirigieren und Musiktheorie unterrichtet wurde. Nach dem Abitur studierte er an der Musikhochschule „Franz Liszt“ bei Nicolás Pasquet Dirigieren und Komposition bei Michael Obst. 2007 beendete er sein Studium und erhielt im selben Jahr den Ersten Preis beim internationalen Dirigier-Wettbewerb im Rahmen der Meisterklasse Yuri Simonov beim Liszt-Wagner Orchester, Budapest.
Seine Ausbildung wurde durch Lehrer wie Pierre Boulez, George Hurst, Mikhail Jurowski, Kurt Masur, Jorma Panula und Yuri Simonov beeinflusst. Zudem erhielt Christian Schumann die Möglichkeit, Dirigenten wie Christoph von Dohnanyi, Gustavo Dudamel, Peter Eötvös, Esa-Pekka Salonen, David Stern und Frank Strobel zu assistieren, so auch 2007 beim Lucerne Festival, wo er Peter Eötvös bei Stockhausens Gruppen und im Jahr darauf Lucas Vis beim Bayerischen Rundfunk in der Reihe „Musica viva“ für Mixtur 2003 assistierte. 2008/2009 war Christian Schumann Stipendiat der „Internationalen Allianz Academy for Conductors“ und leitete im März 2009 im Abschlusskonzert dieser Akademie das Philharmonia Orchestra London in der Royal Albert Hall.
Im März 2010 debütierte Christian Schumann an der Bayerischen Staatsoper, wo er zwei Aufführungen von Eötvös’ „Die Tragödie des Teufels“ leitete. Im selben Jahr dirigierte er am Mainfrankentheater Würzburg Mozarts „Die Zauberflöte“ und am Theater St. Gallen, Schweiz, die dortige Erstaufführung von Benjamin Schweitzers „Jakob von Gunten“.
In Konzerten dirigierte Christian Schumann Klangkörper wie das Beethoven Orchester Bonn, Filharmonia ?ód´z Artura Rubinsteina, Hanoi Philharmonic Orchestra, Hofer Symphoniker, Jenaer Philharmonie, Nürnberger Symphoniker, Philharmonia Orchestra London, Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera, Philharmonisches Staatsorchester Mainz, Saarländisches Staatsorchester Saarbrücken, Sinfonieorchester Aachen, Staatskapelle Weimar, Thüringen Philharmonie Gotha sowie das Ensemble Resonanz und das Österreichische Ensemble für Neue Musik (OENM). In Abu Dhabi leitete er das Orchester der Sibelius Akademie, in Tschechien dirigierte er Bergs Violinkonzert „Dem Andenken eines Engels“ und in den Vereinigten Staaten in Portland/Maine Beethovens „Symphonie Nr. 9“.
Anlässlich von Proben oder Assistenzen leitete Christian Schumann zudem das Budapest Festival Orchestra, Copenhagen Philharmonic Orchestra, ensemble intercontemporain, Hamburger Symphoniker, London Philharmonic Orchestra, MDR-Sinfonieorchester Leipzig, Staatskapelle Dresden und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.
Von 2007 bis 2009 war Christian Schumann am Theater Str. Gallen engagiert, wo er auch Bizets „Carmen“ und Strawinskys „Le sacre du printemps“ dirigierte und dem dortigen Generalmusikdirektor bei Strauss’ „Arabella“ assistierte. Während seines Studiums leitete er in Hochschulproduktionen Humperdincks „Hänsel und Gretel“, Mozarts „Le nozze di Figaro“ und Rossinis „La cenerentola“.
2006 brachte er in Frankfurt am Main seine Kammeroper „Todesmonolog“ zur Uraufführung, 2007 übernahm er am Stadttheater Fürt die Einstudierung von Hans Kraus-Hübners Uraufführung „Ganna und die Wahnwelt“.
Eine CD-Einspielung von Germaine Tailleferres „Konzert für 2 Gitarren und Orchester“ sowie die DVD-Produktion von „Nosferatu“ mit Musik von Michael Obst entstanden unter Leitung von Christian Schumann. Auch als Dirigent von Filmmusik ist Christian Schumann aktiv.
Im August 2009 übernahm Christian Schumann kurzfristig beim Kunstfest Weimar für Heinz Holliger ein Konzertprogramm mit der Staatskapelle Weimar. 2009 dirigierte er zudem erstmals im Rahmen des Warschauer Herbstes und anschließend auch beim Festival Tonlagen in Hellerau bei Dresden.
Im Januar 2001 leitete Christian Schumann erneut Peter Eötvös’ „Die Tragödie des Teufels“ an der Bayerischen Staatsoper München.
Konzertverpflichtungen übernahm Christian Schumann 2010/2011 in Hanoi und Saigon, er dirigierte das Aarhus Symphony Orchestra, die Hamburger Symphoniker, die Mecklenburgische Staatskapelle und arbeitet mit dem ensembleKONTRASTE, dem Nationalen Sinfonieorchester des Polnischen Rundfunks Katowice, der Neuen Philharmonie Frankfurt und dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich zusammen.
In der Saison 2011/2012 stehen Konzertprojekte mit dem Pannon Philharmonic Orchestra Pécs, Ungarn, der Mecklenburgischen Staatskapelle, dem Ho Chi Minh City Symphony Orchestra in Vietnam, mit der Neuen Philharmonie Frankfurt, dem ensembleKONTRASTE, dem WDR Rundfunkorchester Köln, dem Philharmonischen Orchester Luxembourg und dem Reußischen Kammerorchester auf seinem Terminplan.
Programm:
Johann Sebastian Bach (1685-1750): Ouvertüre (Orchestersuite) Nr. 2 h-Moll BWV 1067
Pavel Haas (1899-1944): Studie für Streichorchester
Joseph Haydn (1732-1809): Sinfonie Nr. 38 C-Dur Hob. I:38
Franz Schreker (1878-1934): Intermezzo für Streichorchester op. 8
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791):Sinfonie Nr. 38 D-Dur KV 504 („Prager“)