Essen, Aalto Musiktheater, Wiederaufnahme Rusalka von Antonin Dvorak, 08.04.2016

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Aalto Theater Essen

Aalto-Theater-Essen © IOCO

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  Rusalka  von Antonín  Dvorák wieder auf Aalto-Spielplan

Wiederaufnahme am Freitag, 8. April 2016, um 19:30 Uhr, Weitere Vorstellungen 15. April; 5. Mai 2016

Das berühmte Lied an den Mond gehört längst zu den populärsten Klassik-Hits, und auch die komplette Oper zählt zu den größten Meisterwerken der Musiktheater-Literatur: Antonín Dvo?áks lyrisches Märchen Rusalka steht ab Freitag, 8. April 2016, um 19:30 Uhr wieder auf dem Spielplan des Aalto-Musiktheaters. Weitere Vorstellungen folgen am 15. April und 5. Mai 2016. In der viel gelobten Inszenierung von Lotte de Beer, die bei den International Opera Awards in London 2015 als Newcomerin des Jahres ausgezeichnet wurde, ist Sandra Janušait?, wie bereits in der Premierensaison, in der Rolle der Nixe Rusalka zu erleben. Die weiteren Hauptpartien singen Jeffrey Dowd (Prinz), Katrin Kapplusch (Fremde Fürstin) und Almas Svilpa (Wassermann). Die musikalische Leitung haben Tomáš Netopil und Gerrit Prießnitz (8.4.).

Essen / Aalto Theater - Rusalka © Bettina Stoess

Essen / Aalto Theater – Rusalka © Bettina Stoess

Lotte de Beer bringt Rusalka zwischen Märchen und Metapher, Traum und Realität ganz im Geiste seiner Entstehungsperiode auf die Bühne. In den Fokus rückt sie Unterdrückung der weiblichen Sexualität im Zeitalter der Freud’schen Traumdeutung. Die Oper wurde 1901 im Nationaltheater Prag uraufgeführt und ist Dvoráks vorletztes Werk. Das Stück erzählt die Geschichte der Rusalka, einer Nixe, die durch einen Hexenzauber menschlich wird. So erst kann sich zwar ihre lang ersehnte Liebe zu dem Prinzen erfüllen, doch muss sie dafür verstummen. Der Prinz verstößt die Stimmlose und ist damit selbst dem Tode geweiht.

Wiederaufnahme 8. April 2016, 19:30 Uhr, Aalto-Theater, Weitere Vorstellungen 15. April; 5. Mai 2016, Aalto-Theater  PMAaThE

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Essen, Aalto Musiktheater, AIDA von Giuseppe Verdi: 27 Jahre Kult, IOCO Aktuell, 03.02.2016

März 4, 2016  
Veröffentlicht unter Aalto Theater Essen, Kritiken

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Aalto-Theater-Essen © IOCO

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AIDA – Farbenfrohe Abkehr von Pompösem

Essen / Aalto-Theater AIDA © Hamza Saad

Essen / Aalto-Theater AIDA © Hamza Saad

AIDA ist große Oper, Giuseppe Verdi einzigartiger Komponist. Nicht nur in Verona besitzt AIDA Kultstatus, auch im Aalto-Theater in Essen. In Verona inspiriert seit 100 Jahren die vom feinsinnigen ägyptischen Vizekönig Khedive Ismail Pasha in Auftrag gegebene klassische Volksoper AIDA. Ismail Pasha beauftragte Verdi 1870 für den astronomischen Betrag von 150.000 Goldfranken eine wahrhaft ägyptische Volksoper schreiben. Das Szenarium stammt von Auguste Mariette, Leiter der ägyptischen Antikenverwaltung, und, unbewiesen, aus einer alt-ägyptischen Papyrusrolle. Verdi jedenfalls schwärmt von seiner Ägyptenreise, als ihn die heiße Sonne inspirierte, die „glutvolle Thematik und das eigentümliche Wesen ägyptischer Volksweisen“ mit italienischem Belcanto-Kolorit zu füllen.

Essen / Aalto -Theater AIDA © Hamza Saad

Essen / Aalto -Theater AIDA © Hamza Saad

Dietrich Hilsdorfs inszenierte diese AIDA  in Essen bereits 1989. Dort wurde sie zu Kult und reizt auch 2016 mit grandioser Beleuchtung, farbenreicher Vielschichtigkeit und der Abkehr von Monumentalem. Eine modern-gefällige Anti-Kriegs-Sicht bietet Hilsdorf im Programmheft, wenn er die Handlung, wenig Verdi-treu, mit heutiger Rhetorik beschreibt: Ramphis facht dort „die kriegshetzerische Stimmung an“, „Vernichtungsauftrag wird in einem religiösen Akt abgesegnet“…. Doch mit farbig faszinierenden Bühnenbildern (Johannes Leiacker), auffälligen Lichteffekten und dunklen Schattenstrukturen (Jürgen Nase) verlässt Hilsdorf  allzu flachen Populismus und verleiht Verdis Belcanto-Oper einen lebendig differenzierenden Geist der heutigen Zeit. Hilsdorfs bleibende Neigung, Verdis AIDA mit Anti-Kriegs-Pathos zu verkleiden zeigt auch seine Bonner AIDA Inszenierung aus 2014.

Essen / Bühnenprospekt AIDA © IOCO

Essen / Bühnenprospekt AIDA © IOCO

Mit Beginn der Vorstellung stimuliert den Besucher bereits die Bildsprache eines riesigen  in weichen Farben gemalten Bühnenprospekts (Bild). Wüste, Pyramiden, Schilf und Palmen bilden sich darauf im sommerlichen Sonnenuntergang ab. Zu den zarten Lauten der Ouvertüre wandeln am Bühnenrand  Aida und Amneris in Prachtgewändern. Mit dem folgenden ersten Akt wird der Prospekt durch Lichteffekte durchsichtig, gibt dem Bühnebild mit aufregenden Schattenbildern lebendigen Charakter, wird zur Trennlinie von Liebe und Krieg. In einem großen einsichtigen Raum konspirieren planen Radames, Priester, Krieger. Hypnotische Faszination erzeugt auch das zweite Bild,  im welchem Radames das heilige Schwert erhält und den Gott Ptha den Feldzug segnen läßt.

Essen / Aalto Theater AIDA © Hamza Saad

Essen / Aalto Theater AIDA © Hamza Saad

Der kompositorisch einzigartige Triumph-Marsch, ein Höhepunkt von AIDA, verfällt in Hilsdorfs Inszenierung leider zum anbiedernden Anti-Kriegsplüsch. Zu großartigen Orchesterklängen und  AIDA-Trompeten defilieren nicht huldigende Kämpfer vor dem König. Stattdessen danken Priester aus den Rängen des Theaters, tanzen die Töchter gefallener Kämpfer RingelReihe, weihen Witwen ihre Kinder dem Krieg, feiern Industriemanager den Krieg, grüßen Veteranen mit Krücken, Jungfrauen überreichen dem König….. Zwei coole „Memphis Twins“ vertreiben tanzend Sorgen, dass Krieg doch etwas Schlechtes sein könnte. Texte, in Verdis Libretto nicht zu finden, sind gut gemacht und stärken die Authentizität der Bühnenhandlung als legitime Freiheiten moderner Inszenierungen. Mitreißend das letzte, sich im Unendlichen verlierende Bühnenbild, in welchem Aida mit ihrer Pace-Arie in dämonisch beklemmendem Halbdunkel Frieden für Radames und sich beschwört.

Das erfahrene Aalto-Ensemble meistert die hohen Anforderungen der Oper glänzend: Kelebogile Besong verleiht der vielschichtigen Partie der Aida mit romantisch-lyrischem Sopran, von zarten Piani hin zum dramatischen C einen ungewöhnlich reizvollen elegischen Klang; ihre Arie „O patria mia“ war ein Höhepunkt des Abends. Helena Zubanovich begegnet als Amneris dem lyrischen Duktus ihrer Gegenspielerin mit kultiviert dramatischem Mezzo.

Essen / Aalto Theater AIDA © Hamza Saad

Essen / Aalto Theater AIDA © Hamza Saad

Gaston Rivero gestaltet den Radames sicher mit verblüffend heller Tenorkraft. Die fordernde, frühe „Antrittsarie“ Celeste Aida meistert Rivero sicher und wohltimbriert, mitsamt des darin so gefürchteten hohen B. Tijl Faveyts ist als Hohepriester Ramfis ist mit schwerem Bass ebenso präsent wie Heiko Trinsiger mit wohlklingem Bariton als Amonasro und, aus den Rängen, Baurzhan Anderzhanov als König–Pharao. Yannis Pouspourikas leitet die Essener Philharmoniker mit gefühlsreicher Intensität. Zur zentralen Triumphszene des 2. Aktes gelingt Pouspourikas die komplexe Interaktion von Bühne und den in den Rängen des Aalto-Theaters verteilten großen Chöre (Patrick Jaskolka). So verbindet sich der Klangreichtum Verdis mit dem Bühnengeschehen und wird zu einem homogenen Gesamtwerk.

AIDA im Aalto-Theater, 1989 erstmals inszeniert, ist auch 2016 hochmodern, ansprechend und faszinierend. Ensemble, Chöre und Orchester wurden von den Besuchern lange und laut gefeiert.

IOCO / Viktor Jarosch / 04.04.2016

AIDA im Aalto-Theater: Weitere Vorstellungen am 1. Juli 2016, 10. Juli 2016

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Essen, Aalto Musiktheater, Weihnachtszeit: Mozarts ZAUBERFLÖTE, ab 10.12.2015

Dezember 8, 2015  
Veröffentlicht unter Aalto Theater Essen, Pressemeldung

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Aalto-Klassiker zur Weihnachtszeit: Mozarts „Zauberflöte“

Fünf Vorstellungen ab Donnerstag, 10. Dezember 2015

Der Mozart-Forscher Alfred Einstein brachte es auf den Punkt: „Die Zauberflöte gehört zu den Stücken, die ebenso ein Kind entzücken wie den Erfahrensten der Menschen zu Tränen rühren, den Weisesten erheben können. Jeder einzelne und jede Generation findet etwas anderes darin.“ Über die Wiederaufnahme der Oper am Aalto-Musiktheater dürfen sich daher junge Menschen ebenso freuen wie erfahrene Opernbesucher: Ab Donnerstag, 10. Dezember 2015, um 19:30 Uhr steht „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart wieder auf dem Spielplan. Weitere Vorstellungen folgen am 20. und 29. Dezember 2015 sowie am 2. und 10. Januar 2016. Unter der musikalischen Leitung von Yannis Pouspourikas und Johannes Witt sind viele Sängerinnen und Sänger des Aalto-Ensembles beteiligt, darunter Tijl Faveyts als Sarastro, Michael Smallwood als Tamino und Martijn Cornet als Papageno. Als Königin der Nacht ist die junge Sopranistin der Wiener Staatsoper Hila Fahima zu erleben, eine Rolle, mit der sie bereits an der Deutschen Oper Berlin sowie in Graz und Saint-Etienne glänzen konnte. An großen Häusern wie der Staatsoper Berlin und der Nederlandse Opera Amsterdam konnte sich auch Anna Lucia Richter profilieren, die in Essen die Rolle der Pamina übernimmt.

Aalto Musiktheater Essen / Die Zauberflöte © Gert Weigelt

Aalto Musiktheater Essen / Die Zauberflöte © Gert Weigelt

„Die Zauberflöte“ ist Mozarts letzte Oper, die 1791 nur wenige Wochen vor seinem Tod in Wien uraufgeführt wurde. Bis heute hat dieses Werk, das Märchen und Mythos, Freimaurerweisheit und vitale Komödie, Ernst und Spaß, Liebe, Lust und Eifersucht, Rätsel und Aufklärung, adelige Geisteshaltung und unterhaltsame Volkstümlichkeit, Feuer und Wasser, Tag und Nacht vereint, nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt.

Gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und der Stadtwerke Essen AG.

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Pressemeldung Aalto Musikheater Essen

Essen, Aalto Musiktheater, Premiere: DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN, 21.11.2015

November 9, 2015  
Veröffentlicht unter Aalto Theater Essen, Premieren, Pressemeldung

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Premiere: DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN

Oper in vier Akten und einem Vorspiel von Sergej Prokofjew
Dichtung vom Komponisten nach Carlo Gozzi
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere am 21. November 2015, 19:00 Uhr

Weitere Vorstellungen:
Do 26. 11. 2015 19:30 – 22:30 Uhr
Sa 28. 11. 2015 19:00 – 22:00 Uhr
Mi 02. 12. 2015 19:30 – 22:30 Uhr
So 06. 12. 2015 16:30 – 19:30 Uhr
Mi 09. 12. 2015 19:30 – 22:30 Uhr
Fr 11. 12. 2015 19:30 – 22:30 Uhr
Sa 19. 12. 2015 19:00 – 22:00 Uhr
Do 07. 01. 2016 19:30 – 22:30 Uhr
So 17. 01. 2016 18:00 – 21:00 Uhr
Fr 22. 01. 2016 19:30 – 22:30 Uhr
Do 26. 05. 2016 18:00 – 21:00 Uhr
So 05. 06. 2016 18:00 – 21:00 Uhr

Die surreale Märchenoper „L’Amour des trois oranges“ von Sergej Prokofjew wurde 1921 in Chicago uraufgeführt und weiß zwischen der avantgardistischen Moderne der Les Six und den klassischen Elementen der commedia dell’arte bestens zu unterhalten. Schon der Prolog zwischen den Tragikern, den Komikern, den Romantischen und den Hirnlosen, die sich alle etwas anderes vom aufzuführenden Stück wünschen, zeigt, welch theatrale Bandbreiten es gibt; die Sonderlinge versprechen nun ein Werk für alle, das sich alsdann farbenfroh in vier Akten ausbreitet. Die Musik vermag nicht nur in impressionistischen Tönen zu malen, sondern nutzt beißenden Witz und schillernde Ironie für eine irrational klingende Welt, die in ihrer bizarren Komik ein groteskes Klanguniversum mit virtuellem Leben und virtuosen Leitmotiven erfüllt. Das Werk stieß zunächst weitgehend auf harsche Kritik, doch der amerikanische Autor Ben Hecht erkannte bereits in der Uraufführung des satirischen Werkes die „charmant bezaubernde Launenhaftigkeit für das ungeschulte Ohr“. Die Inszenierung von Laurent Pelly, die 2005 in Amsterdam herauskam, setzt nun genau diese klangliche Kunstfertigkeit und „bezaubernde Launenhaftigkeit“ in opulente Bilder, die sich um Spielkarten drehen und so vom überdimensionierten Match zwischen dem Zauberer Tschelio und der Hexe Fata Morgana bis hin zum einstürzenden Kartenhaus am Ende des zweiten Aktes zwischen Konkretion und Symbolik vermitteln. Zauberschloss und Zeremonienmeister, Windteufel und Witzbold, Riesenorangen und Rattenverwandlung – diese Oper präsentiert alles, da der kranke Prinz nur durch Lachen geheilt werden kann!

Eine Produktion der Nationalen Oper Amsterdam.

Musikalische Leitung Yannis Pouspourikas, Tomás Netopil
Inszenierung Laurent Pelly
Bühne Chantal Thomas
Kostüme Laurent Pelly
Licht Joël Adam
Choreografie Laura Scozzi
Dramaturgie Christian Schröder
Choreinstudierung Patrick Jaskolka

BESETZUNG:
Der König Treff: Tijl Faveyts
Der Prinz: Alexey Sayapin
Die Prinzessin Clarisse: An De Ridder
Leander: Heiko Trinsinger
Truffaldino: Albrecht Kludszuweit
Pantalon: Martijn Cornet
Der Zauberer Tschelio: Bart Driessen
Fata Morgana: Teiya Kasahara
Linetta: Marie-Helen Joël
Nicoletta: Christina Hackelöer
Ninetta: Christina Clark
Die Köchin: Baurzhan Anderzhanov
Farfarello: Georgios Iatrou
Smeraldina: Leonie van Rheden
Der Zeremonienmeister: Martijn Cornet
Der Herold: Georgios Iatrou

……………..

Einführungsmatinee & „It’s Teatime“

Vor der Premiere haben Sie gleich zweimal die Gelegenheit, sich mit „Die Liebe zu den drei Orangen“ vertraut zu machen. In der großen Einführungsmatinee erhalten Sie spannende Einblicke in die Produktion, zudem dürfen Sie sich auf zahlreiche musikalische Kostproben freuen. Fünf Tage später laden Fräulein Vorlaut und Miss Betterknower zur „Teatime“ und plaudern unter dem Motto „‚Die Liebe zu den drei Orangen‘ – mehr als eine Fata Morgana“ über Sergej Prokofjews Oper.

Einführungsmatinee: Sonntag, 8. November 2015, 11:00 Uhr, Aalto-Theater

„It’s Teatime“: Freitag, 13. November 2015, 16:30 Uhr, Aalto-Cafeteria

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