Essen, Aalto Ballett Theater, Der Nussknacker – Verträumt, Verspielt, Verwunschen, IOCO Kritik, 22.12.2016

Dezember 23, 2016  
Veröffentlicht unter Aalto Ballett Theater, Ballett, Hervorheben, Kritiken

aalto_logo.jpg
Aalto Theater Essen

Aalto Theater / Ballett - Der Nussknacker - Familie Rattenstein besucht die Stahlheims © Bettina Stoess

Aalto Theater / Ballett – Der Nussknacker – Familie Rattenstein besucht die Stahlheims © Bettina Stoess

Der Nussknacker von Peter Tschaikowski

Verträumt, Verspielt, Verwunschen

Von Viktor Jarosch

Der Nussknacker, das von E.T.A. Hoffmann 1816 geschriebene Kunstmärchen um Erwachsenen- und Kinderwelten, über Träume und Wirklichkeiten formte Modest Tschakowski zu einem Theaterstück, vertonte Bruder Peter Tschaikowski. 1892 in St. Petersburg uraufgeführt ist der Nussknacker mit seinen Träumen bis heute aktuell, ist eines der populärsten Ballette der Musikgeschichte.

Aalto Theater Essen / Ballett - Der Nussknacker - Clara und Louise träumen in ihrer Welt © Bettina Stoess

Aalto Theater Essen / Ballett – Der Nussknacker – Clara und Louise träumen in ihrer Welt © Bettina Stoess

Tschaikowskis Werke, gleichgültig ob in klassischer oder moderner Choreographie, sind  nahezu immer Publikumslieblinge; sie stellen aber auch  hohe Ansprüche an tänzerische wie schauspielerische Fähigkeiten  der Darsteller. Die Erwartung voller Häuser und schneller Gewinne   lockt auch zweitklassige Compagnien, deren Niveau für Tschaikowskis Werke  oft nicht reicht. Die einfache Lösung der Überforderung: Schwierige Stellen der Musik werde gestrichen oder durch andere Komponisten ersetzt. Man lerne: Ein Nussknacker hat gelegentlich mit Tschaikowski nur noch am Rande zu tun. So prüfe, bevor man sich bindet!

Das Aalto Ballett Essen und Ballettchef Ben Van Cauwenbergh tanzen in der Spitzenliga deutscher Ballettcompagnien. Hohe Auslastung sind sichtbares Wahrzeichen  überregionaler Wertschätzung des Aalto Ballett; mit modernem und klassischem Handlungsballett. Choreographien des Aalto Ballett gerne auch an anderen großen Theatern Europas getanzt.

Aalto Theater Essen / Ballett - Der Nussknacker - Der Schneeflockenwalzer © Bettina Stoess

Aalto Theater Essen / Ballett – Der Nussknacker – Der Schneeflockenwalzer © Bettina Stoess

Gefragt, warum er die so weit bekannte Geschichte um den Nussknacker neu erzählen möchte, zeigt van Cauwenbergh große Nähe zu kleinen Besuchern: „Der Nussknacker wurde 2007 zum letzten Mal in Essen gespielt; ich sehe es als meine Pflicht an, das Stück wieder zu präsentieren: Das Publikum braucht es, das Haus braucht es und für unsere Compagnie ist es wichtig einen Klassiker zu tanzen“. Wo sieht Van Cauwenbergh die Schwerpunkte seiner neuen Choreographie: „Ich finde es wichtig, daß Publikum immer neu zu begeistern. Meines Erachtens ist der Nussknacker, obwohl er dem Stück seinen Namen gibt, nicht die Hauptfigur. Mein Fokus (NB: „in meiner Choreographie“) liegt auf den Kinderfiguren Clara und Louise, ist der Prinz bei uns als Karl von Beginn an Teil der Geschichte, ist der Patenonkel Drosselmeier kein alter Mann sondern eine echte, tänzerische Figur, die eine zentrale Rolle spielt. Ich möchte die Welt der Kinder aus verschiedenen Blickwinkeln darstellen, Kinder ins Theater holen, Kinder auf die Bühne bringen“. Van Cauwenbergh weiß, wovon er spricht: Den Nussknacker hat er oft selbst getanzt und mehrfach choreographiert.

So schwelgt der Nussknacker im Aalto – Theater in farbiger Opulenz; unzählige Bilder führen zart wie humorvoll in die Welten von Kindern: In der festlichen Villa der Stahlbaums in schneeverhangenem Winter (Bild) trifft Familie Rattenstein in flottem Auto ein. Mutter Stahlbaums Plan: Tochter Louise soll mit Herrmann verkuppelt werden; es gilt eine gesellschaftlich perfekte Familie zu zeigen. Geschenke werden getauscht, man flaniert. Doch bald zeigt die Beziehung Risse; nicht nur wegen des ständig über ein Tigerfell oder anderes stolpernden Hausdiener (Tomas Ottych), alias Butler James aus Dinner for One, der auch das Auto der Rattensteins in betäubenden Knall „zerlegt“. Sekt wird getrunken, eine scheinbar coole Party mit atemberaubenden 40 Tänzern, 120 unterschiedlichen Kleidern, Anzügen und 45 verschiedenen Kopfbedeckungen (Ulrich Lott, Regina Weilhart) nimmt Fahrt auf. Doch Hermann kann Louise (Yanelis Rodriguez) nicht gewinnen: In Van Cauwenberghs Inszenierung verliebt sich Louise in Karl (Aidos Zakan), den ebenfalls eingeladenen Neffen von Patenonkel Drosselmeier. Drosselmeier schenkt der jüngeren Tochter Clara (Laura Kubicko) einen Nussknacker, um den sich mit Rattensteins heftig gestritten wird, bis diese empört das Fest verlassen.

Aalto Theater Essen / Ballett - Der Nussknacker - Der Hausdiener fotografiert die Festgesellschaft © Bettina Stoess

Aalto Theater Essen / Ballett – Der Nussknacker – Der Hausdiener fotografiert die Festgesellschaft © Bettina Stoess

Louise liest Clara eine Geschichte vor; beide fallen in einen tiefen Schlaf voll weihnachtlicher  Traumwelten.  Der Nussknacker steht unbeachtet; ein riesiger Weihnachtsbaum voller Geschenke leuchtet im Hintergrund; der Hausdiener schiesst“ mit einem Fotoapparat die Festgesellschaft und schläft auch auf dem Tigerfell ein. Claras verspielte Traumwelten beginnen zu blühen: Ein Riesenpendel symbolisiert die Zeit; ein Kampf der Nussknacker gegen eine Rattenhorde wird durch eine „Riesenrattenfalle“ etwas unernst  entschieden; Projektionen vermitteln weihnachtliches Alpenglühen; der Hausdiener „James“, in schwarzem Frack, zieht auf Schlittschuhen weite Kreise über die Bühne.

Aalto Theater Essen / Der Nussknacker - Wataru Shimizu tanzt den Trepak © Bettina Stoess

Aalto Theater Essen / Der Nussknacker – Wataru Shimizu tanzt den Trepak © Bettina Stoess

Den Weg durch die Traumwelten zeichnet Van Cauwenbergh mit üppigen Projektionen und  Charme wie Humor auf der Bühne: Carla, Louise auf ein einem Boot, Drosselmeier, nun ein Zauberer mit züngelnder Kappe und weit wehendem Umhang (Moisés León Noriega) begleitet sie. Eine Wassernixe schwimmt vorbei, verwunschene Figuren steigen auf und entschwinden.  Der Zauberer führt Louise und Karl sanft durch Schneegestöber in das Reich der Süßigkeiten und verheiratet sie. Carla erlebt die mitreißenden tänzerischen Höhepunkte der Nussknacker-Komposition zu wechselnden Blumen-Projektionen: Den herrlich choreographierten Spanischen, Arabischen und Chinesischen Tanz, den mitreißend akrobatischen russischen Trepak (Wataru Shimizu), den Tanz der Rohrflöten, den Tanz der Zuckerfee…. verzaubernd vorgetragen von den Solisten und dem Corps de ballet des Aalto Ballett Essen sowie Schülerinnen des Ballett-Studio Roehm. Die Essener Philharmoniker unter Yannis Pouspourikas fügen sich zart wie feurig in die Traumwelten von Clara und Louise; Kastagnettenrasseln, silbern klingelnde Celesta, anmutige Violinsoli im Blumenwalzer verzaubern mit Tschaikowskis  betörender Klangpalette das Aalto Theater.

Aalto Theater Essen / Ballett - Der Nussknacker - Kinder des Ballett Studio Roehm © Bettina Stoess

Aalto Theater Essen / Ballett – Der Nussknacker – Kinder des Ballett Studio Roehm © Bettina Stoess

So zeigt sich der Nussknacker im Aalto-Theater Essen als Kindern gewidmetes, unaufgesetzt verträumtes Weihnachtsmärchen, welches auch den meist Erwachsenen unbändige Freude bereitet. Die Choreographie Ben Van Cauvenberghs bringt Humor und Zärtlichkeiten gepaart mit tänzerischer Virtuosität  auf die Bühne; neue Deutungen werden in Essen nicht versucht. Die meist großen Besucher waren begeistert: Bewiesen durch großen, lauten Beifall des ausverkauften Hauses.

Der Nussknacker im Aalto Theater Essen; weitere Vorstellungen 25., 29. Dezember 2016; 1., 8., 15. Januar 2017.

Theater & Philharmonie Essen – Karten Hier :
Karten Kaufen

Essen, Aalto Ballett Theater, Premiere – Il barbiere di Siviglia von Gioacchino Rossini, 04.06.2016

aalto_logo.jpg
Aalto Theater Essen

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Aalto-Theater-Essen © IOCO

 Il barbiere di Siviglia von Gioacchino Rossini

Dichtung von Cesare Sterbini

Premiere: 4. Juni 2016, weitere Vorstellungen 9.6.2016; 18.6.2016; 22.6.106; 24.6.2016; 26.6.2016; 30.6.201; 3.7.2016;.7.7.2016; 16.9.2016; 24.9.2016; 30.10.2016; 20.11.2016

Die Geschichte ist vermutlich so alt wie das Genre der Komödie selbst: Ein älterer Mann will eine junge Frau heiraten, die ihrerseits einen Jüngeren liebt. Das junge Paar findet sich, der ältere Mann wird düpiert. Doch wohl niemand hat diese Geschichte hinreißender erzählt als Gioacchino Rossini, denn er lässt darin eine Figur auftreten, die für Turbulenzen und Wirbel sorgt wie kaum eine Opernfigur davor oder danach – eben Figaro, den Barbier von Sevilla. Mit Witz, Ideenreichtum, Mut und dem Herzen am rechten Fleck spinnt er die nötige Intrige, um dem richtigen Paar zum Glück zu verhelfen. Dabei hatte es bei der Uraufführung noch gar nicht nach einem großen Triumph ausgesehen. Rossini war 1815 nach Rom bestellt worden, um dort seine Oper Torvaldo e Dorliska zur Uraufführung zu bringen. Der große Erfolg sorgte für einen weiteren Kompositionsauftrag, und rasch fiel die Wahl auf eine wahrhaft revolutionäre Komödie: „Le Barbier de Séville“ des französischen Dichters Beaumarchais. Eine Katze auf der Bühne, der unglückliche und blutige Sturz eines Hauptdarstellers und die Antipathie der Rossini Gegner ließen die Premiere zu einem der berühmtesten Fiaskos der Opernhistorie werden, dem mit der umjubelten zweiten Aufführung dann eine der berühmtesten Erfolgsgeschichten des Theaters folgte. Während ringsum schon die Romantik aufbrauste, blieb Rossini Klassizist: Die atemberaubenden Koloraturen in den Arien, der unwiderstehliche rhythmische Schwung – alles scheint wie mit leichter Hand hingeworfen. Damit führte Gioacchino Rossini die Tradition der opera buffa zu ihrer Vollendung. Und schon Heinrich Heine, einer der ersten prominenten deutschen Rossini-Verehrer, prophezeite: “Die Verächter italienischer Musik werden einst in der Hölle ihrer wohl verdienten Strafe nicht entgehen.

Musikalische Leitung Giacomo Sagripanti, Inszenierung Jan Philipp Gloger
Bühne Ben Baur, Kostüme Marie Roth
Dramaturgie Christian Schröder, Choreinstudierung Patrick Jaskolka

Graf Almaviva Juan José de Léon, Figaro Georgios Iatrou
Bartolo Baurzhan Anderzhanov, Rosina Karin Strobos
Don Basilio Tijl Faveyts, Fiorillo Kai Preußker, Berta An De Ridder
Ein Offizier Harald Wittkop

Einführungsmatinee am 29. Mai 2016, Regisseur, Dirigent und Sänger am Sonntag, 29. Mai 2016, um 11 Uhr zu Gast

Paris / Grabmal Gioacchino Rossini © IOCO

Paris / Grabmal Gioacchino Rossini © IOCO

Eine Woche vor der Aalto-Premiere von Gioacchino Rossinis Oper Il barbiere di Siviglia gibt es in der Einführungsmatinee bereits erste Einblicke in die Musik und die Inszenierung. Am Sonntag, 29. Mai 2016, um 11 Uhr können Chefdramaturg Christian Schröder und Dramaturg Markus Tatzig im Aalto-Theater zahlreiche Gäste begrüßen, die an dieser Produktion beteiligt sind. So wird Regisseur Jan Philipp Gloger seinen Inszenierungsansatz erläutern, Dirigent Giacomo Sagripanti erzählt Wissenswertes zur Musik. Für die musikalischen Kostproben sorgen Georgios Iatrou (Figaro), Karin Strobos (Rosina) und Juan Rosé de León (Graf Almaviva).

Theater & Philharmonie Essen – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Pressemeldung Aalto Theater

Essen, Aalto Ballett Theater Essen, Premiere Ballett – Archipel von Jiri Kylian, 23.04.2016

 

aalto_logo.jpg
Aalto Theater Essen

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Premiere: Archipel – Ballettabend – Werke von Jiri Kylian

Wiederaufnahme in der Spielzeit 2016/2017 1. Dezember 2016,  Weitere Vorstellungen 8. Dezember 2016; 3., 23. Februar; 20. April; 19. Mai 2017

Musik von Heinrich I. F. Biber, John Cage, Philip Glass, Johann Sebastian Bach, Dirk Haubrich und Wolfgang Amadeus Mozart

Choreographie Jirí Kylián, Bühne Michael Simon, Jirí Kylián, Kostüme Joke Visser, Jirí Kylián, Licht Michael Simon, Kees Tjebbes, Jirí Kylián, Joop Caboort, Dramaturgie Christian Schröder

Der tschechische Choreograph Jirí Kylián gehört zu den prägenden, ja legendären Persönlichkeiten der internationalen Tanzszene. Ausgebildet am Prager Konservatorium, erhielt er 1967 ein Stipendium für ein Studium an der Royal Ballet School in London, wo er sich mit sämtlichen Stilen und Innovationen des klassischen wie modernen Tanzes vertraut machen konnte. Kein Geringerer als John Cranko ermutigte ihn zu eigenen Choreographien. 1973 begann seine jahrzehntelang währende Zusammenarbeit mit dem Nederlands Dans Theater, dessen künstlerischer Direktor er 24 Jahre lang blieb. Sein fließender, sich stets aus der Musik heraus entfaltender Tanzstil entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer abstrakteren, oft surreal geprägten Bühnensprache – zuletzt jedoch entstanden wieder von heiterer Gelassenheit durchzogene Choreographien. Mit dem Abend Archipel  präsentieren Ben Van Cauwenbergh und das Aalto Ballett Essen einen exklusiven und repräsentativen Querschnitt der bahnbrechenden Tanzstücke: Wings of wax aus dem Jahr 1997 ist eine poetische Erforschung der sich stetig wandelnden menschlichen Beziehungen. Während hier auf ein musikalisches Spektrum von Bach bis Philip Glass zurückgegriffen wird, ist die Komposition von Dirk Haubrich für „27’52“ durch den Klangkosmos Gustav Mahlers inspiriert. Petite Mort gehört zu einer Sammlung von Balletten, die 1991 anlässlich des 200. Todestages von Wolfgang Amadeus Mozart im Rahmen der Salzburger Festspiele uraufgeführt wurden. Von Mozarts Musik ist auch die Choreographie Sechs Tänze inspiriert: 1986 uraufgeführt ist sie damit die älteste der hier versammelten Kreationen. So formt sich ein ebenso poetischer wie aufwühlender Tanzabend, der zudem ein wichtiges Stück Tanzgeschichte Revue passieren lässt.

Zu jeder Vorstellung von Archipel  bieten wir Ihnen jeweils eine halbe Stunde vor Beginn einen Einführungsvortrag im Foyer an.

Wiederaufnahme in der Spielzeit 2016/2017 1. Dezember 2016,  Weitere Vorstellungen 8. Dezember 2016; 3., 23. Februar; 20. April; 19. Mai 2017

Theater & Philharmonie Essen – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Pressemeldung Aalto Theater

Essen, Aalto Theater Essen, Ballettpremiere ROMEO UND JULIA, 01.11.2014

Oktober 29, 2014  
Veröffentlicht unter Aalto Ballett Theater, Premieren, Pressemeldung

aalto_logo.jpg
Aalto Theater Essen

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Ballettpremiere 1. November 2014:

Romeo und Julia  von Sergej Prokofjew

Premiere 1. November 2014, Weitere Vorstellungen 9., 19., 21., 28., 30. November; 28. Dezember 2014; 3., 14., 16., 22. Januar 2015, Einführungsmatinee 26. Oktober 2014

Im Zentrum der ersten Ballettpremiere dieser Spielzeit steht das wohl berühmteste und zugleich tragischste Liebespaar der Weltliteratur. Die bedingungslose Liebe von Romeo und Julia war Anregung für unzählige Komponisten, doch ist es die Ballettkomposition von Sergej Prokofjew, die sich unübertroffen mit Shakespeares Liebestragödie vereint hat. Sie wurde zu einem der bedeutendsten Ballette und zur Inspirationsquelle vieler Choreographen. Die musikalische Geschichte reizte auch Ballettintendant Ben Van Cauwenbergh zu einer Neuinterpretation, die ab Samstag, 1. November mit Breno Bittencourt und Yanelis Rodriguez in den Hauptrollen im Aalto-Theater zu erleben ist.

Mit viel Gespür für die nuancenreichen Emotionen zwischen träumerischer Liebe, komischen Szenen und expressiven Feindschaftsbekundungen macht Van Cauwenbergh die Tragödie um Liebe, Eifersucht, Hass, Vergebung und Tod mit allen Sinnen erlebbar.

„Lebendige Menschen können tanzen. Sterbende tanzen nicht im Liegen.“ Sergej Prokofjew

Denkmal der Julia im Casa di Giullietta_Verona © IOCO

Denkmal der Julia im Casa di Giullietta_Verona © IOCO

Die bedingungslose Liebe von Romeo und Julia inspirierte unzählige Komponisten von Bellini über Gounod bis hin zu Tschaikowski und Bernstein. Doch ist es Prokofjews Ballettkomposition, die sich unübertroffen mit Shakespeares Liebestragödie vereint hat. Prokofjew war auf der Suche nach etwas Lyrischem, als ihm Shakespeares berühmtestes und zugleich tragischstes Liebespaar in den Sinn kam: Romeo und Julia. Doch die Verwandlung des literarischen Meilensteins aus dem Jahr 1596 zum großen Handlungsballett drohte zu scheitern, denn „lebendige Menschen können tanzen. Sterbende tanzen nicht im Liegen“. Wenn Romeo nur etwas früher ankäme und Julia noch lebend vorfände, könnte die Geschichte ein Happy End haben. Prokofjew war zu allem bereit, um das choreographische Problem zu beheben und seinem Ballett zum Erfolg in seiner Heimat zu verhelfen. Letztendlich entschloss er sich jedoch zur Werktreue und fand die Lösung für das tödliche Finale in einem überwältigend-anrührenden Klangkosmos. Das Ineinandergreifen von weltliterarischem Stoff und hochemotionalem musikalischen Ausdruck macht Romeo und Julia zu einem der bedeutendsten Ballette. Durch zart-träumerische Liebesthemen, expressiv-dröhnende Feindschaftsbekundungen und dramatische Gefechtsszenen wird Shakespeares Tragödie um Liebe, Eifersucht, Hass, Vergebung und Tod mit allen Sinnen erlebbar gemacht. Die Interpretation von Ballettintendant Ben Van Cauwenbergh verbindet die Historizität des Shakespeare-Stoffes und die Unmittelbarkeit der musikalischen Sprache Prokofjews mit zeitgenössisch-klassischem Tanzvokabular und schafft so einen zeitlosen Ballettabend, in dem der Tod die Liebe am Leben hält.

Choreographie Ben Van Cauwenbergh, Musikalische Leitung Yannis Pouspourikas
Bühne und Kostüme Thomas Mika
Licht Kees Tjeebes, Orchester Essener Philharmoniker

Premiere 1. November 2014, Weitere Vorstellungen 9., 19., 21., 28., 30. November; 28. Dezember 2014; 3., 14., 16., 22. Januar 2015, Einführungsmatinee 26. Oktober 2014

Theater & Philharmonie Essen – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Pressemeldung Aalto Theater Essen

Nächste Seite »