Berlin, Komische Oper Berlin, Premiere: Musical Marinka – Emmerich Kálmán, 18.12.2016

Dezember 12, 2016  
Veröffentlicht unter Komische Oper Berlin, Musical, Premieren, Pressemeldung

Komische Oper Berlin

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

Marinka – Musical von Emmerich Kálmán

Konzertante Weihnachtsoperette: Kálmán-Zyklus schließt mit Romantic Musical

Premiere: Sonntag, 18. Dezember 2016, weitere Vorstellung: 30. Dez | 19:30 Uhr

Die Serie von Werken aus der Feder Emmerich Kálmáns im Rahmen der traditionellen konzertanten Weihnachtsoperette schließt in diesem Jahr mit einer echten Rarität: Marinka – Kálmáns erstes und einziges Musical, dessen Originalpartitur als verschollen gilt. Im New Yorker Winter Garden Theatre am Broadway 1945 uraufgeführt, feiert Marinka nun seine europäische Erstaufführung mit einer eigens neu angefertigten Orchestrierung. Die Titelrolle in der 90-minütigen Aufführung, die nur an zwei Abenden zu erleben sein wird, übernimmt Wiens Musical Star Ruth Brauer-Kvam, die Musikalische Leitung liegt in den Händen von Musicalspezialist Koen Schoots.

Emmerich Kálmán Grabmal © IOCO

Emmerich Kálmán Grabmal © IOCO

Kálmáns letztes vollendetes Werk entstand im amerikanischen Exil. Die Alte und die Neue Welt verbindend, spielt er in Marinka mit Elementen aus Musical und Operette, kombiniert Wiener-Walzer-Schmäh und Broadway-Nummern. Als auf den ersten Blick völlig ungeeigneten Stoff für ein Musical wählte er die sogenannte Mayerling-Affaire, den mysteriösen Doppelsuizid von Kronprinz Rudolf, dem einzigen Sohn des vor 100 Jahren verstorbenen österreichischen Kaisers Franz Joseph I., und seiner minderjährigen Geliebten Mary Vetsera, genannt Marinka, im Jahr 1889. Für sein erstes und einziges »Romantic Musical« gaben Kálmán und seine Librettisten der Tragödie jedoch kurzerhand ein Happy End.

Gemeinsam mit Ruth-Brauer Kvam führt Peter Bording, der bereits als Fred Graham in Kiss me, Kate überzeugte, in der Rolle von Rudolfs Leibfiaker Bratfisch durch den Abend – und kennt dabei natürlich alle indiskreten Details der amourösen Affäre. Johannes Dunz ist in der Rolle des verliebten Kronprinzen zu erleben, Talya Liebermann sorgt als Gräfin Landowska für skandalträchtige Komplikationen. Mit Koen Shoots steht nicht nur ein Musical-Experte am Pult – er übernahm bereits die musikalische Leitung bei Kiss me, Kate und West Side Story an der Komischen Oper Berlin – sondern auch ein echter »Mayerling-Experte«: Er zeichnete bereits für die musikalischen Arrangements im Musical Rudolf – Affaire Mayerling verantwortlich. PMKOB

Emmerich Kálmán  – Musical   Marinka | konzertant
A Romantic Musical in zwei Akten [1945] | In deutscher und englischer Sprache
Gesangstexte von George Marion Jr., Buch von George Marion Jr. und Karl Farkas
In einer Neuinstrumentierung von Ferdinand von Seebach

Musikalische Leitung: Koen Schoots, Kostüme: Katrin Kath, Chöre: David Cavelius
Besetzung Ruth Brauer-Kvam (Baroness Maria Vetsera, called Marinka), Johannes Dunz (Crown Prince Rudolph of Habsburg), Peter Bording (Bratfisch, cab-driver), Talya Lieberman (Countess Landowska), Es spielt das Orchester der Komischen Oper Berlin.

Premiere: 18.12. 2016, 19 Uhr,  Weitere Vorstellung: 30.12. 2016, 19:30 Uhr

Komische Oper Berlin – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Berlin, Komische Oper Berlin, Premiere: Cendrillon (Aschenputtel) von Jules Massenet, 12.06.2016

Komische Oper Berlin

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

 

Cendrillon (Aschenputtel) von Jules Massenet
Oper in vier Akten, 1899 | In französischer Sprache, Libretto von Henri Cain nach dem Märchen von Charles Perrault

Premiere: Sonntag, 12. Juni 2016, 19 Uhr, Weitere Vorstellungen: 16. / 19. / 26. / 29. Juni und 2. / 10. Juli 2016, Einführungsmatinee: Sonntag, 5. Juni 2016, 12 Uhr (davor ab 10 Uhr Opernfrühstück)

Paris / Grabmal Gioacchino Rossini © IOCO

Paris / Grabmal Gioacchino Rossini © IOCO

Von Rossinis La Cenerentola über Prokofjews Ballett Cinderella bis zum gleichnamigen Walt-Disney-Musical – das weltweit bekannte Märchen vom armen unterdrückten Mädchen war für viele Komponisten ein beliebter Bühnenstoff. Jules Massenets 1899 uraufgeführte Adaption war seinerzeit die erfolgreichste, doch heute führt sein Cendrillon eher ein Aschenputtel-Dasein auf den Spielplänen der Bühnen. Die Neuproduktion an der Komischen Oper Berlin wartet daher mit einem doppelten Berlin-Debüt auf: Nicht nur Regie-Shooting-Star Damiano Michieletto debütiert in der Hauptstadt, auch das Werk, das er inszeniert, feiert seine Berlin-Premiere, denn in der Hauptstadt war es tatsächlich noch nie zu sehen. Die Musikalische Leitung liegt in den Händen von Generalmusikdirektor Henrik Nánási. Die Titelrolle übernimmt Nadja Mchantaf, die zur nächsten Spielzeit von der Dresdener Semperoper ins Ensemble der Komischen Oper Berlin wechselt.

Cendrillon entstand an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und traf den Nerv einer Zeit radikaler gesellschaftlicher und technischer Umbrüche, in der die Sehnsucht nach kleinen Fluchten aus einer Wirklichkeit, die die Menschen zunehmend überforderte, ins schier Unendliche wuchs. Massenet konzentriert sich in seiner zauberischtraumhaften Version der Geschichte ganz auf das gefährdete Glück des Liebespaares.

Dem Venezianer Damiano Michieletto eilt nicht erst seit seinen Arbeiten am Royal Opera House der durchaus liebevollen Ruf eines »enfant terrible des Musiktheaters« voraus. Unlängst sorgte er mit Inszenierungen von Rossinis Guillaume Tell, Mascagnis Cavalleria rusticana und Leoncavallos Pagliacci in London für Aufmerksamkeit bei Publikum und Kritik, wurde mit dem renommierten Laurence Olivier Award geehrt und gilt als international gefragter Neuerer der Opernregie. Michieletto erzählt die Fabel von Mädchen, Märchenprinz und Tanz im »gläsernen Pantoffel« für ein erwachsenes und junges Publikum: als Teil der neidvoll-harten Realität einer Ballettschule, in der die Leistungsansprüche der Erwachsenen auf die Träume von jungen Menschen treffen – und in der nach einem Unfall der Prima Ballerina Märchenhaftes geschieht.

Musikalische Leitung: Henrik Nánási, Inszenierung: Damiano Michieletto
Bühnenbild: Paolo Fantin, Kostüme: Klaus Bruns
Dramaturgie: Simon Berger, Chöre: David Cavelius, Licht: Diego Leetz

Besetzung
Nadja Mchantaf Cendrillon / Aschenputtel,  Agnes Zwierko (Madame de la Haltière), Karolina Gumos (Le Prince Charmant), Mari Eriksmoen (La Fée), Mirka Wagner (Noémie), Zoe Kissa (Dorothée), Werner van Mechelen (Pandolfe), Carsten Sabrowski (Le Roi), Christoph Späth (Le Doyen da la Faculté), Nikola Ivanov (Le Surintendant des plaisiers), Philipp Meierhöfer (Le Premier Ministre), Chorsolisten der Komischen Oper Berlin u. a.

Premiere: Sonntag, 12. Juni 2016, 19 Uhr, Weitere Vorstellungen: 16. / 19. / 26. / 29. Juni und 2. / 10. Juli 2016, Einführungsmatinee: Sonntag, 5. Juni 2016, 12 Uhr (davor ab

10 Uhr Opernfrühstück)

Pressemeldung Komische Oper Berlin

Komische Oper Berlin – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

 

Berlin, Komische Oper Berlin, Premiere: La clemenza di Tito von Wolfgang Amadeus Mozart, 27.05.2016

Komische Oper Berlin

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

Komische Oper Berlin / Zuschauerraum © Gunnar Geller

 Konzertant: La clemenza di Tito – Wolfgang Amadeus Mozart

Musikalischer Thriller über Liebe, politische Machtkämpfe und Großmut

Libretto von Caterino Mazzolà nach Pietro Metastasio
In italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln

Sinfoniekonzert 6:   Freitag, 27. Mai 2016 | 20 Uhr

Wien / Mozart - Denkmal © IOCO

Wien / Mozart – Denkmal © IOCO

Nach den Frühwerken Il re pastore und Lucio Silla in den beiden vergangenen Spielzeiten setzt die Komische Oper Berlin ihre Serie konzertanter Mozartopern mit La clemenza di Tito fort. In Mozarts vorletzter, zeitgleich mit der Zauberflöte entstandenen Oper entspinnt sich rund um den römischen Kaiser Titus ein musikalischer Thriller über große Gefühle, Intrigen, politische Machtkämpfe und Großmut. Als Solisten glänzen unter anderem Johannes Chum in der Titelrolle, Simone Schneider als Vitellia, Theresa Kronthaler als Sesto sowie Sydney Mancasola als dessen Schwester Servilia. Generalmusikdirektor Henrik Nánási dirigiert das Orchester der Komischen Oper Berlin.

Kaiser Titus gilt als besonnener und gnädiger Herrscher. Doch obwohl er sogar die eigenen Heiratspläne dem Gemeinwohl unterordnet, erzeugt er wider Willen in seinem näheren Umfeld nichts als Missgunst, enttäuschte Hoffnungen und Verrat: Weil Vitellia, die Tochter von Titus’ getötetem Vorgänger, in ihrer Hoffnung auf ein Heiratsangebot des Kaisers enttäuscht wird, setzt sie eine Intrige gegen den Herrscher in Gang. Den ihr hoffnungslos in Liebe verfallenen Sesto, einen Jugendfreund Titus’, kann sie zu einem Attentat auf den Kaiser überreden. Der Anschlag misslingt, Vitellia und Sesto erwarten ihr Todesurteil. Doch auch in tiefster persönlicher Enttäuschung erweist sich Kaiser Titus als wahrhaft gnädiger Herrscher. La clemenza di Tito wird im italienischen Original mit deutschen Untertiteln aufgeführt.

Musikalische Leitung: Henrik Nánási, Chöre: David Cavelius,  Besetzung:
Johannes Chum (Tito Vespasiano, Herrscher von Rom), Simone Schneider (Vitellia, Tochter des vorherigen Kaisers Vitellius), Theresa Kronthaler (Sesto, Titos Freund), Sydney Mancasola (Servilia), Silvia Hauer (Annio), Alexey Antonov (Publio), Chorsolisten und Orchester der Komischen Oper Berlin

Sinfoniekonzert 6 – La clemenza di Tito:  Freitag, 27. Mai 2016 | 20 Uhr

Komische Oper Berlin – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Pressemeldung Komische Oper Berlin

Berlin, Komische Oper Berlin, Premiere – Die Zirkusprinzessin, IOCO Kritik, 20.12.2015

Januar 31, 2016  
Veröffentlicht unter Komische Oper Berlin, Kritiken

Komische Oper Berlin

Die Zirkusprinzessin von Emmerich Kálmán

Komische Oper Berlin / Die Zirkusprinzessin - Desiree Nick, Ivan Tursic © Iko Freese| drama-berlin.de

Komische Oper Berlin / Die Zirkusprinzessin – Desiree Nick, Ivan Tursic © Iko Freese | drama-berlin.de

 Désirée Nick hautnah: Als Zirkusdirektor!

Noch kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember, fand an der Komischen Oper Berlin die Premiere der konzertanten Aufführung der Operette Die Zirkusprinzessin von Emmerich Kálmán statt: An der Seite der fünf Opernsänger die provokante Kabarettistin mit scharfer Zunge, Désirée Nick. In dieser Produktion schlüpft die Schauspielerin und Entertainerin in die Rolle der Direktorin des Zirkus Stanislawski –Hauptschauplatz des Geschehens – und moderiert und verbindet oder kommentiert die verschiedenen aneinander gereihten, ausgewählten Gesangsnummern.

Komische Oper Berlin / Die Zirkusprinzessin Zoltan Nyari, Alexandre Reinspecht © Iko Freese | drama-berlin.de

Komische Oper Berlin / Die Zirkusprinzessin Zoltan Nyari, Alexandre Reinspecht © Iko Freese | drama-berlin.de

Das Werk des ungarischen Operettenkomponisten Emmerich Kálmán (1882 – 1953) wurde 1926 am Theater an der Wien uraufgeführt. Die Handlung spielt teilweise in Sankt Petersburg und dem dortigen Zirkus Stanislawski, wie auch in Wien. Im Mittelpunkt der mit falschen Identitäten, Nebenbuhlern, Intrigen, Husaren und bunten Zirkusartisten gespickten Geschichte, steht der mysteriöse Mister X und seine Liebe zur Fürstin Fedora Palinska. Parallel zu diesem eher romantischen, sentimentalen Paar wird auch die Liebesgeschichte des buffonesken Paares Mabel Gibson und Toni Schlumberger erzählt und zum Schluss, nach zahlreichen, verwirrenden Missverständnissen, Blamagen und Enttäuschungen, finden beide Paare letztendlich wieder zueinander und dem Happy End steht nichts mehr im Wege.

 Wien / Emmerich Kálmán © IOCO

Wien / Emmerich Kálmán © IOCO

Die Handlung, die wohl mehr als Vorwand für schöne Melodien und spritzige Tanzeinlagen zu verstehen ist, rückt bei dieser Produktion fast gänzlich in den Hintergrund. Zum einen natürlich, da es sich hierbei um eine verkürzte, konzertante Version, mit nur ausgewählten Gesangsnummern und ohne Dialoge handelt, zum anderen aber auch wegen des kaum erkennbaren, wenig überzeugendem szenischen Konzepts. Der Versuch, durch die Kostümierung der Darsteller und deren Interagieren das Geschehen dem Publikum so näher zu bringen, bleibt unbefriedigend. Weder die zwar hübschen, aber wenig originellen und wenig die Figuren charakterisierenden Kostüme, noch das klischeehafte und veraltet wirkende Posieren der an der Rampe sitzenden oder stehenden Sänger konnte dem Ganzen etwas Bedeutendes beitragen.

Allein Desirée Nick mit starker Bühnenpräsenz, in grünem Glitzerkostüm mit Zylinder, Feder und durchgängig konsequent gestalteten Figur, verlieh dem Abend Charakter. Zwar blieb Nick ihrem bekannten Bühnencharakter treu, jedoch nutzte sie  Revue-Elemente, die, auch wenn stark Clinche behaftet, dem Abend exzentrische Kapriolen gab. Nur manchmal kamen ihre Textpassagen nicht ganz so locker daher, wie man es sonst bei ihr gewohnt ist,  jedoch war ihre Performance stets engagiert und höchst professionell. Als Einlage gab Frau Nick dann noch eine Kostprobe ihres sängerischen Könnens, indem sie als Gag die berühmte Arie der Adele aus der Fledermaus  zum Besten gab …

Eher farblos fielen, auch wenn bemüht, die Sänger aus. Trotz des durchaus soliden sängerischen Niveaus und der wirklich schönen und gefälligen Melodien, waren keine wirklichen Highlights zu verzeichnen. Unter den Sängern drei Gastsolisten; die österreichische Sopranistin Alexandra Reinprecht als Fürstin Fedora, der ungarische Tenor Zoltán Nyári als Mister X und Ivan Turšic als Prinz Sergius Wladimir. Miss Mabel und Toni hingegen, waren von den Mitgliedern des festen Ensembles mit Julia Giebel und Peter Renz besetzt. Das Orchester spielte beschwingt unter der musikalischen Leitung des österreichisch-ungarischen Dirigenten Stefan Soltez.

Ein insgesamt eher liebloses Theaterereignis, das leicht untergeprobt wirkte und  nicht ganz dem sonstigen hohen Niveau der anderen Produktionen der Komischen Oper gerecht wurde. Schade.

Unter den zahlreichen eingeladenen prominenten Gästen, auch Yvonne Kálmán selbst, die Tochter des Komponisten.

IOCO / G.G. / 20.12.2015

Komische Oper Berlin – Alle Karten Hier :
Karten Kaufen

Nächste Seite »