Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Wagner im im Palast der Künste in Budapest, Juni 2016

Juni 27, 2016  
Veröffentlicht unter Musiktheater im Revier, Pressemeldung

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Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Das MiR in Budapest!

An diesem Wochenende ist das Musiktheater im Revier in Ungarn präsent! Im Rahmen des Festivals „Wagner in Budapest“ werden „Die Meistersinger von Nürnbergim Palast der Künste (kurz: „Müpa“) aufgeführt!

Neben Annette Dasch als Eva und Bo Skovhus als Beckmesser sind auch einige Sänger des Gelsenkirchener Opernhauses mit dabei! Gudrun Pelker wird als Magdalene zu erleben sein, Lars Oliver Rühl und Piotr Prochera stehen als zwei der Meistersinger auf der Bühne und auch Kostüm- und Requisitenabteilung des MiR haben tatkräftig Unterstützung geleistet. Am Pult steht der ungarische Dirigent Adam Fischer, die Inszenierung stammt von unserem Generalintendanten Michael Schulz.

Pressemeldung Musiktheater im Revier

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Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Premiere: LA GIOCONDA von Amilcare Ponchielli, 16.04.2016

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Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Premiere: LA GIOCONDA von  AMILCARE PONCHIELLI

TEXT TOBIA GORRIO NACH VICTOR HUGOS, SCHAUERDRAMA  ANGELO, TYRAN DE PADOUE, UA 1876.  IN ITALIENISCHER SPRACHE,  DEUTSCHE ÜBERTITEL

 KOPRODUKTION MIT DEM TIROLER LANDESTHEATER INNSBRUCK

PREMIERE 16. APR. 2016 19.30 UHR, weitere Vorstellungen: 24. APR. 2016, 18.00  28. APR. 2016, 19.30 UHR, 05. MAI. 2016, 18.00 UHR, 13. MAI. 2016, 19.30 UHR
16. MAI. 2016, 15.00 UHR, 22. MAI. 2016, 18.00 UHR, 27. MAI. 2016, 19.30 UHR, 29. MAI. 2016, 18.00 UHR

Gelsenkirchen / MiR LA GIOCONDA © Pedro Malinowski

Gelsenkirchen / MiR LA GIOCONDA © Pedro Malinowski

Es ist ein hochdramatisches Liebeskarussell, das sich im Venedig des 17. Jahrhunderts dreht: Der Spitzel der Inquisition, Barnaba, liebt die schöne Straßensängerin Gioconda. Sie wiederum liebt den aus Venedig verbannten Fürsten Enzo Grimaldo. Dieser hat sich verkleidet in die Stadt zurückgeschlichen, um Kontakt zu seiner Geliebten Laura aufzunehmen, die jedoch mittlerweile in die Ehe mit dem Inquisitor Alvise gezwungen wurde. Um sich Giocondas zu bemächtigen, lässt Barnaba nichts unversucht: Er verleumdet ihre Mutter und will Enzo der Inquisition ausliefern. Doch auch Lauras Leben ist in Gefahr. Ihre Beziehung zu Enzo provoziert den rachsüchtigen Inquisitor Alvise. Und auch Gioconda befindet sich in einem Widerstreit mit ihren Gefühlen, könnte sie doch die Nebenbuhlerin auf diesem Wege schnell loswerden. Doch schließlich siegt das Gewissen über die Eifersucht und durch einen Trick gelingt es Gioconda, Laura und Enzo dem Inquisitor zu entziehen und ihnen die Flucht zu ermöglichen. Sie zahlt dafür einen hohen Preis: Für Enzos Freilassung verspricht sie sich an Barnaba. Doch sie entgeht ihrem Schicksal und ersticht sich vor seinen Augen.

Diese Oper ist ein Fest der Liebe, Intrige, Verleumdung und Rache, die Musik dazu von ungeheurer Wucht. Ponchiellis mitreißende, hochdramatische Szenen treiben die Handlung voran und erzeugen einen packenden Klangstrudel von sprühender Italianità für die höchsten Gefühle und den tiefsten Abgrund der menschlichen Seele. Neben gewaltigem musikalischen Pathos effektvoller Massenszenen und leidenschaftlichen Soloauftritten stehen die fein instrumentierten Gesänge und Tänze venezianischer Chöre. Geprägt von den Kompositionen der Grand Opéra und als Lehrer so großer Komponisten wie Giacomo Puccini und Pietro Mascagni ist Ponchielli ein wichtiger Meilenstein neben Giuseppe Verdi mit ersten Anklängen des Verismo. La Gioconda ist die Sängeroper par excellence – sechs große Partien, die den Sängern alles abverlangen, machen diese Oper zu einem Fest der Stimmen. Maria Callas liebte die Rolle der Gioconda sehr und sang sie bei ihrem italienischen Debüt 1947 in der Arena di Verona.

MUSIKALISCHE LEITUNG: RASMUS BAUMANN, NACHDIRIGAT VALTTERI RAUHALAMMIINSZENIERUNG, BÜHNE UND KOSTÜME,  ALEXANDRA SZEMERÉDY, MAGDOLNA PARDITKA, CHOR CHRISTIAN JEUB, DRAMATURGIE JULIANE SCHUNKE

BESETZUNG:
LA GIOCONDA: PETRA SCHMIDT, DIE BLINDE: ALMUTH HERBST
ENZO: DEREK TAYLOR, ALVISE: DONG-WON SEO
LAURA: NADINE WEISSMANN, BARNABA: PIOTR PROCHERA
ZUANE: MICHAEL DAHMEN, ISEPO: WILLIAM SAETRE

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Pressemeldung Musiktheater im Revier

Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Premiere: NORMA von Vincenzo Bellini, 05.03.2016

Februar 17, 2016  
Veröffentlicht unter Musiktheater im Revier, Premieren, Pressemeldung

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Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Premiere: NORMA  von  VINCENZO BELLINI

Libretto  FELICE ROMANI, Uraufführung 1831

EINE KOPRODUKTION MIT DEM STAATSTHEATER MAINZ

PPREMIERE am 05. MRZ. 2016, 19.30 UHR, Weitere Vorstellungen:, 13. MRZ. 2016, 18.00 UHR, 18. MRZ. 2016, 19.30 UHR, 25. MRZ. 2016, 18.00 UHR, 10. APR. 2016, 15.00 UHR, 17. APR. 2016, 18.00 UHR, 29. APR. 2016, 19.30 UHR, 14. MAI. 2016, 19.30 UHR
26. MAI. 2016, 18.00 UHR

Gelsenkirchen / MiR Norma © Karl und Monika Forster

Gelsenkirchen / MiR Norma © Karl und Monika Forster

 Norma, Priesterin und Orakel, versucht ihre gallischen Landsleute von einem Aufstand gegen die römischen Besatzer abzuhalten. Doch sie will nicht nur ihr Volk vor einer vernichtenden Niederlage bewahren, sondern auch ihren Geliebten schützen, den römischen Prokonsul Pollione, dem sie verfallen ist. Normas geheimes Doppelleben als Mutter zweier Kinder des Prokonsuls und als keusche Priesterin der Gallier wird unmöglich, als Pollione auch die gallische Novizin Adalgisa verführt. Der labile Frieden zerbricht. Norma gerät in einen Strudel aus Rachegefühlen, Leidenschaft, Vernichtungswahn, Lebenswillen und ethischer Größe, in dem die Rollen als Priesterin, Mutter, betrogene Gattin und Freundin so heftig kollidieren, dass die Ordnung zusammenbricht und Opfer fordert. Die Oper  Norma spielt in einer archaischen Welt, die zwischen dem männlichen Kriegsgott Irminsul und der weiblichen, friedenspendenden Mondgöttin Luna angesiedelt ist. Normas Geschichte beschreibt über den antiken und zwischenmenschlichen Kontext hinaus ein zeitloses Szenario, in dem die Utopie einer humaneren Gesellschaft jenseits religiöser Dogmen unerreichbar zu sein scheint.

Mit Vincenzo Bellini (1801-1835) beginnt eine neue Ära der italienischen Oper. Nur zehn Bühnenwerke komponierte der frühverstorbene Bellini, diese aber waren perfekt ausgearbeitet und auf dauerhafte Wirkung angelegt. Einen legendären Status genießt bis heute die 1831 am Teatro alla Scala in Mailand uraufgeführte Tragödie Norma. An ihr, dem Paradebeispiel des italienischen Belcanto, mussten sich nachfolgende Komponisten messen, allen voran Giuseppe Verdi und Richard Wagner. Von „Melodie lunghe, lunghe, lunghe“ sprach etwa Verdi, den schier unendlichen Melodielinien, mit denen Bellini die gesungenen Worte zum musikalischen Drama gestaltet und den Hörer in die Höhen und Tiefen der Tragödie trägt. Das Musiktheater im Revier spielt die kritische Neuedition nach autographen Quellen von Maurizio Biondi und Riccardo Minasi, die bisher szenisch nur bei den Salzburger Festspielen zu erleben war. Regie führt Elisabeth Stöppler, die am MiR bereits die Benjamin Britten-Trilogie, Rusalka und zuletzt Don Quichotte inszenierte.

MUSIKALISCHE LEITUNG: VALTTERI RAUHALAMMI
NACHDIRIGAT: THOMAS RIMES
INSZENIERUNG: ELISABETH STÖPPLER
BÜHNE: HERMANN FEUCHTER
KOSTÜME: NICOLE PLEULER
CHOR: CHRISTIAN JEUB
DRAMATURGIE: STEPHAN STEINMETZ

BESETZUNG:
POLLIONE: HONGJAE LIM
OROVESO: DONG-WON SEO
NORMA: HRACHUHI BASSÉNZ
ADALGISA: ALFIA KAMALOVA
FLAVIUS: LARS-OLIVER RÜHL

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Pressemeldung Musiktheater im Revier

Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, A Midsummer Night´s Dream von Benjamin Britten, IOCO Kritik, 15.01.2016

Januar 18, 2016  
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Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen © MiR Musiktheater im Revier

Träume ich?  Wache ich? Wer bin ich?

A Midsummer Night´s Dream im Musiktheater im Revier

Bejamin Britten (1913 – 1976), ein großer Komponist der Neuzeit, durchlebte  persönlich zurückgezogen unendliche Konflikte. Nähe zum Klassizismus, zum englischen Barockkomponisten Henry Purcell, zur französischen Musikästhetik bestimmen seine Werke. Brittens Oper, A Midsummer Night´s Dream basiert auf Shakespeares Komödie mit Musik  entstand vor über 400 Jahren, etwa 1595. Britten übernahm Shakespeares komplexe Handlung und Text in voller Dichte und schuf daraus 1960 ein phantasievoll stilisierendes Musikwerk. Reale Menschenwelten changieren dort sanft und sensibel mit den Traumwelten von Elfen und Feen. Im Traum ist alles möglich, wie in der Wirklichkeit. Doch, wo sind wir in diesem Augenblick? Träumen wir oder umgibt uns reales Leben? So verfließt alles ineinander, Traum in die Wirklichkeit in den Wachtraum in der packenden MiR– Inszenierung in Gelsenkirchen.

MiR Gelsenkirchen / Oberon und Bottom © Karl + Monika Forster

MiR Gelsenkirchen / Oberon und Bottom © Karl + Monika Forster

MiR Gerlsenkirchen / Die Handwerker © Karl+Monika Forster

MiR Gerlsenkirchen / Die Handwerker © Karl+Monika Forster

Brittens A Midsummer Night‘s Dream füllt durch Klangzauber und Bezüge zu alter englischer Musik die Operhäuser weltweit.  Schon in der Bezeichnung von Shakespeares Komödie wird die Vielschichtigkeit der Stückes offenbar: Sie beginnt und endet mit einer Hochzeitsfeier und verwebt dabei drei eigenständige Geschichten: Theseus, Herrscher von Athen, feiert Hochzeit und Friedensfest mit der im Kampf besiegten Amazonenkönigin Hippolyta. Zu der Hochzeit kommt Oberon, König der Elfen, und Feenkönigin Tytania wie die Liebespaare Hermia und Lysander wie Helena und Demetrius. Eine Handwerkertruppe wiederum möchte zu Ehren des Theseus das Schauspiel Pyramus und Thisbe   aufführen (ein den Metamorphosen Ovids entnommenes Liebespaar, Buch 4). Doch Oberon streitet mit Tytania, auch die beiden Liebspaare. Zur Lösung der Streite tröpfelt Oberon den Zaubersaft einer Blume in die Augen von Tytania; seinen Elfen Puck bittet er, den Zaubersaft Helena und Demetrius einzuflössen. Doch Puck träufelt den Saft in falsche Augen und alles Liebesleben nimmt in der folgenden Nacht unerwartete, ungewollte Wendungen. Menschen paaren sich Elfen, Tytania verfällt einem Esel; alle fallen erschöpft in tiefe Traumwelten. Derweil übt die Schauspieltruppe an ihrem Stück. Das Erwachen aller am Folgetag bringt Gästen und Elfen ungläubige Verwirrung wie Versöhnung. Doch schon beginnt die Hochzeit des Theseus, alle eilen dorthin. Theseus geleitet Hippolyta zur Feier, den wieder vereinten Liebespaaren wird die Hochzeit versprochen. Die tragische Komödie Pyramus und Thisbe wird aufgeführt. Die nun wieder herrschenden Elfen versöhnen in der folgenden Nacht Natur und Mensch mit ihrem Segen.

MiR Gelsenkirchen / Die Liebespaare © Karl+Monika Forster

MiR Gelsenkirchen / Die Liebespaare © Karl+Monika Forster

A Midsummer Night´s Dream in Gelsenkirchen wird von 484 Quadratmeter weißem Tuch (Inszenierung Michael Schulz, Bühne Mathrin-Susann Brose) dominiert. An neun Seilen senkt sich das riesige Tuch aus dem Schnürboden herab, breitet sich über die Bühne aus, um dort, in weiche wie abrupte Farben (Licht Patrick Fuchs) gehüllt und wechselnden Formationen Berge, Welle, Träume oder Wolken zu symbolisieren.  Menschen- und Elfenwelten verschwimmen, wie die Grenzen zwischen Traum und Realität. Das Unbewusste, das Unterbewusste nimmt sich seinen Raum.

Phantasie, Verwirrung und pausbackene Derbheit der Laienschauspieler werden auf dem Wolkengrund ausgebreitet: In farbenfrohen Kostümen, martialisch oder mit Selfie  (Renée Listerdal) und präziser Personenführung (Stephan Steinmetz). Der Besucher begleitet die verwirrende Handlung des Sommernachtstraumes mit eigenen Zwiespälten: Haben die Liebespaare im Traum oder in Wirklichkeit gestritten? Haben die wahren Paare in der Verwirrung wieder zueinander gefunden? Das Traumerwachen auf der Bühne bietet dem Besucher keine Hilfe: Die Liebespaare verlassen, sich wechselnd die Hände haltend, die Bühne.

MiR Gelsenkirchen / A Midsummer Night´s Dream © IOCO

MiR Gelsenkirchen / A Midsummer Night´s Dream © IOCO

Die englische Dirigentin Julia Jones wurde zu einem Star des Abends: Mit der Neuen Philharmonie Westfalen findet sie filigranen Zugang zu Benjamin Brittens modern-klassischer Klangkomposition. Jones schuf besondere Hörerlebnisse, wenn helle Piccolo-Flöten, Vibrafon oder Triangel den Klangwelten sphärischer Elfen, unglücklich Liebender oder dilletierender Schauspieler musikalischen Charakter und Glanz verleiht. Das kleine Orchester klingt in vielen Soli transparent und akkurat, an dramatischen Stellen wiederum entwickelt es  dissonante Bissigkeit. Das Ensemble rundet die überzeugende Inszenierung auf der Bühne stimmlich und darstellerisch ab: Countertenor Matthias Rexroth gibt der zentralen Partie des Oberon Präsenz und Kraft. „Tytania“ Bele Kumberger phrasiert mit sinnlichem und hellen Sopran, während „Puck“ Klaus Brantzen die Liebespaare in einer komplexen wie starken Artisten- und Sprechpartie als abgelebter Halbweltler verführt. Doch auch die verführten Liebespaare und das Sextett der Handwerker (besonders gestaltend Urban Malmberg als Bottom), ein wohltimbrierter Tenor Dong-Won Seo als Theseus und Almuth Herbst als Hippolyta tragen die mitreißende Gesamtleistung des Abends.

Die Produktion des Midsummer Night´s Dream begeisterte das Publikum des bis auf den letzten Platz ausverkaufte große Haus des MiR. Inszenierung, Orchester, Dirigat und Ensembleleistung boten eine Sommernachtstraum,  welcher den kalten, dunklen Winterabend verzauberte, die Besucher zum Träumen und, zum Ende, zu lautem, anhaltendem Beifall verführte.  IOCO / Viktor Jarosch / 15.01.2016

Weitere MiR – Vorstellungen: 7. Februar 2016, 14. Februar 2016

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