Darmstadt, Staatstheater Darmstadt, Internationaler Musiktheaterwettbewerb – Preisträger 2016, Juli 2016

August 1, 2016  
Veröffentlicht unter Pressemeldung, Staatstheater Darmstadt

Staatstheater Darmstadt

Staatstheater Darmstadt © IOCO

Staatstheater Darmstadt © IOCO

INTERNATIONALER MUSIKTHEATERWETTBEWERB DARMSTADT

Zum ersten Mal hat das Staatstheater Darmstadt einen Kompositionswettbewerb für Musiktheater ausgelobt. In Zusammenarbeit mit dem Staatstheater entstanden fünf kurze Stücke von Sivan Cohen Elias (Israel), Marta Gentilucci (Italien), Carsten Hennig (Deutschland), Patricia Martínez (Argentinien) und Abel Paúl (Spanien), die am  30. Juli 2016 uraufgeführt wurden.

Im Anschluss an die Präsentation der fünf Uraufführungswerke tagte die Jury, bestehend aus Chaya Czernowin, Will Humburg, Sergej Newski, Thomas Schäfer, Karsten Wiegand, Samir Odeh-Tamimi und Johannes Harneit, und verkündete gleich zwei Preisträger:

Sivan Cohen Elias belegt mit .onion den ersten Platz, Marta Gentilucci mit (On) The Other Side of The Skin. Lullaby wurde auf Platz zwei gewählt.

Beide Stücke werden in der kommenden Spielzeit 2016|17 im Programm des Staatstheaters zu sehen sein: In der Eröffnungsproduktion des Musiktheaters bilden sie den Prolog zu Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg im Abend AUGEN.BLICKE / HERZOGBLAUBARTS BURG (Premiere am Sonntag, 25. September 2016).

Sivan Cohen Elias erhält als Siegerin des Internationalen Musiktheaterwettbewerbs Darmstadt den Auftrag, ein Werk zu komponieren, das als Produktion des Staatstheater Darmstadt im Rahmen der Ferienkurse 2018 uraufgeführt wird.

Zudem vergab das Darmstädter Publikum einen Publikumspreis: Carsten Hennig erspielte sich mit Selbstversuch. die Gunst des Publikums.

Sivan Cohen Elias  –   .onion (2016)
Für Sänger, Instrumentalensemble, Video und Elektronik
Text: Reynard Hulme, Sivan Cohen Elias
Musikalische Leitung: Johannes Harneit, Szenische Einrichtung: Sebastian Gühne
Video: Vincent Stefan, Bühne/Kostüme/Licht: Christoph Ernst
Dramaturgie: Katharina Ortmann

„Meine Arbeit erforscht die Grenzen und Möglichkeiten, verschiedene Kunstformen in ein einheitliches Medium zu integrieren, was bedeutet, dass ich jede meiner Kompositionen so behandle, als wäre sie eine Theaterszene. Thema von .onion ist das Deep Web – das totale Reich der Interessen und Geheimnisse. Es ist im Wesentlichen durch Anonymität und Unsicherheit gekennzeichnet. Man weiß weder, wer sich am anderen Ende befindet – noch kann man herausfinden, ob irgendetwas von dem Angebotenen echt ist. Es ist ein Ort außer Kraft gesetzter Identitäten, an dem Kriminelle, Aktivisten und Gesetzeshüter die Erscheinungsbilder tauschen. Diese Mini-Oper schleudert den Zuschauer hin und her in unbestimmter Zeit, während er über fehlende Teile schwebt, und sich fortwährend inmitten der (gemeinsamen) Handlung befindet. Gleichzeitig schwankt der Protagonist zunehmend zwischen seinem Zuschauen und virtueller Assimilation, während seine Anonymität nachlässt.

Sivan Cohen Elias wurde geboren 1976 in Jerusalem. In ihrer Arbeit als Komponistin und Performerin untersucht sie Grenzen und Möglichkeiten, unterschiedliche Kunstformen innerhalb eines Werkes zu verbinden. Sie beschäftigt sich zudem fortwährend mit Bildhauerei, Choreographie und Technik. Ihre Arbeit als Komponistin ist stark von partizipatorischer Forschung beeinflusst.

Cohen Elias‘ Arbeiten wurde von Ensembles in Europa, Israel und den Vereinigten Staaten aufgeführt und in Auftrag gegeben, u.a. vom Klangforum Wien, der MusikFabrik, dem Ensemble Mosaik, dem Ensemble Dal Niente und auf Festivals wie den Internationale Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt, Wien Modern, den Wittener Tagen für neue Kammermusik, Ultraschall und dem Warschauer Herbst. 2012 war sie Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart. 2007 bis 2009 absolvierte sie ein zweijähriges Postgraduierten-Programm an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Derzeit ist Cohen Elias PhD-Kandidatin und Teaching Fellow an der Harvard University bei Prof. Chaya Czernowin und Prof. Hans Tutchku.


Marta Gentilucci –   (On) The Other Side of The Skin. Lullaby
Für Soli, Chor, Orchester und Elektronik (2016)
Text von der Komponistin unter Verwendung von Lyrik von Elias Biagini und einem armenischen Wiegenlied
Musikalische Leitung: Johannes Harneit, Szenische Einrichtung: Susanne Gauchel
Bühne/Licht: Christoph Ernst, Dramaturgie: Katharina Ortmann

(On) The Other Side of The Skin „ist Teil eines größeren Projekts, das die Komposition einer Reihe von musikalischen Werken für Frauenstimmen zusammenfasst. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Erkundung der zahlreichen Facetten des weiblichen Universums, seine Bewegungen, Veränderungen, Eigenarten und Möglichkeiten. Klang und Musik sind für mich vor allem eine körperliche Erfahrung.

Marta Gentilucci  studierte Gesang (Sopran) am Konservatorium in Perugia, wo sie zudem ihren Master in englischer und Deutscher Literatur absolvierte. Sie studierte Komposition am Konservatorium in Florenz und an der Musikhochschule Stuttgart sowie Elektronische Musik in Stuttgart und am IRCAM. Derzeit beendet sie ihren PhD in Komposition an der Harvard University.

Marta Gentilucci war Stipendiatin des Experimentalstudios des SWR Freiburg und des Elektronischen Studios der Akademie der Künste Berlin. Ihre elektronischen Kompositionen wurden auf dem SICMF (Seoul), dem nycemf 2013 und 2015 (New York) sowie bei mehreren Ausgaben der International Computer Music Conference gespielt. Aufführungen ihrer Werke erfolgten in Italien, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Korea, Japan, USA und Großbritannien durch Ensembles wie u.a. Orchestra Nazionale RAI, Ensemble Surplus, Ensemble Ascolta, Ensemble Intercontemporain, Les Cris de Paris, Chiara Quartet, Hand Werk, Nikel und Dal Niente. 2014 erhielt Marta Gentilucci für ihr Streichquarett Proof Resilience eine Honorary Mention bei der Vergabe des Mivos/Kanter Prize.


Carsten Hennig – Selbstversuch.
Musiktheater für einen Schauspieler, zwei Sänger und Orchester (2016)
Text von Carsten Hennig
Musikalische Leitung: Johannes Harneit, Szenische Einrichtung: Isabel Ostermann
Video: Vincent Stefan, Bühne/Kostüme/Licht: Christoph Ernst
Dramaturgie: Katharina Ortmann

„Grenzüberschreitung – sowohl konkret als auch metaphorisch – ist der zentrale inhaltliche Aspekt in meinem Stück ‚Selbstversuch‘. In einer Gesellschaft wie der unsrigen, die starken Entwicklungen ausgesetzt ist, erlangt der Umgang mit Grenzen (auch hier sowohl konkreten als auch metaphorischen) zunehmend größere Bedeutung. Diesen Aspekt der Wirklichkeit auf einen künstlichen/künstlerischen Theaterboden zu stellen und möglichst seine Relevanz hinsichtlich der Wirklichkeit nicht zu verlieren, das war meine Intention.“ Carsten Hennig

Carsten Hennig, geboren 1967 in Dresden, studierte Filmmusik-Komposition an der Filmakademie Baden-Württemberg und Komposition bei Adriana Hölszky an der Musikhochschule Rostock sowie am Mozarteum Salzburg. Der Tradition einer empirischen Ästhetik verpflichtet, entwickelt Hennig die Gestaltungsprinzipien seiner Werke jeweils aus spezifischen Fragestellungen heraus, die sich bis in die Parameter der musikalischen Gestaltung hinein auswirken. Für ihn ist Musik eine Kunst, die in den Belangen der Gegenwart verankert ist. Aufführungen seiner Werke, etwa bei Festivals wie Gaudeamus (Amsterdam), Manca (Nizza), ArtGenda (Stockholm), Münchener Biennale, Darmstädter Ferienkurse und SUNTORY Festival Tokyo führten zur Zusammenarbeit mit Klangkörpern wie dem Ensemble Modern, Nieuw Ensemble, Musikfabrik, Luxembourg Sinfonietta, Ear Unit Los Angeles, Tokyo Sinfonietta, Rundfunksinfonieorchester Berlin, Ensemble Resonanz und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.  PM SttDa

 

 

Darmstadt, Staatstheater Darmstadt, Konzert: reingehört! , 30.04.2014

April 29, 2014  
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Staatstheater Darmstadt © IOCO

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reingehört! #3

Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 6 f-Dur op. 86 Pastorale

Mittwoch, 30. April 2014 | 19 Uhr | Großes Haus
 
Nach dem grandiosen Start in der letzten Spielzeit verspricht unsere neue Konzertreihe reingehört! – Gesprächskonzerte am frühen Abend ein echter Renner in Darmstadt zu werden.
 
Im Zentrum des 3. Konzerts der Reihe steht die 6. Sinfonie f-Dur von Ludwig van Beethoven, besser bekannt unter dem Namen Pastorale. 
Beethovens bekanntes Zitat, sie sei „mehr Ausdruck der Empfindung als Malerey“, stellt implizit auch die Frage nach dem absoluten Gehalt des Stückes – einer Frage, die ebenso beantwortet wird wie auch die Besonderheiten der Komposition und erklärt und Informationen zum Komponisten gegeben werden. Eine Stunde, die es in sich hat!
 
Musikalische Leitung Martin Lukas Meister | Staatsorchester Darmstadt
 
Pressemeldung Staatstheater Darmstadt

Darmstadt, Staatstheater Darmstadt, 6. Sinfoniekonzert, 27./28.04.2014

April 17, 2014  
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Staatstheater Darmstadt

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6. Sinfoniekonzert

 
Sonntag, 27. April 2014 | 11 Uhr | Großes Haus
Montag, 28. April 2014 | 20 Uhr | Großes Haus
 
Joseph Haydn Sinfonie Nr. 96 D-Dur Das Wunder
Cord Meijering ISIS – Konzert für Klavier und Orchester | Uraufführung
Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 6 f-Dur op. 86 Pastorale
 
Haydns Sinfonie D-Dur zählt zur Gruppe der Londoner Sinfonien, die den künstlerischen Höhepunkt und zugleich den Abschluss seines sinfonischen Schaffens markieren. Die Sinfonie gilt als Meisterwerk der Satzkunst und kompositorischer Raffinesse. Einen besonderen Höhepunkt des Konzertes stellt die Uraufführung von ISIS – Konzert für Klavier und Orchester des Darmstädter Komponisten Cord Meijering dar, das er für die Künstlerin Claire Huangci geschrieben hat. Im Zentrum des Werkes steht die Auseinandersetzung mit der geflügelten ägyptischen Göttin Isis, die ihren Gatten Osiris mit dem Schlag ihrer Flügel wiederbelebt. Die Frage, ob es sich bei Beethovens 6. Sinfonie um Programmmusik oder absolute Musik handle, beherrscht seit jeher die Diskussion um dieses Meisterwerk.
 
Obwohl Beethoven selbst meinte, sie sei „mehr Ausdruck der Empfindung als Malerey“, erweckt er mit seiner Musik und den dazugehörigen programmatischen Satzbezeichnungen träumerische Bilder einer Sommerlandschaft und bringt seine eigene Naturverbundenheit zum Ausdruck.
 
Die junge Pianistin Claire Huangci ist seit ihrem phänomenalen 2. Preis beim renommierten ARD-Wettbewerb auf dem Sprung zu einer großen Karriere. Dem Darmstädter Publikum ist sie seit ihrem umjubelten Debüt mit dem Klavierkonzert von Friedrich von Flotow bestens bekannt.
 
Claire Hungaci Klavier | Musikalische Leitung Martin Lukas Meister | Staatsorchester Darmstadt
 
Einführungen im Foyer Großes Haus jeweils 45 Minuten vor Konzertbeginn
 
 
 
 
 
Pressemeldung Staatstheater Darmstadt

Darmstadt, Staatstheater Darmstadt, Premiere: Magisches Kaleidoskop, 25.04.2014

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Premiere: Magisches Kaleidoskop

 
Freitag, 25. April 2014 | 19.30 Uhr | Großes Haus
 
Ballettabend mit Choreografien von Johan Inger, Stephan Thoss und Jiri Kylián
 
Wer in ein Kaleidoskop blickt, der sieht eine andere Wirklichkeit. Magisch ändern sich bei jeder Bewegung die Formen, Farben und Perspektiven, ergeben sich neue faszinierende Räume. Eine Uraufführung von Stephan Thoss und die Werke zwei der bedeutendsten Choreografen unserer Zeit führen in ganz unterschiedliche Situationen, Sinnes- und Erlebniswelten.
 
Johan Ingers Walking Mad, eine der meistgespielten Interpretationen von Ravels Boléro, ist eine choreografische Variation über die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Lebens mit Witz, Frische und überraschenden Wendungen. Warum Frauen und Männer zwar nicht zusammenpassen, aber auch nicht voneinander lassen können, ist hier so vergnüglich gezeigt wie selten. La Chambre Noire von Stephan Thoss wirkt wie ein Schwarzes Loch im Weltall, denn es verschlingt alles, was in seine Nähe kommt. Drinnen gelten andere Gesetze; an die Stelle der Gewissheit tritt das Unbekannte. Aber die Dunkelheit schärft auch das Bewusstsein für Nähe und Entfernung und für die Autonomie des Menschen. Die Tänzer sind in einem Spannungsfeld von unsichtbaren Kraftfeldern und Anziehungen.
 
Jirí Kyliáns Sechs Tänze sind ein zeitgenössischer Tanz-Klassiker. Der frühere künstlerischer Leiter des Nederlands Dans Theater zeigt in seiner frech-frivolen und virtuosen Mozart-Hommage zu den Deutschen Tänzen KV 571 vier junge Rokoko-Paare in verrückten Verstrickungen. Er bezieht sich dabei auf die berühmten „Bäsle“-Briefe: ungehemmt albern, aber auch ebenso abgründig wie Mozarts Musik.
 
Walking Mad (Bolero) Choreografie, Bühne und Kostüme Johan Inger | La Chambre Noire Choreografie, Bühne und Kostüme Stephan Thoss | Sechs Tänze Choreografie, Bühne und Kostüme Jirí Kylián
 
Mit dem Ballett des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
 
Eine Inszenierung des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
 
Premiere 25. April 2014 | 19.30 Uhr | Großes Haus
Weitere Vorstellung 31.Mai 2014 | 19.30Uhr | Großes Haus
 
 
 
 
Pressemeldung Staatstheater Darmstadt

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