
Komische Oper Berlin
Highlights 16. bis 22.02.2012
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Erstes Komische Oper ‘Kinderfestival …
15. – 19. Februar 2012
Opernvorstellungen, Workshops und Mitmachaktionen
für die ganze Familie und zwei Fachbesuchertage
Nahezu 40.000 Kinder und Jugendliche lassen sich jährlich an der Komischen Oper Berlin von der Welt der Musik und des Theaters faszinieren – wenn das kein Grund zu feiern ist! Denn was mit kleinen Opernvorstellungen auf der Vorbühne begann, hat sich dank des vehementen Engagements des scheidenden Intendanten Andreas Homoki nach 10 Jahren zu einem florierenden Bereich entwickelt, der in Deutschland führend ist: In jeder Spielzeit wird eine Kinderopern-Neuproduktion auf der großen Bühne herausgebracht.
Und fast jedes Jahr wird eine Uraufführung in Auftrag gegeben, die so viel Beachtung finden, dass sie mittlerweile an vielen Opernhäusern in Europa nachgespielt werden. Wie könnte man das gebührender feiern als mit einem mehrtägigen Festival?! Zu Ehren ihrer jüngsten Zuschauer richtet die Komische Oper Berlin erstmals ein Kinderfestival aus. Die schillernde Opernwelt zeigt sich an fünf Tagen in all ihrer Vielfalt – auf der Bühne und hinter den Kulissen. Geboten werden neun Opernvorstellungen: Neben den Auftragswerken der Komischen Oper Berlin, die für besondere Furore gesorgt haben, wie die Abenteueroper Robin Hood, die Märchenoper Die Schneekönigin und die abenteuerliche Insektenoper Mikropolis, werden auch zwei Opern aus dem »Erwachsenenrepertoire« gezeigt, La Bohème und Die Liebe zu drei Orangen, beides Inszenierungen von Andreas Homoki, die immer wieder auch Kinder ab 6 Jahren begeistern. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm für große und kleine Opernfreunde mit spannenden Workshops für alle und einem großen Familientag im Foyer. Außerdem sind Fachleute eingeladen, an zwei Tagen über das recht neue Genre Kinderoper zu diskutieren und sich durch Vorträge, Podiumsdiskussionen und in Praxis-Workshops in diesem Bereich fortzubilden.
Programm …
Mittwoch, 15. Februar …
19.00 Uhr Die Liebe zu drei Orangen
Donnerstag, 16. Februar …
11:00 Uhr Robin Hood
19:00 Uhr La Bohème
Freitag, 17. Februar …
11:00 Uhr Mikropolis
19:00 Uhr Die Schneekönigin
Samstag, 18. Februar …
11:00 Uhr Robin Hood
19:00 Uhr Mikropolis
Sonntag, 19. Februar …
11:00 Uhr Die Schneekönigin
19:00 Uhr Die Liebe zu drei Orangen
Karten … Kartentelefon Komische Oper Berlin … +49.(0)30.47 99 74 00 karten@komische-oper-berlin.de, www.komische-oper-berlin.de
Montag bis Samstag 9:00 bis 20:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 20:00 Uhr
Für die Opernvorstellungen des Kinderfestivals gelten die üblichen Eintrittspreise … Erwachsene 10,00 bis 66,00 €, Kinder 8,00 € (bis 16 Jahre)
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Dienstag, 21. Februar 2012
Der Freischütz … »Viel Fleisch und nackte Haut« (dpa)
19:30 Uhr
»Bieitos „Freischütz“-Version ist anders als das Original. Brutaler, negativer, als Thriller, nicht als Volksoper. Irgendwie passt es trotzdem zusammen. Weil das Orchester (Leitung: Patrick Lange) und die Sänger (vor allem Vincent Wolfsteiner und Ina Kringelborn) so großartig sind.« (B.Z.)
Für Regisseur Calixto Bieito und sein Team ist Webers Oper weder märchenhaft noch folkloristisch, sondern ein düsterer, psychologischer Thriller. Der zentrale Motor der gesamten Oper ist hierbei der Raum: der Wald. Im unheimlichen Wald, fernab der Zivilisation, offenbart sich die Natur in ihrer ganzen ungebändigten Kraft. Er entlockt den Menschen ihre finstere Seite, ihre Abgründe, über die sie selbst erschrecken. Hier, wo das Irrationale herrscht, brechen vehement unterdrückte Gefühle und dunkle Phantasien der Figuren hervor, die innerhalb des strengen Regelwerks einer dörflichen Gemeinschaft nicht gelebt werden dürfen. Hier lernen sich die Menschen selbst kennen, hier entdecken sie ihre brutalen Visionen, ihre Sexualität, ihre animalische Seite.
Musikalische Leitung … Patrick Lange
Inszenierung … Calixto Bieito
Ottokar … Ipca Ramanovic
Kuno … Hans-Peter Scheidegger
Agathe … Bettina Jensen
Ännchen … Ariana Strahl
Karten 11 – 66 € … per Telefon 030.47 99 74 00 oder online … www.komische-oper-berlin.de
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Mittwoch, 22. Februar 2012
Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit … Die sieben Todsünden … mit Dagmar Manzel
19:30 Uhr
Vor ihrer Flucht in die USA schrieben Kurt Weill und Bertolt Brecht im Exil ein letztes gemeinsames Werk: Die sieben Todsünden, uraufgeführt 1933 in Paris. Es schildert die Odyssee zweier Schwestern, die beide Anna heißen und eigentlich zwei Seelen eines Wesens sind, die eine »schön, die andere praktisch«. Anna wird von ihrer Familie in die großen Städte geschickt, um Karriere als Tänzerin zu machen und damit Geld zu verdienen für den Bau eines neuen Häuschens »in Louisiana, wo die Wasser des Mississippi unterm Monde fließen«. Sieben Stationen muss Anna durchwandern und ihre Haut zu Markte tragen. Dabei deutet Brecht die klassischen Todsünden wie Faulheit, Stolz, Unzucht oder Neid zu Tugenden um. Allerdings können sich in ungerechten Verhältnissen nur reiche Menschen so etwas wie Stolz leisten – Anna muss ihre Blöße zeigen, wenn die Leute dafür bezahlen. Weill kontrastiert seinen unnachahmlich verführerischen Songstil mit dem parodistisch gesetzten Männerquartett (!) der Familie.
Üblicherweise in einen sängerisch-darstellerischen (Anna I) und einen tänzerischen Part (Anna II) aufgeteilt, werden Anna I und Anna II in dieser Inszeneirung von einer Künstlerin verkörpert, der Schauspielerin und Sängerin Dagmar Manzel. Sagt Anna im Prolog des Stückes doch selbst: »Wir sind eigentlich nicht zwei Personen, sondern nur eine einzige. Wir heißen beide Anna. Wir haben eine Vergangenheit und eine Zukunft.«
Fokussiert auf seine Protagonistin erzählt Barrie Kosky Annas bittere Geschichte im leeren Raum: »ein einsamer Beckett-Monolog mit Musik«. Und natürlich einer Prise Humor.
Musikalische Leitung … Kristiina Poska
Inszenierung … Barrie Kosky
Anna … Dagmar Manzel
Karten 10 – 48 € … per Telefon 030.47 99 74 00 oder online … www.komische-oper-berlin.de