Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Spielplan Juli – September 2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Oper und Ballett am Rhein im Juli und September 2017

 

Di 04.07. – 19.30 Uhr               Ballettpremiere „Young Moves“: Sechs junge Choreographen des Balletts am Rhein zeigen ihre Uraufführungen im Opernhaus Düsseldorf

Sa 08.07. – 19.00 Uhr               Festliche Operngala präsentiert vom Freundeskreis der Deutschen Oper am Rhein mit Stargast Thomas Hampson im Opernhaus Düsseldorf

Di 18.07. bis  So 23.07              Andrew Lloyd Webber & Tim Rice „Evita“: Gastspiel im Opernhaus Düsseldorf

Fr 08.09. – 20.00 Uhr                3. Haniel Klassik Open Air auf dem Vorplatz des Theaters Duisburg

So 17.09. – 17.00 Uhr               „La Cenerentola“ à la carte: Spielzeitstart mit unterhaltsamem Rahmenprogramm im Opernhaus Düsseldorf

Sa 23.09. – 19.30 Uhr               Ballettpremiere b.29: George Balanchine: Mozartiana / Martin Schläpfer: Konzert für Orchester / Jerome Robbins: The Concert im Opernhaus Düsseldorf

Sa 23.09. – 19.30 Uhr               Giacomo Puccini: Turandot. Wiederaufnahme im Theater Duisburg

Do 28.09. – 18.00 Uhr              Familienopernwerkstatt zu Gerald Reschs „Gullivers Reise“ im Theater Duisburg


Mit der Ballettpremiere „Young Moves“ am 4. Juli, der festlichen Operngala mit Stargast Thomas Hampson am 8. Juli sowie letzten Vorstellungen von Martin Schläpfers Ballettprogramm b.32 „Petite Messe solennelle“, Richard Wagners „Das Rheingold“, Giacomo Puccinis „Tosca“, Giuseppe Verdis „Don Carlo“, Gaetano Donizettis „Lucia di Lammermoor“ und Oliver Knussens Familienoper „Wo die wilden Kerle wohnen“ zeigt die Deutsche Oper am Rhein vor Beginn der Theaterferien noch einmal ein breit gefächertes Opern- und Ballettprogramm in Düsseldorf und Duisburg. Ab 18. Juli macht sie in Düsseldorf die Bühne frei für das Gastspiel „Evita“ von Andrew Lloyd Webber & Tim Rice.

Mit Ideen experimentieren und eigene Kreationen auf die Bühne bringen: In der vergangenen Saison haben Martin Schläpfer und Remus ?uchean? mit „Young Moves – Plattform Choreographie Ballett am Rhein“ ein neues Format geschaffen, das spontan Publikum und Presse begeistert hat. Es bietet dem choreographisch ambitionierten Nachwuchs in der Compagnie die Chance, eigene Uraufführungen zu entwickeln, mit ihren Kollegen umzusetzen und im Rahmen eines großen Opernhauses professionell umzusetzen. Sechs Uraufführungen mit einer Aufführungsdauer von jeweils etwa 15 Minuten feiern am Dienstag, 4. Juli, um 19.30 Uhr Premiere im Opernhaus Düsseldorf: Neben Wun Sze Chan, So-Yeon Kim, Michael Foster und Boris Randzio, die bereits in der vergangenen Spielzeit eigene Kreationen auf die Bühne gebracht haben, stellen sich erstmals Chidozie Nzerem und Sonny Locsin mit ihren choreographischen Ideen vor.

Für große Opern-Emotionen sorgt unter freiem Himmel und bei freiem Eintritt am Freitag, 8. September, ab 20.00 Uhr das 3. Haniel Klassik Open Air auf dem Vorplatz des Theaters Duisburg. Bereits zum dritten Mal in Folge ermöglicht das renommierte Duisburger Familienunternehmen gemeinsam mit den Duisburger Philharmonikern und der Deutschen Oper am Rhein ein großes Konzert mit einem abwechslungsreichen Programm von Klassik über Jazz bis Rock, moderiert von Entertainer Götz Alsmann und musikalisch geführt von Generalmusikdirektor Axel Kober.

Mit der Wiederaufnahme der legendären „La Cenerentola“-Produktion von Jean Pierre Ponnelle feiert die Deutsche Oper am Rhein im Opernhaus Düsseldorf am Sonntag, 17. September, den Spielzeitstart als musikalische und kulinarische Rossini-Delikatesse. Ab 17.00 Uhr lädt das Haus zu einem unterhaltsamen Rahmenprogramm mit dramaturgischen Rossini-Petitessen und italienischen Gaumenfreuden ein. Um 18.30 Uhr beginnt die Vorstellung von „La Cenerentola“ zum Spielzeitstart-Sonderpreis von 25,00 und 20,00 Euro auf allen Plätzen.

 

Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein

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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner , IOCO Aktuell, 20.6.2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Der Ring des Nibelungen an der Rheinoper

Termine und Betrachtung 

Rheinoper Duesseldorf / Ring des Nibelungen-Regisseur Dietrich W. Hilsdorf © Susanne Diesner

Rheinoper Duesseldorf / Ring des Nibelungen-Regisseur Dietrich W. Hilsdorf © Susanne Diesner

27 Jahre nach der letzten Neuinszenierung bringt die Deutsche Oper am Rhein Richard Wagners vierteiligen Opernzyklus Der Ring des Nibelungen in der Regie von Dietrich W. Hilsdorf auf die Bühne.

Nicht nur hier am Rhein wird sie mit Spannung erwartet: die Premiere von Das Rheingold am Freitag, 23. Juni 2017 im Opernhaus Düsseldorf. Dem Auftakt lässt die Deutsche Oper am Rhein Die Walküre (Premieren 28.1.2018 Düsseldorf, 31.5.2018 Duisburg), Siegfried (Premiere 7.4.2018 Düsseldorf, 26.1.2019 Duisburg) und, erst 2018/19, die Götterdämmerung  (27.10.2018 Düsseldorf, 5.5.2019 Duisburg) folgen. Generalmusik­direktor Axel Kober – regelmäßiger Gast bei den Bayreuther Festspielen – erarbeitet den neuen Ring am Rhein mit beiden Orches­tern, den Düsseldorfer Sym­pho­­nikern und den Duisburger Philharmonikern, so dass Der Ring mit unterschied­lichen Sängerbesetzun­gen bis zum Sommer 2019 sowohl im Opernhaus Düsseldorf als auch im Theater Duisburg zur Aufführung kommt.

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold - Maria Kataeva (Wellgunde), Anke Krabbe (Woglinde) und Michael Kraus (Alberich) – © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold – Maria Kataeva (Wellgunde), Anke Krabbe (Woglinde) und Michael Kraus (Alberich) – © Hans Jörg Michel

Richard Wagners Dystopie der alten und Utopie der neuen Gesellschaft

Eine Betrachtung von Albrecht Schneider

Gegen Ende des Neunzehnten Jahrhunderts verdämmerte allmählich der Mythos des Goldes, das Licht des Kapitals flammte nunmehr in den Kontoren und Börsensälen auf. Sofern Goldtaler und Goldmark in der Hand noch warm, verheißungsvoll schimmerten, so wirkte das Kapital kalt und fern, ja unheimlich. An die Stelle der Schatztruhen traten die Kontobücher mit Zahlenkolonnen, an deren Länge unter dem Strich sich Bedeutung und Macht ablesen ließen.

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold - Die Rheintoechter - Anke Krabbe (Woglinde), Maria Kataeva (Wellgunde), Ramona Zaharia (Floßhilde) © Susanne Diesner

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold – Die Rheintoechter – Anke Krabbe (Woglinde), Maria Kataeva (Wellgunde), Ramona Zaharia (Floßhilde) © Susanne Diesner

Das Kapital genießt keinen zweifelsfreien Ruf, was es zu einem guten Teil dessen frühem Interpreten Karl Marx verdankt. Seiner Natur gemäß kommt es indessen gleich dem Gold weder gut noch böse, weder moralisch noch amoralisch daher. Sein Benehmen verantwortet einzig, wer darüber verfügt. Dass heutzutage weitgehend nicht länger die Politik das Schicksal ist, wie seinerzeit Napoleon gegenüber Goethe argumentierte, vielmehr statt ihrer das Kapital, das sollte inzwischen sogar einem bislang ökonomisch Unbedarften aufgegangen sein. Zu derlei Einsicht verhelfen Banken, die in ihrer Gier selbst das ärmste Würstchen zu verschlingen sich anschickten – und gegebenenfalls weiter verschlingen werden–, wie man sich mittlerweile dem Kraftfeld der globalen Konzerne und Kartelle ausgeliefert weiß und sich ebenso wenig der stillen Manipulation durch die Netzwerkgiganten zu erwehren vermag.

Mit der großen Erzählung Der Ring des Nibelungen stimmt Richard Wagner auf wahrlich meisterhaft kunstvoll musikalische Weise ein Lied an von den zerstörenden Taten, zu denen das Kapital, das bei ihm das Gold verkörpert, anzustiften vermag. Das im Grunde des Rheins ruhende und daher im Grunde unschuldige Metall wird zu einem Ring, einem fluchbehafteten Instrument geschmiedet, das den Untergang einer Gesellschaft und ihrer Götter heraufbeschwört: sie haben an die Stelle der Liebe zu den Anderen die Herrschaft über sie gesetzt. Auch wenn sich die Geschichte vor Anbeginn der Zeiten zuträgt, bleibt sie gleichwohl zeitlos.

Das Ende der Welt ist seit dem Ende des Zweiten Großen Krieges längst keine unrealistische Schreckensvision mehr, sondern ein Akt, den die Inhaber der Mittel dazu allzeit zu leisten imstande sind. Wenn sie nicht die Liebe zu den Menschen daran hindert, wer oder was sollte sie dann daran hindern?

Deutsche Oper am Rhein / Bühnenbildentwurf für "Das Rheingold" von / © Dieter Richter

Deutsche Oper am Rhein / Bühnenbildentwurf für „Das Rheingold“ von / © Dieter Richter

Der Komponist und Librettist des vier Abende beanspruchenden Gesamtkunstwerkes ist nicht allein ein „Orpheus alles heimlichen Elends“, als den ihn Friedrich Nietzsche apostrophierte, sondern zugleich ein Rhapsode der Liebe. Es finden sich in seinem Opus Magnum vielerlei große und kleine Liebende, nur dass sie oft nicht aus dem Schatten der großen und kleinen Hassenden heraustreten. Deren Gier nach dem Gold, auf dessen Besitz Herrschaft zu gründen scheint, weckt in ihnen üble Kräfte, die jeden und jede und sie selbst mehr oder minder deformieren. Erst wenn das Gold auf dem Grunde des Rheins seine Unschuld zurückgewinnt und die Macht in den Händen der Liebenden liegt, sich das Kapital ausschließlich human gebärdet, wird der Ewige Frieden gestiftet sein.

Das ist Richard Wagners Idee von einer Neuen Gesellschaft, die er nicht unbedingt in dem Hörnergedröhn eines stets gutgelaunten Siegfrieds oder dem Posaunen- und Basstrompetengetöse eines Hexentanzes von Walkürenritt entwirft, sondern eher mit dem leisen, anschwellenden und wieder verebbenden schier endlosen Strom der Musik. Mit der des Rheingolds, des Vorabends der drei folgenden Dramen, hebt die Erzählung an, wird der Anfang des kunstvollen Netzes der Themen und Motive gewirkt, die den Augenblick fassen, die Vergangenheit zurückrufen und von der Zukunft reden. Der Ring des Nibelungen bleibt eine Herausforderung schlechthin für diejenigen, die sich dem Riesenwerk aktiv oder passiv, als Künstler wie als Zuhörer stellen. Die Deutsche Oper am Rhein nimmt sie an, und mithin harrt man sehnsuchts- wie erwartungsvoll darauf, dass mit dem tiefen Es der Kontrabässe der Mythos vom Anfang und Ende der Menschen und ihrer Götter zu tönen beginnt.

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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere Rheingold, 23.06.2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold - Maria Kataeva (Wellgunde), Anke Krabbe (Woglinde) und Michael Kraus (Alberich) – © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold – Maria Kataeva (Wellgunde), Anke Krabbe (Woglinde) und Michael Kraus (Alberich) – © Hans Jörg Michel

Der Ring des Nibelungen an der Rheinoper

Premiere Das Rheingold in Düsseldorf

Nicht nur hier am Rhein wird sie mit Spannung erwartet: die Premiere von Das Rheingold am Freitag, 23. Juni, im Opernhaus Düsseldorf. 27 Jahre nach der letzten Neuinszenierung bringt die Deutsche Oper am Rhein Richard Wagners vierteiligen Opernzyklus Der Ring des Nibelungen in der Regie von Dietrich W. Hilsdorf auf die Bühne. Axel Kober hat die musikalische Leitung. In der Opernwerkstatt mit offener Probe gibt er zusammen mit dem Regieteam schon am Montag, 19. Juni, um 17.00 Uhr im Opernhaus einen interessanten Einblick in die Produktion. Der Eintritt ist frei.

Für Axel Kober geht mit der Neuproduktion von Richard Wagners Ring des Nibelungen ein Traum in Erfüllung: Der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, der seit 2013 auch regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen dirigiert, bringt das Opus magnum bis zum Sommer 2019 mit beiden Orches­tern – den Düsseldorfer Sym­pho­­nikern und den Duisburger Philharmoni­kern – und unterschied­lichen Sängerbesetzun­gen sowohl im Opernhaus Düsseldorf als auch im Theater Duisburg zur Aufführung und knüpft damit an die große Wagner-Tradition der Deutschen Oper am Rhein an.

Der Regisseur Dietrich W. Hilsdorf, den Generalinten­dant Christoph Meyer zusammen mit Dieter Richter (Bühnenbild) und Renate Schmitzer (Kostüme) für die Neuproduktion gewonnen hat, betrachtet die Inszenierung des vierteiligen Opernzyklus als ergebnis­offenen Prozess: „Uns ist wichtig, jedes Stück für sich zu denken und daraus die Verknüpfungen für den gesamten ‚Ring‘ entspringen zu lassen. ‚Das Rheingold‘, in dem alle Konflikte der Tetralogie schon angelegt sind, kann wie eine Collage aus Bildern des Bürgertums im 19. Jahr­hundert betrachtet werden, in dessen Idylle die wirtschaftlichen und sozialen Krisen einbrechen.“

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold - Norbert Ernst (Loge), Michael Kraus (Alberich), Simon Neal (Wotan) © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Das Rheingold – Norbert Ernst (Loge), Michael Kraus (Alberich), Simon Neal (Wotan) © Hans Jörg Michel

„Das Rheingold“ in Düsseldorf bietet spannende Begegnungen mit renommierten Gastsolisten und Wagner-Interpreten aus dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein: Simon Neal, der hier zuletzt als Telra­mund („Lohengrin“) und Mandryka („Arabella“) gefeiert wurde, gibt sein Debüt als Wotan. Mit Norbert Ernst kehrt der Loge der Bayreuther Festspiele und der Wiener Staatsoper wieder an sein erstes Opernhaus zurück. Der international erfolgreiche Bariton Michael Kraus debütiert als Alberich. Alle weiteren Partien sind mit Solisten aus dem eigenen Ensemble besetzt: Renée Morloc tritt als Fricka, Sylvia Hamvasi als Freia und Susan Maclean als Erda auf. Torben Jürgens und Ovidiu Purcel sind Donner und Froh. Bogdan Talos und Thorsten Grümbel verkörpern die Riesen Fasolt und Fafner, Alberichs Bruder Mime singt Cornel Frey. Anke Krabbe, Maria Kataeva und Ramona Zaharia sind als Rheintöchter zu erleben.

Das Rheingold“ im Opernhaus Düsseldorf:

Fr 23. Juni – 19.30 Uhr (Premiere) / So 25. Juni – 18.30 Uhr / Do 29. Juni – 19.30 Uhr / So 2. Juli – 18.30 Uhr / Mi 12. Juli – 19.30 Uhr / Fr 14. Juli – 19.30 Uhr / So 16. Juli – 15.00 Uhr


Der Ring des Nibelungen – die weiteren Premieren:

Das Rheingold: Sa 4. November 2017 – Theater Duisburg

Die Walküre: So 28. Januar 2018 – Opernhaus Düsseldorf  / Do 31. Mai 2018 – Theater Duisburg

SIEGFRIED: Sa 7. April 2018 – Opernhaus Düsseldorf  /  Sa 26. Januar 2019 – Theater Duisburg

Götterdämmerung: Sa 27. Oktober 2018 – Opernhaus Düsseldorf  /  So 5. Mai 2019 – Theater Duisburg

Pressemeldung Deutsche Oper am Rhein

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Hamburg, Elbphilharmonie, rosalie – eperimentelle Licht- und Raumkunstwerke, IOCO Aktuell, 15.06.2017

Elbphilharmonie Hamburg

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

Elbphilharmonie Hamburg / Lasershow zur Eröffnung © Ralph Lehmann

Trauer um rosalie

Von IOCO / DOR

Noch im April 2017 schrieb IOCO zu rosalie und ihrem Werk zu Mahlers Achter Sinfonie, der Sinfonie der Tausend in der Elbphilharmonie: „Eliahu Inbal, das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, der Chor der Hamburgischen Staatsoper, die Hamburger Alsterspatzen, der Chor Latvija und namhafte Solisten tauchen die Elbphilharmonie in ein musikalisches Feuerwerk, optisch unterstützt durch die Lichtskulpturen von rosalie. Die Stuttgarter Lichtkünstlerin, die schon Wagners Ring in  Bayreuth ins „rechte Licht“ setzte und Hamburgs Staatsopernfassade mit einer Lichtinstallation versah, hat nun dem Konzert noch eine weitere, visuelle Ebene hinzufügt. Nach eineinhalbjähriger Beschäftigung mit dem Thema entwickelte sie ihr Konzept. An sieben von der Decke des Großen Saals der Elbphilharmonie Hamburg hängenden beleuchteten Stelen, die Kirchenfenstern gleichen, inszeniert sie die Kunst-Grenzen des Endlich-Unendlichen. Man kann es verstehen als eine Art ästhetische Reflexion von Mahlers Licht-Ton-Welt. Es sollen höhere Koinzidenzen von Licht- und Musikwelten entstehen. Ein utopischer Präsens „tausend, dann abertausendfach“, von dem man sagen kann: Hamburg leuchtet !“

rosalie, bürgerlich Gudrun Müller, 1953 – 2017, war eine überaus erfolgreiche Künstlerin mit neuartigen, phantasivollen wie experimentellen Raum-, Licht- und Figurenkonzepten. Auch war als Malerin, Installationskünstlerin und Bildhauerin tätig. Als Bühnen- und Kostümbildnerin wirkte sie an den großen Musiktheatern Deutschlands. Am 12. Juni 2017 verstarg rosalie im Alter von 64 Jahren in Stuttgart.

Auch das Ballett am Rhein und die Deutsche Oper am Rhein trauern um die Stuttgarter Künstlerin rosalie. Eine langjährige Zusammenarbeit verband rosalie auch mit Martin Schläpfer, Künstlerischer Direktor und Chefchoreograph des Balletts am Rhein. Seit 2006 pflegten beide eine enge künstlerische Partnerschaft. Zuletzt arbeiteten sie 2014 bei der Uraufführung DEEP FIELD in Düsseldorf zusammen.

„Den Hauch einer Luft von einem anderen Planeten“ wollte sie „zum freien Schweben bringen“ und kreierte eine durch eine Videolichtinstallation zum Leben erweckte Raumskulptur als in faszinierenden Farben schillernde Chiffre für Samuel Becketts „unaussprechliches Heim“, das durch Morton Feldman zu Musik und durch Martin Schläpfer mit dem Ballett am Rhein in der Premiere von NEITHER zu Tanz geworden war. Die Räume, die sie für die Theaterbühne schuf, waren nie einfach nur Räume, es waren Universen, die den Betrachter in ungeahnte Welten entführten. Eine Skulptur, monumental und zugleich äußerst amorph wie ein poröses Gestein, durchspannte auch den Bühnenraum zu DEEP FIELDMartin Schläpfers abendfüllendes Tanzstück zu einer Auftragskomposition von Adriana Hölszky, mit dem Ballett am Rhein uraufgeführt im Mai 2014: Erdschichten türmten sich auf wie die Plattenverschiebungen verschiedener Kontinente und im nächsten Moment schien ein überdimensionales Geisterschiff über die Bühne zu schweben.

Ballett am Rhein Duesseldorf / b_04 NEITHER © Gert Weigelt

Ballett am Rhein Duesseldorf / b_04 NEITHER © Gert Weigelt

Seit ihrem ersten gemeinsamen Werk Gota de Luz auf Beethovens 7. Sinfonie für das ballettmainz im Jahre 2006 verband Martin Schläpfer mit rosalie eine enge künstlerische Partnerschaft. Die Zusammenarbeit mit rosalie glich einer Expedition. Sie liebte die noch nicht ausgetretenen Pfade, Wege, von denen man noch nicht wusste, wo sie hinführen, Musik, die noch gar komponiert war. Sie war aber auch eine Zauberin, wusste Alltagsgegenstände in Wunderdinge voller Poesie und Schönheit zu verwandeln. Und sie machte sich immer wieder auch neueste Erkenntnisse der Materialforschung zunutze wie etwa in Jean-Philipp Rameaus Castor et Pollux, für die Martin Schläpfer rosalie einmal mehr an die Deutsche Oper am Rhein verpflichtete. Ein riesiges Gebirge aus Kunststoffröhren türmte sie auf, trutziger Olymp und zugleich durchlässige Membran für eine mythische Menschenwelt, in der die ganz großen Grenzüberschreitungen hinein in die Gefilde der Toten und der Götter möglich waren mit den Mitteln der Musik und des Tanzes.

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