Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Highlights April 2012

dortmund konzerthaus.JPG

Konzerthaus Dortmund

Highlights April 2012

______________________________

DO 03.05.2012 · 19.00 UHR

»Junge Wilde« – Pekka Kuusisto

Der Begriff »Crossover« ist für Pekka Kuusisto ein rotes Tuch, suggeriert er doch, dass zwei Dinge überkreuzt werden, die normalerweise nebeneinander gehören. Für ihn gibt es keine Hierarchie der Musikstile und so kann er ebenso zwanglos mit seiner E-Geige über die Solopartiten von Bach improvisieren wie Modern Jazz und finnische Folklore des 17. Jahrhunderts in einem Konzert zusammen führen.

_____________________________

SA 05.05.2012 · 20.00 UHR

Liederabend Florian Boesch

Bariton Florian Boesch zählt zu den gefragtesten und spannendsten Liedsängern seiner Generation und wird für Sololiederabende auf der ganzen Welt gebucht. Im wunderschönen Monat Mai lädt er zu einem Liederabend ins Konzerthaus ein. Mit Werken von Schumann, Schubert, Loewe und Mahler erzählt er von den kleinen und großen Katastrophen des Lebens und schlüpft in die Rolle von Königen, Todesengeln und hoffnungslos Verliebten.

______________________________

DO 10.05.2012 · 20.00 UHR

Klavierabend Pierre-Laurent Aimard

24 kleine französische Geschichten hat der vielfach preisgekrönte Pianist Pierre-Laurent Aimard auf seinem Weg nach Dortmund im Gepäck. Dem Dortmunder Publikum ist der Franzose und seine besondere Art das Klavier zum Sprechen zu bringen bestens bekannt. Für seinen Klavierabend im Konzerthaus vertieft er sich voll und ganz in das Schaffen seines Landsmannes Claude Debussy und wird alle 24 Préludes pour piano des Komponisten zu Gehör bringen.

______________________________

FR 18.05.2012 · 20.00 UHR

Janine Jansen & Friends

Den »Junge Wilde«-Schuhen längst entwachsen, besucht Janine Jansen zusammen mit alten musikalischen Freunden zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren ihre alte Wirkungsstätte, das Konzerthaus Dortmund. Mit zwei für sie persönlich ganz besonderen Stücken ist sie demnächst in Dortmund zu hören: Franz Schuberts Streichquintett C-Dur und Arnold Schönbergs »Verklärte Nacht«, ein frühes, sehr romantisches Stück – »nicht das, woran man denkt, wenn man Schönberg hört«, so Jansen.

 

 

 

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Spielplan 01.06.2012

dortmund konzerthaus.JPG

Konzerthaus Dortmund

Fr 01.06.2012 20.00
Alexi Murdoch

Der Schotte Alexi Murdoch präsentiert entspannten Alternative im Akustik-Gewand. Seine traurig schönen Songs schreibt er gerne auf einem Segelboot – eine romantische Vorstellung, die man, wenn man will, in seinen Stücken durchhören kann.

Abo: Pop-Abo – Akustik-Pop im KONZERTHAUS DORTMUND
Einheitspreis in € 18,00 zzgl. 10% Service- und 1,50 € Systemgebühr
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND

—————————————————————————–

So 03.06.2012 18.00
Orgelrecital László Fassang
László Fassang (Orgel)

György Ligeti: »Volumina«
Johann Sebastian Bach: Choralvorspiel »Erbarm dich mein, o Herre Gott« BWV 721
Franz Liszt: Variationen über »Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen« von Johann Sebastian Bach
Franz Liszt: Fantasie und Fuge über »Ad nos, ad salutarem undam«
László Fassang: Improvisation

Abo: Orgel im Konzerthaus
Einheitspreis in € 16,50 zzgl. 10% Service- und 1,50 € Systemgebühr
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND

—————————————————————————–

Di 05.06.2012 20.00
Mi 06.06.2012 20.00
9. Philharmonisches Konzert
Dortmunder Philharmoniker
Georg Fritzsch (Dirigent)
Gerhard Oppitz (Klavier)

Debüt!
Ludwig van Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 C-Dur op. 15
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 5 cis-moll

Einführung um 19.15 Uhr im Komponistenfoyer
Weitere Karten erhältlich über das Theater Dortmund: Tel. 0231 – 50 27 222
Einzelpreise in € 41,25 / 38,95 / 33,20 / 29,75 / 24,00 / 18,25 / 9,05
Veranstalter: Theater Dortmund
Sponsor: Förderer: THEATER- UND KONZERTFREUNDE DORTMUND E. V.

—————————————————————————–

So 10.06.2012 18.00
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Esa-Pekka Salonen (Dirigent)
Yefim Bronfman (Klavier)
Eric Terwilliger (Horn)
Thomas Ruh (Horn)
Ralf Springmann (Horn)
Norbert Dausacker (Horn)

Robert Schumann: Konzertstück für vier Hörner und Orchester F-Dur op. 86
Esa-Pekka Salonen: »Nyx« für Orchester
Johannes Brahms: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83

Einführung mit Prof. Dr. Holger Noltze um 17.15 Uhr im Komponistenfoyer
Abos: Expedition Salonen · Orchesterzyklus II – Meisterkonzerte
Einzelpreise in € 98,00 / 86,00 / 74,00 / 62,00 / 32,00 / 16,00 / 5,00 zzgl. 10% Service- und 1,50 € Systemgebühr
RWE-Jugendrabatt 12,50 € (inkl. Gebühren) frühestens einen Monat vor der Veranstaltung
Veranstalter: KONZERTHAUS DORTMUND
Sponsor: RWE

—————————————————————————–

Mo 11.06.2012 19.00
Wiener Klassik III
Dortmunder Philharmoniker
Motonori Kobayashi (Dirigent)
Chantal Meystre (Trompete)

Mozart und Papa Haydn
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 5 B-Dur KV 22
Joseph Haydn: Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur Hob. VIIe:1
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 40 g-moll KV 550

Weitere Karten erhältlich über das Theater Dortmund: Tel. 0231 – 50 27 222
Einheitspreis in € 19,40
Veranstalter: Theater Dortmund

—————————————————————————–

Mi 13.06.2012 20.00
Krystian Zimerman & Hagen Quartett
Krystian Zimerman (Klavier)
Hagen Quartett (Lukas Hagen, Violine · Rainer Schmidt, Violine · Veronika Hagen, Viola · Clemens Hagen, Violoncello)

Nikolai Kapustin: Klavierquintett op. 89
Robert Schumann: Klavierquintett Es-Dur op. 44

Einzelpreise in € 80,00 / 70,00 / 60,00 / 30,00 / 15,00 inkl. Gebühren
Veranstalter: Stiftung Klavier-Festival Ruhr

—————————————————————————–
Fr 15.06.2012 20.00
Sinfonieorchester Orchesterzentrum | NRW
Sinfonieorchester Orchesterzentrum|NRW
Lothar Zagrosek (Dirigent)

Richard Strauss: Sonatine für 16 Holzbläser Nr. 2 Es-Dur »Fröhliche Werkstatt«
Dmitri Schostakowitsch: Kammersinfonie für Streichorchester As-Dur op. 118a
Johannes Brahms: Serenade Nr. 2 A-Dur op. 16
Einheitspreis in € 11,90
Ermäßigt in € 6,20
Veranstalter: Orchesterzentrum|NRW

—————————————————————————–

Mo 18.06.2012 19.00
3. Konzert für junge Leute
Dortmunder Philharmoniker
Lancelot Fuhry (Dirigent)

Noten und Buchstaben – Literatur und Musik
Regelmäßig widmen sich die Dortmunder Philharmoniker in moderierten Konzerten für junge Leute musikalischen Themenfeldern und demonstrieren Jugendlichen, wie unterhaltsam und zeitgemäß klassische Musik ist.

Einheitspreis in € 9,00
Veranstalter: Theater Dortmund

—————————————————————————–

Di 26.06.2012 20.00
Mi 27.06.2012 20.00
10. Philharmonisches Konzert

Dortmunder Philharmoniker
Jac van Steen (Dirigent)
Christiane Kohl (Sopran)
Roman Trekel (Bariton)

Trennung!
Robert Schumann: Sinfonie Nr. 4 d-moll op. 120
Alexander von Zemlinsky: Lyrische Sinfonie op. 18

Einführung um 19.15 Uhr im Komponistenfoyer
Weitere Karten erhältlich über das Theater Dortmund: Tel. 0231 – 50 27 222
Einzelpreise in € 41,25 / 38,95 / 33,20 / 29,75 / 24,00 / 18,25 / 9,05
Veranstalter: Theater Dortmund

—————————————————————————–
Fr 29.06.2012 20.00
Ivo Pogorelich
Ivo Pogorelich (Klavier)

Frédéric Chopin: Sonate für Klavier Nr. 2 b-moll op. 35
Franz Liszt: Mephisto-Walzer Nr. 1 A-Dur
Frédéric Chopin: Nocturne c-moll op. 48 Nr. 1
Franz Liszt: Sonate für Klavier h-moll

Einzelpreise in € 70,00 / 60,00 / 45,00 / 30,00 / 15,00 inkl. Gebühren
Veranstalter: Stiftung Klavier-Festival Ruhr

—————————————————————————–

 

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Ein Festival für Rachmaninow und Skrjabin, 17.-21.04.2012

dortmund konzerthaus.JPG

Konzerthaus Dortmund

Insel der Gegensätze

Ein Festival für Rachmaninow und Skrjabin

Sergej Rachmaninow und Alexander Skrjabin – zwei herausragende Komponisten einer Generation zeigen, wie wenig das Geburtsdatum mit dem Kompositionsstil in der spätromantischen Epoche zu tun hat. Nur 15 Monate vor Rachmaninow wurde Skrjabin im Jahr 1872 geboren, beide kannten sich seit Konservatoriumszeiten und waren von ihrer Jugend an auf dem gleichen Feld unterwegs: als Pianisten und Komponisten, die besonders für ihre Klavierkompositionen bekannt wurden. Trotzdem oder wohl eher deswegen war ihre Beziehung kompliziert. In Bezug auf die Musik waren sie Antipoden; für den Vordenker Skrjabin waren Rachmaninows Werke sentimentaler Salonlöwen-Kitsch. Auch als Pianisten hatten Rachmaninow und Skrjabin unterschiedliche Auffassungen: Skrjabin neigte zu spontanen Temposchwankungen und ekstatischen Momenten. Rachmaninow hingegen spielte mit rhythmischer Präzision und suchte eine Darstellung des Notentextes ohne Verfremdungen. Zwei Strömungen im Musikleben Russlands konzentrieren sich in den Komponisten Rachmaninow und Skrjabin, ihre Werke können ein spannendes und konzentriertes Programm bilden, das die Grenzen der Spätromantik auslotet. Und so lädt das Konzerthaus die ungleichen Weggefährten für fünf Tage auf eine Zeitinsel.

Der Künstler, der diese beiden vereint und bei dem die Fäden des Programms zusammenlaufen, ist Kirill Petrenko. Der designierte musikalische Leiter der Bayerischen Staatsoper präsentiert mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden und dem virtuosen Pianisten Boris Berezovsky Klavierkonzerte und Orchesterwerke von Rachmaninow und Skrjabin.

An zwei weiteren Zeitinsel-Abenden finden auch kleinere musikalische Formen ihren Platz. Valentina Lisitsa verbindet in ihrem Klavierabend Skrjabin, Rachmaninow und Liszt. Unter dem Titel „Rachmaninoff Project“ hat die Ukrainerin und heutige Wahlamerikanerin bereits alle Klavierkonzerte sowie ausgewählte Solowerke Rachmaninows eingespielt, auf YouTube ist sie die Pianistin mit den meisten Klicks – noch vor Lang Lang. Weit vorne in der YouTube-Statistik rangiert ein Video von ihr mit Rachmaninows Preludium in g-moll, das sie auch im Rahmen der Zeitinsel spielen wird: Beste Voraussetzungen also für einen fulminanten Abend der pianistischen Gegensätze.

Rachmaninows Liedschaffen hingegen führt zu Unrecht ein Schattendasein neben seinen sinfonischen und pianistischen Werken. Krassimira Stoyanova, die sich im Konzerthaus in der vergangenen Saison in der Rolle der Desdemona in Verdis „Otello“ bereits als Opernsängerin empfohlen hat, ist auch eine gefragte Liedsängerin, die Rachmaninows Vokal-Œuvre einmal ganz in den Vordergrund stellen wird.

Schließlich beweist der Estnische Philharmonische Kammerchor mit der groß angelegten Vesper op. 37, dass die weiten Dimensionen der Kompositionskunst Rachmaninows in den liturgischen Gesängen der russisch-orthodoxen Kirche wurzeln.

Alles in allem widmen sich rund 150 Musiker den zwei musikalischen Gesichtern Russlands zu Beginn des 20. Jahrhunderts: mal üppig romantisch, mal kühn und ekstatisch, aber immer mit einem faszinierenden Klangfarbenreichtum.

Di 17.04.12, 20.00, Klavierabend Valentina Lisitsa, Werke von Skrjabin, Rachmaninow und Liszt

Mi 18.04.12, 20.00, Liederabend Krassimira Stoyanova, Krassimira Stoyanova (Sopran), Pavel Kachnov (Klavier) Lieder von Liszt, Tschaikowsky und Rachmaninow

Do + Fr 19. + 20.04.12, 20.00, Sächsische Staatskapelle Dresden, Kirill Petrenko (Dirigent), Boris Berezovsky (Klavier) Werke von Rachmaninow und Skrjabin

Sa 21.04.12, 20.00, Estnischer Philharmonischer Kammerchor,  Daniel Reuss (Dirigent) Sergej Rachmaninow: Vesper op. 37

Infos & Tickets: T 0231 – 22 696 – 200
F 0231 – 22 696 – 222
info@konzerthaus-dortmund.de
www.konzerthaus-dortmund.de

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Dvoráks Stabat mater, 29.03.2012

dortmund konzerthaus.JPG

Konzerthaus Dortmund

Antonín Dvoráks musikalische Versöhnung mit der Welt

Das mittelalterliche Gedicht „Stabat mater“ fasziniert Komponisten seit Jahrhunderten. Grund dafür ist vor allem der dramatische Inhalt: Maria steht am Kreuz und beweint ihren verstorbenen Sohn.

In Dvoráks Leben nimmt das Stabat mater einen ganz besonderen Platz ein. Er wandte sich seinem, nach eigener Aussage, „großen Werk für Soli, Chor und Orchester“ nach einem persönlichen Schicksalsschlag zu: Seine Tochter Josefa war kurz nach ihrer Geburt verstorben. Wenige Monate bevor Dvorák die Partitur zu seinem Stabat mater im November 1877 abschloss, starben seine Tochter Ruzena und sein Sohn Ottokar. Diese Schicksalsschläge mögen die außergewöhnliche emotionale Intensität des Werkes erklären. Dvorák vereint in seiner geistliche Kantate katholisches Erbe, persönliche Trauer und sein unverkennbar böhmisch-slawisches Kolorit und schafft damit ein monumentales Werk, das gleichzeitig sehr intim ist. Von Stabat-mater-Kompositionen früherer Meister unterscheidet es sich vor allem durch eine dramatische und individuelle Gestaltung des Stoffes.

Der weltweite Erfolg seines Stabat mater brachte Dvorák den gewünschten Neuanfang und schien ihn mit der Welt zu versöhnen. Auf dem Titelblatt der Partitur notierte er über den Werktitel: „Ich bin glücklich unter Euch.“

Der Herausforderung dieses monumentalen Werkes stellen sich im Konzerthaus Dortmund ein exzellentes Sängerensemble zusammen mit dem NDR Chor und dem WDR Rundfunkchor Köln. Es spielt das WDR Sinfonieorchester Köln unter der Leitung des slowakischen Dirigenten Juraj Valcuha.

Do, 29.03.2012,  20.00 Uhr

Antonín Dvorák: Stabat Mater für Soli, Chor und Orchester op. 58
Simone Schneider, Sopran
Annely Peebo, Alt
Maximilian Schmitt ,Tenor
Zdenrk Plech, Bass

NDR Chor
WDR Rundfunkchor Köln
WDR Sinfonieorchester Köln

Juraj Valcuha, Dirigent

Einzelpreise in Euro
39,00 | 32,00 | 24,00 | 17,00
zzgl. 10% Service- und 1,50 Euro Systemgebühr.
RWE-Jugendrabatt 12,50 Euro (inkl. Gebühren)
Infos & Tickets:       T 0231 – 22 696 – 200
F 0231 – 22 696 – 222
info@konzerthaus-dortmund.de
www.konzerthaus-dortmund.de

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Mariinsky-Theater St. Petersburg, IOCO Kritik, 10.03.2012


Kritik

Konzerthaus Dortmund

Chor und Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg

Dirigent: Valery Gergiev

Mariinsky-Theater St. Petersburg in Dortmund

Nun schon zum dritten Mal gastierte das berühmte  St. Petersburger Mariinsky-Theater im Dortmunder Konzerthaus. In der Spielzeit 2008/09

feierte man hier drei Tage lang das 225- jährige Bestehen des renommierten russischen Hauses mit Werken um den Stoff  “Romeo und Julia“ und einer ko nzertanten “Turandot“ von Puccini. Der fabelhafte Chor des Theaters war dann noch einmal im Dezember 2009 mit russischer Chormusik im Konzerthaus.

Jetzt 2012 waren die Petersburger für zwei Abende da. Am 9. 3. mit “Petruschka“ von Strawinsky und der Sinfonie “Pathetique“ von Tschaikowsky.

Am hier besprochenen Samstag standen Prokofiew und wieder Strawinsky auf dem Programm.

Der Abend begann furios, ja fast brutal mit Sergej Prokofiews sperrigem aber hoch interessanten 2. Klavierkonzert. Im Gegensatz zu Rachmaninows monumentalen Klavierkonzerten, die aber immer noch dem Schönklang verpflichtet sind, zeigen Prokofiews fünf Klavierkonzerte mehr Kanten, Ecken und eine kolossale Experimentierfreude.

Es ist ein ideales Stück für jeden technisch versierten Pianisten, bedingt schon durch die lange, sich gewaltig auftürmende Kadenz im 1. Satz.

In der 24 Jahre jungen chinesischen Pianistin Yuja Wang hörte man eine staunend machende Spielerin mit einem absolut perfekten technischen Fundament. Ihre Sicherheit, Beweglichkeit und die Kraft ihres Anschlages begeisterten das zahlreich erschienende Publikum.

Valery Gergiev und das fabelhaft disponierte Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg begleiteten nicht nur die Pianistin mit höchster Aufmerksamkeit, sondern setzten auch wunderbar ausgeformte orchestrale Akzente, wie zum Beispiel die klagende Stimmung im langsamen Mittelsatz.

Das Publikum feierte die zarte, hübsche Pianistin frenetisch. Nach einigem Zögern gewährte sie zwei Zugaben (Die “Carmen“- Bearbeitung von Wladimir Horowitz und eine zauberhaft duftige Gluck-Piece).

Wie mag wohl ein Schubert, Brahms oder Mozart bei Yuja Wang klingen ?

Vielleicht erfahren wir das beim diesjährigen Klavierfestival Ruhr.

Nach der Pause erklang mit Igor Strawinskys Opern-Oratorium “Oedipus Rex“ ein epochales Stück Musiktheater. Das Werk wurde 1927 unter Stabführung des Komponisten im Pariser Thèatre Sarah Bernhardt uraufgeführt. Das Libretto nach der Tragödie von Sophokles ist von Jean Cocteau, ebenso die überleitenden Zwischentexte. Von Jean Daniélou sind die Übersetzungen der lateinischen Gesangstexte. Die deutsche Erstaufführung war 1928 an der Berliner Kroll-Oper unter der Leitung von Otto Klemperer.

Nun wurde es hier unter Gergievs Leitung in konzertanter Fassung geboten. Die Aufführung wurde zu einem elementaren Ereignis, an dem alle Mitwirkenden den gleichen Anteil zum Gelingen hatten. Großartig in seiner Präsenz war der Herrenchor des Mariinsky-Theaters, beeindruckend das Orchester, dessen dunkle Streicher faszinierten, sowie der allgegenwärtige, alles im Auge habende Spiritusrektor des Ensembles, Maestro Valery Gergiev und last but not least, die exzellenten Solisten.

Die Titelpartie sang Sergei Semishkur mit metallisch strahlendem, höhensicheren Tenor. Großartig die Jokaste der Ekaterina Semenchuk, deren satte Contralto-Tiefen ebenso beeindruckten, wie die kraftvollen Sopran-Höhen und die musikalische Gestaltung. Prächtige Bass-Töne hörte man von Alexei Markov und Mikhail Petrenko. Mit feinem Charaktertenor sang Alexander Timchenko den Hirten.

Dominique Horwitz war ein prägnanter, gut artikulierender Sprecher, an Ernst Deutsch erinnernd (in der legendären Ferenc Fricsay-Aufnahme), aber gottlob ohne dessen Pathos. Leider ging durch eine nicht optimale Mikrofoneinstellung viel von seiner markanten Sprachbehandlung verloren.

Großer, nicht enden wollender Jubel im nahezu ausverkauften Haus belohnte einen außergewöhnlichen Konzertabend.

IOCO / UGK  10.03.2012


Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg bringt Strawinskys Opern-Oratorium, 10.03.2012

dortmund konzerthaus.JPG

Konzerthaus Dortmund

Dominique Horwitz übernimmt Sprecherrolle in „Oedipus Rex“

Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg bringt Strawinskys Opern-Oratorium ins Konzerthaus

Für die Rolle des Sprechers in Strawinskys Opern-Oratorium „Oedipus Rex“, das am Samstag, 10.03.2012 im Konzerthaus aufgeführt wird, konnte mit Dominique Horwitz ein hochkarätiger Darsteller gewonnen werden. Der erfahrene Schauspieler ist für seine Vielseitigkeit bekannt: Neben seinen Theaterengagements machte er sich vor allem als Darsteller in Kinofilmen einen Namen und ist spätestens seit Josef Vilsmaiers Antikriegsfilm „Stalingrad“ einem internationalen Publikum bekannt.

Sein Part in Strawinskys Opern-Oratorium verbindet die musikalischen Nummern und führt die Zuhörer durch das Geschehen. Während Strawinsky für die musikalischen Abschnitte das lateinische Libretto (nach Sophokles von Jean Cocteau/Jean Daniélou) vertonte, werden die erklärenden Texte des Sprechers in Landessprache vorgetragen.

Unter der Leitung von Valery Gergiev wird der Abend im Konzerthaus mit Prokofiews Klavierkonzert Nr. 2 und der „Jungen Wilden“ Yuja Wang als Solistin eröffnet, bevor im zweiten Teil Strawinskys „Oedipus Rex“ konzertant zur Aufführung kommt.

Am Vorabend ist das Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg bereits mit Strawinskys „Petruschka“ und Tschaikowskys „Pathétique“ zu hören.

Fr 09.03.2012, 20:00
Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg
Valery Gergiev, Dirigent
Igor Strawinsky: „Petruschka“ Burleske in vier Szenen
Peter Iljitsch Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 6 h-moll op. 74 „Pathétique“

Sa 10.03.2012, 20:00
Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg
Yuja Wang, Klavier
Ekaterina Semenchuk, Iokaste
Sergei Semishkur, Oedipus
Mikhail Petrenko, Kreon, Tiresias
Alexei Markov, Bote
Alexander Timchenko, Hirte
Dominique Horwitz, Sprecher
Chor und Orchester des Mariinsky-Theaters St. Petersburg

Valery Gergiev, Dirigent

Sergej Prokofiew: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 g-moll op. 16

Igor Strawinsky: „Oedipus Rex“ Opern-Oratorium in zwei Akten (konzertante Aufführung in lateinischer Sprache mit deutschen Übertiteln)

Einführung um 19.15 Uhr im Komponistenfoyer

Einzelpreise in Euro jeweils  98,00 | 86,00 | 74,00 | 62,00 | 32,00 | 16,00 zzgl. 10% Service- und 1,50 Euro Systemgebühr. RWE-Jugendrabatt 12,50 Euro (inkl. Gebühren)

Infos & Tickets: T 0231 – 22 696 – 200. F 0231 – 22 696 – 222 ticket@konzerthaus-dortmund.de; www.konzerthaus-dortmund.de

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Mahlers Sinfonie Nr. 6 – Bamberger Symphoniker – Jonathan Nott, IOCO Kritik, 15.01.2012


Kritik

Konzerthaus Dortmund

Bamberger Symphoniker, Jonathan Nott 15. 1. 12

Mahlers Sinfonie Nr. 6

 

Im Rahmen der stark frequentierten Sonntagnachmittag-Orchesterreihe “Symphonie um 4“, gastierten die Bamberger Symphoniker im Konzerthaus.

Das Orchester trat im Laufe der Jahrzehnte immer wieder in Dortmund auf. Die Erinnerung an die Abende im “Capitol“ unter Keilberth und Jochums Leitung sind noch frisch.

Das Orchester wurde 1946 von ehemaligen Mitgliedern der “Deutschen Philharmonie Prag“ gegründet. Bis zu seinem Tod 1968 war Joseph Keilberth Chefdirigent des Orchesters. Ihm folgten James Loughran und Horst Stein.

Seit 2000 ist der Brite Jonathan Nott Chefdirigent des inzwischen zur Bayrischen Staatsphilharmonie ernannten Klangkörpers.

Nott genießt in allen Musikzentren höchstes Ansehen und Wertschätzung. Seine Tourneen mit den Bambergern führten ihn durch die ganze Welt.

Nach Anfängen in Frankfurt und Wiesbaden (der Berichterstatter erinnert sich noch an eine “Götterdämmerung“ 1995 in absolut flottem Zeitmaß), ging er nach Luzern, dessen Chef er bis 2003 war. Nott kann dazu Gast-Dirigate bei allen renommierten Orchestern nachweisen.

Mit seinen Bambergern führte er nun im Konzerthaus Mahlers 6. Sinfonie in A-Moll, die “Tragische“ auf. Das Werk ist ein gewaltiges Stück Musik. Oft sperrig, manchmal ausufernd in den Dimensionen, aber gefüllt mit herrlicher Musik und reich an packenden Einzelheiten.

Nott gab ein zügiges Tempo vor, das in den ersten beiden Sätzen durchgehend war. Bei der energischen Durchführung des 1. Satzes, wie auch beim Scherzo, begeisterte der dramatische Aufbau und die knisternde Spannung. Mit temperamentvollen Gesten feuert er die Musiker an. Das Orchester spürte jede Regung, jeden Impuls, der vom Pult ausging. Bestechend war die große Farbigkeit in den einzelnen Gruppen, der satte Klang und das außerordentliche Korrespondieren bei den Holzbläsern.

Ganz bemerkenswert war die Transparenz bei den Blechbläsern, wunderbar durch hörbar. Vielleicht trug auch die außergewöhnliche Aufstellung auf dem Podium dazu bei. Hinter den 1. Geigen waren die Bässe postiert und das Blech auf der rechten Seite hinter den 2. Geigen und den Bratschen.

Großartig im Aufbau geriet das finale Allegro. Wie gemeißelt waren die einzelnen Abschnitte. Wie meistens erzeugen die Kuhglocken der Schäferidylle, wie auch die beiden Hammerschläge einen Aha-Effekt bei Musikfreunden, die das Werk zum ersten Mal hören.

Summa summarum: ein schöner ergiebiger Konzertgenuss, den das Publikum im ausverkauften Haus frenetisch bejubelte.

IOCO / UGK / 15.01.2012

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Thomas Quasthoff nimmt Abschied von der Bühne_Florian Boesch springt bei Liederabend ein, 26.01.2012

dortmund konzerthaus.JPG

Konzerthaus Dortmund

Thomas Quasthoff nimmt Abschied von der Bühne – Florian Boesch springt bei Liederabend ein

 Der deutsche Bassbariton Thomas Quasthoff hat sich entschieden, seinen Abschied von der Konzertbühne zu nehmen und seine beinahe 40 Jahre andauernde, beispiellose Karriere als Sänger zu beenden.

 Thomas Quasthoff sagt dazu: “Ich habe mich entschlossen, mich nach fast 40 Jahren aus dem Konzertleben zurückzuziehen, weil es mir meine Gesundheit nicht mehr erlaubt, dem Anspruch, den ich immer an mich selber und an die Kunst gestellt habe, gerecht werden zu können. Ich habe dem Beruf sehr viel zu verdanken und gehe ohne Bitterkeit. Im Gegenteil – ich freue mich auf neue Herausforderungen, die es in meinem Leben geben wird. Ich bedanke mich bei allen Musikerkolleginnen und -kollegen, mit denen ich gemeinsam auf der Bühne stehen durfte, bei allen Veranstaltern und bei meinem Publikum für ihre Treue.“

 Er wird sich weiterhin intensiv dem Sängernachwuchs widmen und wie bisher an der Hochschule für Musik “Hanns Eisler“ in Berlin sowie bei internationalen Meisterkursen unterrichten.

 Betroffen ist hiervon auch der Liederabend im KONZERTHAUS DORTMUND am 26.01.2012, sodass eine Besetzungsänderung notwendig ist: Thomas Quasthoffs Part übernimmt Florian Boesch. Als Liedsänger zählt Boesch zu den gefragtesten Interpreten seiner Generation mit Auftritten u. a. im Wiener Musikverein, der Wigmore Hall London, dem Concertgebouw Amsterdam sowie bei zahlreichen Festivals in England, Frankreich, Italien, der Schweiz sowie in den USA und Kanada.

 Bereits erworbenen Karten behalten ihre Gültigkeit.

Dortmund, Theater Dortmund, Norma, Druidenpriesterin im Bademantel, IOCO Kritik, 08.01.2012


Kritik

Theater Dortmund

Vincenzo Bellini “ Norma “
Bes. Vorst. Am 08.01.2012

Druidenpriesterin im Bademantel

 

Wie schon in der Krefelder “Norma“ – Inszenierung, die am gleichen Tag Premiere hatte, wie die Dortmunder Produktion (3. 12. 11), wurde die musikalische Komponente das herausragende Ereignis. Bellinis Druidendrama verlegte der Krefelder Regisseur ins 20. Jahrhundert, in die Zeit des “Facismo“ zwischen den Weltkriegen. Hier in Dortmund ist kein offenkundiger Zeitbezug auszumachen, allenfalls in den Kostümen und Frisuren der Frauen, die auf die 1950er Jahre hinweisen.

Für den Regisseur Enrico Lübbe, derzeit Schauspielchef im sächsischen Chemnitz, war diese “Norma“ die erste Opernarbeit. Ihm kam es in seiner Inszenierung gezielt darauf an, das breite Spektrum der menschlichen Konflikte, die dem Stück innewohnen, in modernen Bildern aufzuzeigen. Das Ergebnis war zum großen Teil plausibel, doch vielfach mangelte es an Aktion. Was in Krefeld in ein “zuviel“ geriet, war hier zuwenig, wirkte statuarisch und häufig langweilig. Es fand kaum Bewegung statt. Aber dies hatte auch einen Vorteil: Die Sänger konnten in Ruhe bei wenig Betriebsamkeit die Stimmen strömen lassen.

Die Bühne von Henrik Ahr bot da den entsprechenden Hintergrund. Dunkle Seitenwände begrenzten eine Spielfläche, die aussah wie ein Probensaal mit aufsteigenden Stuhlreihen. Links davon ein Gelass, das Norma als Kammer (oder Garderobe?) diente und der Freundin Clotilde dazu, Normas schlafende Kinder zu beaufsichtigen. Norma lief nur in einem Bademantel oder fleischfarbener Korsage herum, außer wenn sie in ihrer priesterlichen Funktion auftrat. Dann erschien sie, von Clothilde gedresst, in Kleid, Pumps und mit Perücke. Alle anderen Mitwirkenden traten in normaler Straßenkleidung auf. Die Kostüme waren von Bianca Deigner.


Doch kommen wir zu Erfreulicherem. Wie eingangs schon erwähnt, konnte die musikalische Präsentation erfreuen und begeistern.

Am Pult stand, wie bei allen Vorstellungen des Werkes, der 1. Kapellmeister des Theaters und stellvertretende GMD, Lancelot Fuhry. Er ist ein wirklicher Glücksfall für das Haus. Der Berliner, der an der Musikhochschule Weimar studierte, hatte für Bellinis Meisterwerk das ausgeprägte Feeling und die richtigen Zeitmaße. Schon bei der spritzig und federnd servierten Ouvertüre zeichnete er sich ab, der Abend der orchestralen Wonnen. Fuhry animierte seine Musiker zu einem glänzenden Orchesterspiel von äußerster Gespanntheit und von einer geradezu strengen Straffheit. Aus manchmal einfachen Staccati wurden scharfe Akzente. Aber auch die lyrischen Momente gerieten nicht ins Hintertreffen.

Die knapp über Dreißigjährige Deutsch-Amerikanerin Miriam Clark sang die Titelpartie. Es ist schon ein gewaltiges, mutiges Unterfangen für eine noch so junge Sängerin, sich an eine der schwersten Sopranpartien im Belcantobereich zu wagen. Sie bestand mit Bravour. Makellos gerieten ihre musikalischen Phrasierungen. Wie Perlen reihten sich die Koloraturen an einander. Von Ebenmaß geprägt faszinierten die Staccati und die kraftvollen Spitzentöne. Zu hoffen wäre, dass die Sängerin die Partie noch oft so singen kann. An dieser immens schwierigen Rolle hat sich schon manches hoffnungsvolle Talent im jungendlichen Eifer “versungen“.

Einer der stimmlichen Höhepunkte war das große Duett Norma/AdalgisaMira o Norma“. Katharina Preetz war mit ihrem flexiblen, kräftigen Mezzosopran eine fabelhafte Adalgisa.

Mit satten, kräftigen Bass-Tönen erfreute Wen Wei Zhang als Oroveso, Normas Vater und oberster Druidenpriester.

Weniger Ohrenschmaus bereitete Mikhail Vekua als umworbener römischer Prokonsul und Vater von Normas Kindern. Sehr kultiviert begann er seine Arie, (der gequetschte Spitzenton sei ihm verziehen). Doch schon bald wurde er wieder zu laut und stentoral. Schade, denn es ging ja auch anders, was er vielfach demonstrierte.

Tadellos sang Julia Amos die Klotilde. In der kleinen Rolle des Flavio überzeugte Lucian Krasznec.

Sehr gut und differenziert klang der von Granville Walker einstudierte Chor.

Herzlicher Beifall seitens des Publikums bei dieser Spätnachmittag-Vorstellung.
IOCO / UGK / 08.01.2012

Dortmund, Konzerthaus Dortmund, Bamberger Symphoniker, 15.01.2012

dortmund konzerthaus.JPG

Konzerthaus Dortmund

“Es gibt nur eine Sechste“

Jonathan Nott und die Bamberger Symphoniker interpretieren Mahlers Riesenwerk

“Ich brauche doch nicht zu sagen, von wem sie ist, es gibt doch nur eine Sechste, trotz der Pastorale.“ Ob wir uns nun diesem Urteil von Alban Berg anschließen wollen oder nicht, Beethoven hin oder her: Fest steht immerhin, dass die Sinfonie Nr. 6 in a-moll von Gustav Mahler ein gigantisches Werk ist, das bis heute seine Hörer fasziniert, ihnen aber auch Rätsel aufgibt. Angesichts von Mahlers Sechster “können wir alle einpacken“, äußerte Berg außerdem. Mit “wir“ waren die Komponisten der zweiten Wiener Schule gemeint – Schönberg, Webern und Berg – die sich allesamt auf Mahler beriefen, der für die Entwicklung einer neuen Musik im frühen 20. Jahrhundert von nicht zu überschätzender Bedeutung war.

Mahler, als Operndirektor in Wien geradezu vollständig von dieser Tätigkeit in Anspruch genommen, fand nur während der Theaterferien im Sommer Zeit zum Komponieren. In den Sommermonaten der Jahre 1903 und 1904 entstand auch die sechste Sinfonie, die ein so großes Orchester vorsieht, wie Mahler es zuvor noch nie verwendet hatte. Aus der Ferne klingende Herdenglocken werden im Schlagzeug imitiert, berühmt sind die Hammerschläge im Finale – ein Allegro moderato übrigens, dessen 800 Takte eine Aufführungsdauer von mehr als einer halben Stunde vorsehen (und damit mehr als ein Drittel der Gesamtsinfonie ausmachen). Eine Besonderheit weist das Werk auf: Im Gegensatz zu den anderen Mahler-Sinfonien klingt die Sechste mit keinem Triumph aus. Der Satz bricht in sich zusammen, Antworten finden sich kaum in diesem riesenhaften Werk, existentielle Fragen werden gestellt, die das Werk heute noch so aktuell erscheinen lassen.

Spezialisten für die Deutung dieser faszinierenden Musik sind die Bamberger Symphoniker: Mahler nimmt seit geraumer Zeit eine zentrale Stellung in der künstlerischen Arbeit der Bayerischen Staatsphilharmonie ein, und dies nicht zuletzt seit dem Amtsantritt von Jonathan Nott, unter dessen Leitung Mahlersche Werke unüberseh-, vor allem aber unüberhörbar eine feste Säule in den Auftritten des Orchesters bilden.

Sonntag, 15.01.2012, 16.00 Uhr
Bamberger Symphoniker
Jonathan Nott, Dirigent
Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 6

Während des Konzerts gibt es eine kostenlose Kinderbetreuung. Um vorherige Anmeldung wird gebeten: T 0231-22 696 213

Einzelpreise in Euro  79,00 | 69,00 | 59,00 | 49,00 | 26,00 | 13,00;  zzgl. 10% Service- und 1,50 Euro Systemgebühr.  RWE-Jugendrabatt 12,50 Euro (inkl. Gebühren)

Infos & Tickets: T 0231 – 22 696 – 200.  F 0231 – 22 696 – 222.  ticket@konzerthaus-dortmund.de;  www.konzerthaus-dortmund.de