Duisburg, Mercatorhalle, Klaviervfestival 2012 Wayne Marshal – The Sound of America, IOCO Kritik, 10.06.2012


Kritik

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Klavier-Festival Ruhr 2012

Mercatorhalle Duisburg

WDR-Orchester, Wayne Marshall, Klavier + Leitung

Georges Gershwin – Abend

The Sound of America

Klavierfestival Ruhr 2012 / Of thee I sing": Wayne Marshall und das WDR Rundfunkorchester Köln bei der Gershwin-Hommage des Klavier-Festivals Ruhr in der Mercatorhalle © KFR/Frank Mohn

Klavierfestival Ruhr 2012 / Of thee I sing“: Wayne Marshall und das WDR Rundfunkorchester Köln bei der Gershwin-Hommage des Klavier-Festivals Ruhr in der Mercatorhalle © KFR/Frank Mohn

Klavierfestival Ruhr 2012 / Wayne Marshall spielte mit dem WDR Rundfunkorchester Köln das "Concerto in F" von George Gershwin © KFR/Frank Mohn

Klavierfestival Ruhr 2012 / Wayne Marshall spielte mit dem WDR Rundfunkorchester Köln das „Concerto in F“ von George Gershwin © KFR/Frank Mohn

Wayne Marshall ist ein Zauberer, ein exzellenter Pianist und Organist, sowie ein Dirigent, von dem wunderbare Impulse ausgehen, die ein Orchester zu Höchstleistungen animieren können. So geschehen am Sonntagabend in der Duisburger Mercator-Halle.

Der am Londoner Royal College of Music ausgebildete englische Musiker ist an allen berühmten Orgeln in Kirchen und Konzertsälen erfolgreich und konzertiert auch als Pianist mit international renommierten Orchestern. Als Gastdirigent leitete er First Class Orchester, wie das Los Angeles Philharmonic Orchestra, das London Symphony Orchestra, sowie last but not least die Berliner Philharmoniker. Sein besonderes Anliegen ist die Musik amerikanischer Komponisten mit Schwerpunkt Georges Gershwin. Nun war er zum zweiten Mal Gast beim Klavierfestival und präsentierte zusammen mit dem WDR- Orchester Köln ein reines Gershwin-Programm.

Gershwin, der selbst nie Jazz schrieb, entnahm aber dem Jazz viele wichtige Elemente für seine eigene musikalische Sprache. Das wurde in seinen gesellschaftskritischen Musicals, wie auch in seiner Oper “Porgy and Bess“ sehr deutlich.

Eröffnet wurde der Abend mit der Ouvertüre zu dem Musical “Of Thee I Sing“ mit dem Gershwin 1931 am Broadway einen großen Erfolg hatte.

Eine rhythmisch sehr pointierte Musik, die da zu hören war, und die von Marshall und dem Orchester schwungvoll dargeboten wurde.

Walter Damrosch, Chefdirigent der New Yorker MET und des Orchesters der Symphonic Society, bestellte bei Gershwin ein dreisätziges Klavierkonzert.

Es wurde 1925 unter Damroschs Leitung und mit Gershwin (der auch ein fabelhafter Pianist war) als Solisten, mit kolossalem Erfolg uraufgeführt.

Wayne Marshall trat mit dem Werk jetzt in Essen in Gershwins Fußstapfen.

Er spielte nicht nur den Solopart, sondern dirigierte auch das Orchester vom Flügel aus. Eine enorme Leistung, wenngleich die Verständigung nicht immer d`accord war und winzige Unebenheiten im Wechsel auszumachen waren.

Trotzdem wurde es eine temperamentvolle, blutvolle Darbietung dieses außergewöhnlichen Konzertes, das mit seinen donnernden Akkorden, Ragetime-Rhythmus und melodischen Arabesken ein typisches Beispiel für die Lyrik Gershwins ist.

Der Solopart ist nicht besonders umfangreich, aber verlangt nach einer stupenden Technik. Die hatte Wayne Marshall in hohem Maße zu bieten.

Das Publikum zeigte sich angetan und erklatschte sich eine Zugabe. Marshall spielte ein virtuoses Stück, offenbar auch von Gershwin, mit vielen Walzer-Zitaten.

Nach der Pause landeten das erstklassige Orchester und der souveräne Dirigent einen weiteren Hit, die 1932 entstandene “Kubanische Ouvertüre“. Es ist ein farbenfrohes mitreißendes Stück. Die Anregung dazu holte sich Gershwin bei einem Kurzurlaub auf Kuba. Marshall und das Orchester erzeugten Bigband-Sound.

Den Abschluss des Konzerts bildete eine große symphonische Suite aus Gershwins Oper “Porgy and Bess“. Ein “Symphonic Picture“ daraus verarbeitet nicht nur die unsterblichen Songs, wie “Summertime“, “I got plenty o`Nuthin“ und “Bess, you are my women now“, sondern auch reine instrumentale Piecen, wie etwa die Sturmmusik des zweiten Aktes. Es nötigte unumschränkte Bewunderung ab, mit welcher schmiegsamer Leichtigkeit und Eleganz Marshall und das Orchester Gershwins Melodien zum Klingen brachten.

Ein feiner, nachhaltiger Abend war das, den das Publikum begeistert aufnahm.

Da der Beifall nicht enden wollte, war man sehr großzügig und gab als Zugabe noch mal die Musical-Ouvertüre, mit der das Konzert begann.

IOCO / UGK / 10.06.2012

Duisburg, Mercatorhalle, Klavierfestival 2012- Schubert-Abend mit Daniel Barenboim, 08.05.2012

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Klavier-Festival Ruhr 2012

Klavierfestival

Mercatorhalle Duisburg © IOCO

Mercatorhalle Duisburg © IOCO

Schubert-Abend mit Daniel Barenboim: Detailliertes Programm steht nunmehr fest!

Das Programm von Daniel Barenboim beim Klavier-Festival Ruhr 2012 steht nunmehr fest. Wie bereits angekündigt, wird er sich bei seinem Auftritt am Di. 8. Mai (20 Uhr) in der Mercatorhalle im CityPalais Duisburg ganz auf das Klavierwerk von Franz Schubert konzentrieren. Neben einer Auswahl von vier Impromptus wird Daniel Barenboim im zweiten Teil Schuberts grandiose Sonate A-Dur D 959 aus dem Jahr 1828 aufführen und damit die vorletzte der von Franz Schubert komponierten Klaviersonaten. Sie gehört in ihrem Bezug zu Schuberts Liedschaffen und dank geradezu einer Überfülle an melodischen und harmonischen Einfällen zu den bei Schubert eher seltenen Fällen, die von Lebensfreude und Zuversicht künden. Robert Schumann verehrte das Werk und schwärmte von den „himmlischen Längen“, die Schubert der Musikwelt damit geschenkt hat.

Daniel Barenboim gehört zu den Künstlern, die dem Klavier-Festival Ruhr seit vielen Jahren die Treue halten. Unvergessen sind Höhepunkte wie die Gesamtaufführung der Klavierkonzerte von Beethoven, Chopin und Liszt, die er zusammen mit der Staatskapelle Berlin beim Klavier-Festival Ruhr aufführte. Die Aufzeichnungen der Konzerte auf DVD und CD sind als Live-Mitschnitte vom Klavier-Festival Ruhr weltweit verfügbar. Aber auch als Dirigent sowie als Kammermusikpartner mit jungen Musikern des von ihm gegründeten „West Eastern Divan Orchestra“ setzte Barenboim beim Klavier-Festival Ruhr künstlerische Impulse.

Karten für das Konzert sind über die bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich sowie über die Tickethotline (01805 – 500 80 3 ) oder direkt und platzgenau im Internet (www.klavierfestival.de).

Pressemeldung Klavierfestival Ruhr

Duisburg, Mercatorhalle, Klavierfestival Ruhr 2011, Klavierabend mit András Schiff, IOCO Kritik, 08.07.2011


Kritik

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Klavier-Festival Ruhr 2011

Klavierfestival Ruhr

Mercatorhalle Duisburg

Mercatorhalle Duisburg © IOCO

Mercatorhalle Duisburg © IOCO

Klavierabend András Schiff, „Variationen“

Klavierfestival Ruhr / Andres Schiff © Klavierfestival Ruhr

Klavierfestival Ruhr / Andres Schiff © Klavierfestival Ruhr

Klavierfestival Ruhr 2011 / András Schiff © Klavierfestival Ruhr

Klavierfestival Ruhr 2011 / András Schiff © Klavierfestival Ruhr

 Nun schon zum 10. Mal ist der ungarische Pianist András Schiff zu Gast beim Klavierfestival Ruhr. Der vielfach mit Preisen ausgezeichnete Künstler bekam 2009 auch den Preis des Klavierfestivals verliehen. In diesem Jahr spielte er ausschließlich Variationsstücke von Mozart, Mendelssohn-Bartholdy, Haydn und Beethoven.

Zwölf Variationen über ein Allegretto, B-Dur, KV500“ sind raffinierte Fingerübungen, vertrackt in den Übergriffen und in einem flotten Gavotte-Tempo. Schiff spielte die Stücke meisterhaft, insbesondere die schwierige 8. Variation mit ihrer ausgeklügelten Technik.

Feierlicher, erhabener sind dagegen Felix MendelssohnsVariations sérieuses, D-Moll, op. 54„. Die 17 Variationen sind das „klavieristische Meisterwerk“ des Komponisten und stellen hohe technische Anforderungen an jeden Pianisten. Beliebt ist das Stück nicht nur wegen seiner deutlichen formalen Gliederung, sondern auch weil das Thema in allen Variationen immer präsent ist. Schiff spielte das Stück brillant mit schier unglaublicher Flexibilität in den Läufen und der Hörer genoss es, ihm dabei zuzuschauen.

Schiff spielte nun die 1793 entstandenen „Variationen in F-Moll“, Hob. XVIII:6“ von Joseph Haydn, die dieser in Wien schrieb, zwischen seinen beiden Londoner Aufenthalten. Es sind vielfach melancholische Stücke, die Haydn – wie so häufig – in Dur und Moll gegeneinander variiert. Schiff gestaltete sie mit feinsten dynamischen Abstufungen, effektvoll und in schillernden Klangschattierungen.

Eine der letzten Kompositionen von Robert Schumann sind die „Variationen über ein eigenes Thema, Es-Dur„, die sogenannten „Geistervariationen„. In Schiffs Spiel kam das grüblerische in diesen Stücken ebenso zum Ausdruck, wie die klangliche und rhythmische Vielfalt.

Höhepunkt dieses Klavierabends wurden die von András Schiff nach der Pause
interpretierten „Variationen über einen Walzer von Anton Diabelli, C-Dur op. 120“ von Ludwig van Beethoven. Es ist einfach genial, was Beethoven aus diesem einfachen, hübschen Walzerchen alles gemacht hat. Und mit sichtlichem Spaß vergnügte sich András Schiff damit, zu unserer Freude. Schiff vermittelte nicht nur seine Fingerfertigkeit, die Präzision seines Anschlages und die hochgradige Musikalität, sondern beeindruckte durch die inhaltliche Größe der Gestaltung. Seine verschmitzte Mimik bei manchen Stücken, wie bei Nr. 22 auf das Mozartthema war absolut sehenswert.
Es war ein hoch befriedigender Abend. Das enthusiasmierte Publikum, im so gut wie vollbesetztem Haus, erhob sich von den Plätzen und feierte den Künstler frenetisch.

IOCO / UGK / 08.07.2011

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Duisburg, Mercatorhalle, Klavierfestival, Ivo Pogorelich und die Polnischen Kammerphilharmonie, IOCO Kritik, 09.06.2010


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Mercatorhalle Duisburg

Mercatorhalle Duisburg © IOCO

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Ivo Pogorelich und der Polnischen Kammerphilharmonie
Mercatorhalle Duisburg 9.6.2010

Der Bericht über den Konzertabend mit Ivo Pogorelich und der Polnischen Kammerphilharmonie unter der Leitung von Wojchiech Rajski in der Duisburger Mercatorhalle möchte sich heute aus Respekt vor dem ehemals großen Pogorelich die Freiheit nehmen, einen sehr großen Mantel des Schweigens zu hüllen über den bedauernswerten und wahrlich nicht ernst zu nehmenden ersten Teil des Abends, der sich Tschaikowskys Erstem Klavierkonzert in b-Moll widmete.

In dem zweiten Teil nach der Pause erklang die 8. Symphonie in G-Dur des böhmischen Komponisten Antonin Dvorák. Mit der 8. Symphonie komponierte Dvorák einen lyrischen, gelösten Kontrast zu der düsteren Stimmung der 7. Symphonie. 1889 entstanden, weist sie mit ungewöhnlicher Besetzung (unter anderem Piccolo und Englischhorn) und Auflockerung der traditionellen Form auf. Von der Landschaft von Dvorák’s Sommersitz und böhmischen Volksweisen inspiriert, hört man Naturlaute, Fanfaren oder rhapsodieähnliche Elemente. Der zweite Satz beispielsweise ist ein rhapsodieartiges Adagio in c-moll und 2/4-Takt und von Tschaikowsky beeinflusst.

Das außerordentlich junge Ensemble der Polnischen Kammerphilharmonie unter der Leitung seines Gründers Wojchiech Rajski gehört mittlerweile zu den herausragenden Kammerorchestern Europas, das in den wichtigsten Musikzentren Europas konzertiert und zahlreiche Aufnahmen für verschiedene Rundfunkanstalten und CD-Produktionen eingespielt hat.

Rajski und sein Orchester schaffen es, aus dem reichen Farbenspektrum des Werkes alle Nuancen heraus zu holen und trumpfen mit großer Spielfreude auf. Die Gestaltung gelingt ihnen dynamisch, spannungsreich und intensiv. Eine sehr schöne und liebevolle Interpretation des Stückes, wahrlich Labsal für alle Beteiligten nach der desaströsen und bizarren 1. Hälfte des Abends.

Das Publikum belohnte das Durchhaltevermögen aller mit viel Applaus und erklatschte sich eine Zugabe: den zauberhaften 2. Satz „Polka“ aus der Kleinen Suite für Orchester von Witold Lutoslawski von 1951. Ein kurzes, humorvolles Stück von treibender Kraft – die kleine Süßspeise zum Schluß!

IOCO / NN / 09.06.2010

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