Berlin, Staatsoper im Schiller Theater, Spielplan 2014/15: Kleine Staatsoper – Großes Musiktheater, IOCO Aktuell, 08.05.2014

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Staatsoper im Schiller Theater

Staatsoper im Schillertheater © IOCO

Staatsoper im Schillertheater © IOCO

Kleines Theater – Großes Oper

Jürgen Flimm, 72, Intendant der alt-ehrwürdigen Berliner Staatsoper Unter den Linden leitete in deren peripherer Ersatzspielstätte Schiller Theater an der Bismarckstraße (974 Plätze) bereits seine vierte Jahrespressekonferenz (JPK). Die Staatsoper Unter den Linden wird saniert, seit 2010. Das ist bekannt. Wieviel Jahre, ob drei, fünf oder sieben Jahre – so genau weiß dies keiner im Industriestandort Berlin. Ursprünglich sollte die Sanierung 2013 abgeschlossen sein; dann verzögerten Berlin-übliche Überraschungen den Rückzugtermin auf Mitte 2015. Trotz mehrfacher Befragung wollte Jürgen Flimm den Rückzugstermin 2015 an die Spielstätte Unter den Linden nicht bestätigen. 2010 sollte die Sanierung der Staatsoper noch €239 Mio kosten; öffentlich geflüsterte Schätzungen liegen inzwischen weit über €500 Mio.

Die Sanierung der Berliner Staatsoper wird weiterer Inbegriff des Berliner Bau-Chaos´: „Ohne das„, so Jürgen Flimm schon 2013, „einer vom Platz gestellt wird. Flimm weiter… wir regen uns nicht mehr auf …vielleicht macht man aus der Staatsoper ein Abfertigungsgebäude für den Flughafen.…“.

Erleben Sie die Jahrespressekonferenz live auf dem IOCO – Video: HIER

Jahrespressekonferenz: Abseits politischer Rücksichtnahmen

Jürgen Flimm und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim lieferten im Probensaal des Schiller-Theater eine gewohnt launig, lebendige Pressekonferenz zum Spielplan 2014/15 ab (Video). Irdisches, Zahlen, Wirtschaftliches fand nur beiläufig Erwähnung. Unterton: „Über Geld sprechen Künstler nicht gern“. Die Auslastung des kleinen, etwas abgelegenen Schillertheaters liegt 2013/14 bei stolzen, Staatsoper-haften 93,4%. Mit künstlerisch hohen Ambitionen glaubhaft verfüllt, von fröhlichem wie schwarzem Humor begleitet, zeigten Flimm und Barenboim voller Stolz auf die ihre Kunst. Die unsäglichen Beschränkungen ihres Provisoriums Schillertheater scheinen Engagement und Begeisterung nicht zu bremsen. Auffällig ist das gestaltende Element, mit welchem Daniel Barenboim seit 1992 Berliner Kultur gestaltet: Organisation der Berliner FESTTAGE, Förderung von Uraufführungen, Generalmusikdirektor der Staatsoper, unzählige Konzerte als Pianist wie als Dirigent und am kommenden 1. Juni 2014: Das schon traditionelle und spektakuläre Open-Air-Konzert unter seiner Leitung auf dem Bebelplatz. 40.000 Zuschauer kommen, der Eintritt ist kostenlos, Begeisterung garantiert!

Daniel Barenboim und Jürgen Flimm © IOCO

Daniel Barenboim und Jürgen Flimm © IOCO

Der Staatsopern Spielplan 2014/15 in Kürze:

309 Veranstaltungen, 9 Opern-Premieren, 21 Repertoire-Opern, 147 Opernvorstellungen im Großen Haus, 82 Opern im Kleinen Haus, 6 Premieren auf der Werkstattbühne. 80 Konzerte, die jährlichen FESTTAGE zu Ostern, die fünfte Ausgabe des Festivals für Neues Musiktheater INFEKTION!

– Saison – Eröffnungsfest am 21. September, 2014

Ab 11 Uhr: Ein Eröffnungsfest für kleine und große Gäste. Gesprochenes und Musik, vorgetragen von Jürgen Flimm und Musikern der Staatskapelle mit vielen Überraschungen machen den Sonntag zu einem vergnüglichen Familienfest. Wie nimmt eine Inszenierung Gestalt an, erleben Sie Solisten abseits der Bühne…Lassen Sie sich überraschen!

– Neun Musiktheater-Premieren in 2014/15

1. Letzte Tage. Ein Vorabend von Christoph Marthaler
o Premiere 2. September 2014
o Dirigent Uli Fussenegger, Regie Chr. Marthaler
o Ein skurril erschreckender Abend über Antisemitismus und Rassismus, gewidmet der Musik jüdischer Komponisten aus Tschechien, Polen und Wien
2. Tosca von Giacomo Puccini
o Premiere 3. Oktober 2014
o Dirigent Daniel Barenboim (sein erstes Puccini-Oper-Dirigat), Regie Alvis Hermanis, Floria Tosca ist Anja Kampe, Scarpia ist Michael Volle
3. Die Drehung der Schraube von Benjamin Britten (The turn oft he screw)
o Premiere 15. November 2014
o Dirigent Ivor Bolton, Regie Claus Guth
o Governess ist Maria Bengtsson
4. Der Freischütz von Carl Maria von Weber
o Premiere 18. Januar 2015
o Dirigent Sebastian Weigle, Regie Michael Thalheimer
o Ännchen ist Anna Prohaska, Max ist Burkhard Fritz, Kaspar ist Falk Struckmann
5. Parsifal von Richard Wagner
o Premiere 28. März 2015
o Dirigent ist Daniel Barenboim, Regie Dmitri Tcherniakowo Amfortas Wolfgang Koch, Gurnemanz René Pape, Kundry Anja Kampe
6. Emma und Eginhard von Georg Philipp Telemann
o Premiere 26. April 2015
o Dirigent René Jacobs, Regie E.-M. Höckmayr
o Emma ist Robin Johannsen, Eginhard ist Nikolay Borchev
7. La Straniera, konzertant, von Vincenzo Bellini
o Termine: 6. + 10. Juni 2015
o Alaide ist Edita Gruberova, Arturo ist José Bros
8. Ariadne auf Naxos von Richard Strauss
o Premiere 14. Juni 2015
o Musiklehrer ist Roman Trekel, Ariadne ist Camilla Nylund, Bacchus ist Roberto Sacca, Komponist ist Marina Prudenskaja
9. Orfeo von Claudio Monteverdi, Ballett-Oper
o Termine: 1. – 6 Juli 2015
o Orfeo ist Georg Nigl, Euridice ist Anna L. Richter
o Eine Produktion von Sasha Waltz & Guests

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– 21 Repertoire-Stücke mit großer Besetzung stehen auf dem Spielplan der kommenden Spielzeit. Darunter: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny von Kurt Weill und Bertolt Brecht, mit Gabriele Schnaut als Leokadja Begbick, ab 15. Januar 2015; Aus einem Totenhaus von Leos Janacek, mit Simon Rattle am Pult, Regie Patrice Chereau, ab 7. Dezember 2014; Candide von Leonard Bernstein, mit Leonardo Capalbo als Candide, ab 18. September 2014; Die Entführung aus dem Serail von W.A. Mozart, mit Anna Prohaska als Blonde, ab 30. April 2015; Die Zauberflöte von W.A. Mozart, Inszenierung August Everding, ab 23. Oktober 2014; Faust von Charles Gounod, nach Johann Wolfgang von Goethe, Faust ist Massomo Giordano, Méphisto ist René Pape, ab 23. November 2014; For the disconnected Child, ein Projekt von Falk Richter, ab 1.9.2014 September in der Schaubühne; Barbier von Sevilla von Gioacchino Rossini, ab 29. Oktober 2014; La Traviata von Giuseppe Verdi, Inszenierung Peter Mussbach, ab 14. September 2014; Lulu von Alban Berg, Dirigent Daniel Barenboim ab 21.2.2015; Macbeth von Giuseppe Verdi, Dirigent Daniel Barenboim, Macbeth ist Placido Domingo; Banquo ist René Pape, ab 7. Februar 2015; Rein Gold von Nicolas Stemann, Texte Elfriede Jelinek ab 5.10.2014; Sacre, Ballett von Sasha Waltz, ab 14. November 2014; Tannhäuser von Richard Wagner, Dirigat Daniel Barenboim, Tannhäuser ist Peter Seiffert, 2 + 5. April 2015, Tristan und Isolde von Richard Wagner, Dirigat Daniel Barenboim, Tristan ist Peter Seiffert, Isolde ist Waltraut Meier, ab 11. Oktober 2014.

Weltstars in der Wohnzimmeratmosphäre des lütten Schiller Theater: Anna Netrebko, Plácido Domingo, Rolando Villazón, René Pape, Peter Seiffert, Anna Prohaska, Mojca Erdmann, Edita Gruberova, Waltraud Meier, Camilla Nylund, Olga Peretyatko, Deborah Polaski, Dorothea Röschmann, Thomas Hampson, Pavol Breslik, Wolfgang Koch, Anja Kampe, Christian Gerhaher, Maria Bengtsson und andere Stars zum Anfassen nah: Nur in der Staatsoper im Schiller Theater.

Die Staatskapelle Berlin gibt in ihrer 173. Konzertsaison (2014/15) acht große Sinfoniekonzerte in der Philharmonie und im Konzerthaus. Für Daniel Barenboim sind die seit 1842 bestehenden Sifonie-Abende Verpflichtung. Drei der acht Konzerte wird er dirigieren, bei einem weiteren tritt er als Pianist auf. Neben ihm sind andere erstklassige Pianisten zu Gast. Weitere Dirigenten und Solisten sind Zubin Mehta, Michael Gielen, Dorothea Röschmann, Bernarda Fink und Guy Braunstein. Höhepunkte der Spielzeit werden am 1. August 2014 ein Benefizkonzert in der Philharmonie zugunsten der Sanierung der Staatsoper mit Anna Netrebko, aber auch, am 2. September 2014, das Eröffnungskonzert des Musikfest Berlin 2014 mit der Staatskapelle Berlin sein. Aber auch ein Konzert mit Placido Domingo als Dirigent und Rolando Villazon als Solist (Termin 17. Februar 2015), sowie zwei Sonderkonzerte mit Werken von Alban Berg unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim (8. + 15. März 2015) machen süchtig. Die traditionellen Konzerte zum Jahreswechsel 2014/15, dirigiert von Daniel Barenboim und mit Rolando Villazon als Gast stehen im Zeichen des argentinischen Tangos.

Der Barenboim-Zyklus umfasst 2014/15 sieben Konzerte unter Einschluss zweier Klavier-Recitals mit András Schiff und einem Kammerkonzert mit Pinchas Zuckerman und Yefim Bronfman. In kleineren Formationen sind die Musiker-/Innen der Staatskappelle Berlin auch im Roten Rathaus, im Bode Museum aber auch auf der Baustelle Unter den Linden präsent.

In der Werkstatt im Schiller Theater werden wieder zeitgenössisches und experimentelles Musiktheater sowie Stücke der Klassischen Moderne zu sehen sein. Werke von Karl Amadeus Hartmann, Leos Janacek, Francis Poulenc, Marc Neikrug und Ernst Krenek stehen auf dem Programm. Als neue Kinderoper wird dort ab 5. Dezember 2014 Hans im Glück, Komponist ist Staatsopern-Dirigent David Coleman uraufgeführt; ab 6. März 2015 die Kinderoper Das tapfere Schneiderlein nach den Brüdern Grimm.
Der Wermutstropfen im großen Staatsopern-Spielplan: Fehlanzeige für Kinderoper im großen Haus der Staatsoper. Das Durchschnittsalter der Staatsoper-Besucher zementiert sich fest bei 60 Jahren. Doch es gibt Alternativen: Die nahegelegene Komische Oper bietet originelles Kinder- und Jugendprogramm im großen Haus. Netrebko, who? Rappt man an der Komischen Oper, jung und frisch….

Die periphere Staatsoper im Schiller Theater hat etwas unwirkliches: Provisorium meets Feuerwerk der Hochkultur aus Tanz, Theater und Musik“. Für Jahre. Nur in Berlin !

IOCO / Viktor Jarosch / Mai 2014

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Berlin, Staatsballett Berlin, Berliner Ballettszene im Wandel, IOCO Aktuell, 12.02.2013

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Staatsballet Berlin

 Intendant und Tänzer Vladimir Malakhov © Andrej Glusgold

Intendant und Tänzer Vladimir Malakhov © Andrej Glusgold

Intendant Malakhov geht, Choreograph Duato kommt

Der Intendant und Tänzer Vladimir Malakhov wird seinen Vertrag als Intendant des Staatsballett Berlin nicht über die Spielzeit 2013|2014 hinaus verlängern. Der Choreograph Nacho Duato (56) wird im Herbst 2014 neuer Chef des Staatsballett Berlin.
Vladimir Malakhov war 2004 zum Intendanten des neugegründeten Staatsballett Berlin berufen worden. Als Intendant gelang es ihm, die ehemals drei Compagnien der Berliner   Staatsoper Unter den Linden, Komische Oper und Deutsche Oper Berlin zu einem homogenen, hervorragenden Ensemble zu formen, dessen außerordentliche Qualität sich in einem bemerkenswerten Corps de ballet präsentiert wie in weltweit gefragten Solisten.
Die Ausrichtung der Compagnie während Malakhovs Amtszeit lag auf dem klassischen Repertoire, ergänzt durch neoklassische und zeitgenössische Produktionen. Vladimir Malakhov sieht die Stärke seiner Compagnie im klassischen Tanz und in großen abendfüllenden Handlungsballetten. Wichtig war Malakhov der Aufbau eines umfangreichen Repertoires gewesen. Große Klassiker wie MANON, ONEGIN oder ROMEO UND JULIA sowie Choreographien von Balanchine, Robbins oder Béjart  und selten gezeigte Werke wie ESMERALDA oder SYLVIA füllen seither den Spielplan des Staatsballet Berlin. Zum Programm gehörten aber auch Kreationen zeitgenössischer Choreographen, wie z.B. SCHNEEWITTCHEN, OZ – THE WONDERFUL WIZARD oder die Reihe SHUT UP AND DANCE!, in der sich die choreographischen Talente aus dem Ensemble entwickeln konnten. Mit MALAKHOV & FRIEND machte Malakhov seine Ballettabende auch zu einem gesellschaftlichen Ereignis in Berlin.
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Neuer Ballettchef Nacho Duato © Bernardo Doral

Neuer Ballettchef Nacho Duato © Bernardo Doral

Am 7.2.2013 unterzeichnete der am 8. Januar 1957 als Juan Ignacio Duato Bárcia in Valencia geborene Spanier, heute als Nacho Duato bekannt, in Berlin seinen bis 2019 laufenden Vertrag als neuer Ballettchef. Die Ankunft von Duato in Berlin stand unter einem etwas schrillen Stern: In der Vorstellung von Nacho Duato im Roten Rathaus bat Klaus Wowereit die anwesenden Journalisten um weniger Aggression. Grund der Presse-Unmut: Trotz vieler Worte blieben die wichtigsten Eckpunkte zur Zukunft des Staatsballetts ungeklärt. Weiterer Diskussionstoff: Die als mögliche Nachfolgerin von Vladimir Malakhov heiß gehandelte und in Berlin langjährig erfolgreich tätige Star-Choreographin Sasha Waltz wurde in der Nachfolge Malakhovs nicht berücksichtigt. Waltz gilt als bekannteste lebende deutsche Tanzkünstlerin. Sasha Waltz beklagte öffentlich, daß ihr der Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz keine angemessenen Perspektiven angeboten hatte.
Nacho Duato führt als Künstlerischer Leiter das Ballett am Mikhailovsky Theater in St. Petersburg seit Anfang 2011. Im Jahr 2010 beging Nacho Duato das zwanzigjährige Bestehen der von ihm gegründeten Compañia Nacional de Danza in Madrid. Seine dortigen Choreographien wurden in das Repertoire vieler wichtiger Ballett-Compagnien aufgenommen.

IOCO / Viktor Jarosch / 12.02.2013

 

Berlin, Staatsballett Berlin, Presseinformation

März 21, 2009  
Veröffentlicht unter Pressemeldung, Staatsballett Berlin

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Staatsballet Berlin

Die Spielzeit 2009|2010

3 Premieren darunter 1 Uraufführung, 2 Wiederaufnahmen und der 3. International Dance Summit
Auf der Jahrespressekonferenz des Staatsballetts Berlin am 19. März 2009 gab Intendant Vladimir Malakhov seine Pläne für die Spielzeit 2009|2010 bekannt. Mit großen Klassikern des Ballettrepertoires und experimentellen Neukreationen geht das Staatsballett Berlin neue Wege. Insgesamt 91 Ballettvorstellungen, drei Premieren, darunter eine Uraufführung, zwei Wiederaufnahmen und der 3. International Dance Summit stehen auf dem Spielplan.

Für die Spielzeit 2009|2010 präsentierte Vladimir Malakhov ein vielseitiges Programm, welches sowohl die Traditionen des klassischen Balletts pflegt als auch strategisch in die Zukunft schaut. „In dieser Spielzeit bewegt sich das Staatsballett Berlin zwischen orientalischen Ballett-Träumen und experimentellen Kreationen. Besonders die darstellerische Arbeit mit dem Theaterregisseur Tomaz Pandur wird den Tänzerinnen und Tänzern meiner Compagnie neue Impulse geben.“ Vladimir Malakhov selbst wird eine Rarität zu neuem Leben erwecken – LA PERI ist ein romantisches Ballett mit orientalischer Note. Im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme von DIE BAJADERE in der Deutschen Oper Berlin bildet „das Orientalische“ einen Schwerpunkt der Saison. Neue Wege geht das Staatsballett Berlin mit einer Uraufführung des Theaterregisseurs Tomaz Pandur, A BRIEF HISTORY OF TIME, die Choreographie entwickelt Ronald Savkovic. Außerdem wird der große Klassiker SCHWANENSEE für die Deutsche Oper Berlin neu erarbeitet, SHUT UP AND DANCE! RELOADED erobert die Bühne der Komischen Oper Berlin, und die Erfolgsproduktion MALAKHOV & FRIENDS geht auf Reisen. Der 3. INTERNATIONAL DANCE SUMMIT ist Anlass für das Gastspiel der DANSGROEP AMSTERDAM von Krisztina de Châtel und Itzik Galili. Den Auftakt zur Ballettwoche bildet die BALLETT-GALA GEGEN HIV/AIDS.
Eröffnet wird die neue Saison traditionell mit der FESTLICHEN BALLETT-GALA in der Staatsoper Unter den Linden und einem anschließendem Gala-Dinner im prunkvollen Apollo-Saal.
SHUT UP AND DANCE! RELOADED ist die erste Premiere der Saison 2009|2010. Erstmalig auf der großen Bühne der Komischen Oper Berlin stellen die Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts Berlin ihr choreographisches Talent unter Beweis. In Kooperation mit den Berliner Festspielen wird eine Neuproduktion von Nadja Saidakova, Erste Solotänzerin des Staatsballetts Berlin, Hauptteil dieses Projekts sein.

Von Experimentierfreudigkeit geprägt ist auch die Uraufführung von Tomaz Pandurs A BRIEF HISTORY OF TIME, die dritte Premiere der Saison. Für die Choreographie zeichnet Ronald Savkovic verantwortlich. Gemeinsam mit dem Principal Guest des Staatsballetts Berlin erforscht der slowenische Theaterregisseur das Geheimnis der Zeit und gibt dem Repertoire des Staatsballetts Berlin durch dieses Auftragswerk neue szenische Impulse.

In Kooperation mit der gemeinnützigen Aktion „Vergessen ist ansteckend“ eröffnet die BALLETT-GALA GEGEN HIV/AIDS den 3. INTERNATIONAL DANCE SUMMIT 2010. Innerhalb der Ballettwoche begrüßt das Staatsballett Berlin die DANSGROEP AMSTERDAM, die neue Compagnie der Choreographen-Talente Krisztina de Châtel und Itzik Galili, und lädt das Publikum zu zahlreichen Veranstaltungen in das Ballett-Café im Apollo-Saal der Staatsoper Unter den Linden ein.
Die zweite Premiere der Spielzeit 2009|2010 ist LA PERI. Mit diesem selten aufgeführten Ballett aus dem Zeitalter der Romantik will Vladimir Malakhov zur Musik von Friedrich Burgmüller das Publikum mit seiner Choreographie in die Welt des Orients entführen. Mit diesem Stück schlägt er gleichzeitig eine Brücke zur seiner eigenen choreographischen Fassung der Erfolgsproduktion DIE BAJADERE.
Die Wiederaufnahmen der Klassiker SCHWANENSEE und DIE BAJADERE in der Deutschen Oper Berlin sind strategische Vorboten für den Umzug des Staatsballetts in seinen neuen Verwaltungssitz. Mit der Sanierung der Staatsoper Unter den Linden geht bereits in der Spielzeit 2009|2010 der Umstand einher, dass dem Staatsballett eine geringere Anzahl an Vorstellungsterminen zur Verfügung steht. Dies ist einer der Gründe für das Staatsballett Berlin, seine Präsenz in Europa und Deutschland zu verstärken. Präsentiert von der DEAG Deutsche Entertainment AG wird das Staatsballett Berlin mit einer Ballett-Gala MALAKHOV & FRIENDS in drei Städte reisen. Mit der DEAG als renommiertem Partner ist diese erste Tournee der Auftakt für eine Zusammenarbeit in zukünftigen Spielzeiten.
Beförderungen beim Staatsballett Berlin
Vladimir Malakhov ernennt Ludmila Konovalova zur Solotänzerin und Krasina Pavlova zur Demi-Solotänzerin.

Über die finanzielle Situation des Staatsballetts Berlin berichtete Georg Vierthaler, Geschäftsführer des Staatsballetts Berlin. Im Geschäftsjahr 2008 erreichte das Staatsballett Berlin eine Auslastung von 68,4% (in der Staatsoper 87,4%). Trotz geringerer Auslastung im Vergleich zum Vorjahr wurde das geplante Einnahmeziel nahezu erreicht. Überdies wurde das Platzangebot des Staatsballetts in der Deutschen Oper Berlin durch einen Beschluss des Stiftungsvorstandes verändert. Die Vergleichbarkeit mit den Zahlen des Vorjahres ist aus diesem Grund nur eingeschränkt möglich.

Strategische Ausrichtung
Der Leitsatz des Staatsballetts Berlin „die Tradition bewahren, die Gegenwart sichtbar machen und die Zukunft fördern“ ist auch in der Spielzeit 2009|2010 präsent. Auf seinen neuen Wegen wird die Compagnie von namhaften Partnern begleitet. Dr. Christiane Theobald, Stellvertretende Intendantin und Betriebsdirektorin des Staatsballetts Berlin, hob die zunehmende Bedeutung der Vernetzung des Staatsballetts Berlin besonders hervor. „Um unserem Anspruch gerecht zu werden, ist es von großer Bedeutung in verschiedenen Kontexten präsent zu sein und dadurch die Sichtbarkeit des Staatsballetts Berlin auch in anderen Zusammenhängen zu verstärken.“
Gemeinsam mit dem Verein Tanz ist KLASSE! feierte das Staatsballett Berlin in der Spielzeit 2008|2009 wieder beachtliche Erfolge: Durch das umfangreiche Workshop-Angebot des Education-Programms des Staatsballetts Berlin waren in dieser Saison bereits über 1.600 interessierte Besucher verschiedenen Alters zu Gast beim Staatsballett Berlin. Das MÄRCHENBALLETT AB 4 steht aufgrund der großen Nachfrage 2009|2010 mit acht Vorstellungen auf dem Spielplan.
Dr. Christiane Theobald dankte dem Hauptsponsor des Staatsballetts Berlin, der Weberbank Actiengesellschaft, die auch in der kommenden Saison das Staatsballett Berlin materiell und ideell unterstützen wird. Einen besonderen Dank richtete sie an den Verein der Freunde und Förderer des Staatsballetts Berlin für ihr konsequentes und großzügiges Engagement.

Pressemeldung Staatsballett Berlin

Berlin, Staatsballett Berlin, Presseinformation

September 1, 2008  
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„Du wirst ganz und gar bewegt“

dies ist der Slogan einer neuen Plakat-Kampagne für das Staatsballett Berlin, die ab dem 29. August auf Großflächenplakaten und Citylight Postern in Berlin zu sehen sein wird. Die überraschenden Motive zeigen beeindruckende Bilder aus Landschaft und Natur und sind als Metaphern gedacht für die ästhetischen, hoch emotionalen Gefühlswelten, die das Ballett zum Leben erwecken kann. Beispielsweise sieht man die stürmisch bewegte Schaumkrone einer Welle und entdeckt dazu die sehr direkte und persönliche Aufforderung „Lass es drinnen stürmen“.

„Diese Kampagne möchte den Menschen vermitteln, dass im Ballett zeitgemäße Kunsterfahrungen stattfinden, dass hier spontane Emotionalität möglich ist,“ erläutert Dr. Christiane Theobald, Stellvertretende Intendantin und Betriebsdirektorin des Staatsballett Berlin. „Ballett ist keine intellektuelle Kopfgeschichte, sondern eine höchst sensuelle Erfahrung, die sich mit Herz und Sinnen erleben lässt, sofern man offen dafür ist, auf das Echo in seinem Innern zu achten.“ So erweitert die Imagekampagne die gewohnte Sicht auf das Staatsballett sowie das Ballett an sich und möchte vor allem Vorurteile erschüttern – nicht zuletzt bei denen, die kaum jemals selbst eine Aufführung erlebt haben. Wolfgang Kaldenhoff, Leiter Marketing, Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Staatsballett Berlin, dazu: „Die moderne Konzeption der Plakate befreit das Ballett aus dem Ruch der Musealität, holt es aus der Experten-Nische heraus und gibt ihm damit einen bedeutsameren Platz im Fächer der Berliner Kulturangebote, einen Platz nahe bei den Wünschen des zeitgenössischen Publikums.“

Strategische Beratung erhielten Dr. Christiane Theobald und Wolfgang Kaldenhoff bei diesem Projekt von dem Berliner Spezialisten für Kulturmarketing und -kommunikation, Martin Hegel. Er begleitete den gesamten Prozess der Positionierung und Ideenfindung. „Die meisten wissen ja gar nicht, welche mitreißenden Aufführungen das Staatsballett unter Leitung des Weltklasse-Tänzers Vladimir Malakhov leistet,“ erklärt Martin Hegel. „Deshalb haben wir praktisch einen neuen Zufahrtsweg zum Ballett gebaut. Den Weg der Emotion, die eine breite Schicht anspricht – nämlich alle, die Interesse an emotional überwältigenden Kulturerfahrungen haben.“ Die Idee zur Kampagne stammt aus der Feder des freiberuflichen Kreativdirektors Fritz Iversen, der für die Entwicklung der kreativen Lösung gewonnen werden konnte.

„Unsere Kampagnenmotive bilden Emotionen nicht lediglich ab, sondern machen analog zum Ballett selbst ein Angebot für eine emotionale Erfahrung. Die Texte starten einen Dialog mit den Menschen, eine Reflexion, eine Bewegung im Innern. ‚Entdecke die fernen Länder deines Herzens‘ – welche Terrains sind das bei mir? Woran gehe ich achtlos vorbei? Natürlich werden viele solche Fragen nicht an sich herankommen lassen. Andere werden den Wunsch spüren, diese fernen Länder zu entdecken – eben zum Beispiel im Ballett.“ Die Kampagne wird zunächst von Ende August bis November 2008 auf Plakaten und Citylight Postern im gesamten Stadtgebiet von Berlin zu sehen sein. Gegebenenfalls ist eine Ergänzung in weiteren Medien im ersten Halbjahr 2009 denkbar.

 

Pressemeldung Staatsballett Berlin