Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Spielplan 2012/13: 9 Opern-Premieren und viele Kinderopern, IOCO Aktuell, 18.05.2012,


aktuell

Solider Spielplan 2012/13 im Schatten von Sparvorgaben und Intendantenvertrag;
Drei Kinderoper auf der Großen Bühne; 30.000 Kinderbesucher erwartet


Anfang Mai 2012 stellte die Deutsche Oper am Rhein (Rheinoper) im Rahmen ihrer Jahrespressekonferenz (JPK) den Spielplan 2012/13 vor. Die Rheinoper vereint das Opernhaus Düsseldorf (1.342 Plätze) und das Theater Duisburg (1.079 Plätze), mit 600 Beschäftigten, einem leistungsstarken Sängerensemble (56 Solisten) und prämierter Tanzcompagnie (48 Tänzer). Mit 249.000 jährlichen Besuchern, 181.000 in Düsseldorf und 68.000 in Duisburg ist die Rheinoper zentraler Kulturträger der Region. Die Auslastung der Häuser liegt bei 80% in Düsseldorf, bei nur 60% allerdings in Duisburg. Der Etat der Rheinoper beträgt €44 Mio, davon werden € 8 Mio selbst erwirtschaftet, die Zuschüsse betragen €36 Mio (Düsseldorf € 23 Mio, Duisburg €11 Mio, NRW € 2 Mio, gerundet). Diese Etats sind nur bis 2014 gesichert. Bis zum 25.6.2012 soll in Duisburg über einen, ab 2014 geltenden, um 20% gekürzten Kulturetat entschieden werden. Die Krise der hoch bezuschussten kommunalen Theater hat auch die Rheinoper endgültig erreicht.

So beschwörten in der JPK zunächst die Kulturdezernenten Karl Janssen, Duisburg, und Hans-Georg Lohe, Düsseldorf intensiv die Fortsetzung der 55 Jahre alten Opernehe Duisburg – Düsseldorf (“die Auflösung der Opernehe wäre ein politischer Kurzschluss“). Ausgerechnet Lohes Chef, Düsseldorfs OB Dirk Elbers, konterkariert diese Schwüre am Folgetag,  indem er Interesse an einer Opernehe mit der ebenfalls massiv kriselnden Oper Köln öffentlich artikuliert. Verkehrte Welt: Düsseldorfs OB Dirk Elbers als veritabler Brandbeschleuniger der Rheinoperkrise. Doch nicht genug: In dieser unsicheren Gemengelage empfiehlt der Rheinoper Aufsichtsrat, ohne Zeitnot, den Vertrag von Rheinoper-Intendant Christoph Meyer um 5 Jahre, bis 2019, zu verlängern. Man gerät ins Grübeln: Inkompetenz, wurde die Karnevals-Session am Rhein verlängert oder ist schon Weihnachten? Dem Handeln der politisch Verantwortlichen haftet Unwirkliches, Absurdes an.

Dabei bietet das Team um Intendant Christoph Meyer mit Ballettdirektor Martin Schläpfer, GMD Axel Kober, Chefdramaturgin Dr. Hella Bartnig und Kaufmann Jochen Grothe auch in der Spielzeit 2012/13 mit 280 Vorstellungen, 11 Opern- und 5 Ballettpremieren, sowie 17 Repertoirestücken hohe künstlerische Qualität und Vielfalt. Einzig in Deutschland  ist das Rheinoper-Angebot für Kinder und Jugendliche auf der Großen Bühne. 30.000 Kinder – Besucher werden 2012/13 erwartet. 30.000 Kindern wird der Zugang zur klassischen Musik geöffnet: Das kommunale Theater zeigt Flagge.

Deutsche Oper am Rhein Meyer Christoph FOTO Paul Esser Rheinoper Düsseldorf Düsseldorf, Kögraben (c) IOCO

Duisburg eröffnet die neuen Saison 2012/13  am 8. September mit einem Klassik Oper Air zum Thema “100 Jahre Theater Duisburg“. Die Düsseldorfer Saisoneröffnung folgt am 22. September mit der Premiere Elektra von Richard Strauss.

-  11 Opern – Premieren in 2012/13

22. September 2012, Düsseldorf:  Elektra von Richard Strauss, Dirigent Axel Kober, Inszenierung Christof Nel, Klytämnestra Renée Morloc, Elektra Linda Watson, Aegisth Wolfgang Schmidt, Orest Hans-Peter König, Pfleger des Orest David Jerusalem ua..

13. Oktober 2012, Duisburg: Die Csardasfürstin von Emmerich Kálmán, Dirigent Wolfram Koloseus, Inszenierung Anton Rechi, Fürst Weylersheim Peter Nikolaus Kante, Edwin Ronald Bruce Rankin / Corby Welch, Komtesse Stasi Alama Sadé, Sylva Varescu Nataliya Kovalova, Romana Noack uam..

1. Dezember 2012, DuisburgLe Nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart, Dirigent Axel Kober, Inszenierung Michael Hampe, Conte Almaviva Laimonas Pautienius, Dmitri Vargin, Contessa Alamaviva Sylvia Hamvasi, Brigitta Kele, Susanna Annett Fritsch, Alama Sadé, Figaro David Jerusalem, Adam Palka, Cherubino Annika Kaschenz, Iryna Vakula uam..

7. Dezember 2012, DüsseldorfDon Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart, Dirigent Friedemann Layer, Ralf Lange, Inszenierung Karoline Gruber, Don Giovanni Richard Sveda, Donna Anna  Liana Aleksanyan, ua, Komtur Thorsten Grümberl, Hans-Peter König, Leporello Günes Gürle, Adam Palka uam..

12. Januar 2013 Duisburg, 14. März 2013 Düsseldorf: Die Prinzessin auf der Erbse von Ernst Toch nach Hans-Christian Andersen, Dirigent Christoph Altstaedt, Christoph Stöcker, Inszenierung Svenja TiedtKönig Peter N. Kante, T. Riihonen, Königin Lisa Griffith, Elisabeth Selle, Prinz Cornel Frey, Corby Welch uam..

26. Januar 2013, Düsseldorf:  Xerxes von Georg Friedrich Händel, Dirigent Konrad Junghänel, Inszenierung Stefan Herheim, Serse Valer Barna-Sabadus, Arsamene Terry Wey, Amastre Sarah Ferede, Ariodate Torben Jürgens uam..

8. März 2013, Düsseldorf:  SEHNSUCHTMEER oder vom Fliegenden Holländer von Helmut Oehring nach Heinrich Heine und Richard Wagner, Uraufführung, Dirigent Axel Kober, Inszenierung Claus Guth, Schnabelewopski, der Träumer David Moss, Schnabelewopski, der Realist N.N., Holländer N.N. uam..

6. April 2013, Duisburg: The Rake´s Progress von Igor Strawinsky, Dirigent Wen-Pin Chien, Inszenierung Sabine Hartmannshenn, Tom Rakewell Julli Myllys, Anne Trulove Anke Krabbe, Elisabeth Selle, Nick Shadow James Bobby, Trulove Günes Gürle ua.

4. Mai 2013,  Düsseldorf: Tannhäuser von Richard Wagner, Dirigent Axel Kober, Inszenierung B.C. Kosminski, Landgraf Torsten Grümbel, Tannhäuser Daniel Frank, Wolfram Markus Eiche,  Walther von der Vogelweide Corby Welch, Elisabeth Elisabet Strid, Venus Elena Zhidkova uam..

15. Juni 2013, Düsseldorf: Eine florentinische Tragödie / Der Zwerg von Alexander Zemlinsky, Dirigent: Jonathan Darlington, Inszenierung Florent. Tragödie Barbara Klimo, Der Zwerg Immo Karaman,

4. Juli 2013, Duisbug: Luisa Miller von Giuseppe Verdi, Dirigent Giordano Bellincampi, Inszenierung Carlos Wagner, Il Conte di Walter Thorsten Grümbel, Rodolfo Giancarlo Monsalve, Amalia Susan Maclean, Miller Boris Statsenko, Luisa Ol. Golovnev uam.

-  17 Opern – Wiederaufnahmen

Einmalig in Deutschland!  Auf den Großen Bühnen der Rheinoper: Drei großartige Opern – Wiederaufnahmen für Kinder Der Gestiefelte Kater von Xavier Montsalvatge (13.10 Düsseldorf, 7.12.Duisburg), Händel und Gretel von Engelbert Humperdinck (18.11. Düsseldorf, 25.11. Duisburg), Die Nachtigall von Igor Strawinsky (18.12.2012 Düsseldorf). Die 14 weiteren Wiederaufnahmen enthalten Tosca und La Bohème von Giacomo Puccini, Ein Maskenball, Falstaff und Rigoletto von Giuseppe Verdi, Salome und Frau ohne Schatten von Richard Strauss, Die Walküre und Der fliegende Holländer von Richard Wagner.

- 5 Ballett Premieren

Das 2009 von seinem Direktor und Chefchoreographen Martin Schläpfer neu formierte Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg zählt zu den führenden Ballettcompagnien. Allerdings auch eine Compagnie für Kenner. Klassisches Handlungsballett à la Nussknacker oder Schwanensee sucht man vergeblich auf den Spielplänen der Rheinoper. Martin Schläpfer kreiert viele Ballette selbst. In der Saison 2012/13 um die Komponisten Brahms, Schubert und Sciarrino (b.14. Sein Ballett Ein deutsches Requiem, b.09, (Premiere in Düsseldorf 2011) hat 2012 Premiere in Duisburg. Dazu nimmt Schläpfer zwei Arbeiten des Welt-Choreographen Hans van Manen (Kleines Reqiem, b.13, und Without Words, b.16) in sein Repertoire auf.

Saison 2012/13: Große Operngalas (ua AIDS 2013), Silvester- und andere Konzerte, die Yamato Drummers of Japan, Ballett Revolution mit Hip-Hop und R&B Musik, weitere Kinderoper im Foyer der Opernhäuser runden das ohnehin vielfältige und oft sehr preiswerte Kultur- und Klassikangebot der Rheinoper für alle Besucherschichten ab. Mit seinem breiten Angebot für Kinder, Dramaturgin Dr. Hella Bartnig, leistet die Rheinoper über alle Grenzen hinaus besonders. 30.000 Kinder werden viel Freude haben und zudem den Altersdurchschnitt in der Rheinoper deutlich senken.

IOCO / Viktor Jarosch / 15.05.2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere THE RAKE’S PROGRESS, 23.05.2012

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Deutsche Oper am Rhein

The Rake’s Progress von Igor Strawinsky:  Fülle des Lebens ohne Erfüllung

Mit:   Bo Skovhus, Matthias Klink, Anett Fritsch und Susan Maclean

Sabine Hartmannshenn inszeniert – musikalische Leitung: Axel Kober 

Die szenisch wie musikalisch äußerst effektvolle Oper The Rake’s Progress von Igor Strawinsky kommt am Mittwoch, 23. Mai, um 19.30 Uhr mit Starbesetzung auf die Bühne des Düsseldorfer Opernhauses: Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober übernehmen Bo Skovhus, Matthias Klink, Anett Fritsch und Susan Maclean die Hauptpartien des Stücks. Regie führt Sabine Hartmannshenn, die 2010 im Team mit Dieter Richter (Bühne) und Susana Mendoza (Kostüme) schon mit ihrer Inszenierung von Hans-Werner Henzes Phaedra an der Deutschen Oper am Rhein für große Begeisterung sorgte.

Im Mittelpunkt steht Tom Rakewell, der ein bürgerliches Leben auf dem Land führt. Getrieben von der Sehnsucht nach Freiheit, Glück, Erfolg und Geld verfällt er dem zwielichtigen Verführer Nick Shadow, lässt seine Verlobte Anne zurück und gerät in London in eine groteske Abwärtsspirale. Sein neues ausschweifendes Leben bringt statt der erhofften Erfüllung nur das Gefühl von Leere mit sich, bis Tom schließlich erkennen muss, dass er seine Seele verkauft hat.

Aus der Kombination märchenhafter Bilder mit überraschenden Theatereffekten und beißender Gesellschafts­satire schuf Strawinsky eine ebenso eindringliche wie skurrile Parabel, deren Doppelbödigkeit sich kongenial auch in ihrer Musiksprache äußert. Inspirieren ließ er sich für The Rake’s Progress von der gleichnamigen Kupfer­stich­serie des englischen Künstlers William Hogarth, die er 1947 bei einem Ausstellungsbesuch im Chicago Art Institute entdeckte.

Dasselbe Team, das 2010 mit Hans Werner Henzes Phaedra (Wiederaufnahme am 17. Mai im Theater Duisburg)* an der Deutschen Oper am Rhein in Duisburg für Aufsehen sorgte, inszeniert nun Strawinskys Meisterwerk. Die Regisseurin Sabine Hartmannshenn arbeitet seit ihrer „Lulu“ an der Oper Göteborg, die zur Produktion des Jahres 2002 gekürt wurde, an vielen internationalen Opernhäusern. Auch in ihrer Inszenierung von „The Rake’s Progress“ legt sie Gewicht auf eine differenzierte Darstellung der einzelnen Charaktere und deren Entwicklung und zeigt, dass Strawinskys Oper alles andere ist als ein schwarz-weiß gezeichnetes Moralstück.

Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober sind Bo Skovhus als Nick Shadow, Matthias Klink als Tom Rakewell, Anett Fritsch als Anne Trulove und Susan Maclean als Baba the Turk zu erleben.

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Opernwerkstatt mit Probenbesuch in Düsseldorf: Mittwoch, 16. Mai, 18.00 Uhr im Opernhaus Düsseldorf (Eintritt frei)

Aufführungen im Opernhaus Düsseldorf: Mi 23.05.  19.30 Uhr | Fr 25.05.  19.30 Uhr | So 27.05.  15.00 Uhr | Fr 08.06.  19.30 Uhr | Mi 27.06.  19.30 Uhr | Fr 29.06.  19.30 Uhr | So 01.07.  15.00 Uhr

Premiere im Theater Duisburg: 6. April 2013

Tickets und Informationen: Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Tel. 0211.89 25 211, www.operamrhein.de

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Theaterkrisen und Zuschussgier, IOCO-Aktuell, 11.05.2012


aktuell

Die Piratenpartei, Der wüste Umgang mit öffentlichen Mittel 
oder: Die Zuschussgier kommunaler Kulturmanager

Die Piratenpartei, politisch noch nicht wirklich da, agiert in Berlin mit radikalen Ideen:  Eines der drei Berliner Opernhäuser, die Deutsche Oper Berlin, soll geschlossen werden. Die jährlich frei werdenden Mittel von €39 Millionen sollen der freien Kulturszene zugute kommen. Die Forderung ist nicht mehrheitsfähig. Aber nachvollziehbar, angesichts des grotesken Gegensatzes in der Förderung öffentlicher und frei finanzierter Theater. Sie artikuliert das tiefe Unbehagen über die willkürlich wirkende Vergabe riesiger Zuschüsse an öffentlich betriebene Theater.

25% Zuschuss, maximal, erhalten in Deutschland privat geführte Theater zu ihrem Etat. Schlecht bezahlte Leiter der freien Theaterszene kämpfen täglich sorgenvoll um ihr wirtschaftliches wie künstlerisches Überleben.

80 – 90% Zuschuss seines Etat erhält dagegen ein durchschnittliches öffentliches Musiktheater. Über € 2 Milliarden Zuschüsse kosten die Opernhäuser jedes Jahr den deutschen Steuerzahler. 84 bezuschusste Opernhäuser, geliebte Relikte deutscher Kleinstaaterei,  spielen  in Deutschland. Zuschüsse von € 40 Mio für große  öffentliche Musiktheater sind deutsche Normalität. Mit  durchschnittlich € 100 werden  Eintrittkarten solcher Musiktheaters derzeit bezuschusst.

Kommunale Kulturmanager leiden keine wirtschaftliche Not: Sie leben Bertold Brecht: “Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm“. Langjährige und wohldotierte Verträge dokumentieren politische Rückendeckung, nicht objektivierte Leistung: Barenboim bis 2022, Rattle 2018, Bachler 2018, Meyer Düsseldorf 2019, Loebe 2019 und so weiter. Auslastung, Einnahmen, Effizienz der von ihnen geleiteten Theater verkommen bei den  Vertragsverhandlungen zu Nebenwerten. Barenboim begleitete  Netrebko-Auftritte stellen populäre und teure Highlights kommunaler Kulturpolitik dar, besonders in Berlin.  Viele große wie kleine Besucher mißachtende Produktionen vor leeren Rängen sind jedoch deutsche Theaterrealität. Denn Leistungsvorgaben, in der freien Theaterszene selbstverständlich, fehlen für öffentliche Häusern weitgehend. Pervertierte Zuschussmentalität lebt festgezimmert in den Köpfen föderaler Kulturmanager. Öffentliche Kunst besitzt wirtschaftliche Exterritorialität!

Die Berliner Staatsoper wird bis 2014 für mindestens € 253 Mio saniert. Der aufwendige Staatsopernbetrieb mitsamt Kultur-Leitung Flimm (71)  und Barenboim (70)  überlebt fast unverändert, wohlversorgt und hoch bezuschusst, vier Jahre lang im lütten, für €25 Mio mal eben “interimsanierten”, Schillertheater. Eine Schließung der Staatsoper für vier Jahre hätte dem kulturell überfluteten Berlin viele Millionen erspart und, vielleicht, die durch moderne Inszenierungen notorisch schlecht besuchte Komische Oper Berlin etwas gefüllt. Köln saniert problemlos für  € 250 Mio ihre Oper und Theater. Eine marginale, lang schwelende kleine Etatschieflage von € 2 Mio der Oper Köln löst dagegen öffentliches Getöse und teure Umwälzungen aus. Die kürzliche Vorstellung der Jahresplanung 2012/13 der Oper Köln endete hierdurch in einem Debakel. Nun gerät auch die seit Jahren unauffällig dahin dümpelnde Rheinoper, Opernehe von Duisburg (Auslastung schlimme 60%) und Düsseldorf, in Gefahr: Drastische Sparvorgaben des Duisburger Stadtrats werden am 25. Juli 2012  verabschiedet. Die Kulturdezernenten der Städte Janssen (Duisburg) und Lohe (Düsseldorf)  verkünden offiziell, die Rheinoper erhalten zu wollen. Parallel dazu dröhnt Lohes Chef, Düsseldorfs OB Dirk Elbers laut über Möglichkeiten einer Opernehe Köln-Düsseldorf. Krönung des öffentlichen Kultur – Mißmanagements ist die von geplanten €77 Mio auf über € 500 Mio angewachsene Bauruine der Hamburger Elbphilharmonie (Arbeit eingestellt): “Das schönste Steuergrab der Welt“, schreibt  Cicero dazu. Dem Intendant der Elbphiharmonie, Christoph Lieben-Seutter, fällt, zynisch klingend, nur ein:  “Dann muß die Qualität aber stimmen”. Das Schweriner Theater, das Landestheater Schleswig-Holstein und viele andere kommunale Theater Deutschlands wanken, trotz extremer Zuschüsse. Das deutsche System, “Föderal betriebene Theater”, liegt auf der Intensivstation.

Die politisch beeinflusste Steuerung des öffentlichen Kulturbetrieb und dessen stark ausgeprägter Förderalismus sind Teil deutscher Landesverfassungen. So schreibt die Landesverfassung für NRW  in Art. 18 Abs 1„Kultur, Kunst und Wissenschaft sind durch Land und Gemeinden zu fördern.“  

Die verfassungsgemäßen Kulturparameter fordern nicht, daß Musiktheatern zu über 80% bezuschusst werden, daß wirtschaftliche Effizienz im deutschen Kulturbetrieb ein Schattenleben führen, daß viele Intendanten sich wirtschaftlichen Vorgaben verschliessen. Ein stärkeres Gleichgewicht von öffentlicher zu freier Theaterszene ist dringlich, wenn Musiktheater nicht den Geschmack verordneter Kunst erhalten wollen. Der deutsche Kulturföderalismus und seine ökonomischen Eckpunkte sind akut reparaturbedürftig. Die Berliner Piratenpartei rüttelt zu Recht an fetten föderalen Latifundien.

IOCO / Viktor Jarosch / 10.05.2012

Düsseldorf – Duisburg, Deutsche Oper am Rhein, Die Oper Duisburg retten: Ein Aufruf!, 01.05.2012

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Deutsche Oper am Rhein

Für die Kultur in Duisburg kämpfen:

„Retten Sie Oper, Ballett und Konzert in Duisburg!“

Start der öffentlichen Kampagne für den Erhalt der zentralen Kulturinstitutionen in Duisburg – gegen die geplanten Kürzungen im Etat der Deutschen Oper am Rhein ab 2014

Heute: Start der Online-Petition unter www.operamrhein.de/petition

Öffentliche Informationsveranstaltung am 31. Mai, um 19.00 Uhr im Theater Duisburg

Im Schulterschluss mit den Duisburger Philharmonikern wendet sich die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg ab sofort mit einer Online-Petition an die Öffentlichkeit: „Retten Sie Oper, Ballett & Konzert in Duisburg!“ Mit Unterschriften auf der Internetseite www.operamrhein.de/petition ist jetzt aktives Engagement für den Erhalt des Duisburger Kulturlebens gefordert. Ab Mittwoch, 2. Mai 2012, kann auch direkt auf den Unterschriftenlisten in den Opernshops, bei allen Vorstellungen im Theater Duisburg und im Opernhaus Düsseldorf sowie bei den Konzerten der Duisburger Philharmoniker gezeichnet werden. Die englischsprachige Version der Website ist unter www.operamrhein.de/petition/en_EN erreichbar.

Die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg mit ihren Sparten Oper und Ballett, die Duisburger Philharmoniker und die Freundeskreise beider Institutionen bitten die Bevölkerung um breite Unterstützung, denn:

Das kulturelle Leben in der Stadt Duisburg ist akut bedroht.

Nach dem Kahlschlag in der Finanzierung der freien Kultur sind nun auch Duisburgs zentrale Kulturinstitute in Gefahr: Die Verwaltungsspitze droht mit einer Kürzung ihres Zuschusses an die Deutsche Oper am Rhein in Höhe von 2,5 Millionen Euro ab 2014. Diese Streichung von rund 25 % des heutigen Zuschusses (10,6 Millionen Euro) hätte gravierende Auswirkungen:

Das Opern- und Ballettangebot in Duisburg müsste erheblich eingeschränkt oder möglicherweise auch komplett eingestellt werden. Davon betroffen wäre auch die seit 2009 kontinuierlich aufgebaute Kinder- und Jugendarbeit (mit mehr als 30.000 jungen Besuchern im Jahr in Düsseldorf und Duisburg).

Die Duisburger Philharmoniker, die 70% ihrer Tätigkeit für die Opern- und Ballettaufführungen im Theater Duisburg leisten, wären unmittelbar in ihrer Existenz gefährdet.

Ein Zerbrechen der Theatergemeinschaft Düsseldorf Duisburg hätte zwangsweise erhebliche Einschränkungen des Angebots der Oper und des Balletts in der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Folge.

Über 150.000 Menschen besuchen jährlich die Vorstellungen und Konzerte von Oper, Ballett, Kinderoper, Schauspiel und Philharmonikern in Duisburg. Durch die Breite des Angebots, die anerkannt hohe Qualität und die intensive theater- und konzertpädagogische Arbeit werden weite Teile der Stadtgesellschaft und der Region angesprochen.

Seit Monaten leistet die Deutsche Oper am Rhein gemeinsam mit den Duisburger Philharmonikern Aufklärungsarbeit in den politischen Parteien und Gremien, um Konsequenzen der drohenden Kürzungen zu erläutern: „Uns ist bewusst, dass es in Zeiten wie diesen unumgänglich ist, Einsparungen vorzunehmen. Wir leisten sie bereits und sind auch weiterhin dazu bereit, aber Einsparungen in der geforderten Höhe bedrohen unsere Existenz“, erklärt Generalintendant Christoph Meyer, und richtet den Appell jetzt auch an die Öffentlichkeit: „Helfen Sie uns mit Ihrer Unterschrift und Ihrem Engagement, das kulturelle Zentrum der Stadt lebendig zu halten und setzen Sie ein Signal des positiven Aufbruchs gegen die schleichende Demontage der kulturellen Grundbildung, ein Zeichen des Bekenntnisses für den Lebensstandort Duisburg mit all seinen kulturellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten!“

 Informationsveranstaltung: Donnerstag, 31. Mai, um 19.00 Uhr im Theater Duisburg – Eintritt frei

Zur Kampagne „Retten Sie Oper, Ballett und Konzert in Duisburg!“ folgt am Donnerstag, dem 31. Mai, um 19.00 Uhr eine große Informationsveranstaltung im Theater Duisburg für alle, die sich für den Erhalt der Kultur in Duisburg stark machen und eine deutliche Botschaft an die politischen Entscheidungsträger senden wollen. Dazu laden die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg mit dem Ballett am Rhein, dem Opernchor, den Betriebsräten in beiden Städten sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam mit den Duisburger Philharmonikern, den Düsseldorfer Symphonikern, dem Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein e.V., den Ballettfreunden der Deutschen Oper am Rhein e.V., der Gesellschaft der Freunde der Duisburger Philharmoniker e.V. und der Initiative proDUISBURG e.V herzlich ein. Der Eintritt ist frei, weitere Informationen folgen

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere The Turn of the Screw, 04.05.2012

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Deutsche Oper am Rhein

The Turn of the Screw  von  Benjamin Britten

Opernwerkstatt mit Immo Karaman (Regie) und Kaspar Zwimpfer (Bühne) und der Möglichkeit zum Probenbesuch am Montag, 30. April, um 17.00 Uhr im Opernhaus Düsseldorf (Eintritt frei)

Mit The Turn of the Screw kommt die dritte Regiearbeit von Immo Karaman an die Deutsche Oper am Rhein und ergänzt den mit Peter Grimes (2009/10) und Billy Budd (2010/11) begonnenen Britten-Zyklus. Im Team mit Kaspar Zwimpfer, der für sein beeindruckendes Bühnenbild bei Peter Grimes für den Deutschen Theaterpreis FAUST nominiert wurde, setzte Karaman Brittens Kammeroper 2007 bereits in Leipzig in Szene und erarbeitet sie jetzt mit den Solisten der Deutschen Oper am Rhein. Für die Rollen von Miles und Flora wurden vier Kindersolisten aus Großbritannien engagiert, die alternierend in den Vorstellungen zu erleben sein werden.

Eine Gouvernante erhält den Auftrag, auf dem Landsitz Bly für die Erziehung der beiden Kinder Miles und Flora zu sorgen. Sie trifft ihre Pfleglinge aufgeweckt und fröhlich an. Doch dann breiten sich Schatten aus in Gestalt der beiden spukhaften Erscheinungen Miss Jessel und Mister Quint, ehemalige Angestellte, die auf ungeklärte Weise ums Leben kamen. Noch als Tote scheinen sie Einfluss auf die Kinder zu haben.

Wie bei Brittens Opernthemen generell geht es auch in der 1954 uraufgeführten Kammeroper The Turn of the Screw nach der gleichnamigen Novelle von Henry James um die Frage nach Schuld und Unschuld als zentrale moralische Kategorien. So rätselhaft und vieldeutig die Handlung von The Turn of the Screw ist, so greifbar wirkt das Unaussprechliche, die allgegenwärtige Beunruhigung, die Furcht vor dem Namenlosen. Das Nicht-Formulieren von Nöten und Ängsten entfesselt einen Strudel von Verdächtigungen, dessen Sogwirkung sich auf meisterliche Art in Brittens Musik entfaltet.

„Durch die Unterdrückung all dessen, was das Herz bewegt, entsteht eine unfassbare Reibung, eine Konzentration, ein Druck, der sich zerstörerisch nicht nur auf das System, sondern auch auf den Einzelnen auswirkt“, beschreibt Immo Karaman die charakteristische Spannung dieser Kammeroper. Die Protagonisten befinden sich in einer Atmosphäre allgegenwärtiger Beunruhigung. Nichts ist eindeutig, greifbar oder erklärbar – vielmehr will Karaman das Publikum dazu anregen, sich der eigenen Fantasie zu stellen.  Geistergeschichte oder Psychodrama? Weder das Stück noch Brittens suggestive Komposition geben darauf eine eindeutige Antwort. Umso deutlicher wird spürbar, wie sich die Schraube der Geheimnisse und Vermutungen immer enger dreht und auf eine Katastrophe zusteuert.

Am Freitag, 4. Mai ist Premiere im Opernhaus Düsseldorf, am Freitag, 1. Juni im Theater Duisburg. In beiden Häusern spielen die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Wen-Pin Chien. Sylvia Hamvasi ist als The Governess, Marta Márquez als Mrs. Grose zu erleben, Anke Krabbe tritt als spukhafte Miss Jessel in Erscheinung,  Corby Welch als Peter Quint. Die Rollen der Kinder Miles und Flora übernehmen alternierend Harry Oakes und Kaisun Raj sowie Eleanor Burke und Yolanda Shamash.

Opernwerkstatt mit Probenbesuch in Düsseldorf: Montag, 30. April, 17.00 Uhr im Opernhaus Düsseldorf (Eintritt frei)

Aufführungen im Opernhaus Düsseldorf: Fr 04.05. 19.30 Uhr | So 06.05. 18.30 Uhr | So 13.05. 18.30 Uhr | So 20.05. 15.00 Uhr | Di 22.05. 19.30 Uhr | Sa 26.05. 19.30 Uhr | So 10.06. 15.00 Uhr

Opernwerkstatt mit Generalprobenbesuch in Duisburg: Do 31.05.2012, 10.00 Uhr – Theater Duisburg

Aufführungen im Theater Duisburg: Fr 01.06. 19.30 Uhr | Mi 06.06. 19.30 Uhr | Fr 08.06. 19.30 Uhr

Tickets und Besucherservice: Opernshops Duisburg (Tel. 0203.9 40 77 77) und Düsseldorf (Tel. 0211.89 25 211), www.operamrhein.de

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere The Rake’s Progress Igor Strawinsky, 23.05.2012

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Deutsche Oper am Rhein

The Rake’s Progress  von   Igor Strawinsky

Libretto von W. H. Auden und Chester Kallman

Premiere am 23. Mai 2012, 19.30 Uhr – Opernhaus Düsseldorf

Musikalische Leitung: Axel Kober Inszenierung: Sabine Hartmannshenn
Bühne: Dieter Richter Kostüme: Susana Mendoza
Licht: Volker Weinhart Chorleitung: Christoph Kurig
Dramaturgie: Anne do Paço
Tom Rakewell: Matthias Klink Anne Trulove: Anett Fritsch
Nick Shadow: Bo Skovhus Baba the Turk: Susan Maclean
Mother Goose: Bonita Hyman Trulove: Sami Luttinen
Sellem: Bruce Rankin Wärter des Irrenhauses: David Jerusalem
Nick Shadows Gehilfe: Harald Beutelstahl
Chor der Deutschen Oper am Rhein
Düsseldorfer Symphoniker

Für sein einzig abendfüllendes Bühnenwerk The Rake’s Progress ließ sich Strawinsky von der gleichnamigen Kupferstichserie des englischen Künstlers William Hogarth inspirieren, die er bei einem Ausstellungsbesuch im 1947 im Chicago Art Institute entdeckte. Aus der Kombination märchenhafter Bilder mit überraschenden Theatereffekten und beißender Gesellschaftssatire schuf Strawinsky eine ebenso eindringliche wie skurrile Parabel, deren Doppelbödigkeit sich kongenial auch in ihrer
Musiksprache äußert.

Im Mittelpunkt steht Tom Rakewell, der ein bürgerliches Leben auf dem Land führt. Getrieben von der Sehnsucht nach Freiheit, Glück, Erfolg und Geld verfällt er dem zwielichtigen Verführer Nick Shadow, lässt seine Verlobte Anne zurück und gerät in London in eine groteske Abwärtsspirale. Sein neues ausschweifendes Leben bringt statt der erhofften Erfüllung nur das Gefühl von Leere mit sich, bis Tom schließlich erkennen muss, dass er seine Seele verkauft hat.

Sabine Hartmannshenn, die an der Deutschen Oper am Rhein schon mit Hans Werner Henzes „Phaedra“ begeisterte, inszeniert Strawinskys Meisterwerk. Seit ihrer „Lulu“ an der Oper Göteborg, die zur Produktion des Jahres 2002 gekürt wurde, arbeitet die Regisseurin an vielen internationalen Opernhäusern. Auch in ihrer Inszenierung von The Rake’s Progress legt sie viel Gewicht auf eine differenzierte Darstellung der einzelnen Charaktere und deren Entwicklung und zeigt, dass Strawinskys Oper alles andere ist als ein schwarz-weiß gezeichnetes Moralstück. Die Hauptpartien sind mit Bo Skovhus als Nick Shadow, Matthias Klink als Tom Rakewell, Anett Fritsch als Anne Trulove und Susan Maclean als Baba the Turk prominent besetzt.

Opernwerkstatt mit Probenbesuch in Düsseldorf: Mittwoch, 16. Mai, 18.00 Uhr im Opernhaus Düsseldorf (Eintritt frei)

Aufführungen im Opernhaus Düsseldorf: Mi 23.05. 19.30 Uhr | Fr 25.05. 19.30 Uhr | So 27.05. 15.00 Uhr | Fr 08.06. 19.30 Uhr | Mi 27.06. 19.30 Uhr | Fr 29.06. 19.30 Uhr | So 01.07. 15.00 Uhr

Tickets und Informationen: Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Tel. 0211.89 25 211,
www.operamrhein.de

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Wolfram Goertz führt durch Il barbiere di Siviglia, 02.05.2012

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Deutsche Oper am Rhein

Rossinis „Il barbiere di Siviglia“

Am Mittwoch, dem 2. Mai, führt Wolfram Goertz durch die Aufführung im Opernhaus Düsseldorf

Diese Vorstellung ist einzigartig: Wolfram Goertz, Musikredakteur der Rheinischen Post, führt am Mittwoch, dem 2. Mai, um 19.30 Uhr im Rahmen von „RP Oper“ durch die Vorstellung von Rossinis „Il barbiere di Siviglia“. In kurzen Einschüben kommentiert und deutet er den Charakter der Musik, die Figuren, die Regie und Ausstattung. Eine „Premiere“ der besonderen Art und für Operneinsteiger wie für Klassikkenner die einmalige Gelegenheit, einen neuen Blick auf das altbekannte Stück zu werfen.

Auf der Bühne passiert Folgendes: Eine junge Frau wird von ihrem Vormund unter häuslichem Verschluss gehalten, denn der ehrwürdige Doktor hat es trotz des Altersunterschiedes auf sie und mehr noch auf ihre Mitgift abgesehen. Doch die Sache dringt durch die verschlossenen Türen und weckt die Neugierde und das Begehren des jungen Grafen Almaviva, der die unerreichbare Schöne erobern will. Mit süßen Serenaden ist da nicht viel getan. Erfolgversprechend sind da eher die Tricks und kleinen Geschäftchen des umtriebigen Barbiers Figaro. Und schon beginnt es zu kribbeln und zu krabbeln in Kopf und Herz und anderswo.

Die Figuren rund um den berühmten Barbier von Sevilla als Hummeln, Falter und andere Insekten darzustellen, das klingt verdächtig nach zügellosem „Regietheater“. Inwieweit diese Inszenierungsidee von Claus Guth, über die sich viele Opernfreunde in Basel, München, Leipzig und jetzt auch in Düsseldorf und Duisburg schon kräftig amüsiert haben, nicht einfach aus der Luft gegriffen, sondern musikalisch geerdet ist und vielleicht noch ganz andere Hintergründe hat, dieser Frage will Wolfram Goertz innerhalb dieser Aufführung exemplarisch nachgehen. Der bekannte Journalist und Musikexperte wird die Aufführung von „Il barbiere di Siviglia“ kommentieren und Türen öffnen für das Vergnügen, ein altbekanntes Werk in neuer Sicht zu erleben.

Il barbiere di Siviglia – Wolfram Goertz führt durch den Abend im Opernhaus Düsseldorf: Mi. 02.05. – 19.30 Uhr

Tickets und Besucherservice: Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Telefon 0211.89 25 211, www.operamrhein.de.

Bilder zur Ankündigung finden Sie im Pressebereich unserer Homepage www.operamrhein.de

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein,Meisterklasse Deborah Polaski in der Turbinenhalle, 22.04.2012

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Deutsche Oper am Rhein

„Meisterklasse“ Deborah Polaski: Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein in der Turbinenhalle der Stadtwerke Düsseldorf

 

Die Sopranistin entwickelt das Konzertprogramm im Meisterkurs mit den Nachwuchssängern der Deutschen Oper am Rhein – zu erleben am Sonntag, 22. April, um 19.30 Uhr in der Turbinen­halle der Stadtwerke Düsseldorf

Die amerikanische Sopranistin Deborah Polaski ist auf den großen Opern- und Konzertbühnen der Welt zu erleben und zählt zu den bedeutendsten dramatischen Sopranistinnen unserer Zeit. Nachdem sie bereits im Juli 2010 einen Meisterkurs an der Deutschen Oper am Rhein geleitet hat, der bei den Sängerinnen und Sängern des Opernstudios auf große Begeisterung stieß, ist Deborah Polaski in der Saison 2011/12 wieder eingeladen, mit den Studiomitgliedern des zweiten Jahrgangs einen Meisterkurs durchzuführen.

Eine Woche intensiven Coachings und der Schliff an ausgewählten Arien und Szenen geht dem Abschlusskonzert am Sonntag, dem 22. April, um 19.30 Uhr voraus, und das Publikum ist einmal mehr zu einem spannenden Kulturort außerhalb des Opernhauses eingeladen: Die sieben jungen Solisten präsentieren ihr „Meisterklasse“-Programm in der Turbinenhalle der Stadtwerke Düsseldorf (Höherweg 100, 40233 Düsseldorf). Zum ersten Mal ist die Deutsche Oper am Rhein in diesem architektonisch und künstlerisch interessant gestalteten Raum zu Gast und geht mit ihren jungen Talenten auf ein neues Publikum zu.

Das Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein

Mit der Spielzeit 2011/12 hat ein neues zweijähriges Stipendium im Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg begonnen. Sieben hochtalentierte Sängerinnen und Sänger werden nach ihrem Gesangs­studium intensiv gefördert und erhalten beste Startbedingungen für die eigene künstlerische Karriere. Vier von ihnen – Bogdan Baciu, Luiza Fatyol, Attila Fodre und Ovidiu Purcel – haben an der Musikaka­demie Gheorghe Dima in Cluj-Napoca in Rumänien studiert, in der Generalintendant Christoph Meyer eine echte Talentschmiede entdeckt hat. Aus Deutschland ist David Jerusalem ins Opernstudio gekommen, aus Russland Maria Kataeva, aus den USA Jessica Stavros. Die Förderung besteht aus einem mehrstündigen wöchent­lichen Unterricht, der Solo-Repetition, Ensemble­proben, szenischen Einzel- und Gruppenunterricht, Rollenstudium, Sprachcoaching, Bewegungstraining und Körperarbeit umfasst. Darüber hinaus erhalten sie Meisterkurse bei renommierten Solisten und Gesangspädagogen und übernehmen zahlreiche Partien in den Produktionen der Deutschen Oper am Rhein. Das Opernstudio wird unterstützt vom Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein e.V..

„Meisterklasse“: Konzert des Opernstudios der Deutschen Oper am Rhein zum Abschluss des Meisterkurses bei Deborah Polaski am Sonntag, 22. April, um 19.30 Uhr in der Turbinenhalle der Stadtwerke Düsseldorf (Höherweg 100, 40233 Düsseldorf). In Kooperation mit den Stadtwerken Düsseldorf AG

Tickets und Besucherservice: Karten für 12,– Euro (ermäßigt 6,90 Euro) sind erhältlich in den Opernshops Düsseldorf und Duisburg, Tel. 0211.89 25 211. Weitere Informationen: www.operamrhein.de.

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Vortanzen – Freie Plätze für Kinder in der Ballettschule des Balletts am Rhein, 05.05.2012

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Deutsche Oper am Rhein

Freie Plätze für Kinder zwischen 7 und 10 Jahren in der Ballettschule des Balletts am Rhein

Vortanzen zur Aufnahme am Samstag, 5. Mai

 

Freie Plätze für Kinder zwischen 7 und 10 Jahren: Die Ballettschule des Balletts am Rhein nimmt zum nächsten Schuljahr Neuzugänge  mit und ohne Vorkenntnisse auf. Interessierte Jungen und Mädchen sind am Samstag. dem 5. Mai, zwischen 9.30 und 13.00 Uhr zum Vortanzen eingeladen. Vorher ist eine Anmeldung erforderlich.

Martin Schläpfer, Ballettdirektor und Chefchoreograph des Balletts am Rhein, leitet auch die angeschlossene Ballettschule. Im Balletthaus – dort, wo die  Profi-Tänzer des Ensembles das tägliche Training und die Proben absolvieren – findet der Unterricht für junge Menschen statt, die ihrer Freude am Tanzen Ausdruck verleihen und sich durch intensiven professionellen Ballettunterricht weiterentwickeln wollen.

Klassisch-akademisches Ballett, moderne Tanztechnik und Charaktertanz bilden eine ideale Mischung, um die große Vielfalt dieser Kunst zu erleben und Körper und Geist zu schulen. Darüber hinaus bietet die Schule – ohne in der Ausbildung selbst bis zur Bühnenreife zu führen – eine umfassende und exzellente Basis für die Aufnahme in eine der renommierten klassischen oder modernen Ballett- und Tanzakademien.

Martin Schläpfer und die Tanzpädagogen Eva Zamazalová, Young Soon Hue und Paul Haze unterrichten Mädchen und Jungen in drei Altersstufen von ca. 7– 16 Jahren.

Anmelden zum Vortanzen bitte in der

Ballettschule des Balletts  am Rhein Düsseldorf Duisburg

Balletthaus, Niederkasseler Kirchweg 36, 40547 Düsseldorf

Telefon: +49 (0) 211.89 25-340, E-Mail: ballettschule@ballettamrhein.de

Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Opernehe in Dauerkrise, IOCO Aktuell, 10.04.2012


Aktuell

Deutsche Oper am Rhein

Rheinoper: Hohe Zuschüsse, niedrige Einnahmen, mäßige Auslastung 
Oder: Es lebe die Kunst, auch wenn keiner hingeht !

Es gibt ein ganz kleines Problem an der Rheinoper: Bis zum 30. Juni 2012 muß die notorisch klamme Stadt Duisburg der Bezirksregierung einen Sanierungsplan vorlegen. Im Bereich Oper sollen von einem Gesamtetat von €11 Mio  €2,5 Mio eingespart werden. Dieser Duisburger Sanierungszwang berührt damit leider auch die Zukunft der mit Düsseldorf gemeinsam betriebenen Rheinoper!

Deutsche Oper am Rhein Meyer Christoph FOTO Paul Esser Rheinoper Düsseldorf Düsseldorf, Kögraben (c) IOCO

Rückblende: Seit 1962 bilden as Opernhaus Düsseldorf (1.342 Plätze)  und das Theater Duisburg (1.079 Plätze) unter dem Namen Deutsche Oper am Rhein (Rheinoper) eine künstlerisch erfolgreiche aber wirtschaftlich labile Theatergemeinschaft für Oper / Operette / Musical und Ballett. Die Rheinoper stellt mit 535 Beschäftigten ein leistungsstarkes Sängerensembles (56 Solisten) und eine prämierte Tanzcompagnie (48 Tänzer). Zwei Orchester, die Düsseldorfer Symphoniker (130 Musiker) und die Duisburger Philharmoniker (93 Musiker), fungieren auch als Hausorchester der Rheinoper. Soweit der künstlerische Teil.

Wirtschaftliches Handeln spielt in der kommunalen Kulturlandschaft Deutschlands zumeist nur eine nachrangige Rolle. So auch bei der Rheinoper.  Von einem €39 Mio umfassenden Gesamtetat der Rheinoper werden etwa 90%, also €35 Mio, kommunal bezuschusst. Düsseldorf trägt von diesen Zuschüssen mit €24 Mio den Löwenanteil. Duisburg leistete bisher Zuschüsse in Höhe von jährlich €11 Mio wovon weitere €2,5 eingespart werden müssen. Die Einnahmen aus Kartenverkauf und Sponsoring betragen an der Rheinoper auffällig niedrige €4 Mio, oder 10% des Gesamtetat.

Das die vermögende Landeshauptstadt Düsseldorf zur Sanierung der Duisburger Probleme höhere Zuschüsse übernimmt, ist nicht zu erwarten. Friedrich Conzen, Düsseldorfer Bürgermeister und Kulturausschußvorsitzender: “Düsseldorf hat alle Tariferhöhungen übernommen. Mehr geht nicht”. Josef Krings, Alt-OB von Duisburg, meint, “man solle im Niederrhein stärker werben”, vermisst bei ex-Kollegen Leidenschaft für die Kultur und fordert Bezuschussung vom Land.  “Duisburg muß sich zu seiner Oper bekennen”, meldet Düsseldorfs Kulturdezernent Hans-Georg Lohe. Derweil reist Christoph Meyer, Generalintendant durch die örtlichen Parteien und antichambriert für den Fortbestand seiner Rheinoper.

Es ist kennzeichnend an dem kommunalen rheinischen Krisengewusel, daß nur Sparzwänge thematisiert werden, nicht aber die Steigerung der operativen Leistungsfähigkeit der Häuser.  Die niedrigen, selbsterwirtschafteten Einnahmen von €4 Mio nehmen in Diskussionen keinen zentralen Raum ein, wirken fast nebensächlich. Die geringe Auslastungzahl beider Theater, 75% resp. 65%, selbst im deutschen Vergleich problematisch, erfährt nur der gezielt Suchende. Zum Vergleich: die Auslastung der Wiener Staatsoper beträgt 98%. An der hervorragenden Züricher Oper wird 45% des Gesamtetats selbst erwirtschaftet, alle Zahlen sind dort öffentlich einsehbar.

Die Erkenntnis, daß Mittel zur Darstellung von Kunst zu einem “anständigen” Teil durch öffentliche Wertschätzung selbst erwirtschaftet, verdient werden müssen, wird am Ende auch die Rheinoper einholen. Die Duisburger Nöte sind immer und überall. Oder wirtschaftlich konkret: Die Rheinoper muß ihre selbsterwirtschafteten Einnahmen deutlich steigern, um als seriöser kultureller Partner wahrgenommen zu werden. Schade nur, daß solch profane Erkenntnise erst lange kommunale Erkenntnisprozesse durchlaufen müssen.

IOCO / Viktor Jarosch / 10.04.2012