Essen, Aalto Ballett Theater Essen, Wiederaufnahme Hoffmanns Erzählungen, 10.09.2016

Juli 11, 2016  
Veröffentlicht unter Aalto Theater Essen, Pressemeldung

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Aalto Theater Essen

Aalto Theater Essen / Hoffmanns Erzählungen © Thilo Beu

Aalto Theater Essen / Hoffmanns Erzählungen © Thilo Beu

 Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach

Wiederaufnahme 10. September 2016 18 Uhr, weitere Vorstellungen 18.9.2016, 02.10.2016, 24.11.2016, 20.1.2017

 Jacques Offenbach Zeichnung © Albrecht Schneider

Jacques Offenbach Zeichnung © Albrecht Schneider

Mit einem Meisterwerk der französischen Oper startet das Aalto-Musiktheater in die neue Spielzeit: Jacques Offenbachs Les Contes d’Hoffmann (Hoffmanns Erzählungen), inszeniert von Dietrich W. Hilsdorf, feiert am 10. September 2016, seine Wiederaufnahme. Der Komponist vertonte in seiner Fantastischen Oper das 1851 uraufgeführte gleichnamige Theaterstück von  Jules Barbier und Michel Carré.

Die beiden Dichter verbanden Motive aus E.T.A. Hoffmanns literarischem OEuvre mit dessen fiktiver Biografie. Dabei geht es um vier große unglückliche Lieben des Poeten, der sich als jugendlicher Liebhaber mit einer seelenlosen Puppe täuschen lässt, die Liebe seines Lebens in einer todgeweihten Sängerin findet, schließlich bei einer Kurtisane Trost sucht, ehe sich angesichts seiner Trunksucht auch sein letztes Ideal von ihm abwendet. Treu bleibt ihm nur die Muse.

Hilsdorf hat für das Aalto-Theater eine eigene Spielfassung erstellt, die sich am Usus der Entstehungszeit und wohl auch an den Intentionen des Komponisten ausrichtet. In der Titelpartie ist der französische Tenor Sébastien Guèze zu erleben. Weitere wichtige Rollen übernehmen Baurzhan Anderzhanov (Lindorf, Coppélius, Doktor Miracle, Dapertutto), Elena Sancho Pereg (Olympia), Jessica Muirhead (Antonia), Katrin Kapplusch (Giulietta) und Marie-Belle Sandis (Muse, Nicklausse). Die musikalische Leitung hat Friedrich Haider.

Wiederaufnahme 10. September 2016, 18:00 Uhr, Weitere Vorstellungen 18. September; 2. Oktober; 24. November 2016;  20. Januar 2017

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Pressemeldung Aalto Theater

Düsseldorf, Robert Schumann Saal, Klavierfestival Ruhr 2016 – Die schöne Magelone, 06.07.2016

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KLAVIER-FESTIVAL RUHR 2016

Robert Schumann Saal   

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Robert Schumann Saal im MPK Düsseldorf © Christoph Schuknecht

Johannes Brahms – Die schöne Magelone
M. Goerne – N. Angelich – U. Matthes

Es ist wieder einmal geschafft. Das erfolgreiche, immer an Höhepunkten reiche Festival, geht für dieses Jahr seinem Ende entgegen. Am 8.7. findet das Abschluss-Konzert (Jazz-Line) im Recklinghauser Ruhrfestspielhaus statt, mit Till Brönner und seinen Piano-Friends. Zwei Tage später ist in der Essener Philharmonie das 1. Stiftungskonzert zu Gunsten des Klavierfestivals zu erleben. Es wird gestaltet von Martha Argerich und Daniel Barenboim.

Klavierfestival Ruhr 2016 / Goerne, Matthias © Marco Borggreve

Klavierfestival Ruhr 2016 / Goerne, Matthias © Marco Borggreve

Doch vorher, genauer gesagt am 6. Juli, konnte man eine nicht all zu häufig aufgeführte Liedersammlung im Schumann-Saal des Düsseldorfer Kunstpalastes erleben. Zur Aufführung kam der Liederzyklus Die schöne Magelone von Johannes Brahms.

Die Jahrhunderte alte Geschichte des Ritters Peter aus der Provence und der schönen Königstochter Magelone kam ursprünglich aus maurischen Quellen. Es wurde schon im 15. Jahrhundert “christianisiert“ und ein Jahrhundert später am kursächsischen Hof ins Deutsche übersetzt. Ludwig Tieck, der große Sammler und Schöpfer romantischer Märchen, entdeckte es wieder.

Brahms fand Gefallen daran und begann 1861 mit der Komposition. Die Uraufführung war 1869 in Hamburg, mit Brahms selber als Klavierbegleiter. Die 15 Romanzen des Zyklus sind heute fester Bestandteil im Repertoire des Liedgesanges. Nun nahmen sich im Rahmen des Klavierfestivals drei hochkarätige Künstler des schönen, aber auch schwierigen Werkes an.

Klavierfestival Ruhr 2016 / Matthes, Ulrich © Privat

Klavierfestival Ruhr 2016 / Matthes, Ulrich © Privat

Der Berliner Schauspieler Ulrich Matthes, einer unserer bedeutenden Mimen und glänzender Interpret schwierigster Charaktere, sprach die hochromantischen Texte Tiecks, klar artikuliert, exzellent textverständlich, aber ein wenig zu nüchtern. Ein Quäntchen Pathos, wäre dieser Prosa gut bekommen.

Die Textverständlichkeit fehlte dem außerordentlichen Lied- und Opernsänger Matthias Goerne an diesem Abend nicht durchwegs, aber besonders in den dramatischen Ausbrüchen, die auch manchmal etwas laut gerieten. Was bei ihm immer wieder beeindruckt, ist seine musikalische Gestaltung und das außerordentliche technische Fundament der Stimme, die wesentlich schwerer geworden ist, aber dadurch trotzdem nicht ihre Pianokultur und Legatokunst verloren hat.

Klavierfestival Ruhr 2016 /Angelich, Nicholas © Stephane de Bourgies

Klavierfestival Ruhr 2016 /Angelich, Nicholas © Stephane de Bourgies

Der dritte im Bunde war der Pianist Nicholas Angelich, der nun schon zum vierten Mal Gast des Klavierfestivals war. Angelich ist nicht nur ein aufmerksamer Klavierbegleiter, sondern auch ein geschätzter Kammermusiker.

Diese angeführten Attribute konnte er, sowie seine durchaus hörbare Affinität zur Musik von Brahms, an diesem Abend eindrucksvoll demonstrieren.

Das Publikum zeigte sich begeistert und freute sich, wie auch die drei Künstler, die sich umarmten und herzten, ob des herzlichen Beifalls.  IOCO / UGK 06.07.2016

 

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Essen, Philharmonie Essen, Lucia di Lammermoor mit Diana Damrau, 29.05.2016

Juni 1, 2016  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Philharmonie Essen

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Philharmonie Essen

Philharmonie Essen / Diana Damrau mit Mann Nicolas Testé © Saad Hamza

Philharmonie Essen / Diana Damrau mit Mann Nicolas Testé © Saad Hamza

Lucia di Lammermoor,   konzertant
Chor und Orchester des Teatro Regio di Torino,
Gianandrea Noseda Diana Damrau, Sopran

Einen Abend lang (der noch länger hätte sein können) wurde die Essener Philharmonie zu einem Belcanto-Tempel. Das “Teatro Regio di Torino“ gastierte mit Chor, Orchester und einer respektablen Sängerschar mit einer konzertanten Aufführung von Gaetano Donizettis Meisterwerk Lucia di Lammermoor.

Walter Scotts schaurigschöne Erzählung aus dem alten Schottland hat Donizetti in eine wunderbare und melodisch eingängige Musik gekleidet. Scotts Story von verratener Liebe, Zwangshochzeit, Mord im Brautbett und Wahnsinn der Titelheldin, war immer schon ein Vehikel der großen dramatischen Koloratur-Soprane. Mit ihr konnte man hervorragend sein vokales und dramatisches Können wunderbar demonstrieren.

Ob Amelita Galli-Curci, Luisa Tetrazzini und Lily Pons in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, alle reüssierten in dieser Partie. Maßstäbe setzte in den 1950er Jahren Maria Callas in dieser Rolle. Nach ihr folgten Joan Sutherland, Beverly Sills, Anna Moffo und Edita Gruberova.

Philharmonie Essen / Diana Damrau © Saad Hamza

Philharmonie Essen / Diana Damrau © Saad Hamza

Nun nahm sich die Schwäbin Diana Damrau der Partie an und konnte absolut mit ihren Mitteln überzeugen und an die Maßstäbe der genannten Vorgängerinnen anknüpfen. Man weiß nicht, was man bei Damrau’s Lucia primär bewundern soll, das volle, warme Timbre der schlanken Stimme, oder das technische Raffinement, mit dem diese geführt wird.

Hier saß jedes Staccato, jede Verzierung. Ebenmaß und Präzision haben die Triller. Kurzum ein Exempel einer perfekten Stimmführung wurde hier durch sie demonstriert. Die Sängerin agierte zudem gestisch und mimisch sehr überzeugend.

Absoluter Höhepunkt war die große Wahnsinnsszene im 3. Akt. Das war ein durchaus vokales Ereignis. Ein paar grell produzierte Forte-Töne im hohen Extrembereich schmälerten nicht ihre exemplarische Leistung.

Großen Sinn machte es, dass der in dieser Szene allgemein übliche Einsatz einer Flöte, die den korrespondierenden Part mit der Singstimme übernimmt, hier durch eine Glasharmonika ersetzt wurde. Das erzeugte einen ungeheuren Effekt und eine morbide Stimmung.

Die schönste Stimme bei den Sängern gehörte dem französischen Bass Nicolas Testé. Er verfügt über eine geschmeidige, wohl tönende Stimme mit gut ausgebauter Höhe und einer prachtvollen Tiefe. Er sang den Raimondo, Lucias Lehrer und Vertrauten.

Gabriele Viviani hat einen gut tönenden, kraftvollen Bariton, flexibel und mit prächtiger Höhe. Er sang die Rolle des Enrico, Lucias Bruder. Der junge Sänger hat schon eine internationale Reputation.

Philharmonie Essen / Diana Damrau - Piero Pretti © Saad Hamza

Philharmonie Essen / Diana Damrau – Piero Pretti © Saad Hamza

Piero Pretti überzeugte mit seinem gut klingenden, höhensicheren Tenor in der Rolle des Edgardo, Lucias Geliebten. Sein Edgardo hatte den Habitus eines Edelmannes und verfügte über die Glaubwürdigkeit, den tief Verletzten, der sich verraten glaubt, stimmlich feinfühlig zu gestalten. Ein Höhepunkt war sein Duett mit Lucia und seine ergreifende Schlussarie. Zufriedenstellend besetzt waren die drei kleinen Rollen.

Einfach prachtvoll sang der Chor des Teatro Regio, (von Claudio Fenoglio exzellent einstudiert). Er gilt zu Recht als einer der wichtigsten Opernchöre Europas.

Nicht weniger prachtvoll klang das Orchester des Teatro Regio unter der temperamentvollen, weitgreifenden Leitung ihres musikalischen Chefs, Gianandrea Noseda. Er leitet das Orchester seit 2007. Chor und Orchester werden häufig zu Gastspielen und internationalen Festivals eingeladen. Das Publikum im ausverkauften Haus feierte alle Mitwirkenden mit stehenden Ovationen, die nicht enden wollten.  IOCO / UGK / 29.05.2016

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Essen, Aalto Ballett Theater Essen, Premiere – Il barbiere di Siviglia von Gioacchino Rossini, 04.06.2016

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Aalto Theater Essen

Aalto-Theater-Essen © IOCO

Aalto-Theater-Essen © IOCO

 Il barbiere di Siviglia von Gioacchino Rossini

Dichtung von Cesare Sterbini

Premiere: 4. Juni 2016, weitere Vorstellungen 9.6.2016; 18.6.2016; 22.6.106; 24.6.2016; 26.6.2016; 30.6.201; 3.7.2016;.7.7.2016; 16.9.2016; 24.9.2016; 30.10.2016; 20.11.2016

Die Geschichte ist vermutlich so alt wie das Genre der Komödie selbst: Ein älterer Mann will eine junge Frau heiraten, die ihrerseits einen Jüngeren liebt. Das junge Paar findet sich, der ältere Mann wird düpiert. Doch wohl niemand hat diese Geschichte hinreißender erzählt als Gioacchino Rossini, denn er lässt darin eine Figur auftreten, die für Turbulenzen und Wirbel sorgt wie kaum eine Opernfigur davor oder danach – eben Figaro, den Barbier von Sevilla. Mit Witz, Ideenreichtum, Mut und dem Herzen am rechten Fleck spinnt er die nötige Intrige, um dem richtigen Paar zum Glück zu verhelfen. Dabei hatte es bei der Uraufführung noch gar nicht nach einem großen Triumph ausgesehen. Rossini war 1815 nach Rom bestellt worden, um dort seine Oper Torvaldo e Dorliska zur Uraufführung zu bringen. Der große Erfolg sorgte für einen weiteren Kompositionsauftrag, und rasch fiel die Wahl auf eine wahrhaft revolutionäre Komödie: „Le Barbier de Séville“ des französischen Dichters Beaumarchais. Eine Katze auf der Bühne, der unglückliche und blutige Sturz eines Hauptdarstellers und die Antipathie der Rossini Gegner ließen die Premiere zu einem der berühmtesten Fiaskos der Opernhistorie werden, dem mit der umjubelten zweiten Aufführung dann eine der berühmtesten Erfolgsgeschichten des Theaters folgte. Während ringsum schon die Romantik aufbrauste, blieb Rossini Klassizist: Die atemberaubenden Koloraturen in den Arien, der unwiderstehliche rhythmische Schwung – alles scheint wie mit leichter Hand hingeworfen. Damit führte Gioacchino Rossini die Tradition der opera buffa zu ihrer Vollendung. Und schon Heinrich Heine, einer der ersten prominenten deutschen Rossini-Verehrer, prophezeite: “Die Verächter italienischer Musik werden einst in der Hölle ihrer wohl verdienten Strafe nicht entgehen.

Musikalische Leitung Giacomo Sagripanti, Inszenierung Jan Philipp Gloger
Bühne Ben Baur, Kostüme Marie Roth
Dramaturgie Christian Schröder, Choreinstudierung Patrick Jaskolka

Graf Almaviva Juan José de Léon, Figaro Georgios Iatrou
Bartolo Baurzhan Anderzhanov, Rosina Karin Strobos
Don Basilio Tijl Faveyts, Fiorillo Kai Preußker, Berta An De Ridder
Ein Offizier Harald Wittkop

Einführungsmatinee am 29. Mai 2016, Regisseur, Dirigent und Sänger am Sonntag, 29. Mai 2016, um 11 Uhr zu Gast

Paris / Grabmal Gioacchino Rossini © IOCO

Paris / Grabmal Gioacchino Rossini © IOCO

Eine Woche vor der Aalto-Premiere von Gioacchino Rossinis Oper Il barbiere di Siviglia gibt es in der Einführungsmatinee bereits erste Einblicke in die Musik und die Inszenierung. Am Sonntag, 29. Mai 2016, um 11 Uhr können Chefdramaturg Christian Schröder und Dramaturg Markus Tatzig im Aalto-Theater zahlreiche Gäste begrüßen, die an dieser Produktion beteiligt sind. So wird Regisseur Jan Philipp Gloger seinen Inszenierungsansatz erläutern, Dirigent Giacomo Sagripanti erzählt Wissenswertes zur Musik. Für die musikalischen Kostproben sorgen Georgios Iatrou (Figaro), Karin Strobos (Rosina) und Juan Rosé de León (Graf Almaviva).

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Pressemeldung Aalto Theater

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