Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Oper und Ballett am Rhein – März 2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Turandot © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Turandot © Hans Jörg Michel

Oper und Ballett am Rhein im März 2017

Fr 03.03. – 11.00 Uhr                Premiere Familienoper: Oliver Knussen „Wo die wilden Kerle wohnen“ im Theater Duisburg

Sa 04.03. – 19.30 Uhr               Premiere: Giacomo Puccini „Turandot“ im Opernhaus Düsseldorf

So 05.03. – 11.00 Uhr               Liedermatinee im Foyer – mit Torben Jürgens (Gesang) und Stephen Harrison (Klavier) im Opernhaus Düsseldorf

Fr 10.03. – 19.30 Uhr                Wiederaufnahme: Giuseppe Verdi Aida im Opernhaus Düsseldorf

Sa 18.03. – 19.00 Uhr             AIDS-Gala 2017: 8. Festliche Operngala für die Deutsche Aidsstiftung im Opernhaus Düsseldorf

Mo 27.03. –  19.00 Uhr       Ballettwerkstatt im Opernhaus Düsseldorf: Podiumsgespräch und Probenbesuch zur Premiere von b.31: Schläpfer/van Manen/León & Lightfoot

Do 30.03. – 19.30 Uhr              Wiederaufnahme: Giacomo Puccini Tosca im Theater Duisburg

Deutsche Oper am Rhein / Wo die wilden Kerle wohnen © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Wo die wilden Kerle wohnen © Hans Joerg Michel

Im März …

… feiert die Deutsche Oper am Rhein gleich zwei Premieren: Im Theater Duisburg kommt ab Freitag, 3. März, 11.00 Uhr, mit Oliver Knussens „Wo die wilden Kerle wohnen“ erneut eine phantasievoll und temporeich inszenierte Familienoper auf die Bühne. Die Oper nach Maurice Sendaks berühmtem Bilderbuch nimmt Kinder und Erwachsene mit auf die spannende musikalische Traumreise des kleinen Max zu den „Wilden Kerlen“, mit denen er die wildesten Abenteuer erlebt. Regie führt Philipp Westerbarkei, für die Ausstattung konnte erneut die Kostüm- und Bühnenbildnerin Tatjana Ivschina gewonnen werden. Jede Menge wilder Verwandlungen auf der Bühne sorgen zusammen mit Knussens lautmalerischer Musik in 45 Minuten für pausenloses Opernvergnügen. Es spielen die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Jesse Wong.

Im Opernhaus Düsseldorf öffnet sich am 4. März, um 19.30 Uhr der Vorhang für Giacomo Puccinis „Turandot“. Als Koproduktion mit dem National Kaohsiung Center for the Arts (Weiwuying), Taiwan, präsentiert Regisseur Huan-Hsiung Li seinen Blick aus Fernost auf Puccinis Meisterwerk, der behutsam historische Inhalte mit aktuellen Bezügen verknüpft. Besonders ins Auge fallen die prächtigen Kostüme von Hsuan-Wu Lai, die auf perfekte Weise Symbolkraft und Schönheit miteinander vereinen. In der Titelrolle ist die international gefeierte Linda Watson zu erleben, die seit 2013 wieder dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein angehört. Als Kalaf gastiert Yonghoon Lee, der ebenfalls auf den großen Bühnen der Welt zu Hause ist. Zahlreiche Ensemblemitglieder sind zudem in Rollendebüts zu erleben: Anke Krabbe als Liù, Dmitri Vargin als Ping, Luis Fernando Piedra als Pong, Günes Gürle als Timur sowie Richard Šveda als Mandarin. Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein und der Kinderchor am Rhein ergänzen das Ensemble. Unter der musikalischen Leitung von Wen-Pin Chien spielen die Düsseldorfer Symphoniker.

Noch mehr Puccini gibt es ab Donnerstag, 30. März, um 19.30 Uhr, im Theater Duisburg, wenn „Tosca“, inszeniert als spannender Psychothriller von Dietrich W. Hilsdorf, die Herzen des Publikums erobert. Als Gastsänger sind Cellia Costea in der Titelpartie und Arnold Rutkowski als ihr Geliebter Cavaradossi zu erleben, den skrupellosen Gegenspieler Scarpia gibt Anooshah Golesorkhi. Aus dem Ensemble wirken Torben Jürgens als Angelotti, Peter Nikolaus Kante als Sagrestano und Florian Simson als Spoletta mit, aus dem Opernstudio Beniamin Pop als Sciarrone. Der Chor der Deutschen Oper am Rhein und der Kinderchor St. Remigius ergänzen die Besetzung. Am Pult der Duisburger Philharmoniker steht der bereits mehrfach ausgezeichnete 28 Jahre junge Kapellmeister Aziz Shokhakimov.

Im Opernhaus Düsseldorf triumphieren am Freitag, 10. März , um 19.30 Uhr, zum vorletzten Mal in dieser Spielzeit in Giuseppe Verdis imposanter Choroper „Aida“ Herrschende über Unterdrückte. Am Ende triumphiert jedoch die Liebe, wenn sich die Bühne als Grabplatte auf die Titelheldin herabsenkt und sie dem Glauben an sich und ihre Gefühle dennoch bis zum letzten Moment treu bleibt. Mit  Morenike Fadayomi als Aida, Sergey Khomov als Radamès, Renée Morloc als Amneris, Thorsten Grümbel als König, Adrian Sâmpetrean als Ramfis und Juan Orozco als Amonasro steht ein stimmgewaltiges und szenisch überzeugendes Sängerensemble auf der Bühne. Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein ergänzen die Besetzung. Es spielen die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Kapellmeister Wen-Pin Chien.

Dem besonderen Reiz des Liedvortrags gibt die Deutsche Oper am Rhein in ihrer neuen Serie „Liedermatinee im Foyer“ ein Forum. Bassbariton Torben Jürgens gestaltet am Sonntag, 5. März, um 11.00 Uhr, gemeinsam mit Operndirektor Stephen Harrison am Klavier ein anspruchsvolles Programm aus Franz Schuberts posthum veröffentlichten Zyklus „Schwanengesang“ D 957 und Liedern Viktor Ullmanns. Tickets kosten 12,00 Euro (erm. 6,50 Euro).

Mit der 8. Festlichen Operngala für die Deutsche Aidsstiftung am Samstag, 18. März, um 19.00 Uhr findet unter der musikalischen Leitung von Philippe Auguin im Opernhaus Düsseldorf erneut das hochkarätige Klassik-Event statt, das auf vorbildliche Weise Musikgenuss mit gesellschaftlichem Engagement verbindet. Sängerinnen und Sänger verzichten auf ihre Gage, so dass die Ticketeinnahmen und Spenden der Zuschauer direkt der Deutschen AIDS-Stiftung zur Unterstützung lokaler und internationaler Hilfsprojekte zu Gute kommen. Bei der von Holger Wemhoff moderierten Gala präsentieren sich unter Begleitung der Düsseldorfer Symphoniker in diesem Jahr Maria Kataeva, Jane Archibald, Valentina Nafornita, Golda Schultz, Michèle Losier, Abdellah Lasri, Boris Pinkhasovich, Martin Piskorski, Giacomo Prestia und Sergey Romanovsky. Resttickets kosten zwischen 69,00 und 175,00 Euro.

Ballett am Rhein

Ein neues Programm stellt das Ballett am Rhein am Samstag, 1. April 2017, um 19.30 Uhr im Düsseldorfer Opernhaus vor: Mit „Obelisco“ von Martin Schläpfer, „Adagio Hammerklavier“ von Hans van Manen und „SH-BOOM!“ von Sol León und Paul Lightfoot zeigt b.31 drei Meisterwerke aus der jüngeren Vergangenheit. Erste Eindrücke bietet schon vor der Premiere bei freiem Eintritt die Ballettwerkstatt am Montag, 27. März, um 19.00 Uhr im Opernhaus Düsseldorf.  PMDOR

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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere Turandot von Giacomo Puccini, 04.03.2017

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Turandot - Zoran Todorovich (Kalaf), Linda Watson (Turandot) © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Turandot – Zoran Todorovich (Kalaf), Linda Watson (Turandot) © Hans Jörg Michel

 Turandot von Giacomo Puccini

in fernöstlicher Anmutung kommt am Samstag, 4. März 2017, um 19.30 Uhr, das berühmte Märchen von der schönen wie kaltherzigen chinesischen Prinzessin Turandot auf die Bühne des Düsseldorfer Opernhauses. Weitere Vorstellungen am 8.3.2017, 11.3.2017, 16.3.2016, 19.3.2017, 23.3.2017, 29.3.2017

Deutsche Oper am Rhein / Turandot - Yi-An Chen (Tänzerin), Daniel Djambazian (Mandarin), Chor © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Turandot – Yi-An Chen (Tänzerin), Daniel Djambazian (Mandarin), Chor © Hans Jörg Michel

Als Koproduktion mit dem National Kaohsiung Center for the Arts (Weiwuying), Taiwan, präsentiert Regisseur Huan-Hsiung Li seinen Blick aus Fernost auf Puccinis Meisterwerk, der behutsam historische Inhalte mit aktuellen Bezügen verknüpft. Besonders ins Auge fallen die prächtigen Kostüme von Hsuan-Wu Lai, die auf perfekte Weise Symbolkraft und Schönheit miteinander vereinen.

In der Titelrolle ist die international gefeierte Linda Watson zu erleben, die seit 2013 wieder dem Ensemble der Deutschen Oper am Rhein angehört. Als Kalaf gastiert Yonghoon Lee, der ebenfalls auf den großen Bühnen der Welt zu Hause ist. Zahlreiche Ensemblemitglieder sind zudem in Rollendebüts zu erleben: Anke Krabbe als Liù, Dmitri Vargin als Ping, Luis Fernando Piedra als Pong, Günes Gürle als Timur sowie Richard Šveda als Mandarin. Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein und der Kinderchor am Rhein ergänzen das Ensemble. Es spielen die Düsseldorfer Symphoniker.

Deutsche Oper am Rhein / Turandot -Chor, Extrachor, Statisterie © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Turandot -Chor, Extrachor, Statisterie © Hans Jörg Michel

Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Wen-Pin Chien, der auch in Kaohsiung am Pult stehen wird, wenn voraussichtlich im Oktober 2018 in der Hafenmetropole im Süden Taiwans mit dieser Koproduktion ein hochmodernes Kultur­zentrum für mehr als 6.000 Opern-, Theater- und Konzert­besucher eröffnet wird.

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Es ist die älteste deutsch-chinesische Städtepartnerschaft, die seit mehr als drei Jahrzehnten zwischen Duisburg und der zentralchinesischen Stadt Wuhan besteht. Was zunächst vor allem wirtschaftlich motiviert war, hat längst auch den kulturellen Transfer beflügelt, und das Interesse an China nimmt zu.

Duisburg und das ferne „Reich der Mitte“ pflegen eine sehr rege Beziehung. Erst im vergangenen Jahr war der chinesische Staatspräsident Xi Jinping im Duisburger Hafen zu Gast, um den „Yuxinou“-Güterzug ankommen zu sehen, der seit 2011 regelmäßig auf einer Strecke von mehr als 10.000 km zwischen Duisburg und der Millionenmetropole Chongquin pendelt. Was er an räumlicher Distanz überwindet, das überbrücken andere Einrichtungen an ideeller Distanz. 2009 richtete das Konfuzius-Institut Metropole Ruhr seinen Sitz in Duisburg ein und auch an dem gerade erst zu Ende gegangenen Kunstmarathon CHINA 8 war die Stadt durch das Lehmbruck-Museum und das MKM Museum Küppersmühle mit informativen Ausstellungen über das moderne China und seine Kunst beteiligt. Dass die Deutsche Oper am Rhein nun im Theater Duisburg eine Neuproduktion von Puccinis „Turandot“ ankündigt, mag in diesem Kontext weniger ungewöhnlich erscheinen. Schließlich handelt es sich um ein Standardwerk des internationalen Opernbetriebs, das vor über 90 Jahren von einem italienischen Komponisten geschaffen wurde, der sich damit auch nicht unbedingt als Kosmopolit ausweisen wollte. Doch gerade der gegenwärtige kulturelle Annäherungs- und Öffnungsprozess konnte auf „Turandot“ ein neues Licht werfen, in dem uns China und seine rätselhafte Prinzessin vertrauter werden.

Regisseur Huan-Hsiung Li vergleicht Turandot mit dem heutigen China. „Bevor Turandot ihre Fragen stellt, werden wir an die Vergangenheit erinnert. Das sind keine glorreichen Zeiten oder glücklichen Erinnerungen. Da gibt es Furcht, Erniedrigung und Feindschaft, genau wie in der Geschichte Chinas. Dennoch hadert China nicht mit dem Rest der Welt. Die Prüfungen, von denen das Märchen handelt, sind ein Mittel der Distanz. Aber sie sind auch ein riskantes Unternehmen. Wenn der Aufstieg Chinas die Welt zum Verlierer macht, dann wird die Liebe der Prinzessin ein verzweifeltes Ende finden.“ Für seine Interpretation wählt er einen symbolischen Weg. In der Optik der Bühne und durch die phantasievollen Kostüme soll der Parabelcharakter der Oper bewahrt werden. Als Traumsequenz umgedeutet ist sie aber auch eine Aufforderung, über unser Verhältnis zu China nachzudenken, das trotz aller wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen noch immer viele Rätsel aufgibt. PMDOR

 

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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Premiere b.30 – Ausgesetztsein, 14.01.2016

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Ballett  b.30  in Düsseldorf

Premiere 14. Januar 2017, um 19.30 Uhr, weitere Vorstellungen 21.1.2017, 25.1.2017, 28.1.2017, 31.1.2017, 2´.2.2017, 5.2.2017, 16.2.2017,  18.2.2017, 19.2.2017

mit den Uraufführungen Concerto grosso Nr. 1 von Remus Sucheana und Wounded Angel von Natalia Horecna sowie der von Marco Goecke für das Ballett am Rhein geschaffenen Choreografie Lonesome George widmet Martin Schläpfer sein Programm b.30 ganz dem zeitgenössischen Tanz. Premiere ist am Samstag, 14. Januar 2017, um 19.30 Uhr, im Opernhaus Düsseldorf.

Deutsche Oper am Rhein / b.30 Probe Wounded Angel: Natalia Horecna © Gert Weigelt

Deutsche Oper am Rhein / b.30 Probe Wounded Angel: Natalia Horecna © Gert Weigelt

Seine erste Choreographie stellt Remus Sucheana  mit der Uraufführung Concerto grosso Nr. 1 zur gleichnamigen Komposition von Alfred Schnittke vor. Der aus Rumänien stammende Künstler, dessen tänzerische Laufbahn maßgeblich von Martin Schläpfer geprägt wurde, beschäftigt sich in seinem Ballett mit dem Wechselverhältnis des Einzelnen zur Gruppe.

Deutsche Oper am Rhein / b.30 Probe Concerto grosso Nr. 1: Remus Sucheana © Gert Weigelt

Deutsche Oper am Rhein / b.30 Probe Concerto grosso Nr. 1: Remus Sucheana © Gert Weigelt

Die slowakische Choreographin Natalia Horecna zählt zu den interessantesten Künstlerinnen in der europäischen Tanzszene. Wounded Angel nennt sie ihre Uraufführung, in der sie sich in die seelischen Abgründe aber zugleich auch auf die Suche nach den verborgenen Schönheiten des menschlichen Inneren begibt.

Dazwischen ist mit Marco Goeckes 2015 mit dem Ballett am Rhein in Duisburg uraufgeführtem Lonesome George eines der berührendsten Werke der letzten Jahre nun auch in Düsseldorf zu erleben.

Es thematisiert ein existenzielles Ausgesetztsein, wie es kaum eindringlicher auf die Tanzbühne gebracht wurde.

Mit der musikalischen Leitung von b.30 gibt der junge franko-kanadische Dirigent Jean-Michaël Lavoie sein Debüt bei den Düsseldorfer Symphonikern. PMDOR

b.30 – Premiere Düsseldorf: 14. Januar 2017 19.30, weitere Vorstellungen 21.1.2017, 25.1.2017, 28.1.2017, 31.1.2017, 2´.2.2017, 5.2.2017, 16.2.2017,  18.2.2017, 19.2.2017

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Düsseldorf, Deutsche Oper am Rhein, Der Graf von Luxemburg – Léhar neu geadelt, IOCO Kritik, 11.12.2016

Dezember 11, 2016  
Veröffentlicht unter Deutsche Oper am Rhein, Hervorheben, Kritiken, Operette

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Deutsche Oper am Rhein

Deutsche Oper am Rhein / Oper am Rhein fuer alle Opernhaus © Hans Joerg Michel - www.foto-drama.de

Deutsche Oper am Rhein / Opernhaus © Hans Joerg Michel – www.foto-drama.de

Der Graf von Luxemburg  an der Rheinoper

 Léhars Operette neu geadelt und brillant zur Schau gestellt

Der Graf von Luxemburg:  Weitere Vorstellungen in Duisburg oder Düsseldorf: 17.12.2016, 22.12.2016, 22.12.2016, 26.12.2016, 28.12.2016, 31.12.2016, 06.01.2017, 20.01.2017, 07.02.2017, 26.02.2017, 25.3.2017, 31.03.2017, 11.05.2017

Von Albrecht Schneider

Hi Leute, möchte man an dieser Stelle rufen, ehe Ihr weiterlest, kauft schleunigst ein Ticket und schaut Euch den Grafen selber an. Drei hinreißende Stunden werdet Ihr erleben….

Bereits des Längeren kommt die Operette, die nach dem letzten Krieg vornehmlich in verkitschten Filmen überlebte, im Sog der Musicals und mittels peppiger Inszenierungen wieder, und diese Vokabel wird ihr durchaus gerecht, angetanzt auf den Bühnen der Staats- und Stadttheater. Nach wie vor liefert sie süße Gefühle und transportiert uns in eine schadstoff-freie Umgebung. Allein, nicht unentwegt bleibt der Verstand zugunsten des Sentiments ausgeschaltet, perlt die Musik nicht zwingend wie der Champagner aus der geöffneten Flasche. Das trifft gerade auf den Graf von Luxemburg zu, der zwar nach wie vor mit den unverzichtbaren Versatzstücken wie Liebe und Komik, mit Geld und unreinen Herzen hantiert, sowie üppig musikalisches Schaumgebäck serviert. Nur steigt bei ihm, als einem Kind des zwanzigsten Jahrhunderts, schon einmal der korrumpierbare Mensch aus dem Kostüm, schimmert durch die Schminke das wahre Gesicht. Und in reine Harmonie ist die Geschichte auch nicht durchwegs gebettet, sondern sie wird bisweilen durch Klänge unbequem, die eher der „seriösen“ Musik zugehören.

Deutsche Oper am Rhein / Der Graf von Luxemburg - Michel Cornel Frey (Armand Brissard), Bo Skovhus (René Graf von Luxemburg), Chor © Hans Joerg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Der Graf von Luxemburg – Michel Cornel Frey (Armand Brissard), Bo Skovhus (René Graf von Luxemburg), Chor © Hans Joerg Michel

Regisseur Jens-Daniel Herzog stellt in einem Paris der Jetztzeit einen Grafen vor, dem alles abhanden kam, vor allem das Geld, und dem jetzt noch das letzte abhanden kommt, was ihm nach einem munteren Playboydasein geblieben ist, nämlich die Distinktion seiner adeligen Gesellschaft.

Jens-Daniel Herzog in der Rheinoper © IOCO

Jens-Daniel Herzog in der Rheinoper © IOCO

Für eine halbe Million Francs verkauft er sich an den plutokratischen russischen Fürsten Basil Basilowitsch (steinreiche Russen sind für das Genre Operette seit ihrer Entstehung offenbar nahezu unentbehrlich), indem er zum Schein dessen Liebe, die Sängerin Angèle Didier, ehelicht. Die Dame soll mit ihrem Einverständnis auf diese Weise adelig, mithin zu einer standesgemäßen Partie erhoben und zur Heirat mit dem Russen salonfähig gemacht werden. Die Bedingung für den Grafen besteht darin, bei dem amtlichen Akt des Ringetauschs die potentielle Gattin nicht zu sehen zu kriegen und nach drei Monaten Pseudoehe in die Scheidung einzuwilligen.

Jetzt könnte man denken, das sei weniger eine vergnügliche, eher eine leicht unappetitliche Affäre, und als Operettenstoff kaum brauchbar. Allerdings findet sie im Künstlermilieu statt, und da geht es bekanntlich zwar immer ärmlich, dafür mächtig lustig zu. Dem aus pekuniärem wie feudalistischem Anlass verkuppelten Paar, das absehbar gegen Ende der Vorstellung zueinander finden wird, steht ein buffoneskes gegenüber: der Maler Armand Brissard, ein Freund des Grafen, möchte mit der geliebten Juliette Vermont, vormals Sängerin und nunmehr Zofe der Kollegin Didier, unbedingt intim sein. Eine Kopulation, zu der, ihr prinzipiell zuneigend, sie erst nach Heimkehr vom Standesamt bereit ist. Mit dem daraus resultierenden üblichen Kampf der Geschlechter, ausgetragen in gegenseitiger Körpermalerei, einer Art Action Painting mit weiter dazu gestoßenen Bohemiens und sonstigen Possen, zu denen der zunächst grämliche, danach trunkene Graf seinen letzten Sous beisteuert.

Deutsche Oper am Rhein / Der Graf von Luxemburg - Vlnr: Bruce Rankin, Karl Walter, David Jerusalem, Luis Fernando Piedra, Bo Skovhus © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Der Graf von Luxemburg – Vlnr: Bruce Rankin, Karl Walter, David Jerusalem, Luis Fernando Piedra, Bo Skovhus © Hans Jörg Michel

Somit ist der Knoten geschürzt, und von der Musik angesteckt darf das Spiel der guten wie miesen Gefühle, der Amüsierlust und des Katzenjammers hin zum Happyend beginnen. Aus dem Mit- und Gegeneinander von fünf Figuren mit unterschiedlichen Begierden schlägt die Inszenierung wahre Funken. Die Szene wechselt behende, vor das simple Maleratelier schiebt sich ein lausiges Zimmer, das der Abwicklung des lausigen Heiratsgeschäfts dient. Zu den Hauptfiguren gesellen sich des Fürsten Dreigestirn von russischer Gorillas (Bodyguards), das für mancherlei Slapstickeinlagen gut ist.

Im zweiten Akt wacht ein echter Drache als Pförtner vor dem Bühneneingang des Opernhauses, worin aufgrund ihrer Heirat die Frühverrentung der Sängerin Angèle Didier gefeiert wird. Dort kommt es zu einigen Turbulenzen, weil der Graf, jäh in die Künstlerin und anonyme Gattin verliebt, in deren Garderobe eindringt, Russenfürst und Leibgarde dazwischenfahren und zudem das Buffopärchen zwischen die Fronten gerät. Da tanzt und tobt die überkandidelte Gesellschaft derart herum, um Kritikaster die Nase rümpfen zu lassen ob der Holterdiepolterkomik. Aber geht hier nicht eine Operette über die Bühne?

Wenn die Grand Dame Oper bei soignierten Musikfreunden in höchstem Ansehen steht, so kehren sie dem Töchterchen Operette, als käme es wie ein leichtes, verdrehtes Mädchen angestakst, deswegen verächtlich den Rücken zu. Verglichen mit der altehrwürdigen Mutter wartete das oft hübschere und gewiss leichtsinnigere Kind mit schlichteren Geschichten auf, hüpfen, kreisen und verbiegen sich die Körper anders als in der Opera Seria oder dem Musikdrama. Und das alles passiert zu einer Musik, die den Ohren kaum wehtut.

Deutsche Oper am Rhein / Der Graf von Luxemburg - Susan Maclean (Gräfin Stasa Kokozowa) © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Der Graf von Luxemburg – Susan Maclean (Gräfin Stasa Kokozowa) © Hans Jörg Michel

In der Hotelhalle des 3. Aktes mutiert der Drache durch geschwinde Umkostümierung gleichermaßen zum Concierge, zum Liftboy wie zum Servierfräulein, und empfängt und bedient die just angereiste russische(!) Gräfin Stasa Kokozowa. Die nutzt ihr Couplet: Was ist das für ne Zeit, liebe Leut, um mittels einiger hinzugedichteter Verse dem Publikum zeitnah ein bisschen die Meinung zwar nicht zu geigen, doch immerhin zu singen. Ihrer Rolle obliegt die Lösung des Knotens, indem sie auf das ihr einst gegebene Heiratsversprechen des Fürsten pocht. Der erinnert sich dessen und entbindet das liebend Paar von seinen Verpflichtungen. Hiermit dürfen die zwei in eine bereits geschlossene, bislang nicht vollzogene, bloß hoffentlich beide Partner beglückende Ehe entschreiten.

Ja, wir sind in der Operette, und deren Bedingung ist Tempo, befeuert von der Musik. Bo Skovhus, ein Graf von Habitus und Stimme, lässt sich von ihr treiben. Selten erlaubt sie Momente, in denen die Protagonisten zu sich selbst finden. Dann singt der Luxemburger Aristokrat mit changierender Prosodie und den Banknoten zwischen den Fingern von lachendem Glück und der Liebe, womit sowohl das Geld gemeint sein kann wie die unbekannte ferne Frau, deren Parfüm Trèfle incarnat noch im Raum schwebt. Dessen Duft wird ihn später dazu anstiften, in melancholischen Tönen die eigene unredliche Handlungsweise zu reflektieren. Sein Singen weiß genau, wann Partitur und Augenblick die heldische, die getrübte oder die fidele Klangfärbung fordern.

Deutsche Oper am Rhein / Der Graf von Luxemburg - Bo Skovhus (René Graf von Luxemburg), Juliane Banse (Angèle Didier), Chor © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Der Graf von Luxemburg – Bo Skovhus (René Graf von Luxemburg), Juliane Banse (Angèle Didier), Chor © Hans Jörg Michel

Gleiches lässt sich von Julia Banse sagen, welche die distinguierte wie kokettierende Sängerin Angèle Didier in jeder Hinsicht verlebendigt. Franz Léhars Komposition ist von sinfonischer, von operndramatischer Qualität und der eines Giacomo Puccini, was die Künstler selbst betonen, durchaus ebenbürtig. Bo Skovhus und Julia Banse: Zwei berühmte Namen, die den ihnen vorauseilenden glänzenden Ruf sicht- und hörbar bestätigen. Beider Leistung vor Augen und im Ohr wäre stimmliche Kritik beckmesserisch, weil sie sich nicht unbedingt im Schöngesang äußern müssen, sondern in einer die jeweilige Situation beglaubigenden Klangrede.

Bruce Rankin, der Fürst Basil Basilowitsch, singt sich vortrefflich vom selbstherrlichen Boss über den verliebten Gockel hin zum kapitulierenden Trauerklößchen, Lavinia Dames und Cornel Frey geben das Künstlerpärchen Juliette Vermont und Armand Brissard und stehen den Kollegen in nichts nach. Gewissermaßen in der Nachfolge von Kolumbine und Harlekin agieren sie gleich springlebendigen sinnlichen Rivalen des leicht verdorbenen und berechnenden ersten Paares.

Der Schauspieler Oliver Breite wechselt wie ein Irrwisch die Kleidung und das Geschlecht, um überzeugend sämtliches Hotelpersonal zu mimen, während Susan Mclean als Gräfin Stasa Kokozowa der Zeit und dem Publikum singend die Leviten liest und sich alsbald den Fürsten schnappt.

Deutsche Oper am Rhein / Der Graf von Luxemburg - Bo Skovhus (René Graf von Luxemburg), Cornel Frey (Armand Brissard), Lavinia Dames (Juliette Vermont) © Hans Jörg Michel

Deutsche Oper am Rhein / Der Graf von Luxemburg – Bo Skovhus (René Graf von Luxemburg), Cornel Frey (Armand Brissard), Lavinia Dames (Juliette Vermont) © Hans Jörg Michel

Das Orchester unter Lukas Beikircher macht dem Ensemble ordentlich und con fuoco Beine, denn die Musik will tanzen und tanzen lassen. Dass es manchmal voller Temperament über die eigenen Füße stolpert, was soll’s, trägt es doch die Sänger jederzeit sicher durch die Partitur und unterschlägt oder verschleiert nicht Töne, die unter der Melodielinie bisweilen der scheinbar allseitigen guten Laune widersprechen wollen.

Das vorwiegend soignierte Publikum im Düsseldorfer Opernhaus schien die von Sibylle Gädeke ausstaffierte und von Mathis Neidhardt eingerichtete Operette Der Graf von Luxemburg zu goutieren. Der Beifall zumindest ließ darauf schließen. Sofern sie weiterhin so leichtfüßig und elegant auftritt, dürfte sie den Herrschaften bald richtig ans Herz wachsen. Wie auch immer, Leute, es bleibt dabei: Gehet hin und kauft Euch ein Ticket. Von Albrecht Schneider

Der Graf von Luxemburg:  Weitere Vorstellungen in Duisburg oder Düsseldorf: 17.12.2016, 22.12.2016, 22.12.2016, 26.12.2016, 28.12.2016, 31.12.2016, 06.01.2017, 20.01.2017, 07.02.2017, 26.02.2017, 25.3.2017, 31.03.2017, 11.05.2017

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