Markneukirchen, 51. Internationaler Instrumentalwettbewerb, IOCO Aktuell, 08.05.2016

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

51. Internationaler Instrumentalwettbewerb  für Horn und Tuba
 Markneukirchen – 19. bis 28. Mai 2016

Markneukirchen / Bettina Aust © Christine Schneider

Markneukirchen / Bettina Aust © Christine Schneider

Eröffnet wird der Wettbewerb mit einem Konzert des Sinfonieorchesters Markneukirchen am Freitag, den 20. Mai 2016. Solistin des Abends wird die 27-jährige Klarinettistin Bettina Aust sein. Sie begeisterte als 1. Preisträgerin des Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen 2014 und kehrt nun mit dem Klarinetten-konzert von Wolfgang Amadeus Mozart an den Ort ihres Erfolges zurück. Auf dem Programm des Abends stehen außerdem die Ouvertüre zur Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart sowie Dvoráks 8. Sinfonie.

Das Blasorchester Markneukirchen, ebenfalls ein Laienorchester mit zahlreichen Musikinstrumentenbauern in seinen Reihen, gibt am darauffolgenden Dienstag, den 24. Mai 2016, ein Konzert unter dem Motto „Vive la France“ mit Ausschnitten aus „Les Miserables“, dem „Gendarmen von San Tropez“ und einer Auswahl der schönsten Chansons in Originalsprache. Gesangssolistin ist Lilly Menzel aus Markneukirchen, die Moderation übernimmt Jörg Simmat aus Plauen.

Christian Thielemann ist Schirmherr des Instrumentalwettbewerb

Markneukirchen / Im Elstergebirge Sachsens © A. Wunderlich

Markneukirchen / Im Elstergebirge Sachsens © A. Wunderlich

Markneukirchen ist schön. Doch die musikalische Tradition des Ortes ist spektakulär: Reizvoll auf dem westlichen Elstergebirge Sachsens gelegen, im oberen Vogtland nahe Tchechien, besitzt der Ort eine ungewöhnliche Spezialität: Um 1200 gegründet wird der Ort nach seinem Gründer Albertus Nothaft de Wildestein Nothaft genannt. Stadtrechte erhielt das Örtchen Nothaft bereits 1360. 1405 erstmals als Markt Neukirchen amtlich erwähnt, besaß es als „Amtsstädtchen“ schon früh Sitz und Stimme im „kursächsischen Landtag“.

Horn und Tuba sind Mittelpunkt des 51. Internationalen Instrumentalwettbewerbes Markneukirchen. Vom 19. bis 28. Mai 2016 lädt die Musikstadt erneut junge Musiker aus aller Welt ein, über vier Wettbewerbsrunden ihr herausragendes Können zu zeigen und sich der Bewertung durch namhafte Juroren aus dem In- und Ausland zu stellen.

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich © FFF

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich schafft eine neues Instrument © FFF

Überregionale Bedeutung gewinnt das kleine Örtchen ab 1658, als protestantische Glaubensflüchtlinge den Geigenbau in die Stadt bringen. 12 Geigenbauer gründen 1677 die erste Geigenmacherinnung, 1750 beginnt der Bogenbau, 1777 gründen Saitenmacher die erste Saitenmacherinnung. 1797 schließen sich Waldhorn- und Pfeifenmacher zur „Musikalischen Blas,- Instrumentenmachergesellschaft“ zusammen. Um 1800 werden Gitarren gebaut; Zithern und Mandolinen folgen bald. 1834 wird in Markneukirchen die erste Musikschule Deutschlands gegründet. Auch die Martin-Trompete (Schalmei) wird 1905 in Markneukirchen entwickelt.

Markneukirchen / Philharmonisches Orchester Plauen-Zwickau © Theater Plauen Zwickau

Markneukirchen / Philharmonisches Orchester Plauen-Zwickau © Theater Plauen-Zwickau

Glanzvoller Höhepunkt und Abschluss des Wettbewerbes wird auch 2016 wieder das Preisträgerkonzert mit den Bestplatzierten des Wettbewerbes in den Fächern Horn und Tuba am Samstag, dem 28. Mai 2016, 19.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen sein. Die beiden Bestplatzierten werden mit dem Hornkonzert von Jirí Pauer bzw. dem Tubakonzert von Alexander Arutiunian zu erleben sein. Beide Werke stehen auch in den Finalrunden am 26. Mai (Tuba) und am 27. Mai (Horn) auf dem Programm. Die Begleitung wird vom Philharmonischen Orchester Plauen-Zwickau unter der Leitung von GMD Lutz de Veer übernommen. Die weiteren Preisträger stellen im Preisträgerkonzert ihr Können noch einmal mit den herausragendsten Interpretationen aus ihrem Wettbewerbsprogramm unter Beweis.

Während der Wettbewerbstage wird es in den Instrumentenbau-Werkstätten, bei Ausstellungen und einem Fachgespräch auch wieder verschiedenste Möglichkeiten geben, sich dem Thema Instrumentenbau zu nähern. Dabei wird die rund 350-jährige Handwerkstradition, die erst im Dezember 2014 in die Liste des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen wurde, für jedermann greifbar.

Der zweifache Markneukirchener Preisträger im Fach Tuba, Roland Szentpali aus Ungarn wird am Montag, den 23. Mai, 18.00 Uhr in der Musikhalle Markneukirchen einen Vortrag zur Entwicklung vom Serpent zur modernen Tuba halten und dabei auch gleich passende Musikbespiele vortragen.

Den Saxophonen im deutschsprachigen Raum widmet sich eine Sonderausstellung des Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen, die zur Museumsnacht am Samstag, den 21. Mai 2016, 19.00 Uhr eröffnet wird.

Allgemeines zum 51. Internationalen Instrumentalwettbewerb

Den Fachjuryvorsitz übernehmen Prof. Christian Lampert (Deutschland) für das Fach Horn, selbst Preisträger des Markneukirchener Wettbewerbes, sowie Markus Theinert (Deutschland) im Fach Tuba. Für beide Jurys konnten namhafte internationale Musikpädagogen bzw. Solisten gewonnen werden. Im Fach Horn sind dies: Prof. Mag. Johannes Hinterholzer (Österreich), Prof. Michael Höltzel (Deutschland), Prof. Herman Jeurissen (Niederlande), Prof. Erich Penzel (Deutschland), Prof. Frøydis Ree Wekre (Norwegen) und Prof. Vladimíra Klánská (Tschechische Republik), die kurzfristig für Prof. Ib Lanzky-Otto (Schweden) eingesprungen ist. Der Jury im Fach Tuba gehören an: Prof. Øystein Baadsvik (Norwegen), Prof. Gérard Buquet (Frankreich), Markus Hötzel (Deutschland, zweimaliger Preisträger des Markneukirchener Wettbewerbes), Prof. Eiichi Inagawa (Japan), Prof. Daniel Perantoni (USA), Prof. Josef Steinböck (Österreich), Stefan Tischler (Deutschland) und Prof. Jörg Wachsmuth (Deutschland, zweimaliger Preisträger des Wettbewerbes in Markneukirchen), der insbesondere als Solist mit der Markneukirchener Riesentuba eine enge Beziehung zur Musikstadt pflegt. Die künstlerische Leitung liegt in den Händen des Präsidenten für Blasinstrumente Professor Peter Damm. Die Schirmherrschaft haben der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden Christian Thielemann, die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange sowie Professor Kurt Masur (†) übernommen.

Das Fach Tuba hat in Markneukirchen einen besonderen Stellenwert, wurde doch mit der Einführung dieses Faches im Jahr 1980 ein Instrument auf das internationale Podium geholt, das solistisch oft nur ein Schattendasein führt. Umso bemerkenswerter sind die Leistungen der Teilnehmer und ein Erfolg in Markneukirchen wird ein Meilenstein in ihrer künstlerischen Laufbahn sein.  PMStMNK – IOCO / 08.05.2016

 

Dresden, Semperoper Dresden, Spielplan 2016/17: Große Tradition – Neue Spielstätte, IOCO Aktuell, 05.04.2016

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Semperoper Dresden

Dresden Semperoper © IOCO

Dresden Semperoper im Winter © IOCO

2016/17 – TRADITIONEN HALTEN,  NEUES BEGRÜNDEN
400 Vorstellungen: Oper, Ballett, Junges Theater, 50 Konzerte

DER SPIELPLAN DER KOMMENDEN SAISON MIT URAUFFÜHRUNGEN, »MOZART-TAGEN«, DER PFLEGE DES STRAUSS- UND  WAGNER-REPERTOIRES UND NEUER SPIELSTÄTTE

Dresden / Semperoper Dämmerung © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper im Sommer © Matthias Creutziger

350 Jahre Oper in Dresden – das ist die stolze Bilanz, die man zu Beginn des Jahres 2017 ziehen kann.  Denn am 27. Januar 1667 wurde als erster der Vorgängerbauten der Semperoper das Klengelsche  Opernhaus oder das Churfürstliche Opernhaus am Taschenberg nach einem Entwurf des sächsischen Oberlandbau-meisters Wolf Caspar von Klengel eröffnet. Dieses Datum gilt als Gründungstag der Dresdner Oper. Der neue Theaterbau war nach Wien (1651) und München (1657) die dritte Opernhausgründung im deutschsprachigen Kulturraum. An diese große musikalische Geschichte erinnert die Semperoper Dresden in der Spielzeit 2016 / 17 unter anderem mit einem Symposium im Februar 2017. Nicht mit einem Neubau, aber mit der Eröffnung einer neuen Spielstätte im umgebauten Restaurantgebäude kann die Semperoper bereits im September 2016 aufwarten: Semper Zwei. Aber natürlich lebt Musiktheater vor allem davon, dass es gespielt, vor Zuschauern aufgeführt und weiterentwickelt wird, weshalb die Semperoper und ihr Publikum diese besondere Spielzeit unter der kommissarischen Intendanz von Wolfgang Rothe mit einem vielfältigen und anregenden Programm sowie mit neuen, ungewöhnlichen Formaten in Semper Zwei feiern.

Dresden / Semperoper_ Zuschauerraum mit Königsloge © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper_ Zuschauerraum mit Königsloge © Matthias Creutziger

Monstrositäten der Liebe, Begegnungen mit dem Fremden und Projektionen des Vertrauten prägen diesen Spielplan. Als Richard-Strauss-Haus widmet sich die Semperoper dem so bedeutenden Komponisten zunächst einmal mit einer Neuinszenierung seiner Salome. Omer Meir Wellber, der vor einigen Jahren sein erfolgreiches Hausdebüt mit Daphne gab, dirigiert die Sächsische Staatskapelle, Michael Schulz inszeniert diese Geschichte um die Liebe als gewaltsame Selbstbespiegelung. Um Wünsche und Sehnsüchte und ihre Spiegelung im Gegenüber geht es auch in Offenbachs Les Contes d’Hoffmannn / Hoffmanns Erzählungen, die Regisseur Johannes Erath auf die Bühne bringt. Auch Malte C. Lachmanns Inszenierung der Burleske Alles Schwindel von Mischa Spoliansky geht dem Schein und Sein auf den Grund, das sich in einer Zeit der Verunsicherung, Anfang der 1930er-Jahre, manifestiert. Der Umgang mit dem Fremden, und sei es das Befremdliche, das die eigenen Gefühle und Wahrnehmungen hervorbringen, ist in Verdis Otello das Thema. Die Koproduktion mit den Osterfestspielen Salzburg feiert in der Regie von Vincent Boussard und unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann im Februar 2017 Dresden-Premiere. Eine weitere Koproduktion mit den Osterfestspielen, Sciarrinos »Lohengrin«, schließt sich im April 2017 an. Keith Warner, der bereits mit mehreren Inszenierungen des Faust-Stoffs sowie zuletzt mit The Great Gatsby an der Semperoper Erfolge feierte, nimmt sich diesmal des Doktor Faust in der musikalischen Version Ferruccio Busonis an, in der es um die Überforderung des modernen Menschen durch all seine Möglichkeiten geht. Mit Mozarts Die Entführung aus dem Serail stellt sich der Regisseur Michiel Dijkema an der Semperoper vor und legt die Verstörungen frei, die das Leben in fremder, aufwühlender Umgebung mit sich bringen. Mieczyslaw Weinbergs Die Passagierin, die Geschichte der Begegnung einer ehemaligen KZ-Aufseherin mit einer einst Gefangenen in der Inszenierung von Anselm Weber, ist eine Übernahme von der Oper Frankfurt, mit der die Semperoper sich dem Thema Erinnern und Verdrängen stellt.

Dresden / Semperoper Rundfoyer © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper Rundfoyer © Matthias Creutziger

Auch das Repertoire hat unter anderem mit den Wiederaufnahmen Das Rheingold und Siegfried aus der Ring-Tetralogie unter der Leitung von Christian Thielemann glanzvolle Höhepunkte sowie immer wieder herausragende Gäste zu bieten, etwa Evelyn Herlitzius, Camilla Nylund, Nina Stemme, Stephen Gould, Gerhard Siegel, Kurt Streit oder Georg Zeppenfeld.
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Ein Fest für den großen Menschenversteher unter den Komponisten sind an Ostern 2017 die Mozart-Tage, die neben der Premiere Die Entführung aus dem Serail die an der Semperoper neu inszenierten Mozart- / Da-Ponte-Opern Così fan tutte, Le nozze di Figaro und Don Giovanni vereint sowie La clemenza di Tito und ein eigens von Omer Meir Wellber kreiertes Mozart-Pasticcio und verschiedene Konzerte. Zu erleben sind auf der Bühne unter anderen Maria Bengtsson, Ildebrando D’Arcangelo, Danielle de Niese, Giuseppe Filianoti, Véronique Gens, Lucas Meachem, Christoph Pohl und Ute Selbig.

Dresden / Semperoper Zuschauerraum © Matthias Creutziger

Dresden / Semperoper Zuschauerraum © Matthias Creutziger

Die Semperoper Junge Szene zeigt für Kinder ab sieben Jahren Jens Joneleits moderne musikalische Märchenfassung Schneewitte und kreiert für Jugendliche auch wieder ein neues Ballett: Exit Orakel von Joseph Hernandez, Tänzer im Corps de Ballet. Mit the killer in me ist the killer in you mylove bringt die Semperoper außerdem ein Auftragswerk an den Komponisten Ali N. Askinzur Uraufführung. Die Kammeroper basiert auf Andri Beyelers gleichnamigem Schauspiel über die zweifelnde Identitätssuche von Jugendlichen, die sich in einem Schwimmbadaufenthalt manifestiert. Zugleich eröffnet diese Uraufführung die Spielstätte Semper Zwei unter der künstlerischen Leitung von Manfred Weiß. Dieses neue, offene Haus für Menschen aller Altersgruppen wird Kammeropern des 20. und 21. Jahrhunderts sowie Uraufführungen renommierter zeitgenössischer Komponisten beherbergen, außerdem Revuen, Operetten und neue Formate wie Tanz à la carte für Mitmach-Choreografen, eine künstlerische Bar- und eine »Stimmkunst«-Reihe sowie Symposien. Vor allem die Musiktheater- und Tanzpädagogik sowie die Junge Szene haben ihren festen Platz darin, die hier unter anderem eingroß angelegtes Schulchorprojekt startet. Das Semperoper Ballett ist nach zehn erfolgreichen Spielzeiten unter Ballettdirektor Aaron S. Watkin zu einer international renommierten Company geworden, was sich in zahlreichen Tourneen und Gastspielen niederschlägt. Neben ihrem vielseitigen Repertoire zeigt sie 2016 / 17  Aaron S. Watkins Neukreation von Don Quixote zur Musik von Ludwig Minkus und Manuel de Falla sowie den Dreiteiler Vergessenes Land mit Werken von George Balanchine, Jirí Kylián und William Forsythe.

50 Konzerte wird die Sächsischen Staatskapelle Dresden 2016/17 in einem eigenen Programm vorstellen. Fast 400 Vorstellungen, acht Opernpremieren, zwei neue Ballettproduktionen sowie drei Premieren der Jungen Szene und über 30 Repertoirestücke in allen Sparten zeugen auch 2016/17 wieder eine künstlerisch lebendige, anspruchsvolle und höchst produktive Semperoper.PMSDr

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Nürnberg, Staatstheater Nürnberg, Intendantenkarussel Dresden-Nürnberg-Dortmund, IOCO Aktuell, 09.03.2016

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Staatstheater Nürnberg

Staatstheater Nürnberg © Ludwig Olah

Staatstheater Nürnberg © Ludwig Olah

2018:  Jens-Daniel Herzog leitet die Zukunft

Dortmund / Jens-Daniel Herzog © TheaterDortmund

Dortmund / Jens-Daniel Herzog ab 2018 in Nürnberg © TheaterDortmund

Am Staatstheater Nürnberg klatscht man sich ab. Seit dem 1.3.2016 ist Kontinuität am Staatstheater langfristig gesichert. Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly, der Bayerische Staatsminister Dr. Markus Söder und die Kulturreferentin der Stadt, Prof. Dr. Julia Lehner stellten am 2. März 2016 im Rathaus Jens-Daniel Herzog (52) der Öffentlichkeit vor. Mit der Spielzeit 2018/19 übernimmt  Jens-Daniel Herzog die Staatsintendanz von Peter Theiler. Theiler, seit 2008 in Nürnberg, wechselt 2018 an die seit 2010 personell krisengeschüttelte Semperoper in Dresden. Der Stiftungsrat des Staatstheaters folgte dem Vorschlag der Findungskommission, Jens-Daniel Herzog zum neuen Staatintendanten zu berufen. Der Ministerrat hatte am 1. März 2016 dem Votum des Stiftungsrats zugestimmt.
Jens-Daniel Herzog, Sohn des Schauspielers Peter Herzog, entwickelte als Intendant seit 2011 die Oper Dortmund wieder zu einem der führenden Opernhäuser Nordrhein-Westfalens. Herzog, aus dem Sprechtheater kommend, hatte zuvor als Regisseur an zahlreichen renommierten Opernhäusern gearbeitet.  Auch das Nürnberg Publikum kennt   Jens-Daniel Herzog bereits als Regisseur. Seine AIDA-Inszenierung  feierte dort 2009 Premiere, 2011 folgte mit Tosca ein weiterer Klassiker.

Nürnberg / Staatstheater - PeterTheiler © Ludwig Olah

Nürnberg / Staatstheater – PeterTheiler © Ludwig Olah

 Dr. Ludwig Spaenle, Bayerischer Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst sowie Vorsitzender des Stiftungsrats: „Von der Gewinnung Herrn Herzogs erwarte ich mir, dass er viele herausragende Künstler für das Staatstheater Nürnberg gewinnen wird.  Herr Herzog als inszenierender Intendant wird auch selbst Regie führen. Dadurch verspreche ich mir für das Staatstheater Nürnberg  neueImpulse. Herr Herzog ist ein innovationsfreudiger Praktiker der mittleren Generation, der die notwendige Erfahrung mitbringt, die die Komplexität eines Mehrspartenbetriebs erfordert.“
Dr. Markus Söder, Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat: „Das Staatstheater Nürnberg ist das kulturelle Flaggschiff der Metropolregion Nürnberg und des Freistaats. Die hohen Besucherzahlen sowie die nationale und internationale Resonanz sind Beleg dafür. Der Freistaat Bayern unterstützt das Staatstheater Nürnberg im Doppelhaushalt mit rund 38 Millionen Euro. Dass Herr Herzog nun mit seiner Erfahrung als neuer Intendant gewonnen werden konnte, ist ein sehr gutes und positives Signal für die Zukunft des Staatstheaters Nürnberg.
Prof. Dr. Julia Lehner:Mit Jens-Daniel Herzog gewinnt Nürnberg einen erfahrenen Intendanten, dem es mit seinem Konzept der ‚Oper für alle‘ in Dortmund gelungen ist, die gesamte Bandbreite des Musiktheaters allen Bevölkerungs-gruppen nahe zubringen und der als Regisseur auch in Nürnberg eigene Akzente setzen wird.“

Auf IOCO Nachfrage in Dortmund erklärt Jens-Peter Herzog:Mitte Januar bin ich auf Vorschlag einer Findungskommission zum künftigen Staatsintendanten des Staatstheaters Nürnberg ab der Spielzeit 2018/19 gewählt worden. Der Abschied aus Dortmund fällt mir dennoch nicht leicht. Ich habe diese Stadt und ihr Opernpublikum sehr schätzen gelernt. Wenn ich die Oper Dortmund im Sommer 2018 verlasse, kann ich das in dem Bewusstsein tun, dass wir hier viel erreicht haben. Es ist in den letzten 5 Jahren gelungen, die Attraktivität der Oper Dortmund maßgeblich zu steigern. Die Oper Dortmund hat inzwischen in Deutschland und darüber hinaus den Ruf eines Hauses, an dem spannende Dinge passieren. Ich bin sicher, dass das auch in Zukunft so bleibt.
Noch aber liegen zweieinhalb Spielzeiten vor uns! Ich werde bis zum letzten Tag meiner Intendanz für die Oper Dortmund arbeiten und habe noch viele ungewöhnliche und spannende Projekte vor. Ich freue mich auf die nächsten Spielzeiten in Dortmund!

IOCO Aktuell / VJ /  8.3.2016

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Markneukirchen, Christian Thielemann folgt Kurt Masur – Wo ?, IOCO Aktuell, 20.02.2016

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

Markneukirchen / Rieseninstrumente vor Musikinstrumentenmuseum © FFF

  Markneukirchen:  Kleiner Ort in Sachsen – Tradition auf Weltniveau
Thielemann neuer Schirmherr von Instrumentalwettbewerb

Markneukirchen / Im Elstergebirge Sachsens © A. Wunderlich

Markneukirchen / Im Elstergebirge Sachsens © A. Wunderlich

Markneukirchen ist schön. Doch die musikalische Tradition des Ortes ist spektakulär: Reizvoll auf dem westlichen Elstergebirge Sachsens gelegen, im oberen Vogtland nahe Tchechien, besitzt der Ort eine ungewöhnliche Spezialität: Um 1200 gegründet wird der Ort nach seinem Gründer Albertus Nothaft de Wildestein Nothaft genannt. Stadtrechte erhielt das Örtchen Nothaft bereits 1360. 1405 erstmals als Markt Neukirchen amtlich erwähnt, besaß es als „Amtsstädtchen“ schon früh Sitz und Stimme im „kursächsischen Landtag“.

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich © FFF

Markneukirchen / Geigenbauer Joerg Wunderlich schafft eine neues Instrument © FFF

Überregionale Bedeutung gewinnt das kleine Örtchen ab 1658, als protestantische Glaubensflüchtlinge den Geigenbau in die Stadt bringen. 12 Geigenbauer gründen 1677 die erste Geigenmacherinnung, 1750 beginnt der Bogenbau, 1777 gründen Saitenmacher die erste Saitenmacherinnung. 1797 schließen sich Waldhorn- und Pfeifenmacher zur „Musikalischen Blas,- Instrumentenmachergesellschaft“ zusammen. Um 1800 werden Gitarren gebaut; Zithern und Mandolinen folgen bald. 1834 wird in Markneukirchen die erste Musikschule Deutschlands gegründet. Auch die Martin-Trompete (Schalmei) wird 1905 in Markneukirchen entwickelt.

Musikinstrumente prägen Wirtschaft und Bewohner von Markneukirchen über Jahrhunderte. Um die zahlreichen Exporte von Instrumenten in die USA zolltechnisch zu begleiten errichtete 1893 das US-Konsulat in Leipzig eine Außenstelle in der Stadt. Der Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen erwuchs aus dieser einzigartigen Musik-Tradition: 1950 aus bescheidenen Geigen-Wettbewerben entstanden wurde der Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 1993 in die „WORLD FEDERATION OF INTERNATIONAL MUSIC COMPETITIONS“, aufgenommen und konkurriert  heute mit über 100 Musikwettbewerben weltweit.

Markneukirchen / Riesengeige © Ellen Liebner_Jan Hesse

Markneukirchen / Riesengeige mit Instrumentebauern © Ellen Liebner_Jan Hesse

Der Musikwettbewerb wird im jährlichen Wechsel zwischen Streich- und Blasinstrumenten (jeweils zwei Instrumente) ausgetragen und dient der Nachwuchsförderung junger Instrumentalisten. Er steht auf hohem künstlerischen Niveau und wird von der Fachwelt als bedeutsames Ereignis angesehen. Vordere Plätze bedeuten für die Teilnehmer immer ein Sprungbrett zu höheren Weihen, werden als Gütesiegel gewertet. Ruf und große Anziehungskraft beweist der Wettbewerb durch ständig steigende Teilnehmermeldungen.
Die große Resonanz beruht nicht zuletzt auf  einmaligen Flair von besonderem Profil und  Reiz, der Wechselbeziehung zwischen Handwerk und künstlerischem Tun. Es entstehen immer wieder neue Kontakte zwischen jenen, die ihr Instrument meisterlich beherrschen und den Markneukirchnern, die diese Instrumente mit großer künstlerischer Fertigkeit  bauen.

Dresden / Ex-Ministerin Sabine von Schorlemer (l) mit Christian Thielemann (Mitte) © IOCO

Dresden / Ex-Ministerin Sabine von Schorlemer (l) mit Christian Thielemann (Mitte) © IOCO

Anerkannte und weltbekannte Persönlichkeiten wie Professor Julius Berger, Augsburg (Streicher) und Professor Peter Damm, Dresden (Bläser), Präsidenten des Wettbewerbs, und zahlreiche renommierte Musikpädagogen und Künstler der internationalen Jury verhalfen dem Wettbewerb zu internationaler Anerkennung.
Der weltbekannte Dirigent und  Gewandhauskapellmeister Prof. Kurt Masur † hatte seit 2005 das Ehrenamt des Schirmherrn des  Instrumentalwettbewerbes inne. Zu seinem Nachfolger als Schirmherr wird mit dem 51. Internationalen Instrumentalwettbewerbes 2016 (Horn – Tuba) ein ebenso bekannter Weltstar klassischer Musik, der Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Christian Thielemann. Ebenso hat auch die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange ab 2016 die Schirmherrschaft  (Wettbewerb 18. – 28. Mai 2016) übernommen, nachdem bereits ihre Amtsvorgängerin Prof. Sabine von Schorlemer und der Sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich dieses Amt inne hatten. Markneukirchen im Elstergebirge bleibt so auch weiterhin, ein ganz klein wenig, Nabel der Welt!   PMMN / IOCO /  Viktor Jarosch 18.02.2016

 

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