Dresden, Semperoper, Premiere Die Trojaner von Hector Berlioz, 03.10.2017

September 1, 2017  
Veröffentlicht unter Oper, Premieren, Pressemeldung, SemperOper

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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

 Die Trojaner von Hector Berlioz

Jennifer Holloway, Christa Mayer, Eric Cutler, Christoph Pohl

Mit einem monumentalen Werk, einer betörend farbenreichen Grand opéra von Hector Berlioz eröffnet die Semperoper Dresden am 3. Oktober 2017 ihre Saison 2017/18. Lang hattet es gedauert, bis nach der Uraufführung des zweiten Teils (!) dieses komplexen Werkes im Jahr 1863 der erste Teil auf die Bühne kam – ganze 16 Jahre sollten vergehen, Berlioz erlebte diese Aufführung nicht mehr. Der Komponist betrachtete in seinem Monumentalwerk das gesamte Orchester als ein großes Instrument, als Farbpalette mit immensen Möglichkeiten. Bei der Anlage der Orchesterbesetzung war er kaum zu stoppen und zeichnete mit seinen schier unermesslichen Klangfarben von gesellschaftlichen Umwälzungen, von Zerstörung und brüchigem Frieden – und von der großen Liebe auf der Schlachtbank der Geschichte.

Hector Berlioz Grabstätte in Paris © IOCO

Hector Berlioz Grabstätte in Paris © IOCO

Troja und Karthago – in beiden Städten herrscht trügerischer Friede. Zwei Völker befinden sich nach Belagerung, Krieg und stürmischer Zeit in Erwartung friedlicher Prosperität. In Zerstörung und Niedergang werden beide Völker enden, die deutlichen Vorzeichen ignorierend. Im Zentrum stehen zwei starke Frauenfiguren: Cassandre, die Sehende, die ihre siegesgeblendeten Trojaner vergeblich vor den Gefahren des hölzernen Pferdes warnt und sich nach der Eroberung Trojas durch die Griechen das Leben nimmt, und die karthagische Königin Didon, die über ihre Liebe zu Enée ihr Volk und sich selbst vergisst.

In Dresden wird die US-amerikanische Regisseurin Lydia Steier dieses großdimensionierte Epos über Krieg und Frieden mit seinen klanggewaltigen, 120 singende Menschen starken Chören im Zeichen der Jahrhundert- und Zeitenwende in Szene setzen. Das Bühnenbild entwirft Stefan Heyne, die Kostüme stammen von dem mehrfach ausgezeichneten italienischen Kostümbildner Gianluca Falaschi. Am Dienstag, den 3. Oktober wird die Grand opéra an der Semperoper ihre Premiere erleben. Beginn ist um 16 Uhr. Eine Premierenkostprobe am 26. September um 18 Uhr gibt erste Einblicke in das Werk.

In den Hauptpartien sind Jennifer Holloway als Cassandre, Christa Mayer als Didon, Eric Cutler als Énée und Christoph Pohl als Chorèrbe zu erleben. Es singt der Sächsische Staatsopernchor Dresden, unterstützt vom Sinfoniechor DresdenExtrachor der Sächsischen Staatsoper Dresden und dem Kinderchor der Sächsischen Staatsoper Dresden. Es spielt die Sächsische Staatskapelle Dresden unter der musikalischen Leitung von John Fiore. PMSODr

Die Trojaner von Hector Berlioz:  Premiere 3.10.2017, weitere Vorstellungen 6.10.; 9.10.; 21.10.; 27.10.; 3.11.2017

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Dresden, Semperoper, Ballettklassiker Manon von MacMillan, 04./08.09.2017

August 29, 2017  
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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Ballettklassiker Manon von Sir Kenneth MacMillan

Ballett Manon Vorstellungen am 4.9.; 8.9.; 11.10.; 15.9.; 18.9.; 13.10.2017

Mit einer vorerst letzten Aufführungsserie des Ballettklassikers Manon in der legendären Choreografie von startet das Semperoper Ballett in die Saison 2017/18. In den ersten Vorstellungen am 4. und 8. September wird Anna Ol, Erste Solistin des Dutch National Ballet, als Manon zu erleben sein, als Des Grieux an Ihrer Seite tanzt Julian Lacey, Halbsolist des Semperoper Ballett, der kürzlich von der Zeitschrift »tanz« als »Hoffnungsträger des Jahres 2017« benannt wurde.

In den folgenden Vorstellungen am 15. und 18. September tanzt Dorothée Gilbert, Étoile am Ballet de l’Opéra de Paris die Rolle der Manon, István Simon verkörpert Des Grieux. In den beiden letzten Vorstellungen, am 11. und 13. Oktober, verkörpern Gina Scott und Václav Lamparter aus der Dresdner Company das tragische Liebespaar. Am Pult der Sächsischen Staatskapelle stehen Martin Yates und Benjamin Pope (11. und 13. Oktober).

 

Anna Ol :  Anna Ol tanzt als erste Solistin beim Dutch National Ballet seit 2015. Ihre Ausbildung erhielt sie am Krasnoyarsk Ballet College (Russland) und tanzte anschließend beim Russian State Ballet of Siberia, der Tatar State Opera, dem Michailovsky Theater in St. Petersburg und am Stanislavsky und Nemirovich-Danchenko Academic Music Theatre in Moskau, wo sie alle wichtigen Rollen des klassischen Repertoires tanzte und unter anderem mit so wichtigen Chroeografen wie Ji?í Kylián, John Neumeier, Natalia Makarova, Sir Kenneth MacMillan, Jerome Robbins und vielen anderen arbeitete. Anna Ol gewann im Jahr 2008 die Goldmedaille beim Grand Prix Galina Ulanova in Krasnoyarsk und die Arabesque Competition 2010 in Perm (Russland). Als Gasttänzerin war sie in zahlreichen internationalen Ballett-Galas zu erleben.

Dorothée Gilbert : Seit November 2007 tanzt Dorothée Gilbert als Étoile am Ballet de l´Opéra de Paris. Sie erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium in Toulouse und wurde mit 17 Jahren in das Corps de ballet der Pariser Oper engagiert. 2003 wurde sie zur Coryphée ernannt, seit 2006 ist sie Erste Solistin des Ensembles. Zu ihrem Repertoire gehören unter anderem die Manon in »La Dame aux camélias« (Neumeier), Tatjana in »Onegin« (Cranko), Hamzatti und Nikija in »La Bayadère«, Henriette und Raymonda in »Raymonda«, Odette/Odile in »Schwanensee«, Julia in »Romeo und Julia« (Nureyev), Swanhilda in »Coppélia« (Bart), sowie Werke Balanchines, Kyliáns, Neumeiers, Ratmanskys, Robbins’ und Petits. Dorothée Gilbert ist mit zahlreichen Preisen (AROP Dance Price, Cercle Carpeaux Prize) ausgezeichnet. PMSODr

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Dresden, Semperoper, Premiere Die Passagierin – Mieczyslaw Weinberg, 24.06.2017

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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

  Die Passagierin von  Mieczyslaw Weinberg

 Premiere 24. Juni 2017, weitere Vorstellungen 30.6.2017, 5.7.2017, 9.7.2017

Mieczyslaw Weinbergs Oper Die Passagierin gelangte – obwohl bereits 1968 vollendet – erst 2006 in Moskau zur konzertanten und 2010 bei den Bregenzer Festspielen zur szenischen Uraufführung. Das Libretto stammt aus der Feder des Musikwissenschaftlers Alexander Medwedew und basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Zofia Posmysz. In diesem erzählt die Auschwitz-Überlebende Autorin von einer zufälligen Begegnung der ehemaligen KZ-Aufseherin Lisa mit der früheren Inhaftierten Marta Ende der 50er Jahre auf einem Kreuzfahrtschiff. Lisa – inzwischen gut situierte Gattin des Diplomaten Walter – muss sich ihrer verdrängten Vergangenheit stellen und taumelt zwischen einem Von-sich-Weisen der Schuld, Erklärungsversuchen ihrem Mann gegenüber und Erinnerungen an das Grauen des Konzentrationslagers.

»Wenn eines Tages eure Stimmen verhallt sind, dann gehen wir zugrunde«, ruft sich Marta am Ende von Weinbergs Die Passagierin ihre Verantwortung ins Gedächtnis und gedenkt damit all jener, die im KZ Auschwitz umgebracht wurden. Sie selbst war als junge Frau dem Todeslager entkommen. Jahre später begegnet die ehemalige SS-Aufseherin Lisa auf einer Schiffsreise einer Passagierin, in der sie die damals internierte Marta erkennt. Für Lisa dringt schlagartig die sorgfältig verschwiegene Vergangenheit in die angestrengt befriedete Gegenwart ein und ruft ihr ihre Rolle im KZ in Erinnerung: Damals versuchte sie Marta zu ihrem Spielball zu machen, um sie schließlich doch dem Tod auszuliefern.

Das Besondere an dieser Oper – wie auch das des Buches – ist die Perspektive aus der die Geschichte erzählt wird: Die ehemalige Inhaftierte Marta und die frühere KZ-Aufseherin Lisa kommen nicht ins Gespräch, es sind vielmehr Lisas Gedanken, ihre Erinnerungen und Reflektionen, wenn sie der Passagierin auf dem Schiff immer wieder begegnet, die über das Geschehen aufklären. Musik und Inhalt greifen dabei ineinander und geben ein erschütterndes, gleichwohl berührendes Drama, das historische Ereignisse und Einzelschicksale emotional lebendig werden lässt.

Die Hauptpartien verkörpern Christina Bock als Lisa und Jürgen Müller als ihr Ehemann Walter. In der Partie Marta ist Barbara Dobrzanska zu erleben und als Tadeusz steht Markus Butter auf der Bühne. Christoph Gedschold dirigiert die Sächsische Staatskapelle Dresden.

 Die Autorin Zofia Posmysz wird vor der Premiere am 24. Juni, um 17 Uhr zusammen mit dem Dramaturgen der Oper Frankfurt, Norbert Abels, zu einem Gespräch in der Semperoper Dresden sein.PMSeODr

 

Dresden, Semperoper, Premiere Die Entführung aus dem Serail, 15.04.2017

März 13, 2017  
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Semperoper

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sonnenschein © Matthias Creutziger

 Die Entführung aus dem Serail von W.A.  Mozart

Die Entführung aus dem Serail an der Semperoper: Premiere 15. April 19 Uhr, weitere Vorstellungen 18.4.2017, 24.4.2017, 30.4. 2017,  5., 15., 19. Mai, 9., 11. Juni 2017

Wien / Burgtheater im Winter © IOCO

Wien / Burgtheater im Winter © IOCO

Wolfgang Amadeus Mozart komponierte mit dem Singspiel Die Entführung aus dem Serail eine der ersten echten deutschen Opern. Das humorvoll und unterhaltsam angelegte Werk zeichnet sich über alle Komik hinaus durch seine komplexe Struktur und dramatische Tiefe aus. Die 1782 im Wiener Burgtheater uraufgeführte Oper war von der Vorliebe für Exotisch-Orientalisches der Wiener Gesellschaft des 18. Jahrhunderts inspiriert. Der Blick in die Fremde versprach erfrischende Perspektiven auf die eigene Lebenswelt. Das Exotische, in dem die fremde Kultur in ein phantastisches Licht gerückt wurde, fand zu Mozarts Zeit bisweilen eine märchenhafte Übertreibung. In diesem Kontext ist auch Die Entführung aus dem Serail zu sehen, ein Singspiel, das als Plädoyer für Mut, Toleranz und Vergebung gerade in unserer Gegenwart an Aktualität nichts eingebüßt hat: Die junge Spanierin Konstanze, ihre Zofe Blonde und der Diener Pedrillo wurden von Seeräubern entführt und in der Türkei an den Bassa Selim verkauft. Konstanzes Verlobter Belmonte macht sich auf die Reise, um seine Geliebte zu befreien und muss einige Gefahren überwinden und seinen ganzen Erfindungsreichtum bemühen, um die Flucht vorzubereiten. Doch dann erfährt er, dass seine Verlobte dem Bassa versprochen ist…

Michiel Dijkema stellt sich mit seinem inszenatorischen Blick auf Mozarts Oper erstmals an der Semperoper Dresden vor. Er findet in seiner Inszenierung »Die Entführung aus dem Serail« eine bilderreiche Übersetzung von Belmontes beschwerlicher Reise in die Fremde und schickt die handelnden Personen in sprichwörtlich unwegsames Gelände, in dem zahlreiche Gefahren lauern und das gleichsam das Fremde an sich symbolisiert. Dem Regisseur geht es dabei um den westeuropäischen Blick auf die exotisch-orientalische Welt.

Die Neuinszenierung Die Entführung aus dem Serail ist der Höhepunkt der Festtage an Ostern, in denen die Semperoper den Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart in den Mittelpunkt stellt.

Als Bassa Selim ist der Schauspieler Erol Sander zu erleben, in der Partie Konstanze gibt Simona Šaturová ihr Hausdebüt in Dresden und Blonde wird von Tuuli Takala interpretiert. Als Belmonte steht Joel Prieto auf der Bühne der Semperoper. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Christopher Moulds.

Die Entführung aus dem Serail an der Semperoper: Premiere 15. April 19 Uhr, weitere Vorstellungen 18.4.2017, 24.4.2017,  30. April 2017,  5., 15., 19. Mai, 9., 11. Juni 2017

Pressemeldung Semperoper Dresden

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