Berlin, Staatsoper Unter den Linden, 2017/18 – Ein teurer Kulturtempel öffnet die Pforten, IOCO Aktuell, 30.06.2017

 Staatsoper Unter den Linden - Im Traum © Max Lautenschlaeger

Staatsoper Unter den Linden – Im Traum © Max Lautenschlaeger

Staatsoper im Schillertheater

 2017/18 – Staatsoper Unter den Linden im Wandel

 Wiedereröffnung:  3.10.2017 – 7.12. 2017

Auf der Jahrespressekonferenz der Staatsoper Unter den Linden stellten im Intendanzgebäude der zum 31.3.2018 scheidende Intendant Jürgen Flimm (75), Matthias Schulz (40) und Generalmusikdirektor Daniel Barenboim (74) den Spielplan 2017/18 vor. Der Geschäftsführende Direktor der Staatsoper, Ronny Unganz, fehlte, ohne Erklärung. Die Pressekonferenz der Lindenoper galt so sichtbar allein der Kunst, dem Künstlichen. Matthias Schulz, als Konzertchef der Salzburger Festspiele erstmals prominent in der Öffentlichkeit, ab 1.9.2017 Co-Intendant der Staatsoper, wird zum 1.4.2018 Intendant und Nachfolger Flimms. Doch Jürgen Flimm scheidet nur als Intendant; der Lindenoper und den Berlinern bleibt er weiterhin erhalten: Als Regisseur kehrt er bereits am 7.7.2018 mit der deutschen Erstaufführung von Salvatore Sciarrinos Ti vedo, ti sento, mi perdo an die Lindenoper zurück.

Staatsoper unter den Linden / Manager Flimm, Barenboim, Schulz © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / Manager Flimm, Barenboim, Schulz © IOCO

Es war eine auffällige Pressekonferenz. Erwartungen, daß die Lindenoper-Chefs, Flimm, Barenboim und Schulz, vor Begeisterung über die anstehende Rückkehr an das Stammhaus platzten würden, wurden enttäuscht. Die teure Luxusoper im Herzen Berlins: Nebensache! Obwohl zu den verkündete Lindenoper-Eröffnungsterminen 3.10.2017 und 7.12.2017 Unsicherheit dominierte. In Abwesenheit von Direktor  Ronny Unganz klang Jürgen Flimm zur Wiedereröffnung merkwürdig resignativ als er sagte: „Wir glauben es (den Termin) bis heute immer noch nicht..  zupfen uns am Ohr… kleine Angst haben wir immer noch..„.  Die Zeit zwischen dem 3.10. und dem 7.12.2017 sei erforderlich, um die neue Bühnentechnik zu testen und Inszenierungen der neuen Technik anzupassen. Zum  profanen Alltag, wie Budget, Auslastung, Einnahmen hörte man von Flimm nur, daß das „kleine“ Schillertheater mit 90% ausgelastet sei. Flimm & Co konzentrierten sich sehr routiniert nur auf künstlerische Erfolge der laufenden Spielzeit, „Triumphe (?) in der Carnegie Hall..„, auf 2017/18 kommende Inszenierungen, auf Flüge der Staatskapelle in Barenboims Heimat ans Teatro Colon in Südamerika; man freute sich über Dirigate des seit vielen Jahren nach London abwandernden Simon Rattle, erklärte Claude Debussys´ Bedeutung in der Musik und ähnliches. Anders Dominique Meyer, Chef der Wiener Staatsoper: Auf dessen Pressekonferenzen werden, sehr professionell, nicht nur den „Erfolgen“, sondern auch Problemen, dem Opernalltag, Auslastungen, Budget, Besucheralter oder Frauenquoten allzeit detailliert Platz einräumt.

 Staatsoper Unter den Linden im Juni 2017 - Ohne Verschalung © IOCO

Staatsoper Unter den Linden im Juni 2017 – Ohne Verschalung © IOCO

Eine der Pressekonferenz folgende, 2-stündige Führung mit Bauhelm und auf eigene Gefahr, gab umsomehr Aufschluß über Status und Ziele der Sanierung. Kay Keßner, an der Lindenoper auch auf der Bühne aktiv, erklärte der Presse in vielen Details, auf der Hauptbühne wie den vier Rängen der Lindenoper, in Proberäumen, in tiefen unterirdischen Gänge mit logistischer Hightec, das Primat des Denkmalschutzes bei der Sanierung, die große Bedeutung von Erich Kleiber (1890 – 1956) und Vater von Carlos Kleiber für den Erhalt der Lindenoper und Apollosaal in  alten, klassischen Strukturen. Keßner führte in die neuen Probenräume für Orchester und Chor; er führte aus, wie Nachhallzeiten der Lindenoper durch um 3.000m³ auf 9.500m³ vergrößertes Raumvolumen oder in Probenräumen durch aufwendig sanierte Wand- und Vorhangstrukturen gesteuert werden. Die mit knapp 1.400 Plätzen nicht große Lindenoper wird durch neue Bestuhlung noch 30 Plätze einbüßen.  Zum Zeitpunkt der Führung war in der Lindenoper noch wenig fertig: Blanke Bretter, kreischende Maschinen, Schläuche, rohes Mauerwerk, hämmernde Arbeiter. Kay Keßner glaubte fest an den offiziellen Eröffnungs-Termin. Doch ob am 7.12.2017 oder irgendwann: Die  neue Lindenoper im Herzen Berlins wird zu einem Juwel deutscher Kultur werden, wenn auch unendlich teuer erkauft.

Staatsoper Unter den Linden / Sanierung - Blick vom vierten Rang © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / Sanierung – Blick vom vierten Rang © IOCO

3.10.2017: WIEDERERÖFFNUNG LINDENOPER

Wenn sie dann stattfindet!

Am 3. Oktober 2017, fünf Tage nach Abzug der Bauarbeiter, erleben Berliner die erste Vorstellung in der sanierten neuen Lindenoper: Robert Schumanns romantische  „Szenen aus Goethes Faust“ mit großem Aufgebot an Solisten, Chören und Musikern; dazu Sinfoniekonzerte in der Oper, der Philharmonie und auf dem Bebelplatz. All dies soll ab 3.10.2017 einen neuen Anfang verkünden, ist Teil eines neutätigen PRÄLUDIUMS. Den Auftakt des PRÄLUDIUM bildet das Open-Air-Konzert STAATSOPER FÜR ALLE mit Daniel Barenboim, der Staatskapelle Berlin und dem Staatsopernchor am 30. September um 17 Uhr unter freiem Himmel auf dem Bebelplatz bei freiem Eintritt. Am folgenden Tag, dem 1. Oktober, haben Berliner sowie Gäste aus aller Welt die Möglichkeit, die Lindenoper bei musikalischen Führungen zu erkunden.  Am 7. Oktober sind die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Zubin Mehta in der Staatsoper Unter den Linden zu Gast. Am 8. Oktober wird die Neue Werkstatt mit »Rivale«, einer Uraufführung von Lucia Ronchetti als Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden, in der Regie von Isabel Ostermann und unter der musikalischen Leitung von Max Renne eingeweiht (weitere Termine: 11., 14., 15., 17., 19., 20. und 22. Oktober 2017). Das Programm des PRÄLUDIUM wird für alle live auf den Bebelplatz übertragen.

Am 7.10.2017 Abends ist wieder Stille in der Lindenoper; Technik, Inszenierungen, Theater-Mitarbeiter müssen gelernt, getestet werden; bis 7.12.2017: An diesem Tag findet die formelle Eröffnung des Opernhauses Unter den Linden statt; mit Feiern und einem Geburtstagskonzert zur Gründung des Opernhauses vor 275 Jahren: Die Staatskapelle Berlin spielt aus Ein Sommernachtstraum, dazu Kompositionen von Pierre Boulez und Richard Stauss. Am 8.12.2017 beginnt der wahre Opernbetrieb: Mit der Premiere von Hänsel und Gretel in der Inszenierung von Achim Freyer (83).

Staatsoper Unter den Linden / in der Sanierung / Blick von der Hauptbühne in den Zuschauerraum © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / in der Sanierung / Blick von der Hauptbühne in den Zuschauerraum © IOCO

2017/18 – BESONDERE AKZENTE

Besondere Akzente setzen 2017/18 acht Premieren auf der großen Bühne (darunter eine deutsche Erstaufführung), zwei Uraufführungen und vier Premieren in der Neuen Werkstatt, 13 Musiktheaterwerke aus dem Repertoire sowie mehr als 90 Konzerte. Die bereits zum 23. Mal veranstalteten FESTTAGE kehren zurück an ihren Gründungsort, während das Festival für Neues Musiktheater INFEKTION! erstmals Unter den Linden stattfindet. Insgesamt sind es über 290 Veranstaltungen plus zahlreiche Projekte der Jungen Staatsoper. Darüber hinaus führen Gastspiele die Staatskapelle Berlin u. a. nach Dresden, Paris, Wien, Salzburg und Buenos Aires.

Staatsoper Unter den Linden / Riesiger sanierter Probenraum für Orchester mit speziellen Nachhall Konstruktionen © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / Riesiger sanierter Probenraum für Orchester mit speziellen Nachhall Konstruktionen © IOCO

2017/18: PREMIEREN UND REPERTOIRE

Alte Freunde: Anna Netrebko mit Ehemann an der Staatsoper

Daniel Barenboim wird in der kommenden Spielzeit neben Robert Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“ (Premiere: 3. Oktober) drei weitere Neuproduktionen dirigieren. Zum einen Wagners »Tristan und Isolde« in der Regie von Dmitri Tcherniakov mit Andreas Schager und Anja Kampe in den Titelrollen (Premiere: 11. Februar 2018), zum anderen zwei Verdi- Opern: die FESTTAGE-Premiere mit »Falstaff«, inszeniert von Mario Martone, mit Michael Volle, der sein Rollendebüt in der Titelpartie gibt (Premiere: 25. März 2018) sowie »Macbeth« mit Harry Kupfer (81) als Regisseur und mit Plácido Domingo (76 – 80) und Anna Netrebko als Macbeth und Lady Macbeth (Premiere: 17. Juni). Darüber hinaus wird Daniel Barenboim die Wiederaufnahmen von Wagners »Parsifal« und Debussys »Pelléas et Mélisande« musikalisch leiten. Yusif Eyvazov, Ehemann von Anna Netrebko, hier die Heirat in Wien,  wurde, passend zu den Juni Macbeth Terminen seiner Anna Netrebko, mal eben gleich mit an die Lindenoper geladen: Ab 2.6.2018 macht Eynazov den Cavaradossi in Tosca.

Staatsoper Unter den Linden / Kay Keßner führt durch die Lindenoper © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / Kay Keßner führt durch die Lindenoper © IOCO

Zu den weiteren Premieren der Spielzeit 2017/18 zählen Engelbert Humperdincks »Hänsel und Gretel« inszeniert von Achim Freyer (81) und dirigiert von Sebastian Weigle (Premiere: 8. Dezember), Claudio Monteverdis »L’incoronazione di Poppea« in der Regie von Eva-Maria Höckmayr, gespielt von der Akademie für Alte Musik Berlin unter der Leitung von Diego Fasolis (Premiere: 9. Dezember), sowie „Altrocker“ (so Jürgen Flimm) Hans Neuenfels´ Neuproduktion von Richard Strauss´ »Salome«, musikalisch geleitet von Zubin Mehta, Ehrendirigent der Staatskapelle Berlin (Premiere: 4. März). Mit der deutschen Erstaufführung von Salvatore Sciarrinos »Ti vedo, ti sento, mi perdo«, im Rahmen von INFEKTION! Festival für Neues Musiktheater, kehrt Jürgen Flimm wenige Wochen nach dem Ende seiner Amtszeit als Intendant als Regisseur an das Haus zurück und setzt die intensive Auseinandersetzung mit dem Musiktheaterschaffen des italienischen Komponisten an der Berliner Staatsoper fort. Die Koproduktion mit dem Teatro alla Scala di Milano wird dirigiert von Maxime Pascal; es singen u. a. Laura Aikin und Otto Katzameier (Premiere: 7. Juli 2018 | INFEKTION!).

Höhepunkte des Repertoires sind Jürgen Flimms Inszenierung von Glucks »Orfeo ed Euridice« mit Bejun Mehta und Elsa Dreisig in den Titelrollen, Wim Wenders´ Produktion von Bizets »Les pêcheurs de perles«, wie bei der Premiere mit Olga Peretyatko-Mariotti, sowie Purcells »King Arthur« in der Regie von Sven-Eric Bechtolf und Julian Crouch, dirigiert von René Jacobs. Mit Brittens »The Turn of the Screw« und Mozarts »Don Giovanni« stehen zwei erfolgreiche Produktionen von Claus Guth wieder auf dem Spielplan, u. a. mit Christopher Maltman und Maria Bengtsson. Neben »Pelléas et Mélisande« – erstmals seit 2009 wieder gezeigt – ist eine weitere Regiearbeit von Ruth Berghaus zu erleben: Rossinis »Il barbiere di Siviglia«. Darüber hinaus spannt die Spielzeit 2017/18 mit Mozarts »Die Zauberflöte«, Puccinis »La Bohème« (Angela Gheorghiu als Mimì), »Tosca«, Verdis »La traviata«, Wagners »Parsifal« (R: Dmitri Tcherniakov), Strauss´ »Ariadne auf Naxos« (R: Hans Neuenfels) einen Bogen vom späten 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert.

Sängerinnen und Sängern sind u.a. Maria Agresta, Laura Aikin, Daniela Barcellona, Piotr Beczala, Maria Bengtsson, Max Emanuel Cencic, Marianne Crebassa, Francesco Demuro, Plácido Domingo, Tara Erraught, Yusif Eyvazov, Angela Gheorghiu, Ekaterina Gubanova, Anja Kampe, Dmitry Korchak, Bejun Mehta, Anna Netrebko, René Pape, Olga Peretyatko-Mariotti, Ailyn Pérez, Simone Piazzola, Adrianne Pieczonka, Anna Prohaska, Xavier Sabata, Fabio Sartori, Nadine Sierra, Nina Stemme, Lauri Vasar, Rolando Villazón, Michael Volle sowie Kwangchul Youn.

 

2017/18 KONZERTPROGRAMM

Die Staatskapelle Berlin spielt in Berlin 16 große Sinfoniekonzerte mit acht Programmen – erstmals wieder im Opernhaus Unter den Linden sowie in der Philharmonie. Acht von ihnen stehen unter der Leitung von Daniel Barenboim. Die weiteren großen Orchesterkonzerte werden geleitet von Antonio Pappano, Zubin Mehta, Christoph von Dohnányi und François-Xavier Roth. Als Solisten sind Maurizio Pollini (Klavier), Renaud Capuçon, Lisa Batiashvili (Violine) sowie die Sängerinnen und Sänger Anna Prohaska, Nadine Sierra, Anna Nechaeva, Lauren Michelle (Sopran), Marianne Crebassa (Mezzosopran), Bejun Mehta (Countertenor), Ian Bostridge, Francesco Demuro (Tenor), Thomas Hampson, Matthias Goerne (Bariton) und Alex Espositio (Bass) zu erleben.

Staatsoper Unter den Linden / Kay Keßner führt durch den Apollosaal © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / Kay Keßner führt durch den Apollosaal © IOCO

Einen besonderen Auftakt der Konzertsaison bildet das Eröffnungskonzert des Musikfest Berlin am 31. August in der Philharmonie. Unter der Leitung von Daniel Barenboim spielt die Staatskapelle Berlin Anton Bruckners 8. Sinfonie. In der Spielzeit 2017/18 werden gleich zwei besondere Geburtstagskonzerte gefeiert: Am 15. November gibt Daniel Barenboim anlässlich des 75. Geburtstags ein Benefizkonzert zugunsten des Musikkindergartens Berlin e.V. in der Philharmonie. Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund und Weggefährten Zubin Mehta als Dirigent der Staatskapelle Berlin tritt Daniel Barenboim als Solist am Klavier in Erscheinung. 200 Jahre älter wird die Staatsoper Unter den Linden, die am 7. Dezember ihr 275-jähriges Bestehen feiert. Anlässlich dieses Jubiläums erklingen unter der Leitung von Daniel Barenboim Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Pierre Boulez sowie Richard Strauss, allesamt Komponisten, die auch selbst an der Staatsoper dirigiert haben.

Zum ersten Mal überhaupt wird James Levine die Staatskapelle Berlin am 31. Oktober 2017 in der Philharmonie bei Gustav Mahlers 3. Sinfonie dirigieren. Mit Mezzosopranistin Violeta Urmana sowie dem Staatsopernchor und dem Kinderchor.
Zu Gast sind außerdem die Wiener Philharmoniker – zunächst unter der Leitung von Zubin Mehta (81) mit Werken von Johannes Brahms, Joseph Haydn und Béla Bartók (7. Oktober) sowie bei den FESTTAGEN 2018 unter der Leitung von Daniel Barenboim mit Gustav Mahler (24. März). Darüber hinaus werden die Berliner Philharmoniker gemeinsam mit Simon Rattle als Gastorchester in der Staatsoper Unter den Linden ein Konzert mit Musik von Strawinsky und Rachmaninow geben (30. November). Die Staatskapelle wird im November mit drei Konzerten, geleitet von jungen Dirigenten wie Lahav Shani, Pablo Heras-Casado und Lorenzo Viotti, im Pierre Boulez Saal zu Gast sein (4., 9., 21. November).

Das Konzertprogramm der FESTTAGE 2018 steht ganz im Zeichen von Gustav Mahler und Claude Debussy. Nach der Eröffnung am 24. März durch die Wiener Philharmoniker, die bereits zum fünften Mal in Folge der Einladung nach Berlin nachkommen, gibt die Staatskapelle Berlin anlässlich des 100. Todestages von Debussy gemeinsam mit ihrem Generalmusikdirektor ein Konzert allein mit Werken dieses Komponisten (29. März). Auf dem Programm stehen seine »Fantaisie« für Klavier und Orchester mit Martha Argerich (77) als Solistin sowie sein monumentales Opus »Le Martyre de Saint Sébastien«, mit Anna Prohaska (Sopran), Marianne Crebassa (Mezzosopran), Anna Lapkovskaja (Alt) und Maria Furtwängler als Sprecherin sowie dem Staatsopernchor. Ihren Abschluss finden die FESTTAGE-Konzerte am 31. März in einem gleichfalls Debussy gewidmeten Duo-Recital von Martha Argerich und Daniel Barenboim.

 Staatsoper im Schillertheater / Hauptspielstaette bis Dezember 2017 © Thomas Bartilla

Staatsoper im Schillertheater / Hauptspielstaette bis Dezember 2017 © Thomas Bartilla

Die Konzerte zum Jahreswechsel finden am 31. Dezember 2017 und 1. Januar 2018 in der Staatsoper Unter den Linden statt, mit Beethovens 9. Sinfonie unter der Leitung von Daniel Barenboim auf dem Programm.
Im Pierre Boulez Saal kommt Schuberts Streichquartett-Zyklus zur Aufführung, gespielt vom Streichquartett der Staatskapelle Berlin (3. Dezember 2017, 7. Februar, 5. März, 13. Juni 2018). Die Konzertreihe »Preußens Hofmusik«, die Kammerkonzerte mit Mitgliedern der Staatskapelle Berlin, die Liedrecitals, die Kinder- und Chorkonzerte finden künftig wieder im Apollo-Saal der Staatsoper statt. Darüber hinaus gibt es Jubiläumskonzerte der Orchesterakademie und des Internationalen Opernstudios, ein »Klimakonzert« des »Orchester des Wandels«, Museumskonzerte im Bode-Museum und Konzerte in der Neuen Werkstatt. Fortgesetzt wird das Symposion »450 Jahre Staatskapelle Berlin« mit Betrachtungen zum »langen« 19. Jahrhundert.

GASTSPIELE DER STAATSKAPELLE BERLIN

Gastspiele führen das Orchester und ihren Generalmusikdirektor Daniel Barenboim im September 2017 in den Kulturpalast Dresden (4. September) sowie in die Philharmonie de Paris (9. und 10. September). 2018 stehen Auftritte im Musikverein Wien (7., 9. und 10. Mai) und bei den Salzburger Pfingstfestspielen (20. und 21. Mai) auf dem Programm sowie erneut eine Reise in die Ferne, nach Südamerika: Im Juli 2018 geht es nach Buenos Aires an das Teatro Colón.

Staatsoper Unter den Linden / Die Gänge der Lindenoper im Rang - Heute © IOCO

Staatsoper Unter den Linden / Die Gänge der Lindenoper im Rang – Heute © IOCO

NEUE WERKSTATT (NW)

Die Werkstatt im Schiller Theater, die sich in den vergangenen sieben Jahren als Ort für das zeitgenössische Musiktheater wie für Kinder- und Jugendoper etabliert hat, findet als »Neue Werkstatt« Unter den Linden ihre Heimat im historischen Orchesterprobesaal im Intendanzgebäude.

Grabstätte von Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy © IOCO

Grabstätte von Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy © IOCO

Eröffnet wird die Neue Werkstatt am 8. Oktober mit »Rivale«, einer Uraufführung von Lucia Ronchetti als Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden unter der musikalischen Leitung von Max Renne. Inszeniert wird die Kammeroper von Isabel Ostermann. Zum weiteren Programm der Neuen Werkstatt zählen die Uraufführung von »Abstract Pieces« von Manos Tsangaris als Auftragswerk der Staatsoper Unter den Linden (Uraufführung: 19. Mai 2018), die Premiere von »Sommertag« von Nikolaus Brass nach dem gleichnamigen Stück von Jon Fosse (R: Eva-Maria Weiss, ML: Max Renne, Premiere: 10. Februar 2018) sowie »Ein Portrait des Künstlers als Toter«, ein Projekt des italienischen Autors Davide Carnevali zusammen mit dem argentinischen Komponisten Franco Bridarolli (28. Juni 2018 | INFEKTION!). Für Menschen ab sechs Jahren ist Mike Svobodas Musiktheater für Kinder »Der unglaubliche Spotz« zu erleben (R: Marcin ?akomicki, Premiere: 24. November 2017). Ab dem 5. April 2018 bringt das Kinderopernhaus Lichtenberg in Kooperation mit der Staatsoper »Fanny! – Wer will mir wehren zu singen«, ein Musiktheater mit Kompostionen von Fanny Mendelsohn für Menschen ab acht Jahren, auf die Bühne.  Von PMStUdL / IOCO VJ

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Berlin, Deutsche Oper Berlin, Premiere Boris Godunow, 17.06.2017

deutscheoperberlin

Deutsche Oper Berlin

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Deutsche Oper Berlin © Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)

Premiere Boris Godunow 17. Juni 2017

Fassung von 1869 („Ur-Boris“). Oper in vier Teilen, sieben Bildern von Modest P. Mussorgskij; Libretto von Modest P. Mussorgskij nach Alexander Puschkins gleichnamigem Drama sowie Nikolai Karamsins „Geschichte des russischen Reiches“; Premiere am Royal Opera House Covent Garden am 13. März 2016; Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 17. Juni 2017

In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Dauer: ca. 2 Stunden 15 Minuten / Keine Pause

Eine Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden, London. Präsentiert von taz.die tageszeitung, kulturradio vom rbb sowie WALL AG
Premiere: 17. Juni 2017
23., 27. Juni; 1., 4., 7. Juli 2017

Die Macht und ihr Preis

„BORIS GODUNOW ist ein Stück über Mussorgskijs damalige Gegenwart und zugleich, in seiner Fokussierung auf das Thema Macht, immer noch höchst aktuell und aussagekräftig für die heutige Situation. […] Mussorgskij beleuchtet die Rolle des Volkes, das neben Boris die zweite Hauptfigur der Oper ist. Ein Volk, das von Mächtigen manipuliert werden kann und das sich dann mobilisieren lässt, um „gegen Feinde“ zu kämpfen – und dabei oft gar nicht so genau weiß, wofür und gegen wen es überhaupt kämpft.“ (Kirill Karabits)

Blut klebt an den Händen Godunows, seine Herrschaft scheint vom Unglück verfolgt. Das Volk leidet Hunger. Intrigen bestimmen das Leben am Zarenhof. Da taucht in Polen ein Mann auf, der behauptet, der ermordete Zarewitsch Dimitrij zu sein. Einst gab Boris den Auftrag, jenen zu töten und damit den letzten Nachkommen Iwan des Schrecklichen zu beseitigen. Die Erinnerung an diese Blutschuld treibt den Zaren in den Wahnsinn.

In Boris Godunow zeichnete Mussorgskij das Porträt eines Menschen, der am eigenen Herrschaftsanspruch und dem dafür in Kauf genommenen Verbrechen scheitert. Doch existiert eine zweite Hauptfigur: das Volk. Einerseits erscheint es als unmündige, unter der absolutistischen Herrschaft leidende Masse, andererseits aber verlebendigt Mussorgskij in vielen kleineren und mittleren Partien Einzelschicksale: Vom intriganten Bojaren Schuiskij über den Chronisten Pimen bis hin zu Menschen aus dem Volk wie die Schenkwirtin, die Bettelmönche Warlaam und Missaïl oder den Polizisten Mitjuch: Sie alle bilden ein Panorama des russischen Volkes, das sich zu Macht und Herrschaft verhält. Das in den politisch unsicheren Zeiten versucht zu überleben – und dabei die eigentliche Antriebskraft politischer Prozesse ist.

Musikalische Leitung Kirill Karabits Inszenierung Richard Jones Szenische Einstudierung Elaine Kidd Bühne Miriam Buether Kostüme Nicky Gillibrand Licht Mimi Jordan Sherin Movement Director Silke Sense Chöre Raymond Hughes Leitung Kinderchor Christian Lindhorst Dramaturgie Sebastian Hanusa Boris Godunow Ain Anger Fjodor Moritz Bouchard / Philipp Ammer (Solisten des Knabenchores der Chorakademie Dortmund) Xenia Alexandra Hutton Xenias Amme Ronnita Miller Fürst Wassili Schuiskij Burkhard Ulrich Andrej Schtschelkalow Dong-Hwan Lee Pimen Ante Jerkunica / Ievgen Orlov Grigorij Otrepjew Robert Watson Warlaam Alexei Botnarciuc Schenkwirtin Annika Schlicht Missaïl Jörg Schörner Gottesnarr Matthew Newlin Nikititsch Andrew Harris Leibbojar Andrew Dickinson Mitjuch Stephen Bronk Grenzpolizist Samuel Dale Johnson Chor, Kinderchor und Orchester der Deutschen Oper Berlin

Pressemeldung Deutsche Oper Berlin

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Berlin, Staatsoper im Schillertheater, INFEKTION! 2017, 25. Juni bis 14. Juli 2017

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Staatsoper im Schiller Theater

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

Staatsoper im Schillertheater © Thomas Bartilla

25. Juni bis 14. Juli: INFEKTION! 2017 mit vier Musiktheaterpremieren und diversen Konzerten – Festivalpässe ermöglichen den Besuch zum Einheitspreis

Vom 25. Juni bis 14. Juli findet an der Berliner Staatsoper zum siebten Mal das Festival für Neues Musiktheater INFEKTION! statt. Im Zentrum des mehrwöchigen Festivals, das traditionell am Ende der Spielzeit steht, stehen die Premieren von zwei Kammeropern aus den späten 1970er bzw. frühen 1980er Jahren. Eröffnet wird die diesjährige Ausgabe von INFEKTION! am 25. Juni auf der Werkstattbühne mit Aribert Reimanns »Die Gespenstersonate«, basierend auf der literarischen Vorlage von August Strindberg. Es inszeniert Otto Katzameier, der damit erstmals an der Staatsoper Berlin als Regisseur arbeitet.

Ab 5. Juli ist Wolfgang Rihms Kammeroper »Jakob Lenz« in der Regie von Andrea Breth im Schiller Theater zu erleben. Für diese Inszenierung, eine Koproduktion der Berliner Staatsoper mit der Oper Stuttgart und dem Théâtre Royal de la Monnaie / de Munt Brüssel, erhielt Andrea Breth 2015 den FAUST-Preis in der Kategorie »Regie Musiktheater«.

Die Titelpartie singt, wie bei der Premiere an der Oper Stuttgart 2014, Georg Nigl. Wenige Tage vor der Premiere, am 2. Juli, wird der Bariton Georg Nigl außerdem gemeinsam mit dem Pianisten Alexander Melnikov ein Liedrecital im Gläsernen Foyer gestalten. Neben Liedern von Schubert und Brahms steht auch der Liedzyklus »Dort wie hier« von Wolfgang Rihm auf dem Programm.

An die Produktion »Jakob Lenz« anknüpfend findet am 8. Juli in der Werkstatt ein Symposion in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität Berlin statt, das sich Reflexionen über das Musiktheater von Wolfgang Rihm widmet. Bei »Lenz.Leben – Laut.Malen«, einer Hommage an Georg Büchner, am 11. Juli in der Werkstatt, widmet sich ein Künstlertrio um den Schauspieler Hans Kremer dem Schaffen des Dichters. Der Abend verbindet Wort, Musik und Malerei – neben diversen Texten erklingen Klavierkompositionen und es wird live gezeichnet und projiziert.

Mit der Premiere von »Eine kleine Sehnsucht« am 28. Juni begibt sich die Staatsoper auf neues Terrain: Erstmals dient das neben dem Schiller Theater gelegene legendäre Café Keese als Spielstätte.

Auf dem Programm steht eine literarisch-musikalische Collage mit Unterhaltungs- und Tanzmusik aus den 30er-Jahren sowie mit Texten von u. a. Kurt Tucholsky, Mascha Kaléko und Erich Kästner. Es singen die Ensemblesolistinnen Adriane Queiroz und Katharina Kammerloher sowie Mitglieder des Staatsopernchors, als Schauspieler sind Daniela Ziegler und Ralph Morgenstern beteiligt, außerdem ein Tanzpaar; Regie führt Beate Baron. Ein Adieu an Charlottenburg der besonderen Art.

Am 6. Juli lädt das Minguet Quartett zu einem Kammerkonzert-Quartettabend mit einem Schwerpunkt auf Wolfgang Rihm in den großen Saal des Schiller Theaters. Darüber hinaus finden im Gläsernen Foyer eine Reihe von Kammerkonzerten, die »Infektions-Kammern« statt, die jeweils einen Komponisten (bzw. eine musikalische Kultur) ins Zentrum stellen. Das Konzert am 7. Juli ist der französischen Avantgardemusik der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute gewidmet, am 9. Juli erklingen Lieder und Instrumentalwerke aus Russland bzw. der Sowjetunion, und die Konzerte am 11. und 13. Juli stellen das Schaffen des rumänisch-ungarischen Komponisten György Kurtág in den Fokus.

Abgerundet wird das Festival durch die Werkstatt-Premiere von »Ouropera« am 13. Juli, dem neuen Projekt des Jugendklubs und des Jugendchors der Staatsoper, das von den Jugendlichen selbst entwickelt wird, inspiriert durch John Cages »Europeras« und angereichert durch eigene Ideen, sich der Kunstform Oper zu nähern und sich mit ihr in Beziehung zu setzen.

Auch in diesem Jahr bietet die Staatsoper einen Festivalpass an, der einmalig 15€ kostet. Inhaber des Festivalpasses können nach Verfügbarkeit für beliebig viele Veranstaltungen des Festivals bis zu 2 Tickets pro Vorstellung zum Einheitspreis von 15€ (Schiller Theater) und 10€ (Werkstatt, Café Keese, Gläsernes Foyer) buchen. Als Extra gibt es den Festivalbeutel INFEKTION! gratis dazu.

Erhältlich ist der Festivalpass online unter www.staatsoper-berlin.de, telefonisch unter +49(0)30-20 35 45 55, an der Theaterkasse im Foyer des Schiller Theaters oder an der Ticket-Box auf dem Bebelplatz.

INFEKTION! Festival für Neues Musiktheater
25. Juni bis 14. Juli 2017
Staatsoper im Schiller Theater Alle Termine, Tickets sowie weitere Informationen unter Tel. 030 20354-555 und www.staatsoperberlin.de

Pressemeldung Staatsoper im Schillertheater

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Berlin, Berliner Philharmoniker, 2017/18: Hohe Auslastung – Führung diffus, IOCO Aktuell, 06.06.2017

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Berliner Philharmoniker

Berliner Philharmoniker / Berliner Philharmoniker mit Sir Simon Rattle © Stefan Hoederath

Berliner Philharmoniker / Berliner Philharmoniker mit Sir Simon Rattle © Stefan Hoederath

 2017/18: 123 Konzerte, 10 Opern – Hohe Auslastung

Rattle in Berlin auf Abschiedstour mit „Best of“

Irene Bindel ist seit Jahrzehnten treue Anhängerin der Berliner Philharmoniker. Am 2.6.2017 erzählte sie liebenswert ausführlich in einem WDR5 Interview, wie die Berliner Philharmoniker ihr Leben über viele Jahren mitprägten. 94% Auslastung, 206.000 Besucher im Wirtschaftsjahr 2016 belegen den hohen Zuspruch der Berliner Philharmoniker in der Bevölkerung, 63% Eigenfinanzierung zeigen herausragendes Wirtschaften; beides macht sie zum führenden Symphonieorchester Deutschlands.

Berliner Philharmoniker / Neue Intendantin Andrea Zietzschmann © Paul Schirnhofer

Berliner Philharmoniker / Neue Intendantin Andrea Zietzschmann © Paul Schirnhofer

Doch die Spielzeit 2017/18 steht unter einem besonderen Stern. Mehr als große Kunst ist zu bewältigen. Die Spielzeit 2017/18 ist auch Beginn eines lang währenden Umbruchs in der Chefetage der Berliner Symphoniker. Sir Simon Rattle, seit 2002 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, hatte Anfang 2012, nur kurz nach Verlängerung, seinen Dienstvertrag zum September 2018 gekündigt. Im Januar 2013 schrieb der „Spiegel“: Eine musikalische Ära neigt sich den Ende zu….“.  Doch die Ära Rattles in Berlin endet bis 2018 in Raten; in zahllosen, endlos langen Etappen. Denn,  ab Herbst 2017 teilt Rattle seine Zuständigkeiten; er übernimmt, neben den Berlinern, die Leitung des London Symphony Orchestra. Doch auch der neue Chefdirigent Kirill Petrenke kommt 2019 nur „in Raten“; erst 2022 ist er vollständig an Bord. Andrea Zietzschmann, neue Intendantin ab 1.9.2017 und Nachfolgerin von Martin Hoffmann, Vorstand und Mitgliedern der Berliner Philharmoniker stehen auf Jahre organisatorisch komplizierte Zeiten bevor.

Rückblick: Rattle Kündigung Anfang 2012 zum Herbst 2018; im März 2015 verpflichtete sich Rattle ab Herbst 2017 die Leitung des populären Londoner Symphony Orchestra (LSO) zu übernehmen, obwohl dann der Berliner Vertrag noch läuft. Begeisterte sich der Engländer Rattle zu seiner LSO – Bestellung: „Es ist wie eine Heimkehr“ und schwärmte in London über universellen Zugang dortiger Kinder und junge Menschen zur Musik. Doch auch Rattle Nachfolger, Kirill Petrenko, wird sein Chefdirigenten – Amt in Berlin erst Mitte 2019 übernnehmen; aber selbst dann nicht so ganz: Denn im Herbst 2015 erklärte die Bayerische Staatsoper, daß Kirill Petrenko und Intendant Bachler ihre Verträge dort bis 2021 verlängert haben:

Andrea Zietzschmann, Vorstand wie die 128 Musiker/innen der „ultimativen klassischen Musik-Maschine“, die Berliner Philharmoniker,  müssen von 2017 bis erhebliche 2022 Führungsturbulenzen meistern. Doch, egal wer gerade auf dem Dirigentenpult steht, das Orchester wird auch in den kommenden Jahren brillante Musik schaffen, den hohen künstlerischen Anspruch bewahren. Sabine Bindel wird weiterhin von den Berliner Philharmonikern schwärmen; die Besucherzahlen in ähnlich großartigen Höhe schweben.

In der Saison 2017/18 werden die Berliner Philharmoniker 123 Symphoniekonzerte, 10 Opernaufführungen spielen: Davon in der Berliner Philharmonie: 89 Konzerte mit 34 verschiedenen Programmen und 7 konzertante Opernaufführungen, 2  Symphoniekonzerte. 1  Konzert in der Waldbühne. Daneben geben die Berliner Philharmoniker 30 Gastkonzerte sowie Konzerte und Opern bei den  Osterfestspiele in Baden-Baden

Simon Rattle leitet 52 Konzerte und 8 Opernaufführungen der Berliner Philharmoniker, davon 22 Konzerte und 5 Opernaufführungen in Berlin. Weitere 27 Konzerte dirigiert er auf Konzertreisen sowie 3 Opernaufführungen und 3 Konzerte bei den Osterfestspielen 2018 in Baden-Baden.

Simon Rattle, 2017 zugleich Chefdirigent der Berliner und neuer LSO – Director London, hat  für die Philharmoniker ein erprobtes „Best of“ des ihm am Herzen liegenden Repertoires in den Konzerten und Opernaufführungen unter seiner Leitung in den Spielplan aufgenommen. Dazu gehören im Vokalbereich Wagners Parsifal, der sowohl bei den Osterfestspielen in Baden-Baden, als auch in Berlin aufgeführt wird, ebenso wie Schumanns Das Paradies und die Peri und Haydns Die Schöpfung.  Peter Sellars darf im Abschiedsreigen nicht fehlen. Als vorläufigen Abschluss der gemeinsamen Arbeit von Rattle und den Berliner Philharmonikern wird in der Philharmonie eine Deutung der Oper Das schlaue Füchslein von Leoš Janácek gezeigt.

Johannes Brahms © IOCO

Johannes Brahms © IOCO

Im symphonischen Repertoire wird die Reihe der „Tapas“ – kurze, für die Berliner Philharmoniker und Rattle komponierte Auftragswerke – mit Kompositionen von Georg Friedrich Haas, Unsuk Chin, Brett Dean, Magnus Lindberg, Hans Abrahamsen, Andrew Norman und Jörg Widmann abgeschlossen. Neben diesen Uraufführungen widmet sich Rattle nochmals Werken wie Strawinskys Petruschka, der vierten Symphonie von Johannes Brahms, der vervollständigten Symphonie Nr. 9 von Anton Bruckner sowie, in seinem letzten Konzert als Chefdirigent in der Philharmonie, Mahlers 6. Symphonie, mit der er 1987 sein Debüt bei unserem Orchester gegeben hat. Zu den Solistinnen und Solisten, die mit ihm auftreten, gehören enge Freunde wie Daniel Barenboim, Mitsuko Uchida und Krystian Zimerman. Außerdem tritt Rattle gemeinsam mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker im Rahmen der Late Night-Konzerte als Pianist in Olivier Messiaens Quatuor pour la fin du temps auf.

Neben Simon Rattle sind in dieser Saison auch die Gastdirigenten mit Wunschprogrammen zu hören. So leitet Herbert Blomstedt Bruckners Symphonie Nr. 3, Christian Thielemann bringt Ludwig van Beethovens Missa solemnis zur Aufführung und Bernard Haitink dirigiert Mahlers Symphonie Nr. 9. Seiji Ozawa leitet Ravels L’enfant et les sortilèges und der designierte Chefdirigent Kirill Petrenko bringt die selten gespielte vierte Symphonie von Franz Schmidt mit nach Berlin. Zum Reformationsjubiläum lässt Ton Koopman Ende Oktober die Messe h-Moll von Johann Sebastian Bach erklingen. Das weitere Programm finden Sie in unserer Saisonbroschüre sowie auf unserer Website.

Uraufführungen und deutsche Erstaufführungen

Insgesamt 7 Uraufführungen und 1 deutsche Erstaufführung stehen auf dem Programm der nächsten Saison. In Programmen der Berliner Philharmoniker werden in der Philharmonie Werke von Georg Friedrich Haas, Unsuk Chin, Brett Dean, Jörg Widmann, Andrew Norman, Hans Abrahamsen und Magnus Lindberg uraufgeführt. Eine deutsche Erstaufführung gibt es vom britischen Komponisten Ryan Wigglesworth. Die genauen Daten und Interpreten finden Sie in unserer Saisonvorschau und auf der Website.

Dirigenten- und Solistendebüts

Erstmals am Dirigentenpult der Berliner Philharmoniker gastieren in der Saison 2017/2018 Alain Altinoglu (21./22./23. September 2017) und Dima Slobodeniouk (01./02./03. Februar 2018). Als Instrumentalsolist gibt der Violinist Michael Barenboim (15./16./17./18. Februar 2018 mit Zubin Mehta) sein Debüt.

Grabstaette Igor Stravinsky © IOCO

Grabstaette Igor Stravinsky © IOCO

Artist in Residence

Der britische Tenor Mark Padmore ist in der Spielzeit 2017/2018 Artist in Residence. Er wird in 6 Konzertprogrammen zu hören sein, zweimal als Solist eines Symphoniekonzertes (25., 27., 30. August und 3. September 2017 sowie im Mai 2018) sowie in 4 Kammerkonzerten (15. Oktober 2017, 7. Dezember 2017, 20. Januar 2018, 4. April 2018). Im Konzert am 20. Januar 2018 tritt Mark Padmore gemeinsam mit der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Pekka Kuusisto auf.

Gastorchester

Die Stiftung Berliner Philharmoniker lädt in der Saison 2017/2018 erneut drei Gastorchester ein:  Am 4. März um 11 Uhr ist das Waseda Symphony Orchestra Tokyo unter dem Dirigenten Masahiko Tanaka in der Philharmonie zu Gast.  Die Junge Deutsche Philharmonie ist unter der Leitung von David Afkham am 20. März 2018 mit dem Cellisten Steven Isserlis zu hören.  Das Bundesjugendorchester, Patenorchester der Berliner Philharmoniker, tritt am 10. April 2018 gemeinsam mit dem Orchestre Français des Jeunes unter der Leitung von Thomas Neuhoff und Daniel Spaw auf.

Kammermusiksaal

In 50 Konzerten im Kammermusiksaal sind philharmonische Ensembles, Solisten sowie die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, aber auch von der Stiftung Berliner Philharmoniker eingeladene Gastkünstler und Gastensembles zu erleben. Zusätzlich hierzu finden 5 Orgelkonzerte in der Philharmonie statt. In der Saison 2017/2018 werden im Foyer der Philharmonie jeden Dienstag um 13 Uhr insgesamt 38 Lunchkonzerte bei freiem Eintritt veranstaltet.

Das Education-Programm der Berliner Philharmoniker

Das Education-Programm der Berliner Philharmoniker umfasst unterschiedlichste Konzerte und Projekte, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Möglichkeiten bieten, Musik zu erleben, selbst aktiv zu werden, den Musikern des Orchesters und Gästen zu begegnen, Musik kreativ zu gestalten und dabei eigene künstlerische Fähigkeiten zu entdecken. Das Grundprinzip heißt: nah dran sein, mitmachen und ausprobieren dürfen!

 Stiftung Berliner Philharmoniker im Wirtschaftsjahr 2016

    • 127 Symphoniekonzerte mit den Berliner Philharmonikern, davon 92 Konzerte im Großen Saal und 35 Konzerte auf Tournee
    • 36 Konzerte im Kammermusiksaal
    • 94 % Auslastung im Großen Saal bei Eigenveranstaltungen; das entspricht über 206 000 zahlenden Besuchern / verkauften Karten
    • 75 % Auslastung im Kammermusiksaal bei Eigenveranstaltungen, das entspricht 32.000 zahlenden Besuchern / verkauften Karten
    • 393 Vermietungen des Großen Saals und Kammermusiksaals
    • 63,6 % Eigenfinanzierungsgrad (Abdeckung Aufwand durch eigene Einnahmen)

PMBPh / IOCOVJ

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