Bremen, Theater Bremen, Premiere Rusalka von Antonin Dvorák, 11.11.2017

November 2, 2017  
Veröffentlicht unter Oper, Premieren, Pressemeldung, Theater Bremen

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Theater Bremen

Theater Bremen / Theater am Goetheplatz © Jörg Landsberg

Theater Bremen / Theater am Goetheplatz © Jörg Landsberg

Rusalka von Antonin Dvorak

Anna-Sophie Mahler inszeniert Antonin Dvoráks lyrisches Märchen 

Premiere 11. November im Theater am Goetheplatz

Regisseurin Anna-Sophie Mahler inszeniert mit Rusalka nach erfolgreichen Produktionen wie Orlando furioso (2013), Carmen (2015) und Maria Stuarda (2016) bereits zum sechsten Mal am Theater Bremen. Dieses Mal widmet sie sich mit dem Werk von Antonín Dvorák einer der erfolgreichsten tschechischen Opern überhaupt. In der Titelpartie ist die Sopranistin Patricia Andress zu erleben, neben ihr agieren unter anderem Luis Olivares Sandoval als Prinz, die jüngst für den Faust-Preis nominierte Nadine Lehner als fremde Fürstin und Claudio Otelli als Wassermann. Als Gast präsentiert sich die italienische Mezzosopranistin Romina Boscolo in der Rolle der Hexe Ježibaba zum ersten Mal dem Bremer Publikum. Am Pult steht Hartmut Keil, der nach der musikalischen Leitung von Il tabarro & Gianni Schicchi in der letzten Spielzeit mit „Rusalka“ nun seinen Einstand als 1. Kapellmeister am Theater Bremen gibt. Die Premiere ist am Samstag, 11. November um 19.30 Uhr im Theater am Goetheplatz. Die Aufführung findet in tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln statt.

In seinem 1901 uraufgeführten Musikdrama setzt sich Antonín Dvorák mit unerfüllten Sehnsüchten und dem unbedingten Wunsch, ein Anderer zu sein, auseinander. Das Libretto verfasste der tschechische Schriftsteller Jaroslav Kvapil frei nach Fouqués „Undine“, Andersens „Die kleine Seejungfrau“, Hauptmanns „DieVersunkene Glocke“ und Märchenballaden von Karel Jaromír Erben.

Rusalka, eine Nixe, fühlt sich gefangen in ihrer Welt. Sie sehnt sich nach einem Leben an der Seite des Prinzen, eines Menschen, in einem ihr fremden Element. Um dorthin zu gelangen, ist sie bereit, alles aufzugeben – ihr Zuhause, ihre Schwestern, sogar ihre Stimme. Doch kaum bei den Menschen, wird sie sich den Folgen ihres Tauschgeschäfts bewusst: Als kühles „Ungeheuer“ wird sie verschrien und muss schließlich stumm mit ansehen, wie der Prinz sich einer anderen, einer Frau aus Fleisch und Blut, zuwendet. Rusalka bleibt die Wahl: Entweder sie tötet den Prinzen und kehrt ins Wasserreich zurück oder sie bleibt – weder Frau noch Nixe – zwischen den Welten zurück.

Die Regisseurin Anna-Sophie Mahler setzt in ihrer Inszenierung für das Theater Bremen weniger auf die märchenhaften und naturmythologischen Aspekte von Antonín Dvoráks Oper, sondern widmet sich dem dem Werk zugrundeliegenden Konflikt einer jungen Frau, die um eine eigene Identität, Liebe und ein sinnerfülltes Leben ringt. „Wir erzählen die Geschichte einer Emanzipation, des Erwachsenwerdens“, bemerkt Caroline Scheidegger, die das Stück als Dramaturgin betreut. Der Bühnenbildner Duri Bischoff hat dafür ein zweistöckiges „Seelenhaus“ entworfen, das Rusalkas inneren Konflikt zwischen Familie und Gesellschaft spiegelt.

Anna-Sophie Mahler (*1979) studierte Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Nach Regieassistenzen am Theater Basel sowie bei Christoph Marthaler und Christoph Schlingensief arbeitet sie seit 2004 als Regisseurin im Schauspiel und Musiktheater u. a. in Zürich, Basel, Düsseldorf, Weimar, Graz, München, Berlin. 2006 gründete sie die freie Gruppe „CapriConnection“. Ihre Inszenierung „Mittelreich“ an den Münchner Kammerspielen war zum Berliner Theatertreffen 2016 eingeladen. In diesem Sommer wurde sie als Regisseurin an der Biennale in Venedig vorgestellt.

Musikalische Leitung: Hartmut Keil, Regie Anna-Sophie Mahler, Bühne:   Duri Bischoff, Kostüme: Geraldine Arnold, Chor: Alice Meregaglia, Choreografie: Jacqueline Davenport
Dramaturgie  Caroline Scheidegger

Mit: Patricia Andress, Romina Boscolo / Marlene Lichtenberg, Iryna Dziashko,Loren Lang, Nadine Lehner, Nathalie Mittelbach, Luis Olivares Sandoval, Claudio Otelli / Christoph Heinrich, Anna-Maria Torkel, Chor des Theater Bremen., Es spielen die Bremer Philharmoniker.PMThBr

Premiere Rusalka 11. November um 19:30 Uhr im Theater am Goetheplatz, weitere Vorstellungen 17.11.; 25.11.; 13.12.; 21.12.; 25.12.; 29.12.2017; 7.1.2018;  20.1.2018; 30.01.2018

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Bremen, Theater Bremen, Premiere Candide, 14.10.2017

Oktober 4, 2017  
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Theater Bremen

Theater Bremen / Theater am Goetheplatz © Jörg Landsberg

Theater Bremen / Theater am Goetheplatz © Jörg Landsberg

„Candide“

Premiere am Samstag, 14. Oktober um 19.30 Uhr im Theater am Goetheplatz

Marco Storman inszeniert Bernsteins Comic Operetta – Erste Titelpartie für Christian-Andreas Engelhardt

Regisseur Marco Storman inszeniert nach den erfolgreichen Produktionen „Peter Grimes“ (2015) und „Parsifal“ (2016) bereits zum dritten Mal am Theater Bremen und widmet sich mit Bernsteins Comic Operetta „Candide“ einem zwischen Musical und Operette oszillierendem Werk. Die Musikalische Leitung hat Christopher Ward, der sich mit dieser Arbeit dem Bremer Publikum vorstellt. Tenor Christian-Andreas Engelhardt ist als Candide erstmalig in einer Titelpartie am Theater Bremen zu erleben, neben ihm agieren unter anderem Nerita Pokvytyte als Cunegunde, Nathalie Mittelbach und Birger Radde als Old Lady und Maximilian sowie die Schauspieler Moritz Löwe als Voltaire und Holger Bülow als Candides Lehrer Dr. Pangloss, die beide mit diesen Rollen ihr Debüt in Bremen geben. Die Aufführung findet in englischer Sprache und deutschen Übertiteln statt, Premiere ist am Samstag, 14. Oktober um 19.30 Uhr im Theater am Goetheplatz.

BernsteinsCandide“ basiert auf der literarischen Vorlage von Voltaires „Candide oder Der Optimismus“, einer satirischen Abrechnung mit Leibnitz‘ metaphysischen Begründung des Optimismus, also der philosophischen Auffassung, dass die Welt in der wir leben, die beste aller möglichen Welten sei.

Candide wird auf dem Schloss seines Onkels von seinem Lehrer Dr. Pangloss in dem Glauben erzogen, in der besten aller möglichen Welten zu leben. Jedes noch so schreckliche Ereignis hat nach Pangloss seinen Grund darin, die Welt noch besser zu machen. Nach einem amourösen Zwischenfall mit Cunegonde wird Candide des Schlosses verwiesen und erlebt in der Folge eine Katastrophenweltreise, eine Reihung von Extremsituationen und unwahrscheinlichen Rettungen aus diesen, die die Theorie des Optimismus ad absurdum führt.

„Der Optimismus als Glaube erzeugt Lethargie“, sagte Bernstein 1989. Diesen Gedanken griff das Produktionsteam um Štorman auf: „Der Ansatzpunkt für unsere Inszenierung war der Gedanke, dass die Welt, in der wir leben, von uns gestaltet werden kann“, sagt Produktionsdramaturg Ingo Gerlach. Man dürfe sich nicht auf ein „Es wird schon werden“ zurückziehen, sondern müsse sich fragen: „Was kann man ändern?“

Für Bernstein war die Arbeit an Candide rezeptionsbedingt ein ständiger Work-in-progress, er scharte gängiger Musical-Praxis gemäß verschiedene Autoren um sich, mehrere, sich teils deutlich in Orchesterbesetzung und Textfassung unterscheidende Fassungen entstanden, die letzte unter seiner Mitwirkung 1989, im Jahr vor seinem Tod. Das Theater Bremen spielt die Neufassung von John Caird aus dem Jahr 1999 in großer Orchesterbesetzung. Diese Fassung ist im Vergleich zu jener aus dem Vorjahr stringenter im Handlungsablauf und fokussiert stärker die philosophische Debatte. Gespielt wird in englischer Sprache, Ingo Gerlach begründet diese Entscheidung damit, dasss keine deutsche Fassung existiere, die den Humor angemessen transportieren könne.

Marco Štorman (*1980), studierte Regie an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Nach Regieassisitenzen in Berlin, München und Hannover arbeitet er seit 2007 als freier Regisseur in Schauspiel und Musiktheater u.a. in Wien, Stuttgart, Hannover, Hamburg und Luzern. „Candide“ ist seine dritte Arbeit am Theater Bremen.

Musikalische Leitung:           Christopher Ward
Regie:                                     Marco Storman
Bühne:                                    Jil Bertermann
Kostüme:                               Bettina Werner
Chor:                                     Alice Meregaglia
Choreografie:                        Alexandra Morales
Dramaturgie:                         Ingo Gerlach

Mit: Wolfgang von Borries, Holger Bulow, Iryna Dziashko, Christian-Andreas Engelhardt, Julius Jonzon, Yosuke Kodama, Moritz Lowe, Nathalie Mittelbach, Allan Parkes, Nerita Pokvytyt?, Birger Radde, Erik Remmers, Jörg Sandig.
Chor des Theater Bremen.
Es spielen die Bremer Philharmoniker.

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Bremen, Theater Bremen, Saisoneröffnung mit Lady Macbeth von Mzensk, 10.09.2017

August 31, 2017  
Veröffentlicht unter Hervorheben, Oper, Pressemeldung, Theater Bremen

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Theater Bremen / Theater am Goetheplatz © Jörg Landsberg

Theater Bremen / Theater am Goetheplatz © Jörg Landsberg

Lady Macbeth von Mzensk von Dmitri Schostakowitsch
Oper von Dmitri Schostakowitsch, Text von Alexander Preis, nach der gleichnamigen Erzählung von Nikolai Leskow
 
Premiere am Sonntag, 10. September 18 Uhr, weitere Termine 15.9.; 17.9.; 23.9.; 3.10.; 8.10.; 19.10.; 2.11.; 15.11.; 9.12.; 15.12.2017
 
Mit Lady Macbeth von Mzensk von Dmitri Schostakowitsch eröffnet die Musiktheater-sparte des Theater Bremen die neue Spielzeit. Die Premiere wird am Sonntag, 10. September, ab 18 Uhr im Theater am Goetheplatz zu sehen sein. Armin Petras, seit 2013 Schauspielintendant in Stuttgart, inszeniert nach Anna Karenina zum zweiten Mal in Bremen, am Dirigentenpult gibt der neue Musikdirektor Yoel Gamzou, der in diesem Sommer frisch mit dem „Klassik-Echo“ für den besten Nachwuchs-Dirigenten ausgezeichnet wurde, seinen Einstand. In der Titelpartie ist die Kurt-Hübner-Preisträgerin Nadine Lehner zu sehen und zu hören, als Sergej der letztjährige Parsifal– Sängerdarsteller Chris Lysack und als Boris Ismailow mit Patrick Zielke ein weiterer Kurt-Hübner-Preisträger.
Die 1934 uraufgeführte Oper mit dem Libretto von Alexander Preis basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Nikolai Leskow und hat bereits eine bewegte Vergangenheit. Zunächst gefeiert, wurde sie, nachdem Stalin die Oper begutachtet hatte, medial verrissen, was die jahrelange Missachtung des Werkes zur Folge hatte. Schostakowitsch wurde zum Volksfeind erklärt, später allerdings wieder rehabilitiert.
Lady Macbeth von Mzensk erzählt davon, wie eine tiefe Sehnsucht und quälende Langeweile die titelgebende Katerina Ismailowa dazu bringen, sich leidenschaftlich einem anderen Mann hinzugeben, Schwiegervater und Ehemann zu töten und sich schließlich mit einer Rivalin in den Tod zu stürzen. Schostakowitsch formulierte mit seiner „tragisch-satirischen Oper“ inmitten des stalinistischen Terrors einen Protest im Kleinen: das Aufbegehren der Lady Macbeth gegen die soziale Kälte, gegen die Ausweglosigkeit und Enge gesellschaftlicher Normen.
Der Zugriff durch einen extrem Russland-affinen Schauspiel-Regisseur verweigere sich bewusst einer Moral, erklärt Dramaturgin Isabelle Becker:Ebenso wie Schostakowitsch in seiner Oper nehmen wir keine eindeutige Wertung oder Beurteilung vor, das Publikum soll entscheiden, ob Katerina Ismailowa schuldig ist oder richtig gehandelt hat.
 
Armin Petras, geboren 1964, arbeitete nach dem Studium zunächst als Regieassistent am TAT Frankfurt und an den Münchner Kammerspielen. Weitere Arbeiten entstanden am Nationaltheater Mannheim, am Schauspiel Hannover, an den Münchner Kammerspielen und am Thalia Theater Hamburg. Als Oberspielleiter war er am Theater Nordhausen sowie als Hausregisseur am Schauspiel Leipzig engagiert. Von 1999 bis 2002 wirkte er als Schauspieldirektor am Staatstheater Kassel. Im Anschluss war er als Hausregisseur am Schauspiel Frankfurt engagiert und leitete dort drei Jahre die Spielstätte in der Schmidtstraße. Im Jahr 2006 übernahm er die Intendanz am Maxim Gorki Theater Berlin. Seit Beginn der Spielzeit 2013/14 leitet er als Intendant das Schauspiel Stuttgart. Neben seiner inszenatorischen Tätigkeit ist Petras auch als Autor von Bühnenstücken unter dem Pseudonym Fritz Kater bekannt. Für dessen Gesamtwerk erhielt er 2008 den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis. In der Spielzeit 2014/15  inszenierte er mit Anna Karenina erstmals in Bremen.
 
Theater Bremen / Yoel Gamzou, neuer Musikdirektor am Theater Bremen © Jörg Landsberg

Theater Bremen / Yoel Gamzou, neuer Musikdirektor am Theater Bremen © Jörg Landsberg

Yoel Gamzou wuchs in einer Künstlerfamilie zwischen New York, London und Tel Aviv auf. Im Alter von sieben Jahren entdeckte er die Musik Gustav Mahlers und beschloss, Dirigent zu werden. Er lernte unter anderem bei Winston Dan Vogel und Piero Bellugi. Im Alter von 19 Jahren wurde Gamzou beim Gustav Mahler-Dirigierwettbewerb der Bamberger Symphoniker mit einem Sonder-Förderpreis ausgezeichnet. 2010 veröffentlichte er eine eigene, radikal vervollständigte Version der unvollendeten 10. Symphonie Gustav Mahlers beim Schott Musikverlag. 2012 bis 2015 war er Erster Kapellmeister und Stellvertretender Generalmusikdirektor am Staatstheater Kassel und gastierte regelmäßig bei Orchestern wie dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Malaysian Philharmonic Orchestra oder den Hamburger Symphonikern. Mit Beginn der Spielzeit 2017/18 ist Yoel Gamzou als Musikdirektor am Theater Bremen tätig.

Musikalische Leitung: Yoel Gamzou, Regie: Armin Petras, Bühne: Susanne Schuboth, Kostüme: Karoline Bierner, Video:  Rebecca Riedel, Licht: Norman Plathe-Narr, Dramaturgie:  Isabelle Becker, Malte Ubenauf
Mit: Christoph Heinrich, Loren Lang, Nadine Lehner, Chris Lysack, Ulrike Mayer, Luis Olivares Sandoval, Hanna Plaß, Daniel Ratchev, Alexey Sayapin, Patrick Zielke. Chor des Theater Bremen. Es spielen die Bremer Philharmoniker.
Lady Mabeth von Mzensk: Premiere am Sonntag, 10. September 18 Uhr, weitere Termine 15.9.; 17.9.; 23.9.; 3.10.; 8.10.; 19.10.; 2.11.; 15.11.; 9.12.; 15.12.2017
Pressemeldung Theater Bremen

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Bremen, Theater Bremen, Premiere Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck, 25.11.2016

November 12, 2016  
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Theater Bremen / Theater am Goetheplatz © Jörg Landsberg

Theater Bremen / Theater am Goetheplatz © Jörg Landsberg

 

Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck

Das Märchenspiel in der Inszenierung von Alexander Riemenschneider

Premiere Freitag, 25. November 19.30 Uhr im Theater am Goetheplatz, weitere Vorstellungen 27.11.2016, 1.12.2016, 3.12.2016 15.30 Uhr und 19.30 Uhr, 5.12.2016 11.00 Uhr, 14.12.2016, 25.12.2016, 7.01.2017, 27.01.2017, 5.02.2016

Kaum jemand weiß, dass Engelbert Humperdincks Gesamtwerk 170 Kompositionen umfasst. Von seinen sechs Opernkompositionen sind fünf nahezu in Vergessenheit geraten. Mit „Hänsel und Gretel“ gelang es ihm jedoch, eine zeitlose Märchenoper zu schaffen. Humperdinck konzipierte Hänsel und Gretel zunächst als kleines Singspiel für die Familie seiner Schwester, weitete die Komposition auf Anregung seines Schwagers aber später zu einer abendfüllenden Oper in drei Akten aus. 1893 in Weimar unter der musikalischen Leitung von Richard Strauss uraufgeführt, wurde Hänsel und Gretel bereits im ersten Jahr an 50 Opernhäusern nachgespielt, was für Humperdinck Ruhm und finanzielle Unabhängigkeit bedeutete. Die Komposition verbindet den opulenten Klang des spätromantischen Orchesters mit einfachen, volksliedhaften Melodien. Hier griff Humperdinck zum Teil auf tradiertes Liedgut zurück, andere Melodien, wie „Brüderchen, komm tanz mit mir“, die Humperdinck für Hänsel und Gretel komponierte, wurden mit der Oper zu Volksliedern.

Theater Bremen / Marysol Schalit und Ulrike Mayer als Hänsel und Gretel © Jörg Landsberg

Theater Bremen / Marysol Schalit und Ulrike Mayer als Hänsel und Gretel © Jörg Landsberg

Anders als in der grimmschen oder der bechsteinschen Version von Hänsel und Gretel, auf der das Libretto basiert, werden in der Oper die Kinder nicht von der Stiefmutter im Wald ausgesetzt, sondern verlaufen sich dort, nachdem die Mutter sie aus existentieller Not heraus zum Beerensuchen geschickt hatte, da alle Vorräte und Ersparnisse restlos aufgebraucht sind. Das Pfefferkuchenhaus, das die Kinder im Wald finden, bedeutet für die hungrigen Geschwister die pure Verführung, scheint es hier doch all das zu geben, an dem es zu Hause mangelt. Doch das hemmungslose Knabbern daran bleibt nicht unbemerkt und so geraten die Kinder in die Falle der Hexe, die die Kinder verspeisen möchte. Gretels Aufmerksamkeit und Mut ist es schließlich zu verdanken, dass sie sich befreien und die Hexe überwältigen können. Sie findet ihr Ende im eigenen Ofen.

Humperdincks Oper handelt von Verzicht und Verführung, vom Fressen und Gefressenwerden, aber auch vom Zusammenhalt eines Geschwisterpaares und dem ewigen Traum von einer Welt, in der Freiheit und Genuss ohne Maß und Reue zumindest für eine Weile uneingeschränkt möglich sind.

Regisseur Alexander Riemenschneider studierte Germanistik, Musik- und Medienwissenschaften in Bonn sowie Regie an der Theaterakademie Hamburg.  Am Theater Bremen hat er bereits zahlreiche Schauspielinszenierungen erarbeitet, unter anderem die Uraufführung „Aber sicher!“ von Elfriede Jelinek, Euripides‘ Medea oder Franz Kafkas Das Schloss, mit dem 2015/16 die Spielzeit eröffnet wurde. Mit Hänsel und Gretel inszeniert Riemenschneider nun das erste Mal eine große Repertoireoper. Dabei wird die Produktion wird nicht nur auf die kindliche sondern auch auf eine erwachsene Bild- und Erlebnisebene abzielen und beide nebeneinanderstellen und zusammenführen.

Musikalische Leitung  Daniel Mayr,  Regie Alexander Riemenschneider,  Bühne:  Jan Štepánek, Kostüme  Emir Medic,  Kinderchor  Alice Meregaglia, Dramaturgie: Caroline Scheidegger

Mit:   Patricia Andress, Iryna Dziashko, Loren Lang / Christoph Heinrich, Ulrike Mayer, Nathalie Mittelbach, Marysol Schalit, Kinderchor des Theater Bremen.   Es spielen die Bremer Philharmoniker.

Hänsel und Gretel im Theater am Goetheplatz: Premiere Freitag, 25. November 19.30 Uhr,  Theater am Goetheplatz, weitere Vorstellungen  27.11.2016, 1.12.2016, 3.12.2016 15.30 Uhr und 19.30 Uhr, 5.12.2016 11.00 Uhr, 14.12.2016, 25.12.2016, 7.01.2017, 27.01.2017, 5.02.2016

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