Baden-Baden, Festspielhaus, Klavierkonzert Seong-Jin Cho, 22.07.2017

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Festspielhaus Baden – Baden

Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

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Seong-Jin Cho – Überflieger aus Seoul

Er ist der Solist des letzten Konzerts der Baden-Badener Sommerfestspiele 2017 am Samstag, 22. Juli 2017 um 18 Uhr. Seong-Jin Cho spielt an diesem sommerlichen Festspielabend die beiden Klavierkonzerte von Frédéric Chopin, was an sich schon ein seltenes Ereignis ist.

Das Orchester des Mariinsky Theaters unter Valery Gergiev interpretiert nach der Pause noch Anton Bruckners monumentale siebte Sinfonie.

2015 gewann mit Seong-Jin Cho aus Seoul erstmals ein Koreaner den Warschauer Chopin-Wettbewerb, einen der weltweit schwierigsten Klavierwettbewerbe. Jetzt kommt der Sieger von 2015 in Festspielhaus Baden-Baden mit gleich zwei Chopin-Konzerten. In der zweiten Konzerthälfte erklingt Bruckners monumentale siebte Sinfonie. Valery Gergiev dirigiert das Orchester des Mariinsky Theaters.

Festspielhaus Baden - Baden / Seong-Jin Cho © Harald Hoffmann / DG

Festspielhaus Baden – Baden / Seong-Jin Cho © Harald Hoffmann / DG

[Von Seong-Jin Cho wurden verschiedene Aufnahmen bei der Deutschen Grammophon veröffentlicht.]

Perlend wie Champagner, dennoch einfühlsam und ohne vordergründige Effekthascherei: So ließe sich das beeindruckende Spiel von Seong-Jin Cho beschreiben, bei dem nicht Selbstdarstellung, sondern die Musik im Vordergrund steht. Die künstlerische Reife und die musikalischen Fähigkeiten des südkoreanischen Pianisten, der seit 2012 am Pariser Conservatoire bei Michel Béroff studiert, sicherten ihm im Oktober 2015 den ersten Preis beim 17. Internationalen Chopin-Wettbewerb, der weltweit zu den angesehensten Klavierwettbewerben zählt und zu dessen Preisträgern Größen wie Maurizio Pollini, Martha Argerich und Krystian Zimerman zählen. Wie die meisten Finalisten entschied sich Cho für den Vortrag des ersten Chopin-Konzerts: „Es ist eine enorme Herausforderung, weil es schon so oft von so vielen großen Künstlern aufgeführt und eingespielt wurde. Das macht es nicht leicht, eine individuelle Interpretation zu entwickeln.“ Der Newcomer legt sein Hauptaugenmerk nicht auf die vertrackten schnellen Linien: „Die Läufe kann jeder großartig spielen. Es sind die stillen, melodischen Momente, die den Unterschied machen.“ Ein „natürlicher, sanglicher Klang“ sei ihm besonders wichtig, vor allem beim Chopin, „weil mich seine sanglichen Qualitäten an Mozart erinnern“; nicht zufällig zählen Mozart und die italienische Belcanto-Oper zu Chopins wichtigsten Einflüssen.

Anders als beim Chopin-Wettbewerb muss sich Cho bei seinem Baden-Badener Gastspiel am Samstag, 22. Juli 2017, um 18 Uhr nicht für eines der beiden Chopin-Konzerte entscheiden, da sowohl das e-Moll-Konzert als auch das in f-Moll auf dem Programm vertreten ist – Werke, die erklärtermaßen beide zu seinem „Traum-Repertoire“ gehören. Obgleich vor allem in letzterem Werk viele der typischen Merkmale des „Style brillant“ anzutreffen sind, gelang es Chopin, die äußeren Momente des virtuosen Komponierens mit einer bis dahin ungeahnten poetischen Subtilität zu verbinden, wobei er mit der träumerischen Aura und Finesse des Klanges eine substanziell neuartige ästhetische Qualität schuf.

Begleitet wird Seong-Jin Cho bei seinem Baden-Badener Chopin-Debüt vom Orchester des Mariinsky Theaters unter der Leitung des Altmeisters Valery Gergiev. Zusätzlich zu beiden Chopin-Konzerten erklingt Anton Bruckners monumentale Siebte Symphonie, die dem Komponisten nach Jahrzehnten der Ablehnung endlich zu jenem durchschlagenden Erfolg verhalf, den er sich Zeit seines Lebens erhofft hatte.

Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden

Baden-Baden, Festspielhaus, Eugen Onegin , 20. & 23.Juli 2017

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Eugen Onegin –  Polonaise zum Duell

Donnerstag, 20. und Sonntag, 23. Juli 2017, 18 und 17 Uhr

Die ganze Bandbreite der Gefühle wird während der Sommerfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden am 20. und 23. Juli 2017 mit Tschaikowskys Oper „Eugen Onegin“ unter der musikalischen Leitung von Valery Gergiev und dem Mariinsky Theater dargeboten. „Eugen Onegin“ gilt als Höhepunkt der romantischen russischen Oper, Regie führt Alexei Stepanyuk.

Festspielhaus Baden-Baden / Eugen Onegin © Valentin Baranovsky

Festspielhaus Baden-Baden / Eugen Onegin © Valentin Baranovsky

Es ist schon eine schöne Tradition, dass die Sommerfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden eine Opernproduktion des Mariinsky Theaters präsentiert. Chefdirigent und Intendant Valery Gergiev setzt dabei weniger auf internationale Stars, als auf das unerschöpfliche Stimmenreservoire Russlands – ein Reservoire, das von Valery Gergiev gehoben und aufgebaut wird, so auch in eigenen, dem Mariinsky Theaters angegliederten Ausbildungsstätten.

In diesem Jahr kommt das Mariinsky Theater am 20. und 23. Juli 2017 (18 und 17 Uhr) ins Festspielhaus Baden-Baden mit einer im Jahr 2014 entstandenen Neuproduktion der Oper „Eugen Onegin“ von Tschaikowsky. Und wieder richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Sängerbesetzung, die vielversprechend und in Europa bisher noch wenig bekannt ist – wenn auch der Onegin in der Vorstellung am von 20. Juli von Alexander Markov gesungen werden, der bereits in der „Pique Dame“ unter Gergiev in Baden-Baden als Graf Tomski reüssierte.

Besagte „Pique Dame“ wurde von Alexei Stepanyuk inszeniert, der auch diesmal den „Onegin“ szenisch verantwortet. Stepanyuk und sein Bühnenbildner Alexander Orlov lieben einen historisch inspirierten Inszenierungs- und Ausstattungsstil.

Festspielhaus Baden-Baden / Eugen Onegin © Valentin Baranovsky

Festspielhaus Baden-Baden / Eugen Onegin © Valentin Baranovsky

Tschaikowskys „Eugen Onegin“, geschrieben 1878, ist die populärste Oper des Komponisten. Sein Bühnenwerk nach einem Versroman von Alexander Puschkin lässt an das psychologische Theater Tschechows denken. Die Handlung konzentriert sich zunächst auf die Gefühle des jungen Mädchens Tatjana für den Lebemann Onegin, die von diesem zurückgewiesen werden. Aus einem Gefühl der inneren Leere heraus provoziert Onegin seinen besten und einzigen Freund Lensky, der von ihm im anschließenden Duell erschossen wird. Der rastlose Held kehrt Jahre später zurück und gesteht nun seinerseits Tatjana seine Liebe, die ihn jedoch ihrerseits zurückweist. Alldem verweigerte Tschaikowsky die Bezeichnung „Oper“ und sprach eher von „lyrischen Szenen“.

Die Konflikte verschieben sich ins Seelische hinein – dass eine zentrale Stelle des Werkes eine Szene beschreibt, in der die Hauptdarstellerin nichts tut außer einen Brief zu schreiben, ist charakteristisch für das Werk. Dennoch: Tschaikowsky wäre nicht er selbst, hätte er nicht auch an bühnenwirksame Effekte gedacht. Festliche Polonaisen und eine Duellszene sind das eine – das andere sind die genialen Melodien, die die Personen charakterisieren und der Oper zu ihrer enormen Popularität verhalfen.

Informationen und Eintrittskarten: Tel. 07221 / 30 13 101

Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden

Baden-Baden, Festspielhaus, Sommerfestspiele, 6. bis 23. Juli 2017

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Festspielhaus Baden-Baden © Festspielhaus Baden-Baden

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Sommerfestspiele, 6. bis 23. Juli 2017

Meisterkonzerte im Museum Frieder Burda sowie im Casino Baden-Baden

In zwei Meisterkonzerten präsentiert das Festspielhaus Baden-Baden im Rahmen der Sommerfestspiele 2017 junge Ausnahme-Künstler an besonderen Orten. Das Azahar-Ensemble wird zusammen mit dem Schauspieler Christoph Wieschke am Montag, 10. Juli 2017 um 19 Uhr im Museum Frieder Burda die dort ausgestellten Werke des kanadischen Foto-Künstlers Rodney Graham musikalisch-literarisch „umspielen“. Auf dem Programm stehen Bläserquintette  von Anton Reicha, Carl Nielsen und Joaquín Turina sowie Texte von Lewis Caroll, Sigmund Freud und Herman Melville. Das Ensemble gründete sich nach einer gemeinsamen Zeit im nationalen spanischen Jugendorchester und gewann 2014 den Publikumspreis sowie einen zweiten Preis der Jury im ARD-Musikwettbewerb. Azahar ist der aus dem Arabischen stammende Name der weißen, aromatisch duftenden Blüten von Zitrus-Bäumen, insbesondere des Orangenbaums, und steht für den sinnlichen Bezug zur Musik, der dem Azahar-Ensemble so wichtig ist.

Festspielhaus Baden-Baden / Varvara © Jordi Roca

Festspielhaus Baden-Baden / Varvara © Jordi Roca

Die russische Pianistin Varvara spielt am Sonntag, 16. Juli 2017 um 11 Uhr im Florentiner-Saal des Casino Baden-Baden Werke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Liszt. Damit schlägt sie einen besonderen Bogen in die Musikgeschichte der Stadt. An gleicher Stelle spielte Franz Liszt persönlich Konzerte während seiner zahlreichen Aufenthalte in Baden-Baden. Es sind ihre Mozartinterpretationen, die bei Musikerkollegen Furore machen. Die russische Pianistin Varvara gewann den Concours Géza Anda und erhielt den Publikums- wie den Mozart-Preis – beste Voraussetzungen für ein interessantes Debüt in Baden-Baden, das die beiden Mozart-Klavierrondos KV485 und KV511 in den Mittelpunkt rückt und mit Bachs Chromatischer Fantasie und Fuge in d-Moll BWV 903 beginnen wird.

Weitere Informationen: www.festspielhaus.de

Informationen und Eintrittskarten: Tel. 07221 / 30 13 101

Pressemeldung Festspielhaus Baden-Baden

 

Baden-Baden, Festspielhaus, Wiener Philharmoniker – Bruckner und Mozart, 05.05.2017

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Die Wiener Philharmoniker in Baden-Baden

 Bruckner und Mozart

Freitag, 05. Mai 2017, 19 Uhr

Das internationale Fernsehpublikum kennt das Orchester vom traditionellen Neujahrskonzert, Musikliebhaber freuen sich immer wieder darauf, dieses Orchester live zu hören: Die Wiener Philharmoniker kommen am Samstag, 5. Mai 2017 um 19 Uhr ins Festspielhaus Baden-Baden. Hier spielen sie Werke von Anton Bruckner und Wolfgang Amadeus Mozart. Herbert Blomstedt, langjähriger Chef des Gewandhausorchesters, dirigiert das Weltklasse-Orchester.

Festspielhaus Baden-Baden / Wiener Philharmoniker - Herbert Blomstedt © Martin Kubik

Festspielhaus Baden-Baden / Wiener Philharmoniker – Herbert Blomstedt © Martin Kubik

Herbert Blomstedts Bruckner-Interpretationen sind ungemein transparent und detailreich. Zudem wirkt die Lesart des schwedischen Maestros sehr direkt, wenn er nach langen Bögen die Musik mit gezielter Wucht zu ihren Höhepunkten führt. „Bruckner“, so Blomstedt,hat wie kein anderer Komponist die Unendlichkeit von Zeit und Raum in der Musik darstellen können“ – mit monumentalen Sinfonien, die Orchester und Dirigenten viel abverlangen: „Schon am Anfang muss man wissen, wo das Ziel ist. Beim Durchlaufen dieser Strecke darf die Spannung nie nachlassen, man darf aber auch nicht zu früh Emotion, Klangstärke und Intensität steigern. Bei der Gestaltung von Bruckners Musik ist es nötig, immer Reserven zu haben. Hierfür braucht man Geduld; in unserer Zeit keine sehr verbreitete Eigenschaft …“ Im Festspielhaus Baden-Baden ist Herbert Blomstedt regelmäßig zu Gast, oft als bedeutender Anwalt der brucknerschen Sinfonik. Nun präsentiert er gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern Bruckners Vierte, ein Werk, das mit dem dämmerigen Klang leiser Hornrufe und Streichertremoli beginnt und in einer fulminanten Schluss-Apotheose ausklingt. Die Charakterisierung der Symphonie als „romantisch“ stammt von keinem anderen als vom Komponisten selbst. Kein Wunder, nimmt die Musik dieser ersten in einer bejahenden Durtonart stehenden großen Bruckner-Symphonie doch an unzähligen Stellen einen derart innig-naturhaften Ton an, dass man fast an musikalische Stimmungsbilder denken könnte. Tatsächlich bekannte Bruckner, er habe beim Komponieren eine „mittelalterliche Stadt in der Morgendämmerung“, „Ritter auf stolzen Pferden“ sowie „Waldesrauschen“ und „Vogelsang“ im Sinn gehabt. Was Herbert Blomstedt immer wieder an Bruckners Werken fasziniert? „Die Erhabenheit seiner Musik. […] Kein anderer Komponist hat es geschafft, diese so mit Sinn und durchgehender Schönheit zu füllen, und das in neun Sinfonien, die grundverschieden sind.“

Festspielhaus Baden-Baden / Wiener Philharmoniker bei Neujahrskonzert © Terry Linke

Festspielhaus Baden-Baden / Wiener Philharmoniker bei Neujahrskonzert © Terry Linke

Vor Bruckners Romantischer widmen sich Herbert Blomstedt und die Wiener Philharmoniker der Mozart-Sinfonie Nr. 39 Es-Dur KV 543 aus dem Jahr 1788. Immer wieder rätselten Musikwissenschaftler, was Mozart wohl zu dieser Sinfonie bewogen haben mag – nach seinen eigenen Aussagen hatte er während der Entstehungszeit immer wieder „schwarze Gedanken“, die dem Werk im frühen 19. Jahrhundert den Beinamen „Schwanengesang“ eingebracht haben könnte. Übergroße Lebensfreude und eben diese „dunkle Gedanken“ bilden die emotionalen Pole dieses Meisterwerks. Informationen und Eintrittskarten: Tel. 07221 / 30 13 101, PMFSphBB

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