Berlin, Komische Oper Berlin, Xerxes Oktober – Dezember 2012, 18.05.2012

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Komische Oper Berlin

Georg Friedrich Händel
Xerxes

Dramma per musica in drei Akten (1738)
Libretto nach Silvio Stampiglia
Deutsche Textfassung von Eberhard Schmidt
Mit Xerxes hat sich Stefan Herheim, bereits dreimal als „Opern-Regisseur des Jahres“ ausgezeichnet, in der vergangenen Spielzeit erstmals auch an der Komischen Oper vorstellt. Der weltweit gefeierte Lautenist und Dirigent Konrad Junghänel interpretiert als Spezialist in Sachen Alte Musik Händels mal heiter-perlendes, dann wieder herz- und ohrenschmeichelndes Opernspätwerk, dessen betörende Arie „Ombra mai fu“ gleich zu Beginn die Herzen höher schlagen lässt.

Musikalische Leitung             Konrad Junghänel
Inszenierung                           Stefan Herheim
Bühnenbild                             Heike Scheele
Kostüme                                 Gesine Völlm
Dramaturgie                           Alexander Meier-Dörzenbach, Ingo Gerlach
Chöre                                     André Kellinghaus
Licht                                       Franck Evin

Xerxes                                    Stella Doufexis
Arsamene                               Karolina Gumos
Amastre                                  Katarina Bradic
Romilda                                 Brigitte Geller
Atalanta                                  Julia Giebel
Ariodate                                 Alexey Antonov
Elviro                                     Hagen Matzeit

Im Repertoire seit 13. Mai 2012

Eine Koproduktion mit der Deutschen Oper am Rhein
Okt. 2012       7 / 13
Nov. 2012       2 / 18
Dez. 2012       1 / 4

Berlin, Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten, Ehrentitel „Berliner Kammersängerin/ Berliner Kammersänger“ an Brigitte Geller und Peter Renz verliehen, 15.05.2012

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Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten

Ehrentitel „Berliner Kammersängerin/ Berliner Kammersänger“ an Brigitte Geller und Peter Renz verliehen

Der Senat hat auf Vorschlag der Stiftung Oper in Berlin beschlossen, Brigitte Geller (Sopran) und Peter Renz (Tenor) mit dem Ehrentitel „Berliner Kammersängerin/ Berliner Kammersänger“ auszuzeichnen. Die Auszeichnungen sind am 12. und 13. Mai 2012 in der Komischen Oper Berlin verliehen worden.

Frau Geller und Herr Renz sind langjährige Ensemblemitglieder der Komischen Oper Berlin. Sie werden für ihre herausragenden künstlerischen Leistungen gewürdigt.

Brigitte Geller und Peter Renz prägen in ihren jeweiligen Stimmlagen seit vielen Jahren das künstlerische Profil der Komischen Oper Berlin.

Ihre Rolleninterpretationen setzen hohe musikalische und darstellerische Maßstäbe.

Der Ehrentitel „Berliner Kammersänger“ wird vom Senat seit 1962 an Sängerinnen und Sänger verliehen, die durch herausragenden künstlerische Leistungen besondere Verdienste um die Berliner Opernlandschaft erworben haben.

Berlin, Berliner Philharmoniker, Live am Freitag: Claudio Abbado dirigiert Schumann und Berg, 11.05.2012

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Berliner Philharmoniker

Live am Freitag: Claudio Abbado dirigiert Schumann und Berg

Romantische Empfindsamkeit

Wenn Claudio Abbado und die Berliner Philharmoniker in der Vergangenheit Werke von Robert Schumann aufgeführt haben, waren meisten Raritäten zu bewundern: die Szenen aus Goethes Faust etwa oder das Melodram Manfred. Und auch die Ouvertüre zu Schumanns Oper Genoveva, die Abbado bei seinem aktuellen Gastspiel in der Philharmonie aufführt, dürfte für die meisten eine Entdeckung sein. Am Ende des Abends steht indessen eines der populärsten Werke des Komponisten: seine Zweite Symphonie.

Schumann hat die Symphonie Ende 1845 komponiert, als er an den Folgen einer schweren Depression litt. »Mir ist’s als müßte man ihr das anhören«, urteilte er selbst. Und in der Tat ist dies eine hochsensible Musik, die beispielsweise im Adagio espressivo des dritten Satzes die reale Welt träumend immer mehr hinter sich zu lassen scheint. Andere Abschnitte geben sich robuster, zuversichtlicher – lassen aber immer wieder fragile Nervosität durchscheinen. Indessen sollte die Symphonie keineswegs als »musikalischer Krankenbericht« verstanden werden, sondern als besonders eindrückliches Dokument romantischer Empfindsamkeit.

Der zweite Komponist des Programms ist Alban Berg, der sich immer wieder intensiv mit Schumanns Werk beschäftigt hat. Und so entdeckt die Wissenschaft viele kompositionstechnische Eigenheiten Schumanns in Bergs Stil wieder. Für den Hörer vermittelt sich der Einfluss eher in dem authentischen Feingefühl, das beiden Komponisten eigen ist. Im Falle Bergs offenbart sie sich beispielhaft in den Altenberg-Liedern und im Violinkonzert, die an diesem Abend erklingen. Um die emotionale Tiefe dieser Werke ganz auszuloten, wurden hervorragende Solistinnen verpflichtet: die Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter und die Geigerin Isabelle Faust.

Berliner Philharmoniker
Claudio Abbado Dirigent
Anne Sofie von Otter Mezzosopran
Isabelle Faust Violine

Robert Schumann: Ouvertüre zur Oper Genoveva op. 81
Alban Berg: Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg op. 4
Alban Berg: Violinkonzert »Dem Andenken eines Engels«
Robert Schumann: Symphonie Nr. 2 C-Dur op. 61

In der Pause: Isabelle Faust im Gespräch mit Margarete Zander

Live-Übertragung am Fr., 11. Mai 2012, 20 Uhr

Berlin, Deutsche Oper Berlin, Carmen, 06.05.2012

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Deutsche Oper Berlin

Georges Bizet Carmen

Sonntag, 06.05.2012, 18:00 Uhr
Dauer: 3 Stunden 15 Minuten | Eine Pause
Oper in vier Akten
Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der Novelle von Prosper Mérimée
Uraufführung am 3. März 1875 in Paris
Überarbeitete Wiederaufnahme am 08. März 2009
Überarbeitung einer Produktion aus dem Jahr 1979

 In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung Giuseppe Finzi
Regie Søren Schuhmacher
Überarbeitete Wiederaufnahme einer Produktion von Peter Beauvais aus dem Jahr 1979

Bühne, Kostüme Pier Luigi Samaritani
Überarbeitung der Ausstattung Norbert Bellen
Chöre William Spaulding
Kinderchor Dagmar Fiebach
Carmen Clémentine Margaine
Frasquita Kathryn Lewek
Mercédès Jana Kurucová
Micaëla Jacquelyn Wagner
Don José Thiago Arancam
Moralès Alexey Bogdanchikov
Zuniga Marko Mimica
Escamillo Simòn Orfila
Remendado Matthew Peña
Dancairo Jörg Schörner
Ein Bürger Marek Picz
Andres Sung Jin Kown
Chor der Deutschen Oper Berlin

 Kinderchor der Deutschen Oper Berlin

 Orchester der Deutschen Oper Berlin

 Opernballett der Deutschen Oper Berlin

Eine fatale Dreiecksgeschichte und die wohl berühmteste Oper überhaupt war CARMEN bei ihrer Uraufführung am 3. März 1875 in der Pariser Opéra Comique ein Flop, denn ihre Titelheldin vertritt sinnlich und offensiv eine Position jenseits der bürgerlichen Moral. Carmens absoluter Freiheitswille, ihre Bereitschaft, menschliche Beziehungen nur auf einer Grundlage völliger Unabhängigkeit, Gleichberechtigung und Freiheit einzugehen, macht sie zu einem unwiderstehlichen Objekt der Begierde. Bizet ist es gelungen, diesen auf der Novelle von Prosper Mérimée beruhenden Stoff mit den Mitteln einer Opéra comique zu erzählen, die musikalisch das gesamte Spektrum von Leichtigkeit, Alltäglichkeit, Albernheit und Härte, Verführung und Spiel, Grausamkeit und Schicksalhaftigkeit einsetzt.

Der Kinderchor der Deutschen Oper Berlin wird unterstützt von der Berliner Volksbank und der Berliner Morgenpost.

Berlin, Berliner Philharmoniker, MusikTANZ – Carmen, 25./26.05.2012

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Berliner Philharmoniker

MusikTANZ – Carmen Tanzprojekt der Berliner Philharmoniker 2012

Fr 25. Mai und Sa 26. Mai 2012 um 19.30 Uhr ARENA BERLIN IN TREPTOW
Berliner Philharmoniker / Sir Simon Rattle Dirigent Sasha Waltz Choreographie / Berliner Schülerinnen und Schüler Rodion Schtschedrin Carmen-Suite

Das Education-Programm der Berliner Philharmoniker präsentiert am 25. und 26. Mai 2012 sein diesjähriges Tanzprojekt MusikTANZ – Carmen in der arena Berlin in Treptow.
Zum zehnten Mal arbeitet das Orchester mit ca. 150 Mitwirkenden, Berliner Schülerinnen und Schülern, professionellen Tänzern sowie einer semiprofessionellen Tanzgruppe zusam-men, um – in diesem Jahr nach einem Konzept von Sasha Waltz – eine Aufführung zu er-arbeiten, die für viele der Beteiligten zu einer prägenden Erfahrung wird. Für fast sämtliche Schüler ist es die erste Begegnung mit einem großen Sinfonieorchester – entsprechend unsi-cher sind sie oft zu Beginn. Und lassen sich dann doch in den Proben anstecken und mitrei-ßen, verschmelzen zu einer Gruppe, sind stolz auf das, was sie erarbeitet haben und schließ-lich vor Tausenden von Zuschauern vorführen.

Nach zwei szenischen Aufführungen der Oper Carmen und einem Education-Projekt bei den Osterfestspielen in Salzburg und einer konzertanten Carmen-Aufführung in der Philharmonie kreist auch das diesjährige Tanzprojekt um die Figur der Carmen.
Die gemeinsame Auffuhrung der Schülerinnen und Schüler, der Compagnie Sasha Waltz & Guests und der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Sir Simon Rattle basiert auf der Carmen-Suite von Rodion Schtschedrin. Während einer mehrwöchigen, intensiven Probenphase macht das Team von Sasha Waltz die jungen Tänzer – eine 8. Klasse aus der Caspar-David-Friedrich-Oberschule Hellersdorf, eine 9. Klasse vom Askanischen Gymnasium Tempelhof und je eine 11. Klasse der Katholischen Schule St. Marien Neukölln und der Sophie-Scholl-Schule Schöneberg – mit der dramatischen Geschichte um die Figur der Carmen und mit der gleichnamigen Oper von Bizet vertraut. Sasha Waltz‘ Choreo- graphie erzählt mehrere heutige Carmen-Geschichten, die in der Lebenswirklichkeit der aus den verschiedensten Berliner Stadtteilen kommenden mitwirkenden Jugendlichen verortet sind. Die Choreographie basiert auf einem von Sasha Waltz und den Tänzern ihrer Compag-nie entwickelten Konzept: Jeder Klasse ist eine Gruppe von 4-5 Tänzern zugeordnet, die die Proben in jeder der vier Schulen intensiv betreuen und schließlich bei der Aufführung ge-meinsam mit den Jugendlichen auf der Bühne tanzen. Bei dieser Arbeitsmethode sind die Schülerinnen und Schüler nicht nur Lernende, sie werden zu eigenständigen, gleichberech-tigten Partnern, die sich mit dem Projekt identifizieren. Das Konzept bietet den Schülern al-len Freiraum, eigenes Material in den Proben und in die Grundstruktur der Arbeit mit den Tänzern der Compagnie einzubringen.

Die Choreographin Sasha Waltz studierte von 1983-1987 Tanz und Choreographie in Ams-terdam und New York. Gemeinsam mit Jochen Sandig gründete sie 1993 Sasha Waltz & Guests und 1996 die Sophiensæle Berlin. Von 2000 bis 2005 gehörte sie der Künstlerischen Leitung der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin an. Sie erhielt mehrfach Auszeichnungen, unter anderem den französischen Kulturorden »Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres«. Zuletzt erhielt sie im März 2011 das Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland.

„Freude, sicher, aber auch ein intensives Gemeinschaftsgefühl“ solle jeder der Mitwirkenden aus dem Tanzprojekt mitnehmen, hofft Sasha Waltz. „Jeder soll seinen eigenen Weg gegan-gen sein, jeder soll die Möglichkeit gehabt haben, sich selbst auszudrücken, aber eben getra-gen von der Gruppe, mit der Möglichkeit zu vertrauen und sich verletzlich fühlen zu dürfen.“

Karten zum Preis von 8 Euro erhalten Sie ab dem 2. Mai 2012 an der Kasse der Philharmonie: Herbert-von-Karajan-Str. 1, 10785 Berlin Mo bis Fr 15 – 18 Uhr sowie Sa, So und Feiertage 11 – 14 Uhr oder telefonisch unter: 254 88 999

Berlin, Deutsche Oper Berlin, Großes Haus – neuer Intendant – moderner Auftritt, IOCO Aktuell, 24.04.2012

Hervorgehoben


Aktuell

Deutsche Oper Berlin

Jahrespressekonferenz zum Spielplan 2012/13 mit Aufbruchstimmung
Berlins größtes Opernhaus bietet moderne Theater – Konzeptionen

Der kommende Intendant Dietmar Schwarz (54) leitete am 13.4.2012 seine erste Jahrespressekonferenz (JPK) zum Spielplan 2012/13 der Deutschen Oper Berlin, dem mit 1.954 Plätzen größten Opernhaus Berlins. Die Intendanz übernimmt Schwarz im Herbst 2012 mit Beginn der Spielzeit 2012/13. Teures deutsches Theater-Unikum: Die halb so große  Staatsoper Berlin residiert seit zwei Jahren im Schiller Theater (974 Plätze) 300 Meter entfernt.

Mit Dietmar Schwarz, zuvor erfolgreicher Operndirektor in Basel, verbindet sich in Berlin die Hoffnung, daß er die großen Möglichkeiten der seit Jahren glücklos geleiteten Deutschen Oper Berlin besser nutzen wird. Und Schwarz sollte erfolgreich sein: Die hohen Zuschüsse für Berlins drei Musiktheater haben viele Neider: Die Piratenpartei forderte kürzlich, die Deutsche Oper Berlin zu schließen und die freiwerdenden € 39 Mio Zuschüsse an die freie Szene umzuverteilen. Ein nicht ganz absurder Vorschlag, wenn man bedenkt, daß die Einnahmen bei Musiktheatern nur 10 – 15% der gesamten Kosten decken. Zudem steigert die öffentliche Diskussion den Druck auf die Berliner Theatermacher, Wünsche ihrer Besucher intensiv zu reflektieren.

Die erste Jahrespressekonferenz zur Saisonplanung 2012/13 von Dietmar Schwarz war mehr als eine abgehobene Selbstbeschau von lebensfernen Künstlern. Schwarz positionierte die Deutsche Oper Berlin künstlerisch aber auch unternehmerisch. Als einziger Intendant der drei Berliner Opernhäuser präsentierte er seine Saisonplanung mit seinem gesamten Leitungsteam. Der Geschäftsführende Direktor Thomas Fehrle, Operndirektor Christoph Seuferle, GMD Donald Runnicles, die Künstlerische Leiterin Dorothea Hartmann und neu der bestallte Chefdramaturg Jörg Königsdorf moderierten die Saisonplanung 2012/13 gleichberechtigt und motiviert wirkend. Dietmar Schwarz formulierte Problem und Ziel, daß hohe Durchschnittsalter von Opernbesuchern von 59 Jahren senken zu müssen. “Man muß deutlich machen, wofür die Deutsche Oper Berlin steht. Sie muß mehr sein als klassische große Oper“, so Dietmar Schwarz, “neues Publikum muß nachkommen“. Sprach es und stellte Katharina Mohr als neue Leiterin der Jungen Deutschen Oper vor, welche Produktionen für den künstlerischen Sängernachwuchs und Cross-over-Projekte steuern soll.

Als Spielstätte für diese  Junge Deutsche Oper wird der an das Musiktheater angrenzende riesige Tischler-/Werkstattraum saniert, umfunktioniert: € 1,5 Mio hat hierfür der Senat Berlin bereits bewilligt. Bis zu 400 Besucher, meist jüngeren Alters, sollen dort im Jahr 150 moderne, experimentelle Produktionen erleben. Am 27. November eröffnet die Berliner Theaterkompanie Nico and the Navigators mit einer Mahlermania!  Im Januar 2013 bringt die Chinesin Lin Wang das vertonte Kinderbuch “Oh wie schön ist Panama” von Janosch, alias Horst Eckert, in die Werkstatt. Mittelfristig sollen 30.000 junge Besucher im Jahr ihren Weg in die alte “Tischlerei” finden. Schwarz und sein Team setzten moderne Musiktheater – Akzente.

Die in drei Phasen geplante Erneuerung der Opernmaschinerie führt in der kommenden Spielzeit zu erheblichen Behinderungen des Repertoirebetriebs im Großen Haus. So wird während der ersten Bauphase im September 2012, aus der Not geboren, das selten gespielte Mädchen mit den Schwefelhölzern von Helmut Lachenmann, etwas ungewöhnlich, nur ensuite und vor dem eisernen Vorhang gespielt werden. Während der zweiten (2. Mai bis 27. August 2013) und dritten Bauphase (10. Juni  bis 21. September 2014) muß die Deutsche Oper Berlin geschlossen werden. Zudem sind die im Spielplan genannten Premierentermine der Tischlerei bereits überholt und nachzufragen!  “Bauen Sie mal in Berlin“, Schwarz leicht schmunzelnd.

Der Spielplan 2012/13, so Schwarz, soll vielschichtig sein; 6 Premieren  und 23 Repertoirestücke stehen auf dem Spielplan; Pflege der zum Teil großartigen Repertoirestücke haben zentrale Bedeutung; ein Motto für die kommende Saison verweigerte er: “Das Team ist das Programm“. Und dieses Team stellte den Spielplan in Detail vor: Donald Runnicles beschwor die Klangkultur seines Orchesters und schwärmte von Parsifal, James Levine und Götz Friedrich. Dorothea Hartmann stellte den neuen Geist der “Tischlerei” und ihren weitgefassten Musikbegriff und die vielen pädagogischen Angebote vor. Thomas Fehrle beschrieb die gute Auslastung von 80,6% und seine aktive Suche nach Sponsoren. Jörg Königsdorf und die anderen Teamkollegen rundeten den “Teamspirit”  des Hauses sympathisch kompetent ab.

-  6 Theater – Premieren

15. September 2012Das Mädchen mit den Schwefelhölzern von Helmut Lachenmann, nach Hans Christian Andersen, Dirigent Lothar Zagrosek, Inszenierung David Hermann, Stimme I  Hulkar Sabirova, Stimme II  Yuko Kakuta,

21. Oktober 2012Parsifal von Richard Wagner, Dirigent D. Runnicles, Inszenierung Philipp Stölzl, Amfortas Markus Brück, Titurel Albert Pesendorfer, Gurnemanz Robert Holl ua, Parsifal Klaus Florian Voigt ua, Kundry Evelyn Herlitzius ua

9. Dezember 2012:  Die Liebe zu den drei Orangen von Sergej Prokofjew, Dirigent Steven Sloane, Inszenierung Robert Carsen, König Treff Albert Pesendorfer, Der Prinz Thomas Blondelle, Prinzessin Clarisse Clémentine Margaine, Leander Markus Brück uam

25. Januar 2013:  Peter Grimes von Benjamin Britten, Dirigent Donald Runnicles, Inszenierung David Alden, Peter Grimes Christopher Ventris, Ellen Orford Michaela Kaune, Balstrode Markus Brück, Auntir Rebecca de Pont Davies, uam

10. März 2013: Der Ring: Next Generation von Richard Wagner / Alexandra Holtsch Jugendprojekt zum Wagner-Jahr mit Motiven aus dem Ring und Neukompositionen, Dirigent Moritz Gnann, Inszenierung Robert Lehninger, Dramaturgie Dorothea Hartmann,

21. April 2013: Rigoletto von Giuseppe Verdi, Dirigent Pablo Heras-Casado, Inszenierung Jan Bosse, Herzog von Mantua David Lomeli, Rigoletto Andrzej Dobber, Gilda Lucy Crowe, Monterone Bastiaan Everink,

- 2 Konzertante Premieren

27. April 2013: Lucrezia Borgia von Gaetano Donizetti, Dirigent Andriy Yurkevych, Chöre William Spaulding, Don Alfonso Alex Esposito, Lucrezia Borgia Edita Gruberova, Maffio Orsini Jana Kurucová,

19. Juni 2013: Attila von Giuseppe Verdi, Dirigent Pinchas Steiberg, Chöre William Spaulding, Attila Erwin Schrott, Ezio Dalibor Jenis, Odabella Liudm. Monastyrska

- 23 Repertoireopern

Der Wagner-Schwerpunkt 2013 der Deutschen Oper Berlin beinhaltet: Lohengrin, Die Meistersinger von Nürnberg, Rienzi der letzte der Tribunen, Der Ring des Nibelungen (ab 21.9.2013  Das Rheingold), Tannhäuser, Tristan und Isolde. Weitere Repertoireopern beinhalten: Die Trojaner von Hector Berlioz, Carmen von Georges Bizet, Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti, Don Giovanni und Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart, Madame Butterly, Tosca, Turandot von Giacomo Puccini, Ein Maskenball, Messa da Requiem, Otello, La Traviata von Giuseppe Verdi, Jeanne D´Arc von Walter Braunfels, Der Nussknacker von Peter Tschaikowskij, Das Märchen von der Zauberflöte nach W.A. Mozart.

- 7 Premieren Tischlerei:  Termine unklar: Wegen Umbauproblemen bitte Termine erfragen

1. Mahlermania nach Gustav Mahler, 2.  Oh, wie schön ist Panama von Li Wang nach Janosch, 3. Irgendie anders (für Kinder) von Juliane Klein, 4. Neue Szenen Kompositionswettbewerb,  5. Hoffmann Phantasmagorien nach Jacques Offenbach, 6. Bismarckstrasse 35 Konzertinstallation von Helmut Lachenmann, 7. M & The Acid Monks Desert-pop-Theater.

-  20.10.2012: 100-jähriges Bestehen der Deutschen Oper Berlin: Festkonzert

Moderation Tita von Ardenberg: 1. Teil: Richard Wagner Tannhäuser, Hans Werner Henze Uraufführung eines Auftragswerks der Deutschen Oper Berlin, Gioacchino Rossini Guillaume Tell, Giuseppe Verdi Falstaff, 2. Teil: Ludwig van Beethoven Fidelio 2. Akt ua mit Jonas Kaufmann, Matti Salminen, Anja Kampe, Markus Brück.

- Weitere auffällige Konzerte: 12.4.2013,  Konzert mit Diego Florez und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin, Die Perlenfischer von Georges Bizet am 5.6.2012 im Konzerthaus, sieben moderierte Kammerkonzerte aus der Türkei und Israel: im Foyer vom 24.9.2012 – 13.5.2012: Klang der Welt, Zwei Mittelmeerländer.

Die Deutsche Oper Berlin mit Dietmar Schwarz bietet 2012/13 mehr als viele hochklassige abendliche Vorstellungen. Den Altersdurchschnitt des Opernbesucher zu senken ist eine bessere Richtschnur als neben Anna Netrebko zu buhlen. Wohltuend klingt die darin postulierte Abgrenzung zur sich hüter gerierenden Berliner Staatsoper.  Der lange Weg der Deutschen Oper Berlin auf der Bismarckstrasse 35, Berlin:  Modernes Musiktheater bei passendem Klassik – Moderne  “Proporz”.

IOCO / Viktor Jarosch / 24.04.2012

Berlin, Staatsoper Berlin, Saison 2012/13: Großes Theater in kleinem Provisorium, IOCO Aktuell, 22.04.2012


Aktuell

Staatsoper im Schiller Theater

Staatsoper Berlin: Die Saison 2012/13 und eine Jahrespressekonferenz
Provisorium Staatsoper im  Schiller Theater  wird teure Berliner Normalität

Intendant Jürgen Flimm (70) leitete am 12.4.2012 seine zweite Jahrespressekonferenz (JPK) der Staatsoper Berlin  zum Spielplan 2012/13: Im kleinen Schiller Theater an der Bismarckstraße (974 Plätze), für vier Jahre Ersatzspielstätte der Staatsoper Berlin. Das Stammhaus der Staatsoper Berlin, die Oper Unter den Linden wird bis Ende 2014 saniert. Offiziell genannte Kosten der Sanierung: € 239 Mio. Teures deutsches Theater-Unikum: Die doppelt so große Deutsche Oper Berlin (1.954 Plätze) spielt, vom Schillertheater 300 Meter entfernt, ebenfalls auf der Bismarckstrasse.

Die JPK wurde von Jürgen Flimm und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim (69) getragen. Andere Teammitglieder fehlten erneut, Geschäftsführer Ronny Unganz ebenso wie andere Führungskräfte. Flimm und Barenboim, ganz Künstler, stellten also künstlerische Themen in den JPK-Fokus. Flimm streifte eine – angeblich – um 8% auf 89% gestiegene Auslastung, 155.000 Besucher und 264 Veranstaltungen der laufenden Saison. Beiträge zu Einnahmen, Zuschüssen, Rücklagen zur vergangenen oder kommenden Saison: Fehlanzeige. Finanzthemen an der Staatsoper: Nicht aktuell. Auch nicht die Frage, warum die Staatsoper nicht für die vier Sanierungsjahre geschlossen wurde. Die Wiedereröffnung der sanierten Staatsoper Unter den Linden soll im Herbst 2014 erfolgen. Jürgen Flimm freute sich 2012 über den Erfolg der zeitgenössischen Stücke. So waren alle Aus einem Totenhaus-Vorstellungen ausverkauft, die meisten anderen (Lulu, Candide uam) sehr gut besucht. Flimm kokettierte sich zum dienstältesten Intendant der Berliner Opern, welcher mit seinen gerade angekommenen Kollegen Barrie Kosky (Komische Oper) und Dietmar Schwarz (Deutsche Oper) gut könne. Öffentliche Kritik an hohen Staatsopern-Zuschüssen wies Flimm dagegen langatmig larmoyant zurück. Das laut Flimm so erfolgreiche Junge Theater bietet die Staatsoper  auf der kleinen Werkstattbühne an. Daniel Barenboim wird auf dem Staatsopern Spielplanheft lässig mit Schlapphut und Zigarre als Mafioso abgebildet, im Heft dagegen als “überragenden Wagner-Dirigent unserer Tage” gefeiert: Theater im Provisorium Schiller Theater beginnt auf dem Spielplanheft.


Weltstars machen das Theaterprovisorium auch 2012/13 zur Kulturmetropole

Annette Dasch, Maria Bengtsson, Magadalena Kozena, Waltraud Meier, Anna Prohaska, Dorothea Röschmann, Plácido Domingo, Jonas Kaufmann, Juha Uusitalo, René Pape, Rolando Villazón, Lance Ryan werden im Schillertheater singen. Daniel Barenboim wird im März den kompletten Ring dirigieren, Alan Gilbert, Chef des New York Philharmonic Orchestra gibt sein Debut, Gidon Kremer tritt in einem Kammerkonzert auf, Daniel Barenboim als Pianist in einem vier Konzerte umfassenden Lieder-und-Kammermusik-Zyklus……

Flimm, wie viele andere Intendanten, erklärte die kommende Spielzeit zum Wagner-Jahr. Anders Dominique Meyer, Chef der Wiener Staatsoper, Anfang April 2012 in Wien: “2013 wird kein Wagner-Jahr in Wien: Die anderen Komponisten könnten sich beschweren”. Eckpunkte des Berliner Staatsopern Spielplan 2012/13 werden sieben Musiktheater-Premieren im Schillertheater (davon drei Wagner Opern) und 17 Repertoire-Opern. Dazu 74 Konzerte der Staatskapelle, die FESTTAGE zu Ostern, in der Werkstatt experimentelles und junges Theater dazu eine Theaterakademie für Kinder. Die Stärke eines Opernhauses misst sich an seinem Repertoirebetrieb. Das Repertoire von 17 Opernwerken ist überregional Mittelmaß, im kulturell reichen Berliner Umfeld jedoch völlig ausreichend. Insgesamt bietet die Staatsoper 2012/13  379 Veranstaltungen:

-  Saisoneröffnung am 8.9.2012: Großer Arienabend mit Sopranistin Anja Harteros und, in der Werkstatt, Erik Satie´s: Wissen Sie, wie man Töne reinigt? Satisfactionen.

-  Sieben Premieren:

3. Oktober 2012:   Siegfried, von Richard Wagner, Dirigent: Daniel Barenboim, Inszenierung Guy Cassiers, Siegfried Lance Ryan, Wanderer Juha Uusitalo,   Brünnhilde Iréne Theorin uam

3. März 2013:   Götterdämmerung von Richard Wagner, Dirigent Daniel Barenboim, Inszenierung Guy Cassiers,  Siegfried Ian Storey, Alberich Martin Kränzle, Gunther Gerd Grochowski, Brünnhilde Iréne Theorin, Gutrune Marina Poplavskaja uam

28. April 2013:   Der fliegende Holländer von Richard Wagner, Dirigent: Daniel Harding, Inszenierung Philipp Stölzl, Holländer Michael Volle, Erik Frank van Aken, Senta Emma Vetter,

25. Mai 2013:   Le vin herbé (Der Zaubertrank) weltliches Oratorium von Frank Martin, Dirigent: Franck Ollu, Inszenierung Katie Mitchell, Tristan Matthias Klink, Iseut La Blonde Anna Prohaska uam

24. November 2012:   La Finta Giardiniera von Wolfgang Amadeus Mozart, Dirigent: Christopher Moulds, Inszenierung Hans Neuenfels, Don Anchise Podestà Stephan Rügamer, Marchesa Violante Anette Dasch, Contino Belfiore Joel Prieto uam

16. Juni 2013:   The Fairy Queen von Henry Purcell, Dirigent: Michael Boder, Inszenierung Claus Guth, mit Marlis Petersen, Tanja Baumgartner, Bejun Mehta, Topi Lehtipuu, Roman Trekel, Christina Schönfeld

22. Juni 2013:   Hanjo von Toshio Hosokawa, Dirigent: Günther Albers, Inszenierung Calixto Bieito, Hanako Ingela Bohlin, Jitsuko Honda Ursula Hesse von den Steinen, Yoshito Georg Nigl uam

-  FESTTAGE 2013

Richard Wagners Der Ring des Nibelungen (Das Rheingold 23.3.2013, Die Walküre 24.3.2013, Siegfried 27.3.2013, Götterdämmerung 31.3.2013) im Schiller Theater mit internationaler Starbesetzung steht im Zentrum der FESTTAGE 2013. Daneben bieten die FESTTAGE vom 25.3. bis 1.4.2013  Konzerte in der Philharmonie.

Konzertante Wagner – Gala

Plácido Domingo (75) wird am 13. Februar 2013 in einer konzertanten Wagner – Gala (Parsifal) erneut als Tenor zu hören sein. Neben Kwangchul Youn und Wolfgang Koch.

-  17 Repertoirestücke

Die Saison 2012/13 wird am 9. September 2012 mit Tosca von Giacomo Puccini eröffnet: Cavaradossi Neil Shicoff, Scarpia Thomas J. Mayer, Tosca Daniela Dessi. Die weiteren Repertoirestücke der Saison enthalten Die Walküre, La Traviata, Barbier von Sevilla, Die Zauberflöte, La Bohème, Don Carlo, Madame Butterly, Der Rosenkavalier, Der Freischütz, Orpheus in der Unterwelt, Maria Stuarda, Matsukaze, Aida, The Rake´s Progress, L´Elisir d´amore, Agrippina.

-  Werkstatt

Junges Theater bietet die Staatsoper leider nur in der Werkstatt: Der gestiefelte Kater von César Cui (ensuite Oktober – November 2012),  Das tapfere Schneiderlein von Wolfgang Mitterer nach den Brüdern Grimm (ensuite im Dezember 2012), Der Jasager und der Neinsager nach Bertolt Brecht (Mai 2013). Daneben bringt die Werkstatt eine Opernfantasie R. Hot bzw. Die Hitze von Friedrich Goldmann, die existentielle Kammeroper Der Kaiser von Atlantis des in Auschwitz ermordeten Viktor Ullmann und Vanitas von Salvatore Sciarrino über die Vergänglichkeit eines Musiktheaterwerks.

-  Musiktheaterakademie für Kinder

Die Musikakademie für Kinder in der Staatsoper ist auch 2012/13 mit einem reichhaltigen Angebot neuen Theaterberufen auf der Spur: Eine Souffleuse erklärt Kindern die Wissenschaft des laut Flüsterns und vieles mehr…  Kinder tauchen in die Welt der Musik und ihre Geschichten ein. Interessierte Kinder sollten sich früh schriftlich mit Geschichten und Bildern, welche die Neugierde in Musik und Theater zeigen, melden. Achtung, wegen hoher Nachfrage: Es entscheidet der Eingang der Bewerbung (Junge Staatsoper, Musiktheater für Kinder, Bismarckstrasse 110, 10625 Berlin).

Fazit: Der Spielplan 2012/13 stellt mit seinem vielfältigen Angebot die Staatsoper Berlin erneut künstlerisch in die erste Reihe bedeutender Musiktheater Europas. Teure Spitzenkultur wirkt allerdings auf 974 Plätze des Schiller Theaters in Zeiten knapper Kassen unangebracht. Unzeitgemäß auch, daß die Staatsoper mit “Theater für Große” klotzt, während “Theater für Kinder” nur im Hinterzimmer, der kleinen Werkstatt, stattfindet. Nebensache an der Staatsoper: Kindertheater.  Populär:  Netrebko und Co.

IOCO / Viktor Jarosch 22.04.2012

 

 

 

 

Berlin, Komische Oper Berlin, 4. Lange Nacht der Opern und Theater, 28.04.2012

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Komische Oper Berlin

Samstag, 28. April 2012

4. Lange Nacht der Opern und Theater

19:00 bis 1:00 Uhr

Rund 60 Bühnen öffnen Ihre Pforten und zeigen von 19.00 Uhr bis 01.00 Uhr fast 200 Produktionen aus den Genres Oper und Konzert, Tanz und Theater, Chanson und Schlager, Literatur und Kabarett, Puppen- und Jugendtheater, Improvisationstheater und Akrobatik. Damit erlebt die Lange Nacht noch eine Steigerung ihres grandiosen Starts im April 2009, als 50 Bühnen 20.000 Besucher zu Gast hatten.

Programm Komische Oper Berlin…

Carmen von George Bizet ist eine der beliebtesten Opern des Repertoires. Die Komische Oper Berlin zeigt Höhepunkte aus Sebastian Baumgartens hochgelobter Neuinszenierung Carmen. Danach heißt es Bühne frei für das STAATSBALLETT BERLIN. Außerdem gibt es an weiteren Orten um das Opernhaus herum einiges zu erleben. Informationen zum Rahmenprogramm gibt’s rechtzeitig online.

19:00/20:00/21:00 Uhr Carmen // Höhepunkte // mit Ensemble, Chorsolisten und dem Orchester der Komischen Oper Berlin // Dauer ca.35 min

22:15 Uhr Training zum Zuschauen // Was den Ballettmeister, die Pianistin und die Tänzerinnen und Tänzer im Ballettsaal alltäglich bei Laune hält, wird hier dem Publikum zugänglich gemacht // Mit: Wladimir Malakhov sowie Tänzerinnen und Tänzer des STAATSBALLETTS BERLIN

23:00 Vom klassischen Pas de deux zum zeitgenössischen Duett// Lecture Demonstration // mit Solisten und Corps de ballet des STAATSBALLETTS BERLIN

Berlin, Staatsoper im Schillertheater, Premiere Moskau Tscherjomuschki, 02.05.2012

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Staatsoper im Schiller Theater

Premiere am 2. Mai: Neco Celik inszeniert mit 22 Berliner Jugendlichen Schostakowitschs „Moskau Tscherjomuschki“

Die 1959 geschriebene und uraufgeführte musikalische Komödie „Moskau Tscherjomuschki“ von Dmitri Schostakowitsch erzählt von der Umsiedlung einer Gruppe junger Menschen aus der Mitte Moskaus in die Traban­tenstadt Tscherjomuschki. In der neuen Heimat begegnen sie büro­kra­tischen Verwaltern, korrupten Beamten und zahlreichen Hindernissen auf dem Weg in ein neues Leben.

Junge Sängerinnen und Sänger z.T. aus dem Ensemble der Staatsoper und dem Opernstudio, Musiker der Orchester­akademie und Mit­glieder der Staatskapelle Berlin werden dieses Werk gemeinsam mit 22 Berliner Jugend­lichen im Alter zwischen 14 und 20 mit Wurzeln u.a. in Polen, Russland, Kasachstan, Lettland und Moldawien erarbeiten. Es inszeniert der Berliner Regisseur Neco Çelik, der für seine Stuttgarter Arbeit „Gegen die Wand“, die Oper zum gleichnamigen Film von Fatih Akin, im letzten Jahr mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ in der Kategorie „Kinder- und Jugend­theater“ aus­gezeichnet wurde. Premiere in der Werkstatt der Staatsoper im Schiller Theater ist am 2. Mai.

Seit den 20er Jahren ist Charlottenburg Anziehungspunkt für russische Emigranten. Die letzte Ausreisewelle in den 90ern hat etliche Spätaussiedler-Familien in die Paul-Hertz-Siedlung im Norden des Bezirks verschlagen. Dort entstanden soziale Spannungen. Die Staatsoper reagiert auf diese Situation mit einem Projekt, das die Suche von Jugendlichen nach Geborgenheit und Lebenslust in einem räumlich isolierten Stadtteil thematisiert. Ihre Wahrnehmungen, Wünsche und Ängste, ihre Konflikte mit den Einheimischen, ihre Suche nach Lebensraum und „Wohn­paradies“ fließen in das Projekt mit ein.

Bereits seit Herbst 2011 bereiten sich die Jugendlichen auf das Projekt vor und nehmen wöchent­lich an Workshops der Jungen Staatsoper teil, in denen sie musikalisch und szenisch geschult werden. In der Produktion singen und spielen sie als Chor der Mieter und Bauarbeiter an der Seite von Evelin Novak, Adriane Queiroz, Maraike Schröter, Friederike Harmsen, Kap-Sung Ahn, Fritz Feilhaber, Michael Rapke, Kai Wegner, Bernhard Hansky, Andreas Neher sowie den Tänzern der Staatslichen Ballettschule Tatjana Zemann und Marten Baum. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Ursula Stigloher, die auch den Chor der Jugendlichen einstudiert hat.

Die Produktion wird unterstützt von der Allianz Kulturstiftung.
 
„Moskau Tscherjomuschki“
Musikalische Komödie von Dmitri Schostakowitsch
Staatsoper im Schiller Theater, Werkstatt
Premiere am Mittwoch, 2. Mai 2012, 19 Uhr
Weitere Vorstellungen am 4., 5., 6., 8., 9., 11.,13., 15. und 17.  Mai 2012 
 

Tickets sowie weitere Informationen unter Tel. 030 20354-555 und www.staatsoper-berlin.de

Berlin, Deutsche Oper Berlin, Premiere Lohengrin- Klaus Florian Vogt und Petra Lang erobern das Publikum, IOCO Kritik, 15.04.2012

Hervorgehoben


Kritik

Deutsche Oper Berlin

Premiere von Wagners Lohengrin,  15.04.2012

Klaus Florian Vogt und Petra Lang erobern das Publikum.

     

Nach über 20 Jahren präsentierte die Deutschen Oper Berlin am vergangenen Sonntag eine neue Produktion von WagnersLohengrin“ – diesmal in der Inszenierung von dem dänischen Regisseur Kasper Holten, seit dieser Spielzeit auch Direktor des Royal Opera House in London.

Angekündigt hatte Kasper Holten seinen Lohengrin (Dramaturgie von Miriam Konert) als zeitloses, politisches Machtspiel mit aktuellen Bezügen und kritischer Haltung zur offensichtlichen Kriegsbegeisterung Wagners.

Und in der Tat – bei Heben des Vorhangs zeigt sich eine mit lauter Leichen bedeckte und mit Blut beschmierte Bühne. Dazu die Ouvertüre, welche Holten als ein Requiem für die gefallenen Soldaten deutet, die hier durch die aus verschiedene Epochen stammenden Uniformen, zeitübergreifend für alle Kriege zu stehen scheinen.

Lohengrin, der als Lichtgestalt daherkommt, soll als machtpolitische Figur begriffen werden, der es versteht, sich raffiniert mit medialer Geste und mit Hilfe von einem großen Paar weißer Flügel, die er nach Bedarf auf – und absetzt, zu inszenieren, um das Volk zu blenden und zu manipulieren. Auch Telramund wird von ihm mit Einsatz von Nebel und geblendet durch Scheinwerferlicht besiegt… Kein Retter, sondern Überbringer von Tod und Zerstörung.

Das Bühnenbild und die historisierenden, stilisierten Kostüme von Steffen Aarfing passen sich gut diesem Konzept an. Gut strukturierte Flächen – funktionell das große, hängende, begehbare Kreuz (2. Akt), das nach Bedarf heruntergefahren wird.

Gekonnt auch die Lichtgestaltung (Jesper Kongshaud)

Nicht sonderlich verständlich jedoch die grünen herabhängenden Lichtschläuche, von denen Ortrud magische Kräfte aufsaugt…

Im 2. und 3. Akt ist die Bühne durch die Rückseite eines roten Theatervorhangs in Vorder- und Hinterbühne geteilt. Hinter einem Theaterportal erhebt sich die Kathedrale als sichtliche Theaterkulisse und Teil der Inszenierung für das Volk.

Vom Ansatz sicher kein schlechter Einfall, bleibt jedoch als Bild dann eher kraftlos. Der Inszenierung liegt sicher ein interessantes Konzept zugrunde.

Die einfachen und klar strukturierten Bilder erscheinen jedoch manchmal zu plakativ und stereotypisch. Auch der öfter präsente Thatergestus der Darsteller kommt der Regie nicht zugute.

Als zum Schluss Lohengrin von dem Volk wie ein Heiliger auf Knien angehimmelt wird, ist die Ironie, welche dem Konzept nach wohl gemeint ist, nicht klar genug zu erkennen. Ebenfalls als Elsa den mickrigen (Puppen-)Leichnam ihres zurückverwandelten Bruders aufdeckt, ist man etwas peinlich berührt.

Trotz mancher guter Ideen, bleibt die Inszenierung den angekündigten Intentionen schuldig und besticht nicht durch Originalität.

Das Orchester, unter dem Dirigat von Donald Runnicles, dem Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin, bot wunderschöne Momente musikalischen Genusses. Vortrefflich und mit schönem, vollem Klangkörper sang der von William Spaulding einstudierte Chor.

Unter den Sängern glänzten besonders Klaus Florian Vogt als Lohengrin und Petra Lang als Ortrud.

Klaus Florian Vogt, der kurz vor der Premiere für den Kollegen Marco Jentzsch eingesprungen ist, lieferte eine routinierte und bravouröse Leistung. Meisterhaft und mühelos natürlich sang er den Lohengrin mit seiner, nicht sehr großen, aber glasklaren Stimme und begeisterte das Publikum. Besonders nennenswert auch seine deutliche Diktion. Darstellerisch hingegen etwas weniger überzeugend.

Überragend auch Petra Lang. Mit großer Bühnenpräsenz und mit dramatischem Biss bot sie überzeugend eine heuchlerische und nach Macht strebende Ortrud. Die zahlreichen Höhen kamen ihr mühelos.

Gekonnt und mit warmer Stimme (mit etwas zu viel Vibrato darin) sang Ricarda Merbeth die Elsa – insgesamt etwas blass, steigerte sie sich im 3. Akt.

Leider textlich oftmals unverständlich (gut, dass es Übertexte gibt) sang Gordon Hawkins den Telramund mit schönem rundem, dunklem Bariton, in den Höhen aber etwas kraftlos.

Albert Dohmen sang den König Heinrich routiniert und mit schönem pastosem Timbre, schwächelte jedoch auch in den Höhen.

Besonders hervorzuheben auch Bastiaan Everink. Mit schöner, ausgewogener Stimme und sicherem Auftreten sang er gekonnt den Heerrufer des Königs.

Alles in allem ein erfolgreicher, auch wenn nicht überwältigender Premierenabend mit viel schöner Musik und zum Schluss Ovationen für alle Beteiligten (mit Ausnahmen von ein paar Buh-Rufen).

Im Publikum saßen auch die Bundeskanzlerin Merkel mit Ehegatte, sowie die Enkelin von Richard Wagner, Verena Lafferentz-Wagner.

IOCO / G.G. / 15.04.2012