
Theater Bonn
MAI-TANZTAGE BONN
Vom 9. bis 31. Mai 2012
Geballter Tanz im Mai. 1 x Frankreich, 1x New York und 2 x Kanada stellen sich in Bonn vor. Vier in aller Welt gefeierte Compagnien mit je zwei Aufführungen lassen den Frühling im Opernhaus Bonn zu einem Genuss für Auge und Ohr werden.
Da das Beethoven Orchester Bonn die 1. und 5. Sinfonie Beethovens sowie Mahlers 1. Sinfonie auf CD einspielt, steht es für Opernaufführungen im Mai nur begrenzt zur Verfügung. THEATER BONN bietet daher ein umfangreiches Tanzprogramm an.
Die MAI-TANZTAGE werden am 9. und 10. Mai mit dem Debüt der COMPAGNIE DCA – PHILIPPE DECOUFLÉ eröffnet. Phillippe Decouflé – in Deutschland zu Unrecht fast unbekannt – wird als französische Antwort auf Pina Bausch in aller Welt gefeiert. Auf dem Programm steht sein neustes Werk OCTOPUS, das einer betörenden Entdeckungsreise durch Farb- und Formkontraste gleicht und extreme Gefühle von großer Intensität und Sinnlichkeit zeigt. Die Live-Musik stammt von Sänger, Komponist und Multi-Instrumentalist Labyala Nosfell, in der Szene ein absoluter Geheimtipp, der gemeinsam mit dem Cellisten Pierre Le Bourgeois auftritt.
Es folgt am 17. und 18. Mai die COMPAGNIE MARIE CHOUINARD aus Montréal mit bODY_rEMIX/gOLDBERG_vARIATIONS. Das Werk in zwei Akten wurde 2005 für das Internationale Tanzfestival der Biennale Venedig von Marie Chouinard kreiert. In diesem Stück drücken die Tänzer – ausgestattet mit Krücken, Prothesen und horizontalen Stangen – das Thema der Freiheit in verschiedenen Variationen aus. Es erklingt eine Bearbeitung Bachs Goldberg-Variationen Nr. 5, 6 und 8 von Louis Dufort, die mit Wortzuspielungen des Pianisten Glenn Gould ergänzt werden.
Die dritte Compagnie im Bunde ist AILEY II aus New York, welche am 22. und 23. Mai erstmals auf der Bühne des Bonner Opernhauses zu bewundern ist. Unter der künstlerischen Leitung der früheren Ailey-Tänzerin Sylvia Waters entwickelte sich Ailey II seit 1974 zu einer der populärsten professionellen Compagnien der USA. AILEY I tourte im Sommer 2011 unter enormem Medieninteresse durch Europa. THE HUNT, eine Choreographie dessen künstlerischen Leiters Robert Battles, stand auf dem Programm und bildet auch einen Programmteil von AILEY II. Bei keiner Aufführung einer Alwin Ailey Compagnie darf das afrikanisch-amerikanische Tanz-Spiritual REVELATIONS – ein Meisterwerk des amerikanischen Tanzpioniers – fehlen.
Und last but not least begrüßen wir im Bonner Opernhaus erneut die größte Compagnie Kanadas LES GRANDS BALLETS CANADIENS DE MONTRÉAL am 30. und 31. Mai mit über 40 Tänzern. Sie tanzen das Handlungsballett LEONCE UND LENA von Christian Spuck, welches im Jahr 2008 in Essen uraufgeführt und in Stuttgart begeistert gefeiert wurde. Die Choreographie von Christian Spuck wurde dafür für den Theaterpreis DER FAUST nominiert. Spuck verwandelt Georg Büchners romantische Komödie in ein tempo- und einfallsreiches Lustspiel, das äußerst unterhaltsam, aber niemals seicht ist.
Die Botschaft Kanadas und die Regierung Québecs unterstützen den Auftritt der beiden Compagnien Kanadas bei den Mai-Tanztagen.
Ruth Tauchert zeichnet während der Maitanztage live aus der Intendantenloge
Die Künstlerin Ruth Tauchert zeichnet bei den Mai-Tanztagen während der Vorstellungen die Tänzerinnen und Tänzer der internationalen Compagnien. Aus der Intendantenloge des Bonner Opernhauses wird die aus Köln stammende Künstlerin die Choreographien mitverfolgen und live zeichnen. Die so entstandenen Bilder werden nach den Vorstellungen im Foyer des Opernhauses ausgestellt und zum Verkauf angeboten.
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MAI-TANZTAGE 2012
HIGHLIGHTS DES INTERNATIONALEN TANZES am THEATER BONN
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COMPAGNIE DCA – PHILIPPE DECOUFLÉ (Frankreich)
OCTOPUS
9. und 10. Mai 2012, jeweils 19.30 Uhr, Opernhaus
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COMPAGNIE MARIE CHOUINARD (Kanada)
bODY_rEMIX/gOLDBERG_vARIATIONS
17. Mai, 18 Uhr und 18. Mai 2012, 19.30 Uhr, Opernhaus
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AILEY II (New York)
ECHOES/SPLENDID ISOLATION II(excerpt)/THE HUNT/REVELATIONS
22. und 23. Mai 2012, jeweils 19.30 Uhr, Opernhaus
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LES GRANDS BALLETS CANADIENS DE MONTRÉAL (Kanada)
LEONCE UND LENA
30. und 31. Mai 2012, jeweils 19.30 Uhr, Opernhaus
Die Vorstellungen der MAI-TANZTAGE werden live von der Künstlerin Ruth Tauchert gezeichnet und nach den Vorstellungen im Foyer präsentiert.
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COMPAGNIE DCA – PHILIPPE DECOUFLÉ (Frankreich)
OCTOPUS
Der Charme der Tentakel von Decouflé – OCTOPUS, das neue Stück des Choreographen, steckt voller Phantasien – Le Monde
Musik, Tanz, Multimedia – alles ist perfekt aufeinander abgestimmt in diesem überdrehten Theatermosaik mit vielen glänzenden Steinchen … Die Tänzer und Musiker sind großartig, und der Sänger Labyala Nosfell, der über sämtliche hohen und tiefen Töne der menschlichen Stimme verfügt, kommt einer mittleren Sensation gleich. – Renate Klett
Bei den Maitanztagen debütiert auf der Bühne des Bonner Opernhauses am 9. und 10. Mai die Compagnie DCA des französischen Starchoreographen Philippe Decouflé. Als ich ein Kind war, träumte ich davon ein Comic Zeichner zu werden. Das Zeichnen ist oft der Ursprung einer neuen Kreation für mich. Ich bringe meine Ideen zu Papier, wobei ich alles festhalte, was mir durch den Kopf geht. Meine Kultur basiert auf Comics, musikalischen Komödien, dem Tanz in Nachtclubs und so weiter …, sagt der am 22. Oktober 1961 in Paris geborene Tänzer und Choreograph
Philippe Decouflé. Seine Choreographien, immer geleitetet von der Idee der Schönheit, zelebrieren den menschlichen Körper in seiner natürlichen Grazie. Dabei täuscht ein raffiniertes Zusammenspiel von Tanz und Videoeffekten die Sinne und füllt den Bühnenraum mit Illusionen.
Philippe Decouflé erhielt seine Ausbildung an der Ecole du Cirque de Paris und bei Marcel Marceau. Sein wichtigster Lehrer, wie er selbst sagt, war in Sachen Tanztechnik Merce Cunningham in New York, bei dem er auch an Videokursen teilnahm. Seine überragende Inszenierung der Eröffnungs- und Schlussfeier der Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville hat seinen Ruf bestätigt, einer der originellsten Choreographen Frankreichs zu sein. Auch für die Eröffnungsfeier zum 50jährigen Bestehen des Filmfestivals von Cannes kreierte er 1996 eine beeindruckende Zeremonie. Für seine Bühnenproduktionen, Musikvideos, Kurzfilme und Werbespots (Dior) wurde er mehrfach ausgezeichnet.
Sein neuestes Bühnenwerk OCTOPUS gleicht einer betörenden Entdeckungsreise durch Farb- und Formkontraste und zeigt extreme Gefühle von großer Intensität und Sinnlichkeit. Die Choreographie OCTOPUS, kreiert am 5. Oktober 2010, ist sozusagen eine außerordentliche Präsentation der Tanzkunst von Philippe Decouflé. Der Künstler wird als ewiger Illusionist dargestellt, der mit seinen beliebten Motiven spielt und neue Spektren eröffnet. Vom Solo bis zum Gruppentanz zeigt diese Variation Emotionen wie Jubel, Romantik, Glück und Entdeckungsgeist. Doch plötzlich steht die Zeit in all dieser Intensität still, angehalten durch die Grazie der menschlichen Präsenz einer solistischen Tänzerin …
Die Compagnie DCA – Philippe Decoulflé wurde 1983 als Kollektiv gegründet, d.h. alle Inszenierungen werden von den Mitgliedern der Compagnie gemeinsam entwickelt. Bereits die erste Produktion VAGUE CAFÉ hatte riesigen Erfolg. Zu den jüngsten Produktionen gehören SOMBREROS und OCTOPUS. Auftritte führten die Compagnie rund um die Welt, u.a. nach Yokohama, Tokio, Osaka, Shanghai, Madrid, London, Vancouver, Montréal, Toronto, Calgary, New York und Atlanta. Beheimatet ist die Compagnie in der 1952 von André Lurçat erbauten Chaufferie in Saint-Denis. Lange Zeit diente dieses Gebäude als Stromwerk, bevor es zu einem Ballettcenter umfunktioniert wurde. Heute beinhaltet es eine Bühnenfläche von 200m² sowie ein Tanzstudio mit 80m². Seit der Renovierung im Jahr 1993 bietet die Chaufferie mit ihrer Ausstattung von Probenräumen über Umkleidekabinen bis hin zu Büros alles, was eine moderne Compagnie benötigt.
Ein Konzert mit dem inzwischen Kultstatus genießenden Labyala Nosfell ist ein Hörerlebnis. Der Sänger, Komponist und Multi-Instrumentalist Nosfell gebraucht seine ungeheuer geschmeidige Stimme wie ein Instrument und verbindet in seiner Musik die Energie von Les Claypool, die melodische Kraft von Joni Mitchell und die Magie von Tom Waits. Für die Musik zu OCTOPUS hat er sehr eng mit den Tänzern und Philippe Decouflé zusammengearbeitet, um das musikalische Material, die Rhythmen, Harmonien sowie die Instrumentierung auszuwählen. Im Duo tritt er live mit dem Cellisten Pierre Le Bourgeois auf.
Eine Koproduktion von Compagnie DCA-Philippe Decouflé mit Théâtre National de Bretagne-Rennes, Théâtre National de Chaillot, Movimentos Festwochen der Autostadt Wolfsburg, La Coursive – Scène Nationale de La Rochelle, Torinodanza, Théâtre de Nîmes.
Choreographie von Philippe Decouflé Live-Musik Labyala Nosfell, Pierre Le Bourgeois
Mit 8 Tänzern
www.cie-dca.com, www.nosfell.com
Am 9. und 10. Mai 2012, 19.30 Uhr, Opernhaus
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COMPAGNIE MARIE CHOUINARD (Kanada)
bODY_rEMIX/gOLDBERG_vARIATIONS
Ein Stück von virtuoser, verstörender Schönheit, das das Perfekte im Unvollkommenen und das Unvollkommene im Perfekten sucht … – Welt online
Erlaubt ist, was gefällt – und das Publikum zeigt sich bei der Aufführung … nicht ohne Grund begeistert. – Hartmut Regitz, tanznetz.de
Nur ganz wenige Choreografen haben eine so markante, persönliche und unmöglich zu kopierende Bildersprache geschaffen wie Marie Chouinard. Hier überlagern sich nun Welten, die so viel Genuss wie Leiden verheißen, so viel Menschliches wie Animalisches, so viel Freiheit wie Behinderung. – kultiversum.de
Der Traum vom Entschweben auf Spitzenschuhen ist schon oft an zu viel Gravitationskraft gescheitert. Und so gibt Marie Chouinard ihren Tänzern die Erdenschwere gleich mit auf die Bühne: Sie hängen an Seilen, schweben auf Krücken und Stangen, und wenn sie „auf Spitze“ tanzen, dann höchstens auf einem Fuß, was ihnen völlig neue Bewegungsformen abverlangt. Dennoch werden die Prothesen, Stangen und Seile den Tänzern nicht zum Hindernis, sondern zu einer Verlängerung ihrer Körper, wodurch sie wie seltsame Wesen aus einer anderen Welt erscheinen.
Das Werk bODY_rEMIX/gOLDBERG_vARIATIONS ist ein Ballett in zwei Akten und wurde 2005 für das Internationale Tanzfestival der Biennale Venedig von Marie Chouinard kreiert. In diesem Stück drücken die Tänzer Marie Chouinards Compagnie – ausgestattet mit Krücken, Prothesen und horizontalen Stangen – das Thema der Freiheit in verschiedenen Variationen aus. In Soli, Duos, Trios und Gruppentänzen entstehen ungewöhnliche dynamische Körpergesten, welche die menschliche Kondition nachempfinden. Musikalisch begleitet wird der Abend durch eine Bearbeitung Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen Nr. 5, 6 und 8 von Louis Dufort. Außerdem gibt es Zuspielungen von Kommentaren des Pianisten Glenn Gould.
Marie Chouinard gründete 1990 ihre Compagnie, die heute auf den großen Bühnen und bei den bekanntesten Festivals der Welt auftritt. Ihre Wurzeln hat die Compagnie in Marie Chouinards erster Choreographie aus dem Jahr 1978, dem Solo CRYTALLIZATION, welches für seine Originalität damals sofort auf großen Zuspruch stieß. Seit der Gründung hat Marie Chouinard rund ein Dutzend Choreographien für ihre Compagnie geschaffen. Jedes der Werke vollführt eine Odyssee durch die Geschichte der Menschlichkeit, wobei Stil und Substanz in perfektem Einklang sind. Seit dem Jahr 2007 ist die Compagnie Marie Chouinard in einem eigenen Tanzcenter untergebracht, dem LA BIBLIOTHÈQUE – Espace Marie Chouinard in 4499, avenue d l’Esplanade in Montréal.
Meine Quelle ist immer der Körper selbst gewesen und besonders die Stille und der Atem, welche den ‚unsichtbaren’ Teil des Lebens ausmachen, sagt die im kanadischen Québec geborene Marie Chouinard. Als Choreographin begann sie, verschiedenste Medien in ihre Stücke mit einzubeziehen und den Körper in den Focus ihrer Kreationen zu rücken. 1986 wurde Chouinard mit dem JACQUELINE-LEMIEUX-AWARD, ein Jahr später mit dem CHALMERS-AWARD ausgezeichnet. 1990 gründete sie die Compagnie Marie Chouinard. In Bonn war die Compagnie im März 2010 zu Gast und beeindruckte mit ihrem Programm aus Anlass des 100. Geburtstages der Ballets Russes: PRELUDE TO THE AFTERNOON OF A FAUN und LE SACRE DU PRINTEMPS. Insgesamt hat Marie Chouinard mehr als 50 Solo- und Gruppenwerke kreiert. Dabei reflektieren ihre seit 1978 geschaffenen Stücke ihre Sicht des Tanzes als eine heilige Kunst sowie ihren Erfindungsgeist eines immer neuen Universums. In ihren Werken feiert Marie Chouinard den menschlichen Körper durch kräftige, energetische Bewegungen als Mittelpunkt des Lebens.
Für bODY_rEMIX/gOLDBERG_vARIATIONS wurden Marie Chouinard und ihre Compagnie im Jahr 2009 mit dem Gemini Award ausgezeichnet.
Choreographie Marie Chouinard Musik Louis Dufort: Variations on the Variations, Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen 5, 6, 8/Redebeiträge von Glenn Gould
Mit 18 Tänzern
www.mariechouinard.com
Am 17. Mai, 18 Uhr und 18. Mai 2012, 19.30 Uhr, Opernhaus
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ECHOES/SPLENDID ISOLATION II(excerpt)/THE HUNT/REVELATIONS
…Tanz von höchster Energie, der noch mehr elektrisiert durch den Impuls des jugendlichen Ehrgeizes. – The New York Times
AILEY II gilt als Inbegriff für jungen, innovativen Tanz. Im Mai 2012 gastiert die Compagnie zum ersten Mal in Bonn. Das Credo der Tänzer ist die Klarheit der Bewegung, die Vielfalt der Tanzstile und die Menschlichkeit ihrer Geschichten. Der Geist und die Energie der größten jungen Talente der USA verbinden sich hier mit der Leidenschaft und der Kreativität herausragender Choreographen der heutigen Generation. Unter der künstlerischen Leitung der früheren Ailey-Tänzerin Sylvia Waters entwickelte sich Ailey II seit dem Jahr 1974 zu einer der populärsten professionellen Compagnien des Landes, die von der Kritik hoch gelobt wird. Dabei wird ein bis zum Rand gefüllter Tourneeplan mit ausgedehnten gesellschaftlichen Programmen unter einen Hut gebracht.
Der Tänzer und Choreograph Alvin Ailey, der die Rassendiskriminierung an sich selbst erleben musste, gründete seine Compagnie 1958 mit dem Ziel, Tänzer aller Hautfarben gemeinsam auf die Bühne zu bringen. 1969 richtete er das Alvin Ailey Dance Center ein, welches heute The Ailey School heißt. Gleichzeitig entstand auch Ailey II, damals unter dem Namen Alvin Ailey Repertory Ensemble.
Seit 53 Jahren erzählen die Ailey-Tänzer weltweit vom Leid, der Lebenslust, von Unterdrückung und Aufbegehren des schwarzen Amerika. Sylvia Waters, die Ailey II seit 1974 zu einer überaus erfolgreichen und populären Compagnie gemacht hat, wird ihr Amt als Künstlerische Leiterin am 30. Juni 2012 an den ehemaligen Ailey Tänzer, Lehrer, Choreograph sowie seit 2003 als Associate Artistic Director wirkenden Troy Powell übergeben. Dennoch wird Sylvia Walters der Compagnie Ailey II weiterhin erhalten bleiben und sich als Leiterin von The Ailey Legacy Residency um das Repertoire verdient machen. Als der legendäre Alvin Ailey am 1. Dezember 1989 starb, schrieb die New York Times: … man musste ihn nicht persönlich kennen, um von seiner Menschlichkeit, seiner Begeisterung, seiner Überschwänglichkeit und seinem Mut für eine gemischt-rassische Kultur in Brüderlichkeit berührt zu sein.
Es war nicht nur die Hautfarbe. Es ging um die Kultur, darum, ein Teil der amerikanischen Gesellschaft zu sein. Er (Ailey) hat sich immer als Teil des amerikanischen Ganzen gesehen. Barack Obama ist eine Art der Erfüllung dieses Traums. – Sylvia Waters
Thang Dao’s ECHOES begann als Darstellung von Jagderinnerungen. Seither hat das bewegende Ballett ein Eigenleben entwickelt, wie das Echo von Erinnerungen in die entfernte Vergangenheit. Gleichzeitig wird unser Bewusstsein mit der Gegenwart erfüllt.
Jessica Lang hat SPLENDID ISOLATION II speziell für Ailey II kreiert. Das beeindruckende Werk basiert auf dem Chorstück O Maria, Stella Maris des Trio Mediaeval. Im Zentrum steht eine Frau, die mit einem großen Rock bekleidet ist.
Das Stück THE HUNT ist die sechste Choreographie des neuen Künstlerischen Direktors Robert Battle für Alvin Ailey American Dance Theater. Sehr athletisch geht es in diesem im Jahr 2001 in New York uraufgeführten Stück für sechs Tänzer zu, wobei der natürliche Jagdtrieb des Menschen und der primitive ‚Kick’, die er dabei erlebt, im Vordergrund stehen. Musikalisch begleitet ein kräftiger Schlagzeug-Soundtrack von Les Tambours du Bronx, der das explosive Moment zwischen modernem Sport und den Ritualen der Gladiatoren unterstreicht.
1960 schuf Alvin Ailey mit dem Ballett REVELATIONS ein Meisterwerk des amerikanischen Modern Dance. Das rund 30minütige Tanz-Spiritual ist bis heute Revue, politisches Statement und ein Erbe des Genies Alvin Ailey zugleich. Afrikanisch-amerikanische Spirituals, Gospels und geistlicher Blues erkunden in REVELATIONS bis in die tiefsten Schichten die geistlichen Freuden der Seele.
Künstlerische Leitung Sylvia Waters Choreographie Than Dao/Jessica Lang/Robert Battle/ Alvin Ailey Musik Ezio Bosso/Trio Mediaeval/Les Tambours du Bronx/Traditional spirituals
Mit 12 Tänzern
www.alvinailey.org
Am 22. und 23. Mai 2012, 19.30 Uhr, Opernhaus
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LES GRANDS BALLETS CANADIENS DE MONTRÉAL (Kanada)
LEONCE UND LENA
Dabei charakterisiert Spuck nicht nur die zwei Titelfiguren differenziert und überzeugend, sondern er zeichnet auch die Menschen in ihrer Gesellschaft mit treffenden Strichen. … Wesentlich unterstützt werden die Intentionen des Choreografen durch die kongeniale Ausstattung von Emma Ryott und die passende Collage der geschickt ausgewählten Musik. – Giessener Allgemeine Zeitung
Das Handlungsballett LEONCE UND LENA wurde 2008 in Essen uraufgeführt und 2010 in Stuttgart stürmisch gefeiert. Die Choreographie von Christian Spuck wurde dafür für den Theaterpreis DER FAUST nominiert. Christian Spuck verwandelt Georg Büchners romantische Komödie in ein tempo- und einfallsreiches Lustspiel, das äußerst unterhaltsam, aber niemals seicht ist. Die Königskinder Leonce und Lena sind gelangweilt, trotzig, überdrüssig, kindlich, naiv. Sie suchen nur kurz Erfüllung in der Liebe. Dann fügen sie sich wieder wie Maschinchen in den putzigen Kosmos ihrer überschaubaren Welt. Altes und Modernes kreist umeinander, so wie auch Büchner in seinem Lustspiel Revolution und Resignation nebeneinander stellte. Einer der Wege, durch den Christian Spuck die Satire in seiner Choreographie illustriert, ist die Verwendung der Musik des beschwingten Johann Strauss. Die Werke des Walzerkönigs untermalen die Parodie mit ihren gelegentlich amüsanten und tragikomischen Momenten.
Der aus Marburg stammende Christian Spuck erhielt seine tänzerische Ausbildung bei John Cranko in Stuttgart und war beim Stuttgart Ballett zunächst Tänzer. Im Jahr 2001 wurde er zum Hauschoreographen des Stuttgarter Balletts ernannt und trägt seitdem mit seinem Werk maßgeblich zur Ausformung des modernen Profils der angesehenen Compagnie bei. Seitdem schuf er für das Stuttgart Ballett fünfzehn Welturaufführungen. Ab 2006 war er für eine Spielzeit zudem Resident Choreographer der Compagnie Hubbard Street Dance 2 in Chicago und tritt als Regisseur und Choreograph auch im Bereich Film und Musiktheater in Erscheinung. Für namhafte Compagnien wie das Aterballetto, das New York City Ballet oder das Royal Swedish Ballet erarbeitete Christian Spuck ebenfalls vielbeachtete Choreographien. Ab der Saison 2012/13 übernimmt er die Leitung des Zürich Balletts in der Nachfolge von Heinz Spoerli. Im November 2011 wurde Christian Spuck für die u.a. mit dem THEATER BONN koproduzierte Choreographie Poppea//Poppea mit dem deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet.
Les Grands Ballets Canadiens de Montréal, Kanadas größte Ballettcompagnie, wurde im Jahre 1957 von Ludmilla Chiriaeff gegründet und ist seitdem Vorreiter in der Verbreitung und Entwicklung der Tanzkunst in Montréal und ganz Kanada. Zunächst begann sie in den 60ern mit klassischen Balletten wie GISELLE, LES NOCES und NUSSKNACKER. Bald folgten auch innovative Stücke wie CARMINA BURANA und TOMMY von Fernand Nault. In den 70er und 80er Jahren gab man dann sukzessive Werke in Auftrag und tanzte auch Choreographien von Balanchine. In den 90ern förderte man weiterhin kanadische Choreographen, nahm aber auch Stücke europäischer Größen wie Jirí Kylián, Mats Ek and Ohad Naharin mit auf den Spielplan. Heute können die Grands Ballets gerade durch ihr vielfältiges Repertoire, das von den großen Klassikern bis zum modernen Tanz reicht, die Zuschauer auf jede nur erdenkliche Weise erreichen und bewegen. Die künstlerische Leitung liegt seit dem Jahr 2000 in Händen des Choreographen und ehemaligen Tänzers Gradimir Pankov. Les Grands Ballets Canadiens de Montréal begeisterten das Bonner Publikum 2010 bei den Ostertanz-Tagen mit drei ausverkauften Vorstellungen von Mats Ecks SLEEPING BEAUTY und Ohad Naharins MINUS ONE.
Künstlerische Leitung Gradimir Pankov Choreographie Christian Spuck
Musik Johann Strauss, Bernd Alois Zimmermann, Martin Donner, Alfred Schnittke u.a.
Mit 40 Tänzern
www.grandsballets.com
Am 30. und 31. Mai 2012, jeweils 19.30 Uhr, Opernhaus
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Ruth Tauchert zeichnet während der Maitanztage live aus der Intendantenloge
Die Künstlerin Ruth Tauchert zeichnet bei den Maitanztagen während der Vorstellungen die Tänzerinnen und Tänzer der internationalen Compagnien. Aus der Intendantenloge des Bonner Opernhauses wird die aus Köln stammende Künstlerin die Choreographien mitverfolgen und live zeichnen. Die so entstandenen Bilder werden nach den Vorstellungen im Foyer des Opernhauses ausgestellt und zum Verkauf angeboten.
Der Schwerpunkt künstlerischer Tätigkeit liegt für Ruth Tauchert in der zeichnerischen Veranschaulichung und Interpretation von Bewegung. Das skizzenhafte Einfangen von „Momentaufnahmen“ auf Papier beruht auf einer sehr eigenständigen Zeichentechnik, die sich nicht nur vieler Medien, wie Graphit, Tusche oder Ölpastell, bedient, sondern durch eine besonders spontane Arbeitsweise auffällt. Alle ihre Zeichnungen entstehen vor Ort und konzentrieren sich auf Handlungen, in denen die Bewegung das zentrale Motiv darstellt. Somit bieten Tänzer, Dirigenten oder Sportler die Bewegungsabläufe, die Ruth Tauchert in intuitiver Weise als Momente einfängt. Die Bewegung steht für Tauchert als Symbol für Leben und wird von ihr durch eine eigene Ästhetik manifestiert, die sich aus Geschwindigkeit, Eleganz und emotionaler Ausdrucksweise zusammensetzt. Die graphische Verdeutlichung komplexer Bewegungsmomente vor Ort bietet eine enorme künstlerische Herausforderung und wird von Ruth Tauchert in ihrer impulsiven und expressiven Zeichensprache äußerst kreativ umgesetzt.
Ruth Tauchert
Ruth Tauchert wurde am 3. November 1963 in Köln Lindenthal geboren und lebt seit 25 Jahren mit ihrem Mann und ihren Kindern in Bonn Bad Godesberg. Sie absolvierte zunächst eine Ausbildung als Goldschmiedin und war freiberuflich als Schmuckgestalterin tätig. Anschließend studierte sie Bildhauerei an der Alanus-Hochschule in Alfter und ist nun seit rund 15 Jahren freischaffende Künstlerin. Das Thema „Bewegung“ zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeiten. Spontan, sozusagen live, zeichnet sie an verschiedensten Orten. 2001 setzte die Ausstellung KONZERTFARBEN – FARBKONZERT in der Beethovenhalle Bonn einen vorläufigen Schlusspunkt unter die mehr als zwei Jahre andauernde zeichnerische Begleitung des Bonner Beethoven Orchesters. Seither gibt es immer wieder Phasen in denen sie bei Proben dort zeichnet.
2003 präsentierte das Opernhaus Bonn und das damalige Choreographische Theater von Pavel Mikulastik die Ausstellung TANZ, Zeichnungen von Ruth Tauchert. Auch diese Zeichnungen gründeten auf einer mehr als zwei Jahre andauernden Begleitung der Tänzer im Ballettsaal und auf der Bühne. Neben vielen anderen Themen begleitete Ruth Tauchert auch die Produktionen HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN und MACHT DES SCHICKSALS im Opernhaus Bonn.
Zahlreiche freie Tänzergruppen waren weiterhin Thema ihrer Arbeit. Die Ausstellung TANZ II im Jahr 2005 im Kulturzentrum Brotfabrik zeigte wiederum Tänzer. Auch im Theater im Ballsaal wurden 2007 Zeichnungen von Tänzern der freien Gruppe Cocoon Dance ausgestellt. 2008 zeigte das Staatstheater Braunschweig im Kleinen Haus ZEICHNUNGEN ZU BÜHNENPROBEN. Im gleichen Jahr war im Großen Haus mit JAGDSZENEN nochmals eine Präsentation ihrer Werke zu sehen. Auch hier wurden die Tänzer im Ballettsaal und bei den Bühnenproben begleitet. Zu dem Thema BERÜHRT DURCH MUSIK wurden 2009 im Begegnungszentrum der Gold-Kraemer-Stiftung in Köln und zu AKZENTE 2011 in der Galerie Artspace in Remagen Zeichnungen vom Beethoven Orchester ausgestellt. Dabei lag der Schwerpunkt der Ausstellung in Remagen in den abstakten Darstellungen der Handbewegungen der Dirigenten. Im April 2012 war eine Ausstellung im Theater Déjà vu in Bad Godesberg mit Zeichnungen zu Bühnenproben einer Uraufführung zu DELIKATE VERBRECHEN zu sehen.