Essen, Aalto Musiktheater, It’s Teatime – über die Premiere Rigoletto, 20.01.2017

Januar 20, 2017  
Veröffentlicht unter Aalto Theater Essen, Oper, Premieren, Pressemeldung

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Theater und Philharmonie Essen / ItsTeatime Christina Clark (Miss Betterknower) und Fräulein Vorlaut (Marie-Helen Joël) © Saad Hamza

Theater und Philharmonie Essen / ItsTeatime Christina Clark (Miss Betterknower) und Fräulein Vorlaut (Marie-Helen Joël) © Saad Hamza

„It’s Teatime“ weckt Vorfreude auf Rigoletto – Premiere

Freitag, 20. Januar 2017, um 16:30 Uhr im Aalto-Theater

Fräulein Vorlaut und Miss Betterknower melden sich wieder zu Wort: In der Aalto-Reihe „It’s Teatime – Die Damen laden zum Tee“ plaudern sie diesmal über die anstehende Premiere von Giuseppe Verdis Oper Rigoletto. „Sterben kann so schön sein“ lautet das Motto am kommenden Freitag, 20. Januar 2017, um 16:30 Uhr in der Cafeteria des Aalto-Theaters. Auf gewohnt humorvolle Art widmen sich Marie-Helen Joël und Christina Clark dem Komponisten Giuseppe Verdi und seinem berühmten Werk, das am 21. Januar Premiere feiert. Begrüßen können sie einen prominenten Gast: Regisseur Frank Hilbrich, der Rigoletto am Aalto-Theater inszeniert, wird auf dem Sofa Platz nehmen und sicher einige spannende Geschichten über diese Produktion erzählen können.

„Der König amüsiert sich“ – so lautet der Titel der Vorlage zu Verdis Rigoletto. In der Oper ist es dann aber kein König mehr, sondern es sind zwei Männer, die sich amüsieren, und zwar auf Kosten anderer: Der Herzog von Mantua und sein Hofnarr Rigoletto. Während der Herzog seinen Frauenverschleiß wider moralische Grundsätze überschäumen lässt, macht sich Rigoletto über die Männer der Auserwählten lustig. Zu Hause mimt er den liebenden Vater, der seiner Tochter Gilda die Außenwelt jedoch beinahe gänzlich verwehrt – nicht mal seinen Namen kennt sie. Es kommt, wie es kommen muss: Gilda und der Herzog verlieben sich ineinander, die Doppelexistenz Rigolettos erhält Brüche. Auf Rache schwörend setzt er ein gewaltiges Drama in Gang, das ihm selbst zum Verhängnis wird.    Der Eintritt ist frei.  PMThPhE

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Essen, Aalto Musiktheater, Der Rosenkavalier von Richard Strauss, 28.01.2017

Dezember 24, 2016  
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Aalto Musiktheater / Der Rosenkavalier © Matthias Jung

Aalto Musiktheater / Der Rosenkavalier © Matthias Jung

  Der Rosenkavalier von Richard Strauss

Der Rosenkavalier: Samstag, 28. Januar 2017, um 18 Uhr, weitere Vorstellungen 5.2.2017, 18.2.2017

Richard Strauss´ Oper Der Rosenkavalier ist nach fünfjähriger Pause wieder im Aalto-Musiktheater zu sehen, und das in erstklassiger Besetzung. Am Samstag, 28. Januar 2017, um 18 Uhr steht die Wiederaufnahme der meisterhaften Komödie auf dem Programm, zu der Hugo von Hofmannsthal das Libretto lieferte. Weitere Vorstellungen folgen am 5. und 18. Februar.

Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Tomáš Netopil ist Michaela Kaune als Marschallin zu erleben. Erst in der vergangenen Spielzeit übernahm die gefragte Sopranistin diese Partie an der Opéra de Paris. Weitere wichtige Auftritte hatte sie unter anderem bei den Bayreuther Festspielen als Eva in Wagners „Meistersingern“ und als Ariadne in Strauss Ariadne auf Naxos an der Oper Zürich. Freuen darf man sich auch auf Karl-Heinz Lehner als Baron Ochs, eine Rolle, die der Bass unter anderem an der Oper Frankfurt verkörpert hat. Aalto-Ensemblemitglied Karin Strobos, die zuletzt als Rosina im Barbier von Sevilla und als Cherubino in Figaros Hochzeit begeistern konnte, singt den Octavian. Die Inszenierung stammt von Anselm Weber.

Die Handlung: In der Liebe zu dem jüngeren Octavian findet die verheiratete Feldmarschallin ihre Jugend wieder. Doch schmerzlich erkennt sie, dass der Lauf der Zeit nicht aufzuhalten ist. Als Octavian als Brautwerber für den Mitgiftjäger Ochs auf Lerchenau die Silberne Rose überbringen soll, geschieht das Unaufhaltsame: Brautwerber und Braut verlieben sich. Mit einer komödiantischen Maskerade schaltet Octavian seinen Auftraggeber aus. Die Feldmarschallin erscheint, um den entstandenen Trubel aufzulösen – und sie gibt Octavian frei. PMAaMth

Der Rosenkavalier: Samstag, 28. Januar 2017, um 18 Uhr, weitere Vorstellungen 5.2.2017, 18.2.2017

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Essen, Aalto Musiktheater, Die Zauberflöte von Wolfgang A. Mozart, ab 23.12.2016

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Theater und Philharmonie Essen / Die Zauberflöte © Saad Hamza

Theater und Philharmonie Essen / Die Zauberflöte © Saad Hamza

Aalto-Klassiker zur Weihnachtszeit: Die Zauberflöte

Ab Freitag, 23. Dezember 2016

Wolfgang Amadeus Mozart in Wien © IOCO

Wolfgang Amadeus Mozart in Wien © IOCO

Der Mozart-Forscher Alfred Einstein brachte es auf den Punkt: „Die Zauberflöte gehört zu den Stücken, die ebenso ein Kind entzücken wie den Erfahrensten der Menschen zu Tränen rühren, den Weisesten erheben können. Jeder einzelne und jede Generation findet etwas anderes darin.“ Über die Wiederaufnahme der Oper am Aalto-Musiktheater dürfen sich daher junge Menschen ebenso freuen wie erfahrene Opernbesucher: Ab Freitag, 23. Dezember 2016, um 18:00 Uhr steht „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart wieder auf dem Spielplan. Weitere Vorstellungen folgen am 26. Dezember 2016 sowie am 24. Februar und 17. März 2017. Unter der musikalischen Leitung von Johannes Witt sind viele Sängerinnen und Sänger des Aalto-Ensembles beteiligt, darunter Tijl Faveyts als Sarastro sowie die beiden neuen Ensemblemitglieder Dmitry Ivanchey als Tamino und Elbenita Kajtazi als Pamina. Als Königin der Nacht ist die junge griechische Sopranistin Danae Kontora zu erleben. Erst kürzlich sang sie die anspruchsvolle Partie erstmals an der Komischen Oper Berlin und aktuell auch an der Oper Frankfurt. 2015 war sie als „Beste Nachwuchssängerin“ in der Zeitschrift „Opernwelt“ nominiert.

Die Zauberflöte ist Mozarts letzte Oper, die 1791 nur wenige Wochen vor seinem Tod in Wien uraufgeführt wurde. Bis heute hat dieses Werk, das Märchen und Mythos, Freimaurerweisheit und vitale Komödie, Ernst und Spaß, Liebe, Lust und Eifersucht, Rätsel und Aufklärung, adelige Geisteshaltung und unterhaltsame Volkstümlichkeit, Feuer und Wasser, Tag und Nacht vereint, nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt.PMThPhE

Wiederaufnahme Freitag, 23. Dezember 2016, 18:00 Uhr, Weitere Vorstellungen 26. Dezember 2016; 24. Februar; 17. März 2017

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Essen, Aalto Musiktheater, Lohengrin von Richard Wagner, IOCO Kritik, 12.12.2016

Dezember 14, 2016  
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Aalto Theater / Lohengrin - Lohengrin entzieht sich der Elsa © Karl Forster

Aalto Theater / Lohengrin – Lohengrin entzieht sich der Elsa © Karl Forster

Vor Heilsbringern wird gewarnt

Entromantisierter politischer  Lohengrin  im Aalto-Musiktheater 

Von Hanns Butterhof

Im Aalto-Musiktheater nützt Regisseurin Tatjana Gürbaca Richard Wagners romantische Oper „Lohengrin“ für ein deutliches politisches Statement gegen den Populismus.

Tatjana Gürbacas „Lohengrin“-Fassung spielt in der ortlos abstrakten Bühne Marc Weegers, einer weißen, sich nach oben verengenden Treppe. Deren übergroßen Stufen dementieren grundsätzlich, dass ein  Herabsteigen aus dem  Himmlischen ins Irdische überhaupt möglich ist.

Mit feinen Hinweisen hebt Gürbaca jenseits von Wagners religiösem Hintergrund die persönlichen Motive der Protagonisten hervor. Danach war Graf Telramund (Heiko Trinsinger) in Elsa (Jessica Muirhead) verliebt, die Tochter des verstorbenen Herzogs von Brabant. Als sie ihn abwies, war Ortrud (Katrin Kapplusch) seine zweite Wahl. Aus dieser Kränkung rührt ihr eifersüchtiger Hass auf Elsa, der in die Anklage mündet, Elsa habe ihren Bruder Gottfried getötet.

Essen / Aalto_Gottfried zwischen Lohengrin und Elsa © Karl Forster

Essen / Aalto_Gottfried zwischen Lohengrin und Elsa © Karl Forster

Elsa ist eine romantische Träumerin, die sich der Anklage nicht selbst erwehren kann. Vorverurteilt und in ein weißes Laken mit der Aufschrift „Hexe“ und „Mörderin“ gehüllt naht sie nicht licht und rein, sondern wird vor das von König Heinrich (Almas Svilpa) angeordnete Gottesgericht gezerrt. Als ein Unbekannter (Daniel Johansson) erscheint und siegreich für sie kämpft, ist sie willig, fraglos an ein Wunder zu glauben. Doch aus der naiven Jungfrau wird rasch eine vollsinnige Frau, auch weil Ortrud ihr blindes Vertrauen in Lohengrin untergräbt. Als dieser in der Hochzeitsnacht nicht auf ihr offenherziges Liebesangebot eingeht und sich ihr steif entzieht, stellt sie ihm die verbotene Frage nach seinem Namen und Stand. Es ist Lohengrins praktische Liebesunfähigkeit, an der die Beziehung nicht nur zu Elsa scheitert.

Die Katastrophe betrifft auch Land und Leute von Brabant. Ihnen hatte sich Lohengrin populistisch Heil versprechend als Schützer in unruhigen Zeiten und dem König als charismatischer Heerführer gegen die Ungarn angeboten. Daraufhin waren die anfangs wehrunwilligen Brabanter erst in quasireligiöse Verzückung verfallen und dann in Bundeswehruniformen (Kostüme: Silke Willrett) freudig in Heinrichs Heer zum Krieg angetreten. Als Lohengrin Elsa verlässt, lässt er auch die Brabanter allein. Dass er den blessierten, unbeholfenen Gottfried (Aron Gergely) als Ersatz zurücklässt, macht das Zerstörerische seines Auftritts in Brabant erst perfekt. Der einfältige Wunderglaube, der das verunsicherte Volk ergriffen hat, und sein blindes Vertrauen in eine charismatische Führerfigur führen es ins Unglück.

Aalto Theater / Lohengrin - Mit Lohengrin kommen auch Schwan / Gottfried © Karl Forster

Aalto Theater / Lohengrin – Mit Lohengrin kommen auch Schwan / Gottfried © Karl Forster

Es sind starke Thesen, die Tatjana Gürbaca aufstellt und mit eindringlichen Symbolen belegt. Aber sie verbinden sich nicht unbedingt bruchlos mit Text und Geist der Oper. Beeindruckende Bilder wie die Ankunft Lohengrins, als der Schwan/Gottfried auf Händen hereingetragen wird, stehen neben rätselhaften Albernheiten wie Ortruds angespanntem Lauschen an einem Miniaturhäuschen, während im Orchester das Fragemotiv rumort. Dass Lohengrin wohl als Folge von des Grales keuschem Dienst seine Liebesunfähigkeit in Gestalt Gottfrieds/des Schwans beständig mit sich führt, überzeugt szenisch nicht.

Die antiromantische Regie findet ihre Unterstützung im Dirigat Tomáš Netopils; flüssig und ohne großes Pathos begleiten die Essener Philharmoniker sehr genau das Bühnengeschehen, ohne die ganz große silbrig blaue Lohengrinstimmung aufkommen zu lassen.

Gesanglich ist der „Lohengrin“ hinreißend. Vor allem begeistern Jessica Muirhead mit silberrein fließendem Sopran, Heiko Trinsinger, der Telramund baritonale Statur verleiht, Katrin Kapplusch mit einnehmend lebensvollem Mezzo und Daniel Johansson mit verführerisch weichem Tenor. Martijn Cornet ist ein sehr präsenter Heerrufer, während Almas Svilpa rollenbedingt etwas königliche Tiefe fehlt. Der von Jens Bingert einstudierte Chor singt differenziert und überzeugt auch szenisch.

Nach viereinhalb fesselnden Stunden, die es schwer machen, fraglos in Wagners Märchenmelodien zu schwelgen, großer Premierenbeifall für alle Beteiligten, für die Regie Tatjana Gürbacas auch deutliche Buhs.

Lohengrin von Richard Wagner, weitere Vorstellungen 22.12.2016, 28.12.2016, 11.01.2017

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