Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere: Die Meistersinger von Nürnberg, 19.03.2016

Februar 15, 2016  
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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

 Die Meistersinger von Nürnberg  von Richard Wagner

Premiere 19. März 2016, 16.00 Uhr, weitere Vorstellungen 27.03.2016, 10.04.2016, 17.04.2014

Die Handlung
Im Nürnberg des 16. Jahrhunderts verliebt sich Eva in Walther von Stolzing, einen Junker vom Lande. Ihr Vater, der betuchte Goldschmied Pogner, ist Mitglied der Meistersinger – Handwerksmeister, die sich der Erschaffung und Pflege von Liedgut verschrieben haben. Demjenigen unter ihnen verspricht Pogner seine Tochter zur Frau, der beim bevorstehenden Johannisfest das schönste selbstgeschriebene Lied vorträgt. Begreiflicherweise gerät Eva damit in einen Loyalitätskonflikt und sieht nur einen einzigen Ausweg: Walther muss binnen weniger Stunden zum Meistersinger werden. Doch das ist angesichts des strengen Regelwerks der Zunft ein schier aussichtsloses Unterfangen. Hilfesuchend wendet Eva sich an ihren alten Freund und Nachbarn, den Schuhmacher Hans Sachs …

Chemnitz / Theater_Richard Wagner Figorine von Peter Sykora

Chemnitz / Theater_Richard Wagner Figorine von Peter Sykora

Der Komponist
Richard Wagner, geboren am 22. Mai 1813 in Leipzig, war Schüler der Kreuzschule Dresden und des Nicolai-Gymnasiums Leipzig. An der Leipziger Universität studierte er Musik, bevor er als Musikdirektor u. a. in Magdeburg, Königsberg (wo er die aus Oederan stammende Minna Planer heiratete) und Riga arbeitete. Von Riga aus flüchtete der notorisch verschuldete Mittzwanziger vor seinen Gläubigern nach Paris. Nach einem eher glücklosen Aufenthalt in der Seine-Stadt kehrte er 1842 nach Deutschland zurück und hoffte, in Dresden eine neue künstlerische Heimat zu finden. Dies schien ihm anfangs auch zu gelingen, denn er durfte noch im gleichen Jahr die hochgelobte Uraufführung seiner Oper Rienzi erleben. Mit großer Hoffnung sah er danach der Uraufführung des Fliegenden Holländers entgegen – leider war diesem Werk in Dresden nur ein Achtungserfolg beschieden. 1845 fand an der Hofoper Dresden die Uraufführung des Tannhäuser statt. 1849 beteiligte sich Wagner am Dresdner Mai-Aufstand, wurde daraufhin per Steckbrief gesucht und ging (nach einer abenteuerlichen Flucht, die u. a. auch über Chemnitz führte) ins Exil nach Zürich. Aus diesem Grund konnte er der Uraufführung des Lohengrin unter der Leitung von Franz Liszt in Weimar nicht beiwohnen. Die folgenden Jahre brachten viele Gastspielreisen ins Ausland sowie die Uraufführungen von Tristan, den Meistersingern, Rheingold und Walküre in München. 1872 übersiedelte Wagner nach Bayreuth, wo er seinen Traum vom Festspielhaus verwirklichte. 1876 fanden dort die ersten Bayreuther Festspiele mit der Aufführung des kompletten Ring des Nibelungen statt. Danach wandte sich Wagner endlich dem Parsifal-Stoff zu, der ihn schon seit Jahren begleitete. Die Uraufführung dieses eigens für die akustischen Gegebenheiten des Festspielhauses geschriebenen Werkes fand 1882 während der zweiten Bayreuther Festspiele statt. Es sollte die letzte Premiere sein, die Wagner erlebte. Im Herbst reiste er mit seiner Familie nach Venedig, wo er am 13. Februar 1883 starb.

Die Vorlage
In der „Geschichte der poetischen National-Literatur der Deutschen“ von Gottfried Gervinius fand Richard Wagner 1845 eine Abhandlung über den Meistergesang und Hans Sachs. Das erinnerte ihn an frühere Besuche in Nürnberg, bei denen er u. a. erlebt hatte, wie eine harmlose Verspottung eines Tischlermeisters zu einem handfesten Tumult wurde, der drohte, ein ganzes Stadtviertel lahmzulegen. Beides – die schriftliche Überlieferung und die unmittelbaren Erlebnisse – ließen in Wagner schnell den Plan für ein heiteres Bühnenwerk entstehen, den er aber zunächst noch zurückhielt mit der Begründung, „dass sich ihm die Heiterkeit, deren ein solcher Stoff bedurfte, bis jetzt nur in der Form der Ironie aussprach“. Außerdem benutzte Wagner noch Anregungen aus Schriften von Jacob Grimm, Johann Christoph Wagenseil, E.T.A. Hoffmann und Johann Ludwig Deinhardstein.

Chemnitz / Theater_Goldschmied Figurine von Peter Sykora

Chemnitz / Theater_Goldschmied Pogner Figurine von Peter Sykora

 Die Oper
Richard Wagner hatte bereits zwei Drittel seines Mammutwerks Der Ring des Nibelungen vollendet, als er aus akuter Geldnot ein „leicht zu realisierendes“ Werk für einen schnellen Erfolg brauchte. Als Tristan und Isolde diesen Zweck nicht erfüllte, begann er 1861 mit der Dichtung der Meistersinger von Nürnberg, die aber ebenfalls erst sieben Jahre später uraufgeführt werden konnten – unter der Protektion König Ludwigs II. 1868 in München. Auf der Höhe seines Könnens schuf Wagner darin ein Plädoyer für die künstlerische Freiheit wie auch für die Kunstpflege, verknüpfte es mit einer zarten Romanze und bettete es in eine brillante Komödie ein, die ihren absurden Höhepunkt in einer nächtlichen Prügelei findet und in einen sängerischen Showdown mündet.

Die Musik
Die Meistersinger von Nürnberg ist Wagners einzige heitere Oper und die einzige ohne tragisches bzw. zumindest ernstes Ende. Nachdem er in Tristan und Isolde mit einer neuartigen, chromatischen Harmonik überraschte, liegt der Überraschungseffekt bei den „Meistersingern“ eher in der weitgehend diatonischen Musik, die an vielen Stellen archaisierende Züge trägt. Choräle und Volkslieder dienten ihm ebenso als Vorbild wie die Polyphonie eines J. S. Bach. Mit großer Freude setzte Wagner die einzelnen Charaktere in Musik um und verwendete besondere Sorgfalt, die Dialoge zwischen den Opernfiguren so natürlich wie möglich darzustellen.

Musikalische Leitung: Frank Beermann, Inszenierung: Michael Heinicke
Bühne und Kostüme: Peter Sykora, Chöre: Stefan Bilz

BESETZUNG:
Franz Hawlata (Hans Sachs), Thomas Piffka (Stolzing), Maraike Schröter (Eva), Roman Trekel (Beckmesser), André Riemer (David), Kouta Räsänen (Pogner), Tiina Penttinen (Magdalena), Matthias Winter (Kothner), Tommaso Randazzo (Vogelgesang), Andreas Kindschuh (Nachtigall), Marcus Sandmann (Zorn), Edward Randall (Eißlinger), Jürgen Mutze (Moser), Andreas Beinhauer (Ortel), Thomas Mäthger (Schwarz), Wieland Müller (Foltz), Johannes Wollrab (Nachtwächter)
Damen und Herren des Opernchores und des Extrachores der Oper Chemnitz
Robert-Schumann-Philharmonie

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Pressemeldung Theater Chemnitz

Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere: WERTHER, 30.01.2016

Januar 25, 2016  
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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

  WERTHER von Jules Massenet

nach Goethes Roman Die Leiden des jungen Werther

Premiere: 30. Januar 2016, 19.30 Uhr im Opernhaus Chemnitz, Weitere Vorstellungen:, 20. Februar, 19.30 Uhr, 6. März, 18.00 Uhr, 13. März, 15.00 Uhr

 Oper Chemnitz / Werther von Jules Massenet ©  Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

Oper Chemnitz / Werther von Jules Massenet © Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

  Die literarische Vorlage
Der junge Werther verliebt sich in Charlotte, die älteste Tochter eines Witwers in Wetzlar. Bei einem Ball kommen die beiden sich näher, doch beim Nachhausebringen eröffnet ihm Charlotte im Augenblick höchster Vorfreude auf den ersten zarten Kuss, dass sie verlobt sei. Die Leiden des jungen Werther, Schlüsselroman des Sturm und Drang, machte nicht nur seinen Schöpfer, den jungen Goethe, 1774 quasi über Nacht europaweit zu einer Berühmtheit, sondern schuf auch eine archetypische Konstellation der Romantik: die der unerfüllten, unerfüllbaren beiderseitigen Liebe. Das größte Verdienst des Romans ist zweifellos dasjenige, ein neues literarisches Männerbild erschaffen zu haben: War der Mann bis dahin auf „Ritter“ gebucht, der nach klassischen Tugenden und namentlich militärischen Maßstäben bemessen wurde, galt es plötzlich als akzeptabel, Gefühle zu zeigen und sogar in der Öffentlichkeit zu weinen. Die Romantik war angebrochen, jene Epoche, die dem zunehmend einengenden Rationalismus und Pragmatismus die irrealen Welten der Nacht, der Gefühle, der Sehnsucht und der Fantasie entgegensetzten.

 Oper Chemnitz / Werther von Jules Massenet ©  Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

Oper Chemnitz / Werther von Jules Massenet © Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

Der Komponist
Werthers unglückliches Verzweifeln an seiner hoffnungslosen Liebe zu Charlotte musste daher einen Ur-Romantiker wie den französischen Komponisten Jules Massenet (1842-1912) fesseln. Seine Vertonung aus den 1880er-Jahren – übrigens bei weitem nicht die erste Werther-Oper – vereinigt alle Qualitäten des „lyrischen Dramas“ in sich, das er in einigen Opern zuvor kultiviert hatte. Massenet war zur Zeit der Belle Epoque zweifellos einer der erfolgreichsten Opernkomponisten überhaupt, doch seine zahlreichen Werke sind nicht einfach zu besetzen und haben die Repertoires deutscher Stadttheater daher erst zu einem kleinen Teil erreicht. Manon Lescaut und Werther sind die Ausnahmen, was gerade bei letzterer erstaunlich ist: In Deutschland geißelte man seinerzeit jede Verarbeitung eines Goethe-Stoffes als Sakrileg, was erklärt, warum es so wenig Opern nach Stoffen des größten deutschen Dichters gibt. Massenets Werther aber eroberte nach der Uraufführung in Wien 1892 die deutschsprachigen Bühnen im Flug und blieb die bis heute erfolgreichste seiner Opern in deutschen Musiktheatern. Grund genug für das Chemnitzer Opernhaus, dieses Kleinod nun auch hier erstmals aufzuführen. Werther besticht mit einer Fülle eingängiger Melodien, die aber nie in Kitsch oder Schwelgerei abgleiten, sondern nach einem klugen Motivkonzept miteinander verknüpft sind. Die hochromantische Tonsprache Massenets, die der dramaturgisch großen Fallhöhe der Handlung nahtlos folgt, setzt neben breiten Streicherkantilenen auch überraschende Effekte wie Saxophonklänge ein und lässt in bester Opern-Manier hin und wieder gleichsam die Zeit stehen, um den wertvollen Augenblick zu zelebrieren.

 Oper Chemnitz / Werther von Jules Massenet ©  Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

Oper Chemnitz / Werther von Jules Massenet © Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

 Die Handlung
Leicht abweichend vom Roman führt die Oper zunächst in die Familie des Amtmannes, der nach dem kürzlichen Tod der Mutter die älteste Tochter Charlotte im Haushalt vorsteht. Um die sechs jüngeren Kinder zu beschäftigen und abzulenken, übt der Vater mit ihnen ein Weihnachtslied ein, obwohl es Sommer ist. Seine Stammtischfreunde Johann und Schmidt spekulieren über Details des bevorstehenden Balls. Zu diesem wird Charlotte vom jungen Herrn Werther abgeholt – zum Verdruss ihrer nächst jüngeren Schwester Sophie, die noch nicht mitgehen darf. Nach Mitternacht bringt Werther Charlotte beschwingt nach Hause, doch im Moment größter Innigkeit informiert der Amtmann seine Tochter darüber, dass ihr Verlobter Albert heimgekehrt sei. Werther fällt in eine tiefe Depression. Als ihm einige Tage später Albert das Glück vor Augen hält, an dem er – Werther – nicht teilhaben darf, und als Sophie sich als nur scheinbar gute „Ersatz-Partnerin“ anbietet, versucht Werther, Charlotte für sich zu gewinnen. Doch sie bleibt Albert treu und bittet Werther, fortzugehen und nicht vor Weihnachten wiederzukehren. – Kurz vor Weihnachten bricht Charlotte unter der Last ihrer Gefühle zusammen, ausgelöst durch eine Flut von Briefen, die Werther ihr mittlerweile geschrieben hat. Bei ihrem Wiedersehen gibt sich Charlotte kurz der früheren Harmonie und fast auch seinen Liebesschwüren hin, fordert ihn aber dann ultimativ auf, sie zu verlassen. Werther gehorcht – und erbittet von Albert dessen Pistole „für eine lange Reise“. Als Charlotte bewusst wird, was es damit auf sich hat, ist es bereits zu spät – Werther hat sich in den Kopf geschossen und stirbt in ihren Armen. Nun endlich kann sie auch ihm ihre Liebe gestehen.

Musikalische Leitung: Felix Bender, Inszenierung: Anthony Pilavachi,  Bühne und Kostüme: Markus Meyer;   Mit: Timothy Richards (Werther), Cordelia Katharina Weil (Charlotte), Andreas Beinhauer (Albert), Guibee Yang/Franziska Krötenheerdt (Sophie), Matthias Winter (Le Bailli), Andreas Kindschuh (Johann), Edward Randall (Schmidt), Thomas Mäthger (Brühlmann), Michaela Görg (Käthchen), Mitgliedern des Kinder- und Jugendchores der Oper Chemnitz. Es spielt die Robert-Schumann-Philharmonie.

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Pressemeldung Theater Chemnitz

Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere: OTELLO, 31.01.2015

Januar 14, 2015  
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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz

Premiere 31.01.2015:

Otello von Giuseppe Verdi

Libretto von Arrigo Boito, Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln)

 Weitere Vorstellungen sind am 3., 21. und 28. Februar, jeweils 19.30 Uhr.

Die Handlung
Otello, der kluge, mächtige Feldherr, ist trotz seiner militärischen Erfolge immer ein Außenseiter geblieben. Aus Angst, irgendeinen Fehler zu machen, hat er sich hinreißen lassen, dem Gerede um die Untreue seiner Gattin Desdemona Glauben zu schenken. Mit eiskaltem Kalkül tötet er sie, obwohl er sie einst so sehr liebte. Zu spät erkennt Otello, dass all das nur eine von seinem Konkurrenten Jago angezettelte Intrige war, um ihn zu vernichten.

Meister der italienischen Oper
Giuseppe Verdi war bereits 39 Jahre alt, als ihm 1842 die Uraufführung seiner Oper Nabucco an der Mailänder Scala endlich den lange erhofften internationalen Durchbruch verschaffte. Die Werke der mittleren Schaffensperiode – Rigoletto, Un ballo in maschera, La Traviata und Troubadour – wurden Welterfolge. Er hatte das musikalische Erbe seiner Landsleute Rossini, Bellini und Donizetti mit neuen, eigenen Gedanken angereichert und führte so die italienische Oper zu einer neuen Blüte. In Aida erreichte Verdis Entwicklung eine erste Vollendung. Er vereinigte den prunkhaften Stil der großen französischen Oper mit italienischem Gesangsausdruck. Wort und Musik waren zu einer Einheit verschmolzen. Nach dem Erfolg von Aida wollte Verdi das Opernschreiben aufgeben. Doch Giulio Ricordi, sein langjähriger Freund und Verleger, wollte nicht an das Ende der Ära Verdi glauben und zog mit sicherem Instinkt einen Trumpf aus dem Ärmel: den Librettisten Arrigo Boito, ungefähr dreißig Jahre jünger als Verdi, selbst Komponist, erfahren als Autor und Übersetzer von Operntexten. Seit Macbeth im Jahre 1847 war es Verdis Wunsch gewesen, noch einmal ein Shakespeare-Werk für die Opernbühne zu bearbeiten. Zu groß jedoch war sein Respekt vor dem Meister. Erst Arrigo Boito gelang es, Verdi für die Arbeit an Shakespeares Othello zu gewinnen.

Vom Drama zum Musikdrama
William Shakespeare schrieb seinen Othello 1602. Er basiert auf den historischen Ereignissen während der Machtkämpfe der Republik Venedig mit dem Reich der Türken Ende des 16. Jahrhunderts. Verdi und Boito waren sich bewusst, dass sie dem großen literarischen Anspruch der Vorlage nur gerecht werden konnten, indem sie eine neue Opernform schaffen würden. Viele Jahre des gemeinsamen Ringens gingen ins Land; ein umfangreicher Briefwechsel voller interessanter Details zeugt davon. Boito straffte die Handlung des Shakespeare-Dramas. Wo es möglich war, verwendete er die Worte des großen Engländers. Verdi versuchte, dem gesprochenen Wort so nahe wie möglich zu kommen. Statt mit umfangreichen mehrteiligen Arien drückte Verdi nun alles Nötige in knappen lyrischen Episoden aus – keine Note ist zu viel, kein Ausbruch zu heftig, keine Chorszene zu umfangreich. Verdi hat gemeinsam mit Boito ein geniales, minutiös durchgeplantes Konzept umgesetzt, das der Zuschauer nicht als solches wahrnimmt. So entstand ein Werk, mit dem das italienische Musikdrama seine vollendete Reife erreichte. Zwischenzeitlich wurde als Titel Jago in Betracht gezogen, doch Verdi bestand schließlich auf Otello: Man spricht und schreibt mir immer von Jago!!! Er ist (das ist wahr) der Dämon, der alles bewegt, aber Otello ist der, der handelt. – Er liebt, ist eifersüchtig, tötet und tötet sich selbst“, schrieb Verdi an Boito. Verdi selbst überwachte die Uraufführung am Teatro alla Scala in Mailand. Als sich am 5. Februar 1887 der Vorhang nach der Vorstellung schloss, brach ein Begeisterungssturm los.

Musikalische Leitung: Frank Beermann, Inszenierung: Michael Heinicke, Bühne und Kostüme: Peter Sykora
Chor: Simon Zimmermann,  Es singen: Christian Juslin / Niclas Oettermann (Otello), Maraike Schröter (Desdemona), Pierre-Yves Pruvot / Adam Kim (Jago), Cordelia Katharina Weil (Emilia), Dan Karlström / André Riemer (Cassio), Edward Randall (Roderigo), Kouta Räsänen (Lodovico), Thomas Mäthger (Montano), Lukasz Wieloch (Ein Herold)

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Pressemeldung Theater Chemnitz

Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere: LA CENERENTOLA, 29.11.2014

November 11, 2014  
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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz

Premiere 29. November 2014:

La Cenerentola (Aschenputtel)  von Gioacchino Rossini

Libretto von Jacopo Ferretti, (in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln)

Die nächsten Vorstellungen sind am 3. und 20. Dezember, jeweils 19.30 Uhr sowie am 22. Dezember, 18.00 Uhr.

Inhalt der Oper
Angelina, genannt Aschenputtel, lebt bei ihrem geldgierigen, hartherzigen Stiefvater Don Magnifico gemeinsam mit ihren beiden selbstgefälligen Stiefschwestern Clorinda und Tisbe. Auf der Suche nach einer passenden Frau taucht eines Tages Prinz Ramiro mit seinem Diener Dandini auf. Allerdings haben beide die Kleider getauscht, weil der Prinz möchte, dass ihn seine Zukünftige ohne Ansehen der Person liebt. Der Prinz lädt alle zum Ball ein. Angespornt von Don Magnifico ziehen Clorinda und Tisbe alle Register ihrer Verschönerungskunst. Obwohl Don Magnifico es ihr verboten hat, erscheint auch Angelina zum Ball – bezaubernd schön und anmutig. Der Prinz (noch immer in der Verkleidung seines Dieners) verliebt sich sofort in sie, doch Angelina verlangt, er solle erst herausbekommen, wer sie wirklich sei …

Paris, Pere Lachaise, Grabstätte von Rossini © IOCO

Paris, Pere Lachaise, Grabstätte von Rossini © IOCO

Der Komponist
Gioacchino Rossini wurde am 29. Februar 1792 in Pesaro an der mittelitalienischen Adriaküste als Sohn eines Hornisten und einer Sängerin geboren. Schon sehr früh erhielt er musikalischen Unterricht und führte im Alter von zwölf Jahren seine erste Komposition, eine Cavatina, öffentlich auf. Keine Frage, dass er sich professionell der Musik widmen wollte. Er studierte in Bologna, wobei sich bald herausstellte, dass seine große Liebe vor allem dem Theater galt. Gleich sein erstes Bühnenwerk, der Einakter „La cambiale di matrimonio“ (Der Heiratswechsel), der 1810 in Venedig uraufgeführt wurde, erregte durch seine Originalität Aufmerksamkeit beim Publikum. In den folgenden Jahren arbeitete er für Theaterunternehmer in Bologna, Venedig, Ferrara, Mailand und Rom. Heute verbindet sich sein Name vor allem mit der „Opera buffa“, der heiteren italienischen Oper. Auch er sah auf diesem Gebiet seine größte Begabung, wenngleich er sich immer wünschte, mit seinen ernsten Werken genauso anerkannt zu werden. Seine Lebensart war geprägt von Heiterkeit und Optimismus, und er war ein unglaublich schöpferischer Mensch. Als ihn der einflussreiche Impresario Domenico Barbaja 1815 mit der Leitung der beiden königlichen Theater in Neapel betraute und ihn verpflichtete, jährlich zwei neue Opern zu komponieren, sah Rossini kein Problem darin – im Gegenteil: Zusätzlich nahm er noch Aufträge anderer Theater an. So entstanden u. a. für Rom 1816 Il barbiere di Siviglia und ein Jahr später La Cenerentola. Mitte der 1820er Jahre übersiedelte Rossini in die Musikmetropole Paris, wo er zunächst die Opéra-Italien leitete und bald darauf zum Hofkomponisten des französischen Königs Karl X. avancierte. Als dieser im Zuge der französischen Juli-Revolution 1830 abgesetzt wurde, verlor auch Rossini all seine Ämter. Die folgenden Jahre verbrachte er in der italienischen Heimat, kehrte aber schließlich nach Paris zurück, wo er am 13. November 1868 starb.

Die Vorlage
Das Märchen von der ungeliebten Stieftochter, die tagein, tagaus putzen, kochen, waschen und den bösen Stiefschwestern dienen muss, kennt man auf der ganzen Welt. Im deutschsprachigen Raum heißt es Aschenputtel, in England Cinderella, in Frankreich Cendrillon und in Italien Cenerentola.
Zu Rossinis Zeit kannte fast jeder die gut hundert Jahre zuvor veröffentlichte Version des Franzosen Charles Perrault Cendrillon ou la petite pantoufle de verre“ (Aschenputtel oder Das gläserne Pantöffelchen). Diese nutzten eine Reihe von Komponisten als Vorlage für Opern und Ballette, so auch 1810 der Franzose Nicolo Isouard und 1814 der Italiener Stefano Pavesi. Die Libretti dieser beiden Bühnenwerke dienten Rossinis Librettist Jacopo Ferretti als Vorlage.

Die Oper
Gleich nach der Uraufführung von Il barbiere di Siviglia erhielt Gioacchino Rossini vom römischen Teatro Valle den nächsten Kompositionsauftrag. Wie damals üblich stand der Librettist vor der schwierigen Aufgabe, einen theaterwirksamen Stoff zu finden, der die Kriterien der strengen kirchlichen Zensur erfüllte. Etliche Sujets wurden aus den unterschiedlichsten Gründen verworfen, bis man sich mit der Geschichte vom Aschenputtel einig wurde. Dann ging alles sehr schnell: Nur knapp vier Wochen brauchten Ferretti und Rossini, um „La Cenerentola“ zu Papier zu bringen. Entstanden ist die wohl erfolgreichste Opernfassung des Aschenputtel-Stoffes – und vermutlich die temporeichste. Rossini spickte seine Musik mit atemberaubenden Koloraturen, rasanten Parlando-Arien, lautmalerischen Wortspielen und aberwitzigen Ensembles und verband gekonnt tragische und komische Elemente der Handlung miteinander.

Die Chemnitzer Produktion
La Cenerentola gehörte im 19. Jahrhundert neben Il barbiere di Siviglia zu den meistgespielten Rossini-Opern. Ob es eine Aufführung in Chemnitz gegeben hat, ist leider nicht eindeutig nachweisbar, da Theaterprogramme regelmäßig erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts gesammelt werden. Zumindest seit Eröffnung des Opernhauses 1909 stand „La Cenerentola“ nicht auf dem Spielplan.

Regisseur Kobie van Rensburg ist mit seinem Team Steven Koop (Bühnenbild) und Kristopher Kempf (Kostüme) erstmalig in Chemnitz zu Gast. Kobie van Rensburg ist fasziniert von Rossinis „Gute-Laune-Musik“, die in der Originalsprache gesungen wird. Damit die Zuschauer die rasante Handlung gut verfolgen können, ohne den Blick unablässig zwischen Übertiteln und Bühnengeschehen hin- und herhetzen zu müssen, lässt der südafrikanische Regisseur den deutschen Text per Videotrick mitten ins Bühnenbild projizieren – seit seiner Zeit als weltweit gefeierter Tenor ist ihm Textverständlichkeit ein besonderes Anliegen.

Ihr Chemnitzer Debüt geben auch die beiden Darsteller des Ramiro, der Amerikaner Randall Bills und der Südafrikaner Levy Sekgapane, sowie die beiden neuen Solistinnen des Chemnitzer Opernensembles Cordelia Katharina Weil und Franziska Krötenheerdt.

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