Chemnitz, Theater Chemnitz, Messiaens Turangalila im 9. Sinfoniekonzert, 16./17.05.2012

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Theater Chemnitz

9. Sinfoniekonzert

16. / 17. Mai 2012, 20.00 Uhr in der Stadthalle Chemnitz

Olivier Messiaen_ Turangalîla

Solisten:
Kristi Becker, Klavier
Thomas Bloch, Ondes Martenot

Dirigent: Frank Beermann

Robert-Schumann-Philharmonie

Der Eintritt für Kinder und Enkel (bis 18 J.) der Konzertbesucher ist frei.

Turangalîla ist das Spiel um die Zeit, die durch die Sanduhr rinnt oder wie ein Pferd galoppiert.

So beschreibt Olivier Messiaen das aus dem altindischen Sanskrit stammende Wort und bezeichnet damit seine große und ungewöhnliche Orchesterkomposition.

Messiaens Sinfonie „Turangalîla“ ist so groß besetzt wie nur wenige andere sinfonische Werke und so lang wie eine Sinfonie von Anton Bruckner oder Gustav Mahler. Ein architektonisch durchkonstruiertes Werk von großer Klanggewalt: Mächtige Klangblöcke wechseln sich ab mit zart-verträumten Melodien und vertrackten Rhythmen. Spiritualität, Liebe, Natur, der Tristan-Mythos und die reiche Welt des Vogelgesanges: All diese Themen hat Olivier Messiaen in diese Sinfonie eingebracht – die auch aus dieser Mannigfaltigkeit heraus so groß orchestriert und mit zwei Solo-Partien versehen ist: Ein Klavierpart, der so aufwändig wie ein Klavierkonzert ist, und ein Part für ein elektronisches Instrument, das heute kaum noch zu finden ist: die „Ondes Martenot“ („Martenot-Wellen“). Kein Wunder also, dass sich kaum ein Orchester an dieses Werk heranwagt.

Doch in ein oder zwei Aufführungen ist die „Turangalîla“ nur ansatzweise zu erfahren. Generalmusikdirektor Frank Beermann und Theaterpädagogin Heike Vieth haben deshalb Schulen eingeladen, sich der Sinfonie in Projekten zu nähern. Seit einem halben Jahr schon arbeiten Gruppen miteinander, die in musikalischer, literarischer oder künstlerischer Form einzelne Aspekte der „Turangalîla“ zur Grundlage für eigene Werke nehmen (siehe Text: Musik- und Kunstprojekt „Turangalîla“). Die Ergebnisse werden am Tag des ersten Konzertes, am 16. Mai 2012, im Foyer der Stadthalle präsentiert.

Auch das Konzert selbst bekommt eine besondere Form: Die üblichen Einführungen finden an beiden Tagen 19.00 Uhr im Saal mit dem Orchester auf der Bühne statt, so dass einzelne Ausschnitte detailliert vorgestellt werden können. Ab 20.00 Uhr wird die Turangalîla dann vollständig zu hören sein.

Musik- und Kunstprojekt „Turangalîla“

Präsentation: 16. Mai 2012, 18.00 Uhr in der Stadthalle Chemnitz

Das Projekt mit dem wunderbaren Namen „Turangalîla“ löste unter Schülern und Lehrern spontan Neugier und Lust auf Mitwirkung aus. Gleich zu Beginn der Spielzeit strömten Lehrer verschiedenster Schulen aus Chemnitz und der Region zu einem ersten Projektgespräch ins Opernhaus, um von Frank Beermann Besonderheiten und Hintergründe der Sinfonie von Olivier Messiaen zu erfahren und den Ablauf des geplanten Projekts kennen zu lernen.

Mehr als 200 Schüler aus 9 Schulen sind seit September 2011 in das Projekt involviert, altersmäßig bunt gemischt mit Grundschulkindern, Mittelschülern, Abiturienten und Berufsschülern.

Das Ziel des „Turangalîla“-Schulprojekts besteht darin, mit der Musik von Olivier Messiaen vertraut zu werden, sie zu verstehen und aus dieser Auseinandersetzung und Kenntnis ein plastisches Werk zu entwickeln. Aber wie lässt sich die Musik mit bildender Kunst verbinden, wie musikalische in figürliche oder räumliche Dimensionen übersetzen?

Bei dieser Fragestellung halfen die Museumspädagoginnen Katharina König und Petra Reichmann und führten die Schüler durch den Skulpturensaal der Chemnitzer Kunstsammlungen. Musikalische Experimente im Raum probierten die Kinder und Jugendlichen mit Theaterpädagogin Heike Vieth im Orchesterprobenraum der Oper. Erste Ideen zu Bildern und Gegenständen konnten die jungen Leute während der kleinen „Turangalîla“-Konzerte entwickeln, denn eine Fassung der Sinfonie für nur neun Instrumente war extra für das Projekt entstanden. Während der „Turangalîla“-Rhythmus-Workshops durften sie sich wieder ausprobieren. Pianist Jeffrey Goldberg und die Schlagzeuger Frank Lange und André Schieferdecker testeten die rhythmischen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen und erklärten Messiaensche Kompositionstechniken.

Parallel zur musikalischen Annäherung an das Werk arbeiteten die Schüler an ihren Kunstobjekten, die nicht einzeln präsentiert, sondern zum Schluss als ein großes Ganzes zusammengesetzt werden und ein gemeinsames Gebilde aller Beteiligten zeigen. Dabei war die Fantasie der Schüler und Lehrer gefragt, denn jeder musste sich selbst um ein Konzept, um geeignete Materialien und Werkzeuge und um die Organisation der Treffen kümmern.

Die bildenden Künstler Wolf-Dietrich Leimcke (Chemnitz) und seine Tochter Sarah (Dresden), die mit diversen Schulprojekten bereits Erfahrungen sammeln konnten, standen allen Beteiligten permanent mit Rat und Tat zur Seite und hielten die Fäden zusammen. Wolf-Dietrich Leimcke entwickelte ein Modell für ein pyramidenähnliches Gerüst aus Holz, das als Trägerelement sämtliche künstlerische Projekte der Schüler am Ende aufnehmen soll.

Die Stimmung war bestens und die Ergebnisse fielen mit einer übermannshohen Plastik, einer Choreografie, Texten zum Liebesthema bei Messiaen und einem künstlerischen Tagebuch äußerst vielfältig aus.

Die jungen Künstler präsentieren die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit der „Turangalîla“-Sinfonie am 16. Mai, dem ersten Tag des 9. Sinfoniekonzertes, 18.00 Uhr  innerhalb einer Performance und besuchen anschließend das Konzert.

Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere Die schweigsame Frau, 28.04.2012

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Theater Chemnitz

Premiere „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss steht bevor

Am Samstag, 28. April 2012, 19.30 Uhr erlebt die Komische Oper von Richard Strauss „Die schweigsame Frau“ im Opernhaus Chemnitz ihre Premiere.

Deutschlandweit ist die Oper Chemnitz das einzige Haus, das dieses selten gespielte Werk, das große Herausforderungen an Solisten und Orchester stellt, spielt. Zuletzt wurde „Die schweigsame Frau“ an der Bayerischen Staatsoper, Staatsoper Dresden, Wiener Staatsoper und dem Opernhaus Zürich aufgeführt. In Chemnitz selbst stand sie 1983 zum letzten Mal auf dem Spielplan.

Mit Franz Hawlata (Sir Morosus), Julia Bauer (Aminta) und Bernhard Berchtold (Henry Morosus) konnten für die Hauptpartien drei international gefragte Künstler gewonnen werden, die gemeinsam mit dem Chemnitzer Ensemble in einer quirligen Geschichte zu erleben sind.

Sir Morosus, Admiral im Ruhestand, leidet an außergewöhnlicher Geräuschempfindlichkeit, seitdem sein Gehör vor Jahren bei einer Explosion zu Schaden gekommen ist. Um den Eheabsichten seiner Haushälterin zu entgehen, nimmt er den Vorschlag des Barbiers an, der ihm eine passende „schweigsame Frau“ empfiehlt. Sie ist auffallend schnell gefunden – jung, hübsch und schweigsam, zumindest bis zur Eheschließung. Danach schlägt sie alle Rekorde in Sachen Lautstärke und Sprachfrequenz …

Inszeniert wird das Ganze von Gerd Heinz, der seine Karriere als Schauspieler begann, sich aber von Anfang an auch zur Regie hingezogen fühlte. Mehr als zehn Jahre lang prägte er, zunächst als Hausregisseur, später als Intendant, das künstlerische Profil des Schauspielhauses Zürich und wandte sich danach verstärkt dem Musiktheater zu.

Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Generalmusikdirektors Frank Beermann.

Die Chemnitzer Inszenierung wird erneut vom Label cpo als CD produziert.

Chemnitz, Theater Chamnitz, Premiere Die schweigsame Frau, 28.04.2012

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Theater Chemnitz

Die schweigsame Frau

Komische Oper von Richard Strauss

Libretto von Stefan Zweig

Premiere: 28. April 2012, 19.30 Uhr im Opernhaus Chemnitz

Musikalische Leitung: Frank Beermann
Inszenierung: Gerd Heinz
Bühne: Rudolf Rischer
Kostüme: Kersten Paulsen

Besetzung: Franz Hawlata (Sir Morosus), Monika Straube (Haushälterin), Andreas Kindschuh (Barbier), Bernhard Berchtold (Henry Morosus), Julia Bauer (Aminta), Guibee Yang (Isotta), Tiina Penttinen (Carlotta), Matthias Winter (Morbio), Kouta Räsänen (Vanuzzi), Martin Gäbler (Farfallo)

Inhalt der Oper Sir Morosus, Admiral im Ruhestand, leidet an außergewöhnlicher Geräuschempfindlichkeit, seitdem sein Gehör vor Jahren bei einer Explosion zu Schaden gekommen ist. Um den eheheischenden Nachstellungen seiner Haushälterin zu entgehen, nimmt er den Vorschlag des Barbiers an, der ihm rät, eine passende „schweigsame Frau“ zu suchen. Gesagt – getan: Die Frau ist schnell gefunden – jung, hübsch und schweigsam, zumindest bis zur Eheschließung. Danach schlägt sie alle Rekorde in Sachen Lautstärke und Sprachfrequenz. Was der arme Sir Morosus nicht ahnt, ist, dass hinter der Aktion sein Neffe Henry steckt, der von Morosus enterbt wurde, weil er sein Leben der Kunst gewidmet hat. Die angeblich „schweigsame Frau“ ist nämlich in Wirklichkeit Henrys Freundin. Als sich am Ende alles aufklärt, ist Morosus vor allem erleichtert, dass der eheliche Spuk ein Ende hat, aber er ist auch ausgesöhnt mit der Welt, mit seinem Neffen und dessen beruflicher sowie privater Orientierung.

Der Komponist Richard Strauss wurde 1864 in München geboren. Sein Vater, der Hornist an der Münchner Oper war, erkannte und förderte das Talent des Jungen, der schon im Alter von sieben Jahren anfing zu komponieren. 1885 wurde Richard Strauss von Hans von Bülow, dem Dirigenten der Meininger Hofkapelle, als Assistent verpflichtet – ein wichtiger Meilenstein in Strauss‘ musikalischer Entwicklung, konnte er doch hier den Theater- und Konzertbetrieb von der Pike auf lernen und studieren. Das kam ihm später sowohl bei seinen sinfonischen Kompositionen (berühmt wurde er mit Sinfonischen Dichtungen wie „Don Juan“, „Till Eulenspiegel“ und „Also sprach Zarathustra“) als natürlich auch bei seinen Bühnenwerken zugute. Mit „Salome“ gelang ihm in diesem Bereich 1905 der Durchbruch. Die anschließende intensive Zusammenarbeit mit Hugo von Hofmannsthal brachte Opern wie „Elektra“, „Der Rosenkavalier“, „Ariadne auf Naxos“, „Die Frau ohne Schatten“ und „Arabella“ hervor. Mit Stefan Zweig als Librettisten wagte er nach Hofmannsthals Tod einen neuen Anfang. Dessen jüdische Abstammung führte allerdings dazu, dass Strauss schließlich bei den Nazis, die ihn über Jahre sozusagen als „ihren“ Komponisten betrachteten, in Ungnade fiel. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches ging er in die Schweiz und kehrte erst 1949 nach Garmisch zurück, wo er am 8. September 1949 starb.

Der Librettist Stefan Zweig wurde 1881 als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Textilfabrikanten in Wien geboren und entdeckte schon als Kind seine Liebe zur Literatur. Mit 16 Jahren veröffentlichte er seine ersten Gedichte. Später folgten vor allem Novellen, aber auch eine ganze Reihe von Theaterstücken und historisch basierte Erzählungen. Seine Reisen führten ihn durch halb Europa sowie nach Amerika, Afrika und Indien. Er war befreundet mit Romain Rolland, James Joyce, Émile Verhaeren, Sigmund Freud, Arthur Schnitzler und Maxim Gorki. Vor den Nationalsozialisten floh er 1934 nach England und von dort aus weiter über New York nach Brasilien, wo er sich 1942 das Leben nahm. Das Libretto zur „Schweigsamen Frau“ war seine einzige abgeschlossene Arbeit für die Oper.

Die Vorlage Strauss wünschte sich ein „geistvolles Intrigenstück“: „Mir fehlt unter den in meinen Opernwerken dargestellten Frauen ein Typus, den ich für mein Leben gern auf die Bühne componieren möchte: die Frau als Hochstaplerin oder die Grande dame als Spion.“ Mit der Komödie „Epicoene or The Silent Woman“ des Engländers Ben Jonson (1572 – 1637) aus dem Jahre 1609 traf Stefan Zweig genau den künstlerischen Nerv von Richard Strauss. Überdies war der Stoff opernerprobt, hatte er doch bereits Antonio Salieri und nach ihm noch weiteren Komponisten als Vorlage gedient. Zwar mutet die dargestellte Situation – älterer, bärbeißiger Mann wird von einer Schar junger, lebensfroher Leute übers Ohr gehauen, um seine Zustimmung zur (nicht standesgemäßen) Heirat seines Neffen zu erhalten – in der Gegenwart zunächst etwas fremd an, aber Zweig und Strauss gelang es, weit über die ursprüngliche Typisierung der Figuren hinaus Menschen auf die Opernbühne zu bringen, deren Gefühle echt sind und die uns deshalb auch heute noch mit ihrer Geschichte berühren.

 

Die Entstehung der Oper Nach dem Tod seines langjährigen Textdichters Hugo von Hofmannsthal im Jahr 1929 sah Richard Strauss sein Opernschaffen am Endpunkt angekommen. Es schien ihm unvorstellbar, nach den vielen Jahren der fruchtbaren Zusammenarbeit einen neuen, gleichwertigen Librettisten zu finden. Durch die Vermittlung des Verlegers Anton Kippenberg kam es 1931  zur Begegnung mit Stefan Zweig, der sich seinerseits wiederum durch die Anfrage geehrt fühlte und in seinen Erinnerungen schrieb: „Ich wusste keinen produzierenden Musiker unserer Zeit, dem ich zu dienen williger bereit gewesen wäre.“ Zweig schlug Strauss gleich beim ersten Treffen Ben Jonsons Komödie „Epicoene or The Silent Woman“ als Sujet für eine Oper vor. Als das Libretto ein reichliches Jahr später fertig vorlag, nahm Strauss es ohne jegliche Änderung an und bezeichnete es als „das beste Libretto für eine opéra comique seit ‚Figaro‘“. Die Uraufführung fand am 24. Juni 1935 in Dresden statt, wurde allerdings von heftigen Auseinandersetzungen mit der Nazi-Führungsriege begleitet, weil Strauss darauf bestand, den Namen des inzwischen verfemten Stefan Zweig auf dem Uraufführungszettel abzudrucken. Die Oper war ein großer Erfolg, jedoch hatte Strauss seine Freude darüber in einem Brief an Zweig wohl zu überschwänglich und mit einer für die Nazis inakzeptablen politischen Haltung geäußert, so dass das Werk schon nach wenigen Vorstellungen abgesetzt und in Deutschland verboten wurde.

Die Musik Der fast 70-jährige Strauss gab sich mit Wonne seinem heiteren Erstling hin. Die schönsten Momente der italienischen Buffa, die unübertroffenen brillanten Ensembles hat er mit einer überbordenden Fülle eigener musikalischer Einfälle und geschickt eingesetzter Fremdzitate verschmolzen. Damit gibt er sowohl den lyrischen Seiten der Figuren – der Liebesgeschichte zwischen Henry und Aminta, den ehrlich gemeinten Gefühlen von Morosus gegenüber Aminta – als auch den buffonesken Zügen innerhalb der Intrige Raum. Unübertroffen der Schlussmonolog des Morosus, der – obwohl ihm eine kräftige Lektion erteilt wurde – seinen Frieden gefunden hat und weltweise verkündet: „Wie schön ist doch die Musik, aber wie schön erst, wenn sie vorbei ist!“

CD-Produktion

Die Produktion wird wiederum vom Label cpo als CD produziert.

Das Regieteam

Frank Beermann (Musikalische Leitung) begann seine berufliche Laufbahn am Staatstheater Darmstadt und am Theater Freiburg. Anschließend wirkte er vier Jahre als Kapellmeister an der Hamburgischen Staatsoper. Gastdirigate führten ihn u. a. an die Staatsoper Unter den Linden in Berlin, die Deutsche Oper Berlin, die Bayerische Staatsoper München, das Teatro Liceu in Barcelona, die Königliche Oper in Stockholm und die Semperoper Dresden. Er arbeitete mit Orchestern wie den Bamberger Symphonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Bruckner Orchester Linz sowie diversen Orchestern der ARD. Seit 2007 ist Frank Beermann Generalmusikdirektor der Theater Chemnitz und Chefdirigent der Robert-Schumann-Philharmonie. Sein ständig waches Interesse an unbekanntem und neuem Repertoire hat zu spannenden CD-Veröffentlichungen bei cpo und Sony Classical geführt. Dafür wurde er u. a. mit dem Echo Klassik 2009 und dem Excellentia Award von Pizzicato, Luxemburg ausgezeichnet und für den ICMA nominiert.

Gerd Heinz (Inszenierung) stammt aus Aachen, studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte und absolvierte eine Ausbildung zum Schauspieler und Regisseur. Nach Engagements an verschiedenen Bühnen ging er 1970 als Schauspieldirektor und Stellvertretender Intendant ans Staatstheater Darmstadt und 1973 als Hausregisseur ans Thalia Theater Hamburg. Als Gastregisseur arbeitete er u. a. am Theater Bonn, am Wiener Burgtheater und am Wiener Volkstheater. Ab 1978 prägte er mehr als zehn Jahre lang, zunächst als Hausregisseur, später als Intendant, das künstlerische Profil des Schauspielhauses Zürich. Danach inszenierte er verstärkt im Musiktheater und war von 1993 – 1997 Leitender Regisseur des Musiktheaters und Mitglied der Operndirektion an den Städtischen Bühnen Freiburg. In den Jahren 1997 – 2008 hatte er eine Professur an der Hochschule für Musik Freiburg inne. Seit 2009 ist er als freier Regisseur für Musiktheater und Schauspiel tätig.

Rudolf Rischer (Bühne) wurde in Wien geboren. Er studierte an der dortigen Akademie der Bildenden Künste, bevor ihn erste Festengagements an die Theater in Kiel, Oldenburg und Darmstadt sowie als Ausstattungsleiter ans Staatstheater Hannover führten. Seitdem ist Rudolf Rischer freiberuflich in Theatern im In- und Ausland tätig, u. a. an den Staatstheatern in Darmstadt, Saarbrücken und Wiesbaden, am Thalia Theater Hamburg, am Schauspiel Leipzig, am Berliner Renaissancetheater, an der Dresdner Semperoper, am Aalto Theater Essen sowie an der Wiener Volksoper, am Akademietheater und am Theater in der Josefstadt. Zudem arbeitete er für Häuser wie das Schauspielhaus Zürich, das Teatro Real Madrid und das Théâtre de l’Opéra-Comique in Paris.

Kersten Paulsen (Kostüme) wurde in Husum geboren und studierte bei Professor Peter Nagel an der Muthesiushochschule in Kiel. Danach arbeitete sie zunächst als freie Malerin und Bühnenbildnerin. Ihre Werke waren in zahlreichen Ausstellungen zu sehen. 2008 erhielt sie den 1. Preis des Entwurfswettbewerbs „Blühendes Barock“, Ludwigsburg. Seit 1997 ist sie Ausstattungsleiterin am Wilhelma Theater Stuttgart.

Die Gastsolisten

Franz Hawlata (Sir Morosus) wurde in Eichstätt / Bayern geboren. Er studierte dort Musikwissenschaft, bevor er 1983 zum Gesangsstudium an die Musikhochschule München ging. Bereits 1986 gab er sein Bühnendebüt am Gärtnerplatztheater. Nach einigen Jahren in München, Coburg und an der Komischen Oper Berlin begann 1992 seine internationale Karriere mit Gastspielen in Lyon, Pretoria, Cardiff und San Francisco. 1994 wurde Franz Hawlata an die Wiener Staatsoper verpflichtet und hat dort bisher in mehr als 200 Aufführungen Partien wie Ochs, Morosus, Rocco, Kaspar, Osmin, Figaro, Sarastro, Wozzeck, Daland und Pogner gesungen. Er gastierte mehrfach an der Metropolitan Opera, an der Opéra Bastille Paris sowie am Royal Opera House in London. Regelmäßige Gastspiele führten ihn außerdem nach München, Berlin, Essen, Brüssel, Barcelona, Florenz, Turin, Genua, New York, Chicago, San Diego, Tokyo und zu den Salzburger Festspielen. Bei den Bayreuther Festspielen debütierte er 2007 als Hans Sachs.

Bernhard Berchtold (Henry Morosus) studierte am Mozarteum in Salzburg bei Horiana Branisteanu und Hartmut Höll. Von 2003 bis 2011 war er am Badischen Staatstheater Karlsruhe engagiert, von wo aus er u. a. an der Mailänder Scala, an der Bayerischen Staatsoper München, am Theater an der Wien, am Teatro Comunale Bologna, am Teatro Verdi Triest, am Teatro Carlo Felice Genua sowie bei den Salzburger Festspielen gastierte. Vor allem die Opernpartien Mozarts, Oratorien und das Lied prägen das künstlerische Schaffen von Bernhard Berchtold. Den Abschluss seiner dreijährigen Residenz beim Klavierfestival Ruhr bilden die CD-Veröffentlichungen von Schuberts „Winterreise“, dem „Schwanengesang“ und der „Schönen Müllerin“. In Chemnitz war er bereits als Lord Artur in Nicolais „Die Heimkehr des Verbannten“ zu erleben.

Julia Bauer (Aminta) hat sich im Koloraturfach wie auch als Interpretin neuer Musik einen Namen gemacht. Engagements führten sie u. a. an die Opernhäuser von Leipzig, Dresden, Essen, Berlin, Wien oder Tokyo sowie zu renommierten Festivals im In- und Ausland. Mit der Partie der Sierva Maria in der Oper „Love and Other Demons“ von Peter Eötvös an der Oper Chemnitz löste sie 2009 Begeisterungsstürme in den deutschen Feuilletons aus. In der vergangenen Saison begeisterte sie besonders bei ihrem Debüt als Lulu am Aalto-Theater Essen, als Aminta in der „Schweigsamen Frau“ am Teatro Maetranza in Sevilla und als Leonore in Nicolais Oper „Die Heimkehr des Verbannten“ an der Oper Chemnitz. Hier ist sie seit vergangener Spielzeit auch als Königin der Nacht zu erleben. Im Konzertfach reicht ihr Repertoire von Liederabenden über Mozarts Konzertarien bis hin zu Orchesterliedern von Berg, Mahler und Strauss.

Chemnitz, Theater Chemnitz, BALLETPREMIERE Bilder einer Ausstellung, 31.03.2012

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Theater Chemnitz

Ballettpremiere “Bilder einer Ausstellung”

Zweiteiliger Tanzabend von Catherine Habasque und Natalia Horecna
Musik von Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms, Terry Riley u. a.

Premiere: 31. März 2012, 19.30 Uhr im Opernhaus Chemnitz

Choreografie und Inszenierung: Catherine Habasque und Natalia Horecna
Bühne: Natalia Horecna
Kostüme: Aviad Arik Herman / Natalia Horecna

Es tanzt das Ballett Chemnitz

Der Tanzabend

Der Tanzabend bringt Choreografien von zwei Künstlerinnen zusammen, die sich – ganz unabhängig voneinander – von Bildern anregen ließen: Catherine Habasque und Natalia Horecna.

Catherine Habasque fand ihre Inspiration in den Kunstsammlungen Chemnitz: Dort hängt in der Romantik-Sammlung das Gemälde „Familienbild Justizrat Dr. Emmrich“ aus dem Jahr 1849 von Friedrich Gottlob Schreiber. Der Justizrat sitzt mit seiner gesamten Familie Porträt. Eine seiner Töchter fiel der Choreografin besonders auf – eine Jugendliche, die zu spüren scheint: Die Kindheit ist vorbei, es steht eine Zeit von Veränderungen, Kämpfen und neuen Gefühlen bevor. Für diese Zukunftsahnungen fand Catherine Habasque eine bewegende Tanzsprache zur Musik von J. S. Bachs „Ciaccona“ und den ersten beiden Sätzen von Johannes Brahms‘ 1. Sextett.

Auch Natalia Horecna geht gern ins Museum; sie begeistert sich vor allem für die Malerei von Francis Bacon. Angelehnt an dessen „Schwarze Triptychen“ nennt sie ihr dreiteiliges Tanzstück „Gloomy Triptich on Pink“. Sie hinterfragt Momente im Leben, in denen alles rosig erscheint, und weist darauf hin, dass Rosa sich zu Tiefschwarz wandeln kann. Sie sucht nach Momenten der Entscheidung im Leben, die neue Wege öffnen, nach den ständigen Kämpfen zwischen Herz und Verstand, Verwirrungen, Zweifel und Fragen.

Musik des 20 Jahrhunderts liefert ihr die Basis für Bewegungen mit ständig wechselnden Energieflüssen, für skurrile Komik und tiefer Abgründigkeit.

Die Choreografinnen

Catherine Habasque stammt aus Paris. Sie wurde von renommierten Ballettlehrern wie Gilbert Mayer und Raymond Franchetti unterrichtet. Als Solo-Tänzerin hat sie mit Jean-Louis Barrault, Maurice Béjart, Nacho Duato, Jiri Kylian, Mats Ek, William Forsythe und anderen gearbeitet. Zahlreiche Rollen wurden für sie kreiert, die sie in den größten Theatern der Welt getanzt hat (Opera de Paris, Lincoln Center New York, Bellas Artes Mexico, Staatsoper Berlin, Teatro Real Madrid). In der Saison 2006/2007 wurde sie in der Deutschen Kritikerumfrage als „Beste Tänzerin des Jahres” nominiert. Seit 2002 ist sie auch als Choreografin tätig, seit 2007 selbständig. Unter den Namen „L’Experience” produziert sie eigene Tanzprojekte. In Chemnitz choreografierte Catherine Habasque die Tanzszenen in Händels Oper „Alcina“ zu Beginn der Spielzeit 2010/2011.

Natalia Horecna erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium im Brastislava und an der Schule des Hamburg Ballett. Von 1994 – 2003 war sie als Tänzerin beim Hamburg Ballett engagiert, wo sie zur Solistin avancierte. Für drei Jahre wechselte sie zum Scapino Ballet in Rotterdam, bevor sie 2006 zum „Nederlands Dans Theater“ ging. Ihr choreografisches Talent fiel während des renommierten Choreografie-Workshops „Switch“ auf. Seit 2007 fertigt sie regelmäßig eigene Choreografien für das „Nederlands Dans Theater“ an. Auch für das Nationaltheater im slowakischen Kosice hat sie bereits choreografiert. Nach Chemnitz kommt Natalia Horecna zum ersten Mal.

Chemnitz, Die Theater Chemnitz, Oktoberkonzerten der Robert-Schumann-Philharmonie

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Theater Chemnitz

 Oktoberkonzerten der Robert-Schumann-Philharmonie

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Konzert in der Kreuzkirche

8. Oktober 2011, 19.30 Uhr in der Kreuzkirche Chemnitz

Arthur Honegger
“Totentanz”
Oratorium für Soli, Chor und Orchester

Francis Poulenc
Gloria

Solisten: Jana Reiner, Sopran / Britta Schwarz, Alt / Matthias Weichert, Bariton
Kantorei der Kreuzkirche Chemnitz
Dirigent: Steffen Walther
Robert-Schumann-Philharmonie

Das Jahr 2011 steht ganz im Zeichen von Otto Dix. Mit verschiedensten Veranstaltungen, von Sonderausstellungen, Konzerten, Ballettaufführungen, Vorträgen über Symposien bis hin zu Workshops, feiert die Stadt Chemnitz den 120. Geburtstag des Künstlers der klassischen Moderne.

Ein Teil des Programms “Otto Dix in Chemnitz” ist das Konzert am 8. Oktober 2011 in der Kreuzkirche, einer Zusammenarbeit von Museum Gunzenhauser der Kunstsammlungen Chemnitz, Kreuzkirche und Theater Chemnitz. Hier wird das Schaffen von Otto Dix mit einer Komposition des kongenialen Franzosen Arthur Honegger (1892 – 1955) gespiegelt. Mit seinem “Totentanz” schuf der Komponist ein überwältigendes Tongemälde. Gleichermaßen französischer Herkunft ist die zweite chorsinfonische Komposition des Konzertabends, “Gloria” von Francis Poulenc (1899 – 1963), ein Werk voller Freude und Lebendigkeit, das durch seine rhythmischen und harmonischen Besonderheiten begeistert.

 

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2. Sinfoniekonzert
12. / 13. Oktober, 20.00 Uhr in der Stadthalle Chemnitz

Uraufführung
Torsten Rasch
Wouivres – Four pieces for orchestra

Peter Tschaikowsky
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23

Claude Debussy
“Images” für Orchester

Solist: Bernd Glemser, Klavier
Dirigent: Frank Beermann
Robert-Schumann-Philharmonie

Das 2. Sinfoniekonzert der Robert-Schumann-Philharmonie präsentiert das wohl berühmteste Klavierkonzert aller Zeiten, das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23 von Peter Tschaikowsky (1840 – 1893). Kaum einer, der den kraftvollen Beginn und das eingängige Thema nicht kennt. Dabei sah es für Tschaikowsky zu Beginn gar nicht nach einem Erfolg aus. Als er das Konzert Weihnachten 1874 dem Pianisten Nikolai Rubinstein vorstellte, dem er es auch widmen wollte, stieß er auf pure Ablehnung. Das Werk sei unspielbar und so schlecht, dass sich eine Revision kaum lohne. Tschaikowsky wählte daraufhin als Widmungsträger kurzerhand Hans von Bülow, der das Konzert im Oktober 1875 in Boston als Pianist uraufführte. Europäischen Erfolg brachte erst die Aufführung anlässlich der Pariser Weltausstellung 1878 – der Interpret war kurioserweise ausgerechnet Nikolai Rubinstein, der seine Meinung zum Stück inzwischen revidiert hatte.

Den Auftakt des Sinfoniekonzertes bildet eine Komposition des gebürtigen Dresdners Torsten Rasch (geb. 1965): Wouivres, eine Auftragsarbeit für das London Philharmonic Orchestra und Kurt Masur aus dem Jahr 2006. Aufgrund gesundheitlicher Probleme musste Kurt Masur die geplante Uraufführung jedoch seinerzeit absagen. Diese findet nun am 12. Oktober 2011 in Chemnitz statt. Torsten Rasch schreibt über den Titel: “Wouivre ist ein Wort der keltischen Sprache mit vier (möglicherweise auch mehr) Bedeutungen: 1. eine gleitende Schlange, 2. ein Fluss, der sich durch die Landschaft windet, 3. ein magnetischer ‘Erdstrom‘, der Land und Menschen befruchtet sowie 4. Ströme, die als kosmisch oder magnetisch bezeichnet werden und allumfassend sind.”
Torsten Rasch startete 1990 im Alter von 25 Jahren eine Karriere als Komponist von Fernseh- und Filmmusiken in Japan. Hierzulande sorgte er 2003 für Aufsehen mit dem Liederzyklus Mein Herz brennt, basierend auf Texten der Metal-Band “Rammstein”. Dieses Auftragswerk der Dresdner Sinfoniker wurde 2003 mit dem Bass René Pape und der Schauspielerin Katharina Thalbach unter der Leitung von John Carewe uraufgeführt. Die dazugehörige CD bekam den Echo Klassik 2004 als beste Weltersteinspielung. In den folgenden Jahren assistierte Torsten Rasch den Pet Shop Boys bei ihrem Soundtrack zu Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin. Seine erste Oper, Rotter, wurde 2008 in Köln uraufgeführt. Die English National Opera gab ein weiteres Bühnenwerk in Auftrag, eine Bearbeitung von John Websters Drama The Duchess of Malfi. Die Uraufführung dieser Oper fand 2010 in London statt.

Die Uraufführung der inzwischen meistgespielten Komposition von Claude Debussy (1862 – 1918), La Mer, sorgte 1905 in Paris für Irritationen beim Publikum, vermisste man doch das durch den Titel suggerierte, aber letztendlich nicht vorhandene tonmalerische Meeresrauschen. Als fünf Jahre später Ibéria, ein Teil seiner später dreiteiligen Images für Orchester, uraufgeführt wurde, wollte man Debussy plötzlich an La Mer messen und war enttäuscht, dass er sich schon wieder stilistisch weiterentwickelt hatte. Inzwischen hat es Ibéria in die Konzertsäle der Welt geschafft, aber selten genug erklingen alles drei Images (“Bilder”) gemeinsam. Der erste Teil, Gigues, entführt den Zuhörer mit Dudelsackanklängen in die Weite einer schottischen Landschaft. Ibéria ist Debussys Reverenz an ein Land, das er nie selbst gesehen hat: In drei Sätzen entstehen verschiedene Bilder eines imaginären Spanien. Rondes de Printemps, der dritte Teil, vermittelt ein Bild des aufbrechenden Frühlings in französischen Landen.

Bernd Glemser studierte in Freiburg bei dem russischen Pianisten und Musikpädagogen Vitalji Margulis. Schon in dieser Zeit ließ er die Musikwelt aufhorchen, indem er 17 internationale Musikwettbewerbe (Cortot, Rubinstein, Busoni u. a.) in Folge gewann. Noch bevor er sein Studium beendet hatte, berief ihn 1989 die Hochschule für Musik Saar zum damals jüngsten Klavierprofessor Deutschlands. Seit 1996 ist er Professor für Klavier an der Hochschule für Musik Würzburg. Mit einer außergewöhnlichen Bandbreite des Repertoires zählt Bernd Glemser inzwischen zur internationalen Pianistenelite. Konzerteinladungen führten ihn durch ganz Europa sowie in die USA, nach Kanada, Südamerika, Japan, China, Australien und nach Neuseeland. Seine insgesamt mehr als dreißig CD-Aufnahmen erhielten fast ausnahmslos Auszeichnungen durch die Fachpresse.

Liveübertragung durch Deutschlandradio Kultur
Rundfunk-Liveübertragungen sind in Chemnitz inzwischen zu einer schönen Tradition geworden. Nach den letzten Opern-Aufnahmen “Benzin” und “Die Heimkehr des Verbannten” gibt es nun wieder einen Konzert-Livesendung. Deutschlandradio Kultur überträgt das Konzert am 13. Oktober 2011 auf der Frequenz 106,3 MHz.

Philharmoniker-Stammtisch
Für die Konzertbesucher des Mittwochs-Sinfoniekonzerts gibt es im Anschluss die Möglichkeit, den Abend in Tillmann’s Restaurant gemeinsam mit Musikern der Philharmonie ausklingen zu lassen.

 

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1. Kammermusikabend
23. Oktober 2011, 19.30 Uhr im Opernhaus Chemnitz, Rangfoyer

Malcolm Arnold
Quintett for Brass

Jacques Ibert
Trois pièces brèves

Anton Reicha
Quintett D-Dur op. 91 Nr. 3

Joseph Horovitz
Music Hall Suite

Jan Koetsier
Kinderzirkus op. 79 b

Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie

Am Beginn des 1. Kammermusikabends steht ein Werk des Engländers Malcolm Arnold (1921 – 2006), der seine musikalische Laufbahn als Trompeter im London Philharmonic Orchestra begann, sich aber schon Ende der 1940er Jahre vorrangig dem Komponieren zuwandte und u. a. eine ganze Reihe von Filmmusik schrieb, wofür er auch einen “Oscar” erhielt. Sein Quintett für Blechbläser wurde 1964 in London uraufgeführt.

Joseph Horovitz (geb. 1926) emigrierte Ende der 1930er Jahre aus Wien nach London. Dort studierte er Musik, ging zur Erweiterung seiner Studien zu Nadia Boulanger nach Paris und lehrte dann Komposition am Royal College of Music in London. In seiner Music Hall Suite für zwei Trompeten, Horn, Posaune und Tuba aus dem Jahr 1964 beschreibt er musikalisch die verschiedenen Facetten eines Varietés.

Für die gleiche Besetzung schrieb Jan Koetsier (1911 – 2006) sein Quintett Kinderzirkus, das 1988 uraufgeführt wurde. Neun zum Teil sehr kurze Sätze laden die Zuhörer zu einer Reise in die Welt der Zirkusattraktionen ein. Dabei dürfen weder Seiltänzerin, noch Jongleur, noch Tanzbär und erst recht nicht der Clown fehlen.

Die ursprünglich geplante Aufführung des Hornquartetts von Kerry Turner muss wegen Erkrankung eines Musikers leider entfallen. Stattdessen erklingen zwei Bläserquintette in der Besetzung Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Horn: Trois pièces brèves (Drei kurze Stücke) – ein virtuoses Werk des Franzosen Jacques Ibert (1890 – 1962) aus dem Jahr 1930 – sowie ein Bläserquintett des böhmischen Flötisten Anton Reicha (1770 – 1836), der nicht nur durch sein exzellentes Instrumentalspiel bekannt geworden ist, sondern später am berühmten Pariser Konservatorium auch als erfolgreicher Kompositionslehrer (u. a. von Hector Berlioz, Franz Liszt, Charles Gounod und César Franck) wirkte.

Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere Die Zauberflöte 2.10.2011

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Theater Chemnitz

Die Zauberflöte

Oper von Emanuel Schikaneder
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart

Premiere: Sonntag, 2. Oktober 2011, 18.00 Uhr im Opernhaus Chemnitz

Musikalische Leitung: Frank Beermann
Inszenierung: Dominik Wilgenbus
Bühne: Udo Vollmer
Kostüme: Andrea Fisser

Besetzung: Kouta Räsänen (Sarastro), André Riemer (Tamino), Martin Gäbler (Sprecher / 3. Priester), Peter Heber (1. Priester), Stephan Hönig (2. Priester), Julia Bauer (Königin der Nacht), Guibee Yang (Pamina), Johanna Stojkovic (1. Dame), Tiina Penttinen (2. Dame), Kathleen Glose (3. Dame), N. N.*/ Josephine Brüning (1. Knabe), N. N.*/ Julia Böhme
(2. Knabe), N. N.*/ Sarah Kaulbarsch (3. Knabe), Susanne Thielemann (Papagena), Andreas Kindschuh (Papageno), Tommaso Randazzo (Monostatos), Edward Randall (1. Geharnischter), Thomas Mäthger (2. Geharnischter)
(* Dresdner Kapellknaben)

 

Stück und Inszenierung

Prinz Tamino gerät in ein Abenteuer, in welchem er u. a. einer Schlange, einem Vogelfänger, einer Königin, einem mächtigen Herrscher, drei Damen, drei Knaben, drei Priestern und dem Bildnis einer schönen Prinzessin namens Pamina begegnet. Als er erfährt, dass sie gefangen gehalten wird, beschließt er, sie zu befreien. Dabei muss er lernen, dass gut nicht immer gut und böse nicht zwangsläufig böse sein muss und dass die echte Liebe jede noch so schwere Prüfung im Leben bestehen kann.

Mozart schrieb die “Zauberflöte” in seinem letzten Lebensjahr. Im Juni ist in einem Brief an seine Frau Constanze zu lesen: “Aus lauter langer Weile habe ich heute von der Oper eine Arie componirt” – und schließt den Brief: “… und sage in Gedanken mit Dir: Tod und Verzweiflung war sein Lohn!-” Im Juli war die Oper weitgehend fertiggestellt, doch zunächst beschäftigte sich Mozart mit der Opera seria “La clemenza di Tito”. Erst nach deren Beendigung im August wandte er sich wieder der “Zauberflöte” zu, die schon am 30. September 1791 im Freihaustheater auf der Wieden unter Mozarts Leitung uraufgeführt wurde. Die Szenerie lebte von der herrschenden Freude am Anschaulichen und der Vorliebe für maschinelle Überraschungseffekte.
In einem seiner berühmtesten Briefe schrieb Mozart selbst über diesen Abend: “Eben komme ich von der Oper – Sie war eben so voll wie allzeit. – das Duetto Mann und Weib etc.: und das Glöckchen Spiel im ersten Ackt wurde wie gewöhnlich wiederhollet – auch im 2:t Ackt der knaben Terzett – was mich aber am meisten freuet, ist, der Stille beifall! – man sieht recht wie sehr und immer mehr diese Oper steigt.”

Regisseur Dominik Wilgenbus ist den Chemnitzer Opernfreunden durch seine Inszenierungen von Antonín Dvo?áks “Rušalka” und Georg Friedrich Händels “Alcina” bekannt. “Die Zauberflöte” bringt er wieder gemeinsam mit dem Bühnenbildner Udo Vollmer und der Ausstatterin Andrea Fisser auf die Bühne. Wilgenbus hebt den märchenhaften Aspekt der Oper besonders hervor und erzählt eine Geschichte für die ganze Familie.

 

Regie und Hauptpartien

Dominik Wilgenbus (Inszenierung)
studierte von 1987 – 1991 Theaterregie bei Prof. August Everding in München. Seitdem ist er als Regisseur im Musik- und Sprechtheater, als Autor, Übersetzer, Schauspieler und Komponist freischaffend tätig. Seine Regietätigkeit im Musiktheater führte ihn u. a. nach München ans Gärtnerplatztheater, an die Wiener Volksoper, nach Dortmund, Klagenfurt und Leipzig. In Chemnitz inszenierte er bereits “Rusalka” und “Alcina”, für den Münchner Barocksommer Händels “Orlando” sowie für den J:opera Festivalsommer zum Haydn-Jubiläum 2009 dessen “Welt auf dem Mond”. Er gehört zu den Gründern des Metropol-Theaters München und der Kammeroper München. Seit 2004 ist er Dozent an der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg.

André Riemer (Tamino)
wurde in Leipzig geboren und studierte an der dortigen Musikhochschule Gesang. Anschließend erhielt er ein Engagement in Annaberg. Gastverträge führten ihn u. a. nach Eisenach, Erfurt und Halle. Seit dem Jahr 2000 ist er in Chemnitz engagiert und sang hier u. a. Pedrillo, Ferrando, Graf Almaviva, Steuermann, Isacco di York (“Il Templario”), Moormann (“Rose vom Liebesgarten”), Flipke (“Der Schmied von Gent”), Arlecchino und Lampwick (“Pinocchios Abenteuer”), Abrenuncio (“Love and Other Demons”), Johnny Zuweger (“FMA”) sowie Marius (“Les Misérables”).

Julia Bauer (Königin der Nacht)
war nach ihrem Gesangsstudium von 1999 – 2004 am Staatstheater Cottbus engagiert und sang u. a. Gilda, Eliza Doolittle und Oscar. Seitdem ist sie freischaffend tätig. Engagements führten sie u. a. an das New National Theatre Tokyo, zum Oregon Bach Festival in Eugen/USA, an die Volksoper Wien, an das Brucknerhaus in Linz, zu den Seefestspielen Mörbisch, an das Landestheater Innsbruck, an die Semperoper Dresden, die Staatsoper Hannover, die Oper Leipzig sowie die Staatsoper Unter den Linden Berlin. In Chemnitz löste sie 2009 als Sierva Maria in der deutschen Erstaufführung der Oper “Love and Other Demons” von Peter Eötvös Begeisterungsstürme aus. In der vergangenen Saison begeisterte sie besonders bei ihrem Debüt als Lulu am Aalto-Theater in Essen und als Aminta in der “Schweigsamen Frau” von Richard Strauss am Teatro Maetranza in Sevilla.

Guibee Yang (Pamina)
beendete im Juni 2010 ihr Studium an der Hochschule für Musik und Theater in München. Sie war mehrfach am Münchner Prinzregententheater zu hören, unter anderem als Rose (“Dornröschen”/Humperdinck), als Fairy Queen (Purcell) und als Rezia (“Die Pilger von Mekka”/Gluck). In ihrer südkoreanischen Heimat trat sie zuvor bereits u. a. als Susanna (“Le Nozze di Figaro”) und Rosina (“Il barbiere di Siviglia”) auf. Guibee Yang arbeitete u. a. mit Orchestern wie dem WDR Sinfonieorchester und dem Münchner Kammerorchester. Sie ist Preisträgerin zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe. Seit der Spielzeit 2010/2011 gehört sie fest zum Ensemble der Oper Chemnitz und sang hier die Morgana in Händels Oper “Alcina” und die Gilda im “Rigoletto”.

Andreas Kindschuh (Papageno)
studierte in Weimar und Halle. Seit 1996 führten ihn Gastengagements (Oper, Operette, Musical) an diverse thüringische Theater, an die Komische Oper Berlin und an die Oper Chemnitz. Mit Erfolg gastierte Andreas Kindschuh bereits in zahlreichen europäischen Ländern und in den USA. Seit der Spielzeit 2002/2003 ist festes Ensemblemitglied der Oper Chemnitz. In der vergangenen Spielzeit war er u. a. als Figaro im “Barbier von Sevilla”, Freidank in Rezniceks “Benzin” und als Motel in “Anatevka” zu sehen.

Kouta Räsänen (Sarastro)
stammt aus Finnland und studierte Gesang in Helsinki und Florenz. Er sang bereits an der Finnischen Nationaloper sowie an anderen finnischen Opernhäusern wichtige Partien. Außerdem gestaltete er Konzerte mit zahlreichen Orchestern in Finnland sowie Liederabende weltweit. Seit Beginn der Spielzeit 2006/2007 ist Kouta Räsänen festes Ensemblemitglied der Oper Chemnitz und war hier u. a. als Basilio (“Barbier von Sevilla”), Waffenmeister und Nacht-Wunderer in Pfitzners “Die Rose vom Liebesgarten”, Cedrico il Sassone in Nicolais “Il Templario”, Petrus in Schrekers “Der Schmied von Gent”, in mehreren Rollen in der deutschsprachigen Erstaufführung von Jonathan Doves “Pinocchios Abenteuer”, als Thunderbolt in Rezniceks “Benzin” und Richard in Nicolais “Heimkehr des Verbannten” zu sehen.

Chemnitz, Theater Chemnitz, 1. Sinfoniekonzert, 14. und 15.09.2011

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Theater Chemnitz

1. Sinfoniekonzert

Robert Schumann
Ouvertüre. Scherzo und Finale E-Dur op. 52

Franz Liszt
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 Es-Dur

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 4 G-Dur nach Texten aus “Des Knaben Wunderhorn”

Solisten:
Julia Bauer, Sopran
Fabio Bidini, Klavier

Dirigent: Frank Beermann

Robert Schumann hatte Feuer gefangen: Im Frühjahr 184+1, kurz nach der erfolgreichen Uraufführung seiner 1. Sinfonie – seinem ersten großen Orchesterwerk -, begann er mit einem neuen Orchesterstück. Zu einem Umfang von drei Sätzen hatte er sich entschlossen – allerdings nicht zu einem Titel. Zwischendurch nannte er die drei Sätze “Sinfonietta” oder “Suite”. Zu einer Sinfonie wollte er das Werk jedoch nicht ausbauen, da ihn die Eigenständigkeit der drei Sätze reizte.
Die Robert-Schumann-Sinfonie ehrt dieses weniger bekannte Werk – nicht nur in diesem Sinfoniekonzert, sondern mit einer eigenen CD-Produktion: Es wird mit den weiteren “unbekannten Schumann-Werken” im Lauf dieser Saison eingespielt.

Gustav Mahler wusste 1899 sehr wohl, dass aus einem bereits fertigen, einzelnen Satz eine geschlossene Sinfonie werden sollte – nur sah er sich vor die Herausforderung gestellt, diese Sinfonie von hinten nach vorne zu komponieren: Er hatte einen Finalsatz geschrieben, der ursprünglich als letzter Satz der 3. Sinfonie dienen sollte. Davon kam er jedoch ab und ließ den Satz für eine zukünftige, neue Sinfonie liegen. Da der Satz bereits als Schluss konzipiert war, mussten jetzt ein Anfang und ein passender Weg in dieses Ziel gefunden werden. Das Ergebnis war die 4. Sinfonie, die im November 1901 uraufgeführt wurde.

Franz Liszt interessierte sich schon in den 1830er Jahren für musikalische Formen und war fasziniert von der neuen Idee, mehrere Sätze nicht nur thematisch zu verbinden, sondern von vornherein nur einen einzigen, vielgestaltigen Satz zu schreiben. Obwohl er mit dieser Form experimentierte, besteht sein 1. Klavierkonzert – fast traditionell – aus drei Sätzen.

Julia Bauer schloss ihr Gesangsstudium an der UdK Berlin bei Prof. Ute Niss mit Auszeichnung ab. Sie wurde Meisterschülerin von Dietrich Fischer-Dieskau und vervollkommnete sich u. a. bei Edda Moser. Aktuell arbeitet sie mit Prof. Ingrid Figur. Engagements führten Julia Bauer u. a. an die Volksoper Wien und zu den Seefestspielen Mörbisch, ans Landestheater Innsbruck sowie zum Oregon Bach Festival in Eugen/USA, an die Semperoper in Dresden, die Oper Leipzig, die Staatsoper unter den Linden in Berlin, außerdem nach Spanien, Japan Kanada sowie nach Südamerika und Südafrika. Auch als Konzert- und Liedinterpretin ist Julia Bauer gefragt und ausgezeichnet (Beste Liedinterpretation beim Young Concert Artist Wettbewerb in Leipzig). In Chemnitz sang sie bereits die Partie der Sierva Maria in der Deutschen Erstaufführung der Eötvös-Oper “Love and Other Demons”, die Musetta in “La Bohème” und die Leonore in der “Heimkehr des Verbannten” von Otto Nicolai.

Fabio Bidini zählte zu den jüngsten Absolventen des Conservatorio Santa Cecilia in Rom. 1992 debütierte er mit dem London Symphony Orchestra unter Michael Tilson Thomas und kurz darauf in den USA mit dem Atlanta Symphony Orchestra unter Joel Levi. Seitdem konzertiert er regelmäßig mit den Spitzenorchestern Europas und der USA, ist Gast internationaler Festspiele und gastiert in den berühmten Konzertsälen der Welt. Bidini unterrichtet seit fast 20 Jahren und wird als Dozent regelmäßig zu zahlreichen internationalen Meisterkursen eingeladen. 2000 bis 2005 hatte er eine Professur als Artist in Residence an der University of Texas at Arlington (UTA) in Dallas inne, seit dem Sommer 2007 leitet Fabio Bidini regelmäßig Meisterkurse für Klavier an der Internationalen Sommerakademie der Nordwestdeutschen Philharmonie. 2005 bis 2009 lehrte Fabio Bidini als Professor für Klavier an der Universität der Künste Berlin. Zum Sommersemester 2009 wurde er in gleicher Position an die Hochschule für Musik “Hanns Eisler” Berlin berufen.

Chemnitz, Theater Chemnitz, Konzerten in Juni 2011

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Theater Chemnitz

Konzerten in Juni 2011

 4. Sonntagskonzert: 5. Juni 2011, 10.30 Uhr im Opernhaus Chemnitz

Wunschkonzert -
Werke aus dem sinfonischen Repertoire

Dirigent: Reinhard Petersen
Robert-Schumann-Philharmonie

Mit Werken aus dem sinfonischen Repertoire wird die Reihe der Wunschkonzerte im Rahmen der Sonntagskonzerte der Robert-Schumann-Philharmonie am 5. Juni im Opernhaus Chemnitz fortgesetzt. Das Programm, das diesmal vom 1. Kapellmeister Reinhard Petersen präsentiert wird, bleibt bis zum Konzert noch ein Geheimnis – Dirigent und Musiker wollen die Neugier der Besucher noch ein wenig beflügeln, um sie dann mit einem bunten Strauß schönster Melodien zu überraschen. Verraten seien aber schon zwei der meistgewünschten Titel: Tschaikowskys Blumenwalzer aus der Nussknacker-Suite und Rezniceks Ouvertüre zur Oper “Donna Diana”, deren Thema lange Zeit das ZDF-Musik-Quiz “Erkennen Sie die Melodie?” eröffnete.

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6. Kammermusikabend: 12. Juni 2011, 19.30 Uhr im Opernhaus Chemnitz / Rangfoyer

Andy Pape
“CaDance 4 2″
Duo für Percussion

Erich Wolfgang Korngold
Klaviertrio D-Dur op. 1

Johannes Brahms
Klavierquartett Nr. 1 g-Moll op. 25

Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie
Tom Bitterlich, Klavier
Hiroto Saigusa, Klavier

Das Werk des dänischen Komponisten Andy Pape (geb. 1955) ist von zahlreichen Einflüssen aus Jazz- und Rockmusik sowie von Tendenzen der Neuen Musik und theatralischen Effekten durchzogen. Anlässlich einer Feier, bei der die Bevölkerung den Kopenhagener Stadtteil Islands Brygge zur atomwaffenfreien Zone erklärte, komponierte er sein Percussion-Duo mit dem absichtlich falsch geschriebenen Titel “CaDance”. Beide Schlagzeuger spielen darin genau fixierte, ungleich lange Phrasen mit verschiedenen Taktangaben und überlassen es dem Gefühl des Zuhörers, den “richtigen” Takt herauszuhören …
“Es ist Jugend in all ihrer Not, ihren überschwänglichen Seligkeiten, ihren Enttäuschungen, ihrer Liebeserwartung und ihrer mutigen, durch nichts ganz zu verwirrenden Lebenskraft.” So beschrieb Richard Specht das erste Klavierquartett des 22-jährigen Johannes Brahms (1833 – 1897) – ein komplexes, einfallsreiches Werk voller Emotionen.
Gleichsam eindrucksvoll präsentiert sich das Klaviertrio Erich Wolfgang Korngolds (1897 – 1957). Klangstark, lebendig und nuanciert katapultierte dieses Werk den 13-jährigen Tonschöpfer bereits in die Liga der führenden Komponisten seiner Zeit und sicherte ihm den Ruhm eines gefragten “Wunderkindes”.

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10. Sinfoniekonzert: 22. / 23. Juni 2011, 20.00 Uhr in der Stadthalle Chemnitz

Eintritt für Kinder und Enkel (bis 18 J.) frei

Richard Strauss
“Vier letzte Lieder” für Sopran und Orchester

Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 7 E-Dur

Solistin: Christiane Oelze, Sopran
Dirigent: Frank Beermann
Robert-Schumann-Philharmonie

Richard Strauss (1864 – 1949) verstand seine “Vier letzten Lieder” als Huldigung an seine Gattin Pauline de Ahna, eine der größten Sängerinnen der Zeit. Noch einmal zog der 84-Jährige in dieser letzten vollendeten Komposition nach Gedichten von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff alle Register seines Könnens. In diesem Sinfoniekonzert interpretiert die gefragte Lied-, Konzert- und Opernsängerin Christane Oelze diese wunderbare Strauss-Komposition.
Den Schlusspunkt der Konzertsaison setzt die Robert-Schumann-Philharmonie unter der Leitung von Frank Beermann mit der 7. Sinfonie von Anton Bruckner (1824 – 1896), die seinerzeit dafür sorgte, dass dem Komponisten endlich der Durchbruch als Sinfoniker gelang. Von der Uraufführung berichtete Bruckner selbst, dass “zum Schluss eine ¼ Stunde applaudiert wurde”, eine Situation, die er offensichtlich nicht kannte, hatten doch bei Aufführungen früherer Sinfonien die Zuschauer scharenweise den Saal verlassen.

Nach dem Chemnitzer Konzert ist die Philharmonie eingeladen, dieses Werk auch beim Musiksommer im Kloster Chorin aufzuführen.

Christiane Oelze hat sich als Interpretin von prominenten Opernrollen, anspruchsvollem Lied- und Konzertrepertoire wie auch von geistlichen Werken international höchstes Ansehen erworben. Sie singt in renommierten Opern- und Konzerthäusern in Europa, den USA und Japan und arbeitete mit berühmten Orchestern und Dirigenten zusammen. Im Opernfach profilierte sich Christiane Oelze als Sänger-Darstellerin insbesondere in Mozartpartien, wie Pamina, Susanna, Gräfin und Ilia, aber auch als Mélisande in Debussys Oper “Pelléas et Mélisande”, Sophie im “Rosenkavalier” sowie in Rollen der klassischen Moderne wie etwa Regina in “Mathis der Maler” und Anne Trulove in “The Rake’s Progress”. Daneben hat sie sich dem Aufbau eines anspruchsvollen und vielseitigen Liedrepertoires gewidmet. Viele ihrer Liedaufnahmen ernteten großes Lob in der Fachpresse, darunter Lieder von Anton Webern, Goethe-Vertonungen und nicht zuletzt “Verbotene Lieder” der Exilkomponisten Ullmann, Korngold und Weill.

Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere Viva la Mamma! 11.6.2011

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Theater Chemnitz

Viva la Mamma!  Oper von Gaetano Donizetti

Premiere: 11. Juni 2011, 20.00 Uhr,

Der erfolgreichen Drehbühnen-Premiere des “Barbier von Sevilla” lässt Michael Heinicke  nun dieses Kabinettstück der italienischen Oper folgen, welches dem Publikum einmal mehr Gelegenheit geben wird, das szenische Geschehen hautnah mitzuerleben.

Premiere: 11. Juni 2011, 20.00 Uhr, Opernhaus Chemnitz / Drehbühne

Die nächsten Vorstellungen sind am 15., 27. und 30. Juni 2011, jeweils 20.00 Uhr

Musikalische Leitung: Anja Bihlmaier
Inszenierung: Michael Heinicke
Bühne und Kostüme: Peter Sykora

Es singen: Martin Gäbler (Mamma Ágata Toro), Matthias Winter (Der Direktor), Judith Kuhn (Brünnhilde W.), Andreas Kindschuh (Heribert W.), Susanne Thielemann (Luigia), André Riemer (Fjodórowitsch Antoilstoinolónoff), Tiina Penttinen (Dora Heide-Lerche), Kouta Räsänen (Giuseppe Thon), Thomas Mäthger (Paolo Wortmann)

Die Geschichte
Ein Opernensemble probt für die Opera seria “Barbara und Barbarossa”. Ernst und heroisch sollte es eigentlich dabei zugehen, doch die illustre Ansammlung von Diven und Helden verzettelt sich eher im Kleinkrieg um den günstigsten Platz im Rampenlicht. Auch der Komponist und der Textdichter haben andere Vorstellungen davon, wie ihr Werk auf der Bühne am besten herausgebracht werden könnte. Eigentlich wollte Mamma Agata (gesungen von einer tiefen Männerstimme) nur ihrer Tochter zu einer besseren Rolle verhelfen, doch plötzlich wird sie zur Hauptperson. Nicht nur, dass sie kurzerhand für eine beleidigte Sängerin einspringt, rettet sie schließlich auch noch das ganze Unternehmen vor dem finanziellen Ruin, indem sie ihren Schmuck versetzt. Deshalb kann es am Ende nur heißen: “Viva la Mamma!”

Der Komponist
Der Italiener Gaetano Donizetti (1797 – 1848) gehört zu den erfolgreichsten Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts. In der Nachfolge von Rossini und Bellini schlug er die Brücke zu Giuseppe Verdi und war vor allem dem Belcanto verpflichtet. Er besaß einen untrüglichen Theaterinstinkt und verstand es, die Empfindungen seiner Bühnenfiguren musikalisch berührend wiederzugeben. Unter seinen mehr als 70 Opern sicherten ihm vor allem “Der Liebestrank”, “Don Pasquale”, “Lucia di Lammermoor” und “Anna Bolena” einen dauerhaften Platz im Repertoire der Opernhäuser.

Entstehung der Oper
“Viva la Mamma!” war ursprünglich als einaktige Farce für Neapel geplant, wo Donizetti 1827 einen Vertrag mit dem berühmten Impresario Barbaja abgeschlossen hatte, der ihn verpflichtete, innerhalb von drei Jahren zwölf Opern zu schreiben. Donizetti kannte sich also im Theateralltag bestens aus, und so verwundert es nicht, dass aus der Farce bald eine zweiaktige Oper wurde, die eine hinreißende Parodie auf die traditionellen Formen und Inhalte der Gattung Oper und ihrer verletzlichen Protagonisten darstellt und mit großem Erfolg die Ereignisse hinter den Kulissen des Theaters präsentiert.

Textliche Vorlage und Musik
Donizetti benutzte als Vorlage für sein selbstverfasstes Libretto zwei Komödien des italienischen Dichters Simone Sografi: “Le convenienze teatrali (Die Annehmlichkeiten des Theaters)” und “Le inconvenienze teatrali (Die Unannehmlichkeiten des Theaters)” – für seine Oper, die sich erst später als “Viva la Mamma!” durchgesetzt hat, verknüpfte er beide Komödientitel miteinander. Außerdem nahm er Bezug zu eigenen früheren Opern.
Mit der musikalischen Umsetzung des turbulenten Bühnengeschehens gibt Donizetti ein Paradebeispiel seines Humors. Zum Teil persifliert er sich selbst, ahmt aber auch in den gleichzeitig temperamentvollen und karikierenden musikalischen Nummern auf wunderbare Weise den Kompositionsstil Gioacchino Rossinis nach.

Das Regieteam

Anja Bihlmaier (Musikalische Leitung)
wurde in Schwäbisch Gmünd geboren, studierte Dirigieren bei Scott Sandmeier an der Musikhochschule Freiburg und war Stipendiatin in der Dirigierklasse von Jorge Rotter und Dennis Russell Davies am Mozarteum in Salzburg. Nach Engagements an den Theatern Görlitz und Coburg war sie seit Ende 2008 bis zum Sommer 2010 am Theater für Niedersachsen Hildesheim engagiert. Als Gast dirigierte sie zuletzt die Philharmonie Hagen, das Ensemble Resonanz Hamburg, die Philharmonie Südwestfalen und das Thessaloniki State Symphony Orchestra. Seit Beginn der Spielzeit 2010/2011 ist Anja Bihlmaier als 2. Kapellmeisterin und Assistentin des GMD am Theater Chemnitz engagiert.

Michael Heinicke (Inszenierung)
ging 1977 als Oberspielleiter des Musiktheaters ans Stadttheater Freiberg, 1980 in gleicher Funktion zum Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen. 1990 kam er als Operndirektor und Chefregisseur nach Chemnitz. Seitdem hat er hier sowohl Opern, Operetten als auch Musicals inszeniert, genannt seien die sogenannten zehn Bayreuther Wagner-Opern, mehrere Opern von Richard Strauss, Weills “Weg der Verheißung”, “The Rake’s Progress”, “Die wundersame Schustersfrau”, “Das Mädchen aus dem goldenen Westen” sowie die Musicals “Fame”, “Les Misérables”, “Jekyll & Hyde” und “Anatevka”. Als Gastregisseur war er an Theatern des In- und Auslandes tätig, u. a. in Bonn, Berlin, Köln, Ottawa, Washington und bei den Salzburger Festspielen.

Peter Sykora (Bühne und Kostüme)
studierte an der Dresdner Hochschule für Bildende Kunst. Erste Engagements führten ihn als Bühnenbildner nach Zittau und ans Berliner Maxim-Gorki-Theater. Gemeinsam mit Harry Kupfer arbeitete er an der Sächsischen Staatsoper Dresden, an der Deutschen Staatsoper Berlin (“Parsifal”, 1977) und bei den Bayreuther Festspielen (“Der fliegende Holländer”, 1978). Zu einem neuen Arbeitsschwerpunkt wurde seit 1983 die Deutsche Oper Berlin. Er ist gefragter Gast an den Bühnen des In- und Auslandes, darunter London, Los Angeles, Zürich, Hamburg, Hongkong, Stuttgart, Köln, Taipeh, Tokio und Kopenhagen und darüber hinaus Professor für Szenographie an der Technischen Fachhochschule Berlin.

Die Titelpartie

Martin Gäbler (Mamma Ágata Toro)
wurde in Dresden geboren und absolvierte eine Ausbildung zum Tischler, bevor er an der Hochschule für Musik in Dresden Gesang studierte. Zunächst als Gast an der Oper Chemnitz engagiert, gehört er seit 2007 zum festen Solistenensemble und sang Partien wie Melisso (“Alcina”), Bartolo (“Barbier von Sevilla”), Admiral Lefort (“Zar und Zimmermann”), Wagner (“Faust”), Dr. Grenvil (“La Traviata”), Herzog Alba / 1. Adliger (“Schmied von Gent”), Frank (“Fledermaus”), Utterson (“Jekyll & Hyde”) und Pertschik (“Anatevka”).

Chemnitz, Theater Chemnitz, Premiere Tanztheater MELINA MERCOURI, 13.05.2011

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Theater Chemnitz

Melina Mercouri

Theater Chemnitz, Melina Mercouri

Tanztheater von Lode Devos
Mit Musik von Mikis Theodorakis, Manos Hadjidakis, Eleni Karaindrou u. a.

Premiere: 13. Mai 2011, 19.30 Uhr im Opernhaus Chemnitz
Die nächsten Vorstellungen sind am 18. und 28. Mai 2011, jeweils 19.30 Uhr im  Opernhaus Chemnitz.