

Aalto Theater Essen
DER LIEBESTRANK (L’ELISIR D’AMORE) von Gaëtano Donizetti
Premiere Samstag, 2. Juli 2011, 19.00 Uhr
Weitere Vorstellungen: 5., 8., 10., 16. Juli
Karten unter 8122 200 und tickets@theater-essen.de
Musikalische Leitung Guillermo García Calvo
Inszenierung Andreas Baesler
Bühne Harald Thor
Kostüme Gabriele Heimann
Choreinstudierung Alexander Eberle
Adina Liana Aleksanyan
Nemorino Andreas Hermann
Belcore Heiko Trinsinger
Dulcamara Roman Astakhov
Gianetta Christina Clark
Zum Werk:
Wer kennt sie nicht, die Romanze von der heimlichen Träne, “Una furtiva lagrima”, die Paradenummer aller lyrischen Tenöre von Caruso über Gigli und Pavarotti bis Flórez, die dem liebeskranken Nemorino ihre Stimme geliehen haben. Dass er bei seinen Therapieversuchen auf einen argen Quacksalber hereinfällt, gehört zur Logik einer komischen Oper. Und dass die Quacksalber von gestern und vorgestern nicht unbedingt mit der Jahrmarktskutsche über Land zogen, sondern manch eingebildeten Kranken in einem teuren Sanatorium über den Löffel balbierten, gehört wiederum zur Logik der Inszenierung von Andreas Baesler. Denn der hat Gaëtano Donizettis Oper geschickt aus ihrem etwas tumben bäuerlichen Milieu herausgeholt und in die Upper Class des vorigen Jahrhunderts verpflanzt.
Aus der reichen Grundbesitzerin Adina ist nun der verwöhnte Gast des Nobel-Etablissements von Dottore Dulcamara geworden, wo Nemorino nicht als unglücklich verliebter, mittelloser Schafhirt, sondern als ebenso unglücklich verliebter, ebenso mittelloser Hotelpage wirkt.
Stilistisch hat diese Oper Donizettis mit der plappernden Opera buffa, die er so oft bediente, wenig zu tun – kein Wunder, geht sie doch auf ein Stück des französischen Edel-Librettisten Eugène Scribe zurück, und so gibt sie sich auch musikalisch etwas lyrischer und feinsinniger, aber deswegen nicht weniger melodiös und unterhaltsam.
Produktionsteam und Gäste:
Guillermo García Calvo (Musikalische Leitung) wurde in Madrid geboren und absolvierte seine Ausbildung an der Musikuniversität in Wien wie als Assistent von Iván Fischer und von Christian Thielemann. Seit 2003 ist er eng mit der Wiener Staatsoper verbunden, wo er für die Einstudierung von über fünfzig Werken aus dem Opernrepertoire verantwortlich zeichnet(e). Am Aalto-Theater stand er bei “I puritani”, “Nabucco” und “La Bohème” am Pult.
Andreas Baesler (Regie) kann auf mehr als hundert Inszenierungen im Musik- wie im Sprechtheater verweisen, u.a. an der Hamburgischen Staatsoper, in Stuttgart, Luxemburg, Nancy, an der Opéra du Rhin Strasbourg, bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern sowie der RuhrTriennale. Von 1996 bis 1999 war er Direktionsmitglied am Luzerner Theater, von 2000 bis 2002 Operndirektor am Volkstheater Rostock und von 2004 bis 2008 Chefregisseur am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen. Am Aalto-Theater inszenierte er “L?italiana in Algeri” und “Nabucco”.
Harald Thor (Bühne) Seine rund 150 szenografischen Arbeiten führten ihn von Schauspielhäusern in Hamburg und Zürich über Opernhäuser in München, Wien, Basel bis hin zum Opernhaus in Seoul. Mehrere Jahre lang war er als Ausstattungsleiter und Bühnenbildner an der Staatsoper in München engagiert. Harald B. Thor ist auch als Scenic Art Supervisor für Walt Disney Productions und als Architekt von Konzertsälen tätig.
Gabriele Heimann (Kostüme) ist seit 1987 als freischaffende Kostüm- und Bühnenbildnerin tätig. Regelmäßige Zusammenarbeit u.a. mit Detlef Heusinger, etwa bei “Don Pasquale” und “Samson und Dalila” in Biel/Solothurn, mit Rosamund Gilmore, etwa “Tantalus lächelt” an der Alten Oper Frankfurt oder “Einmarsch” bei den Wiener Festwochen. Am Musiktheater im Revier entwarf sie die Kostüme für Sir Michael Tippetts “Der Irrgarten” und “Die Fledermaus”, beides in der Regie von Peter Theiler.
Liana Aleksanyan (Adina), in Armenien geboren, war von 2008 bis 2010 Ensemblemitglied des Staatstheaters Braunschweig, wo sie u.a. als Violetta (“La traviata”), Mimì (“La Bohème”), Desdemona (“Otello”), Tatjana (“Eugen Onegin”), und Lucia (“Lucia di Lammermoor”) zu erleben war. Weitere Engagements führten sie an das Volkstheater Rostock, die Komische Oper Berlin, die Oper Köln und die Hamburgische Staatsoper. Zu Beginn dieser Spielzeit wechselte sie an das Aalto-Theater, wo sie bereits als Pamina, Luisa Miller und Donna Anna zu erleben war.
Roman Astakhov (Dulcamara) Der junge russische Bassist schloss 2004 seine Gesangsausbildung an der Russischen Theaterakademie und am Moskauer Opernzentrum ab. Seither war er im Moskauer Tschaikowsky-Konzertsaal, im Amsterdamer Concertgebouw und an der Oper Prag zu hören. An der Oper Leipzig sang er u.a. Basilio (“Il barbiere di Siviglia”), Komtur (“Don Giovanni”) und Sarastro (“Die Zauberflöte”). Als Dulcamara gibt Roman Astakhov nun sein Aalto-Debüt, wo er mit Beginn der nächsten Saison Ensemblemitglied wird.