Essen, Philharmonie Essen, Lucia di Lammermoor mit Diana Damrau, 29.05.2016

Juni 1, 2016  
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Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Diana Damrau mit Mann Nicolas Testé © Saad Hamza

Philharmonie Essen / Diana Damrau mit Mann Nicolas Testé © Saad Hamza

Lucia di Lammermoor,   konzertant
Chor und Orchester des Teatro Regio di Torino,
Gianandrea Noseda Diana Damrau, Sopran

Einen Abend lang (der noch länger hätte sein können) wurde die Essener Philharmonie zu einem Belcanto-Tempel. Das “Teatro Regio di Torino“ gastierte mit Chor, Orchester und einer respektablen Sängerschar mit einer konzertanten Aufführung von Gaetano Donizettis Meisterwerk Lucia di Lammermoor.

Walter Scotts schaurigschöne Erzählung aus dem alten Schottland hat Donizetti in eine wunderbare und melodisch eingängige Musik gekleidet. Scotts Story von verratener Liebe, Zwangshochzeit, Mord im Brautbett und Wahnsinn der Titelheldin, war immer schon ein Vehikel der großen dramatischen Koloratur-Soprane. Mit ihr konnte man hervorragend sein vokales und dramatisches Können wunderbar demonstrieren.

Ob Amelita Galli-Curci, Luisa Tetrazzini und Lily Pons in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, alle reüssierten in dieser Partie. Maßstäbe setzte in den 1950er Jahren Maria Callas in dieser Rolle. Nach ihr folgten Joan Sutherland, Beverly Sills, Anna Moffo und Edita Gruberova.

Philharmonie Essen / Diana Damrau © Saad Hamza

Philharmonie Essen / Diana Damrau © Saad Hamza

Nun nahm sich die Schwäbin Diana Damrau der Partie an und konnte absolut mit ihren Mitteln überzeugen und an die Maßstäbe der genannten Vorgängerinnen anknüpfen. Man weiß nicht, was man bei Damrau’s Lucia primär bewundern soll, das volle, warme Timbre der schlanken Stimme, oder das technische Raffinement, mit dem diese geführt wird.

Hier saß jedes Staccato, jede Verzierung. Ebenmaß und Präzision haben die Triller. Kurzum ein Exempel einer perfekten Stimmführung wurde hier durch sie demonstriert. Die Sängerin agierte zudem gestisch und mimisch sehr überzeugend.

Absoluter Höhepunkt war die große Wahnsinnsszene im 3. Akt. Das war ein durchaus vokales Ereignis. Ein paar grell produzierte Forte-Töne im hohen Extrembereich schmälerten nicht ihre exemplarische Leistung.

Großen Sinn machte es, dass der in dieser Szene allgemein übliche Einsatz einer Flöte, die den korrespondierenden Part mit der Singstimme übernimmt, hier durch eine Glasharmonika ersetzt wurde. Das erzeugte einen ungeheuren Effekt und eine morbide Stimmung.

Die schönste Stimme bei den Sängern gehörte dem französischen Bass Nicolas Testé. Er verfügt über eine geschmeidige, wohl tönende Stimme mit gut ausgebauter Höhe und einer prachtvollen Tiefe. Er sang den Raimondo, Lucias Lehrer und Vertrauten.

Gabriele Viviani hat einen gut tönenden, kraftvollen Bariton, flexibel und mit prächtiger Höhe. Er sang die Rolle des Enrico, Lucias Bruder. Der junge Sänger hat schon eine internationale Reputation.

Philharmonie Essen / Diana Damrau - Piero Pretti © Saad Hamza

Philharmonie Essen / Diana Damrau – Piero Pretti © Saad Hamza

Piero Pretti überzeugte mit seinem gut klingenden, höhensicheren Tenor in der Rolle des Edgardo, Lucias Geliebten. Sein Edgardo hatte den Habitus eines Edelmannes und verfügte über die Glaubwürdigkeit, den tief Verletzten, der sich verraten glaubt, stimmlich feinfühlig zu gestalten. Ein Höhepunkt war sein Duett mit Lucia und seine ergreifende Schlussarie. Zufriedenstellend besetzt waren die drei kleinen Rollen.

Einfach prachtvoll sang der Chor des Teatro Regio, (von Claudio Fenoglio exzellent einstudiert). Er gilt zu Recht als einer der wichtigsten Opernchöre Europas.

Nicht weniger prachtvoll klang das Orchester des Teatro Regio unter der temperamentvollen, weitgreifenden Leitung ihres musikalischen Chefs, Gianandrea Noseda. Er leitet das Orchester seit 2007. Chor und Orchester werden häufig zu Gastspielen und internationalen Festivals eingeladen. Das Publikum im ausverkauften Haus feierte alle Mitwirkenden mit stehenden Ovationen, die nicht enden wollten.  IOCO / UGK / 29.05.2016

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Essen, Philharmonie Essen, Boston Symphony Orchestra – Andris Nelsons – Kristine Opolais, IOCO Kritik, 04.05.2016

Mai 9, 2016  
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Philharmonie Essen / Kristine Opolais © Marco Borggreve

Philharmonie Essen / Kristine Opolais © Marco Borggreve

Boston Symphony Orchestra, Andris Nelsons

Kristine Opolais, Sopran

Im Rahmen einer umfangreichen Europa-Tournee, mit neun Konzerten in acht Städten, gastierte das Boston Symphony Orchestra auch in Essen.

Das Orchester, 1881 durch Georg Henschel gegründet, gehört zu den führenden Klangkörpern der USA, den sogenanntenBig Five (Boston, Chicago, Cleveland, New York und Philadelphia). Es wurde geprägt durch deutsche Dirigenten-Persönlichkeiten wie Arthur Nikisch, Max Fiedler und Karl Muck.

Fast ein Vierteljahrhundert stand Serge Koussevitsky dem Orchester vor. Die längste Amtszeit erreichte der Japaner Seiji Ozawa (1973 – 2002). Ihm folgte, als erster gebürtiger Amerikaner, James Levine (2004- 2011). Nun ist, seit 2014, der junge lettische Dirigent Andris Nelsons, Music Director des Boston Symphony Orchestra, kurz BSO genannt, nachdem er schon 2013 designiert wurde.

Philharmonie Essen / Andris Nelsons © Marco Borggreve

Philharmonie Essen / Andris Nelsons © Marco Borggreve

Der bereits international gefeierte Nelsons ist ein charismatischer Vollblutmusiker und ein sehr fleißiger dazu. Er ist regelmäßig zu Gast bei fast allen renommierten Orchestern und in vielen Opernhäusern von Rang.

Bei den diesjährigen Bayreuther Festspielen wird er den neuen Parsifal dirigieren. In der Saison 17/18 wird er zusätzlich auch Gewandhaus-kapellmeister in Leipzig werden. Für den Essener Konzertabend hatte Nelsons russische und französische Werke ausgesucht.

Er begann den Abend mit einer Auswahl von Orchesterstücken aus der Schauspielmusik zu Hamlet von Dmitri Schostakowitsch. Es ist eine effektvolle Musik, die da zu hören war und die Nelsons und das stark aufgestellte Orchester ebenso effektvoll wie mit funkelndem Glanz zum Klingen brachte.

Darauf folgte ein Lied von Rachmaninow (aus op. 21/Nr.7) in der Orchesterfassung von Michael Roth. Nelsons Ehefrau Kristine Opolais, aus Lettland stammend wie ihr Gemahl und inzwischen auch weltweit tätig, sang das Stück mit feinen lyrischen Abstufungen und immer auf Schönklang bedacht.

Kristine Opolais gestaltete danach die große Arie der Tatyana, die sogenannte Briefszene aus Eugen Onegin vom Tschaikowski, in dem das junge Mädchen Onegin seine leidenschaftliche Liebe zu ihm gesteht. Hier bestach Kristine Opolais durch stupende vokale Gestaltung, höhensicher und mit gestischer Vielfalt. Das Publikum feierte sie frenetisch.

Nach der Pause wurde es französisch. Da breiteten Nelsons und das glänzende Orchester einen Klangteppich aus mit Debussys La Mer und vermittelten die Komposition als musikalische Delikatesse. Sie trafen in fein abgestuften Klangnuancen den Duktus dieser breit gefächerten Farbpalette genau.

Der Abend endete mit einem rasanten, orchestralen Inferno. Ravels La Valse ist ein grelles Stück, brutal in der Orchestrierung und im stampfenden ¾ -Takt.

Nelsons und das Orchester begeisterten mit einer fulminanten Wiedergabe, deren bestürzende Intensität sprachlos machte. Das Publikum tobte und feierte das exzellente Orchester und seinen außerordentlichen Dirigenten mit starkem Beifall. Es gab eine Zugabe (Bizet, aus der “Carmen –Suite“).

IOCO / UGK / 04.05.2016

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Essen, Philharmonie Essen, Liederabend Christiane Karg – Frauenliebe und –Leben, IOCO Kritik, 05.02.2016

Februar 9, 2016  
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Philharmonie Essen / Christiane Karg © Gisela Schenker

Philharmonie Essen / Christiane Karg © Gisela Schenker

Liederabend “Frauenliebe und  –leben“

Christiane Karg, Sopran – Roger Vignoles, Klavier, 05.02.2016

Sie hat einen Sopran, der auf Anhieb gefällt und das durch bemerkenswerte Attribute. Die Stimme ist schön, schlank und von erlesener Farbe. Mit dieser Farbe weiß sie wunderbare Stimmungen zu erzeugen. Feinste Schattierungen erfreuen ebenso, wie die klare Diktion. Großen Wert legt die Sopranistin auf sauber artikulierte Vokale und sorgsame Behandlung der Konsonanten. Dies ist schon fast ein wenig old-fashioned, aber wunderbar zu hören.

Diese Eloge des Schreibers gilt der jungen deutschen Sängerin Christiane Karg, die am Salzburger Mozarteum studierte und inzwischen internationale Verpflichtungen, sei es in London, Mailand, Wien, Berlin und Dresden, hat. Neben ihren Opernverpflichtungen widmet sie sich intensiv dem Liedschaffen und dem Konzertrepertoire.

Alle diese eingangs erwähnten Vorzüge ließ sie auch an diesem Abend in der Essener Philharmonie einfließen, in ein Lied-Programm, das geradezu prädestiniert dafür war. Sie sang Lieder von Robert und Clara Schumann, sowie von Johannes Brahms, die alle mit dem Liebesleben der Frauen zu tun haben. Man hörte Lieder auf romantische Texte von Chamisso, Geibel, Heine, Brentano Eichendorff, Rückert und anderen.

Sie begann mit dem Lied Widmung aus dem Zyklus Myrten von Robert Schumann, auf einen Text von Friedrich Rückert. Es wurde ein sehr schöner Einstieg in das nachfolgende Programm.

Christiane Karg sang nun vier Lieder von Clara Schumann. Es sind sehr melodische Gesänge in schlichter musikalischer Sprache. Die Sängerin bestach mit exzellenter Textverständlichkeit und feinster musikalischer Gestaltung.

Nach der Pause wurde der Zyklus Frauenliebe und –Leben zum Höhepunkt des Abends. Ein großer Wurf ist dieser Zyklus auf  Dichtungen von Chamisso. Robert Schumann brauchte, man kann es kaum glauben, nur zwei Tage für die Komposition, die 1840 entstand. Die Chamisso-Texte behandeln  das Leben einer Frau in all seinen Abschnitten.

Die Sopranistin vermittelte feinfühlig und fernab jeglicher Larmoyanz  die verschiedensten Lebensabschnitte und Situationen einer Frau und ihrer Gefühlswelt. Wieder bestechen in Karg’s Vortrag die Textverständlichkeit und ihre Gesangskultur, die sie mit feinsten farblichen Abstufungen stützt.

Besonders stark gerieten der Sängerin die Lieder An meinem Herzen, an meiner Brust, sowie das Schlusslied Nun hast Du mir den ersten Schmerz getan durch die jubelnde Emphase in dem einen, und die schmerzliche Resignation in dem anderen.

Mit großem Ton und emotional aufgeladen sang die Sopranistin nun Schumanns wildes dramatisches Melodram Die Löwenbraut auf den überschwänglichen Text von Adalbert von Chamisso. Das war großes “Theater“, das Christiane Karg mit dramatischem Impetus und stimmlicher Emphase vermittelte.

Wien / Johannes Brahms © IOCO

Wien / Johannes Brahms © IOCO

Acht Lieder von Johannes Brahms beendeten das Programm. Von ewiger Liebe handeln sie, von Liebesstürmen und Leidenschaft. Die Texte, unter anderen von  Brentano und Eichendorff,  sind voll des romantischen Überschwangs. Sie sind manchmal konträr zu der gelegentlichen Kühle von Brahms` Musiksprache.

Christiane Karg wusste traumwandlerisch die verschiedenen Stimmungen vokal wiederzugeben. Auch bei diesen Liedern verstand man jedes Wort.

Einen wunderbaren Begleiter hatte die Sopranistin in Roger Vignoles. Der Engländer ist ein gefragter Begleiter, hält Meisterklassen ab und hat alle Sänger von Rang und Namen subtil begleitet. So auch an diesem Abend mit Christiane Karg. Eine Partnerschaft, die das gleiche Gefühl für die Musik ausdrückt, in einem Aufeinanderhorchen und einem gegenseitiges Nehmen und Geben.

Wie schade, dass nur wenige Besucher gekommen waren. Der große Saal war nicht einmal zur Hälfte gefüllt.  Diejenigen, die gekommen waren, zeigten sich begeistert und erklatschten sich zwei Zugaben. Ein Lied von Mahler und die Seelen tröstende “Mondnacht“  von Schumann.

IOCO / UGK / 05.02.2016

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Essen, Philharmonie Essen, Strawinsky – Simón Bolivar Symphony Orchestra of Venezuela – Gustavo Dudamel, IOCO Kritik, 23.01.2016

Januar 25, 2016  
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Simón Bolivar Symphony Orchestra of Venezuela – Gustavo Dudamel

Igor Strawinsky  Petruschka +  Le Sacre du Printemps

Philharmonie Essen / Gustavo Dudamel © Saad Hamza

Philharmonie Essen / Gustavo Dudamel © Saad Hamza

Das Simón Bolivar Symphony Orchestra of Venezuela wurde 1975 gegründet. Das ehemalige Jugendorchester hat inzwischen eine weltweite Reputation. Schon 17 Spielzeiten leitet der Venezolaner Gustavo Dudamel das Orchester. Als Achtzehnjähriger hatte er es übernommen.

Philharmonie Essen / Gustavo Dudamel © Saad Hamza

Philharmonie Essen / Gustavo Dudamel © Saad Hamza

Dudamel hat inzwischen eine große Karriere gemacht. Es gibt kaum ein Orchester von Rang, bei dem er nicht zu Gast war. Seit sieben Spielzeiten ist er Chef des Los Angeles Philharmonic Orchestra.

Seine Verpflichtung mit dem venezolanischen Orchester läuft aber weiter. Mit diesem gastiert er in dieser Saison unter anderem an der Mailänder Scala in einer La Bóheme – Produktion. Im April dieses Jahres wird er sein Debüt an der Wiener Staatsoper in einer Neuproduktion von Puccinis Turandot geben.

Venedig / Grabstätte Igor Stravinski © IOCO

Venedig / Grabstätte Igor Stravinski © IOCO

Das gestrige Gastspiel des venezolanischen Ensembles unter seiner Leitung beinhaltete nur Musik von Igor Strawinsky.

Man begann mit Petruschka, Burleske Szenen in vier Bildern in der Fassung von 1947. Es ist eine tragische Geschichte, die hier mit einer effektvollen Musik erzählt wird. Ein alter Scharlatan führt zur Faschingszeit auf dem Petersburger Jahrmarkt seine Puppen vor. Einen Mohren, eine Ballerina und den Kasper Petruschka. Seine Zauberkunst hat den Puppen menschliche Gefühle eingegeben. Petruschka liebt die Ballerina, die sich jedoch in den aufgeputzten Mohren verliebt hat. Aus Eifersucht tötet der Mohr Petruschka. Das alles spielt vor einem sehr farbigen Hintergrund, mit tanzendem Bären, Drehorgel und mehr.

Die Uraufführung als Ballett fand 1911 in Paris durch das Ballett Russe von Sergei Diaghilew statt. Der große Erfolg veranlasste Strawinsky, aus den interessantesten Nummern eine Konzertsuite zu erstellen. 1947 gab er eine revidierte Fassung heraus. Diese, die die Instrumentation etwas auflichtet, wird heute allgemein gespielt. So auch hier beim Gastspiel der Venezolaner.

Dudamel und sein großartiges Orchester vermittelten eindringlich diese farbige, effektvolle Musik. Glänzend waren die Streicher, die in dieser Partitur dominieren. Kraftvoll klangen die Blechbläser und der Schlagzeuger (immer mit lächelndem Gesicht) leistete Schwerstarbeit. Verblüffend gut war die Korrespondenz zwischen den einzelnen Gruppen. Schon jetzt zeigte sich das Publikum begeistert.

Nach der Pause ging es weiter mit Le Sacre du Printemps, Bilder aus dem heidnische Russland. Archaisch, gewaltig, mit peitschenden Rhythmen kommt diese Musik daher und fasziniert sofort. Das zweiteilige, zirka halbstündige Werk, wurde auch in Paris beim Ballett Russe, zwei Jahre nach Petruschka, uraufgeführt.

Im ersten Teil Anbetung der Erde sind tanzende junge Mädchen die Vorboten des Frühlings. Frühlingsreigen folgen, Stämme rivalisieren miteinander. Höhepunkt des ersten Teils ist das Finale, der Tanz der Erde. Dazu schrieb Strawinsky eine Musik, die hart an die Schmerzgrenze geht. Sie ist ein Pandämonium an brutalen, den Orchesterapparat fordernden Klängen.

Doch auch der zweite Teil Das Opfer hat es in sich. Hier findet Strawinsky zu einer bohrenden, motorischen Rhythmik, sowohl für die heidnischen Riten und die barbarischen Stimmungen, wie den finalen Opfertanz.

Für Gustavo Dudamel und sein außerordentliches, hoch motiviertes Orchester gab es keine Probleme. Dudamel hatte den Riesenapparat fest im Griff. Wunderbar brachte er es fertig, selbst die dichtesten und härtesten Klangballungen ohne knallig zu werden, rüber zu bringen. Das war eine exemplarische Leistung. Der ganze Abend war ein Ereignis und wurde von den Besuchern einhellig honoriert.

Das Publikum im sehr gut besuchten Haus, spendete frenetischen, nicht enden wollenden Beifall. Fähnchen mit dem venezolanischen Wappen wurden geschwenkt und man jubelte lautstark.  Natürlich gab es Zugaben, wie etwa das Finale aus Strawinskys  Feuervogel. Dieser Abend wird in Erinnerung bleiben.

IOCO / UGK / 23.01.2016

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