Chemnitz, Theater Chemnitz, Guillermo García Calvo neuer GMD, IOCO Aktuell, 3.12.2016

Dezember 2, 2016  
Veröffentlicht unter IOCO Aktuell, Pressemeldung, Theater Chemnitz

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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz

Guillermo García Calvo ab 2017 neuer GMD

Der spanische Dirigent Guillermo García Calvo wird neuer Generalmusikdirektor der Theater Chemnitz und der Robert-Schumann-Philharmonie. Nachdem Felix Bender die Sparten Oper und  Philharmonie in der Spielzeit 2016/2017 als kommissarischer Generalmusikdirektor geleitet hat, tritt Guillermo García Calvo die Position in Chemnitz mit Beginn der Spielzeit 2017/2018 an. Die Vertragsdauer beläuft sich auf vier Jahre mit der Option auf Verlängerung.

Theater Chemnitz / Neuer GMD Calvo Guillermo Garcia © David Bohmann

Theater Chemnitz / Neuer GMD Calvo Guillermo Garcia © David Bohmann

Guillermo García Calvo wird sich in gleichem Maße den Konzerten und den Opernproduktionen widmen. Mit seiner großen Leidenschaft für das Schaffen Richard Wagners freut sich der neue Generalmusikdirektor besonders auf die Chemnitzer Neuinszenierung des Ring des Nibelungen im Jahr 2018. Erfahrungen mit den Werken des Bayreuther Meisters konnte er u. a. bereits bei den Produktionen Tristan und Isolde, Das Rheingold und Die Walküre im spanischen Oviedo sammeln.

Guillermo García Calvo wurde in Madrid geboren. Sein Studium führte ihn nach Wien. Dort
debütierte er als Operndirigent 2003 mit „Hänsel und Gretel“ im Schlosstheater Schönbrunn.
Seitdem ist er regelmäßig zu Gast an der Wiener Staatsoper, wo er mehr als 200 Vorstellungen leitete. Darüber hinaus dirigierte er u. a. „Falstaff“ in Bukarest, „Goyescas“ in Madrid (Teatro Real) und Florenz, „Il barbiere di Siviglia“ in Nizza, „Salome“ in Palma de Mallorca sowie mehrere Produktionen an der Deutschen Oper Berlin. Er verfügt über ein umfangreiches Konzertrepertoire und arbeitete mit Orchestern wie dem London Symphony, dem Orchester des Maggio Fiorentino, dem Orquesta Nacional de México, dem Orquesta Nacional de España, den Essener Philharmonikern, der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern und den Hamburger Symphonikern zusammen.

„Ich freue mich sehr, dass Guillermo García Calvo dem Ruf nach Chemnitz folgt. Er ist ein
Künstler, der sowohl im Opern- als auch im Konzertbereich eine charismatische Ausstrahlung besitzt“, sagt Dr. Christoph Dittrich, Generalintendant der Theater Chemnitz. „Seine Dirigate an unserem Haus in der vergangenen Spielzeit haben das Orchester und mich gleichermaßen überzeugt. Wir schätzen zudem seine Internationalität, die sicher dazu beitragen wird, die Oper Chemnitz und die Robert-Schumann-Philharmonie als kulturelle Leuchttürme noch strahlkräftiger zu machen.“

 Vita Guillermo García Calvo

Guillermo García Calvo wurde in Madrid geboren und studierte an der Musikuniversität in Wien.  Von 2000 bis 2002 rundete er seine Ausbildung als Assistent von Iván Fischer mit dem Budapest Festival Orchester ab. Im März 2003 debütierte er als Operndirigent mit „Hänsel und Gretel“ im  Schlosstheater Schönbrunn. 2007 fungierte er als Assistent von Christian Thielemann für den „Ring des Nibelungen“ bei den Bayreuther Festspielen.

Seit 2004 ist Guillermo García Calvo eng mit der Wiener Staatsoper verbunden, wo er für die musikalische Vorbereitung von mehr als 50 Repertoireproduktionen verantwortlich war. Er dirigierte zahlreiche Opern und Ballette an der Wiener Staatsoper wie zum Beispiel „Macbeth“, „Rigoletto“, „La fille du régiment“, „Lucia di Lammermoor“, „Il barbiere di Siviglia“, „Die Zauberflöte“, „Coppélia“, „Der Nussknacker“, „Onegin“, „Don Quixote“, „La Traviata“, „Giselle“, „L’elisir d’amore“, „Mayerling“, „Anna Karenina“, „Romeo und Julia“ und „Schwanensee“.

2011 gab Guillermo García Calvo mit der Premiere von Tristan und Isolde am Teatro
Campoamor in Oviedo sein Operndebüt in Spanien. An diesem Theater leitet er seit 2013 die dortige Erstaufführung des Ring des Nibelungen, bisher mit den beiden erfolgreichen Abenden „Das Rheingold“ und „Die Walküre“. 2009 gab er sein Debüt an der Deutschen Oper Berlin mit der Premierenproduktion „La Cenerentola“.

 Deutsche Oper Berlin © IOCO

Deutsche Oper Berlin © IOCO

Weitere wichtige Dirigate im Musiktheater hatte er am Aalto-Theater Essen („L’elisir d’amore“, „I Puritani“, „Nabucco“, „La Bohème“, „La Traviata“), an der Deutschen Oper Berlin („Don Giovanni“, „Il barbiere di Siviglia“, „Carmen“, „Lucia di Lammermoor“, „Die Perlenfischer“), an der Nationaloper Bukarest („Falstaff“, „Turandot“), am Teatro Real Madrid („Goyescas“), an der Opéra de Nice („Il barbiere di Siviglia“), an der Opera di Firenze („Goyescas“) und am Teatre Principal de Palma („Salome“). Im Mai 2016 hat er die Weltersteinspielung der Oper „Elena e Malvina“ von Ramón Carnicer mit dem Orquesta Nacional de España dirigiert.

Zu den zahlreichen internationalen Orchestern, mit denen er zusammengearbeitet hat, zählen das London Symphony Orchestra, das Orquesta Nacional de México, das ORF Radio-
Symphonieorchester Wien, die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern, das Latvian National Symphony Orchestra, das Orchestre de Chambre de Genève, das Orchester des Maggio Musicale Fiorentino, das Orquesta de Valencia, das Orquesta Sinfónica de Barcelona y Nacional de Cataluña, das Orquesta Sinfónica de Galicia, das Orquesta Sinfónica de la RTVE sowie das Orquesta Sinfónica de Madrid.

2013 wurde Guillermo García Calvo von der spanischen Musikzeitschrift Codalario als Bester Künstler 2013 ausgezeichnet. Die von ihm geleitete Produktion von „Curro Vargas“ in der Inszenierung von Graham Vick am Teatro de la Zarzuela in Madrid erhielt 2014 die renommierte spanische Auszeichnung Premio Campoamor. PMThCh / 3.12.2016

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Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere Pique Dame von Pjotr Tschaikowsky, 26.11.2016

November 7, 2016  
Veröffentlicht unter Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Chemnitz

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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz

Pique Dame von Pjotr Tschaikowsky

Text von Modest Tschaikowsky nach der gleichnamigen Novelle von Alexander Puschkin, Aufführung in russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere: 26. November 2016, 19.00 Uhr im Opernhaus Chemnitz

Theater Chemnitz / Plakatmotiv zu Tschaikowskys "Pique Dame" © Oper Chemnitz

Theater Chemnitz / Plakatmotiv zu Tschaikowskys „Pique Dame“ © Oper Chemnitz

Die Geschichte : Ganz Paris war früher verrückt nach ihr, der „Venus von Moskau“. Nun ist sie nur noch eine alte Gräfin, doch eine mit einem bemerkenswerten Geheimnis: Im Spiel hoch verschuldet, schenkte sie einst dem sagenumwobenen Grafen St. Germain eine Liebesnacht – so sagt es zumindest die Legende – für das Wissen, mit welchen drei Karten man im Pharo-Spiel immer gewinnt. Seitdem trägt sie den Spitznamen Pique Dame. Nun ist es ihre Enkeltochter Lisa, die den Stein ins Rollen bringt. Lieblos verlobt mit dem Fürsten Jeletzky, verliebt sie sich in den Ingenieur Hermann. Doch der ist ebenso sehr an dem Geheimnis ihrer Großmutter interessiert wie an ihrer Liebe. Es kommt zu dramatischen Verwicklungen, die sich während eines Balls, in diversen Schlafgemächern und einem Kasernenzimmer entfalten, in einem Zufalls-Mord kulminieren und, wie könnte es anders sein, im Spielcasino ihren Showdown finden.

Tschaikowskys Oper : Wie so viele Opern der russischen Romantik geht auch Pique Dame auf eine Vorlage Alexander Puschkins zurück. Im Libretto, das Pjotr Tschaikowsky Ende der 1880er-Jahre von seinem Bruder Modest eingerichtet bekam (der es zunächst für einen anderen Komponisten erstellt hatte), mischen sich typische Themen jener Zeit: Die Verlockung unermesslichen, leicht gewonnenen Reichtums als Alternative zu einer großen Liebe, die auf Erden aber wenig Chancen bekommt. Außerdem die Spielsucht und das gesellschaftliche Korsett durch die Etikette bei Hofe und beim Militär.
Tschaikowsky hatte über viele Jahre hinweg lukrative Beziehungen zu seiner ganz persönlichen Pique Dame – der Mäzenin Nadeshda von Meck, die ihn mit regelmäßigen Geldspenden förderte, und das, obwohl er sie nie von Angesicht getroffen hatte. Als Tschaikowsky ihr das Libretto schickte, brach sie plötzlich alle Beziehungen ab – ob als Reaktion hierauf oder einem anderen Grund, bleibt Spekulation.

Der Komponist befand sich zur Entstehungszeit längst im Zenit seines Könnens. Im Unterschied zur sehr lyrischen Partitur von Eugen Onegin, wohl die berühmteste seiner Opern, blättert Pique Dame eine große Stilvielfalt auf, vom einfachen Volkslied über ein Mozart abgelauschtes Schäferspiel, bewegende Arien, geisterhafte Chöre bis hin zu dramatischen Ensembles und Szenen.

Musikalische Leitung: Michael Güttler, Inszenierung: Helen Malkowsky, Bühnenbild: Hermann Feuchter, Kostüme: Henrike Bromber, Chöre: Stefan Bilz, Pietro Numico

Mit: Viktor Antipenko (Hermann), Matthias Winter (Graf Tomskij und Plutus), André Riemer (Tschekalinskij), Magnus Piontek (Ssurin), Tiina Penttinen (Die Gräfin), Maraike Schröter / Iordanka Derilova (Lisa), Alexandra Sherman (Polina und Daphnis), Andreas Beinhauer (Fürst Jeletzkij), Hubert Walawski (Tschaplitzkij / Festordner), Eric Ander (Narumov), Guibee Yang / Franziska Krötenheerdt (Mascha und Chloe)
Opernchor der Oper Chemnitz, Kinder- und Jugendchor der Oper Chemnitz, Robert-Schumann-Philharmonie

Zur Inszenierung : Regisseurin Helen Malkowsky und ihr Team mit Hermann Feuchter (Bühne) und Henrike Bromber (Kostüme) fokussieren in der Chemnitzer Neuinszenierung die fast wie Fieber anmutende subjektive Wahrnehmung des Protagonisten Hermann, in der Gewissensnöte, Begierde, Geistererscheinungen und Minderwertigkeitskomplexe eine leidenschaftliche Mesalliance eingehen – mit tödlichem Ausgang. Das Amorphe, die Unschärfe des Realitätsgrades der jeweiligen Szene inspirierten dabei auch Hermann Feuchter zu seinem Bühnenbild.

Zum Inszenierungsteam : Michael Güttler (Musikalische Leitung)
stammt aus Dresden und studierte nach seiner Ausbildung in den Fächern Violine, Trompete, Klavier und Chordirigieren im Fach Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“. Von 1998 bis 2002 war er der jüngste Chefdirigent Österreichs am Stadttheater Klagenfurt. Seit 2003 ist er ständiger Gastdirigent des Mariinski-Theaters. Sein umfangreiches Repertoire weist eine große stilistische Vielfalt auf, die sich von der Barockmusik bis zur zeitgenössischen Musik spannt. Er arbeitete u. a. mit dem Israel Philharmonic, dem Orchestre de Paris, RAI Torino, Concerto Köln, der Moskauer Philharmonie, dem Schwedischen Radiosinfonieorchester sowie an den Opernhäusern in Washington, Düsseldorf, Hamburg, Madrid, Lissabon, Tokyo, Wien, Nizza, Frankfurt, Malmö, Jekaterinburg, an der Opéra Bastille, dem Théâtre des Champs-Élysées und in der Arena di Verona. Seit 2013 ist er Chefdirigent der Finnischen Nationaloper Helsinki.

Helen Malkowsky (Inszenierung) : stammt ebenfalls aus Dresden und war nach ihrem Studium als Regieassistentin in Saarbrücken, Basel und bei den Bayreuther Festspielen tätig, wo sie u. a. Herbert Wernicke und Claus Guth assistierte. Von 2004 bis 2008 war sie Oberspielleiterin am Staatstheater Nürnberg und von 2010
bis 2013 Operndirektorin am Theater Bielefeld, jeweils mit zahlreichen eigenen Inszenierungen. Darüber hinaus arbeitete sie als Gastregisseurin (u. a. „Parsifal“ in Kassel, „Mazeppa“, „Stiffelio“ und „Katja Kabanova“ in Krefeld-Mönchengladbach). Immer wieder widmet sie sich auch der szenischen Ausbildung junger Sängerinnen und Sänger. Sie leitete das Internationale Opernstudio des Staatstheaters Nürnberg und erarbeitete Hochschulproduktionen an der Universität der Künste Berlin, der Hochschule für Musik Dresden und der Folkwang Universität der Künste Essen. An der Oper Chemnitz inszenierte sie bereits Verdis „Don Carlos“, Korngolds „Die tote Stadt“, Donizettis „Lucia di Lammermoor“ sowie die Deutsche Erstaufführung von Peter Eötvös‘ „Paradise Reloaded (Lilith)2.

Hermann Feuchter (Bühne) : studierte Bühnen- und Kostümbild am Mozarteum in Salzburg. Nach Assistenzen an verschiedenen Theatern ist er seit 1983 als freischaffender Bühnenbildner tätig. Mit Nicolaus Brieger arbeitete er wiederholt an den Opernhäusern in Stuttgart, Berlin (Staatsoper Unter den Linden), München und Frankfurt a. M. zusammen. Weitere Regisseure, mit denen Hermann Feuchter regelmäßig zusammenarbeitet, sind Veit Volkert, Barbara Mundel, Elisabeth Stöppler, Anselm Weber, Karoline Gruber, Andreas Baesler und Helen Malkowsky. Seine Gastengagements führen ihn regelmäßig an die großen Opernhäuser im deutschen Sprachraum, zu den Salzburger und Bregenzer Festspielen sowie nach Japan. Neben seiner Arbeit für die Bühne ist Hermann Feuchter als Maler und Rauminstallateur tätig. In Chemnitz gestaltete er bereits die Bühne für Peter Eötvös‘ „Paradise Reloaded (Lilith)“.

Henrike Bromber (Kostüme) : geboren in Frankfurt a. M., war zunächst als Damenschneidermeisterin an den Städtischen Bühnen ihrer Heimatstadt, anschließend als Kostümassistentin und Kostümbildnerin tätig, bevor sie in Hamburg das Studium zur Gewandmeisterin absolvierte. Von 1994 bis 1998 war sie Kostümdirektorin und Ausstatterin am Theater Vorpommern. Seitdem arbeitet sie freischaffend und übernahm regelmäßig Gesamtausstattungen für das Schauspiel Frankfurt am Main. Sie entwarf Kostümbilder für Opernhäuser im In- und Ausland wie Staatsoper Hamburg, Semperoper Dresden, Aalto Theater Essen, Opera de Nantes und Nikikai Opera Tokio. Für die Kostüme zu „Alice in Wonderland“ (Theater Bielefeld), „Die lustige Witwe2 (Staatstheater Cottbus) und „Giulio Cesare in Egitto“ an der Hamburgischen Staatsoper nominierte die Zeitschrift OPERNWELT sie jeweils zur Kostümbildnerin des Jahres. An der Oper Chemnitz entwarf sie die Kostüme für Peter Eötvös‘ „Paradise Reloaded (Lilith)2.

In den Hauptpartien
Viktor Antipenko (Hermann) : wurde in St. Petersburg geboren. Nach dem Studium am St. Petersburger Konservatorium und ersten Erfolgen am Mariinski-Theater folgten Auftritte im Rahmen der Academy of Vocal Arts in Philadelphia. Am Bolschoi-Theater debütierte er als Don José und gastierte in dieser Partie beim Allentown Symphony Orchestra, in Sotschi, Las Vegas und Fairbanks (Alaska). Gefeiert wurden außerdem seine Auftritte als Malcolm in „Macbeth“ unter Kazushi Ono sowie als Hirte
in „Tristan und Isolde“ an der Opéra National de Lyon. In jüngster Zeit war er als Lohengrin in Rouen und Sao Paulo zu erleben, als Luigi in Puccinis „Il tabarro“ in Florida, als Dimitri in „Boris Godunow“ in Karlsruhe, als Vaudemont in „Iolantha“ in New York sowie als Pinkerton am Teatro Mancinelli in Orvieto. Dort sang er auch den Andrej in Tschaikowskys „Mazeppa“. In der Spielzeit 2016/2017 singt er an der Oper Chemnitz auch die Titelpartie in Wagners „Parsifal“.

Maraike Schröter (Lisa) : studierte Gesang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Julia Varady, Brenda Mitchell und Christine Schäfer. Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau, Francisco Araiza und Deborah Polaski ergänzten ihre breit gefächerten Studien. Von 2011 bis 2013 war sie Mitglied im Internationalen Opernstudio der Staatsoper Berlin. Seit 2013 ist sie Ensemblemitglied der Oper Chemnitz und war dort bisher als Donna Anna in „Don Giovanni“, als Elisabetta in „Don Carlos“, als Desdemona in „Otello“ sowie als Infantin in „Der Zwerg“ zu hören. Gastspiele führten sie zuletzt als 1. Dame an die Staatsoper Berlin und zu den Bregenzer Festspielen sowie als Chrysothemis in „Elektra“ an das Staatstheater Cottbus. Aktuell ist sie in ihrem Stammhaus als Eva in „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie als Liù in „Turandot“ zu hören.

Iordanka Derilova (Lisa) : ist in Sofia geboren und studierte in Rom bei Aleksandrina Milcheva. Sie debütierte am Opernhaus Burgas und sang in der Nationaloper Sofia und in fast allen Opernhäusern Bulgariens. 1998 folgte ein Festengagement an der Staatsoper Prag. 2000/2001 wurde sie für die Rolle der Amelia in „Ein Maskenball“ am Nationaltheater Mannheim engagiert und sang mit großem Erfolg Aida in Japan zusammen mit dem Tenor José Cura. Sie singt auf Opernbühnen in Italien, der Schweiz, Holland, Litauen, Zypern, Katar, der Türkei, Russland, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Deutschland. 2003 folgte ein Festengagement am Anhaltischen Theater Dessau, wo sie Rusalka, Elisabeth, Giovanna d’Arco, Mignon, Donna Elvira, Lady Macbeth sowie Kundry sang und als Isolde debütierte, für die sie als „Sängerin des Jahres“ in der Zeitschrift OPERNWELT nominiert wurde. 2012 folgte ihr Debüt als Brünnhilde (Götterdämmerung) in Dessau. Weitere aktuelle Rollen ihres Repertoires sind Abigaille, Katerina Ismailova (Lady Macbeth von Mzensk), Brünnhilde (Die Walküre), Turandot und Renata (Der feurige Engel).

Opernfrühstück
Das Opernfrühstück zu „Pique Dame“ findet am Sonntag, 13. November 2016, 10.30 Uhr im Foyer des Opernhauses statt. Das Regieteam wird einen Einblick in die Premierenvorbereitungen gewähren, begleitet von musikalischen Beiträgen durch Solisten des Ensembles. Der Eintritt kostet 5,- €.

Pressemeldung Theater Chemnitz

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Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere: Turandot 24.09.2016

August 25, 2016  
Veröffentlicht unter Premieren, Pressemeldung, Theater Chemnitz

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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz

Theater Chemnitz / Turandot Plakatmotiv © Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

Theater Chemnitz / Turandot Plakatmotiv © Dieter Wuschanski / Theater Chemnitz

Premiere Turandot 24.09.2016
Dramma lirico von Giacomo Puccini

Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni
Finale ergänzt von Franco Alfano
(Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln)

Musikalische Leitung: Felix Bender
Inszenierung, Bühne und Kostüme: Hinrich Horstkotte
Chor: Stefan Bilz

In den Hauptpartien: Jee Hye Han / Morenique Fadayomi (Turandot), Jeffrey Hartman (Calaf), Maraike Schröter (Liù), Magnus Piontek / Andreas Hörl (Timur)
Eröffnung der Opernsaison 2016/2017

Als Auftakt der Opernsaison 2016/2017 bringt die Oper Chemnitz am 24. September Puccinis „Turandot“ mit dem kompletten Finale von Franco Alfano heraus. Mit dieser Produktion kehrt Hinrich Horstkotte nach Chemnitz zurück. Hier waren bereits seine Inszenierungen von Verdis „Maskenball“ und Mozarts „Idomeneo“ im Opernhaus sowie von „Don Giovanni“ als Figurentheaterproduktion zu sehen. Außerdem war er als Bühnen- und Kostümbildner bei Werken wie „Cendrillon“, „Der Rosenkavalier“ und „Das Mädchen aus dem goldenen Westen“ beteiligt. In den letzten Jahren inszenierte er u. a. in Dortmund, Saarbrücken, Dessau, Wien, Luxemburg und Taipeh/Taiwan.
Der Inhalt der Oper

Prinzessin Turandot hat geschworen, das Eheversprechen nur einem Mann zu geben, der drei Rätsel lösen kann. Wem das nicht gelingt, dem wird der Kopf abgeschlagen. Entsprechend hoch ist die Todesrate bei Hofe. Mit diesem radikalen Vorgehen will die schöne chinesische Prinzessin den Tod ihrer Ahnin rächen, die einst Selbstmord beging, um dem männlichen Joch zu entfliehen. Doch die Freier lassen sich nicht abschrecken: Einer nach dem anderen stellt sich der grausamen Tortur. Auch Prinz Calaf entbrennt für die unnahbare Schöne. Kann er die geforderten drei richtigen Antworten geben und den eisernen Ring um Turandots Herz lösen?

Der Komponist Giacomo Puccini wurde 1858 im italienischen Lucca geboren. Entsprechend der Familientradition sollte er Kirchenmusiker werden, doch sein Interesse galt der Opernbühne. Giuseppe Verdis Werke faszinierten ihn. Im Alter von 18 Jahren wanderte er sogar zu Fuß von Lucca nach Pisa, um sich eine Aufführung der „Aida“ anzusehen, ein Ereignis, dass ihm nach eigener Aussage „die musikalische Pforte zur Oper“ öffnete. Er betrat nun ein Terrain, auf dem er sein Leben lang erfolgreich wandeln sollte: „Manon Lescaut“, „La Bohème“, „Tosca“, „Madama Butterfly“ sind nur einige seiner Erfolgswerke. Puccini lebte und litt mit seinen Opernfiguren mit wie kaum ein anderer Komponist, lässt sie intimste psychologische Stimmungen ausdrücken. Wohl deshalb geht den Zuschauern die Musik so nahe. Puccini, der oft seelische Probleme hatte, die ihn sehr zurückgezogen leben ließen, konnte seine Empfindungen, seine Emotionen, seine Vorstellungen vom Glück und von der Liebe in seinen Werken in einer Weise ausleben, die ihm im Leben nie gegeben war. Mit „Turandot“ griff er erstmalig auf ein Märchensujet zurück. Mit großer Leidenschaft widmete sich Puccini der Komposition, doch noch bevor er die Partitur zum Abschluss bringen konnte, erlag er seinem schweren Kehlkopfleiden.

Das Sujet Der Name Turandot stammt ursprünglich aus dem Persischen und taucht schon im 12. Jahrhundert in der Romanze „Die sieben Schönheiten“ des persischen Dichters Nezami auf. Auch die orientalische Märchensammlung 1001 Tag, die Anfang des 18. Jahrhunderts in Frankreich Bekanntheit errang, enthält eine Geschichte von einer Prinzessin namens Turandocht, die jeden Freier köpfen lässt, der ihre Rätsel nicht lösen kann. Carlo Gozzi bearbeitete den Stoff einige Jahre später für die Commedia dell‘arte, Friedrich Schiller schrieb diese Fassung 1802 für die deutsche Bühne um.

Entstehung der Oper Puccini kannte sowohl Schillers Bühnenstück als auch Gozzis Werk und war glücklich, als nach einer lang andauernden und zermürbenden Sujet-Suche Renato Simoni, einer seiner Librettisten, das Märchen von Turandot vorschlug. Ende des Jahres 1920 begann er auf der Grundlage des ersten Libretto-Entwurfs mit der Komposition. Wie immer gestaltete sich die endgültige Ausformung des Librettos schwierig. Besonders um das Schlussduett zwischen Turandot und Calaf rang Puccini mit seinen Librettisten: „Das Duett! Alle Entschiedenheit, alle Schönheit, alle lebendige Theatralik liegt hier.“ Es war ihm wichtig, die Liebe zu zeigen, die Calaf in Turandot weckt. Endlich, im Herbst 1924, gab es eine Fassung, mit der Puccini zufrieden war, die ihm aus dem Herzen sprach.

Nur noch dieses Schlussduett musste instrumentiert werden, aber dazu kam es nicht mehr. Am 29. November 1924 erlag Puccini einem Kehlkopfleiden. Knapp anderthalb Jahre später fand die Uraufführung von „Turandot“ in der Mailänder Scala unter der Leitung von Arturo Toscanini statt. Gespielt wurde das Werk unvollendet – so wie Puccini es hinterlassen hatte. Erst bei der zweiten Vorstellung kam der Schluss der Oper hinzu, von Franco Alfano auf Bitten des Verlegers Ricordi und des italienischen Ministerpräsidenten anhand von Puccinis Skizzen vollendet. Allerdings hatte Arturo Toscanini für die Aufführung Kürzungen an Alfanos Version vorgenommen. Erst in den 1980er Jahren gelangte die vollständige Version auf die Bühne. Sie ist auch Grundlage für die Chemnitzer Produktion.

Die Musik Dem Zeitgeschmack folgend setzte Puccini in seiner „Turandot“ musikalisch die schon in „Madama Butterfly“ erprobte Hinwendung zum Exotischen fort. Ausführlich hatte er sich mit chinesischer Musik beschäftigt und reicherte die Orchesterbesetzung durch eine ganze Reihe verschiedener Schlaginstrumente an, die seiner Klangfantasie Raum gaben. Intensiv nahm Puccini auch die musikalischen Entwicklungen seiner Zeit zur Kenntnis – Strawinskys „Le Sacre du printemps“, Strauss‘ „Salome“ und „Elektra“, Schönbergs „Pierrot lunaire“, die Kompositionen Bartóks, Debussys und Mascagnis – und schrieb eine Musik, die einmalig für ihn war, beginnend von den lyrisch-fragilen Momenten der Sklavin Liù bis hin zu den dramatischen Ausbrüchen der Titelpartie.

Das Inszenierungsteam
Felix Bender (Musikalische Leitung) stammt aus Halle (Saale) und studierte Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar bei Gunter Kahlert, Nicolás Pasquet und Anthony Bramall. Von 2010 bis 2013 war er als 2. Kapellmeister am Nationaltheater Weimar beschäftigt, danach kam er als 1. Kapellmeister an die Theater Chemnitz. Gastspiele führten ihn in jüngster Zeit u. a. zum Konzerthausorchester Berlin, zum Philharmonischen Orchester Ulm, zum Sinfonieorchester Wuppertal, zur Württembergischen Philharmonie Reutlingen und zur Anhaltischen Philharmonie Dessau. Felix Bender wurde 2011 in die Förderung des „Dirigentenforums“ aufgenommen. Außerdem ist er Stipendiat der Künstlerliste „Maestros von morgen“. Sein dirigentisches Können untermauerte er mit Fortbildungen bei Pavel Baleff, John Carewe, Christian Ehwald, Peter Gülke, Kristjan Järvi, Johannes Kalitzke, Christian Kluttig, Marc Piollet und Johannes Schlaefli. In der Spielzeit 2016/2017 übernimmt er die Position des kommissarischen Generalmusikdirektors an den Theatern Chemnitz.

Hinrich Horstkotte (Inszenierung, Bühne und Kostüme)
Der gebürtige Berliner war zunächst Marionettenspieler, bevor er von 1992 bis 1998 Bühnen- und Kostümbild sowie Dramaturgie an der Akademie der Bildenden Künste in München studierte. Schon während des Studiums begann er, als freischaffender Bühnenbildner und Regisseur zu arbeiten. Als Bühnen- und Kostümbildner war er für die Biennale für Neue Musik München, das Musiktheater Görlitz, die Opernhäuser in Chemnitz, Detmold, Nürnberg und für die Ludwigsburger Schloßfestspiele tätig. In über 60 Produktionen für Oper, Schauspiel und Puppentheater hat er, überwiegend in eigener Ausstattung, Regie geführt. So inszenierte an u. a. in Berlin (Staatsoper), Chemnitz, Dessau, Dortmund, Saarbrücken, Rheinsberg, am Nanfong-Theatre in Taipeh, an der Volksoper Wien sowie am Salzburger Marionettentheater. Besonders gern widmet er sich der Barockoper und hat hier am Grand Théâtre Luxembourg, beim NDR in Hamburg, beim Berliner Zeitfenster-Festival, bei den Musikfestspielen Potsdam und den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik inszeniert.
In den Hauptpartien

Jee Hye Han (Turandot)
Die koreanische Sopranistin gehört zu den interessantesten Sängerinnen ihrer Generation. Im Alter von nur 28 Jahren sang sie ihre erste Turandot an der Budapester Staatsoper. 2009 gewann sie den 2. Preis beim Internationalen Gesangswettbewerb Feruccio Tagliavini, den 2. Preis beim hochdotierten Dong Ah Wettbewerb in Seoul und den Publikumspreis beim Hans-Gabor-Belvedere-Gesangswettbewerb. 2010 folgte der 1. Preis beim Concours International d‘Opéra de Marseille. Nach ihrem erfolgreichen Debüt an der Volksoper Wien in der Titelpartie von Puccinis „Madama Butterfly“ 2011 kehrte sie 2014 als Turandot zurück. Zu ihrem Konzertrepertoire gehören die Sopran-Partien in Beethovens 9. Sinfonie, Verdis Requiem, Mahlers 8. Sinfonie, Dvo?áks Requiem und Bachs Matthäuspassion.

Morenike Fadayomi (Turandot)
wurde in London geboren und wuchs dort sowie in Lagos (Nigeria) und Glarus (Schweiz) auf. Nach einer Tanzausbildung bei der Colombo Dance Factory in Zürich nahm sie Klassischen Gesangsunterricht bei Ursula Preier-Raunacher in Wien. Ihr erstes Engagement führte sie ans Stadttheater Basel. Seit 1997 ist sie Solistin an der Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf. Zu ihrem umfangreichen Repertoire gehören Aida, Micaëla, Carmen, Mimi, Liù, Donna Elvira, Norma, Abigaille, Lady Macbeth, Katarina, Katja Kabanova, Rusalka, Emilia Marty, Martha („Tiefland“), Marietta („Die tote Stadt“), Kaiserin („Frau ohne Schatten“), Salome und Senta. Große Erfolge feierte sie wiederholt in der Partie der Bess in Gershwins „Porgy and Bess“. Gastengagements führten sie u. a. zu den Bregenzer Festspielen, in die New Yorker Carnegie Hall, an die Komische Oper Berlin, die Volksoper Wien, die Semperoper Dresden sowie an die Opernhäuser in Bologna, Parma, Rom, Amsterdam und Strasbourg. An der Oper Chemnitz singt sie erstmals die Partie der Turandot.

Jeffrey Hartman (Calaf)
wurde in Anderson (Indiana/USA) geboren. Er ist Preisträger mehrerer renommierter Wettbewerbe. 2013 war er in Hong Kong sowie in Costa Rica als Canio in „I Pagliacci“ und Turridu in „Cavalleria rusticana“ zu erleben, in Hong Kong auch als Herzog in „Rigoletto“. Weiterhin gehören Partien wie Pinkerton, Rodolfo, Edgardo, Faust, Malcolm, Ismaele und Alfredo zu seinem Repertoire. 2015 coverte er an der Lyric Opera of Chicago die Partie des Cavaradossi in „Tosca“. Anschließend debütierte er als Bacchus in „Ariadne auf Naxos“ an der Seattle Opera. Mahlers „Lied von der Erde“ sang er mit dem Seattle Youth Symphony Orchestra und dem Chamber Philharmonia Orchestra New York und dem Ensemble Vista Lirica. Zu seinem Konzertrepertoire gehören außerdem u. a. die Tenorpartien in „Elias“, „Die Schöpfung, „Carmina burana“, Beethovens 9. Sinfonie und Brittens „Les Illuminations“. An der Oper Chemnitz wird er sein europäisches Debüt als Calaf in „Turandot“ geben.

Maraike Schröter (Liù)
gehört seit 2013 zum Solistenensemble der Oper Chemnitz. Die in Berlin geborene Sopranistin studierte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ bei Julia Varady und Brenda Mitchell. Außerdem arbeitete sie mit Christine Schäfer im Konzertexamen. Im Rahmen der Bayreuther Festspiele 2011 übernahm sie die Partie der Sieglinde in der Kinderoper „Der Ring des Nibelungen“. Anschließend war sie für zwei Jahre Ensemblemitglied im Opernstudio der Staatsoper Berlin. In dieser Zeit gab sie auch ihr Debüt an der Semperoper in Dresden. An der Oper Chemnitz war sie u. a. bereits als Donna Anna in „Don Giovanni“, Elisabeth in „Don Carlos“, Desdemona in „Otello“, Infantin in „Der Zwerg“, Eva in „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie als Angèle Didier in „Der Graf von Luxemburg“ zu erleben. Ihr Repertoire umfasst außerdem Partien wie Chrysothemis und Agathe.

Magnus Piontek (Timur)
gehört mit Beginn der Spielzeit 2016/2017 zum Solistenensemble der Oper Chemnitz und wird hier als Timur debütieren. Er stammt aus Bonn und studierte Schulmusik und Dirigieren (bei Marcus Creed) in Köln sowie Gesang bei Rudolf Piernay in Mannheim. Von 2013 bis 2015 gehörte er zum Ensemble des Nationaltheaters Mannheim. Anschließend wechselte er an die Bühnen Gera/Altenburg, wo er als Sparafucile, Eremit sowie in der Titelpartie der Oper „Rübezahl und der Sackpfeifer von Neiße“ zu erleben war. An der Semperoper gastiert er als Marquis d’Obigny („La Traviata“) sowie als Saretzki („Eugen Onegin“). Neben seiner Operntätigkeit widmet er sich dem Oratorienrepertoire. Er arbeitete mit Dirigenten wie Dan Ettinger, Klaus Arp, Florian Helgath, Laurent Wagner, Gotthold Schwarz, Alois Seidlmeier, Johannes Kalitzke und Enno Poppe sowie mit verschiedenen renommierten Ensembles, darunter das Concerto Köln, das Ensemble Musikfabrik und das Göttinger Symphonie Orchester.

Andreas Hörl (Timur)
debütierte schon früh in großen Partien, wie 2004 als Baron Ochs in Bremerhaven und 2005 als Landgraf in Minden. Festengagements führten ihn 2007 ans Opernhaus Zürich und anschließend ins Ensemble der Wiener Staatsoper. Seit 2014 ist Andreas Hörl freischaffend tätig. 2015 debütierte er bei den Bayreuther Festspielen als Fafner, 2016 an der Mailänder Scala in der Neuproduktion von „Wozzeck“. Sein vielfältiges Repertoire umfasst außerdem u. a. Sarastro, Osmin, Komtur, Basilio, Colline, König Heinrich, König Marke, Daland, Kaspar / Eremit, Ramphis / Il Re und Warlaam. Gastengagements führten ihn an die Bayerische Staatsoper, Wiener Staatsoper, Volksoper Wien, Oper Frankfurt, Komische Oper und Staatsoper Berlin, an das Opernhaus Zürich, Tiroler Landestheater Innsbruck, an die Theater Klagenfurt, Chemnitz und Dortmund, Gran Teatre del Liceu Barcelona, Teatro alla Scala Milano, Teatro Nacional de São Carlos Lissabon, zum MDR Sinfonieorchester Leipzig, Salzburger Festspiele und zu den Richard-Wagner Festspielen in Wels.

Opernfrühstück
Das Opernfrühstück findet am 18. September 2016, 10.30 Uhr im Foyer des Opernhauses statt. Das Regieteam wird einen Einblick in die Premierenvorbereitungen geben, begleitet von musikalischen Beiträgen durch Solisten des Ensembles. Der Eintritt kostet 5,-

Pressemeldung Theater Chemnitz

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Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere: Die Meistersinger von Nürnberg, 19.03.2016

Februar 15, 2016  
Veröffentlicht unter Premieren, Pressemeldung, Theater Chemnitz

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Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz © Dieter Wuschanski

Theater Chemnitz

 Die Meistersinger von Nürnberg  von Richard Wagner

Premiere 19. März 2016, 16.00 Uhr, weitere Vorstellungen 27.03.2016, 10.04.2016, 17.04.2014

Die Handlung
Im Nürnberg des 16. Jahrhunderts verliebt sich Eva in Walther von Stolzing, einen Junker vom Lande. Ihr Vater, der betuchte Goldschmied Pogner, ist Mitglied der Meistersinger – Handwerksmeister, die sich der Erschaffung und Pflege von Liedgut verschrieben haben. Demjenigen unter ihnen verspricht Pogner seine Tochter zur Frau, der beim bevorstehenden Johannisfest das schönste selbstgeschriebene Lied vorträgt. Begreiflicherweise gerät Eva damit in einen Loyalitätskonflikt und sieht nur einen einzigen Ausweg: Walther muss binnen weniger Stunden zum Meistersinger werden. Doch das ist angesichts des strengen Regelwerks der Zunft ein schier aussichtsloses Unterfangen. Hilfesuchend wendet Eva sich an ihren alten Freund und Nachbarn, den Schuhmacher Hans Sachs …

Chemnitz / Theater_Richard Wagner Figorine von Peter Sykora

Chemnitz / Theater_Richard Wagner Figorine von Peter Sykora

Der Komponist
Richard Wagner, geboren am 22. Mai 1813 in Leipzig, war Schüler der Kreuzschule Dresden und des Nicolai-Gymnasiums Leipzig. An der Leipziger Universität studierte er Musik, bevor er als Musikdirektor u. a. in Magdeburg, Königsberg (wo er die aus Oederan stammende Minna Planer heiratete) und Riga arbeitete. Von Riga aus flüchtete der notorisch verschuldete Mittzwanziger vor seinen Gläubigern nach Paris. Nach einem eher glücklosen Aufenthalt in der Seine-Stadt kehrte er 1842 nach Deutschland zurück und hoffte, in Dresden eine neue künstlerische Heimat zu finden. Dies schien ihm anfangs auch zu gelingen, denn er durfte noch im gleichen Jahr die hochgelobte Uraufführung seiner Oper Rienzi erleben. Mit großer Hoffnung sah er danach der Uraufführung des Fliegenden Holländers entgegen – leider war diesem Werk in Dresden nur ein Achtungserfolg beschieden. 1845 fand an der Hofoper Dresden die Uraufführung des Tannhäuser statt. 1849 beteiligte sich Wagner am Dresdner Mai-Aufstand, wurde daraufhin per Steckbrief gesucht und ging (nach einer abenteuerlichen Flucht, die u. a. auch über Chemnitz führte) ins Exil nach Zürich. Aus diesem Grund konnte er der Uraufführung des Lohengrin unter der Leitung von Franz Liszt in Weimar nicht beiwohnen. Die folgenden Jahre brachten viele Gastspielreisen ins Ausland sowie die Uraufführungen von Tristan, den Meistersingern, Rheingold und Walküre in München. 1872 übersiedelte Wagner nach Bayreuth, wo er seinen Traum vom Festspielhaus verwirklichte. 1876 fanden dort die ersten Bayreuther Festspiele mit der Aufführung des kompletten Ring des Nibelungen statt. Danach wandte sich Wagner endlich dem Parsifal-Stoff zu, der ihn schon seit Jahren begleitete. Die Uraufführung dieses eigens für die akustischen Gegebenheiten des Festspielhauses geschriebenen Werkes fand 1882 während der zweiten Bayreuther Festspiele statt. Es sollte die letzte Premiere sein, die Wagner erlebte. Im Herbst reiste er mit seiner Familie nach Venedig, wo er am 13. Februar 1883 starb.

Die Vorlage
In der „Geschichte der poetischen National-Literatur der Deutschen“ von Gottfried Gervinius fand Richard Wagner 1845 eine Abhandlung über den Meistergesang und Hans Sachs. Das erinnerte ihn an frühere Besuche in Nürnberg, bei denen er u. a. erlebt hatte, wie eine harmlose Verspottung eines Tischlermeisters zu einem handfesten Tumult wurde, der drohte, ein ganzes Stadtviertel lahmzulegen. Beides – die schriftliche Überlieferung und die unmittelbaren Erlebnisse – ließen in Wagner schnell den Plan für ein heiteres Bühnenwerk entstehen, den er aber zunächst noch zurückhielt mit der Begründung, „dass sich ihm die Heiterkeit, deren ein solcher Stoff bedurfte, bis jetzt nur in der Form der Ironie aussprach“. Außerdem benutzte Wagner noch Anregungen aus Schriften von Jacob Grimm, Johann Christoph Wagenseil, E.T.A. Hoffmann und Johann Ludwig Deinhardstein.

Chemnitz / Theater_Goldschmied Figurine von Peter Sykora

Chemnitz / Theater_Goldschmied Pogner Figurine von Peter Sykora

 Die Oper
Richard Wagner hatte bereits zwei Drittel seines Mammutwerks Der Ring des Nibelungen vollendet, als er aus akuter Geldnot ein „leicht zu realisierendes“ Werk für einen schnellen Erfolg brauchte. Als Tristan und Isolde diesen Zweck nicht erfüllte, begann er 1861 mit der Dichtung der Meistersinger von Nürnberg, die aber ebenfalls erst sieben Jahre später uraufgeführt werden konnten – unter der Protektion König Ludwigs II. 1868 in München. Auf der Höhe seines Könnens schuf Wagner darin ein Plädoyer für die künstlerische Freiheit wie auch für die Kunstpflege, verknüpfte es mit einer zarten Romanze und bettete es in eine brillante Komödie ein, die ihren absurden Höhepunkt in einer nächtlichen Prügelei findet und in einen sängerischen Showdown mündet.

Die Musik
Die Meistersinger von Nürnberg ist Wagners einzige heitere Oper und die einzige ohne tragisches bzw. zumindest ernstes Ende. Nachdem er in Tristan und Isolde mit einer neuartigen, chromatischen Harmonik überraschte, liegt der Überraschungseffekt bei den „Meistersingern“ eher in der weitgehend diatonischen Musik, die an vielen Stellen archaisierende Züge trägt. Choräle und Volkslieder dienten ihm ebenso als Vorbild wie die Polyphonie eines J. S. Bach. Mit großer Freude setzte Wagner die einzelnen Charaktere in Musik um und verwendete besondere Sorgfalt, die Dialoge zwischen den Opernfiguren so natürlich wie möglich darzustellen.

Musikalische Leitung: Frank Beermann, Inszenierung: Michael Heinicke
Bühne und Kostüme: Peter Sykora, Chöre: Stefan Bilz

BESETZUNG:
Franz Hawlata (Hans Sachs), Thomas Piffka (Stolzing), Maraike Schröter (Eva), Roman Trekel (Beckmesser), André Riemer (David), Kouta Räsänen (Pogner), Tiina Penttinen (Magdalena), Matthias Winter (Kothner), Tommaso Randazzo (Vogelgesang), Andreas Kindschuh (Nachtigall), Marcus Sandmann (Zorn), Edward Randall (Eißlinger), Jürgen Mutze (Moser), Andreas Beinhauer (Ortel), Thomas Mäthger (Schwarz), Wieland Müller (Foltz), Johannes Wollrab (Nachtwächter)
Damen und Herren des Opernchores und des Extrachores der Oper Chemnitz
Robert-Schumann-Philharmonie

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