Dresden, Staatsoperette Dresden, Die verkaufte Braut, IOCO Kritik, 15.05.2014

Mai 21, 2014  
Veröffentlicht unter Kritiken, StaatsOperette Dresden

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Staatsoperette Dresden

Die verkaufte Braut von Bédrich  Smetana 
Premiere am 02.05.2014 – Besuchte Vorstellung am 15.05.2014

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Unter den gut ein halb Dutzend Opern des böhmischen Meisters Bédrich Smetana (1824-1884) ist Die verkaufte Braut nach wie vor ein Publikumsrenner. Die anderen Werke, so gut sie auch sind, fristen ein Schattendasein. Smetana starb 1884 völlig taub und umnachtet in Prag.

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Sein Meister- und Erfolgswerk wurde am 30. Mai 1866 in einer zweiaktigen Fassung in Prag uraufgeführt. War das Stück zunächst ziemlich erfolglos, änderte sich das nach einer Umarbeitung. Einige Musiknummern kamen hinzu. Aus zwei wurden drei Akte. Die endgültige Fassung erfolgte 1871 in St.Petersburg. Das Libretto schrieb Karel Sabina in tschechischer Sprache.
Es gibt einige deutsche Textfassungen u.a. von Max Kalbeck und von Richard Batka. Die Staatsoperette verwendete für ihre Neuproduktion die Fassung von Batka,

Andreas Schüller, der neue musikalische Leiter der Staatsoperette, gab ein flottes Tempo vor. Das Vorspiel war der reinste Geschwindmarsch. Aber auch in den Ensembles und in den Arien ging es flott voran. Selten nur wurde den Sängern eine Fermate gegönnt. Es war die flotteste “Verkaufte Braut“, die der Schreiber dieser Zeilen in seinem langen Rezensenten-Leben gehört hat. Der Chor und auch die Solisten hielten wacker mit.

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Aber dieses angezogene Tempo hatte auch einen Vorteil. Es kompensierte den gelegentlichen Leerlauf in den beiden ersten Akten.
Erst im Zirkusbild des dritten Akts kam Stimmung auf. Da ging es voll zur Sache. Solisten, Chor und Tänzer wetteiferten mit überbordender Spielfreude die dort sehr schönen Einfälle der Regie umzusetzen.

Nicht, dass die Regiearbeit von Arne Böge ein Reinfall gewesen wäre, beileibe nicht. Seine Personenführung war ausgezeichnet. Aber es fehlte der Schwung in den ersten beiden Akten. Der “Spaß an der Freud“, den man im dritten Akt an den Tag legte, wäre in den ersten beiden Akten auch gut zu vermitteln gewesen.

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Die Ausstattung von Hendrik Scheel gefiel in ihrer Buntheit. Besonders die Kostüme erfreuten. Auch die Choreografie, die Radek Stopka erarbeitet hatte,
zeigte Klasse. Stopka konnte mit den üppig vorhandenen Tänzen in dieser Oper doch viel anfangen. Die Ballettmitglieder sowie der Chor und Extrachor, die von Thomas Runge einstudiert wurden, gaben ihr bestes.

Durchwegs gab es gute Leistungen bei den Solisten. Wenn Steffen Schantz als Hans (der seine Braut verkaufte) nicht gelegentlich seine bombige Höhe kraftstrotzend eingesetzt hätte, wäre er noch sympathischer gewesen. Seine Marie war Tatjana Gazdik (die verkaufte Braut) und gefiel durch einen gut sitzenden Sopran mit schöner, offener Höhe, wenngleich bei etwas steifem Spiel.

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Staatsoperette Dresden / Die verkaufte Braut © Stephan Floß

Frank Blees (der Heiratsvermittler) war ein überlegener und sympathisch schlitzohriger Bursche. Er brauchte nicht großspurig auftrumpfen, hatte er doch eh alle Fäden in der Hand. Sein klangvoller Bass-Bariton wurde souverän mit den Klippen dieser Basspartie fertig.

Andreas Sauerzapf als Wenzel der Stotterer (Sohn von Micha dem Grundbesitzer. Er soll Marie heiraten, macht sich aber mit Esmeralda, einer Zirkustänzerin vom Acker) wartet mit feinen Spieltenortönen auf, weis auch Kraft zu entwickeln und ist ein agiler Darsteller und höchst sympathisch.

Christian Grygas und Elke Krottmair (Maries Eltern), Herbert G. Adami und Carolin Masur (die Eltern von Hans) waren prächtige Typen und sangen tadellos, wie auch die Sänger all der weiteren kleineren Rollen. Die Dresdner lieben ihre Staatsoperette, was auch an diesem Abend beim reichlich gespendeten Beifall offenkundig wurde.    IOCO / UGK / 15.05.2014

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Dresden, Staatsoperette Dresden, Gala zur Eröffnung der Spielzeit 2013/14, IOCO Kritik, 03.10.2013

Oktober 7, 2013  
Veröffentlicht unter Kritiken, StaatsOperette Dresden

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Kritik

Staatsoperette Dresden

Gala zur  Spielzeiteröffnung  2013/14  am 3.10.2013:   “Auftakt“

Staatsoperette Dresden /Andreas Schüller © Stephan Floß

Staatsoperette Dresden /Andreas Schüller © Stephan Floß

Wie schon in einigen Jahren zuvor, wurde die neue Spielzeit in der Staatsoperette mit einem Gala-Konzert eröffnet. Nach dem Erfolg mit denKonzerten am 7. und 8. September, gab es noch eine Reprise am 3. Oktober.

Die Veranstaltung “Auftakt“ in diesem Jahr wurde vom neuen Chefdirigenten Andreas Schüller geleitet und sehr launig und informativ moderiert. Schüller hatte dafür ein Programm zusammengestellt, das eine “Rückschau seiner bisherigen Karriere bot und Ausblicke auf sein künftiges Schaffen“.

Der gebürtige Berliner begann seine Dirigenten-Karriere an der Wiener Volksoper und sein Weg führte ihn über Wiesbaden, Köln, Leipzig und Berlin, nun an die Dresdner Staatsoperette. Schüller und das bestens gelaunte Orchester der Staatsoperette eröffneten straff und nervig den Abend mit Mozarts Ouvertüre zu “Le Nozze di Figaro“.

Der Hexenritt aus Humperdincks “Hänsel und Gretel“ war durch seine rhythmische Prägnanz ein Ohrenschmaus, wie auch das Vorspiel zum 4. Akt der “Carmen“ von Georges Bizet. Doch der Höhepunkt war die fulminant gestaltete Ouvertüre von Wagners “Der Fliegende Holländer“. Da brauste der Sturm durch die Pulte bis zum furiosen Finale. Wunderbar!

Das letzte Orchesterstück gab einen kleinen Vorgeschmack auf die im Mai 2014 anstehende Premiere von “Die verkaufte Braut“ von Bedrich Smetana. Schüller und das Orchester servierten – spritzig im Klang und flott im Tempo – den Tanz der Komödianten und den Furiant.

Aber zwischen diesen orchestralen Piecen gab es natürlich auch vokale Ohrwürmer und vielfachen Ohrenschmaus, wie zum Beispiel das Duett zwischen Boccaccio und Fiametta aus Suppés “Boccaccio“. Antigone Papoulkas in der Rolle des Boccaccio und Jessica Glatte sangen es stimmlich opulent und gestalteten es mit einem erotischen Touch sehr superb.

Staatsoperette Dresden /Andreas Schüller © J. Grobshäuser Fotoclub Dresden 74 e.V.

Staatsoperette Dresden /Andreas Schüller © J. Grobshäuser Fotoclub Dresden 74 e.V.

Ganz prächtig gesungen von Antigone Papoulkas war das Zigeunerlied der Carmen aus der gleichnamigen Oper von Georges Bizet. Weniger gefallen konnte die Sängerin als Mozarts Dorabella. Die geriet ein wenig spröde.

Die Primadonna der Staatsoperette, Ingeborg Schöpf, erfreute mit dem Lied der Lisa “Ich möcht` wieder einmal die Heimat sehen“ aus Léhars “Das Land des Lächelns“. Zusammen mit Steffen Schantz sang sie danach das hübsche Duett “Still gestanden! Kerzengrade!“ aus Leo Falls “Madame Pompadour“.

Steffen Schantz vor vorher schon mit der hübschen Arie des Blaubart aus der  Operette “Ritter Blaubart“ von Offenbach zu hören. Das machte er sehr gut.

Geradezu hinreißend sang Ingeborg Schöpf  die Arie der Tosca “Vissi d´arte“ aus der gleichnamigen Oper von Giacomo Puccini, makellos in der Tongebung und in der musikalischen Gestaltung.

Am 25. Oktober wird an der Staatsoperette Kurt Weills Broadway-Operette “The Firebrand of Florence” (1945) ihre europäische szenische Erstaufführung unter dem Titel “Viel Lärm um Liebe“ erleben, eine Geschichte um den Goldschmied und Bildhauer Benvenuto Cellini. Es ist eine erotisch-doppelbödige Vierecksgeschichte mit operettenseligem Happyend.

Gleichzeitig ist diese auch für Andreas Schüller die erste Premiere am Haus. Einen kleinen Vorgeschmack daraus bekam man am “Auftakt-Abend“ zu hören.

Mit seidenweichem Bariton und viriler Ausstrahlung sang Christian Grygas zunächst die Arie des Benvenuto “Das war`n Leben, Lieben, Lachen“. Es folgten dann zwei schöne Duette mit Jessica Glatte in der Rolle der Angela, in denen beide ihre schönen Stimmen ins beste Licht rücken konnten.

Das Publikum spendete allen Mitwirkenden herzlichen Beifall. Natürlich erhielt der charismatische neue Chefdirigent den Löwenanteil.

IOCO / UGK  / 03.10.2013

Dresden, Staatsoperette Dresden, Carl Millöcker – Gasparone, IOCO Kritik, 24.11.2012

Dezember 4, 2012  
Veröffentlicht unter Kritiken, StaatsOperette Dresden


Kritik

Staatsoperette Dresden

Gasparone von Carl Millöcker 

“Dunkelrote Rosen bring ich, schöne Frau“

Staatsoperette Dresden / Gasparone © Staatsoperette Dresden

Staatsoperette Dresden / Gasparone © Staatsoperette Dresden

Seit 65 Jahren spielt die Dresdner Staatsoperette in dem Ballsaal eines großen Gasthofes in Alt-Leuben und ist in diesen Jahren zu einer Institution geworden. Die Besucher lieben den Charme des Provisoriums und die immer gut besuchten Vorstellungen unterstreichen die Anhänglichkeit zur Spielstätte. Aber man liebt natürlich die Operette, dieses Genre Musiktheater, das an den meisten Bühnen ein Schattendasein führt, weil sich die Regisseure schwer damit tun, aus welchen Gründen auch immer.

Hier in der Staatsoperette wird fast ausschließlich Operette gespielt und die Intendanz achtet darauf, dass ein Werk nicht mit aller Macht gegen den Strich bebürstet wird und dass kein profilierungswütiger Regisseur mit rigiden “Einfällen“ die Handlung zur Unkenntlichkeit verfremdet.

Staatsoperette Dresden / Gasparone © Staatsoperette Dresden

Staatsoperette Dresden / Gasparone © Staatsoperette Dresden

Mit Carl MillöckersGasparone“ wurde eine kleine “italienische Saison“ gestartet, die im Laufe der Spielzeit noch “Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauss und “Giuditta“ von Franz Léhar präsentieren wird.

Im Repertoire sind weiterhin Werke von Johann Strauss, Carl Millöcker, Ralph Benatzky und Jacques Offenbach, sowie einige Musicals. Matthias Oldag setzte “Gasparone“, diese “Räuberpistole“ über einen sizilianischen Räuber, den es gar nicht gab, mit viel Schwung, Witz und Situationskomik in Szene. Dazu schuf Barbara Blaschke eine hübsche, bunte Bühne und wunderbare, üppige Kostüme, die eine Augenweide waren.

In prächtiger Spiellaune präsentierte sich das Orchester der Staatsoperette. Der Mann am Pult, Christian Garbosnik, sorgte für Zusammenhalt und es gelang ihm und dem Orchester in hohem Maße, Millöckers ins Ohr gehenden Melodienreichtum ganz außerordentlich zu vermitteln.

Staatsoperette Dresden / Gasparone © Staatsoperette Dresden

Staatsoperette Dresden / Gasparone © Staatsoperette Dresden

Auch bei den Solisten blieben keine Wünsche offen. Christian Grygas als Conte Erminio Saluzzo, alias Gasparone, sah nicht nur verteufelt gut aus, sondern hatte das gewisse Etwas in der Stimme. Als er seiner Carlotta die dunkelroten Rosen gesanglich überreichte, schmolz ein Großteil des Publikums dahin. Carlotta, verwitwete Gräfin Santa Croce, wurde von Jessica Glatte apart gespielt und vorzüglich gesungen.

Ihre Zofe Zenobia war Sofi Lorentzen. Sie machte aus der Rolle ein feines Kabinettstückchen. Schrullig, ohne “komische Alte“ zu sein, hatte sie die Lacher auf ihrer Seite und präsentierte einen sehr schönen, ausgeglichenen Mezzosopran, der in größeren Partien bestimmt noch besser zur Geltung käme.

Das neue Ensemble-Mitglied Frank Blees gab als schlitzohriger Bürgermeister (Podestá) Nasoni eine vorzügliche Visitenkarte ab. Sein klangvoller Bassbariton hat die satte Tiefe des Basses, wie auch die souveräne Höhe eines Baritons. Dazu ist er spielerisch sehr präsent und zeigte eine ausgeprägte “komische Ader“. Das war ein feiner Einstand.

Auch die kleineren Partien waren alle erstklassig besetzt.

Im Gespräch ist, dass die Staatsoperette endlich eine ihr angemessene Spielstätte bekommen soll. Vorgeschlagen ist ein Platz in der Innenstadt, ein Areal auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerkes Mitte. Viele befürworten das Projekt. Aber es gibt auch Stimmen, die Bedenken anmelden, die fürchten, dass die gemütliche, anheimelnde Atmosphäre von Alt-Leuben in dem nüchternen Ambiente einer Industriebrache nicht wieder erreicht werden kann. Warten wir es ab.

IOCO / UGK  / 24.11.2012

Dresden, Staatsoperette Dresden, Die Staatsoperette Dresden verschiebt die Uraufführung DER FRAUENMINISTERIN, 27.04.2012

November 16, 2011  
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Staatsoperette Dresden

Die Staatsoperette Dresden verschiebt die Uraufführung „Der Frauenministerin“

Am 27. April 2012 sollte sich der Vorhang für die Uraufführung des politisch-satirischen Musiktheaterstücks „Der Frauenministerin“ heben. Die Staatsoperette Dresden verschiebt die Uraufführung, um die Qualität des Werks noch weiter zu verbessern.

„Im Entwicklungsprozess für das politisch-satirische Musiktheaterstück ‚Der Frauenministerin‘ sind wir noch nicht soweit, dass wir unseren eigenen, hohen Qualitätsstandards genügen. Schließlich soll ,Der Frauenministerin‘ einen neuen Weg für die von uns gespielten Genres im  21. Jahrhundert darstellen. Der Arbeitsstand ist viel versprechend, aber wir benötigen mehr Zeit. Deshalb habe ich mich entschlossen, das Stück erst dann unserem Publikum zu präsentieren, wenn die Autoren und ich glauben, dass es wirklich perfekt ist“, kommentiert Intendant Wolfgang Schaller den im Theaterbetrieb nicht ungewöhnlichen Fall.

Stattdessen zieht die Staatsoperette Dresden im April 2012 jetzt den Musicalklassiker „Kiss me, Kate“ von Cole Porter um einige Monate vor. „Kiss me, Kate“ war für die Spielzeit 2012/13 in der Planung.

Pressemeldung Staatsoperette Dresden

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