Cottbus, Staatstheater Cottbus, Premiere WINTERZAUBER ZUM FEST, 03.12.2017

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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus /  Winterzauber zum Fest © Andreas Klose

Staatstheater Cottbus / Winterzauber zum Fest © Andreas Klose

Premiere am Sonntag, 3. Dezember 2017, 16.00 Uhr, Großes Haus
WINTERZAUBER ZUM FEST

Musikalische und szenische Weihnachtsüberraschungen für die ganze Familie
zusammengestellt von Carola Böhnisch und Christian Möbius

Alle Jahre wieder gehören neben Kerzenschein und frisch gebackenen Plätzchen auch weihnachtliche Melodien zur festlich gestimmten Adventszeit. Unter dem Titel „Winterzauber zum Fest“ haben am Sonntag, 3. Dezember 2017, 16.00 Uhr, im Großen Haus musikalische und szenische Weihnachtsüberraschungen Premiere.
Die ganze Familie ist eingeladen zu einem vorweihnachtlichen Abend mit stimmungsvollen Melodien, szenischen Glanzlichtern sowie bekannten und unbekannten Weisen aus verschiedenen Ländern und Zeiten, zusammengestellt von Carola Böhnisch und Christian Möbius. Die szenische Einrichtung liegt in den Händen von Martin Schüler.

Klanggewaltige Chöre, swingende Christmas-Songs und Weihnachtslieder aus der ganzen Welt entführen ins Reich weihnachtlicher Phantasien. Das Ballett tanzt zur Filmmusik aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel”, der Kinder- und Jugendchor des Staatstheaters überrascht mit beschwingten Adventsmelodien und auch die Kinder der Ballettschule Werhun sind wieder mit von der Partie.
Wer Lust hat, kann im zweiten Teil des Abends gemeinsam mit den Chören und dem Philharmonischen Orchester unter der musikalischen Leitung von Christian Möbius einstimmen in alte Weisen wie „Leise rieselt der Schnee”, „Bald nun ist Weihnachtszeit” oder „Alle Jahre wieder“. Die vollständigen Texte, die möglicherweise in Vergessenheit geraten sind, kann man beim Singen mitlesen.

Es wirken mit:
die Solisten des Opernensembles, die Damen und Herren des Opernchores und des Ballettensembles, der Kinder- und Jugendchor des Staatstheaters, die Singakademie Cottbus e.V. und Kinder der Ballettschule Werhun. Unter der musikalischen Leitung von Christian Möbius spielt das Philharmonische Orchester.

Weitere Vorstellungen im Dezember
Fr 8.12., 19.30 Uhr;
So 10.12., 16.00 Uhr;
Fr 15.12., 19.00 Uhr;
Mi 20.12., 19.00 Uhr;
Sa 23.12., 18.00 Uhr

Pressemeldung Staatstheater Cottbus

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Cottbus, Staatstheater Cottbus, Turandot von Giacomo Puccini, IOCO Kritik, 17.11.2017

November 17, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Kritiken, Oper, Staatstheater Cottbus

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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Turandot von Giacomo Puccini

Knallharter Polit-Thriller  –  Mord, Lug, Betrug

Von Thomas Kunzmann

Cottbus, das letzte verbliebene Vier-Sparten-Theater Brandenburgs mit seinem wunderbaren Jugendstil-Gebäude, wagt sich regelmäßig an Extreme. In einem unglaublichen Kraftakt wurde Wagners Ring über 10 Jahre hinweg geschmiedet und auch die vielgelobte Elektra 2015-17 kann man getrost zu den erfolgreichen Experimenten zählen. Intendant Martin Schüler, seit 1991 am Haus. Dessen Leitung übernahm er 2003 von Christoph Schroth. Mittlerweile ist er dienstältester Intendant in den neuen Bundesländern und plante Puccinis letztes Werk bereits für die Saison 15/16, musste sie jedoch auf die Folgesaison verschieben und schob  stattdessen Tosca ein. Nun also Turandot.

Staatstheater Cottbus / Turandot - hier vorne Martin Shalita als Calaf und Ensemble © Marlies Kroos

Staatstheater Cottbus / Turandot – hier vorne Martin Shalita als Calaf und Ensemble © Marlies Kroos

Das Foyer ist gut gefüllt an diesem Freitag. Nicht nur Cottbuser nutzen das hiesige Kulturangebot der Extraklasse gern, regelmäßig sind viele Berliner Besucher im Haus. Die konstante künstlerische Qualität auf hohem Niveau hat sich längst herumgesprochen und gilt nicht einmal mehr als Geheimtipp: als Gast jedenfalls geht man hier kein Wagnis ein. Die Verbindung in die Hauptstadt ist gut, die Kartenpreise moderat.

Martin Schüler inszeniert Turandot als knallharten Polit-Thriller, in dem den Protagonisten alle Mittel recht sind: Mord, Bestechung, Betrug und Vortäuschen der großen Liebe. Entsprechend gewaltig führt Evan Christ durch die Partitur. Mit unglaublicher Wucht setzt das Orchester ein und macht von den ersten Takten an klar, dass es hier nicht um ein liebliches asiatisches Märchen geht, sondern schlichtweg um Alles.

Und wenn der fulminante Chor hinzukommt spürt man bis in die letzte Reihe, dass sie keineswegs beabsichtigen, den Musikern das (Schlacht)Feld zu überlassen. Erbarmungslose Politik, in der jeder seine individuellen Ziele verfolgt, statt betörender Romantik. Ping, Pang und Pong haben die despotischen Machenschaften der Prinzessin satt und das Volk, anfänglich noch vorfreudig auf eine erneute Hinrichtung als Massenschauspiel, empfindet Mitleid für den persischen Prinzen, der Turandots Rätsel nicht lösen konnte. Ein neuer Herrscher muss her.

Staatstheater Cottbus / Turandot hier vorne Martin Shalita als Calaf, hinten Soojin Moon als Turandot © Marlies Kroos

Staatstheater Cottbus / Turandot hier vorne Martin Shalita als Calaf, hinten Soojin Moon als Turandot © Marlies Kroos

In den Hinterzimmern der Macht, in die man dank der Drehbühne Einblick bekommt, geht es mit Mädchen, Cognac und Zigarren dekadent zu. Die Minister weihen den Fremden in ihre Pläne ein, den weder Hinrichtung noch Warnungen, und schon gar nicht die zur Abschreckung aufgestellten Köpfe der früheren Bewerber abhalten können. Nicht von ungefähr kann Calaf letztlich die verzwickten Aufgaben lösen.  Selbstsicher gibt er sogar sein Geheimnis preis und bricht mit vorgetäuschter Liebe Turandots Restwiderstand, während er, einem Buchhalter der Macht gleich, die Immobilien und Wertgegenstände seines zukünftigen Reiches taxiert. Frisch an der Spitze des totalitären Staates rollen die Köpfe der Steigbügelhalter seines Aufstiegs. Ein überraschender, aber überzeugender Plot – kein Happy End.

Soojin Moon, vom Cottbuser Publikum bereits als Tosca umjubelt, gestaltet die Titelfigur der Turandot glaubhaft eiskalt in einer männerdominierten Welt. Mal scharf und spröde, dann wieder unglaublich weich kann sie sich jederzeit nicht nur gegen das Orchester durchsetzen, sondern treibt mit ihm zusammen zu unglaublicher Intensität.

Martin Shalita, bisher in Nordhausen und Koblenz zu hören, empfiehlt sich bestens mit seinem jederzeit sicheren und kraftvollen Calaf als neuer Tenor am Hause, wo er ab nächster Saison zum Ensemble gehören wird und den alternierend singenden, eher lyrischen Jens Klaus Wilde entlasten wird. Den Kraftakt der Rolle, die durch die Orchesterführung nicht gerade erleichtert wird, gestaltet er sowohl stimmlich als auch schauspielerisch überzeugend als kühl berechnender, zukünftiger Despot mit authentischer Bühnenpräsenz. Vom Publikum abgewandt zu singen dürfte wohl fast jedes Tenors stimmliche Kapazitäten übersteigen – was hier allerdings eindeutig am Orchester liegt. Dieses schickt aus dem Graben ein Feuerwerk an Impulsivität, die sich mit der leider bereits abgespielten Elektra vergleichen lässt. Mitunter geht das zu Lasten der Transparenz, die lediglich in den seltenen emotionalen Momenten zum Tragen kommt. Besonders eindrücklich mit der großartigen Debra Stanley als Liu sowie dem warmen Bass Ingo Witzkes (Timur) klingt Puccinis Thema aller Werke durch: die Liebe.

Staatstheater Cottbus / Turandot - hier Andreas Jäpel als Mandarin und Ensemble © Marlies Kroos

Staatstheater Cottbus / Turandot – hier Andreas Jäpel als Mandarin und Ensemble © Marlies Kroos

Die Minister Ping, Pang und Pong als Strippenzieher bestechen durch Homogenität in Handlung und ausgewogener Klangfülle. Hoch in der Gunst des Cottbuser Publikums stand der Einsatz einer ehemaligen Größe des Hauses: Max Ruda als Kaiser. Ruda war 1978 bis 2000 Tenor in Cottbus (u.a. in Zauberflöte, Zarewitsch, Tannhäuser, Pique Dame), gab allerdings auch schon in den 60ern den David in Bayreuth. Den gebrechlichen Monarchen, der weder Turandot in den Griff bekommt, noch Calaf von seinem Weg abbringen kann, verkörpert er herzerwärmend.

Diese typische Schüler-Inszenierung mit klarem Bühnenbild, fantasievollen, historisierenden Kostümen und einem schlüssigen Konzept, gestaltet mit eigenen Solisten und Gästen, die sich hervorragend in das Turandot – Team integrieren, lohnt jede noch so weite Anreise.

Tipp am Rande: Die Theaterkantine Tellheim an der Rückseite des Theaters eignet sich vortrefflich, den Abend ausklingen zu lassen.

Turandot am Staatstheater Cottbus, weitere Vorstellungen: 7.12.2017; 9.1.2018; 18.2.2018; 5.5.2018; 10.6.2018

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Cottbus, Staatstheater Cottbus, Ritter Blaubart – Jacques Offenbach, 16.11.2017

November 16, 2017  
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Staatstheater Cottbus / RITTER BLAUBART - Szenenfoto mit: (im Vordergrund) Jens Klaus Wilde (Ritter Blaubart) und Carola Fischer (Boulotte) sowie Damen und Herren des Opernchores © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / RITTER BLAUBART – Szenenfoto mit: (im Vordergrund) Jens Klaus Wilde (Ritter Blaubart) und Carola Fischer (Boulotte) sowie Damen und Herren des Opernchores © Marlies Kross

Ritter Blaubart von Jacques Offenbach
Offenbach-Operette im Großen Haus auf dem Programm

Erstmals in dieser Spielzeit zeigt das Staatstheater Cottbus am Donnerstag, 16. November 2017, 19.30 Uhr, im Großen Haus die Operette Ritter Blaubart, die voller Humor und Biss von den Unterschieden zwischen Lust und Liebe handelt. Jacques Offenbachs quirlige und bis in die Groteske gesteigerte Musik begleitet virtuos die Kriminalstory um die Frauen mordende Schauermärchengestalt des Ritters von und zu Blaubart.

Staatstheater Cottbus / RITTER BLAUBART - Szenenfoto mit Matthias Bleidorn (König Bobèche) © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus / RITTER BLAUBART – Szenenfoto mit Matthias Bleidorn (König Bobèche) © Marlies Kross

Regisseur Steffen Piontek hat die Blaubart-Parodie mit seinem Team als eine lustvolle Verbeugung vor der legendären Inszenierung Walter Felsensteins in der Komischen Oper auf die Bühne gebracht.

Zu erleben sind u.a. als blaubärtiger Ritter Jens Klaus Wilde, als Bäuerin Boulotte Carola Fischer, als Alchimist Popolani Andreas Jäpel und als König Bobèche Matthias Bleidorn. Unter der musikalischen Leitung von Alexander Merzyn spielt das Philharmonische Orchester und singen die Damen und Herren des Opernchors.

Ritter Blaubart entledigt sich seiner Frauen auf eine höchst ungewöhnliche Art: Er lässt sie der Reihe nach umbringen. Denn bereits kurz nach der Hochzeit treibt es ihn erneut zu amourösen Abenteuern. Diesmal hat er es auf ein handfestes Bauernmädchen abgesehen. Den trickreich veranstalteten Schönheitswettbewerb gewinnt eher zufällig die resolute und füllige Boulotte, die ihrerseits bisher erfolglos einem widerspenstigen Schäfer nachjagte. Blaubart macht sie zu seiner sechsten Frau, während er insgeheim die zarte Schäferin Fleurette als Gattin Nummer sieben vormerkt. Zu spät begreift Boulotte ihren tragischen Irrtum. Doch sie überlebt sowohl die heuchlerischen Attacken am Hofe des Königs Bobèche als auch das von ihrem Gatten für sie bestimmte Gift. Wenn sie dann letztlich aber doch bei dem blaubärtigen Ritter bleibt, ahnt man, dass sie ihre Rolle als selbstsichere Gattin verteidigen und den Macho mit Parolen der Frauenemanzipation garantiert das Fürchten lehren wird.

Jacques Offenbach Grab in Montmartre © IOCO

Jacques Offenbach Grab in Montmartre © IOCO

1866 im Théâtre des Variétés erfolgreich uraufgeführt, greifen Offenbach und sein geniales Autorengespann Henri Meilhac und Ludovic Halévy die Frauen mordende Schauermärchengestalt Blaubart auf, beleuchten satirisch die Selbstinszenierung und Demontage des ritterlichen Playboys, die gefährlichen Anweisungen des verklemmten Königs Bobèche und die Schizophrenie seiner ängstlich buckelnden Höflinge. Virtuos jongliert Offenbach in seiner Musik zwischen Pastorale und ironisch gebrochener „Grande Opéra“ und persifliert die bizarre Kriminalstory durch eine quirlige, bis in die Groteske gesteigerte Musik. PMStCo

Weitere Vorstellungen:Samstag, 16. Dezember 2017, 19.30 Uhr, 7.2.2018, 15.4.2018, 13.5.2018

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Cottbus, Staatstheater Cottbus, 3. Philharmonischen Konzert, 17. und 19.11.2017

November 15, 2017  
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Staatstheater Cottbus

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Staatstheater Cottbus © Marlies Kross

Von Rio bis Kentucky

Volksmusik aus drei Ländern im 3. Philharmonischen Konzert

Volksmusik aus drei Ländern steht im Mittelpunkt beim 3. Philharmonischen Konzert des Staatstheaters Cottbus unter Leitung von Evan Alexis Christ am Freitag, 17. November 2017, 20.00 Uhr, und Sonntag, 19. November 2017, 19.00 Uhr, jeweils im Großen Haus.

Der französische Komponist Darius Milhaud ließ sich von Melodien aus Frankreich, Brasilien und den USA zu seiner lebensfrohen und unterhaltsamen Musik inspirieren. Als junger Mann lebte er zwei Jahre in Rio de Janeiro. Die lateinamerikanisch beschwingten Melodien der pulsierenden Metropole und die Klänge der ungewöhnlichen Schlaginstrumente ließ er einfließen in die temperamentvollen „Saudades do Brasil“, auf Deutsch: Sehnsucht nach Brasilien. Mitte der 30er Jahre schuf er die „Suite Provençale“. In dieser Ballettmusik setzte er der Provence ein Denkmal, jener Provinz, in der er in einer jüdischen Familie aufwuchs. Das farbige, äußerst vielseitige Werk klingt an vielen Stellen nach Renaissancemusik, neoklassizistisch aufbereitet.

Staatstheater Cottbus / Timo Andres  © Michael Wilson

Staatstheater Cottbus / Timo Andres © Michael Wilson

Nach Ausbruch des 2. Weltkriegs emigrierte der Komponist nach Amerika, wo er 1948 „Kentuckiana“ schrieb. In dieser 8-minütigen Hommage an die Musik der Vereinigten Staaten zitiert er 21 amerikanische Volkslieder. Milhauds offenkundige Freude beim Komponieren überträgt sich unmittelbar auf das Publikum.

Als Solist des Abends ist der Amerikaner Timo Andres zu erleben. Der Mittdreißiger interpretiert sein mittlerweile drittes Klavierkonzert „The Blind Banister“. In ihm setzt er sich kreativ und spielerisch mit einem Konzert Ludwig van Beethovens auseinander. Evan Alexis Christ und Dorothea Hennigs-Holtmann hörten Timo Andres live in der Berliner Philharmonie und verpflichteten ihn auf der Stelle für Cottbus. Sein Auftritt hier wird durch ein Stipendium der C.F. Holtmann-Stiftung gefördert, die sich für den deutsch-amerikanischen Kulturaustausch einsetzt.

Steffen Wick schließlich lässt im Auftragswerk „Autobiography“ Stationen eines Lebens wie in einem Blitzlicht aufleuchten.

Das 3. Philharmonische Konzert wird am Freitag, 17. November 2017, 20.03 Uhr, vom Deutschlandfunk Kultur live übertragen.

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