Essen, Philharmonie Essen, Klavierfestival 2012 – Eröffnungskonzert, IOCO Kritik, 05.05.2012

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Klavier-Festival Ruhr 2012

Philharmonie Essen


Kritik  

Eröffnungskonzert “Klavierfestival Ruhr 2012“

Jean-Ives Thibaudet, Klavier

Bochumer Symphoniker, Steven Sloane  05.05.2012

Nun schon in 24. Jahr wird das Klavierfestival Ruhr zwischen Rhein, Ruhr und Emscher veranstaltet. Es ist fest etabliert, bekannt inzwischen in der ganzen Welt und jedes Jahr heiß ersehnt von allen Liebhabern exquisiter Klavier-Literatur. Wie jedes Jahr werden die internationalen Interpreten, die Elite der Pianisten, Dirigenten und Instrumentalisten mit Ungeduld erwartet.

Am vergangenen Sonnabend war es dann wieder soweit. In der Essener Philharmonie fand diesmal das Eröffnungskonzert des Festivals statt, dessen Länderschwerpunkte in diesem Jahr Amerika und Frankreich sind.

Nach den einleitenden Worten des diesjährigen Schirmherrn Dr. Heinrich Weiss und des Staatssekretärs Prof. Klaus Schäfer, waren die Erwartungen auf  einen wirklich wunderbaren Eröffnungsabend groß und man wurde nicht enttäuscht.

Den Anfang machte Maurice Ravels brillantes, 1930 entstandenes “Konzert für Klavier und Orchester in G-Dur“. Ein Stück, das Freude und Zuversicht ausstrahlt. So und nicht anders spielten es auch Jean-Yves Thibaudet und die wirklich immer besser werdenden Bochumer Symphoniker unter der kompetenten Leitung ihres charismatischen “Chefs“ Steven Sloane. Nach dem charakteristischen Peitschenknall geht es gleich mit der Pikkoloflöte ins G-Dur-Hauptthema. Thibaudet spielte es präzise und rhythmisch sehr pointiert.

Sehr schön interpretierte Thibaudet das liedhafte, weit ausschwingende Thema der Einleitung des Adagio-Satzes. Zu kongruenter Virtuosität und Brillanz fanden alle, Dirigent, Pianist und Orchester im finalen Presto-Satz. Wunderbar!

Es folgte die “Daphnis et Chloé “ Suite Nr. 2 für Orchester“, ein sehr farbiges Stück. In großartigem Aufbau entsteht im einleitenden “Lever du Jour“ das Bild des erwachenden Tages. Sloane scheute sich nicht, die sinnlich-emotionalen Reize in ihrer ganzen expressiven Wucht auszuspielen, ohne dass dadurch auch nur im Geringsten der Klang schwülstig oder rauschhaft wurde.

Die spielerische Raffinesse der “Pantomime“ geriet sehr schlank und transparent. Der letzte Satz “Danse générale“ ist eine Folge von Tänzen verschiedener Art. Bacchantisches, Groteskes und angedeutete Walzerseligkeit wechseln in schnellen Abschnitten. Steven Sloane und sein Orchester waren in ihrem Element.

Nach der Pause wurde es amerikanisch.

Kaum ein Werk des genialen amerikanischen Musikers, Dirigenten und Komponisten Leonard Bernstein, hat solch einen Welterfolg, wie sein Musical “West Side Story “. Ein Erfolg, der bis heute ungebrochen ist. Songs, wie “Maria“, “There is a place for us“, “Somewhere“ und ”I like to be in America” sind im Ohr und können mitgesummt werden.

Die Bochumer unter Sloane spielten daraus die ”Sinfonischen Tänze”, kompetent, rhythmisch ausgeprägt und mit einer unbändigen Spielfreude. Das erfreute und begeisterte.

Zum Schluss erfreuten Thibaudet und das Orchester mit “I got Rhythm – Variations for Piano and Orchestra“ von George Gershwin. Der Komponist, der selbst ein glänzender Pianist war, verstand es ebenso glänzend aus der Verbindung von Elementen der typisch amerikanischen Unterhaltungsmusik, dem Jazz und ernster Musik, eine ureigene Sprache zu finden. Im Spiel Thibaudets spürte man in allen Läufen und jeder angespielten Note, das ausgeprägte Feeling für diese Musik. Die prachtvoll disponierten Bochumer Symphoniker und Steven Sloane waren kongeniale Partner.

Das Publikum in nahezu ausverkauftem Haus war enthusiasmiert und bewegte den Pianisten zu zwei Zugaben. Zunächst, ganz innig gespielt, die “Pavane“ von Ravel und danach einen Walzer von Franz Schubert, schlicht und mit einem Hauch von Tristesse dargeboten. Bravo!

IOCO / UGK / 05.05.2012

Essen , Klavier-Festival Ruhr 2012, Klavier-Festival Ruhr 2012 startet mit dreistündiger Live-Sendung auf WDR 3, 07.05.2012

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Klavier-Festival Ruhr 2012

Klavier-Festival Ruhr 2012 startet mit dreistündiger Live-Sendung auf WDR 3

Jean-Yves Thibaudet und die Bochumer Symphoniker unter Steven Sloane brillieren mit Musik von Maurice Ravel, Leonard Bernstein und George Gershwin

Mit einer dreistündigen Live-Übertragung des Westdeutschen Rundfunks begann am Samstag das Klavier-Festival Ruhr 2012. Das „Klassik Forum“ auf WDR3, das von 9 bis 12 Uhr aus dem RWE Pavillon der Philharmonie Essen gesendet wurde, stimmte mit Interviews, Musik und Gesprächen auf das Programm des diesjährigen Festivals ein. Die Länderschwerpunkte „Frankreich und Amerika“ ließen der Pianist Jean-Yves Thibaudet und die Bochumer Symphoniker unter Dirigent Steven Sloane im Eröffnungskonzert um 20 Uhr anklingen. Mit Spielfreude und Raffinesse interpretierten sie in der Philharmonie Essen Musik von Maurice Ravel, Leonard Bernstein und George Gershwin.

Unter der Schirmherrschaft von Dr. Heinrich Weiss (Vorsitzender der Geschäftsführung der SMS GmbH) präsentiert das Klavier-Festival Ruhr bis zum 14. Juli nahezu die gesamte französische Pianistenelite. So sind nach dem Auftakt mit Jean-Yves Thibaudet auch Pierre-Laurent Aimard, Bertrand Chamayou, Lise de la Salle, David Fray, Hélène Grimaud, David Kadouch, Katia und Marielle Labèque, Adam Laloum, Jean-Frédéric Neuburger und Alexandre Tharaud zu erleben. Wiederbegegnungen gibt es mit Koryphäen wie Martha Argerich und Lilya Zilberstein, Daniel Barenboim, Rafa? Blechacz, Yefim Bronfman, Ivo Pogorelich. Grigory Sokolov, Arcadi Volodos und Krystian Zimerman. Die Geigerin Anne-Sophie Mutter kehrt mit André Previn und der Uraufführung von dessen Violin Sonata No. 2 zurück, die sie gemeinsam mit dem Klavier-Festival Ruhr in Auftrag gab. In einem viertätigen Meisterkurs in Essen wird Alfred Brendel erstmals den Preisträgern des Busoni-Wettbewerbs künstlerische Impulse geben.

Den 100. Geburtstag des Komponisten John Cage feiert das Klavier-Festival Ruhr mit zwei exklusiven Konzerten der renommierten Cage-Interpretin Margaret Leng Tan. Die Musik des experimentierfreudigen Amerikaners erkunden Kinder und Jugendliche auch in kreativen Education-Projekten, die teilweise in sozialen Brennpunkten stattfinden und Schüler verschiedener Schulformen zusammenführen. Ein jüngst erhaltener Preis als „Ausgezeichneter Ort“ der bundesweiten Initiative „365 Orte im Land der Ideen“ ermutigte das Education-Team des Festivals erneut zu einem Inklusionsprojekt, bei dem behinderte und nicht-behinderte Schüler gemeinsam tanzen und musizieren. In der erfolgreichen Reihe zur Vermittlung zeitgenössischer Klaviermusik arbeitet Tamara Stefanovich mit Schülern und Studierenden. Die Ergebnisse werden bei den „Discovery-Projekten“ innerhalb des Festivals vorgestellt.

Hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Rundfunk und Presse waren beim Auftaktkonzert zugegen, unter ihnen Bundestagspräsident Norbert Lammert, Staatssekretär Prof. Klaus Schäfer sowie zahlreiche Persönliche Mitglieder des Initiativkreises Ruhr und erstmals viele der rund 250 Mitglieder des Gründerkreises der neuen Stiftung Klavier-Festival Ruhr.

In seinem Grußwort gratulierte Schirmherr Dr. Heinrich Weiss dem Intendanten Franz Xaver Ohnesorg dazu, das Klavier-Festival Ruhr zu einem der weltweit bedeutendsten seiner Art gemacht zu haben. Staatssekretär Prof. Klaus Schäfer, der die Grüße der NRW-Landesregierung übermittelte, bezeichnete das Klavier-Festival Ruhr als einen Beweis dafür, dass sich der im Kulturhauptstadtjahr begonnene Aufbruch fortsetze. Die Kultur sei ein bedeutender Standortfaktor, der erhalten und gesichert werden müsse. Sein Dank ging an die Sponsoren des Festivals, an die über 250 Mitglieder des Gründerkreises, an den Verein der Freunde und Förderer des Klavier-Festival Ruhr, die NATIONAL-BANK Essen als Gründungsstifterin sowie an den Initiativkreis Ruhr, dessen Grundfinanzierung für das Festival dazu beitrage, dem neuen kulturellen Image des Ruhrgebiets auch nach dem Kulturhauptstadtjahr Nachhaltigkeit zu verleihen.

Das Klavier-Festival Ruhr 2012 umfasst 66 Konzerte in 19 Städten an Rhein und Ruhr. Davon sind 20 Veranstaltungen bereits jetzt ausverkauft. WDR, Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur werden zahlreiche Konzerte im Hörfunk übertragen. Der diesjährige Preis des Klavier-Festivals Ruhr geht an den rumänischen Pianisten Radu Lupu, der am Mo. 21. Juni in der Stadthalle Mülheim konzertiert.

Duisburg, Mercatorhalle, Klavierfestival 2012- Schubert-Abend mit Daniel Barenboim, 08.05.2012

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Klavier-Festival Ruhr 2012

Klavierfestival

Schubert-Abend mit Daniel Barenboim: Detailliertes Programm steht nunmehr fest!

Das Programm von Daniel Barenboim beim Klavier-Festival Ruhr 2012 steht nunmehr fest. Wie bereits angekündigt, wird er sich bei seinem Auftritt am Di. 8. Mai (20 Uhr) in der Mercatorhalle im CityPalais Duisburg ganz auf das Klavierwerk von Franz Schubert konzentrieren. Neben einer Auswahl von vier Impromptus wird Daniel Barenboim im zweiten Teil Schuberts grandiose Sonate A-Dur D 959 aus dem Jahr 1828 aufführen und damit die vorletzte der von Franz Schubert komponierten Klaviersonaten. Sie gehört in ihrem Bezug zu Schuberts Liedschaffen und dank geradezu einer Überfülle an melodischen und harmonischen Einfällen zu den bei Schubert eher seltenen Fällen, die von Lebensfreude und Zuversicht künden. Robert Schumann verehrte das Werk und schwärmte von den „himmlischen Längen“, die Schubert der Musikwelt damit geschenkt hat.

Daniel Barenboim gehört zu den Künstlern, die dem Klavier-Festival Ruhr seit vielen Jahren die Treue halten. Unvergessen sind Höhepunkte wie die Gesamtaufführung der Klavierkonzerte von Beethoven, Chopin und Liszt, die er zusammen mit der Staatskapelle Berlin beim Klavier-Festival Ruhr aufführte. Die Aufzeichnungen der Konzerte auf DVD und CD sind als Live-Mitschnitte vom Klavier-Festival Ruhr weltweit verfügbar. Aber auch als Dirigent sowie als Kammermusikpartner mit jungen Musikern des von ihm gegründeten „West Eastern Divan Orchestra“ setzte Barenboim beim Klavier-Festival Ruhr künstlerische Impulse.

Karten für das Konzert sind über die bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich sowie über die Tickethotline (01805 – 500 80 3 ) oder direkt und platzgenau im Internet (www.klavierfestival.de).

Essen , Klavier-Festival Ruhr 2012, 5.05. bis 14.07.2012

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Klavier-Festival Ruhr 2012

Klavier-Festival Ruhr 2012

Nach erfolgreicher Feuertaufe als Stiftung:
Klavier-Festival Ruhr 2012 mit Programmschwerpunkten Frankreich und Amerika

Auch künftig vom Initiativkreis Ruhr getragen, gestärkt durch eine erfolgreiche Gründerkreis-Kampagne und ein erneut gestiegenes Sponsoring-Aufkommen sowie durch neue Partner-Stiftungen startet das Klavier-Festival Ruhr 2012 in sein zweites Jahr als eigenständige Stiftung. Die Programm-Schwerpunkte 2012 Frankreich und Amerika korrespondieren mit den Jahrestagen von fünf Komponisten, die den Verlauf der Musikgeschichte im 20. Jahrhundert geprägt haben: Claude Debussy (150. Geburtstag), Maurice Ravel (75. Todestag), George Gershwin (75. Todestag), John Cage (100. Geburtstag) und Philip Glass (75. Geburtstag).

Der Stellvertretende Vorsitzende des Stiftungs- und Aufsichtsrates des Klavier-Festivals Ruhr, Herr Dr. Herbert Lütkestratkötter, stellte zu Beginn der Pressekonferenz fest, dass es dem Klavier-Festival Ruhr in seinem ersten Jahr als Stiftung gelungen ist, seine wirtschaftlichen Ziele voll zu erreichen. Dies sei bei einem Festival dieser Größenordnung keineswegs selbstverständlich. Darüber hinaus hob Dr. Lütkestratkötter hervor, dass es dem Klavier-Festival Ruhr auch weiterhin ein großes Anliegen ist, alle Bevölkerungsschichten mit seinem Angebot zu erreichen – nicht zuletzt über sein Education-Programm. Im Blick auf das Kartenangebot betonte er, dass auch 2012 rund zwei Drittel des gesamten Kartenangebots zu Eintrittspreisen zwischen € 10,- und € 45,- zur Verfügung stehen. Diese soziale Ausrichtung ist und bleibt dem Klavier-Festival Ruhr ein großes Anliegen. Dies wurde zum einen möglich  durch den Initiativkreis Ruhr, der sein künftiges Engagement zu Gunsten des Klavier-Festivals Ruhr im November 2011 nochmals bekräftigt hatte, sowie zum anderen durch die Sponsoren, Förderer und Partner-Stiftungen, deren finanzielles Engagement für 2012 im Vergleich zum Jahr 2011 um 15% und zu 2010 sogar um nahezu 50% gesteigert werden konnte. Durch diese Leistung des Festival-Intendanten Prof. Franz Xaver Ohnesorg und seines Teams können auch sämtliche eingeworbenen Gründerkreis-Mittel voll für die Zukunftssicherung des Festivals eingesetzt werden.

In den Wochen vom Sa. 5. Mai bis Sa. 14. Juli versammelt das Klavier-Festival Ruhr u.a. die Elite der französischen Pianisten unserer Zeit, unter ihnen Pierre-Laurent Aimard, Bertrand Chamayou, David Fray, Hélène Grimaud, das Klavierduo Katia & Marielle Labèque, Lise de la Salle, Alexandre Tharaud und Jean-Yves Thibaudet. Dabei gelangen zentrale Klavierwerke von Claude Debussy und Maurice Ravel zur Aufführung. Auf Einladung des Klavier-Festivals Ruhr 2012 würdigt die bedeutende Cage-Interpretin Margaret Leng Tan das Werk des Amerikaners mit zwei exklusiven, ganz auf das Festival zugeschnittenen Hommage-Konzerten. Der Pianist und Komponist Steffen Schleiermacher konzentriert sich neben Werken von John Cage auf die Trilogy-Sonata des Jahresjubilars Philip Glass. Katia und Marielle Labèque spielen die “Four Movements for two pianos“ von Philip Glass, die beim Klavier-Festival Ruhr 2008 ihre Uraufführung erlebten. Gershwin-Höhepunkte setzen u.a. Robert Levin und Ya-Fei Chuang, das Gershwin Piano Quartet sowie Wayne Marshall.

Mit einem Schubert-Abend kehrt Daniel Barenboim zum Klavier-Festival Ruhr zurück. Alfred Brendel wird zum ersten Mal überhaupt einen öffentlichen Klavier-Meisterkurs geben. Gemeinsam beschließen die Geschwister Khatia und Gvantsa Buniatishvili einen Klavierabend im Konzerthaus Dortmund, der von ARTE für das Fernsehen aufgezeichnet wird. Für die traditionellen Lieder-Abende des Klavier-Festivals Ruhr auf Schloss Herten hat der Liedpianist Graham Johnson eine Auswahl von 50 Schubert-Liedern getroffen, die er gemeinsam mit einer jungen Sänger-Riege aufführen wird. Elizabeth Farr und Christine Schornsheim erkunden in ihren Konzerten den Reichtum der französischen Cembalomusik.

Der Preis des Klavier-Festivals Ruhr 2012 geht an den großen rumänischen Pianisten Radu Lupu. Kammermusikalische Höhepunkte setzen u.a. Krystian Zimerman und das Hagen Quartett sowie Anne-Sophie Mutter, die mit dem Pianisten und Komponisten André Previn dessen Violinsonate Nr. 2 zur Uraufführung bringen wird: ein gemeinsames Auftragswerk von Anne-Sophie Mutter und dem Klavier-Festival Ruhr.

Sechs exklusive Konzerte bietet die “JazzLine“ des Klavier-Festivals Ruhr 2012. Dazu zählt das Debüt des Jazzpianisten und zweiten Preisträgers des European Song Contest 2011 Raphael Gualazzi mit der WDR Big Band. Monty Alexander, Jacky Terrasson und Gonzalo Rubalcaba kehren mit ihren gefeierten Trio-Formationen zum großen Pianistentreffen an der Ruhr zurück. Überdies kommt es hier zu einem spannenden Gipfeltreffen zwischen dem Festival-Stammgast Chick Corea und dem Stimmkünstler Bobby McFerrin. Die Schlusstakte des Klavier-Festivals Ruhr 2012 intonieren der Trompeter Till Brönner und seine “Piano Friends“ – bei einem Konzertformat, das speziell für das Klavier-Festival Ruhr entwickelt wurde.

Somit kehrt auch beim Festival 2012 die internationale Pianisten-Elite auf insgesamt 29 Podien in 19 Städten der Ruhrmetropole zurück. Erstmals finden dabei Konzerte auf Schloss Rheda in Rheda Wiedenbrück und im Ibach-Haus in Schwelm statt. Zudem dürfen sich Musikfreunde u.a. auf Wiederbegegnungen mit Martha Argerich, Elena Bashkirova, Rafa? Blechacz, Yefim Bronfman, Maki Namekawa/Dennis Russell Davies, Alice Sara Ott, Mona Asuka Ott, Ivo Pogorelich, András Schiff, Grigory Sokolov, Tamara Stefanovich, Arcadi Volodos und Yuja Wang freuen.

Die inzwischen ganzjährigen Education-Aktivitäten des Klavier-Festivals Ruhr gipfeln 2012 erneut in den “Entdeckungen – Discovery Projects“. In kreativen Workshops entdecken Kinder und Jugendliche im Projekt “Interludes – Zwischenspiele“ die Musik von John Cage. In einem weiteren Projekt erarbeiten sie sich über Gesang, Tanz und Pantomime einen Zugang zu den “Notations“ von Pierre Boulez. Beim Familienkonzert “Musik und tRaum“ stellen Richard McNicol und die Bochumer Symphoniker die “Three Places in New England“ von Charles Ives vor. Regen Zulauf erfährt zudem das Modellprojekt “Spielplatz Klavier – Little Piano School & KlavierGarten“: Inzwischen werden bereits 250 Kinder im Alter von 2 – 6 Jahren in der Little Piano School unterrichtet. Eine eigene Internetseite präsentiert die Ergebnisse der umfangreichen Education-Arbeit des Festivals (www.klavierfestival.de/education).

Erstmals wird das “KlassikForum“ auf WDR3 am Tag des Eröffnungskonzerts live vom Klavier-Festival Ruhr 2012 gesendet. WDR und DLF werden darüber hinaus zahlreiche Konzertaufzeichnungen im Hörfunk übertragen.

Der Kartenvorverkauf für das Klavier-Festival Ruhr 2012 beginnt am Sa. 21. Januar 2012, um 9 Uhr. Tickets sind telefonisch unter der Hotline 01805/ 500 80 3 (0,14 €/Min. aus dem dt. Festnetz, mobil max. 0,42 €/Min.) erhältlich oder können platzgenau im Internet gebucht werden (www.klavierfestival.de).

Essen, Philharmonie Essen, Klavierfestival Ruhr 2011, Gwilym Simcock Piano – BundesjazzorchesterJiggs Whigham, IOCO Kritik, 22.07.2011


Kritik

Klavier-Festival Ruhr 2011

Klavierfestival Ruhr

Philharmonie Essen

Klavierfestival Finale

Klavierfestival Ruhr 2011

Philharmonie Essen, 22. 7. 2011

“Jazz Line”

Gwilym Simcock, Piano – Bundesjazzorchester, Jiggs Whigham

Klavierfestival Ruhr 2011 Der Waliser Gwilym Simcock intonierte die Schlusstakte des Klavier-Festivals Ruhr 2011 (Foto: KFR/Mark Wohlrab) Klavierfestival Ruhr 2011 Gwilym Simcock (l.) und Jiggs Whigham, der für die Zugabe selbst zur Posaune griff (Foto: KFR/Mark Wohlrab)

Es ist schon ein Superlativ für sich, das Ruhrrevier, der sogenannte “Pott“, eine Kulturregion, einzigartig in der Welt. Auf engstem Raum präsentiert sich eine Vielfalt an kulturellen Einrichtungen, die in dieser Dichte nirgendwo anzutreffen ist. Allein ein halbes Dutzend Opernhäuser mit verschiedenen Spielplänen erwartet den geneigten Besucher. Ebenso viele Konzerthäuser, Boulevardtheater, Kabaretts, Schauspielhäuser, Kammerbühnen und Musicalhäuser wetteifern miteinander. Integriert in diese Landschaft ist eine weitere Institution, die inzwischen auch nur mit Superlativen bedacht werden kann, das Klavierfestival Ruhr. Nach dem Anfang – 1989 – hat das Klavierfestival kontinuierlich an Qualität und somit an Bedeutung gewonnen. Heute ist es eine “Marke”, nicht wegzudenken.

Damit dies so ist und bleibt, ist das Klavierfestival seit diesem Jahr eine Stiftung, ins Leben gerufen vom rührigen Initiativkreis Ruhr, für den es ein kulturelles Leitprojekt ist. Der Gründerkreis zählt etwa 200 Privatpersonen und Institutionen, die durch namhafte Zuwendungen, die von der Essener Nationalbank AG gelegte finanzielle Basis unterstützen. Für die vielen Statistiker liest es sich in diesem Jahr wieder sehr erfreulich. 88 Solisten, davon 50 Pianistinnen und Pianisten, erfreuten das Publikum in 61 Veranstaltungen, auf 27 Bühnen in 15 Städten. Eine tolle Statistik, die sicher in den nächsten Jahren noch zu toppen ist.

In diesem Jahr feierte man auch den 200. Geburtstag des ungarischen Komponisten, Klaviergiganten und Weltbürgers Franz Liszt. Ungefähr zwei Dutzend der diesjährigen Künstler hatten Werke von ihm in ihrem Programm.

Sensationell geriet schon im Eröffnungskonzert der Beitrag der jungen Georgierin Khatia Buniatishvili. Die Krönung war die Aufführung seiner beiden Klavierkonzerte mit Daniel Barenboim als Solist und der Staatskapelle Berlin unter Pierre Boulez. Herausragend war die Verleihung des diesjährigen Preises des Klavierfestivals Ruhr an die “Grande Dame” des Klaviers, die einzigartige Elisabeth Leonskaja, für ihr Lebenswerk, ihre Treue zum Festival und ihren unermüdlichen Einsatz für den pianistischen Nachwuchs.
(Die Kritik zu ihrem Konzert kann bei IOCO nachgelesen werden.)

Tradition ist auch, in jedem zweiten Jahr das Schlusskonzert durch Jazz-Größen gestalten lassen. In diesem Jahr spielte das Bundesjazzorchester unter der Leitung von Jiggs Whigham, der sich mit dem Klaviersolisten Gwilym Simcock (Stipendiat des Klavierfestivals 2006) die Moderation teilte.
Zunächst spielte man Arrangements von Torsten Maaß und Gwilym Simcock und nach der Pause unter dem Oberbegriff “Great European Composers and Arrangers“, Kompositionen vom Ford Dabney, Richard Rodgers, Albert Hague und Isham Jones. Leckerbissen für Jazz-Freunde und auch als solche dargereicht.

Das zahlreich erschienene Publikum in der Essener Philharmonie “ging mit” und spendete fleißig Zwischenbeifall. Wenn es manchmal ein wenig laut wurde, waren sicher nicht die Musiker schuld, sondern die grandiose Akustik des Hauses.

Freuen wir uns auf das nächste Jahr, wenn das Klavierfestival Ruhr, dann schon zum 24. Mal stattfindet.

IOCO / UGK / 22.07.2011

Essen, Klavierfestifal Ruhr, Klavier-Festival Ruhr 2011 zieht Bilanz: mehr als 50.500 Besucher, Juli 2011

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Klavier-Festival Ruhr 2011

Klavierfestival Ruhr

Klavier-Festival Ruhr 2011 zieht erfolgreiche Bilanz:

Über 50.000 Besucher.  Singuläres Panorama zu Werk und Person Franz Liszts

DOWNLOAD:  Resümee Klavier-Festival Ruhr 2011

Mit mehr als 50.500 Besuchern endet heute das Klavier-Festival Ruhr 2011, das zur Feier des 200. Geburtstags von Franz Liszt ein einzigartiges Panorama zum Werk und zur Person des Komponisten zeichnete. “Diese Besucherzahl in unserem ersten Stiftungsjahr ist ein überaus erfreulicher Erfolg, denn wir mussten 2011 die Zahl der Konzerte gegenüber dem Vorjahr um 6 auf 61 Konzerte reduzieren. Zuletzt war diese Besucherzahl im Jahr 2006 erreicht worden, allerdings mit damals 72 Konzerten. Dies verdeutlicht die hohe Produktivität, die wir uns beim Klavier-Festival Ruhr in den letzten fünf Jahren erarbeitet haben”, so Festival-Intendant Franz Xaver Ohnesorg.

Zu den Höhepunkten zählte ein vom Fernsehsender ARTE aufgezeichneter Klavierabend  von Pierre-Laurent Aimard, der Liszts h-Moll-Sonate in einen spektakulären Kontext stellte.

Für eine weltweit erhältliche DVD aufgezeichnet wurde der Abend mit Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin, die in der Philharmonie Essen unter der Leitung von Pierre Boulez beide Klavierkonzerte von Franz Liszt aufführten. Die junge georgische Pianistin Khatia Buniatishvili unterstrich ihren Ruf als exzellente Liszt-Interpretin beim Eröffnungskonzert in der Stadthalle Mülheim. Zum Fest erhoben wurde der Liszt-Schwerpunkt auch durch große Virtuosen wie Martha Argerich, Marc-André Hamelin, Gerhard Oppitz, Arcadi Volodos und Lilya Zilberstein, aber auch durch junge Meisterpianisten wie Igor Levit, Benjamin Moser und Denis Kozhukhin. Vorträge von Alfred Brendel, Robert Levin, Siegfried Mauser und Michael Stegemann trugen zur Schärfung und Aktualisierung des Liszt-Bildes bei.

Der Preis des Klavier-Festivals Ruhr 2011 ging am 29. Juni im Gelsenkirchener Musiktheater an die georgische Pianistin Elisabeth Leonskaja, die bereits zum 15. Mal beim großen Pianistentreffen an der Ruhr zu Gast war. In der Preisträger-Reihe “Die Besten der Besten”machten Nachwuchspianisten wie Boris Giltburg, Denis Kozhukhin, Lukas Geniusas und Ingolf Wunder auf sich aufmerksam. Auch dem diesjährigen Stipendiaten des Festivals, Alexander Mogilevsky, gelang ein eindrucksvolles Debüt.

So gut wie unbekannte Liszt-Werke gab es beim Liederwochenende des Klavier-Festivals Ruhr 2011 auf Schloss Herten zu entdecken. Zum Liszt-Schwerpunkt trug auch die fünftägige Brendel-Hommage zu dessen 80. Geburtstag in der Stadthalle Mülheim bei, gestaltet von Till Fellner, Francesco Piemontesi und Kit Armstrong, der sein neues, Alfred Brendel gewidmetes Klaviertrio gemeinsam mit dem Geiger Andrej Bielow und dem Cellisten Adrian Brendel zur Uraufführung brachte. Vom WDR Sinfonieorchester Köln begleitet wurden Hélène Grimaud, die als Solistin in Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 in die Philharmonie Essen zurück kehrte, und Michael Korstick, der die beiden Klavierkonzerte von Johannes Brahms in der Jahrhunderthalle Bochum spielte.

Sieben Konzerte umfasste die exklusive JazzLine des diesjährigen Klavier-Festivals. Dem Abschlusskonzert mit dem britischen Shooting-Star Gwilym Simcock gingen Highlights mit dem Pianisten Martin Sasse, der Grammy-Preisträgerin Patti Austin, den New York Voices, dem Kontrabassisten Dieter Ilg und seinem Trio sowie von Chick Corea und seiner legendären Fusion-Band “Return to forever” voraus. Jacques Loussier, dessen Konzert nach einem Schwächeanfall leider abgebrochen werden musste, konnte das Krankenhaus bereits am nächsten Tag wieder verlassen.

Das Education-Programm des diesjährigen Klavier-Festivals Ruhr spürte dem Impressionismus in Musik und Malerei nach: In Kooperation mit dem Museum Folkwang erschlossen sich Gemeinsamkeiten der Künste bei einem kreativen Familiennachmittag und beim Lecture-Recital mit der Pianistin Tamara Stefanovich. Ein umfangreiches Projekt zu  Maurice Ravels “Ma Mère l’Oye” endete mit einem Familienkonzert im Audimax der Ruhr Universität Bochum. Schüler aus Bochum, Gelsenkirchen und Recklinghausen hatten sich im Vorfeld in Musik- und Kunstworkshops mit dieser musikalischen Märchenerzählung auseinander gesetzt. Seine Reihe zur Vermittlung zeitgenössischer Musik setzte das Klavier- Festival Ruhr mit einer Hommage zum 85. Geburtstag von György Kurtág fort. In der Folkwang Universität Duisburg spielten Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren sowie Studierende der Kölner Musikhochschule gemeinsam mit Pierre-Laurent Aimard und Tamara Stefanovich Werke von Kurtág und seinen Wegbegleitern Béla Bartók, György Ligeti und Sándor Veress.

Bereits zu Beginn des Klavier-Festivals Ruhr 2011 waren 100 Mitglieder in den Gründerkreis aufgenommen worden, der die finanzielle Basis der neuen Stiftung stärkt. Er umfasst zahlreiche bekannte Namen aus Wirtschaft und Kultur. Mit Abschluss des Festivals ist dieser bis zum Jahresende noch offene Gründerkreis zahlenmäßig um 35 Prozent auf 135
Mitglieder angewachsen.

Das 24. Klavier-Festival Ruhr findet von Anfang Mai 2012 bis Mitte Juli 2012 statt. Nähere  Informationen werden im Januar 2012 unter www.klavierfestival.de bekannt gegeben.

Essen, Philharmonie Essen, Klavierfestival Ruhr 2011, Helene Grimaud – WDR Sinfonieorchester Köln, IOCO Kritik, 17.07.2011


Kritik

Klavier-Festival Ruhr 2011

Klavierfestival Ruhr

Philharmonie Essen

Philharmonie Essen, 17.07.2011

Helene Grimaud – WDR Sinfonieorchester Köln – Manfred Honeck

Klavier-Festival Ruhr 2011 Helene Grimaud Klavier-Festival Ruhr 2011 Manfred Honeck

Spielt sie oder spielt sie nicht, lautete die bange Frage ihrer zahlreichen Verehrer, Tage, ja schon Wochen vorher. Sie kam, spielte und alle waren glücklich. Im nahe zu ausverkauften Haus machte sich eine spürbare Spannung breit. An diesem Abend waren nur Werke von Ludwig van Beethoven zuhören.

Manfred Honeck und das WDR Sinfonieorchester eröffneten den Abend mit der “Coriolan- Ouvertüre op. 62” zu dem gleichnamigen Trauerspiel von Collins. Das Stück handelt vom Klassenkampf der Plebejer gegen die Patrizier im alten Rom. Beethoven vereint die ganze Dramatik des Stücks in seiner sinfonisch angelegten Ouvertüre. Honeck und das Orchester glänzten mit Präzision und Spannung. Die zerklüfteten Akkordschläge kamen knallhart. Das ganze Stück spiegelt den Charakter des Helden Coriolan wieder.

 Klavier-Festival Ruhr 2011 Helene Grimaud & Manfred Honeck & WDR Sinfonieorchester Köln (c) Foto: KFR/Mark Wohlrab Klavier-Festival Ruhr 2011 Helene Grimaud & Manfred Honeck & WDR Sinfonieorchester Köln (c) Foto: KFR/Mark Wohlrab Klavier-Festival Ruhr 2011 Helene Grimaud & Manfred Honeck & WDR Sinfonieorchester Köln (c) Foto: KFR/Mark Wohlrab

Nach dieser düsteren Einstimmung folgte das mit Spannung erwartete “Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 in G-Dur, op.58“. Sanft, quasi mit Sammetpfötchen begann Helene Grimaud und spulte dann ein schillerndes Feuerwerk ab. Sehr zurückhaltend, fast versponnen geriet die Einleitung ins Andante. Die Ebenmäßigkeit in den perlenden Läufen war enorm. Anzumerken ist, dass der Dialog zwischen ihr und dem Dirigenten nicht immer glatt verlief. Zwar nicht gravierend, aber einige differierende Tempovorstellungen waren auszumachen. An kleine Eigenheiten, Manierismen ist man bei der kapriziösen Französin inzwischen gewöhnt. Wie beispielsweise die Manier den Kopf häufig fast auf die Tasten fallen zu lassen.

Aber nichtsdestotrotz ist Helene Grimaud eine große Könnerin, die wirklich alle technischen Probleme des Soloparts mit stupender Überlegenheit löste und meisterte. Auch dass die rhythmischen Finessen Beethovens von ihr mit letzter Präzision dargestellt wurden, zeigt den Rang, den sie inzwischen erreicht hat. Dank vielfältig differenzierten Anschlages erzielte sie feinste Abstufungen der linken und rechten Hand. Die Brillanz in den Ecksätzen war faszinierend.

Fazit: Eine stupende, glanzvolle Wiedergabe, überragend, aber nicht überwäl-tigend.

Klavier-Festival Ruhr 2011 Helene Grimaud & Manfred Honeck & WDR Sinfonieorchester Köln (c) Foto: KFR/Mark Wohlrab

Die Pianistin bedankte sich für den frenetischen Beifall mit einer Etüde von Chopin (op.posth. Nr. 1 in f-moll).

Nach der Pause hörte man Beethovens7. Sinfonie in A-Dur, op. 92” in einer straffen, die melodischen tänzerischen Aspekte des Werkes fein modellierten  Lesart. Honeck und das Orchester brachten den vitalen Rhythmus des Werkes und seine vollendete Harmonik wunderbar zum Ausdruck. Herausragend im Presto-Satz, der lebensfrohe Grundton. Der Finalsatz “Allegro con brio” geriet zu einem orchestralen Feuerwerk, beginnend mit den einleitenden, federnden Akkordschlägen und endend im enthusiastischen Überschwang des Finales.

Der  fabelhafte  Abschluss eines sehr interessanten Konzertabends.

IOCO  / UGK / 20.07.2011

Duisburg, Mercatorhalle, Klavierfestival Ruhr 2011, Klavierabend mit András Schiff, IOCO Kritik, 08.07.2011


Kritik

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Klavier-Festival Ruhr 2011

Klavierfestival Ruhr

Mercatorhalle Duisburg

Klavierabend András Schiff, “Variationen”

Klavierfestival Ruhr 2011 András Schiff Klavierfestival Ruhr 2011 András Schiff

Nun schon zum 10. Mal ist der ungarische Pianist András Schiff zu Gast beim Klavierfestival Ruhr. Der vielfach mit Preisen ausgezeichnete Künstler bekam 2009 auch den Preis des Klavierfestivals verliehen. In diesem Jahr spielte er ausschließlich Variationsstücke von Mozart, Mendelssohn-Bartholdy, Haydn und Beethoven.

Zwölf Variationen über ein Allegretto, B-Dur, KV500” sind raffinierte Fingerübungen, vertrackt in den Übergriffen und in einem flotten Gavotte-Tempo. Schiff spielte die Stücke meisterhaft, insbesondere die schwierige 8. Variation mit ihrer ausgeklügelten Technik.

Feierlicher, erhabener sind dagegen Felix MendelssohnsVariations sérieuses, D-Moll, op. 54“. Die 17 Variationen sind das “klavieristische Meisterwerk” des Komponisten und stellen hohe technische Anforderungen an jeden Pianisten. Beliebt ist das Stück nicht nur wegen seiner deutlichen formalen Gliederung, sondern auch weil das Thema in allen Variationen immer präsent ist. Schiff spielte das Stück brillant mit schier unglaublicher Flexibilität in den Läufen und der Hörer genoss es, ihm dabei zuzuschauen.

Schiff spielte nun die 1793 entstandenen “Variationen in F-Moll”, Hob. XVIII:6” von Joseph Haydn, die dieser in Wien schrieb, zwischen seinen beiden Londoner Aufenthalten. Es sind vielfach melancholische Stücke, die Haydn – wie so häufig – in Dur und Moll gegeneinander variiert. Schiff gestaltete sie mit feinsten dynamischen Abstufungen, effektvoll und in schillernden Klangschattierungen.

Eine der letzten Kompositionen von Robert Schumann sind die “Variationen über ein eigenes Thema, Es-Dur“, die sogenannten “Geistervariationen“. In Schiffs Spiel kam das grüblerische in diesen Stücken ebenso zum Ausdruck, wie die klangliche und rhythmische Vielfalt.

Höhepunkt dieses Klavierabends wurden die von András Schiff nach der Pause
interpretierten “Variationen über einen Walzer von Anton Diabelli, C-Dur op. 120” von Ludwig van Beethoven. Es ist einfach genial, was Beethoven aus diesem einfachen, hübschen Walzerchen alles gemacht hat. Und mit sichtlichem Spaß vergnügte sich András Schiff damit, zu unserer Freude. Schiff vermittelte nicht nur seine Fingerfertigkeit, die Präzision seines Anschlages und die hochgradige Musikalität, sondern beeindruckte durch die inhaltliche Größe der Gestaltung. Seine verschmitzte Mimik bei manchen Stücken, wie bei Nr. 22 auf das Mozartthema war absolut sehenswert.
Es war ein hoch befriedigender Abend. Das enthusiasmierte Publikum, im so gut wie vollbesetztem Haus, erhob sich von den Plätzen und feierte den Künstler frenetisch.

IOCO / UGK / 08.07.2011

Gelsenkirchen, Musiktheater im Revier, Klavierfestival Ruhr 2011, Klavierabend mit Elisabeth Leonskaja, IOCO Kritik 29.06.2011


Kritik

Klavierfestival Ruhr 2011

Musiktheater im Revier, 29. 6. 11

Klavierabend Elisabeth Leonskaja

Klavierfestival Ruhr 2011 Elisabeth Leonskaja Foto Jo Schwartz Klavierfestival Ruhr 2011 Elisabeth Leonskaja

Nun schon zum 15. Mal gastierte die “Grand Dame” des Klaviers, Elisabeth Leonskaja, beim Klavier Festival Ruhr. Der große Saal des Gelsenkirchener Musiktheaters war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Publikum liebt diese Künstlerin. Es liebt ihre technische Brillanz, ihre stupende Musikalität. Aber in erster Linie wird sie geliebt und geschätzt für ihre Bescheidenheit, Sensibilität und Empfindungstiefe. Ihr Spiel und die Interpretation ist immer “con anima”. Der Düsseldorfer Musikkritiker Wolfram Goertz schrieb in seiner schönen, sehr persönlich gehaltenen Laudatio im Programmheft dieses Klavierabends “der Atem einer freien Seele”. Und der ist immer in jeder angeschlagenen Note spürbar und durchweht jede Gestaltung. Und er ist Ausdruck einer Befreiung.

Leonskaja wurde 1945 im georgischen Tiflis geboren. Sie galt als Wunderkind und studierte am Moskauer Konservatorium. Sie heimste schon in frühester Jugend internationale Preise ein, in Bukarest, Paris und Brüssel. Sehr wichtig für sie war ihre “Lehrzeit” und Zusammenarbeit mit dem großen Swjatoslaw Richter, die in vielen gemeinsamen Auftritten gipfelte und mit dem sie eine tiefe Freundschaft verband. 1978 verließ die Pianistin die Sowjetunion und fand in Wien eine neue Heimat, befreit von der geistigen Enge ihrer noch stalinistisch geprägten Heimat. Eine internationale Karriere bahnte sich an und ist bis heute ungebrochen.

Leonskaja begann ihr Programm mit Beethoven, zunächst mit der “Sonate Nr.8 in C-Moll op.13” der sogenannten “Pathetique“. Streng, fast schroff spielte sie die langsame Einleitung zum ersten Satz. Das Adagio kam berückend schön und mit fast burleskem Überschwang spielte sie das Rondo.

Die “Sonate Nr.17, in D-Moll, op.31“, betitelt “Der Sturm” hört man nicht allzu oft. Um so beglückender ist es, wenn man sie so wunderbar gespielt hört, wie von Frau Leonskaja. Es gab da keine Äußerlichkeiten und aufgesetzten Effekte. Sie spielte das Stück in allen Sätzen mit einer Art von schlichter Selbstverständlichkeit des Ansatzes. Der Aufbau war von fabelhafter Ebenmäßigkeit. Wunderbar gab sie die pessimistische Stimmung im Allegro-Teil wieder. So tief empfunden, wie es nur einem gereiften Künstler möglich ist.

Dass sie eine unserer besten Liszt-Spielerinnen ist, konnte man nach der Pause bewundern. Perlend in den Läufen und wunderbar im Ausdruck spielte sie die  ”Wasserspiele der Villa d`Este“. Leidenschaftlich gerieten die beiden klangüppigen Petrarca-Sonette aus den “Années de pélerinage“, die dazu auch durch rhythmische und klangliche Geschliffenheit bestachen.

Elisabeth Leonskaja beendete ihren Klavierabend mit den “Symphonischen Etüden, op.13” von Robert Schumann, eine Herausforderung für jeden Klavierspieler. Es sind es kleine Sinfonien, zum Teil dramatisch, anderseits lyrische Piecen von kolossaler Klangfülle. Ihr gelang eine überlegende, perfekte Leistung, von packender, musikalischer Lebendigkeit, spontan in der Gestaltung und mit einer ansteckenden Musizierfreude. Wunderbarer geht es nicht.

Frau Leonskaja bedankte sich für den enthusiastischen Beifall mit einigen Zugaben, u.a. von Debussy.

Aber der Abend war noch nicht zu Ende. Die Künstlerin wurde durch den Intendanten des Klavierfestivals Ruhr, Franz-Xaver Ohnesorg, mit dem Preis des Klavierfestivals für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. In einer sehr persönlichen Rede dankte Ohnesorg der Künstlerin für ihre Treue zu der Institution Klavierfestival Ruhr, für ihre Menschlichkeit und “für ihren unermüdlichen Einsatz für den pianistischen Nachwuchs”. Die Künstlerin bedankte sich mit knappen Worten, die aber eine große Freude widerspiegelten.

Resümee: Ein Abend, der im Gedächtnis bleiben wird, dank einer Künstlerin, die die Menschen anspricht durch ihre Menschlichkeit und ein Klavierspiel, das immer mit Herzenswärme vermittelt wird.

IOCO / UGK / 29.06.2011

Gelsenkirchen, Klavier-Festival Ruhr 2011 ehrt Elisabeth Leonskaja, 29.05.2011

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Klavier-Festival Ruhr 2011

Klavierfestival Ruhr

Musiktheater im Revier Gelsenkirchen

Klavier-Festival Ruhr 2011 ehrt Elisabeth Leonskaja

Klavier-Festival Ruhr 2011 ehrt Elisabeth Leonskaja Klavier-Festival Ruhr 2011 ehrt Elisabeth Leonskaja

Georgische Meister-Pianistin nahm Preis im Gelsenkirchener Musiktheater (MiR) entgegen

Die georgische Pianistin Elisabeth Leonskaja nahm am Mi. 29. Juni 2011 den diesjährigen Preis des Klavier-Festivals Ruhr entgegen. Die Ehrung erfolgte im Rahmen eines umjubelten Konzerts im Gelsenkirchener Musiktheater, bei dem die Künstlerin Werke von Ludwig van Beethoven, Franz Liszt und Robert Schumann spielte. Der Ehrenpreis wurde vom Initiativkreis Ruhr ins Leben gerufen, um außerordentliche pianistische Leistungen zu würdigen oder einen Pianisten für sein Lebenswerk auszuzeichnen.

Die im georgischen Tiflis geborene und in Moskau ausgebildete Künstlerin gilt als die “Grande Dame” der russischen Klavierschule. Bevor sie 1978 aus der Sowjetunion auswanderte und Wien als ihren ständigen Wohnsitz wählte, spielte sie mehrere Konzerte als Duopartnerin von Svjatoslav Richter. Diese Begegnung hat ihre weitere künstlerische Entwicklung geprägt. Mit ihrem sensationellen Debüt bei den Salzburger Festspielen 1979 legte sie den Grundstein für ihre Karriere in der westlichen Musikwelt. Seither zählt sie zu den gefeierten großen Pianisten unserer Zeit. Dabei blieb sie stets sich und der Musik treu. Die poetische Idee ist ihr bei der Interpretation eines Werkes mindestens genauso wichtig, wie die Darstellung der Form. Über das Spiel der zurückhaltenden Künstlerin schreibt der Musikkritiker Wolfram Goertz in seiner Laudatio anlässlich der Preisverleihung: “Die Methodik der unaufdringlichen Verfeinerung könnte ihr Markenzeichen sein. Es gibt nicht viele Pianisten, die diese unaufdringliche Delikatesse zum Stil erhoben haben”.

Dem Klavier-Festival Ruhr gab Elisabeth Leonskaja in diesem Jahr bereits zum 15. Mal die Ehre. Zuletzt wurde sie vom Festivalpublikum 2010 für ihre Chopin- und Schubert-Interpretationen im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen mit Ovationen gefeiert. Festival-Intendant Franz Xaver Ohnesorg dankte der Pianistin für ihre Treue zum Klavier-Festival Ruhr und hob ihr Engagement bei der Förderung junger Pianisten hervor – unter anderem wurde Khatia Buniatishvili, die in diesem Jahr das Eröffnungskonzert des Festivals spielte, vor Jahren schon von Elisabeth Leonskaja mit einem persönlichen Stipendium unterstützt. Die Künstlerin nahm von Franz Xaver Ohnesorg symbolisch die Stahlplastik “Diapason” des Düsseldorfer Bildhauers Friederich Werthmann entgegen. Mit dem Preis verbunden ist die Vergabe eines Stipendiums an einen Pianisten.

Elisabeth Leonskaja ist die 14. Trägerin dieser Auszeichnung nach Bella Davidovich (1998), Daniel Barenboim (1999), Dmitri Bashkirov (2000), Graham Johnson (2001), Leon Fleisher (2002), Pierre-Laurent Aimard (2003), Alfred Brendel (2004), Pierre Boulez (2005), Chick Corea (2006), Martha Argerich (2007), Maurizio Pollini (2008), András Schiff (2009) und Grigory Sokolov (2010).