Coburg, Landestheater Coburg, Antigone von Sophokles, 14.01.2017

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Landestheater Coburg

Landestheater Coburg © Andrea Kremper

Landestheater Coburg © Andrea Kremper

ANTIGONE – Tragödie von Sophokles

Premiere Antigone Samstag, 14. Januar 2017, weitere Vorstellungen 19.1.2017, 26.1.2017, 31.1.2017, 3.2.2017, 8.2.2017, 9.2.2017, 10.2.2017, 15.2.2017, 10.3.2017

Bis heute gehört sie weltweit zu den meistgespielten antiken Dramen: Sophokles’ Antigone. 442 v. Chr. in Athen uraufgeführt, wirft die Tragödie Fragen auf, die uns auch heute noch unter den Nägeln brennen und auf die sich, so scheint es, klare, eindeutige Antworten nicht so ohne Weiteres finden lassen. Was wiegt schwerer, das von staatlicher Seite erlassene Gesetz oder das eigene moralische und menschliche Empfinden? Wer entscheidet über Recht und Unrecht? Und gibt es überhaupt Gerechtigkeit?

Landestheater Coburg / Antigone Probe - © Henning Rosenbusch

Landestheater Coburg / Antigone Probe – © Henning Rosenbusch

Ein Dilemma, in dem sich auch Antigone befindet: Im Kampf um den Thron Thebens haben sich ihre beiden Brüder, Eteokles und Polyneikes, gegenseitig umgebracht. Nun besteigt König Kreon den Thron, und verfügt: Eteokles ist als Sieger zu ehren und feierlich zu bestatten, Polyneikes aber wird als Verräter und Feind Thebens gebrandmarkt, seine Leiche den Vögeln und wilden Tieren zum Fraß überlassen. Ihn zu begraben, ist bei Todesstrafe untersagt. In Antigones Augen verstößt dieses Gesetz gegen das Gebot der Menschlichkeit; die Liebe zu ihrem Bruder, ihr moralisches Empfinden lassen sie in Widerstand treten: Sie bettet Polyneikes zur letzten Ruhe – mit schwerwiegenden Folgen …

Landestheater Coburg / Antigone Probe - © Henning Rosenbusch

Landestheater Coburg / Antigone Probe – © Henning Rosenbusch

Den Konflikt zwischen Antigone und Kreon auf seinen Ursprung zurückführend, wird die Coburger Textfassung der Antigone (in der modernen Übersetzung von Peter Krumme) um Szenen aus Euripides’ „Phönizierinnen“ erweitert: So wird die Vorgeschichte des Brudermords beleuchtet, und außerdem gezeigt, wie Kreon die Machtübernahme vorbereitet.
Nach Eugen Onegin, Zur schönen Aussicht und Norma ist Antigone die vierte Regiearbeit Konstanze Lauterbachs für das Coburger Landestheater. Neben Antigone rückt die Regisseurin eine weitere Figur ins Zentrum des Bühnengeschehens: Kreon, der im Machtrausch das von ihm erlassene Gesetz über alles stellt, und aus Angst vor Kontrollverlust zum Tyrannen, zum Diktatoren wird. Ohne vordergründige Aktualisierung öffnet sich auch darin eine Parallele zum aktuellen politischen Weltgeschehen.

Inszenierung und Kostüme Konstanze Lauterbach, Bühnenbild Ariane Salzbrunn
Bühnenmusik Achim Gieseler, Antigone Anne Rieckhof, Ismene Sarah Zaharanski
Kreon Nils Liebscher, Haimon Oliver Baesler, Eteokles Frederik Leberle
Polyneikes/Wächter/Bote Thorsten Köhler, Iokaste/Eurydike/Teiresias Dorothea Arnold
Chor 1 Jörg Zirnstein, Chor 2 Niklaus Scheibli

Premiere Antigone Samstag, 14. Januar 2017, weitere Vorstellungen 19.1.2017, 26.1.2017, 31.1.2017, 3.2.2017, 8.2.2017, 9.2.2017, 10.2.2017, 15.2.2017, 10.3.2017

Karten Theaterkasse Di bis Fr 10.00 – 17.00 Uhr, Sa 10.00 – 12.00 Uhr, PMLthCo

 

 

Coburg, Landestheater Coburg, Premiere Musical – ANYTHING GOES 17.12.2016

Dezember 12, 2016  
Veröffentlicht unter Landestheater Coburg, Musical, Premieren, Pressemeldung

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Landestheater Coburg

Landestheater Coburg © Andrea Kremper

Landestheater Coburg © Andrea Kremper

ANYTHING GOES von Cole Porter

Am Landestheater Coburg wird ab Samstag, dem 17. Dezember 2016 gesungen und gesteppt, dass es nur so eine Freude ist: Dann nämlich feiert Cole Porters Musical Anything Goes Premiere. Und durch die Revue aus dem Jahre 1934 weht mehr als ein Hauch Broadway – es bläst vielmehr ein veritabler Musical-Sturm! Schließlich befinden wir uns auf dem Transatlantik-Liner S. S. America, und auf einem solchen ist erfahrungsgemäß die Hölle los: Der blinde Passagier Billy Crocker versucht, die anberaumte Eheschließung seiner Geliebten Hope mit dem Briten Sir Oakleigh zu verhindern. Eine bunte Gesellschaft von skurrilen Typen steht ihm dabei manchmal im Wege und manchmal hilfreich zur Seite.

Der Komponist und Bühnendichter Cole Porter schuf eine musikalische Komödie, die den Broadway und das Londoner West End im Sturm eroberte – um im Bild zu bleiben. Die verworrene Handlung mit Gaunern, Agenten und missionierten Chinesen ist dabei zweitrangig: Hits wie „I Get A Kick Out Of You“ oder „The Gypsie In Me“ sind der Grund, warum man von diesem Musical nie genug bekommen kann.
Und wer hier Tiefgang erwartet, wird auch nicht enttäuscht. Porter und seine Textdichter zeichnen natürlich ein Sittengemälde Amerikas, das sich gerade von der Weltwirtschaftskrise erholt, aber ein Problem nicht los wird: Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten lebt zwischen Ausschweifung und den Wertevorstellungen der alten Pilger-Väter, für die selbst schon Weihnachten ein heidnischer Aberglaube war.
Wie gesagt: Auf der „SS America“ ist die Hölle los – und ob das gesegnete Land nun ausgerechnet am anderen Ende des Atlantiks zu finden ist, kann man nur herausfinden, wenn man sich auf den Weg macht. Maschinen, volle Kraft voraus, und: „Blow, Gabriel, blow!“

ANYTHING GOES,  Musical von Cole Porter
Buch von Guy Bolton, P. G. Wodehouse, Howard Lindsey und Russel Crouse | Neufassung von Timothy Crouse und John Weidman | Musik und Gesangstexte von Cole Porter | Deutsche Dialoge von Christian Severin

Premiere  Samstag, 17. Dezember 2016  19.30 Uhr, Großes Haus

Musikalische Leitung Roland Fister, Inszenierung und Choreografie Iris Limbarth
Bühnenbild Udo Herbster, Kostüme Heike Korn, Reno Sweeney Carolin Soyka
Hope Harcourt Julia Harneit, Evangeline Harcourt Gabriela Künzler
Lord Evelyn Oakleigh Dirk Mestmacher, Elisha Whitney Stephan Mertl
Billy Crocker Andreas Langsch/Nathanael Schaer, Moonface Martin Benjamin Hübner
Erma Veronika Hörmann, Kapitän Felix Rathgeber
Zahlmeister Norman Hofmann, Luke & John Tae-Kwon Chu, Jaehan Bae
Männerquartett/Vier Matrosen
Kostas Bafas, Jan Korab, Simon van Rensburg, Marcello Mejia-Mejia
Engel/Vier Showgirls Chih-Lin Chan, Lucia Colom, Natalie Holzinger, Mireia Martinez Pineda
Ein Mädchen Emily Lorini
Chor des Landestheaters
Ballett Coburg
Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg und Band
Statisterie

Weitere Vorstellungen
Mittwoch, 21. Dezember 2016, 19.30
Montag, 26. Dezember 2016, 19.30
Samstag, 31. Dezember 2016, 15.00 und 19.30
Donnerstag, 5. Januar 2017, 19.30
Donnerstag, 12. Januar 2017, 19.30
Mittwoch, 18. Januar 2017, 19.30
Freitag, 27. Januar 2017, 19.30
Samstag, 28. Januar 2017, 19.30
Sonntag, 5. Februar 2017, 15.00
Samstag, 11. Februar 2017, 19.30
Sonntag, 12. Februar 2017, 15.00
Freitag, 17. Februar 2017, 19.30
Samstag, 4. März 2017, 19.30
Sonntag, 26. März 2017, 18.00
Samstag, 1. April 2017, 19.30
Samstag, 15. April 2017, 19.30
Dienstag, 25. April 2017, 19.30
Sonntag, 21. Mai 2017, 15.00
Freitag, 30. Juni 2017, 19.30
Sonntag, 9. Juli 2017, 18.00

Karten
Theaterkasse Di bis Fr 10.00 – 17.00 Uhr, Sa 10.00 – 12.00 Uhr
AWO – Mehr Generationen Haus, Neue Presse, Coburger Tageblatt, Schuhhaus Appis Bad Rodach, Buchhandlung Stache Neustadt bei Coburg, Touristinformation & Naturparkcenter Sonneberg

Pressemeldung Landestheater Coburg

Coburg, Landestheater Coburg, Premiere ORPHEUS IN DER UNTERWELT von Jacques Offenbach, 29.10.2016

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Landestheater Coburg

Landestheater Coburg © Andrea Kremper

Landestheater Coburg © Andrea Kremper

Orpheus in der Unterwelt  von Jacques Offenbach
Premiere Samstag, 29. Oktober 2016

Was darf Satire? Eine Frage, über die mit dem Fall Böhmermann erst jüngst wieder heftig diskutiert wurde. Die Narrenkappe verlieh ihrem Träger zu allen Zeiten ein gerüttelt Maß an Narrenfreiheit – so auch Jacques Offenbach und seinen Theaterkumpanen. Die nämlich nahmen in Orpheus in der Unterwelt die Doppelmoral im französischen Kaiserreich aufs Korn. Auch vor Kaiser Napoleon III. machten sie nicht Halt: Der fand sich in Gestalt des liebestollen Gottes Jupiter auf der Bühne wieder – und nahm es gelassen: Beim berühmten „Can-Can“ soll der Herrscher sogar rhythmisch mit dem Kopf gewackelt haben …

Was also darf Satire? Bei der Antwort auf diese Frage scheiden sich die Geister. Das bekam auch Offenbach zu spüren: Als „sittengefährdend“, „moralisch verwerflich“, „liederlich“ oder gar „skandalös“ beurteilte man die neue Gattung. Doch Offenbachs opéra-bouffon ist weitaus mehr, eher eine das Zwerchfell reizende Satire auf die Verkommenheit seiner Zeit mit einem Feuerwerk an Musik, eine Offenbachiade, wie Karl Kraus dieses ganz besondere Musiktheater nannte.
Jacques Offenbach, in Köln als Jakob Offenbach geboren und als Franzose in Paris gestorben, lebte unter zwei Königen, zwei Republiken und einem Kaiser, war Zeuge von drei Revolutionen, und eine der schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Er war der Erfinder eines auf das Tagesgeschehen reagierenden Musiktheaters. Mit seinen über 140 Bühnenwerken war er einer der meistgespielten Komponisten. Als Komponist, Regisseur und Theaterdirektor schrieb er sich nicht nur in die französische Theatergeschichte ein.

Natürlich ist diese unverfrorene Satire auf die Verkommenheit, den falschen Glanz der Gesellschaft und den Machtkampf zwischen Himmel und Hölle bzw. Kapital und Politik mit einer Musik von teuflischer Erfindung gewürzt, die die Götter im wahrsten Sinne des Wortes vom Olymp holt. Das „Erkennungszeichen“ von Orpheus in der Unterwelt, der Can-Can (vom Komponisten als „Höllengalopp“ betitelt) hatte zu Offenbachs Zeiten noch nichts mit der Reihe von Tänzerinnen, die ihre Beine und die Röcke hochwerfen, um ihre Rüschenhöschen zu zeigen, zu tun. Aber wenn Francisque Sarcey schrieb: „Diese Musik würde Tote wiederauferstehen lassen …“, kann man ihm nur beipflichten.

Musikalische Leitung Alexander Merzyn, Inszenierung Ansgar Weigner, Bühnenbild und Kostüme Kristopher Kempf, Choreografie Tara Yipp, Choreinstudierung Lorenzo Da Rio
Orpheus David Zimmer, Eurydike Ana Cvetkovic-Stojnic, Die öffentliche Meinung Gabriela Künzler, Pluto/Aristeus Dirk Mestmacher, John Styx Thorsten Köhler, Jupiter Salomón Zulic del Canto, Juno Kora Pavelic, Venus Emily Lorini, Cupido Julia Da Rio, Diana Anna Gütter, Merkur Sascha Mai, Chor des Landestheaters, Ballett Coburg, Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg

ORPHEUS IN DER UNTERWELTPremiere Samstag, 29. Oktober 2016 19.30 Uhr, Großes Haus, Weitere Vorstellungen, Freitag, 4. November 2016, 19.30, Sonntag, 6. November 2016, 15.00, Freitag, 11. November 2016, 19.30, Donnerstag, 1. Dezember 2016, 19.30, Donnerstag, 8. Dezember 2016, 19.30, Sonntag, 11. Dezember 2016, 19.30
Dienstag, 20. Dezember 2016, 19.30, Mittwoch, 28. Dezember 2016, 19.30, Mittwoch, 4. Januar 2017, 19.30, Sonntag, 8. Januar 2017, 19.30, Sonntag, 15. Januar 2017, 19.30
Sonntag, 29. Januar 2017, 15.00 PMLTCo

Coburg, Landestheater Coburg, Premiere: NORMA, 19.09.2015

September 17, 2015  
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Landestheater Coburg

Landestheater Coburg  © Andrea Kremper

Landestheater Coburg © Andrea Kremper

Premiere: NORMA

Oper von Vincenzo Bellini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere Samstag, 19. September 2015, 19.30 Uhr, Großes Haus

Eine Spitzenpolitikerin zeigt sich selbst wegen Landesverrats in Tateinheit mit Ehebruch an und verbrennt sich danach öffentlich: Diese Geschichte wäre selbst in heutiger Zeit eine Spur zu gewagt. Dass Vincenzo Bellini und Felice Romani die tragische Geschichte ihrer Opernheldin „Norma“ im von Römern besetzten Gallien im Jahr 50 v. Chr. spielen ließen, verwundert da nicht: Schließlich war 1831 in Mailand die Zensurbehörde allgegenwärtig. Selbst Giuseppe Verdi musste seine „La Traviata“ 20 Jahre später noch im frühen Rokoko spielen lassen, damit sich das Publikum sagen konnte: „ Ja, die verrückten Vorfahren, das kann uns ja nicht passieren.“

Da sich Oper aber durch Ohr und Herz in den Verstand einschleicht, kommt die Erkenntnis etwas später, dafür umso kräftiger: Es hat sehr wohl etwas mit uns zu tun, was da als tragische Liebesgeschichte aus längst vergangener Zeit daher kommt. Nämlich mit dem zeitlosen Gefühl für Gerechtigkeit und dem Schmerz, den Menschen spüren, wenn sie aneinander vorbeilieben und doch loyal bleiben möchten.

Bellini und Romani verpacken diese psychologische Studie meisterhaft. Die berühmte Arie „Casta Diva“ (Keusche Göttin) gerät dabei zur bewegenden Innenschau Normas, die sich Frieden und Harmonie wünscht, wo Krieg und Zerwürfnis herrschen. Als Druidin ist Norma ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft, sie ist Priesterin und Ratgeberin – und dennoch so ratlos, dass sie nur den Tod als Ausweg erkennt.

Regisseurin Konstanze Lauterbach setzt Bellinis Oper für das Landestheater Coburg in Szene. Für die renommierte Regisseurin, die unter anderem für Häuser wie das Burgtheater Wien, das Deutsche Theater Berlin oder die Berliner Volksbühne arbeitete, ist es die dritte Inszenierung am Coburger Haus: In der Saison 2012/2013 brachte sie hier Tschaikowskys „Eugen Onegin“ auf die Bühne, eine Spielzeit später Horváths „Zur schönen Aussicht“.

Musikalische Leitung Roland Kluttig Inszenierung Konstanze Lauterbach Bühnenbild Karen Simon Kostüme Konstanze Lauterbach Dramaturgie Renate Liedtke

BESETZUNG:
Pollione, der römische Prokonsul in Gallien: Milen Bozhkov/José Manuel*
Oroveso, Oberhaupt der Druiden: Michael Lion/Felix Rathgeber*
Norma, Druidin und Orovesos Tochter: Celeste Siciliano
Adalgisa, Novizin im Tempel der Irminsul: Ana Cvetkovic-Stojnic/Kora Pavelic*
Clotilde, Normas Vertraute: Heidi Peters
Flavio, Freund Polliones: David Zimmer
Chor des Landestheaters
Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg
*Doppelbesetzungen in alphabetischer Reihenfolge

Weitere Vorstellungen:
Donnerstag, 24. September 2015, 19.30
Sonntag, 27. September 2015, 18.00
Mittwoch, 30. September 2015, 19.30
Donnerstag, 8. Oktober 2015, 19.30
Freitag, 16. Oktober 2015, 19.30
Freitag, 6. November 2015, 19.30
Dienstag, 17. November 2015, 19.30
Freitag, 20. November 2015, 19.30
Mittwoch, 2. Dezember 2015, 19.30
Sonntag, 6. Dezember 2015, 19.30
Dienstag, 5. Januar 2016, 19.30

Pressemeldung Landestheater Coburg

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